Archiv der Kategorie '* Roche Diagnostics'

Tagebuch (Roche): Ein Frühlingsprojekt in Stockholm (1. Teil)

Freitag, den 20. Mai 2011
Tagebuch

Für Roche in Stockholm soll Katharina ein Tool entwickeln, das einen Überblick darüber gibt, welche Tests die Kunden mit den Geräten von Roche durchführen, damit man die Verkaufsaktivitäten besser steuern kann. Dicke Fellstiefel und reichlich Auslandserfahrung – Katharina fühlte sich gut gerüstet für Schweden. Allerdings hatte sie nicht mit den schwedischen Hürden im Alltag gerechnet – und nicht mit dem plötzlichen Stockholmer Frühling.

Nach meinem Außendienstprojekt in Berlin und zwei Projekten in verschiedenen Geschäftsbereichen am Standort Mannheim war es Anfang April an der Zeit, einen kleineren Roche-Standort im Ausland kennenzulernen. Und neben der Arbeit geht es natürlich um Land, Leute, Sprache und Kultur.

Stadt am WasserWillkommen in Stockholm!
Nachdem ich in meinem Studium reichlich Auslandserfahrung gesammelt habe, erscheint so ein Aufenthalt in Schweden vergleichsweise "einfach". Und doch musste ich überraschenderweise schon am ersten Morgen eine Hürde meistern: den Weg zur Arbeit. Natürlich befinde ich mich nicht in einem Entwicklungsland und im Gegensatz zu Nicaragua oder Mexiko hat Schweden deutlich sichtbare Bushaltestellen. Aber ich musste ja erst mal herausfinden, welche die richtige ist – und woher man eine Fahrkarte bekommt.

e-fellows.net-Alumna Katharina (26) studierte "International Business Studies" in Paderborn und Xalapa, Mexiko. Anschließend machte sie einen Master in "International Management" in Dublin und St. Gallen. Im Oktober 2009 ist sie ins Management-Start-Up-Programm bei Roche eingestiegen.

Glücklicherweise habe ich vorher im Hotel nachgefragt, ob man im Bus Fahrscheine kaufen kann – aber nein, leider nicht. Mir wurde allerdings versichert, dass ein Automat an der Bushaltestelle sei, sonst solle ich einfach im Supermarkt nachfragen. Das musste ich dann auch, da es den Automaten nicht gab. Im Supermarkt wurde mir dann empfohlen, mein Busticket per SMS zu kaufen (ach so, kein schwedisches Handy) oder eben zur U-Bahn zu laufen, dort gäbe es einen Schalter.

90 Tage Busfahren – oder 30?
Also bin ich zur U-Bahn gestapft mit der festen Absicht, mir gleich ein Drei-Monatsticket zu kaufen, damit ich das nicht jeden Morgen machen muss. ;) Am Schalter dort sagte man mir, dass sie keine Bustickets verkaufen, aber ich könnte mal im Kiosk nachfragen. Im Kiosk gab es dann die 90-Tage-Tickets leider nicht, also hab ich mich mit 30 Tagen zufriedengegeben, immerhin. Dann also zurück zur Bushaltestelle und ab zu Roche. Dorthin zu finden war dann vergleichsweise einfach. ;)

Frühlingswiesen in StockholmIm Willkommensmeeting haben wir dann gleich Termine für Zwischen- und Abschluss- präsentationen vereinbart, noch bevor ich richtig begriffen hatte, was ich eigentlich erarbeite. Und so kam ich ziemlich schnell zu der Überzeugung, dass Planung hier als mindestens ebenso wichtig eingestuft wird wie in Deutschland. Andererseits – auch wenn die Termine vereinbart sind, scheint der tatsächliche Inhalt sehr flexibel zu sein und an die jeweilige Situation angepasst zu werden. Auf den zweiten Blick ist "der Schwede" also spontaner als es zunächst scheint.

Mein Projekt: Die Entwicklung eines Channel Monitoring Tools
In den ersten drei Wochen habe ich viel Zeit investiert, um meinen Auftrag genau zu klären, sodass ich inzwischen eine klare Vorstellung davon habe, worum es sich bei meinem Projekt handelt. Roche Diagnostics verkauft medizinische Analysegeräte in allen Größen, überwiegend für die Analyse von Blut, aber zum Beispiel auch für die Zellanalyse. Je nachdem, welche medizinischen Fragestellungen der Kunde beantworten möchte und wie viele Tests er pro Tag durchführen muss, wird das passende Gerät in der passenden Größe ausgewählt.

Neben dem Gerät kauft der Kunde in der Regel Reagenzien und Verbrauchsmaterialien von Roche, also Produkte, die er braucht, um die Tests durchzuführen. Und da auf vielen Geräten sehr viele verschiedene Tests durchgeführt werden können, bietet es sich an, den Kunden auf weitere Möglichkeiten aufmerksam zu machen, wie er die vorhandenen Geräte nutzen kann. Und zwar insbesondere dann, wenn die Geräte noch Kapazität frei haben, das bedeutet Kanäle für weitere Tests.

Dafür ist es hilfreich, wenn Verkäufer, Marketing und Produktmanagement eine genaue Übersicht darüber haben, welche Tests der Kunde bereits mit unseren Produkten durchführt, wo wir neue Tests hinzugewinnen und wo wir möglicherweise einen Kunden verlieren. In Schweden gibt es bisher kein Tool, das einen solchen Überblick ermöglicht und damit Marketing und Verkauf unterstützt, den richtigen Fokus für die Verkaufsaktivitäten zu legen.

Ein Monitoring Tool für das gesamte Portfolio und verschiedene Zielgruppen
Mein Auftrag ist es nun, genau so ein Tool zu konzipieren, zugeschnitten auf die Bedürfnisse der schwedischen Organisation. Die Herausforderung dabei ist, dass ich drei verschiedene Geschäftsbereiche abbilden soll, die jeweils ein unterschiedliches Portfolio und teils verschiedene Zielgruppen haben. Daher habe ich zunächst einmal mit allen beteiligten Geschäftsbereichen über ihre Anforderungen und Bedürfnisse gesprochen.

Um das Rad nicht unnötig neu zu erfinden, habe ich außerdem mit einigen anderen Länder-Organisationen von Roche Kontakt aufgenommen, um mir einen Überblick über deren Lösungen und Tools zu verschaffen. Gemeinsam mit einer Kollegin aus dem Controlling werde ich dann das Tool entwickeln, testen, verfeinern und implementieren.

See im Haga-ParkStockholmer Frühling – ich habe die richtige Jahreszeit erwischt!
Ich nutze vor allem die Wochenenden, um Stockholm kennenzulernen. Zunächst einmal muss ich sagen, dass mich das Wetter, das mich hier im April erwartet hat, sehr positiv überrascht hat. Völlig fehl am Platz waren definitiv die dicken Fellstiefel, die ich eingepackt hatte, nachdem ich mehrfach von meiner Schwedisch-Lehrerin gewarnt worden war, dass es im April durchaus noch schneien könne! Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass mein Körper nach frühsommerlichen Temperaturen Ende März in Deutschland derartige Kälteschocks ohne Fellstiefel verkraften könnte! Glücklicherweise kam jedoch alles anders. Als ich ankam, waren zwar tatsächlich noch Schnee-Rollsplit-Reste am Straßenrand zu sehen und der Fluss hinter dem Roche-Gebäude war noch komplett mit Eis bedeckt – aber wir hatten um die 8° C und mir wurde ständig versichert, dass ich den Frühling mitgebracht hätte.

