Partner von:

Der Kollege von "Iron Maiden"

Quelle: freeimages.com, olddocks

Quelle: freeimages.com, olddocks

Heavy-Metal-Fan Nico Rose arbeitet gerne bei Bertelsmann – schließlich steht in deren Musiksparte BMG die Band 'Iron Maiden' unter Vertrag. Außerdem kann er dort als Unternehmer im Unternehmen seine eigenen Projekte umsetzen – zum Beispiel das Gap-Year-Programm für Bachelor-Studenten.

Warum haben Sie sich für Bertelsmann entschieden?

Ich interessiere mich vor allem für Unternehmen als Arbeitgeber, deren Produkte mich auch im Alltag begeistern. Ich bin eine ziemliche Leseratte und ein großer Musikliebhaber, insbesondere Heavy Metal hat es mir angetan. Insofern habe ich auch ein paar Purzelbäume geschlagen, als unsere Musiksparte BMG letztes Jahr Sanctuary Records, das Label meiner Helden "Iron Maiden", übernommen hat. Ich behaupte jetzt immer mit einem Augenzwinkern, dass wir Kollegen sind. Stimmt ja auch, so um sechs Ecken.

Was mich an Bertelsmann aber auch angesprochen hat, ist die Führungskultur. Wir legen großen Wert auf unternehmerisches Denken und Handeln. Ich weiß, dass sich das viele Unternehmen auf die Fahnen schreiben. Nach dreieinhalb Jahren Bertelsmann weiß ich auch: Bei uns ist das kein Marketing-Sprech, sondern gelebte Realität.

Wie lief das Bewerbungsverfahren ab?

Die Stelle war damals ganz normal im Netz ausgeschrieben. Ich habe mich dann zunächst bei einem heutigen Kollegen via XING erkundigt, ob ich vom Profil her grundsätzlich geeignet wäre.

Nach der Bewerbung gab es im ersten Schritt ein 45-minütiges Telefoninterview. Nach etwa einer Woche habe ich in einem "Interviewmarathon" an einem Tag fast das ganze zukünftige Team kennengelernt. Bei einem weiteren Termin hielt ich dann vor meiner jetzigen Abteilung eine Präsentation über die Karriereseite von Bertelsmann. Abschließend noch ein Mittagessen mit dem Chef – und bereits bei der Verabschiedung hat er mir mündlich die Zusage gegeben.

Was war die erste Überraschung in Ihrem Job?

Ich war und bin bis heute immer wieder überrascht, wie riesig und vielfältig Bertelsmann ist. Bei vielen Leuten sind wir ja unter "irgendwas mit Büchern" abgelegt. Und das stimmt auch, schließlich gehört mit Penguin Random House der größte Publikumsverlag der Welt mehrheitlich zu uns. Dazu noch weltweit Fernsehen und Radio, Zeitschriften und der zugehörige Internet-Content, die Musik, und knapp 70.000 Kollegen bei Arvato, unserer Business Unit für Dienstleistungen.

Welche Stärken - vielleicht auch Schwächen, die es zu überwinden galt - haben Sie an sich entdeckt?

Was die Schwächen angeht: Ich bin seit 2008 durchgehend nebenher selbständig. Da ist es schon eine Umstellung, wenn man von "für alles alleine verantwortlich" auf "vorstandsnah im Weltkonzern" umschalten muss. Ich habe ein bisschen gebraucht, um mich in diese Situation einzufinden. Und ja: Manchmal wünsche ich mir etwas kürzere Entscheidungswege, das bleibt bei der Komplexität von Bertelsmann einfach nicht aus. In Anbetracht der Größe machen wir das aber noch vergleichsweise gut, glaube ich. Man muss sich schnell ein internes Netzwerk aufbauen, das hilft kolossal.

Was die Stärken betrifft: Wenn man für den Außenauftritt eines so bedeutenden Konzerns mitverantwortlich ist, bekommt man viele Presseanfragen und auch Einladungen für Vorträge. Ich habe daran großen Spaß und bin mittlerweile – glaube ich – ein ziemlich guter Redner.

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?

Ich habe kein eigenes Team, sondern steuere ein ziemlich komplexes Geflecht aus internen und externen Dienstleistern. Davon sitzen einige in Gütersloh, andere aber im Rheinland, in Berlin oder Süddeutschland. Bei mir laufen alle Informationen zusammen. Ich kommuniziere also ständig, am Telefon, per E-Mail, Facebook, XING, LinkedIn, WhatsApp; weniger face-to-face. Weiterhin bin ich recht viel auf Reisen, das ergibt sich durch das Event-Management. Ich kann meinen Job im Prinzip von überall machen – solange es Wi-Fi gibt.  

Wie ist die Zusammenarbeit mit Vorgesetzen und Kollegen?

Mit meinem Chef habe ich ein sehr gutes Verhältnis – es gibt aber durchaus Wochen am Stück, wo wir außer einem kurzen Schnack auf dem Flur gar nicht miteinander sprechen. Er lässt mich gewissermaßen "rennen", was eben zur Bertelsmann-Kultur gehört. Gleichzeitig hat er sich in den wenigen Malen, wo etwas schief gelaufen ist, ganz klar vor mich gestellt und mich in Schutz genommen. Das rechne ich ihm sehr hoch an – zumal ich das vor meiner Zeit bei Bertelsmann bisweilen auch anders erlebt habe. Mit den meisten Kollegen verbindet mich ein angenehm-professionelles Verhältnis, mit einigen auch ein freundschaftliches.

