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Erfahrungsbericht (McKinsey): Wie überzeuge ich den chinesischen Firmenchef?

Dienstag, den 13. Dezember 2011
Erfahrungs- bericht

ITler sollten auch wirtschaftlich denken. Das stellte e-fellow Julia fest, als sie beim McKinsey-Event das "Business Technology Office" kennenlernte, das an der Schnittstelle zwischen IT und Strategie arbeitet. Sie lernte, wie man bei einer deutsch-chinesischen Zusammenarbeit kulturelle Missverständnisse vermeiden kann. Und sie entdeckte, wie überzeugend die McKinsey-Berater chinesische Firmenchefs darstellen können.

Titel und Thema des Events
"Business Technology Office Inside 2011" von McKinsey

Zeit, Ort und Dauer des Events
17. bis 19. November 2011 in Frankfurt am Main

Teilnehmerzahl und Unternehmensvertreter
11 Teilnehmer und 7 Unternehmensvertreter

e-fellow-Julia e-fellows.net-Stipendiat Julia (23) macht gerade ihren Master in Finance & Information Management an der Universität Augsburg und der TU München. Sie hat bereits mehrere Praktika gemacht, unter anderem in Shanghai. Das machte das deutsch-chinesische Rollenspiel besonders interessant für sie.

Warum ich an der Veranstaltung teilgenommen habe
Strategieberatung und IT – wie passt das zusammen? Das Event "BTO Inside 2011" bot die ideale Gelegenheit, diese Frage zu beantworten. Da diese Kombination gut zu meinem Masterstudium in Finance & Information Management passt, zögerte ich nicht, als ich das Angebot für die Teilnahme an der Veranstaltung bekam.

Dass Wert auf eine entspannte Atmosphäre gelegt wird, wurde schon im Vorfeld der Veranstaltung deutlich. "Tragen Sie Kleidung, in der Sie sich wohl fühlen" lautete der Tipp. Und so trafen wir uns am Donnerstag mit den Beratern von McKinsey im Frankfurter Büro und starteten mit einer Vorstellung des "Business Technology Office" (BTO) und anschließender Einführung in die Fallstudie.

Eine Fallstudie über interkulturelle Zusammenarbeit
Die Fallstudie war sehr praxisnah und handelte von einem chinesischen Software-Unternehmen. Dessen Geschäftsleiter möchten durch den Zusammenschluss mit einem deutschen Anbieter auf dem europäischen Markt Fuß fassen. Zum Einstieg bekamen wir umfangreiches Informationsmaterial. Darüber hinaus konnten wir durch Interviews mit den Chefs beider Unternehmen, gespielt von den Beratern, an weitere Infos gelangen. Es wurde schnell deutlich, welche kulturellen Herausforderungen bei einer interkulturellen Unternehmensfusion auftreten können.

Kontakt zu McKinsey aufnehmen?
In der McKinsey-Gruppe Fragen stellen oder Alumni mit Erfahrung bei McKinsey kontaktieren.

Je ein Berater betreute jedes Team und die Arbeit in den Teams machte sehr viel Spaß. Unser Konzept umfasste neben einer neuen Produktstrategie auch Empfehlungen für die Strukturierung der Organisation. So sollte die Fusion der beiden kulturell  ehr verschiedenen Unternehmen gelingen.

Dialog im Dunkeln
Bevor wir am Ende des ersten Tages zum Hotel fuhren, gab es noch einen Zwischenstopp in einem Museum der besonderen Art. Dort angekommen erfuhren wir nämlich, dass es eigentlich nichts zu sehen gab. Denn im "DialogMuseum" sind die Besucher ganz auf ihren Tast- und Gehörsinn angewiesen. Geführt von einem Guide erkundeten wir also blind verschiedene Räume, in denen alltägliche Umgebungen dargestellt waren.

Das Hotel, in dem wir übernachteten, bot ebenfalls einiges zu erkunden, denn jedes Zimmer hatte einen Designer als Paten, der es auf individuelle Weise und unter einem bestimmten Motto gestaltet hatte.

Kulturelle Unterschiede
Am Freitag stand die Fallstudie "Asian Dragon" im Vordergrund. Außerdem lernten wir im Training "Interkulturelle Kompetenz", worauf wir achten müssen, wenn wir mit Menschen aus verschiedenen Kulturen zusammenarbeiten. So gehen beispielsweise Asiaten anders mit Kritik und Emotionen um als Lateinamerikaner, und in den USA wird mehr gelobt als in Europa. Darüber hinaus diskutierten wir über unsere eigenen Erfahrungen im Ausland, wie zum Beispiel mit telefonierenden Kollegen im Meeting, Taxifahrern, die Stadtpläne nicht lesen können oder Kollegen, die Termine eher als grobe Richtlinie denn als klare Vorgabe verstehen.

Präsentation vor dem "Geschäftsführer"
Nachmittags präsentierten wir dann unsere Ergebnisse vor dem Geschäftsführer des chinesischen Unternehmens. Das stellte alle Gruppen auf eine harte Probe. Die Berater nutzten dabei ihre schauspielerischen Fähigkeiten, um die Teilnehmer aufs Glatteis zu führen. Dennoch war die Stimmung gut, und so hatten wir auch am zweiten Abend die Gelegenheit, beim Abendessen ungezwungen mit den Beratern ins Gespräch zu kommen und anschließend in einem Frankfurter Club gemeinsam zu feiern.

Am letzten Tag gab es zunächst ausführliches Feedback für alle Teilnehmer. Im Anschluss bekamen wir dann einen Eindruck davon, wie ein Praktikum oder Festeinstieg beim BTO von McKinsey aussieht und wie ein Auswahltag abläuft. Dabei hatten wir unter anderem die Möglichkeit, ein Case-Interview durchzuspielen.

Wem ich die Veranstaltung weiterempfehle
Den Workshop kann ich jedem empfehlen, der sich für die Beratung an der Schnittstelle zwischen IT und Strategie interessiert,  in entspannter Atmosphäre die Arbeit des BTO kennenlernen und nebenbei viel Spaß haben möchte.

Mein persönliches Fazit und sonstige Anmerkungen
Für mich persönlich war "BTO Inside 2011" ein absolut gelungenes Event, bei dem ich nicht zuletzt viele nette Leute kennengelernt habe. Durch die Fallstudie konnte ich mich außerdem an typischen Aufgaben eines Beraters ausprobieren. Insbesondere die Gespräche mit den Beratern haben mich in der Planung eines Praktikums beim BTO bestärkt und mir einen guten Eindruck davon vermittelt, was mich dabei erwartet.

Erfahrungsberichte [Quelle:sxc.hu, Autor:clix]Mehr Erfahrungsberichte? Weitere Berichte der e-fellows von Recruiting-Events, Praktika und Jobs findest du in der Rubrik "Erfahrungsberichte".

Erfahrungsbericht (WHU): Hartes Lernen wird belohnt

Sonntag, den 4. Dezember 2011
Erfahrungs- bericht

Ein Studium an einer privaten Hochschule? Eine interessante Alternative, meinte e-fellow Stefan und entschied sich für ein BWL-Studium an der WHU – viel lernen inklusive. Sogar in der Nacht kann man hier in die Hörsäle oder in der Bibliothek büffeln. Zum Ausgleich gibt es an der Uni aber auch ein "Partyministerium".

Als ich am 28. August dieses Jahres in meiner ersten BWL-Vorlesung an der WHU saß, konnte ich mein Glück kaum fassen. Erst einige Monate zuvor saß ich am Auswahltag in genau jenem Hörsaal und habe mir ausgemalt, wie toll es wäre, hier zu studieren. Jetzt bin ich schon über drei Monate an der WHU in Vallendar und es ist unglaublich, was sich hier in kurzer Zeit schon alles ereignet hat.

e-fellow-Stefan-WHUe-fellow Stefan (18) studiert im ersten Semester BWL an der WHU – Otto Beisheim School of Management. Ihm gefallen dort vor allem die internationalen Sportfeste.

Erst einmal umgewöhnen
Beim Lehrplan legt die Hochschule ein hohes Tempo vor. Der Unterschied zum Gymnasium ist besonders am Anfang deutlich spürbar: längere Vorlesungen, schnelleres Lerntempo, schwierigere Aufgaben. Mit dem richtigen Zeitmanagement ist es aber durchaus zu schaffen. Die Studenten sind alle ziemlich schlau. Durch das kompetitive Umfeld wird man zur Bestleistung motiviert und die Lernkurve ist steil.