Stockholmer CaféNach dem ersten Wochenende, an dem ich trotz Mantel ganz schön im Seewind gebibbert habe, ist es auch für meine Begriffe frühlingshaft geworden. Tatsächlich gab es nun jeden Tag Sonnenschein und T-Shirt-Wetter zu Ostern. Das bedeutet selbstverständlich, dass ich, wenn es windstill ist, im T-Shirt rumlaufe, während die Schwedinnen Hotpants tragen – ohne Strumpfhose. Aber das kenne ich ja von den Iren. ;)

Der lange Winter hat alle ganz heiß auf Sonne gemacht und das merkt man an jeder Straßenecke. Überall sitzt man in Cafés und genießt die Sonne mit wunderschönem Blick auf die Promenade, Wasser, Inseln und sprießende Bäume.

Das Stockholmer Stadtbild ist stark von Wasser geprägt, und die Stadt gibt der Natur erstaunlich viel Raum. Stockholm hat den (wohl weltweit einzigen) Nationalpark innerhalb einer Stadt! Der zieht sich wie eine riesige grüne Lunge durch Schwedens Hauptstadt und besteht aus verschiedenen Parks, kleinen Wäldern und Seen.

SödermalmNatürlich gibt es auch "typisch Städtisches" wie Hochhäuser oder Einkaufsstraßen. Und doch wirkt an vielen Stellen alles ein wenig verträumter, weil Stockholm die Strenge einer Stadt genommen wird durch verzierte, gut erhaltene alte Gebäude, Wasser und Pflanzen.

Mein erstes Zwischenfazit: Ich bin gut angekommen in dieser schönen Stadt und freue mich sehr auf weitere Erkundungstouren in und um Stockholm!

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Tagebuch (Roche): Eine Postdoc zwischen Labor und Projektmanagement

Donnerstag, den 12. Mai 2011
Tagebuch

Wer sagt, dass Naturwissenschaftler nur im Labor arbeiten? Für Alumna Franziska ist gerade die Mischung aus Laborarbeit und Projektmanagement das Spannende an ihrer Postdoc-Stelle in der Gerinnungsdiagnostik von Roche.

Zugegebenermaßen befinde ich mich auch nach 100 Tagen noch mitten in der Einarbeitungsphase. Am Anfang absolvierte ich verschiedene Schulungen, um den Umgang mit unseren Messgeräten und speziellen Auswertungssoftwares zu lernen. Besonders gut gefällt mir, dass ich seit dem ersten Tag in die laufenden Projekte eingebunden bin. Ich hatte von Beginn an kleinere Projektaufgaben, bei denen ich mich ganz automatisch fachlich einarbeite und auch gleichzeitig erste Projektergebnisse beisteuern kann.

Meine Aufgaben sind sehr vielfältig: Für einen Test erarbeite ich im Labor Applikationen, bei denen ich ein Reagenz auf bestimmte Kriterien an Messgeräten austeste. Wenn ich nicht im Labor beschäftigt bin, warten mindestens genauso viele Aufgaben am Schreibtisch auf mich: Hier werte ich Messdaten aus, verfasse Berichte, bearbeite Produktdokumente, erstelle Präsentationen und Entscheidungsvorlagen oder halte unseren Projektfortschritt fest.

e-fellows.net-Alumna Franziska (29) studierte Molekulare Biotechnologie an der TU München. Anschließend promovierte sie am Helmholtz Zentrum München. Seit einigen Monaten arbeitet sie nun als Postdoc in der Gerinnungsdiagnostik bei Roche.

Außerdem stehe ich im Kontakt zu den verschiedenen Projekt-Schnittstellen. Weil wir in unserem Forschungs- und Entwicklungsteam (R&D) sehr eng zusammenarbeiten, stimmen wir uns genau ab. Dafür gibt es fast täglich Besprechungen innerhalb unserer Gruppe, sei es mit meinen Kolleginnen im Labor oder mit meinem Abteilungsleiter. Ab und zu geht es außerdem zu Projektsitzungen oder Fortbildungen, entweder hier auf dem Werkgelände oder auch an anderen Roche-Standorten. Durch diese Mischung aus Laborarbeit und Projektmanagement empfinde ich meinen Arbeitsalltag als sehr abwechslungsreich.

Der Umgang miteinander
Die gesamte Abteilung hat mich zu meinem Start sehr offen und herzlich aufgenommen. Nicht nur meine Zimmergenossin, sondern auch die anderen Kollegen in der Abteilung haben mir von Anfang an bereitwillig ihre Hilfe angeboten, wenn ich einmal Fragen haben oder alleine nicht weiterkommen sollte. Dafür bin ich sehr dankbar und auch schon in einigen Fällen darauf zurückgekommen.

Auch mein Abteilungsleiter Dr. Michael-Town hat mich von Anfang an in sein Netzwerk integriert, zum Beispiel wenn es um den Kontakt zu Fachexperten geht. Insgesamt schätze ich diesen offenen, integrativen und hilfsbereiten Umgang sehr, weil er die Arbeit – nicht nur für Einsteiger sondern für jeden Einzelnen – so viel angenehmer und produktiver macht.

Der persönliche Kontakt
Jeden Mittag geht es gemeinsam mit meiner Arbeitsgruppe zumeist mit dem Fahrrad über das Werkgelände zur Kantine. Die Essenskosten subventioniert Roche, was für uns Mitarbeiter – insbesondere für Auszubildende und Praktikanten – eine tolle Sache ist. Jeden Freitag steht der Postdoc-Stammtisch auf dem Programm. Dabei treffen sich die Teilnehmer des Management-Start-Up(MSU)-Programms und wir Postdocs vom Werk Penzberg zum gemeinsamen Mittagessen. Viele darunter sind mit den Jahren bereits Gruppenleiter geworden, aber kommen immer noch gerne zu den Treffen. Auch ich freue mich jede Woche darauf, denn wir tauschen viele Erfahrungen aus und knüpfen professionelle, aber auch persönliche Kontakte.

Gleich nach den ersten Wochen, es war kurz vor Weihnachten, haben mein ehemaliger Mentor und ich telefoniert, um zu besprechen, wie es mir bei meinem Start als Postdoc ergangen ist. Dabei fragte mich Robert Bühn neugierig: "Wie kommt es Ihnen denn nun vor, Frau Hampel? Von der Uni in die Industrie – fühlt es sich für Sie nicht ein bisschen wie ein Kulturschock an?" Aber genau das hatte ich nicht empfunden. Ich berichtete ihm, wie viel Spaß mir mein neuer Job macht, und dass meine Arbeit sowie mein Umfeld so sind, wie ich es erwartet hatte nach den Eindrücken aus dem Mentorenprogramm.

Mein Fazit
Das Mentorenprogramm von Roche hat mir bei meiner beruflichen Orientierung sehr geholfen. Deshalb kann ich interessierten e-fellows nur empfehlen, Veranstaltungen von Roche und e-fellows.net zu besuchen, dabei neugierig zu sein und möglichst viel mitzunehmen.

Gerade die Workshops bieten eine gute Möglichkeit, mit Vertretern aus dem Management in Kontakt zu kommen – und diese bieten im Anschluss an solche Events dann gerne ein Mentoring an. In meinen Augen war dies eine geniale Vorbereitung auf den Berufseinstieg und – wie sich nun am Ende herausstellte – bereits ein Teil des Wegs in meine jetzige Position bei Roche Diagnostics.

