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2 Jahre Arbeit, 5 Jahre Erfahrung

Koffer, Roche Basel, Trainee-Programm ,Alumni-Porträt, Quelle: sxc.hu, Autor: jason816

Koffer, Roche Basel, Trainee-Programm ,Alumni-Porträt, Quelle: sxc.hu, Autor: jason816

Warum haben Sie sich für Roche entschieden?
 Zum Zeitpunkt meiner Bewerbung für das Finance-and-Management-Trainee-Programm kannte ich Roche nur vom Internetauftritt. Die Beschreibung der Roche-Kultur als Kultur, die von wechselseitigem Vertrauen und Respekt gekennzeichnet ist, hat auf mich sehr glaubhaft gewirkt und mich angesprochen, genau wie das übergeordnete Ziel, für das Wohl des Menschen zu arbeiten. Hinzu kam, dass ich zuvor ernüchternde Erfahrungen bei einem Praktikum gemacht hatte, wo eben solche Werte nicht gelebt wurden. Der zweite Grund, der für Roche sprach, war die Internationalität des Trainee-Programms sowie des Unternehmens selbst.
 
 Jetzt bin ich zwar erst knapp zwei Jahre bei Roche, kann aber sagen, dass ich mich aus denselben Gründen immer wieder für Roche und den Trainee-Einstieg entscheiden würde. Ich arbeite seit Beginn international – mehrfach in den USA, der Schweiz, in Deutschland und jetzt in Slowenien. Vor allem die arbeits- und kulturseitige Horizonterweiterung geben mir manchmal das Gefühl, zwar nur zwei Jahre älter geworden zu sein, aber fünf Jahre reifer an Erfahrung. Können und Wollen vorausgesetzt, tun sich einem bei Roche viele Perspektiven auf.
 

Wie lief das Bewerbungsverfahren ab?
 Durch eine E-Mail von e-fellows.net war ich auf die Trainee-Stellenausschreibung aufmerksam geworden. Eigentlich hatte ich erst in zwei Monaten mit Bewerbungen für meine erste Stelle beginnen wollen, doch die Stellenausschreibung war so attraktiv, dass ich mich ohne zu zögern bewarb. Das Bewerbungsverfahren für das Trainee-Programm in der Schweiz lief dann zweistufig ab. Nach einem ersten Interview wurde ich zur Endauswahl in ein Assessment-Centers nach Basel eingeladen.
 
 Da sich hinter dem Begriff "AC" so manches verbergen kann – und ausreichend "Horrorgeschichten" kursieren – reiste ich mit gemischten Gefühlen nach Basel. Dort wurde ich dann jedoch positiv überrascht: durchweg sympathische Roche-Vertreter, eine offene freundliche Atmosphäre und Rollenspiele, bei denen ich nicht eine Sekunde das Gefühl hatte, leicht alberne Spielchen spielen zu müssen. Der Vormittag war mit den AC-Aufgaben sehr intensiv. Noch am selben Abend bekam ich Feedback und dann das Angebot.
 

Was war die erste Überraschung in Ihrem Job?
 Da ich mich auf ein international ausgerichtetes Trainee-Programm beworben hatte, war klar, dass ich früher oder später eine Projektstation im Ausland absolvieren würde. Dass jedoch mein erstes Projekt nach nur drei Wochen in Indianapolis, der Diagnostics-Zentrale der USA, stattfand, war eine echte Überraschung. Ich empfand das als riesigen Vertrauensvorschuss, den das Unternehmen mir entgegenbrachte.
 
 Die zweite Überraschung folgte direkt danach: Vom ersten Projekt an hatte ich Kontakt mit erfahrenen Managern viele Stufen über mir in der Hierarchie. Als Neuling wurde mir oft erst später nach einem Meeting bewusst, wer auf der anderen Seite des Tisches gesessen hatte. Solche Meetings spiegeln einen wesentlichen Teil der Roche-Kultur wider: Jeder ist für jeden erreichbar, und wir arbeiten alle zusammen für die gleichen Ziele.
 

Welche Stärken - vielleicht auch Schwächen, die es zu überwinden galt - haben Sie an sich entdeckt?
 Während im Studium der Fokus auf der akademischen Leistung lag, habe ich bald gemerkt, dass im Berufsalltag vielmehr sekundäre Tugenden wichtig sind – also Soft Skills. Mir macht es Spaß, ein Projekt in die Hand zu nehmen und mich voll für dessen Erfolg einzusetzen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass diese Eigenschaft von meinen bisherigen Chefs bei Roche sehr geschätzt wurde. Und im Gegenzug habe ich Handlungsfreiraum erhalten, was mich wiederum beflügelt.
 
 Eins ist mir anfangs schwer gefallen: zu erkennen, dass man das Theoriewissen aus der Uni zwar im Unternehmen anwenden kann, dass die eigentlichen Herausforderungen aber oft ganz woanders liegen. Es geht weniger darum, eine Theorieaufgabe zu lösen; viel häufiger muss man ein Projekt umsetzen oder Mitarbeiter überzeugen, dass es sich lohnt, einen gewissen Weg zu beschreiten.
 