Was mich an der WHU begeistert und uns von anderen Hochschulen unterscheidet, sind vor allem die vielen Studenteninitiativen. Viele der Studenten sind in mehreren Initiativen gleichzeitig. Das reicht von typisch wirtschaftlichen Initiativen wie Campus for Finance oder WHU Daxe, über kulturelle wie forumWHU, bis hin zu sportlichen Veranstaltungen wie WHU Euromasters. Besonders beliebt ist auch der Verein "WHU Studenten helfen e.V.", der sich lokal und auf internationaler Ebene humanitär engagiert.

Europas größtes Sportfest
Einmal im Jahr verdoppelt sich die Anzahl der Studenten in Vallendar. Jeden November wird das Sportfest WHU-Euromasters veranstaltet. Mit etwa 1.500 Teilnehmern ist Euromasters das größte Sportfest für Wirtschaftsfakultäten in Europa. Die führenden Universitäten Europas nehmen daran teil. In diesem Jahr waren beispielsweise die spanische ESADE Business School und die Stockholm School of Economics dabei. Aus Deutschland waren unter anderem die Uni Mannheim, die Zeppelin Universität und auch die Bucerius Law School da.

WHU-Party

Die Stimmung während des Events war phänomenal und wir hatten eine Menge Spaß. Um den internationalen Austausch zu fördern, gehört es zur Tradition, dass alle Euromasters-Teilnehmer in den Wohnungen der Studenten (besonders von uns Erstis) untergebracht werden. Dadurch treffen wir Studenten aus den verschiedensten Ländern.

Ein eigener Partyminister
Legendär sind neben den sportlichen Wettkämpfen vor allem die Partys. Dieses Jahr wurde ein ganz besonderer Veranstaltungsort ausgewählt: ein ehemaliges Schwimmbad. Die Partys und Sport-Events sind eine willkommene Abwechslung zum harten Studium. Um auch unter dem Jahr die Motivation zu erhalten, haben wir an der WHU ein eigenes "Partyministerium". Der "Partyminister" und sein Team sind für die Organisation der unvergesslichen Partys zuständig.

Man merkt schnell, dass Internationalität an der WHU eine große Rolle spielt. Jedes Jahr kommen etwa 200 Austauschstudenten, bei uns Tauschis genannt, an die WHU. Daher sprechen wir meistens Englisch. Das ist auch in vielen Vorlesungen der Fall. Vor allem ab dem dritten Semester finden fast alle Veranstaltungen auf Englisch statt. Um die Studenten darauf vorzubereiten, besuchen die unteren Semester Sprachkurse – unter anderem in Business English. Die Gruppen sind hier nicht größer als zwölf Teilnehmer. In meinem Spanischkurs sind wir sogar nur zu sechst. Durch die kleinen Gruppen macht man schneller Fortschritte als in der Schule.

Von der Studentenflut merkt man hier nichts
Überfüllte Hörsäle wird man an der WHU nicht finden. Der Bachelor-Jahrgang wurde dieses Jahr in zwei Gruppen mit jeweils 90 Studenten aufgeteilt. Also sind pro Vorlesung nur etwa 90 Studenten im Hörsaal. Super sind auch der 24-Stunden-Zugang zur Bibliothek und den Hörsälen, die mit neuester Technik ausgestattet sind. Wer morgens gerne Zeitung liest, kann sich aus der Bibliothek aus einem großen Angebot bedienen. Jeden Tag gibt es Stapel vom Handelsblatt, der Financial Times, dem Wall Street Journal und der FAZ. Die Zeitungen kann man sich kostenlos mitnehmen.

Aufgrund der kleinen Gruppen ist der Unterricht oft interaktiv. Hat man Fragen, so kann man sie auch während der Vorlesung stellen. Umgekehrt stellen die Professoren oft auch Fragen an uns und wir diskutieren darüber. Der Kontakt zu den Professoren ist somit intensiver und dadurch, dass man sich einbringt, sind die Vorlesungen spannender.

Stefan-an-der-WHU

Die Gebühren sollten nicht abschrecken
Bei der WHU gibt es eine Reihe von Finanzierungsmöglichkeiten. So gibt es zum Beispiel seit einiger Zeit die Möglichkeit eines umgekehrten Generationenvertrags. Hier bezahlt der Studierende zunächst keine Studiengebühren. Er verpflichtet sich im Gegenzug nach dem Studium für eine bestimmte Dauer einen einkommensabhängigen Beitrag zu leisten. Für einige Studenten gibt es sogar Freiplätze. Am Geld sollte das Studium an der WHU also nicht scheitern.

Nach dem Abschluss hat man sehr gute Karriereperspektiven. Schon während des Studiums gibt es jede Woche Präsentationen von Unternehmen. In unseren Anfangswochen besuchten uns zum Beispiel Bain&Company, JPMorgan, McKinsey und Credit Suisse. Die Vorträge werden in der Regel von ehemaligen WHU-Studenten gehalten, sodass man einen guten Eindruck von den Unternehmen bekommt. Hier kann man auch schon mal erste Kontakte knüpfen.

Wie wird man aufgenommen?
Der Aufnahmeprozess ist in drei Teile untergliedert.

1. Die Vorauswahl
Zuerst muss man ein Bewerbungsformular und einen biographischen Fragebogen ausfüllen. Hier geht es auch darum, Fragen zur Person und zur Motivation für das Studium zu beantworten. Beispielsweise: "Warum möchten Sie BWL studieren?", "Warum gerade an der WHU?" Für diesen Fragebogen sollte man sich ein bis zwei Wochen Zeit lassen und immer mal wieder daran arbeiten. Denn er dient als Grundlage für die Interviews in der Endauswahl.

Außerdem muss man Zeugnisse einreichen. Dazu zählen das Abiturzeugnis oder das letzte Halbjahreszeugnis, wenn man noch kein Abitur hat. Darüber hinaus sind Sprachzertifikate in Englisch sowie in einer weiteren Fremdsprache einzureichen. Die Kenntnisse der zweiten Fremdsprache kann man aber auch über Schulnoten nachweisen. Für Englisch sollte man sich schon frühzeitig um den Sprachtest kümmern, meinen habe ich ein halbes Jahr vor der Bewerbung gemacht. Die WHU bietet selbst Tests an verschiedenen Terminen an. Bedenken sollte man bei der Bewerbung auch, dass man vor Studienbeginn schon ein mindestens achtwöchiges kaufmännisches Praktikum gemacht haben muss.

2. Die Zwischenauswahl
Hat man diese Kriterien erfüllt, gelangt man in die Zwischenauswahl. Dort werden 75 Prozent der Plätze für die Endauswahl an die Studenten mit den besten Zeugnisnoten vergeben. Weitere 25 Prozent werden nach Telefoninterviews aufgrund der Persönlichkeit für die letzte Runde zugelassen.

3. Die Endauswahl
In der Endauswahl rückt dann vor allem die Persönlichkeit des Bewerbers in den Fokus. Am Auswahltag hatten wir verschiedene Prüfungen zu meistern. Jeder Bewerber wird zuerst einer Vierer-Gruppe zugeteilt. Jedes Gruppenmitglied hält ein 15-minütiges Referat mit anschließender Gruppendiskussion, die vom Vortragenden moderiert wird. Man kann das Referat vor dem Auswahltag erstellen und sich das Thema selbst aussuchen. Es sollte aber keinen wirtschaftlichen Bezug haben, denn die Prüfer kommen meist aus der Wirtschaft und kennen sich in dem Referatsthema womöglich viel besser aus. Ich habe zum Beispiel über Doping gesprochen. Meine Mitbewerber haben über Atomphysik, Überwachungsstaat und Ölsand referiert.

Außerdem gibt es eine einstündige Gruppendiskussion und zwei Einzelinterviews. Abschließend müssen die Bewerber einen Diagrammtest ablegen, bei dem das analytische Denken geprüft wird. Die Ergebnisse der einzelnen Prüfungen werden mit Punkten bewertet und in eine Rangliste gestellt. Die besten Bewerber erhalten anschließend einen Studienplatz.

Letzte Tipps
Obwohl man sicherlich am Auswahltag nervös sein wird, sollte man nicht zu verbissen an die Prüfungen gehen. Meine Einzelinterviews waren beide sehr angenehm. Auch die Referate und Diskussionen sind mir in positiver Erinnerung geblieben. In meiner Gruppe haben wir uns auf Anhieb gut verstanden. Noch erstaunter waren wir, als wir uns dann alle am ersten Tag an der WHU als Kommilitonen wiedergetroffen haben. Daher: Auch wenn man mit den anderen Bewerbern um die Studienplätze konkurriert, lohnt es sich, erste Kontakte zu knüpfen.

Mein Fazit
Da wir nur etwa 620 Studierende im Bachelor- und Master-Programm sind, herrscht hier eine richtig familiäre Atmosphäre. Bis jetzt kann ich sagen, dass ich mich an der WHU in Vallendar sehr wohl fühle und mich auf die kommenden drei Studienjahre freue.

