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100 Dokumente pro Transaktion

Dokumente, Papiere (Quelle: sxc.hu, Autor: Gastonmag)

Dokumente, Papiere (Quelle: sxc.hu, Autor: Gastonmag)

Warum haben Sie sich für Clifford Chance entschieden?
 Ich habe ab dem Frühjahr 2005 während meiner Promotion bei Clifford Chance als wissenschaftliche Mitarbeiterin gearbeitet. Nachdem ich vorher bei einer mittelständischen Kanzlei war, haben mich vor allem das internationale Arbeitsumfeld und die lockere Atmosphäre fasziniert. Man kann es vielleicht mit der Formel "die wollen und die können" umschreiben. So habe ich auch mein Referendariat bei Clifford Chance in den Büros in München und London verbracht. Der Einstieg als Anwältin kam dann fast von selbst. Nicht zuletzt deshalb, weil mich Clifford Chance nicht nur als eine der Top-Wirtschaftskanzleien, sondern auch als Arbeitgeber überzeugt hat.
 

Wie lief das Bewerbungsverfahren ab?
 Meine erste und einzige formale Bewerbung bei Clifford Chance war die für die wissenschaftliche Mitarbeit. Damals hatte ich an der von e-fellows organisierten Juristenmesse Lawyers@work (heute Perspektive Wirtschaftskanzlei) teilgenommen und nach einem persönlichen Gespräch mit einer Partnerin von Clifford Chance meine Bewerbungsunterlagen hinterlassen. Sehr schnell lud mich die Kanzlei dann zu einem persönlichen Gespräch ein, in dessen Verlauf ich zwei weitere Partner und einen Teil meiner jetzigen Kollegen kennenlernte. Am Ende des Gesprächs erhielt ich direkt eine Zusage für die wissenschaftliche Mitarbeit. Diese ging später in die Mitarbeit als Referendarin über und schließlich hat mich meine damalige und heutige Partnerin gefragt, ob ich mir die Mitarbeit auch als Anwältin vorstellen könnte. Das weitere Procedere war dann reine Formsache.
 

Was war die erste Überraschung in Ihrem Job?
 Ich hatte erwartet, dass ich nach der Zeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Referendarin einen leichteren Berufseinstieg haben würde, da ich die Aufgaben und meine Kollegen schon kannte. Aber ich war schon beeindruckt, dass der Übergang so reibungslos verlief und ich von Tag 1 an vollwertiges Mitglied des Teams mit entsprechenden Aufgaben und Verantwortung war.
 

Welche Stärken - vielleicht auch Schwächen, die es zu überwinden galt - haben Sie an sich entdeckt?
 In der Transaktionsarbeit mit vorgegebenen Fristen bleibt es nicht aus, dass man unter Zeitdruck arbeiten muss. Da hilft es einem schon, wenn man sich nicht so schnell nervös machen lässt. Das gilt vor allem dann, wenn mal nicht alles wie am Schnürchen läuft, die Anspannung bei den Mandanten und der Gegenseite deutlich zunimmt, und sich dies auch in der Kommunikation widerspiegelt. Die eine Sache ist es dann nach außen professionell damit umzugehen. Auf der anderen Seite gilt es aber auch, sich die Situation nicht zu sehr zu Herzen zu nehmen und einen gewissen Abstand zu wahren. Das war für mich am Anfang gar nicht so einfach und ist immer wieder eine Herausforderung. Aber auch hier lernt man durch Erfahrung.
 

Wie sind Ihr Arbeitsalltag und die Zusammenarbeit mit Vorgesetzten und Kollegen?
 Bei Clifford Chance wird Teamarbeit groß geschrieben. Einzelkämpfer habe ich noch nicht erlebt. In unserer Abteilung arbeiten je nach Größe der Transaktion ein oder zwei Associates mit einem Partner zusammen. Hauptsächlich entwerfen wir Verträge und Beschlüsse oder kommentieren solche Dokumente, die von der Gegenseite kommen. Das Ganze geht mit vielen Telefonaten und E-Mails einher. Daneben gibt es immer wieder Rechercheaufgaben und regelmäßig Fortbildungen. Der Umgang miteinander ist sehr kollegial und freundschaftlich. Bei Clifford Chance sind die Hierarchien flach. Man hat stets direkten Zugang zu den Partnern und anderen Associates, und die Hilfsbereitschaft ist quer durch alle Ebenen und Büros groß.
 

Wie sehen bei Ihnen beruflichen Erfolge aus?
 Im Transaktionsgeschäft freut man sich natürlich über die gelungene Durchführung der Projekte, was allerdings nie im Alleingang geschieht. Der Erfolg ist immer auf die Leistung des gesamten, oft internationalen Teams, zurückzuführen. Zum Ende werden die zuvor verhandelten Verträge dann unterschrieben und in einer bestimmten Abfolge ausgetauscht. Bei großen Transaktionen kommen häufig über 100 Dokumente zusammen. Da ist es schon ein schönes Gefühl, wenn nach Wochen der Vorbereitung das Abschlussdokument rausgeschickt wird, und vor allem die Mandanten zufrieden sind.
 

Ist Ihnen auch einmal ein Fauxpas unterlaufen? Welche Erkenntnis zogen Sie daraus?
 Niemand ist perfekt, Juristen nicht und ich genauso wenig. Wichtig finde ich, dass man zu seinen Fehlern steht und gegebenenfalls nach Lösungen sucht. Ich habe beispielsweise kurz vor Abschluss einer Transaktion in einer E-Mail mit einem relativ großen Verteiler unseren Mandanten im Eifer des Gefechts einmal mit "Peter" angesprochen. Leider hieß er "Paul". Das war mir schon ziemlich unangenehm, auch wenn er es mit Humor genommen hat.
 

Wie hat sich Ihr Privatleben verändert, und worin finden Sie den Ausgleich zum Job?
 Es war schon eine Erleichterung, die Staatsexamen endlich abgeschlossen zu haben. So kann man seine Wochenenden ohne schlechtes Gewissen auch ganz ohne Jura genießen. Dass in Großkanzleien allerdings mehr gearbeitet wird, als in anderen Bereichen, ist kein Geheimnis. So sind die Arbeitszeiten bei großen Projekten und fristgebundenen Mandaten durchaus etwas länger. Es gibt dafür aber auch immer wieder Phasen, in denen es weniger zu tun gibt und man entsprechend früher gehen kann - und das auch tut. Niemand erwartet bei uns, dass man lange im Büro bleibt, wenn es keinen echten Grund dafür gibt. Freizeittechnisch hat München natürlich einiges zu bieten: Bergwandern ist immer ein Erlebnis, vor allem für eine "Preußin" wie mich.
 

Wenn Sie mit Ihrem heutigen Wissen auf Ihr Studium zurückblicken: Gibt es etwas, das Sie anders machen oder worauf Sie besonders achten würden?
 Im Nachhinein bin ich froh, dass ich über den juristischen Tellerrand hinausgeschaut habe. Rückblickend waren für mich meine Bankausbildung vor dem Studium, die unterschiedlichen Praktika im In- und Ausland und die Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin während der Promotion mindestens genau so wichtig, wie gute Noten im Studium.
 

Haben Sie so etwas wie ein Tagesmotto oder einen Tipp, den Sie den e-fellows mit auf den Weg geben möchten?
 Sie meinen so etwas wie den "klugen Spruch des Tages"? Das ist in meinem Fall: "Es gibt für jedes Problem eine Lösung". Und "Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird".

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