Im ersten Teil ihres Tagebuchs berichtet Franziska, wie sie ins Mentorenprogramm von Roche aufgenommen wurde, im zweiten Teil erklärt sie, was in der Gerinnungsdiagnostik passiert.

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Tagebuch (Roche): Teamwork für den marktreifen Test

Freitag, den 6. Mai 2011
Tagebuch

Interdisziplinäre Teamarbeit: An der Entwicklung eines Blutgerinnungstests arbeiten bei Roche viele Abteilungen. Bis der Test auf dem Markt ist, kann es mehrere Jahre dauern. Aber wozu untersucht man die Blutgerinnung eigentlich?

Am 1. Dezember 2010 startete ich als Postdoc in der Gerinnungsdiagnostik bei Roche Professional Diagnostics. Der erste Tag beginnt bei allen neuen Mitarbeitern am Standort Penzberg mit einer Einführungsveranstaltung der Personalabteilung. Wir bekamen das Unternehmen präsentiert, und Bernhard Schneller, HR Business Partner Roche Diagnostics Operations Penzberg, klärte uns über unternehmensinterne Prozesse auf.

e-fellows.net-Alumna Franziska (29) studierte Molekulare Biotechnologie an der TU München. Anschließend promovierte sie am Helmholtz Zentrum München. Seit einigen Monaten arbeitet sie nun als Postdoc in der Gerinnungsdiagnostik bei Roche.

Dabei bekamen wir Einsteiger auch sofort wichtige Intranet-Links und Telefonnummern an die Hand, die mir seitdem in vielen Situationen weiterhelfen, sei es zur Nutzung der werkseigenen Bibliothek, des Fortbildungsprogramms oder der IT-Hilfe bei Computerproblemen. Nach einem gemeinsamen Mittagessen, bei dem wir persönlich vom Kantinen-Betriebsleiter begrüßt wurden, ging es zum Start in die Fachabteilung. Obwohl ich durch mein Studium und die Promotion grundlegendes Wissen zur Blutgerinnung mitbrachte, stand zunächst einmal die fachliche Einarbeitung in die Gerinnungsdiagnostik auf dem Programm.

Blutgerinnungsdiagnostik – was bedeutet das überhaupt?
Bei der "Blutgerinnung" lagern sich bestimmte Blutzellen, unsere Blutplättchen, aneinander, um einen sogenannten Thrombus zu bilden, der zum Beispiel eine Wunde nach einer Verletzung schließen und damit eine weitere Blutung verhindern soll. Dafür müssen zunächst eine Reihe von Bluteiweißstoffen, sogenannte Gerinnungsfaktoren, in einer bestimmten Reihenfolge aktiviert werden, um am Ende die Vernetzung der Blutplättchen untereinander möglich zu machen. Nach der Wundheilung vermitteln andere Bluteiweißstoffe auf reguliertem Wege die Auflösung dieses Zellklumpens.

Ist bei einem Menschen die Funktionstüchtigkeit eines Gerinnungsfaktors vermindert oder vermehrt, kann es bei diesem Patienten zu einer verstärkten Blutung oder Blutgerinnung kommen. Deshalb spielt der Gerinnungsstatus eines Patienten bei einer Vielzahl von klinischen Situationen eine wichtige Rolle. Man untersucht die Blutgerinnung zum Beispiel zur Vorbereitung auf eine Operation, zur Kontrolle von Thrombose-Prophylaxe bei längerer Bettlägrigkeit oder genetischer Veranlagung und regelmäßig bei sogenannten "künstlichen Bluter-Patienten".

Zu diesem Zweck wird dem Patienten Blut abgenommen und die Blutgerinnung durch die Zugabe bestimmter Eiweißstoffe künstlich in Gang gesetzt, während kontinuierlich in einem sogenanntem Photometer ein Lichtstrahl durch die Blutprobe geschickt wird. Je nachdem, wie schnell sich ein "Gerinnsel" bildet, kommt es zu einer Trübung der Probe, welche anhand des abnehmenden Durchlichts gemessen wird. Um den Gerinnungsstatus eines Patienten genau zu untersuchen, gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Tests, mit denen die Funktionstüchtigkeit der verschiedenen Gerinnungsfaktoren einzeln überprüft werden kann.

Wie laufen solche Entwicklungsprojekte eigentlich ab?
Einen solchen Test zu entwickeln, zu evaluieren und am Ende beim Kunden zum Einsatz zu bringen, bedeutet für uns ein mehrjähriges Projekt, für das Vertreter verschiedener Abteilungen als ein interdisziplinäres Projektteam zusammenarbeiten. Da die Einheit "Marketing & Vertrieb" direkten Kontakt zu unseren Kunden hat, können diese Kollegen am besten einschätzen, was ein Test von Roche in der klinischen Praxis leisten muss. Die Marketingabteilung formuliert also zunächst Produktanforderungen.

Gelingt es uns als Forschungs- und Entwicklungsabteilung (R&D), die Machbarkeit dieser Anforderungen mit Entwicklungs- und Evaluierungsarbeit zu zeigen, werden daraufhin verbindliche Produktspezifikationen definiert. Dazu zählen zum Beispiel Kriterien, wie genau ein Test messen muss, oder wie lang die Reagenzien eines Tests haltbar sein müssen. R&D erhebt die Prüfdaten dazu in enger Abstimmung mit der Qualitätskontrollabteilung. Auch für die Dokumentation ist oberste Sorgfalt geboten, um nachzuweisen, dass für die Entwicklung eines klinischen Tests auch nach definierten Qualitätsstandards gearbeitet wurde.

Damit der Test zum klinischen Einsatz kommen kann, steht danach die Zusammenarbeit mit der klinischen Prüfabteilung und der Zulassungsabteilung auf dem Programm. Und ist dies geschafft, ist zur Einführung des Tests beim Kunden wiederum die Marketingabteilung gefragt, wobei wir als R&D-Abteilung auch nach der Einführung für die Produktpflege des entwickelten Tests verantwortlich bleiben.

Im ersten Teil ihres Tagebuchs berichtet Franziska, wie sie in das Mentorenprogramm von Roche aufgenommen wurde.

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Tagebuch (Roche): Wie der Mentor bei der Berufswahl hilft

Mittwoch, den 27. April 2011
Tagebuch

Wie findet man eigentlich heraus, in welchem Beruf man später arbeiten möchte? Franziska lernte dank Roche-Mentor Robert Bühn die Unternehmenskultur und verschiedene Abteilungen von Roche kennen. Und fand so einen Job, der prima zu ihr passt – eine Postdoc-Stelle in der Gerinnungsdiagnostik.

Als ich mich 2006 kurz vor meinem Master-Abschluss in Molekularer Biotechnologie noch nicht zu einer Promotion entschlossen hatte, beschäftigte ich mich zum ersten Mal mit dem Thema Berufseinstieg. Dabei haben sich für mich viele Unklarheiten aufgetan: Welcher Job wird mir nach dem Studium eigentlich Spaß machen? Es gibt als Naturwissenschaftlerin ja so viele Möglichkeiten. Welche konkrete Tätigkeit wird mich in der Industrie erwarten? Und vor allem: Für welches Unternehmen möchte ich arbeiten und wie finde ich das heraus?

e-fellows.net-Alumna Franziska (29) studierte Molekulare Biotechnologie an der TU München. Anschließend promovierte sie am Helmholtz Zentrum München. Seit einigen Monaten arbeitet sie nun als Postdoc in der Gerinnungsdiagnostik bei Roche.