Weitere Informationen zum Studium an der WHU findest du im Hochschulporträt bei e-fellows.net.

Expertenforum: Die Beziehungskiste der Stipendien

Sonntag, den 4. Dezember 2011
Julia

Funktioniert ein Doppel-Date zwischen KAS und Studienstiftung? Zerbricht meine Beziehung mit der FES am Auslandsjahr? Und was, wenn ich mit dem Deutschlandstipendium Schluss mache? Die Verwirrung bei Stipendien ist oft größer als in jeder Beziehungskiste. Daher fand auch 2011 wieder das Expertenforum in der e-fellows.net community statt.

Eine Woche lang – vom 7. bis 11.11.2011 standen die Vertreter der deutschen Begabtenförderungswerke den Fragen der e-fellows.net-Stipendiaten Rede und Antwort. Für alle zum Nachlesen findest du hier noch mal die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst.

Kann ich mehrere Stipendien miteinander kombinieren?
Grundsätzlich gilt: Die Förderung von zwei Stiftungen ist nach Absprache möglich. Allerdings bekommst du nur von einer Stiftung die finanzielle Unterstützung – von der anderen wirst du ideell gefördert. Möglich sind meist nur Kombinationen zwischen politischen oder konfessionellen Stiftungen und unabhängigen Förderungen. Beispiele: 

  • Ideelle Förderung durch eines der staatlichen Begabtenförderungswerke + materielle Förderung vom Deutschlandstipendium ist möglich.
  • Doppelbezug von Deutschlandstipendium und ERASMUS ist möglich.
  • Die Kombination von DAAD (Deutscher Akademischer Austausch Dienst) und Deutschlandstipendium ist nur teilweise möglich.
  • Ausnahmen: Bei der Friedrich-Naumann-Stiftung, Stiftung der Deutschen Wirtschaft und der Friedrich-Ebert-Stiftung kannst du nicht zusätzlich von einem anderen Werk gefördert werden, da hier eine rein ideelle Förderung ausgeschlossen ist.

Die doppelte Förderung durch nicht-staatliche Stipendien wie das e-fellows.net-Stipendium oder durch die Bayerische EliteAkademie ist kein Problem.

Studienstiftung: Kann ich die materielle Förderung wegen des Deutschlandstipendiums aussetzen?
Solange das Büchergeld der Begabtenförderungswerke noch nicht 300 Euro beträgt, können Stipendiaten der Studienstiftung des Deutschen Volkes vorübergehend die ideelle Förderung zugunsten des Deutschlandstipendiums beantragen. Dabei schließt die ideelle Förderung der Studienstiftung neben dem Büchergeld und einem eventuellen Lebenshaltungsstipendium aber auch die Auslandsförderung und die Sprachkurse in dem betreffenden Zeitraum aus.

Darf ich mich für mehrere Stipendien gleichzeitig bewerben?
Du hast bei mehreren Werken eine Stipendienbewerbung laufen – das ist an sich kein Problem. Erst wenn du von beiden Werken eine Zusage bekommst, musst du dich entweder für eine Förderung entscheiden, oder nach Absprache beide miteinander kombinieren (siehe oben).

Ich bin bereits Stipendiat in einem Werk – kann ich mich für eine Doppelförderung bewerben?
Eine Bewerbung für ein weiteres Stipendium geht nur nach Abstimmung mit den Statuten beider Werke und deinem bestehenden Stipendienvertrag.

Was ist das Schnupperjahr beim Cusanuswerk?
Während des so genannten "Schnupperjahres" des Cusanuswerks ist es möglich, für ein Jahr Mitglied zweier Werke zu sein. Allerdings wirst du auch hier nur von einem finanziell gefördert. Nach einem Jahr entscheidest du dich bei einem Werk für die volle Mitgliedschaft.

Warum geht nicht beides?
Hierzu der Experte Sebastian Maly vom Cusanuswerk : "Uns ist wichtig, dass unsere Stipendiaten ihre Förderzeit aktiv nutzen, am Bildungsprogramm teilnehmen, sich in Gremien engagieren oder Ähnliches. Das werden Sie nur tun können, wenn Sie sich konzentrieren, anstatt Ihre Kräfte auf mehrere Förderwerke zu verteilen."

Welche Förderungen gibt es fürs Ausland?
Für Studium, Praktika und auch Promotion im Ausland ist der Deutsche Akademische Austausch Dienst (DAAD) Hauptansprechpartner. Innerhalb der EU und in der Schweiz gibt es außerdem das Programm "Leonardo da Vinci".

Wer fördert meine Abschlussarbeit im Ausland?
Das Programm "Kurzfristige Studienaufenthalte für Abschlussarbeiten von Studierenden" wird im Jahr 2011 nicht mehr vom DAAD angeboten. Stattdessen bietet der DAAD den deutschen Hochschulen Mittel für die Förderung von kürzeren Auslandsaufenthalten – mit dem Programm "PROMOS" ("Programm zur Steigerung der Mobilität von deutschen Studierenden").

Kann ich das Deutschlandstipendium aussetzen?
Ja, ein Aussetzen des Deutschlandstipendiums ist immer möglich. Wie die Förderpause genau aussieht, musst du mit deiner Hochschule regeln.

Wie ausführlich muss mein Exposé bei der Bewerbung für ein Promotions-Stipendium sein?
Hier sind die Erwartungen unterschiedlich. Prinzipiell gilt: Das Exposé ist nicht die Doktorarbeit in Miniaturformat. Es kann durchaus detailliert mit ersten Hypothesen, aber dennoch verständlich für Fachfremde sein. Die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) legt dabei zum Beispiel Wert auf eine ausführliche Literaturliste. Die Intervalle der Berichte während der Förderung sind von Werk zu Werk unterschiedlich.

Gibt es Stipendien für das Referendariat?
Nein, ein spezielles Stipendium für das Referendariat gibt es nicht. Die Studienstiftung vergibt zwar in ihrem Bucerius-Jura-Programm Auslandsstipendium für Juristen nach dem ersten erfolgreichen Staatsexamen – allerdings gilt dies nicht für Referendare.

Darf ich mich bei einer Ablehnung erneut bewerben?

  • Ja, eine erneute Bewerbung ist möglich bei: Cusanuswerk, Ernst-Ludwig-Ehrlich-Studienwerk e.V., Evangelisches Studienwerk Villigst e.V (ein Jahr später – gilt nicht für Promotionsförderung) und Friedrich-Naumann-Stiftung.
  • Bei der Friedrich-Ebert-Stiftung kannst du dich nicht noch einmal für das gleiche Programm bewerben.
  • Bei der Hanns-Seidel-Stiftung und Heinrich-Böll-Stiftung kommt es auf den Stand der letzten Bewerbung an. Nur wer in der ersten beziehungsweise zweiten Runde abgelehnt wurde, kann sich erneut bewerben.
  • Bei der Hans-Böckler-Stiftung und Konrad-Adenauer-Stiftung gibt es nur die Möglichkeit der Rückstellung. Der Bewerber wird eventuell aufgefordert, sich nach einem Jahr erneut zu bewerben, da sein Lebenslauf bereits positive Tendenzen aufweist, die für ein Stipendium aber noch nicht ausreichend sind.
  • Für die Rosa-Luxemburg-Stiftung kannst du dich insgesamt zwei Mal bewerben.
  • Eine erneute Bewerbung bei der Stiftung der Deutschen Wirtschaft ist nicht möglich.
  • Wer bei der Studienstiftung des deutschen Volkes beim Auswahlverfahren für Abiturienten abgelehnt wurde, kann später im Auswahlverfahren für Studierende trotzdem noch von einem Professor vorgeschlagen werden.

Welche Konsequenzen hat ein Fachwechsel für das Stipendium?
Ein Fachwechsel ist vor allem in frühen Semester meist kein Problem. Allerdings muss der Wechsel dem Werk rechtzeitig mitgeteilt werden.

Wo fängt Engagement an und wo hört Engagement auf?
Die Experten konnten diese Frage nicht eindeutig beantworten. Meist sind jedoch die Selbsteinschätzungen der Bewerber strenger als die Fremdeinschätzungen. Wer sich mit der Haltung und Wertorientierung beim Werk wiederfindet, ist schon mal auf dem richtigen Weg. Es muss auch nicht der Migrations- oder nicht-akademische Hintergrund sein, der zur Aufnahme führt. Engagement ist weiterhin die zentrale Voraussetzung und dazu zählt auch "Engagement im Kleinen".

Kann ich mich für eine Förderung auch erst im Master-Studium bewerben?
Die Kriterien für das Master-Studium unterscheiden sich zwischen den Förderwerken. Meist dürfen die Bewerber zum Zeitpunkt der Auswahl das fünfte Fachsemester nicht überschritten haben. Ansonsten gilt meist: Eine Förderung ist möglich, wenn das Master-Studium vier Semester Regelstudienzeit umfasst und der Zeitpunkt der Bewerbung vor der Aufnahme des Master-Studiums liegt. Dabei muss aber auch die Altersgrenze beachtet werden.

