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Das juristische Räderwerk

Quelle: freeimages.com, zeusmedia

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Juristen sitzen allein in ihrem stillen Kämmerchen und bearbeiten Schriftsätze? Diese Erfahrung hat Alumna Charlotte Barth nicht gemacht - bei Freshfields ist Teamwork angesagt. Und das funktioniert im Idealfall wie bei einem gut geölten Räderwerk.

Warum haben Sie sich für Freshfields Bruckhaus Deringer entschieden?

Ich kannte Freshfields schon relativ gut, weil ich dort als Schülerin ein Praktikum gemacht hatte. Danach habe ich Kontakt gehalten, war auf Alumni-Events und habe meine Wahlstation bei Freshfields in Paris absolviert. Anschließend habe ich für meinen LL.M. das Reisestipendium von Freshfields erhalten. Ich hatte also schon vor meinem Start einen guten Eindruck, was für Menschen in der Kanzlei arbeiten und ich hatte das Gefühl, dass es auf der persönlichen Ebene sehr gut passt. Glücklicherweise war auch in meinem Wunschgebiet, dem Gewerblichen Rechtsschutz, eine Stelle frei.

Wie lief das Bewerbungsverfahren?

Bei Freshfields durchläuft man seine Bewerbungsrunde immer in dem Büro, in dem man arbeiten möchte. Man spricht dort nacheinander mit einer Reihe von Partnern und Associates und kann sich dabei auch sein späteres Arbeitsumfeld ansehen. Bei der Entscheidung für einen Bewerber haben alle Mitspracherecht. Ich fand das gut, weil wir uns so gegenseitig kennenlernen und sehen konnten, ob wir uns die Zusammenarbeit vorstellen können.

Was war die erste Überraschung in Ihrem Job?

Ich hatte das Gefühl, sofort ein vollwertiges Teammitglied zu sein - das war eine Überraschung für mich. Ich war nicht die kleine Absolventin, die noch eingelernt wird. Mein Chef war an meinem ersten Arbeitstag nicht im Büro und rief mich gleich von unterwegs aus an: "Ich brauche bitte folgende Unterlagen...". Und schon nach zwei Wochen hatte ich den ersten Mandanten zur Beratung am Telefon.

Welche Stärken - vielleicht auch Schwächen, die es zu überwinden galt - haben Sie an sich entdeckt?

Ich habe eine Stärke an mir entdeckt, die mich überrascht hat, weil ich dachte, dass ich dazu neige, mich an Kleinigkeiten aufzuhängen: Ich bin sehr effizient. Ich kann gut unterscheiden, was wichtig ist und was ich erst mal zurückstellen muss. Gerade auch, weil es stressige Phasen gibt - das ist schon ein Unterschied zur Arbeit an der Uni. Eine Gefahr und mögliche Schwäche, die man vermeiden muss: Auch wenn es stressig ist, darf man nicht schlampen und keine Leichtsinnsfehler machen. Man muss lernen, die richtigen Leute hinzuzuziehen und auch delegieren können. Wir haben hier viele Business-Support-Mitarbeiter und Sekretärinnen, die uns toll unterstützen, sodass ich mich auf die Inhalte konzentrieren kann.

Wie sind Ihr Arbeitsalltag und die Zusammenarbeit mit Vorgesetzten und Kollegen?

Mein Arbeitsalltag besteht zu einem großen Teil aus Arbeit im Team. Vor meinem Start hatte ich vermutet, dass sich jeder um sein Verfahren kümmert und man seine Arbeit ab und an dem Chef zeigt. Jeder ist natürlich für seine Fälle verantwortlich, entwirft Schriftsätze, hat Kontakt mit den Mandanten. Aber wir arbeiten zusammen an vielen Mandaten, die miteinander verwoben sind, und die wir im Team diskutieren. Es ist enorm hilfreich, wenn man von der Erfahrung der Kollegen profitieren kann. Die Zusammenarbeit ist kollegial und wir fragen uns auch gegenseitig, ob wir dem anderen etwas abnehmen können, wenn die Arbeitsbelastung ungleich verteilt ist. Unser Partner ist immer für Fragen offen, lässt uns ansonsten aber freie Hand. Natürlich sprechen wir uns mit ihm ab, und er schaut sich alles an, was nach draußen geht. Jeder hat also so viel Freiheit, wie er haben möchte, aber verbunden mit einer Sicherheit, die beruhigend ist. Allerdings ist die Arbeit wenig planbar, es passiert immer Unvorhergesehenes.