Als ich mich letztlich für die Promotion entschied, begann ich trotzdem, mich mit all diesen Fragen zu beschäftigen, um am Ende der Doktorarbeit gezielt in das Berufsleben starten zu können. Das Mentorenprogramm von Roche hat mir entscheidend geholfen, mich beruflich zu orientieren und am Ende in meiner Wunschposition bei einem Top-Arbeitgeber einzusteigen.

Mein Einstieg über das Mentoren-Programm von Roche
Aus der heutigen Perspektive betrachtet, hat mein Weg zu Roche Diagnostics bereits eineinhalb Jahre vor meinem eigentlichen Einstieg als Postdoc begonnen, nämlich mit meiner Aufnahme in das Roche-Mentorenprogramm.

Beim Workshop "BWL für Naturwissenschaftler", zu dem Roche Diagnostics im Februar 2009 rund 20 e-fellows nach Mannheim einlud, lernte ich einige Mentees kennen. Deren interessante Erfahrungsberichte haben mich damals sofort begeistert, sodass ich mich gleich nach dem Workshop an meine Mentee-Bewerbung machte. Besonders attraktiv erschien mir die Möglichkeit, durch das Mentorenprogramm das Unternehmen Roche Diagnostics besser kennenzulernen. Zudem wollte ich herausfinden, in welchem Arbeitsbereich ich mir nach meiner Promotion einen Einstieg vorstellen könnte.

Meine Mentee-Bewerbung richtete ich an Robert Bühn, den Leiter Marketing Services Vertrieb Deutschland. Ein paar Tage nachdem ich die Bewerbung an e-fellows.net gesendet hatte, kontaktierte mich seine Sekretärin, um einen Termin für ein Telefoninterview in der darauffolgenden Woche zu vereinbaren. Das Interview machte seinem Namen alle Ehre, denn knapp eine Stunde lang führte Robert Bühn mit mir ein Vorstellungsgespräch am Telefon. Auch wenn mich einige Fragen beinahe ins Schwitzen gebracht haben, war dies für uns beide eine prima Gelegenheit, uns kennenzulernen und einzuschätzen, ob wir als Mentor-Mentee-Team zusammen arbeiten möchten. Ich hatte gleich ein sehr gutes Gefühl und freute mich deshalb umso mehr über die positive Rückmeldung, dass ich in das Mentoren-Programm aufgenommen wurde.

Der Einstieg hätte kaum besser passen können, denn gut sechs Wochen später fand in Mannheim das Mentoren-Mentee-Treffen mit rund 100 Teilnehmern statt und bereitete mir gleich einen tollen Auftakt: Beim Kick-Off-Workshop traf ich meinen Mentor Robert Bühn zum ersten Mal und während der zweitägigen Veranstaltung hatten wir die Gelegenheit, uns persönlich besser kennenzulernen. Außerdem knüpfte ich Kontakte zu anderen Mentees, mit denen ich mich auch heute noch austausche, und lernte dort auch Beate Brandl, Human Ressource Expert, kennen, die sich mir sogleich als Kontaktperson für das Biotechnologie-Zentrum Penzberg anbot.

Im Gespräch mit meinem Mentor vereinbarten wir im Anschluss an den Workshop Ziele, die wir uns für unsere Zusammenarbeit als Mentor und Mentee bis zum Ende meiner Promotion setzen wollten: Ich wollte zum Beispiel die Unternehmenskultur von Roche erleben und außerdem in verschiedenen Abteilungen hospitieren. Robert Bühn war seinerseits als Betriebswirtschaftler sehr neugierig darauf, meine molekularbiologische Laborarbeit bei einer Hospitation an meiner Promotionsstelle kennenzulernen.

Meine berufliche Orientierung durch Hospitationen und "Shadowings"
Im Laufe eines Jahres hospitierte ich in verschiedenen Abteilungen, zum Beispiel in Marketing & Vertrieb, Clinical Trials sowie in Forschung und Entwicklung (R&D). Beim "Shadowing" war ich mehrere Tage der "Schatten" einer Führungskraft und begleitete diese durch ihren Alltag, zum Beispiel bei Besprechungen oder persönlichen Gesprächen mit ihren Kollegen oder Mitarbeitern.

Dabei erlebte ich die Roche-Unternehmenskultur hautnah: Besonders positiv nahm ich den offenen und respektvollen Umgang miteinander wahr. Außerdem erkannte ich, welche breiten Gestaltungsmöglichkeiten und langfristigen Entwicklungsmöglichkeiten das Unternehmen seinen Mitarbeitern bietet. Beim "Shadowing" hatte ich jedes Mal die Möglichkeit, durch Beobachten und im Gespräch herauszufinden, welche Aufgaben und Tätigkeiten einen Naturwissenschaftler in einer solchen Position erwarten würden.

Dabei hat sich schnell abgezeichnet, dass ich mir einen Einstieg am besten in der Forschung und Entwicklung (R&D) vorstellen kann. Besonders spannend finde ich die vielfältigen Aufgaben, welche die Projektarbeit zum Beispiel zur Entwicklung eines Tests für den klinischen Einsatz mit sich bringt: Denn während man mit einem Fuß für die Testentwicklung im Labor steht, arbeitet man gleichzeitig an einer der Schnittstellen zu den Projektpartnern, wie dem Marketing, der Qualitätskontrolle, der Patentabteilung, der klinischen Prüfabteilung und der Zulassung. Zum erfolgreichen Projektmanagement ist hier neben guter fachlicher Arbeit viel Organisationstalent und Gefühl für die richtige Kommunikation gefragt. Und als ich vergangenen Frühling nach einem spannenden "Shadowing" eben in der Testentwicklung bei Roche Professional Diagnostics am Abend das Werkgelände in Penzberg verließ, war für mich klar: Das möchte ich machen!

Meine Bewerbung als Postdoc
Aufgrund meiner Erfahrungen aus dem Mentoren-Programm war Roche Diagnostics für mich meine erste Wahl für den Berufseinstieg. Deshalb hatte ich mich schon während der Promotion im Online-Bewerbungsportal von Roche, dem "Roche-Talent-Pool", registriert und mein Profil angelegt. Das kann dann von Vertretern der Personalabteilung, aber auch des Fachbereichs eingesehen werden.

Parallel dazu begann ich, auf der Roche-Website nach einer passenden Stellenausschreibung Ausschau zu halten. Und siehe da, knapp zwei Monate nach Abgabe meiner Doktorarbeit stieß ich auf die Ausschreibung, auf die ich gewartet hatte, nämlich die meiner späteren Position als Postdoc in der Gerinnungsdiagnostik. Ich machte mich gleich an das Bewerbungsschreiben und sendete es über den Talent-Pool an Roche. Gleichzeitig informierte ich meinen Mentor über meine Bewerbung.

Die Einladung zum Bewerbertag erhielt ich knapp drei Wochen später und freute mich schon einmal sehr, denn damit war der erste Schritt geschafft. Natürlich war ich nervös, als ich mich ein paar Wochen darauf zum Bewerbertag nach Penzberg aufmachte. Nacheinander hielt jeder von uns sieben Bewerbern einen wissenschaftlichen Vortrag über sein Promotionsthema. Anschließend wurden die Fragen der Zuhörer diskutiert. Sein Promotionsthema anderen nahe zu bringen und bei Fragen Rede und Antwort zu stehen, hatte ja jeder von uns schon während der Doktorarbeit gelernt – ein guter Einstieg also in den Bewerbertag.