Mehr Durchblick im Stipendienwald
Noch offene Fragen? Im Expertenforum "Dein Weg zum Stipendium (2011)" findest du alle Antworten der Experten.

Dein passendes Stipendium kannst du gratis und ohne Registrierung in unserer Stipendien-Datenbank finden – über 700 Stipendien stehen zur Auswahl.

Außerdem haben wir Antworten zu den häufigsten Fragen zum Bewerben bei Begabtenförderungswerken und einen Überblick der Begabtenförderung zusammengestellt. Auch das liebe Geld darf nicht fehlen: Wie viel finanzielle Förderung bekommst du? Wie kannst du mit deinem Motivationsschreiben punkten? Kannst du ein Empfehlungsschreiben auch einfach selbst schreiben? Und wie bereitest du dich auf den Auswahltag und das Auswahlgespräch vor?

Wie wichtig die Kaffeepause im Assessment-Center ist, sagen dir Vertreter der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Friedrich-Ebert-Stiftung im Interview. Auch die Stiftung der Deutschen Wirtschaft und die Studienstiftung des deutschen Volkes stehen Rede und Antwort.

Was dir das e-fellows-net-Stipendium bietet, kannst du hier nachlesen.

Erfahrungsbericht: Indien – Leben und Arbeiten in der größten Demokratie der Welt

Montag, den 14. November 2011
Erfahrungs- bericht

Mit Teetrinken und Süßigkeiten kann man in Indien Freundschaften und Geschäftskontakte knüpfen. Das lernte e-fellows.net-Alumna Isabelle, als sie vor drei Jahren nach Delhi zog. Mit jeder Menge Humor und Geduld im Gepäck lässt sich in der Hauptstadt mit über 17 Millionen Einwohnern gut Fuß fassen.

Es sind mittlerweile drei Jahre vergangen, seit ich nach Delhi gezogen bin, Hauptstadt Indiens und 17-Millionen-Metropole. Bis heute hat meine Faszination für diese verrückte, pulsierende Hinterlassenschaft unzähliger Invasoren nicht abgenommen. Die Engländer gestalteten nur den letzten dramatischen Akt mit der Ernennung Delhis zur Hauptstadt des British Raj im Jahr 1931.

e-fellow-Isabelle-Jasmine-fellows.net-Alumna Isabelle (26) hat "Politikwissenschaften Südasien" und Philosophie an der Universität Heidelberg studiert. Seit drei Jahren lebt sie nun in Delhi.

Mit einer rapide wachsenden Bevölkerung von derzeit 1,3 Milliarden Menschen und einem gleichzeitigen Durchschnittsalter von 23 Jahren, gestaltet Indien seine – und damit auch unsere – Zukunft. Ich kann mir derzeit keinen spannenderen Ort auf dieser Welt vorstellen, in dem ich leben und arbeiten möchte. Wie es dazu kam? Purer Zufall – und ein bisschen Mut.

Noch während meines Studiums bin ich 2008 in der Leitung eines Start-Up-Unternehmens eingestiegen und Hals über Kopf nach Indien gezogen. Ich hatte das Angebot erhalten, bei einer Unternehmensberatung mit Schwerpunkt erneuerbare Energie in Neu Delhi zu arKinder-Indien (Quelle: Isabelle-Jasmin Roth)beiten und habe mich nach meinem Bauchgefühl dafür entschieden.

Sicher, ich war davor schon oft in Indien. Ich kannte die gängigen kulturellen Gepflogenheiten und verstand die Bräuche der Hindus, die mit 82 Prozent die religiöse Mehrheit bilden. Ich konnte die Meilensteine indischer Unabhängigkeits-Geschichte im Schlaf wiedergeben. Aber in Indien privat und beruflich Fuß fassen war eine Herausforderung.

Indien boomt – und steht sich dabei manchmal selbst im Weg
Mit einer Wachstumsrate von durchschnittlich acht Prozent entwickelt sich Indiens Wirtschaft rasant. Auch die Krisen der internationalen Finanzmärkte haben diese Kontinuität nur wenig beeinträchtigt. Bis 2025 wird Indien voraussichtlich zur drittgrößten Volkswirtschaft der Welt aufsteigen und einen beachtlichen Teil zur Weltwirtschaft beitragen.

Seit Öffnung der Märkte im Jahr 1991 hat Indien den Weg der Liberalisierung eingeschlagen – und das mit Erfolg. Das Wohlstandsniveau steigt stark an, die Analphabeten-Rate sinkt und Auslandsinvestitionen werden im großen Stil getätigt. Immer mehr internationale Firmen bauen Standorte in Indien auf oder erweitern bestehende. Armut, knappe Ressourcen bei Wasser und Elektrizität, massive Umweltverschmutzung sowie ein vielschichtiges kulturelles System machen Indien andererseits zu einem Land voller ethischer, emotionaler und organisatorischer Herausforderungen.
Auf-der-Straße-Indien (Quelle: Isabelle-Jasmin Roth)

So ist das Land zum Beispiel nicht umsonst für seine ausufernde Bürokratie bekannt. Einfache Prozesse, wie etwa das Eröffnen eines Bankkontos oder die Anmeldung beim Einwohnermeldeamt, können aberwitzige Formen annehmen. Dokumente verschwinden in riesigen Papier-Archiven, da ein Großteil der Institutionen noch nicht vollständig computerbasiert arbeitet. Das macht Arbeit – für alle Beteiligten.

Indiens Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft stehen vor der Herausforderung, umfassende Reformen einzuleiten. Bildungsmöglichkeiten und Jobs für die stark ansteigende Bevölkerung müssen geschaffen, Armut reduziert und Wachstum nicht auf Kosten von Natur und kultureller Vielfalt gebaut werden. All diese Herausforderungen spiegeln sich auch in meinem täglichen Berufs- und Privatleben wieder. Ein allgemeines Erfolgsrezept? Harte Arbeit, viel Improvisationstalent – und eine ordentliche Portion Humor gegen das Chaos des Alltags.

Humor, starke Mägen und andere überlebenswichtige Eigenschaften
Gepaart mit einer hohen Frustrationstoleranz sind Humor, Neugier und Gelassenheit in der Tat entscheidende Voraussetzungen, um sich in Indien langfristig wohlzufühlen.

Delhi-Straße-Kuh (Quelle: Isabelle-Jasmin Roth)

Überall auf der Welt öffnet gemeinsames Lachen Türen und Herzen und kann brenzlige Situationen entschärfen. Indien ist da keine Ausnahme.

Wer Humor zeigt, ist dabei – diese Formel habe ich mir zu Herzen genommen. Sie ist eine entscheidende Grundlage für Beziehungen und Freundschaften. Ohne Humor geht in Indien wenig.

Tee und Gäste-Fütterung
Lange Treffen zu Tee und Abendessen sowie Netzwerken bei allerlei Veranstaltungen gehören ebenfalls zu meinem Arbeitsalltag. Auch meinem Vermieter und seiner Familie statte ich wöchentliche Besuche ab. Neben der Plauderei über Familie, Nachbarn, Beruf und Politik ist das immer eine gute Möglichkeit, sich an zahlreichen Knabbereien satt zu essen. "Have more! Have more!"

Delhi-von-oben (Quelle: Isabelle-Jasmin Roth)

So ein Nachmittag kann schon mal ein ganzes Abendessen ersetzen. Das "Füttern" der Gäste ist eine der vielen wunderbaren Eigenheiten, die auch mit dem Einzug des modernen Lebensstils geblieben sind. Nur die Art der Snacks hat sich verändert: Wurden früher selbstgebackene Süßigkeiten gereicht, sind es nun die eingeschweißten kalorienreichen Varianten. Kein Wunder also, dass die Zahl übergewichtiger Mittelstandsfamilien in Indien stetig steigt.

Gelassenheit hilft auch, das gelegentlich auftretende Heimweh kleinzuhalten – denn wer vermisst nicht langjährige Freunde und Familie oder träumt ab und zu von einem saftigen Schnitzel? Trotzdem zieht mich nichts zurück nach Deutschland. In den letzten drei Jahren habe ich wahnsinnig tolle Menschen in Indien getroffen. Ich habe viel über mich und Deutschland aus einer anderen Perspektive gelernt und ein aufregendes  Land entdeckt, das sich täglich neu zu erfinden scheint. Das Gefühl am Puls der Zeit zu sein, belebt und erfrischt – und wird mich auch für die nächsten Jahre hier halten.

