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Die Scheu vorm "kurzen Weg"

Alumnus Dr. Patrick Halfpap ist Associate bei Freshfields Bruckhaus Deringer [Bildquelle: sxc.hu, Autor: fishmonk].

Alumnus Dr. Patrick Halfpap ist Associate bei Freshfields Bruckhaus Deringer [Bildquelle: sxc.hu, Autor: fishmonk].

Warum haben Sie sich für Freshfields Bruckhaus Deringer entschieden?
 Freshfields Bruckhaus Deringer ist eine der besten Adressen im Wirtschaftsrecht und bietet ein erstklassiges Arbeitsumfeld mit internationalen Mandaten. Im Vergleich zu anderen Sozietäten überzeugten mich besonders die Arbeitsweise und die Kollegen, die ich bereits im Referendariat kennengelernt hatte. Außerdem wollte ich gerne in Düsseldorf bleiben. Da kam positiv hinzu, dass Freshfields den für mich interessanten Bereich des Finanzrechts an diesem Standort als eigenständige Praxisgruppe anbietet.

Wie lief das Bewerbungsverfahren ab?
 Bereits gegen Ende meiner Anwaltsstation bei Freshfields führte ich erste Gespräche mit dem Partner, der für das Finanzrecht zuständig ist. Er bot mir an, meine Wahlstation bei Freshfields in Hongkong zu absolvieren und meine Bewerbungsunterlagen zeitig vor dem Ende des Referendariats einzureichen. So sprach ich bereits vor Referendariatsende einen Tag lang an meinem Wunsch-Standort Düsseldorf mit Associates und Partnern verschiedener Praxisgruppen. Nach kurzer Zeit erhielt ich dann ein Angebot für den Berufseinstieg, das ich auch annahm.
 

Was war die erste Überraschung in Ihrem Job?
 Ich hatte ja bereits zwei Stationen des Referendariats in Büros von Freshfields verbracht. Daher hielten sich die Überraschungen in Grenzen. Ich hätte aber nicht erwartet, dass ich mir schon so früh persönliche Themen- und Aufgabenbereiche erarbeiten und dort relativ eigenverantwortlich arbeiten kann.
 

Welche Stärken - vielleicht auch Schwächen, die es zu überwinden galt - haben Sie an sich entdeckt?
 Auf den ersten Blick ist man "nur" juristischer Berater. Ich habe aber relativ schnell gemerkt, dass es sehr von Vorteil ist, wenn man das Anliegen des Mandanten und damit die gesamte Transaktion schnell begreift und auch wirtschaftlich nachvollziehen kann.
 
 Zu Beginn der Berufstätigkeit hat man oft, gerade im internationalen Umfeld, eine gewisse Scheu, andere Transaktionsbeteiligte zu kontaktieren und Fragen auf dem "kurzen Weg" zu klären. Das ändert sich aber mit zunehmender Erfahrung recht schnell.
 

Wie sehen Ihr Arbeitsalltag und die Zusammenarbeit mit Vorgesetzten und Kollegen aus?
 Einen typischen Arbeitsalltag kann ich kaum beschreiben, weil die Art und Weise der Arbeit extrem vom konkreten Mandat abhängt. Bei juristischen Vermerken recherchiere und lese ich viel, um dem Mandanten die Thematik schriftlich zu erläutern. Das ähnelt einer juristischen Hausarbeit. Bei einer Transaktion hingegen entwerfe ich Verträge oder kommentiere Vertragsentwürfe Dritter. Ich telefoniere und schreibe viele E-Mails, um Informationen einzuholen oder Abläufe zu organisieren. Hin und wieder reise ich auch, zum Beispiel bei Transaktionen, Konferenzen oder Fortbildungen.
 

Was würden Sie als Ihren größten beruflichen Erfolg bisher bezeichnen?
 Von beruflichen Erfolgen würde ich - noch - nicht sprechen wollen. Aber es gibt immer wieder konkrete Arbeitsergebnisse, die mir ein Gefühl der Zufriedenheit vermitteln. Zum Beispiel, wenn sich ein Mandant positiv über eine geführte Verhandlungsrunde äußert, wenn wir eine Transaktion erfolgreich abschließen oder nach einer Präsentation ein neues Mandat gewinnen.
 

Ist Ihnen schon einmal ein Fauxpas unterlaufen? Welche Erkenntnis zogen Sie daraus?
 Kleinere Fehler oder Unachtsamkeiten unterlaufen einem – besonders zu Beginn – immer mal wieder, auch wenn man sie natürlich möglichst vermeiden sollte. In einem gut funktionierenden Team wie dem unseren korrigiert man sich jedoch gegenseitig und lernt schnell, Automatismen zur Fehlervermeidung zu entwickeln, umzusetzen und Fehlerquellen auszuschalten.
 

Wie hat sich Ihr Privatleben verändert, und worin finden Sie den Ausgleich zum Job?
 Mein Privatleben hat sich durch den Berufseinstieg insofern verändert, dass ich nicht mehr so flexibel und frei bin wie noch als Student und Referendar. Aber ich habe relativ schnell gelernt, das knappe Gut "Zeit" effektiv zu nutzen und mir Freiräume zu schaffen. Ausgleich finde ich bei gemütlichen Abenden mit Freunden, beim Sport oder bei Kurztrips am Wochenende.
 

Wenn Sie mit Ihrem heutigen Wissen auf Ihr Studium zurückblicken: Gibt es etwas, das Sie anders machen oder worauf Sie besonders achten würden?
 Im Großen und Ganzen würde ich alles noch einmal genauso machen. Ich würde die Zeit im Studium vielleicht nutzen, um eine weitere Fremdsprache zu lernen. Daneben würde ich früh versuchen, einen längeren Auslandsaufenthalt für die Zeit nach dem ersten oder zweiten Examen zu organisieren.
 

Haben Sie so etwas wie ein Tagesmotto oder einen Tipp, den Sie den e-fellows mit auf den Weg geben möchten?
 Einen Tipp vielleicht: Man sollte die große Freiheit nutzen, die das Studium einem lässt und seinen Horizont erweitern (Reisen, Auslandssemester, Praktika etc.). Die damit verbundenen Erfahrungen sind prägend und werden einem auch in den nachfolgenden Lebensabschnitten sehr nützlich sein.

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