Danach führten wir Einzelgespräche mit Vertretern aus der Personal- und der Fachabteilung. Die Atmosphäre war die ganze Zeit über sehr angenehm. Mit einem sehr guten Bauchgefühl verließ ich am frühen Nachmittag das Werkgelände. Aber ich musste gespannt über das Wochenende warten, bis nach einer zweiten Gesprächsrunde in der darauffolgenden Woche endlich die ersehnte Zusage kam. Und das nur ein paar Tage vor meinem Rigorosum. Einen schöneren Abschluss der Promotion hätte es für mich kaum geben können!

Im zweiten Teil ihres Tagebuchs wird Franziska von ihren ersten 100 Tagen bei Roche berichten und erklären, worum es bei der Blutgerinnungsdiagnostik geht.

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Tagebuch (Roche): Farbige Wasserschlacht

Freitag, den 15. April 2011
Tagebuch

Melanies Projekt in Indien ist fast vorüber, sie präsentiert ihre Analyse einer Umfrage zur Mitarbeiter-Zufriedenheit und schlägt Maßnahmen vor. Und ist wieder einmal von der indischen Spontaneität überrascht: Die ersten Initiativen zur Umsetzung finden quasi direkt nach ihrer Präsentation statt. Und zum Abschluss bekommt Melanie noch etwas Farbe ab – allerdings nicht beim Sonnenbaden.

Meine drei Monate in Mumbai gehen zu Ende, wo ist nur die Zeit geblieben? Und wenn ich mich auch an manche Dinge wahrscheinlich nie gewöhnen würde – den Lärm, den Dreck, die Überbevölkerung – so wird mir doch auch vieles fehlen: die Farben, die freundlichen, neugierigen Menschen, das Essen.

e-fellow-Melanie-Roche-IndienMelanie (28) studierte Medien- und Kommunikationsmanagement in Stuttgart. Anschließend machte sie einen Master in Diplomacy & International Relations und einen MBA in den USA. Vor anderthalb Jahren stieg sie ins Management-Start-Up-Programm von Roche ein und arbeitet zurzeit in Mumbai, Indien.

Überzeugungsarbeit leisten bei der Abschlusspräsentation
Mein Projekt in Indien ist so gut wie beendet: Ich habe eine Umfrage zur Mitarbeiter-Zufriedenheit analysiert und ein Maßnahmenpaket erarbeitet. Zwar werden meine Ergebnisse positiv aufgenommen, aber ich merke wieder einmal, dass meine Herangehensweise anders ist als die der hiesigen Kollegen, und mein Blickwinkel ebenfalls. Weil mir dadurch Dinge aufgefallen sind, die sonst nicht so sehr im Fokus stehen, muss ich bei den Abschlusspräsentationen doch manchmal Überzeugungsarbeit leisten. Ich erkläre deutlich mehr Methodik und Hintergründe der Befragung, als ich das in Deutschland tun würde.

Aber sobald ich meine Kollegen überzeugt habe, setzen sie meine Ergebnisse in die Tat um – und zwar quasi sofort. Wochenlange Vorlaufzeiten, wie man das von deutschen Organisationen so kennt, gibt es hier nicht. Ich bremse sogar vorsichtig, weil ich glaube, dass ein bisschen "deutsche" Vorbereitung eben doch durchaus die Fehler vermeiden kann, die bei Schnellschuss-Aktionen gerne auftreten. Ich werde gespannt verfolgen, was nach Projekt-Ende mit dem Stein passiert, den ich ins Rollen gebracht habe.

Obsthändler in Mumbai (Bildquelle: e-fellows.net)Amerikanische Country-Musik und Backstreet Boys statt Lady Gaga
Je besser ich die Menschen hier kennenlerne, desto mehr Unterschiede fallen mir auf. Beispielsweise der Humor: Er ist sehr direkt und kann fast schon naiv anmuten. In Kombination mit der Tatsache, dass unverheiratete Paare hier Seltenheitswert haben, führt dieser Humor zu interessanten Situationen. Zum Beispiel zieht ein Chef seinen Angestellten auf mit den Worten "Raj hat eine Freeeeuuuundin, Freeeeuuuundin, Freeeeeuuundin!", weil dieser abends noch eine Verabredung hat und nicht sofort versichert hat, dass es sich um einen männlichen Bekannten handelt.

Tempel in Mumbai (Bildquelle: e-fellows.net)Der westliche Einfluss ist besonders in den Städten deutlich spürbar, zum Beispiel mögen die Inder neben den landeseigenen Produktionen auch westliche Musik und Filme. Besonders beliebt ist das, was ich als Heile-Welt-Komödien und Romantikschnulzen bezeichnen würde. Neues braucht sehr lange, bis es angenommen wird, während Klassiker sehr beliebt sind – oder zumindest Produktionen, die mindestens zehn Jahre alt sind. Im Fernsehen läuft immer irgendwo eine amerikanische Romantik-Komödie, am liebsten mit Jennifer Aniston. Und auch "Titanic", die "Rocky"-Reihe, "Pretty Woman", "Men in Black", oder "Friends" findet man immer auf irgendeinem Kanal. Lady Gaga ist fast unbekannt, während amerikanische Country-Musik, aber auch Eric Clapton und die Rolling Stones als westlich und cool verstanden werden. Und ich habe schon sehr, sehr lange nicht mehr "Mambo No. 5" und die Backstreet Boys so oft gehört.

Im Gegenzug macht es mir auch durchaus Spaß, Bollywood-Filme und indische Soap Operas auf Hindi zu gucken – sozusagen als Comedy. Man muss die Sprache nicht sprechen, um die Handlung zu verstehen. Denn die Schauspieler versuchen nicht nur, sich bei Schmuck und Makeup gegenzeitig zu überbieten, sondern auch in Theatralik – das wirkt wie eine völlig überdrehte, quietschbunt-glitzernd-überladene Karikatur des wirklichen indischen Familienlebens.

Blumengirlanden (Bildquelle: e-fellows.net)Fest der Farben – und Wasserbomben
Und noch etwas Quietschbuntes und sehr Indisches darf ich miterleben: Im März findet "Holi" statt, das Fest der Farben. Man kann sich das als riesige Schlacht mit knallbuntem Farbpulver und Wasser vorstellen. Gefeiert wird überall, auch auf den Straßen. Und da Inder nicht gerade kontaktscheu sind, haben sie keine Skrupel, auch Fremde miteinzubeziehen – sprich: sie mit Wasserbomben und Farbe zu bewerfen. Schon Tage vorher muss man sich vor plötzlichen Wasserspritzern in Acht nehmen, und der Wachmann bei meinem Geldautomaten steht ungerührt und ernsthaft Wache, obwohl sein Gesicht von einem leuchtend lilafarbenen Handabdruck geziert ist – da hat sich wohl jemand einen Spaß erlaubt.

Ich bin am Holi-Festtag bei einer Kollegin eingeladen und fahre schon im Morgengrauen hin, um vor solchen Attacken sicher zu sein. Im Innenbereich des Wohnkomplexes tummeln sich schon früh die Kinder, die sich mit wichtiger Miene mit ihren Wasserpistolen inklusive auf den Rücken geschnallter Tanks auf die große Schlacht vorbereiten. Nach und nach kommen die Erwachsenen hinzu, manche schon mit leichten Farbspuren im Gesicht.

Blumen (Bildquelle: e-fellows.net)Man wünscht sich "Happy Holi!", nimmt eine Handvoll grün, lila, gelb, blau, rot, neonorange … was gerade zur Hand ist, und verteilt es großzügig auf seinem Gegenüber. Was zurückhaltend anfängt, mündet schnell in eine ausgelassene Feier. Bei dröhnender Musik tanzen Erwachsene und Kinder kunterbunt verschmiert und klatschnass und haben einen Riesenspaß. Ich versuche mir vorzustellen, wie so etwas denn in Deutschland aussehen würde: Unmöglich – ich glaube, das geht nur bei den Indern!

