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Arbeitsvertrag zum Abendessen

Ein gedeckter Tisch [Quelle: freeimages.com, Autor: theswedish]

Quelle: freeimages.com, theswedish

Abendessen statt Vorstellungsgespräch - so sah die Bewerbung von Alumna Petra Netta bei Bertelsmann aus. Dort arbeitet sie jetzt seit 2006 und würde auch alles wieder so machen. Nur nicht mehr politische Wissenschaften im Nebenfach studieren.

Warum haben Sie sich für Bertelsmann entschieden?

Anfang 2004 habe ich ein Praktikum bei Bertelsmann gemacht. Das hat zwar nur zwei Monate gedauert, aber danach habe ich als studentische Aushilfe weiter bei Bertelsmann in der Personalabteilung gearbeitet. Für mich war das praktisch, weil ich mir so mein Studium finanzieren konnte und die Arbeit sehr flexibel war - mal habe ich für längere Zeit Urlaubsvertretung gemacht, dann wieder einige Wochen nicht gearbeitet.

Wie lief das Bewerbungsverfahren ab?

Es gab eigentlich keins. Ungefähr ein Jahr, bevor ich mit dem Studium fertig wurde, haben mein Chef und dessen Vorgesetzter mich zum Abendessen eingeladen. Im Laufe des Abends fragten sie mich dann, ob ich bei Bertelsmann anfangen möchte. Ich habe erst noch überlegt, ob ich zurück nach Gütersloh, meine Geburtstadt, gehen möchte. Aber die Arbeit hat mir Spaß gemacht, sie war inhaltlich spannend und die Kollegen super - das Angebot hat einfach gepasst. Also bin ich dann im Januar 2006 in der Abteilung "Personalpolitische Grundsatzfragen und Unternehmenskultur" eingestiegen.

Wie sieht Ihr bisheriger Werdegang bei Bertelsmann aus?

Nach meinem Einstieg habe ich im Team gearbeitet, das die Mitarbeiterbefragung 2006 durchgeführt hat. Danach war ich ein Jahr Assistentin des Konzernpersonalchefs. Für die Mitarbeiterbefragung 2010 war ich dann Projektleiterin. Seit Anfang Juni bin ich an BMG entsendet und baue dort den Personalbereich auf.

Was war die erste Überraschung in Ihrem Job?

Es gab nicht wirklich Überraschungen. Dadurch, dass ich vorher schon als Werkstudentin bei Bertelsmann gearbeitet hatte, wusste ich, worauf ich mich einlasse. Ich kannte meine Kollegen, meine Ansprechpartner und unsere Dienstleister. Unser Team hat eine Mitarbeiterbefragung für ganz Bertelsmann durchgeführt. Um die Durchführung zu organisieren, haben wir Workshops abgehalten für ungefähr 300 Mitarbeiter bei Bertelsmann weltweit, die die Ansprechpartner für die Befragung in den Abteilungen und Divisionen waren. Was ich toll fand: Ich konnte von Anfang an viel Verantwortung übernehmen. Ich habe mit 26 Jahren weltweit Workshops abgehalten, zum Beispiel in den USA, Russland, Kanada, England. Die Teilnehmer waren oft viel älter als ich und weiter oben in der Hierarchie.

Was ist der Vorteil am Einstieg in einem Medien-Konzern?

Ich bin in einem vielfältigen, modernen Unternehmen, in dem ich Möglichkeiten habe, mich weiterzuentwickeln. Auch die Internationalität von Bertelsmann finde ich super. Und außerdem zieht ein Medien-Konzern klasse Leute an.

Welche Stärken - vielleicht auch Schwächen, die es zu überwinden galt - haben Sie an sich entdeckt?

Meine Stärken sind meine strukturierte Vorgehensweise - das war günstig, denn ich war immer auf Positionen, in denen man planen und strukturieren musste. Und eine weitere Stärke von mir ist, dass ich Dinge hinterfrage. "Das war schon immer so" ist kein Argument für mich. Zu meinen Schwächen gehört, dass ich manchmal zu detailversessen bin, ein kleiner Tippfehler stört mich dann, obwohl er vielleicht gar nicht so wichtig ist. Und ich bin manchmal vielleicht etwas dickköpfig.

Wie ist die Zusammenarbeit mit Ihren Kollegen?

Für mich war es eine wichtige Erfahrung, die ganze Bandbreite von Bertelsmann zu nutzen und die Experten aus den verschiedenen Abteilungen mit einzubeziehen. Wir haben zum Beispiel einen professionellen Einkauf und eine Design-Abteilung - deren Erfahrung sollte man auch nutzen.

Was würden Sie als Ihren größten beruflichen Erfolg bisher bezeichnen?

Die Organisation der Mitarbeiterbefragung 2010, bei der wir ungefähr 80.000 Kollegen befragt haben. Ich habe den Fragebogen überarbeitet und verbessert. Außerdem habe ich darauf geachtet, bei der Durchführung Kosten zu sparen, zum Beispiel, indem ich die Fragebögen billiger habe drucken lassen. Auch den Nachfolgeprozess der Umfrage haben wir verbessert und verbindlicher gemacht.

Ist Ihnen auch einmal ein Fauxpas unterlaufen? Welche Erkenntnis zogen Sie daraus?

Häufig, und ich ärgere mich auch immer darüber. Als ich damals in New York war, ist der Workshop ziemlich schlecht gelaufen. Ich hatte einen Jetlag und habe gekränkelt. Manchmal hat man einfach einen schlechten Tag, das kommt vor. Ansonsten passieren Fauxpas meiner Erfahrung nach, wenn man nicht alle Beteiligten miteinbezieht. Einmal zum Beispiel hatte ich bei einer Entscheidung vergessen, den Konzernbetriebsrat zu informieren. In einem Gespräch habe ich dann die Wogen wieder geglättet, aber dabei ist mir klar geworden, dass man sich immer überlegen muss: Was mache ich hier gerade? Wen betrifft das auch? Und wenn man um Feedback bittet, sollte man auch wirklich offen sein für Vorschläge und nicht nur der Pflicht Genüge tun.

Wie hat sich Ihr Privatleben verändert, und worin finden Sie Ausgleich zum Job?

Am Anfang ist mir die Umstellung schon schwer gefallen - unter der Woche arbeitet man, und am Wochenende muss man dann private "To-do"-Listen erledigen: waschen, putzen, einkaufen... Das hat dazu geführt, dass ich versuche, mein Wochenende von Terminen freizuhalten und eher mal spontan was unternehme.

Wenn Sie mit Ihrem heutigen Wissen auf Ihr Studium zurückblicken: Gibt es etwas, das Sie anders machen oder worauf Sie besonders achten würden?

Ich habe Medienmanagement studiert und als Nebenfach politische Wissenschaften gewählt. Stattdessen würde ich heute BWL belegen. Manchmal bekommt man Geschäftsberichte auf den Tisch oder Kennzahlen - wenn ich bestimmtes wirtschaftliches Fachvokabular von Anfang an draufgehabt hätte, wäre manches einfacher gewesen. Aber sonst war mein Studium super, wir hatten ideale Studienbedingungen, ein enges Verhältnis zu den Professoren und haben in kleinen Gruppen gearbeitet.

Haben Sie so etwas wie ein Tagesmotto oder einen Tipp, den Sie den e-fellows mit auf den Weg geben möchten?

Sie sollten das Studium genießen, ins Ausland gehen - das ist eine geniale Zeit. Und für den Einstieg ist es gut, Praktika oder Aushilfsjobs in Unternehmen zu machen. So bekommt man einen Fuß in die Tür und knüpft früh Kontakte.

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