Die etwas andere indische Arbeitswelt oder: Erfolgskriterien

Was mich ebenfalls in Delhi halten wird, ist mein neuer Job. Seit Kurzem baue ich das Indien-Geschäft für eine deutsche Kommunikationsagentur auf. Das ist eine große Herausforderung – mit vielen Tücken und Hindernissen auf dem Weg. Darum habe ich in einem kürzlich erschienen Artikel für die indische Nachhaltigkeits-Plattform "Think to Sustain" über Erfolgsfaktoren im indischen Markt berichtet. Hier eine kurze Zusammenfassung:

  • Ein Land, viele Märkte: Wer in Indien erfolgreich sein möchte, muss verstehen, dass das Land kein großer homogener Markt ist. Jeder Bundesstaat ist individuell zu verstehen – vor dem Hintergrund seiner eigenen sozio-ökonomischen und politischen Dynamik. Die Unterschiede liegen nicht nur in verschiedenen Sprachen und Dialekten, sondern auch in ihrer historischen Entwicklung. Daher hat sich Englisch – neben 16 weiteren Sprachen – als offizielle Amtssprache etabliert. Englisch ist so auch die gängige Geschäftssprache unter Indern aus Nord und Süd.
  • Zugang zu Informationen: Einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren für den indischen Markt ist der Zugang zu Informationen. In Indien sind der öffentliche, private und zivile Sektor bislang nicht ausreichend vernetzt. Gesetze und Richtlinien werden von Bürokraten verfasst, die oftmals die Bedürfnisse von Firmen nicht verstehen. Zudem ist es aufgrund der Vielzahl an Dokumenten kaum möglich, basierend auf einer reinen Schreibtisch-Recherche den Markt zu verstehen. Kurz gesagt: Wer "Doing Business in India" verstehen will, muss vor Ort sein!
  • Zugang zu Netzwerken: In Indien gilt: "Erst der Mensch, dann das Geschäft". Netzwerke schaffen Vertrauen. Sie sind ein Resultat der Tradition sowie eine praktische Notwendigkeit in einer Gesellschaft, die sich schnell verändert und ein undurchsichtiges Rechtssystem hat. Vertrauen ist in Indien die Grundvoraussetzung für erfolgreiche Zusammenarbeit – und Tee trinken daher Teil der Erfolgsstrategie.
  • Einbindung des informellen Sektors: Etwa 93 Prozent der arbeitenden Bevölkerung Indiens haben eine informelle, außervertragliche Arbeit. Viele dieser Menschen arbeiten in der Landwirtschaft, in Kleinindustrien oder im Bau. Diese informellen Jobs sind die Stütze des indischen Systems und sind äußerst wichtig für den reibungslosen Ablauf vieler Geschäftsprozesse. Wer in Indien erfolgreich sein will, muss lernen, den informellen Sektor gewinnbringend in sein Geschäft einzubinden. Sonst sind logistische Probleme vorprogrammiert.
  • Skaleneffekt nutzen: Wer es schafft, mit seinem ersten Projekt ein replizierbares Geschäftsmodell zu entwickeln, für den kann der indische Markt mit seiner Größe und Dynamik sehr interessante Geschäftsmöglichkeiten bieten. Skalierung funktioniert in Indien vor allem dann, wenn man Produkte schafft, die den Bedürfnissen der indischen Kundschaft entsprechen. Zum Beispiel durch niedrige Preise. Dies hat der indische Mobilfunkanbieter Bharti Airtel erkannt. Er bietet den weltweit günstigsten Mobilfunktarif an und setzt auf Verbreitungstaktik statt auf Preisstrategie. Heute ist Airtel einer der größten Telefonanbieter der Welt.
  • Geduld haben: Meine Erfahrung des indischen Arbeits- und Lebensumfelds hat gezeigt, dass Prozesse in der Regel wesentlich mehr Zeit beanspruchen, als eingeplant war. So dauert es sehr lange, bis aus einem Gespräch ein Vertrag entsteht. Man muss meist viel Zeit investieren, bis ein Deal abgeschlossen ist. Für mich bedeutet das, viel unterwegs zu sein, um Präsenz zu zeigen und Kunden, Multiplikatoren und Medienvertreter zu treffen. Nur wer zum Namen ein Gesicht im Kopf hat und mit klaren und starken Produkten auftritt, kann sich durchsetzen.
  • Gute Teams aufbauen: Auch der Aufbau eines guten Teams vor Ort kostet Zeit und Geld. Auf eine Job-Ausschreibung erhielten wir im Schnitt bis zu 600 Bewerbungen. Davon waren allerdings ein bis zwei Prozent zu gebrauchen. Indien verfügt über einen immensen Pool an Talenten. Doch diese zu finden, ist wahre Kunst. Kein Wunder also, dass uns viele europäische Firmen baten, auch für sie Personal ausfindig zu machen!
    Die Arbeit in einem indisch-deutschen Team erfordert viel Geduld und Geschick, um die interkulturellen Tücken zu umschiffen. Ich habe viele Projekte mit deutschen Kunden in Indien gemanagt. Dabei habe ich mich oft geärgert, wenn das Verständnis von Qualität, Deadlines oder Systematik fundamental unterschiedlich war. Um dieses Verständnis anzugleichen, war viel Zeit und Training nötig. Doch auch hier gilt: Mit Humor, harter Arbeit und Improvisationstalent ist fast alles zu meistern.

Alles – und ein bisschen mehr
Lange Rede, kurzer Sinn: Indien ist ein Land, das mich auch nach drei Jahren herausfordert und mitunter auch sehr anstrengend sein kann. Man kommt nur langfristig klar, wenn man sich bewusst auf die Gegebenheiten vor Ort einlässt: Annehmen statt Urteilen lautet daher mein Mantra.

Noch immer fasziniert mich die Dynamik des Landes und seiner Bewohner, ihre Schnelligkeit und Flexibilität. Mir gefallen die Vielfalt in Kultur, Natur, Lebensstil und der Humor der Menschen, mit denen ich arbeite und lebe. Deshalb war die Entscheidung, nach Indien zu kommen, genau die Richtige für mich. Wer viel gibt, bekommt in der Regel auch viel zurück – und in Indien manchmal sogar ein bisschen mehr.

Erfahrungsberichte [Quelle:sxc.hu, Autor:clix]Mehr Erfahrungsberichte? Weitere Berichte der e-fellows von Recruiting-Events, Praktika und Jobs findest du in der Rubrik "Erfahrungsberichte".

Erfahrungsbericht (LL.M. Day): Top Law Schools persönlich treffen

Donnerstag, den 10. November 2011
Erfahrungs- bericht

Die besten Law Schools der Welt traf e-fellow Michael beim LL.M. Day in Frankfurt. Auch wenn er sich noch nicht konkret für eine Uni entschieden hatte, half ihm die Info-Veranstaltung zum Master of Laws weiter. Es gab einen Vortrag zur Auswahl und Finanzierung des LL.M. und persönliche Gespräche mit Alumni sowie Law School- und Kanzleivertretern.

Auch wenn mein geplanter LL.M.-Aufenthalt noch etwas in der Zukunft liegt, habe ich mich für den e-fellows.net LL.M. Day am 20. Oktober 2011 in Frankfurt am Main beworben. Ich wollte mich in erster Linie allgemein informieren, Gleichgesinnte treffen und mir schon einmal die eine oder andere Law School genauer ansehen.

e-fellow Michael LL.M. Day 2011 Frankfurte-fellow Michael (25) hat Jura an der Universität Augsburg studiert. Er absolvierte außerdem einige Praktika in Kanzleien und beim Landgericht Augsburg.

Die Bewerbung funktioniert denkbar einfach, wenn man bereits ein Stipendium bei e-fellows.net hat. Dann genügt ein Klick und man bewirbt sich mit dem hinterlegten Lebenslauf. Ich bewarb mich also und kurze Zeit später bekam ich die Zusage. Bei der Bewerbung konnte ich meine favorisierten Law Schools angeben, um in deren Info Panel eingeteilt zu werden.

Für jeden Anspruch was dabei
Der LL.M. Day begann mit einer großen Kaffeerunde und leckerem Buffet. Hier konnte man bereits die anderen Teilnehmer kennenlernen. Ich traf auf eine bunte Mischung von Studenten: vom Siebtsemester bis hin zum Volljuristen war alles vertreten. Auch die Erwartungen waren durchaus unterschiedlich. Während sich einige – wie ich – erst einmal allgemein orientieren und informieren wollten, waren andere speziell auf eine oder mehrere der anwesenden Universitäten fokussiert und erhofften sich möglichst detaillierte Informationen. Soweit ich es mitbekommen habe, wurde keine der Erwartungen enttäuscht.