Die Welt steht still: Es ist Cricket-Weltmeisterschaft
Kurz vor meiner Abreise passierte noch etwas, das ich für komplett unmöglich gehalten hatte. Knapp sechs Stunden mitten am Tag lang sind die Straßen …na ja, leer wäre übertrieben. Aber ruhiger, als das mitten in der Nacht der Fall ist: kein Hupen, kaum Verkehr. Was los ist? Es ist Cricket-Weltmeisterschaft in Indien, das Endspiel findet in Mumbai statt, und das indische Team ist im Finale! Ein Krimi, weil es wirklich knapp wird. Allerdings ist ein Sechs-Stunden-Krimi, so lange dauert das Match nämlich – wirklich, wirklich lang… Aber es lohnt sich, Indien holt den Titel, das zweite Mal überhaupt, und die Stadt (und vermutlich das ganze Land) feiert bis in die frühen Morgenstunden. Glückwunsch!

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Im ersten Teil ihres Tagebuchs berichtet Melanie von ihrer Ankunft in Mumbai. Im zweiten Teil geht es um die Unterschiede von deutscher und indischer Arbeitsweise. Im dritten Teil ist Melanie auf Interviewreise durch Indien.

Tagebuch (Roche): Mit Hinglish auf Interviewreise durch Indien

Dienstag, den 22. März 2011
Tagebuch

Inzwischen hat sich Melanie schon ziemlich gut in Mumbai eingewöhnt. Bei Geschäftsreisen lernt sie noch weitere Teile von Indien kennen – und stellt fest, dass es im Norden eher hektisch zugeht, im Süden dagegen recht entspannt. Sprachbarrieren gibt es allerdings nach wie vor – Melanies US-amerikanisches Englisch verträgt sich nicht so gut mit dem ortstypischen Hinglish.

Ein weiterer internationaler Trainee aus Singapur ist im Roche-Büro angekommen – damit bin ich nicht mehr die einzige nicht-indische Person! Und wenn ich mir überlege, dass ich ihm schon manches erklären und ihm helfen kann, habe ich ja anscheinend doch einiges gelernt, seit ich angekommen bin.

Straßenbild Mumbai (Bildquelle: e-fellows.net)Mumbai wird langsam überschaubarer
Mumbai ist in wenigen Wochen vom chaotischen, unverständlichen und völlig überwältigenden Ameisenhaufen zu einem offensichtlich hoffnungslos überbevölkerten, aber irgendwie trotzdem funktionierenden und für meine Zwecke halbwegs handhabbaren System geworden.

Anfangs bin ich fast orientierungslos, aber mit der festen Absicht, diese Stadt zu verstehen, durch Irgendwo-in-Mumbai gewandert. Nach Hause bin ich nur deshalb wieder gekommen, weil ich den Rikscha-Fahrern die Visitenkarte meines Hotels gezeigt habe. Ich war verwundert oder irritiert über fast alles, was ich sah.

Jetzt ist das doch deutlich anders und ich finde mich recht souverän in der Stadt zurecht – oder kann es zumindest gut verbergen, wenn das nicht der Fall sein sollte. Ich kenne nicht nur die für mich wichtigsten Wege durch Mumbai und kann sie im Zweifelsfall auch zeigen, sondern ich erkenne viele indische Eigenheiten wieder – und weiß manchmal sogar, was sie bedeuten!

e-fellow-Melanie-Roche-IndienMelanie (28) studierte Medien- und Kommunikationsmanagement in Stuttgart. Anschließend machte sie einen Master in Diplomacy & International Relations und einen MBA in den USA. Vor anderthalb Jahren stieg sie ins Management-Start-Up-Programm von Roche ein und arbeitet zurzeit in Mumbai, Indien.

Mit "Hinglish" durch den Alltag
Die Sprache ist allerdings nach wie vor eine Barriere. Vereinfacht gesagt: Je niedriger das Bildungslevel, desto weniger spricht man (verständliches) Englisch. Mein Hindi ist in der kurzen Zeit mit meinem Bedarf leider nicht mitgewachsen. Und ohne Hindi werden eben schon einfachste Dinge wie nach dem Weg fragen, ein Paket verschicken oder Essen bestellen plötzlich ziemlich anspruchsvoll und die Kommunikation geht über das einfachste Level nicht hinaus.

Aber selbst, wenn jemand Englisch spricht, ist es manchmal wirklich schwierig, sich zu verständigen. Das liegt an dem massiven Akzent und dem aus dem Hindi entnommenen Maschinengewehrtempo ("Hinglish"). Wegen meines eigenen amerikanischen Akzents verstehen mich wiederum die Inder auch nicht immer leicht, dabei bemühe ich mich schon, gewisse "Hinglish"-Ausdrucksweisen zu verwenden.

Termine in Chennai, Bangalore – und fast auch in Delhi
Bei der Arbeit habe ich inzwischen die Gelegenheit, sogar mit sehr vielen Menschen zu sprechen: Für mein Projekt führe ich eine Interview-Reihe mit Mitarbeitern in den verschiedenen Regionen des Landes durch und bin dadurch recht viel unterwegs. Ich treffe Roche-Mitarbeiter im Süden, also in Bangalore und Chennai, und spreche per Videokonferenz mit den Kollegen aus der nördlichen Region, in Delhi.

Reisen in Indien hat durchaus seine Tücken. Kleinere Flughäfen haben nicht immer eine Anzeigentafel und arbeiten mit Durchsagen – natürlich nicht auf Englisch. Und der Versuch, nach Delhi zu fliegen, war wenig erfolgreich: Wegen Nebel hatte der Flug insgesamt acht Stunden Verspätung. Und um den Rückflug (der nur drei Stunden verspätet war) in Delhi umzubuchen, musste ich fünf verschiedene, großzügig über den Flughafen verteilte Schalter finden und mit völlig widersprüchlichen Aussagen der Airline-Mitarbeiter klarkommen.

Mann in Indien (Bildquelle: e-fellows.net)Hektischer Norden, zufriedener Süden
Aber durch die Geschäftsreisen bekomme ich auch einen Eindruck von anderen Regionen des Landes, die sich durchaus deutlich voneinander unterscheiden. Während man im Westen und Norden hektischer ist, mir erstaunlich direkt antwortet und bei Bedarf auch kritische Punkte anspricht, sind die Kollegen im Süden deutlich entspannter und wirken zufriedener. Sie würden aber niemals, und wenn, dann nur ganz vorsichtig durch die Blume und um drei Ecken herum zugeben, wenn ihnen etwas nicht gefällt. Dementsprechend muss ich meine Vorgehensweise beim Interview anpassen und kann ausprobieren, was am besten funktioniert – sehr interessant!

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Klar können fünf Menschen mit einem Motorrad unterwegs sein
Wer mit deutschen Augen die indische Arbeitssicherheit betrachtet, kommt aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus. Zum Beispiel werden die Lampen an der ungefähr in sechs Meter Höhe liegenden Decke des Großraumbüros geputzt, indem man zwischen Schreibtische, Stühle und Trennwände einen Tisch zwängt. Darauf stellt man einen kleineren Tisch, darauf eine Trittleiter, und zwei Leute halten das Ganze fest. Dann klettert jemand das Gebilde hoch, steht frei und ohne Absicherung oben drauf und putzt die Lampe. Und das wird dann noch ungefähr 20 Mal wiederholt, schließlich gibt es ja viele Lampen. Auf meine besorgten Nachfragen hin versteht niemand so genau, wo eigentlich mein Problem ist?