Was würden Sie als Ihren größten beruflichen Erfolg bisher bezeichnen?

Wahnsinnig gerne denke ich an die Einführung des Gap Year-Programms mit der Allianz, Henkel und McKinsey zurück. Zum einen läuft das Projekt immer noch sehr erfolgreich, und zum anderen haben wir damals jede Menge positive Presse bekommen und einen Award für die "Employer Branding Innovation" des Jahres 2012. Was es für mich so besonders macht, ist die Tatsache, dass es nach knapp einem Jahr im Unternehmen mein erstes "komplett eigenes Baby" war. Bis dahin hatte ich vor allem Themen weiterentwickelt, die meine Vorgänger angestoßen hatten.

Ist Ihnen auch einmal ein Fauxpas unterlaufen? Welche Erkenntnis zogen Sie daraus?

2012 habe ich mal einen mittelgroßen Bock geschossen. Bertelsmann hat damals sein Corporate Design umgestellt: neues Logo und neue Farbwelten. Talent Meets Bertelsmann war dann die erste größere Veranstaltung, die in diesem neuen Design durchgeführt wurde. Daher mussten wir alle Unterlagen bereits vor der offiziellen Enthüllung im neuen Look erstellen. Unter anderem gestalten wir immer ein Profilbuch, in dem Kurzversionen der CVs aller studentischen Teilnehmer und Unternehmensgäste verzeichnet sind. Das wiederum senden wir etwa eine Woche vor Talent Meets Bertelsmann an die teilnehmenden Kollegen, damit sie sich ein Bild von den Talenten machen können. Und dann ist es halt passiert: Ich habe das Profilbuch mit dem noch "geheimen" Design per E-Mail an etwa 60 Führungskräfte geschickt, drei Tage vor der offiziellen Enthüllung. Der für das Design zuständige Kollege fand das natürlich nicht so prima – letztlich ist aber kein wirklicher Schaden entstanden, war alles halb so wild.

Gelernt habe ich daraus: Wenn ich schon sehr müde bin, schiebe ich potenziell weitreichende Aktionen auf den kommenden Tag. Der Fehler ist mir damals nach 20 Uhr unterlaufen. Ich bin sicher: In einem etwas achtsameren Zustand wäre mir das nicht passiert.     

Wie hat sich Ihr Privatleben verändert, und worin finden Sie den Ausgleich zum Job?

Ich arbeite sehr gerne und sehr viel. Insofern besteht mein Ausgleich zur Arbeit zumeist in noch mehr Arbeit – allerdings anderer Art. Ich bin in einem kleinen Teil meiner Zeit als Coach unterwegs, unterrichte einige Tage im Jahr an der ISM Dortmund, und publiziere recht viel.

Ansonsten bin ich jetzt seit fast drei Jahren verheiratet, und seit etwa 18 Monaten macht unser Sohn Mika Maximilian das Haus unsicher – und mich wahnsinnig glücklich. Ich bin aufgrund meines Jobs viel unterwegs. Unter der Woche reicht es da häufig nur für eine Runde Ball spielen und die Gute-Nacht-Geschichte. Aber das ist dann immer das Schönste an meinem Tag.

Wenn Sie mit Ihrem heutigen Wissen auf Ihr Studium zurückblicken: Gibt es etwas, das Sie anders machen oder worauf Sie besonders achten würden?

Als ich mich für Psychologie in Münster entschied, habe ich mir keine Gedanken über Jobaussichten gemacht. Mich hat Psychologie einfach fasziniert. Dass es so etwas wie Uni-Rankings gibt, wusste ich damals gar nicht – und es war 1998 vermutlich auch noch nicht so relevant. Vielleicht würde ich heute mehr auf solche Aspekte achten. Vielleicht war es aber auch gut, dass ich es gerade nicht getan habe. Was die Doktorarbeit angeht: Hier würde ich meinem jüngeren Ich definitiv raten, mehr darauf achten, dass mich das Thema wirklich, wirklich fasziniert. Ich habe ja als Psychologe fachfremd im Controlling promoviert. Das ist zwar in puncto Lebenslauf und "Standing" in der Unternehmenswelt ein guter Schritt gewesen, war aber auch immer wieder mal sehr hart, weil meine Leidenschaft für das Thema doch recht schnell abgekühlt ist.

Haben Sie so etwas wie ein Tagesmotto oder einen Tipp, den Sie den e-fellows mit auf den Weg geben möchten?

Mein Opa hat immer gesagt: "Vom Denken sterben die meisten Hühner." Aber ich weiß bis heute nicht so genau, was er damit gemeint hat. Das ist glaube ich auch der Nutzen: Man kann damit ganz toll Leute verwirren.

Im Ernst: Ich mag das chinesische Sprichwort: "Bevor Du hinausziehst, um die Welt zu verändern, gehe dreimal durch dein eigenes Haus."

nach oben

Willst du mehr über unseren Partner Bertelsmann erfahren? Hier findest du alle Infos zum Unternehmen.

Jobs, Praktika

und akademische

Stellen suchen

Kommentare (0)

Zum Kommentieren bitte einloggen.

Das könnte dich auch interessieren