Offiziell eröffnet wurde das Event mit einer kurzen Begrüßung durch die e-fellows.net-MitaVortrag-LL.-M.-Day-Frankfurt 2011 rbeiter, gefolgt von einem Kurzvortrag von Dr. Daniel Voigt, Autor des LL.M.-Buchs. Diese Einführung war sehr lebhaft und äußerst amüsant und rückte aus meiner Sicht den LL.M. genau in das richtige Licht: Man sollte nicht nur das Fachliche in den Vordergrund stellen, sondern das Programm auch als Gelegenheit sehen, um interessante Erfahrungen in einem anderen Land zu sammeln und eine fremde Kultur zu entdecken. Nach dem einführenden Vortrag waren die einzelnen Vertreter der Universitäten und der Kanzleien an der Reihe und stellten sich jeweils mit ein paar Sätzen vor.

Die Info Panels
Nach einer kurzen Kaffeepause begannen die Info Panels, zu denen man je nach seinen Präferenzen eingeteilt wurde. Erst kamen weitere kurze Vorstellungen und dann konnten die Teilnehmer allgemeine Fragen zur Planung eines LL.M. stellen.

kleine-Gruppe-LL.M.-Day-Frankfurt 2011

Gefragt wurde zum Beispiel nach den Anforderungen an Zulassung und Stipendien, nach dem idealen Zeitpunkt für den LL.M., dem Vorteil für eine spätere Karriere in einer Großkanzlei und nach welchen Kriterien die Universität ausgewählt werden sollte.

Diese Fragen wurden sehr ausführlich und lebhaft diskutiert, sodass in der Zeit nur etwa fünf bis sechs Fragen besprochen werden konnten. Das war aber auch ausreichend – aus meiner Sicht wurden die wichtigsten Punkte angesprochen. Zum Beispiel bestätigte man uns, dass die Wahl des Zeitpunkts und der Universität eine ganz persönliche ist, denn eine Generallösung gibt es nicht. Die Entscheidung ist abhängig von der eigenen Lebensplanung und den persönlichen Vorlieben hinsichtlich Ort und Art des LL.M.

Mehr konnte man an den Ständen erfahren
Nach den Info Panels einzelne-Stände-LL.M.-Day-Frankfurt 2011waren die Universitäten und Kanzleien an einzelnen Ständen vertreten. Dort gab es neben ausführlichen Informationen auch die Möglichkeit, einzeln mit den Vertretern zu sprechen. Oftmals waren sie ehemalige LL.M.-Absolventen der jeweiligen Universität, sodass man auch deren persönliche Eindrücke hören konnte.

Mein persönliches Fazit und wem ich die Veranstaltung empfehle
Alles in allem kann ich die Teilnahme am LL.M. Day jedem uneingeschränkt weiterempfehlen, der auch nur mit dem Gedanken spielt, später einen LL.M. zu machen. Dabei ist es auch nicht von großer Bedeutung, wenn man sich noch nicht auf eine Universität festgelegt hat oder die Universität seiner Wahl nicht teilnimmt.

Doch auch Juristen, die sich schon für eine Law School entschieden hatten und konkrete Fragen zum Programm und der Bewerbung hatten, kamen voll auf ihre Kosten.

Für mich war vor allem der Erfahrungsaustausch mit ehemaligen LL.M.-Absolventen wichtig sowie Informationen über Kosten, Voraussetzungen an die Noten und die Schwierigkeit, in einem anderen Land zu lernen und Tests zu meistern.

Erfahrungsberichte [Quelle:sxc.hu, Autor:clix]Mehr Erfahrungsberichte? Weitere Berichte der e-fellows von Recruiting-Events, Praktika und Jobs findest du in der Rubrik "Erfahrungsberichte".

Erfahrungsbericht (Deutsche Bank): Banking mit der Gießkanne

Freitag, den 7. Oktober 2011
Erfahrungs- bericht

Florian wurde mit 18 Jahren Kunde bei der Deutschen Bank und ist dort Ende August als Trainee eingestiegen. Letztes Jahr machte er mit beim Sommerpraktikum und durfte das Finanz- und Investmentcenter in Köln kräftig unterstützen. Neben Portfolioanalysen und Telefonkonferenzen blieb noch genug Zeit, auf "Welcome Parties" Praktikanten aus aller Welt kennenzulernen – und um 250 Bäume zu pflanzen.

Unternehmen und Ort:
Deutsche Bank Privat & Geschäftskunden AG in Köln / Frankfurt

Zeitraum des Praktikums:
Juli bis Oktober 2010

Position und Abteilung:
Summer Internship Program (SIP) in Private & Business Clients (PBC)

Während meines Studiums im Medienmanagement interessierten mich besonders betriebswirtschaftliche Aspekte, sodass ich dort meine Schwerpunkte legte. Mit der Deutschen Bank kam ich das erste Mal in direkten Kontakt, als ich dort mit 18 Jahren Kunde wurde. Mir fielen die sehr gute Beratung und die freundlichen Mitarbeiter auf. Fortan verfolgte ich mit immer größer werdendem Interesse die medialen Ereignisse um und über die Deutsche Bank.

Was ist das "SIP"?
Für mein Bachelor-Praktikum habe ich mich dann für das Summer Internship Program (SIP) in "Private & Business Clients" (PBC) bei der Deutschen Bank beworben. Dieses Programm findet im Gegensatz zu den restlichen Praktika nur einmal im Jahr statt und die Plätze sind rar. Es richtet sich an Bachelor-, Master- und Diplom-Studenten kurz vor Studienende, die bereits relevante Berufserfahrung wie Praktika, Nebenjobs oder eine Ausbildung haben.

Florian Offner (25) studierte Media Management mit BWL-Schwerpunkten in "Interkulturelles Management" und "Marketing Management" an der Hochschule Fresenius in Köln. Das Praktikum bei der Deutschen Bank gefiel ihm so gut, dass er gleich noch seine Bachelorarbeit dort schrieb und anschließend als Trainee einstieg.

Zusage schon am nächsten Tag
Zum Auswahlverfahren wurde ich nach Frankfurt eingeladen. Ich reiste bereits am Vorabend an, die Kosten für das Hotel und die Anreise wurden von der Bank übernommen. Der Interviewtag bestand aus zwei Runden mit drei Interviews. Diese führten Top-Manager der Bank. Die Gespräche verliefen sehr freundlich und angenehm. Bereits am nächsten Tag erhielt ich die Zusage für das Programm.

Auf Fallstudien und Brainteaser vorbereitet sein
Das Wichtigste ist, einfach man selbst zu sein. So finden beide Seiten heraus, ob man zueinander passt. Grundsätzlich sollte man auf kleine Fallstudien, Brainteaser und Fragen zum Lebenslauf vorbereitet sein. Interessierte Studenten können auch frühzeitig Berufserfahrung in Praktika sammeln, die von der Deutschen Bank das ganze Jahr über angeboten werden. Teilnehmer des Summer Internship Program (SIP) können dagegen in der Regel das Auswahlverfahren für ein Trainee Program verkürzen.

Von vermögenden Privatkunden bis Firmenbetreuung
Das Sommer-Praktikum kann bundesweit absolviert werden. Zusätzlich finden verschiedene Events in Frankfurt statt. Mein Praktikum war in einem Finanz- und Investmentcenter in Köln. Dabei lernte ich die Abteilungen "Private Banking", "Business Banking" und "Personal Banking" kennen. Im "Private Banking" werden vermögende Privatkunden mit einem erhöhten Beratungsanspruch betreut, während das "Personal Banking" das klassische "Retail Banking" ist. Im "Business Banking" werden ausschließlich die Firmenkunden betreut.

TNG-Grillen

"Welcome Day" mit Russland und USA
Der "Welcome Day" in Frankfurt war die erste offizielle Veranstaltung für alle Praktikanten des SIP. Beim Buffet kam man schnell ins Gespräch mit den anderen Teilnehmern. Mich beeindruckte deren unterschiedliche Herkunft. Ich sprach mit einer Teilnehmerin aus Russland und einem Teilnehmer aus Massachusetts, USA. Auf der Veranstaltung stellten sich die Recruiter der einzelnen Divisionen vor und wir hörten Vorträge zum Aufbau und der Ausrichtung der Bank. Später ging es mit der "Welcome Party" in der Bar "Mantis Roofgarden" weiter.

Portfolios analysieren und Teammeetings organisieren
Das Betriebsklima empfand ich als sehr positiv. Ich wurde als vollwertiges Teammitglied aufgenommen und durfte verantwortungsvolle Aufgaben übernehmen. Beispielsweise bereitete ich die Begleitung von Anlage- und Vorsorgegesprächen durch Portfolioanalysen und die Auswertung von Mitbewerberangeboten vor.