Aber Regeln gibt es ohnehin grundsätzlich, um sie zu brechen: Helmpflicht für Motorradfahrer besteht, aber es hält sich kein Mensch daran. Genauso wenig wie an die Verkehrsregel, dass nur zwei Personen auf einem Motorrad mitfahren dürfen. Ich habe schon fünfköpfige Familien auf einem einzigen Motorrad sitzen sehen – teils in flatternden, farbenfrohen und glitzernden Saris, aber alle ohne Helm. Oder: In Maharashtra, dem Bundesland, in dem Mumbai liegt, darf man zwar Alkohol trinken, während es in manchen anderen Gebieten verboten ist. Dafür braucht man aber theoretisch eine offizielle Erlaubnis. Die gibt es entweder für einen Tag, ein Jahr oder lebenslang. Nur fragt auch da niemand danach, die Regelung wird laut den Erzählungen der Inder eher genutzt, um für die Polizisten einen Nebenverdienst zu schaffen – im Gegenzug dafür, dass sie ein Auge zudrücken.


Was ich außerdem gelernt habe:

Saris im Laden (Bildquelle: e-fellows.net)

  • Wer eine Adresse sucht, bekommt möglicherweise einen Straßennamen mit Grundstücks- nummer von Google Maps. Das hilft nur leider nicht weiter, weil es keine Straßenschilder gibt und die Grundstücke zwar in der Tat nummeriert sind. Aber erstens steht das nirgendwo an den Gebäuden und zweitens gibt es zwar Nummern, aber das heißt noch lange nicht, dass die auch in geordneter Reihenfolge auftreten. Adressen werden mit Orientierungshilfen illustriert, man sagt "neben, gegenüber von, nahe bei…" irgendetwas Wiedererkennbarem. Eine normale Adresse wird also zum Beispiel vervollständigt mit "behind Intensity Gym opposite KFC".

  • Stufen einer Treppe müssen keineswegs alle dieselbe Höhe haben – das wäre doch langweilig, und so bleibt man außerdem viel aufmerksamer beim Treppensteigen!

  • Bücher in Buchläden sind nur grob nach Kategorie geordnet…wenn es ein besserer Laden ist. Sonst besteht ein Buchladen einfach aus einem Raum voller Regale bunt vollgestopft mit Büchern. Das "Nadel-im-Heuhaufen"-Prinzip.

  • Amazon gibt es nicht in Indien, und ich beginne zu verstehen, warum. Bei den hiesigen Online-Buchhändlern ist es erstaunlich normal, dass man dort Ware bestellt, die explizit als "lieferbar innerhalb von drei Tagen" angegeben ist. Zwei Wochen später bekommt man dann eine E-Mail, dass das Buch noch nicht aufgetrieben werden konnte, aber weiterhin gesucht wird. Und eine Woche später kommt dann die Nachricht: Sorry, wir kriegen’s nicht hin.

Im ersten Teil ihres Tagebuchs berichtet Melanie von ihrer Ankunft in Mumbai. Im zweiten Teil geht es um die Unterschiede von deutscher und indischer Arbeitsweise.

Tagebuch (Roche): Frieren bei 30 Grad und indisches Multitasking

Freitag, den 4. März 2011
Tagebuch

Europäer sind komische Wesen: Sie trinken in Flaschen abgefülltes Trinkwasser, planen Besprechungen im Voraus und haben keine Ahnung von indischem Multitasking. Melanie erlebt bei ihrem Auslandsprojekt für Roche in Mumbai, wie unterschiedlich die Arbeitsweise in Deutschland und in Indien ist – und ebenso das Temperaturempfinden.

"So schützen Sie sich vor Erkältungen!" – "Wettervorhersagen sprechen von anhaltender Kälte bis nächste Woche!" – "Große Auswahl an Wollpullovern und warmer Unterwäsche!": Amüsiert lese ich in den ersten Wochen meines Aufenthalts in Mumbai in der Zeitung, dass anscheinend gerade ein recht kalter Winter herrscht, überall niesen und husten die Leute. Klar, wenn man die "frischen" 15 Grad nachts und 30 Grad tagsüber nicht gewöhnt ist …

Wenn ich erzähle, dass in Deutschland Schnee liegt, bekomme ich nur unsicheres Nicken als Antwort. Für die Leute hier ist das schwer vorstellbar; echten Schnee gesehen oder Temperaturen unter dem Gefrierpunkt erlebt haben die wenigsten. Ich dagegen habe mich längst an das milde Klima gewöhnt und kann ein erstes Fazit von Mumbai ziehen: Es ist unglaublich laut, dreckig, voll, bunt, vielfältig, chaotisch … und funktioniert trotzdem irgendwie. Noch habe ich allerdings keine Ahnung, wie.

Die eigenartigen Verhaltensweisen des Europäers
Ich betrachte das Durcheinander staunend, manchmal auch irritiert, und bin noch viel zu oft darauf angewiesen, dass man mich als Ausländerin erkennt und mir Sachen erklärt, einfach einen Bogen um mich macht, wenn ich irgendwo im Weg stehe oder es mir verzeiht, wenn ich Dinge tue, die aus indischer Sicht zweifellos seltsam sind.

Wassertank in Mumbai auf der StraßeZum Beispiel: Desinfektionsmittel für meine Hände verwenden. Auf in Flaschen abgefülltes Trinkwasser bestehen. Ungefähr doppelt so schnell gehen wie alle anderen vor sich hin schlurfenden Leute. Meine Ruhe vor übereifrigen Verkäufern haben wollen, wenn ich Waren in einem Laden anschaue. Mich als einzige Frau durch das Gewühl am Ticketschalter nach vorne kämpfen – der Überraschungseffekt scheint hier zu helfen.

Und auch bei der Arbeit wirkt mein Verhalten offensichtlich manchmal befremdlich: Ich plane Besprechungen im Voraus und bereite sie vor. Ich arbeite eigenständig, ohne ständig Rücksprache mit dem Kollegen zu halten – außer es ist nötig. Ich unterbreche eine Unterhaltung nicht sofort, wenn mich jemand anruft.

e-fellow-Melanie-Roche-IndienMelanie (28) studierte Medien- und Kommunikationsmanagement in Stuttgart. Anschließend machte sie einen Master in Diplomacy & International Relations und einen MBA in den USA. Vor anderthalb Jahren stieg sie ins Management-Start-Up-Programm von Roche ein und arbeitet zurzeit in Mumbai, Indien.

Indisches Multitasking im Büro
Die Arbeitsweise ist hier quasi das Gegenteil von linear … Multitasking in Reinform! Da werden locker fünf, sechs Themen innerhalb von fünf Minuten angefasst, dann kommt ein Schwätzchen mit einem Kollegen dazwischen, das Handy klingelt – und der Anruf hat immer Priorität! Während man schnell am Computer die Fotos vom Baby der Kollegin anschaut, kommen drei E-Mails rein und wollen Aufmerksamkeit, wegen zweien werden direkt wieder Telefongespräche geführt, die wiederum an eine andere Aufgabe erinnern. Aber dann kommt der Kollege vorbei und will jetzt sein Thema besprechen, was man natürlich macht, auch wenn man alle paar Minuten wieder vom Handy unterbrochen wird …

So wursteln sich die indischen Kollegen im lärmenden Großraumbüro durch den Tag. Und kriegen, das ist der Clou, ihre Aufgaben durchaus erledigt. Ab und zu fällt mal was unter den Tisch, aber wenn keiner danach fragt, war's ja bestimmt auch nicht wichtig. Stimmt hier auch meistens. Das bedeutet aber, dass man, wenn man etwas erledigt haben möchte, besser regelmäßig nachfragt, sonst rutscht die Aufgabe im To-Do-Stapel der Prioritäten immer weiter nach unten und wird nie fertig. Ich stelle fest, dass ich zwar meistens deutlich besser vorbereitet bin als meine Kollegen, dafür komme ich mir aber auch fast schon unflexibel vor.

