Partner von:

Wenn der Mandant zweimal klingelt

Justicia, Gericht, Recht, Gerechtigkeit, Jura [Quelle: freeimages.com, Autor: cricava]

Quelle: freeimages.com, cricava

Wie kam es zu Ihrer Entscheidung für Freshfields Bruckhaus Deringer?

Schon während des Studiums war mir klar, dass ich auf dem Gebiet des Steuerrechts arbeiten wollte. Freshfields ist auf diesem Gebiet eine der besten Kanzleien. Den Kontakt zu Freshfields hatte ich bereits während des Referendariats durch eine Mentorin, die Partnerin im öffentlichen Wirtschaftsrecht ist. Sie hat mir ehrliche Auskünfte über die Tätigkeit in einer internationalen Großkanzlei gegeben und auch den Kontakt zu meinem jetzigen Chef hergestellt.

Wie lief das Bewerbungsverfahren ab?

Da wir vorher schon einmal telefonisch Kontakt hatten, habe ich während meiner Wahlstation in New York per E-Mail eine Bewerbung direkt an meinen jetzigen Chef geschickt. Er hat mich innerhalb von 30 Minuten in meinem dortigen Büro angerufen und mir schon eine halbe Zusage erteilt. Direkt nach meiner Rückkehr haben wir uns dann zum offiziellen Vorstellungsgespräch getroffen, in dem ich auch meine jetzigen Kollegen kennen gelernt habe. Zwei Tage später hatte ich dann den von Freshfields unterschriebenen Arbeitsvertrag zu Hause.

Was war die erste Überraschung in Ihrem Job?

Direkt in der dritten Woche fand die International Conference der Tax Practice Group am Lago Maggiore statt. Dort habe ich meine Kollegen aus der ganzen Welt kennen gelernt. Dieser persönliche Kontakt ist mir bei der täglichen Arbeit schon sehr behilflich gewesen.

Welche Stärken und Schwächen haben Sie an sich entdeckt?

Am Anfang ist es mir schwer gefallen, mich inhaltlich schnell umzustellen. Zum Beispiel, wenn ich gerade einen Schriftsatz für einen Mandanten verfasse und gleichzeitig ein anderer Mandant anruft. Dann muss man den Anrufer richtig zuordnen können und ihm das Gefühl geben, dass er mit einem kompetenten Gesprächspartner spricht. Das fand ich am Anfang gar nicht so einfach. Inzwischen habe ich aber schon einige Routine entwickelt. Meistens wollen die Mandanten auch gar keine umfassende und abschließende Rechtsauskunft direkt am Telefon, sondern nur eine Einschätzung, die dann in einer nachfolgenden E-Mail oder einem Schriftsatz bestätigt und vertieft werden kann.

Wie gestaltet sich Ihr Arbeitsalltag und die Zusammenarbeit mit Vorgesetzten und Kollegen?

Bei uns ist es so, dass jeder Partner einen oder zwei Associates hat, die ihm zugewiesen sind. Zusammen betreuen wir die Mandate. Mein Chef und ich sind unter anderem spezialisiert auf die Steuerabzugsfähigkeit von Kartellrechtsbußen. Ansonsten habe ich mich schon mit der steuerlichen Gestaltung bei Umstrukturierungen beschäftigt und steuerliche Stellungnahmen zu den verschiedensten Themen verfasst. Dabei bin ich häufig die direkte Ansprechpartnerin der Mandanten. Auch zu Mandantenterminen hat mein Chef mich von Anfang an mitgenommen.

Jeden Montagmorgen findet in unserer Abteilung eine Besprechung statt, in der jeder sagt, was er in dieser Woche alles bearbeiten wird. Dann kommt es regelmäßig vor, dass Arbeit umverteilt wird und weniger belastete Kollegen den anderen Arbeit abnehmen. Außerdem treffen wir uns regelmäßig zum "Tax Lunch" bei dem die laufenden Mandate, geplante Gesetzesänderungen und neue Urteile besprochen werden.

Was würden Sie als Ihren größten beruflichen Erfolg bisher bezeichnen?

Ich hatte bisher viele kleine Erfolge. So habe ich letztens allein an einer Telefonkonferenz teilgenommen und Fragen zur steuerlichen Gestaltung beantwortet. Auch meine Teilnahme an Mandantenterminen war bisher sehr erfolgreich. So konnte ich mich in die Besprechungen einbringen und auch eigene Beiträge liefern. Außerdem habe ich mich mehrfach in sehr kurzer Zeit in neue Mandate eingearbeitet, zum Beispiel als ein Kollege im Urlaub war und ich das Mandat kurzfristig übernehmen musste.

Und Ihr größter Fauxpas?

Da verhält es sich ähnlich wie mit den Erfolgen. Den größten Fauxpas gibt es nicht. Es sind eher die kleinen Fehler, die mir im Arbeitsalltag passieren. Letztens habe ich zum Beispiel bei einer E-Mail vergessen einen der zuständigen Partner auf CC zu setzen, dadurch konnte der Mandant nicht mehr sicher sein, wer jetzt sein Ansprechpartner ist.

Wie hat sich Ihr Privatleben verändert?

Im Vergleich zum Studium und Referendariat habe ich jetzt natürlich weniger Freizeit. Ich versuche aber während der Woche regelmäßig Sport zu treiben. Allerdings vermeide ich es, mich an den Wochentagen mit meinen Freunden zu verabreden. Die Gefahr, dass ich wegen eines wichtigen Mandats absagen müsste, ist einfach zu groß. Meine Freunde treffe ich dann an den Wochenenden, die bei uns frei sind. Ansonsten hat sich mein Privatleben kaum verändert, außer dass ich - im Vergleich zum Referendariat – jetzt mehr Geld zur Verfügung habe.

Wenn Sie heute auf Ihr Studium zurückblicken: Gibt es etwas, das Sie anders machen würden?

Für die tägliche Arbeit wäre ein LL.M. aus dem englischsprachigen Ausland hilfreich gewesen. Allerdings ist er nicht zwingend notwendig, es klappt ja auch so.

Welchen Tipp können Sie e-fellows geben, die sich für Ihren Beruf interessieren?

Den e-fellows möchte ich raten, schon während des Studiums herauszufinden, welches Rechtsgebiet sie wirklich interessiert und ob eine Tätigkeit als Rechtsanwalt für sie in Frage kommt. Das Beste dafür ist ein Praktikum. Danach sollte man sein Referendariat dazu nutzen, Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern zu knüpfen. Ich persönlich finde Auslandsaufenthalte auch sehr wichtig. Natürlich sollte man bei dem ganzen Lernstress für die Staatsexamina nicht vergessen zu leben.

nach oben

Willst du mehr über unseren Partner Freshfields erfahren? Hier findest du alle Infos zum Unternehmen.

Jobs, Praktika

und akademische

Stellen suchen

Kommentare (0)

Zum Kommentieren bitte einloggen.

Das könnte dich auch interessieren