Außerdem nahm ich an Telefonkonferenzen zu Anlage- und Vorsorgegesprächen teil und führte Investment-Teammeetings zu aktuellen Themen durch. Ich konzipierte eine Besprechungsvorlage zur strategischen Portfolioberatung im Auftrag des Filialleiters und arbeitete an einem Konzept zur Steigerung der Vertriebsleistung zur Vorstellung für die regionale Geschäftsleitung mit.

Kontakt zur Deutschen Bank aufnehmen?
In der Community-Gruppe "Inside Deutsche Bank" Fragen stellen oder über Partner im Profil mehr erfahren.

"Business Speaker Series"
Das Recruiting Team der Deutschen Bank organisierte für jede der 13 Divisionen die Veranstaltung "Business Speaker Series". Top-Manager hielten Präsentationen über ihre Geschäftsbereiche und standen im Anschluss für Gespräche oder Fragen zur Verfügung. Hier wurde deutlich, wie viel Wert die Deutsche Bank auf "cross-divisionale" Kooperationen legt, das heißt auf die übergreifende Zusammenarbeit der verschiedenen Geschäftsbereiche.

250 Bäume beim Social Day pflanzen
Der Social Day ist eine von vielen Möglichkeiten, bei der sich die Mitarbeiter der Deutschen Bank ehrenamtlich engagieren konnten. Ziel des Projekts war es, Nachhaltigkeit zu fördern. In Kooperation mit Trinkwasserwald e.V. pflanzten wir an einem Tag 250 Bäume, die die Bank zur Verfügung stellte. Ziel war es, die Wald-Monokultur in einen Mischwald umzuwandeln und somit die Wasserqualität zu verbessern und die Wassermenge, die im Boden gespeichert wird, zu erhöhen.

Leistung aus Leidenschaft
Das Summer Internship Program war eine interessante Erfahrung und gleichzeitig eine gute Möglichkeit, die Deutsche Bank näher kennenzulernen. Durch das "training on the job" hatte ich eine hohe Lernkurve und wurde intensiv gefordert und gefördert. Die Mitarbeiter scheinen den Slogan "Leistung aus Leidenschaft" wirklich verinnerlicht zu haben. Mir hat die Zeit insgesamt so gut gefallen, dass ich im Anschluss meine Abschlussarbeit dort geschrieben habe und im August mein Traineeprogramm bei der Deutschen Bank begonnen habe.

Hier gibt es mehr Infos zum Einstieg in Private & Business Clients: www.db.com/careers/pbc

Erfahrungsberichte, Quelle:sxc.hu Autor:clixMehr Erfahrungsberichte?
Weitere Berichte der e-fellows von Recruiting-Events, Praktika und Jobs findest du in der Rubrik "Erfahrungsberichte".

Perspektive Wirtschaftskanzlei: Mit Anwälten über Bundesliga quatschen

Donnerstag, den 29. September 2011
Erfahrungs- bericht

Bei "Perspektive Wirtschaftskanzlei" trafen die Teilnehmer gleich neun renommierte Sozietäten. Dabei knüpften sie wertvolle Kontakte, und der ein oder andere ging sogar mit einem Job-Angebot nach Hause. Von angespannter Großkanzlei-Luft war dabei keine Spur – im Gegenteil. e-fellow Markus quatschte mit den Anwälten über die Bundesliga und schlug beim Gesprächs-Marathon gleich neun Fliegen mit einem Event.


Titel der Veranstaltung
Perspektive Wirtschaftskanzlei

Datum und Ort
9. und 10. September auf Schloss Montabaur nahe Frankfurt am Main

Teilnehmer
96 Nachwuchsjuristen sowie circa 130 Partner und Associates von neun Wirtschaftskanzleien (Cleary Gottlieb, Clifford Chance, CMS Hasche Sigle, Freshfields Bruckhaus Deringer, Gleiss Lutz, Hengeler Mueller, Hogan Lovells, Linklaters, Shearman & Sterling)

Erfolgreiche Kanzleien suchen talentierten Nachwuchs – bei "Perspektive Wirtschaftskanzlei" hatte ich die Gelegenheit, gleich neun der größten und renommiertesten Wirtschaftskanzleien kennenzulernen. Los ging es am ersten Tag mit einem Vortrag von Dr. Bernd Scheifele, Vorstandsvorsitzender der Heidelberg Cement AG. Der Inhalt – Karrierewege für Juristen – war für die meisten zwar nicht neu; Bernd Scheifele als Person war jedoch durch seine Stellung in der deutschen Wirtschaft und seinen lebhaften Vortragstil umso interessanter.

Ludi incipiant – Lasset die Spiele beginnen
Im Anschluss ging es gleich in "medias res": der Arbeitsalltag in einer Großkanzlei. Dabei ging es über reine Theorie hinaus. In einem Workshop konnten wir selbst typische Aufgaben in einer Kanzlei übernehmen. Ich beschäftigte mich zum Beispiel mit der Neuausrichtung eines Unternehmens aus arbeitsrechtlicher Sicht: In der Rolle eines Rechtsberaters überlegten wir, wie wir einen Stellenabbau bei der deutschen Tochter eines US-amerikanischen Unternehmens arbeitsrechtlich strukturieren würden. Dabei zählte nicht nur das wirtschaftliche Verständnis, sondern auch die Sensibilität im Umgang mit dem Arbeitsrecht. Fazit: Interessant, lehrreich und spannend. Ja, Workshops können Spaß machen!

Markuse-fellows.net Stipendiat Markus (30) studierte Jura in Freiburg und Augsburg. Er promovierte anschließend an der LMU München und ist zurzeit Rechtsreferendar. Bei "Perspektive Wirtschaftskanzlei" konnte er neun Kanzleien persönlich kennenlernen.

Mit Anwälten über die Bundesliga quatschen
Anschließend fand ein gemeinsames Abendessen mit Vertretern aller Kanzleien statt. Das Schönste daran: Entgegen meiner anfänglichen Skepsis waren die Gespräche mit den Anwälten – Partner wie Associates – nicht verkrampft, sondern ungezwungen. Es ging um den Arbeitsalltag  in der Kanzlei, aber auch um die aktuelle Bundesligatabelle. Für mich war diese lockere Atmosphäre die größte Überraschung. Dementsprechend war der Abend für einige von uns nach dem Essen noch lange nicht beendet.

Der Marathon der Einzelgespräche
Die "angenehme Überraschung" setzte sich in den Gesprächen mit Kanzleivertretern am nächsten Tag fort. Insgesamt führten Teilnehmer und Anwälte über 600 Interviews. Die Atmosphäre war dabei ausgesprochen locker und hatte mehr den Charakter eines informativen Austauschs mit Smalltalk-Elementen. So ist für beide Seiten der – wenn auch kurze – Eindruck weit authentischer als er es in einem klassischen Bewerbungsgespräch je wäre. Und wir schlugen mehrere Fliegen mit einer Klappe: Bis zu neunmal konnten wir sowohl einen guten Eindruck erlangen, als auch hinterlassen. Erschöpft, aber zufrieden traten wir anschließend die Heimreise an.

Mit einem Job-Angebot nach Hause gehen
"Perspektive Wirtschaftskanzlei" ist ideal, um einen ersten Eindruck von Großkanzleien und den Menschen dahinter zu bekommen. Wir konnten wertvolle Kontakte knüpfen und einige der Teilnehmer bekamen sogar konkrete Angebote für Referendarstationen oder einen Einstieg als Anwalt. Auch die Organisation von e-fellows.net war – sowohl vor Ort als auch im Vorfeld – super: Alles verlief reibungslos und neben einem finanziellen Zuschuss zur Anreise half e-fellows.net zum Beispiel auch dabei, Fahrgemeinschaften zu suchen und zu finden.

Erfahrungsberichte [Quelle:sxc.hu, Autor:clix]Mehr Erfahrungsberichte? Weitere Berichte der e-fellows von Recruiting-Events, Praktika und Jobs findest du in der Rubrik "Erfahrungsberichte".

masterwiki: Bewerbungskriterien für Master-Studiengänge austauschen

Mittwoch, den 28. September 2011
Melanie

"Ich hatte mich für einen Master-Studiengang beworben und wurde abgelehnt. Wieso, wusste ich nicht." Diese Erfahrung bescherte Matthias eine freies Semester, das er nutze um sein eigenes Unternehmen zu gründen. masterwiki ist eine Plattform, auf der Studenten sich über ihre Master-Bewerbungen austauschen können.

MatthiasMatthias (24) hat seinen Bachelor in European Studies an der Uni Magdeburg gemacht. Im Herbst 2011 fängt er seinen Master an der Uni Maastricht in International Business an. Er ist Stipendiat der Stiftung der Deutschen Wirtschaft. Bei seiner Gründung hat er von seinen dort gesammelten Erfahrungen profitiert.