In welchen Fällen vertreten Sie Mandanten?

Wir bearbeiten viele Verfahren im Patentrecht und arbeiten oft mit Patentanwälten zusammen. Die Mandanten kommen zum Beispiel zu uns, wenn ein Konkurrent ihr Patent nutzt und sie ihn verklagen möchten. Oder wenn sie selbst beschuldigt werden, unerlaubterweise ein Patent zu nutzen. Wir treten häufig vor Gericht auf und diskutieren den Fall mit dem Richter und dem Gegner. Das macht viel Spaß, auch weil uns unser Partner viel Freiraum lässt - wir plädieren auch selbst. Ich finde es spannend, zu sehen, welche Argumente vor Gericht durchgreifen.

Was würden Sie als Ihren größten beruflichen Erfolg bezeichnen?

Vor einiger Zeit gab es eine extrem stressige Phase - wir hatten eine Frist, zu der wir vieles gleichzeitig abliefern mussten. In dieser Zeit habe ich mit einem Kollegen sehr gut zusammengearbeitet, das war wie ein Räderwerk, bei dem alles perfekt ineinandergreift. Wir hatten ein großes Arbeitspensum und hätten nie gedacht, dass wir das alles hinkriegen. Aber dann konnten wir es doch rechtzeitig losschicken - das war ein freudiger Moment!

Ist Ihnen auch einmal ein Fauxpas unterlaufen? Welche Erkenntnis zogen Sie daraus?

Der große Fauxpas zum Glück nicht. Was schon mal vorkommt: Man übersieht einen Aspekt bei der Fertigung eines Schriftsatzes oder stellt einen Aspekt nicht so dar, wie es sein sollte. Das war nie besonders schlimm oder folgenreich, aber man merkt dann doch wieder, dass man sehr gut aufpassen muss. Und man ärgert sich natürlich selbst über solche kleinen Fehler und möchte nicht, dass sie passieren. Deswegen ist Selbstorganisation wichtig und genaues Lesen.

Wie hat sich Ihr Privatleben verändert, und worin finden Sie den Ausgleich zum Job?

Es ist schwierig, etwas Regelmäßiges unter der Woche zu unternehmen. Ich komme zwar oft gar nicht so spät von der Arbeit, aber es ist eben nicht vorhersehbar, wann es spät wird und wann nicht. Meine Verabredungen sind daher sehr spontan - aber das ist in meinem gesamten Freundeskreis so, die haben ähnliche Jobs. Mein Ausgleich ist Sport, den man individuell machen kann, zum Beispiel Joggen, Skifahren und Tennis. 

Wenn Sie mit Ihrem heutigen Wissen auf Ihr Studium zurückblicken: Gibt es etwas, das Sie anders machen oder worauf Sie besonders achten würden?

Nein, eigentlich nicht. Das Wichtige und Schöne am Jurastudium ist, dass es breit angelegt ist und dass man mit Fragen aus anderen Rechtsgebieten konfrontiert wird. Man sollte ins Ausland gehen und Fremdsprachen lernen, vor allem Englisch. Auch den LL.M. fand ich gut: Ich hatte zu dem Zeitpunkt schon mein Studium abgeschlossen und dadurch mehr Einschätzungsvermögen. Wichtig ist auch, Praktika zu machen, bei Kanzleien, Behörden und Unternehmen, um die Arbeit dort zu verstehen.

Haben Sie so etwas wie ein Tagesmotto oder einen Tipp, den Sie den e-fellows mit auf den Weg geben möchten?

Augen auf und immer offen sein für Möglichkeiten, die sich ergeben. Nicht zu früh glauben, dass man festgelegt ist auf einen bestimmten Weg.

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