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus und die Zusammenarbeit mit Vorgesetzten und Kollegen?
 Die Arbeit bei Roche zeichnet sich für mich vor allem durch folgende Besonderheit aus: Die vielerorts zitierte "open door policy" wird gelebt und ist selbstverständlich. Das bedeutet, dass man zum Hörer greifen kann und jeden Mitarbeiter – egal in welcher Position - um Unterstützung oder Rat bitten kann und diesen auch bekommt. Im Vordergrund steht, dass wir für die gleichen Ziele arbeiten und dass der Beitrag eines jeden wichtig ist. Diese offene Kommunikation beschleunigt meine Arbeit und ich empfinde sie als bereichernd.
 
 Diese Offenheit und Ansprechbarkeit werden auch im Alltag sichtbar: Vor allem zu Beginn meiner Zeit bei Roche habe ich in der Kantine hin und wieder Führungskräfte kennengelernt. Als Berufsanfänger hätte ich es gar nicht gewagt, sie von mir aus anzusprechen. Heute bin ich für diese Begegnungen sehr dankbar.
 

Was würden Sie als Ihren größten beruflichen Erfolg bisher bezeichnen?
 Gegen Ende meiner Trainee-Zeit habe ich an einem strategisch wichtigen Projekt in den USA mitgearbeitet. Es ging im Wesentlichen darum, die Kostenstruktur wettbewerbsfähig zu machen. Meine Aufgabe bestand darin, einen Weg zu finden, die Ersparnisse zu messen. Das klingt banal, doch wie mein Chef bereits zu Beginn sagte: "Der Teufel steckt im Detail". Vieles lässt sich nicht oder nur sehr schwer messen – und Ziel war es schließlich nicht, neue Arbeit zu schaffen, sondern einen einfachen und doch akkuraten Weg zu finden, Projekterfolge zu messen.
 
 Mein Projekt war nur ein kleiner Teil des Gesamtprojektes, jedoch ein wichtiger. Heute wird der von mir ausgearbeitete Mess- und Monitorprozess standardmäßig durchgeführt, und die aktuellen Ergebnisse werden monatlich dem Führungsgremium präsentiert. Es motiviert mich, dass ich Projektergebnisse erziele, die nicht in der Schublade verschwinden, sondern dem Unternehmen helfen.
 

Wie hat sich Ihr Privatleben verändert, und worin finden Sie den Ausgleich zum Job?
 Der größte Unterschied zum Studium ist, dass ich meine Freizeit nicht mehr so frei einteilen kann und freie Zeit bisweilen regelrecht planen muss. Durch die internationale Arbeit in den USA, der Schweiz und jetzt in Slowenien musste ich lernen, Freundschaften wegen der räumlichen Distanz verstärkt zu pflegen, um sie am Leben zu halten.
 
 Mein liebster Ausgleich zur Büroarbeit ist nach wie vor Sport - Joggen in der Natur oder mit Bekannten im Fitness-Studio. Da ich an verschiedenen Arbeitsorten gelebt habe, nutzte ich an Wochenenden gerne die Gelegenheit, die neue Umgebung zu erkunden.
 

Wenn Sie mit Ihrem heutigen Wissen auf Ihr Studium zurückblicken: Gibt es etwas, das Sie anders machen oder worauf Sie besonders achten würden?
 Es gibt etwas, das ich definitiv wieder machen würde: Ein Jahr in den USA studieren und ein Praktikum im Ausland absolvieren. Die Herausforderung, mich in eine völlig fremde Umgebung einzugliedern, das Studium zu bewältigen und schließlich Freundschaften zu schließen – das hat viel Offenheit und Flexibilität erfordert, die aber zigfach belohnt wurden.
 

Haben Sie so etwas wie ein Tagesmotto oder einen Tipp, den Sie den e-fellows mit auf den Weg geben möchten?
 "Locker bleiben, aber nicht locker lassen". Meine Erfahrung ist, dass es sehr wichtig ist, diesen Mix zu leben. Ziele zu erreichen, vor allem Veränderungen herbeizuführen, braucht Durchhaltevermögen und Energie. Wenn man sich dabei nicht mit der Aufgabe identifiziert und überzeugt ist, sich für das Richtige einzusetzen, dann macht die Arbeit keine Freude. Gleichzeitig habe ich gelernt - und lerne ich noch – dass es ebenso wichtig ist, einen gewissen Abstand nehmen zu können.
 Und: "It's all about people" – das stammt zwar von meinem Mentor, im Laufe der Zeit habe ich jedoch die Erfahrung gemacht, dass an dieser Aussage weit mehr dran ist, als man zunächst meint. Erfolg oder Misserfolg eines Projektes - das ist die Errungenschaft der Mitarbeiter.

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