Was macht deine Website?
masterwiki ist ein Informationsangebot für Master-Bewerber, bei dem jeder mitmachen kann. Studenten tragen die Ergebnisse ihrer Bewerbungen auf der Seite ein. Diese Informationen werden sofort bereit gestellt und helfen anderen dabei, einen geeigneten Master-Studienplatz zu finden.

Wie bist du dazu gekommen, die Website ins Leben zu rufen?
Ich hatte mich mit einem sehr guten Abschluss in Frankfurt/Oder beworben und wurde abgelehnt. Tatsächlich bin ich nicht an den Noten gescheitert, sondern an für mich nicht nachvollziehbaren Kriterien. Ich habe dann persönlich nachgefragt, warum ich abgelehnt wurde. Die Quintessenz aus diesem Gespräch war, dass die Uni einfach keine Absolventen von interdisziplinären Studiengängen wollte. Dieses Wissen wäre VOR der Bewerbung für mich sehr hilfreich gewesen. Ich bin sicher, dass andere Studenten von solchen Informationen profitieren können. Daher habe ich eine Plattform geschaffen, auf der man seine Erfahrungen teilen kann.

Wie bist du bei der Gründung vorgegangen?
Da ich mich nur für diesen einen Master-Studiengang beworben hatte, hatte ich nach der Absage ein Semester Zeit für etwas anderes. Zuerst habe ich Freunden, Bekannten und meiner Familie von der Idee erzählt. Ihre positiven Rückmeldungen haben mich darin bestärkt, die Unternehmensgründung zu probieren. Da ich nicht nur die Welt verbessern, sondern selbst auch etwas lernen wollte, habe ich ein paar kleinere Projekte gestartet. Ich wollte verstehen, wie Internet, Facebook-Like-Button, Wikis und Co. funktionieren. Irgendwann kam ich an den Punkt, wo ich eine klarere Vorstellung davon hatte, was die Seite können soll und habe einen Programmierer gesucht.

Welche Schwierigkeiten hat es dabei gegeben?
Die Absprachen mit dem Programmierer waren abenteuerlich. Meine Freundin kommt aus Polen und ich hatte mein Auslandssemester dort verbracht. Es lag also nahe, dass ich das "freie" Semester bei ihr in Breslau wohne. Da ich inzwischen ganz gut Polnisch sprach, habe ich an der Uni nach Informatikstudenten gesucht – und auch gefunden. Am Anfang lief alles prima und wir kamen gut voran. Dann hatte er an der Uni aber mehr zu tun und er fing plötzlich an, nebenbei zu arbeiten. Nach vier Monaten und einigen geänderten Zeitplänen gab er auf. Ich glaube, es tat ihm wirklich leid, dass er sich übernommen hatte. Da ich das Projekt retten wollte, habe ich es dann selbst fertig programmiert.

Wie kann man als Nutzer von deiner Plattform profitieren?
Der Nutzer kann sich mit dieser strukturierten Informationssammlung zwei Fragen beantworten: Erstens, für welchen Master kann ich mich mit meinem Bachelor-Abschluss bewerben? Zweitens, welchen Bachelor-Abschluss brauche ich für den gewünschten Master? Außerdem haben die Nutzer die Möglichkeit, sich über Ablehnungsgründe auszutauschen. Damit wird für den Bewerber die Master-Bewerbung um ein Vielfaches transparenter. Außerdem: Wenn viele Studenten mitmachen und ihre Ergebnisse darstellen, helfen wir den Hochschulen, willkürlich anmutende Entscheidungen zu vermeiden. Das ist gut für die Studenten und gut für die Unis.

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masterwiki Logo (Quelle: masterwiki)Fakten zu masterwiki.de

Branche: Studium / Bildung
Produkt: Plattform zum Austausch von bewerbungsrelevanten Informationen
Gegründet: 2011
Anzahl Beschäftigte: 2
Website: www.masterwiki.de

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Die Top-10-Fragen zur Unternehmensberatung

Freitag, den 19. August 2011
Julia

Hohes Gehalt, viel Ansehen, aber auch Stress – die Arbeit als Berater gilt bei den meisten trotzdem als der Traumjob schlechthin. Wie überlebt man als Berater eine 60-Stunden-Woche ohne Schlaf? Wie viel verdient man wirklich? "Play Hard – Work Hard" – stimmt das Klischee vom Party-Berater? Und was ist eigentlich eine Projektfreundin?

Wir haben eure zehn beliebtesten Fragen zur Beratung in der
e-fellows.net community gesammelt – vom Einstiegsgehalt bis zur Work-Life-Balance.

1. Wie lebt man als Berater trotz nur fünf Stunden Schlaf gesund?

2. Die Wochenstunden eines Beraters: Ab 50 Stunden aufwärts?

3. 60.000 Euro inklusive Boni: Wie viel verdient man als Berater?

4. "Tier -2- Beratung": Was genau sind die "Tier-Level" bei UBs?

5. Work Hard, Play Hard – Wunsch oder Wirklichkeit?

6. Bei welcher Beratung würden die e-fellows gerne arbeiten?

7. Verlust der Freizeit entschädigen: Werden Überstunden bezahlt?

8. Projektfreundin fürs Hotelzimmer: Gibt es so was wirklich?

9. IST und ENTJ: Welcher Berater-Typ seid ihr?

10. Up or Out: Berater einfach austauschen statt aufbauen?

Beratungstipps von e-fellows.net
Wie entwickeln sich Geschäft und Umsatz der Unternehmensberatungen? Wie funktioniert die "Personal Time" bei McKinsey? Und was machen eigentlich studentische Unternehmensberatungen?

Bei e-fellows.net findest du eine eigene Rubrik zur Beratung.
Finde heraus, welcher Beratertyp du bist: Strategieberatung, Organisations- und Prozessberatung, IT- und Technologieberatung oder Human-Resources-Beratung – Consultant ist nicht gleich Consultant.

Und wie viel verdienst du als Berater überhaupt? In den Gehaltstabellen siehst du, welches Einstiegsgehalt bei den Unternehmensberatungen gezahlt wird und welche die renommiertesten Beratungen sind.

In den Erfahrungsberichten aus dem Consulting erfährst du, wie es in Beratungen zu geht: Was macht zum Beispiel ein Senior Associate bei McKinsey? Eine Praktikantin für Strategieberatung in Südafrika? Und wie gründet man seine eigene Unternehmensberatung?

Im Karriereratgeber "Perspektive Unternehmensberatung" findest du mehr Tipps zum Berufseinstieg – von der Bewerbung bis zum Gehalt.

Außerdem stellen wir unsere Partner-Beratungen AccentureMcKinseySiemens Management Consulting und TNG Technology Consulting im Profil vor.

In der Community-Gruppe "Einstieg in die Unternehmensberatung" kannst du dich mit anderen über Case Studys und andere Bewerbungshürden austauschen. Und in den Inside-Gruppen beantworten Unternehmensvertreter direkt deine Fragen.

Medizin-Autoren gesucht!

Donnerstag, den 11. August 2011
Sarah

Ob Artikel zur Arbeit bei "Ärzte ohne Grenzen" oder zum Roche-Einstiegsprogramm "Trainee Medical Functions" – unsere Mediziner-Rubrik wächst und gedeiht. Als Autor für e-fellows.net kannst du dafür sorgen, dass das auch so bleibt.

Am Erfolg unserer Mediziner-Rubrik sind auch die e-fellows nicht unbeteiligt: Nach Jaquelines Einführungsartikel "Tipps zu Bewerbung und Uniwahl", und Yannics Erfahrungsbericht zu seiner Famulatur in Vietnam freuen wir uns aktuell über den Fokus zur Medizinerkarriere in den USA von Alumnus Jacob.

Hast auch du Lust, einen Artikel für die Mediziner-Rubrik zu verfassen?

Mögliche Themen wären zum Beispiel:

  • Vom Abiturient zum Arzt, von der Vorklinik zum Hammerexamen – so läuft das Medizinstudium ab
  • Vorstellungen der verschiedenen Unis/Fachärzte/ Studienfächer
  • Erfahrungsberichte (zum Beispiel aus dem Krankenpflegepraktikum)
  • Will wirklich jeder Kinderarzt werden? Welche Medizinerspezialisierungen sind wie stark gefragt/überlaufen?
  • Bewerben als Mediziner
  • Braucht man als Arzt unbedingt einen Doktor?
  • Ein ganz normaler Tag als Assistenzarzt in der …

Aber natürlich sind auch ganz andere Mediziner-Themen willkommen! Schick einfach deinen Themenvorschlag an sarah.young@e-fellows.net.

Bücher zur Belohnung
Als kleines Dankeschön warten auf die ersten sieben Autoren medizinische Fachbücher vom Thieme Verlag.

Wir sind gespannt auf Eure Artikel!