Hindu-Gottheiten, Süßigkeiten und die Hürden des Alltags
An den Wochenenden erkunde ich die Stadt und habe ein paar Must Sees in Mumbai gefunden: Gateway of India, Marine Drive und Juhu Beach. Ein Kollege hat mich auf einen Ausflug zu den Elephanta Caves mitgenommen. Auf einer Insel vor Mumbai gibt es in den Fels gemeißelte Höhlen mit großen, in den Stein gehauenen Skulpturen von Hindu-Gottheiten. Oben auf dem Hügel stehen noch zwei alte britische Kanonen aus Kolonialzeiten. Paviane springen herum, und es ist so schön ruhig dort im Vergleich zum ständigen Gehupe und Getöse in der Stadt …

Es gibt natürlich enorm viele Souvenirverkäufer, die hoffnungslos überteuerte Ware anbieten. Wir haben mal ausprobiert, welchen Preis sie meinem Kollegen (Inder, fragt auf Hindi) und mir (Ausländerin, fragt auf Englisch) für das selbe Produkt nennen. Das waren mal schnell 75 Prozent mehr. Aber auch der reguläre Eintrittspreis für die Höhlen war laut Schild 100 Rupien für Inder und 250 Rupien für Ausländer. Unglaublich!

Mich haben dort auch immer wieder indische Besucher fotografiert – manchmal heimlich, manchmal auch ganz ungeniert, und mein Kollege wurde mehrfach gefragt, ob man mit seiner Begleitung Fotos machen dürfe? Es war ihm sichtlich unangenehm, mir das zu erklären: Man kann anhand des Fotos mit einer Europäerin anscheinend tolle Geschichten für die Kumpels zu Hause erfinden…

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Auch sonst lerne ich gefühlt bei jedem Schritt etwas Neues. Zum Beispiel:

  • Wie erwartet ist das Essen in Indien lecker und fast immer scharf. Die Basis vieler Süßigkeiten sind geklärte Butter und Zucker, dementsprechend lecker und gehaltvoll sind sie auch. Und die kleinen Päckchen aus grünen Blättern heißen Paan, sind essbar und mit leckeren, süßen Sachen gefüllt.

  • Straßenverkäufer in Mumbai

  • Wenn man etwas am Straßenrand kauft, handelt man den Verkäufer auf bis zu 30 Prozent vom Anfangspreis runter (auch wenn die Händler sich mit Sicherheit an mir immer noch eine goldene Nase verdienen).

  • Ausgefeilte Tricks von Bettlern kann ich allmählich durchschauen – die Armut ist schon extrem hier und die Not macht offensichtlich kreativ. An der Straßenecke vom Büro bettelt zum Beispiel eine Frau, die laut meinen Kollegen seit ungefähr drei Jahren immer gleich "schwanger" ist.

  • Ich fahre mit der Rikscha und werde nicht mehr beim Preis übers Ohr gehauen – die Taxometer sind mechanisch und können nicht auf den aktuellen Stand gebracht werden, deshalb gibt es eine Art Übersetzungstabelle zum richtigen Preis. Zwei Rupien auf dem Taxometer entsprechen also 24 Rupien in echt. Der Trick ist, diese Tabelle zu kennen, sonst sagen die Fahrer einem, was ihnen grade passt. Oder sie manipulieren die Taxometer, weil ein Ausländer ja bestimmt nicht weiß, wie viel die Strecke kosten sollte.

  • Ich habe Zugfahren ausprobiert: Das kann erstaunlich schwierig sein, auch wenn man's nicht glauben würde. Das fängt schon an beim Kaufen desTickets (Wo? Welches? Nein, ich spreche kein Hindi!). Und geht weiter mit dem Finden des Gleises (nummeriert, aber wer kann denn ahnen, dass Bahnsteig 6 ein Sub-Bahnsteig von Gleis 11 ist und nur über eine Brücke zugänglich – nicht ausgeschildert, natürlich) und dem Identifizieren des richtigen Zugs und so weiter. Mit westlichem Sicherheitsdenken im Kopf beobachte ich schockiert, dass Inder auch durchaus auf einen schon anfahrenden Zug aufspringen. Das geht, weil es ja keine Türen gibt – oder Fensterscheiben. Dafür aber Gitter vor den Fenstern, damit da niemand ein- und aussteigt. Warum irgendjemand auf die Idee kommen sollte? Zur Rush Hour wäre das mit Sicherheit eine Option, schließlich sind die Züge dann so überfüllt, dass sogar Leute auf dem Dach mitfahren.

  • "Ja" heißt hier nicht Nicken, sondern Kopfwackeln. Sieht lustig aus, und kann ich noch nicht. Das Nicken kommt viel zu automatisch!

Und die einfachsten Dinge können eine Herausforderung darstellen: Wo kaufe ich sowas Simples wie … Shampoo? So etwas wie einen Supermarkt, Drogerie, Tante-Emma-Laden wird es doch geben? Nach einigem Suchen habe ich tatsächlich einen halbwegs westlichen Supermarkt gefunden, aber dieses Konzept kommt hier grade erst auf, erklärt man mir. Aber es gibt Märkte! Da kann man auch Shampoo kaufen – für den Preis, den man eben aushandelt.

Im ersten Teil ihres Tagebuchs berichtet Melanie von ihrer Ankunft in Mumbai und von indischer Tarnkleidung.

Erfahrungsbericht (Roche Diagnostics): Raus aus dem Labor und rein ins Produktmanagement

Donnerstag, den 3. März 2011
Erfahrungs- bericht

Mit dem Vorsatz, Unternehmensluft zu schnuppern, begann Dimitry sein Praktikum bei Roche Diagnostics. Im Produktmanagement bearbeitete er ein eigenes Projekt, dessen Ergebnisse schon heute Verwendung finden.

Das e-fellows.net-Expertenforum "Karriereplanung für Naturwissenschaftler und Ingenieure 2011" hat mal wieder gezeigt, wie viele Naturwissenschaftler während des Studiums die berufliche Welt außerhalb des Labors kaum kennenlernen. Ich meine damit hauptsächlich Chemiker und Biologen, deren "Schicksal" mir vertrauter ist.

Viele der im Forum gestellten Fragen, wie zum Beispiel "Welche Berufsfelder bieten sich einem Naturwissenschaftler außerhalb der Akademie?" oder "Wann lohnt sich eine Promotion nach dem Studium?" gingen auch mir im Laufe meines Masterstudiums durch den Kopf.

Bei den "Roche meets…"-Tagen im Mai 2010 bekam ich die Gelegenheit, einige dieser Fragen an Fachleute aus verschiedenen Firmenbereichen zu stellen. Im Laufe der ausführlichen Gespräche weckte besonders das Produktmanagement mein Interesse. Unterhaltungen sind zwar hilfreich und gut, aber eigene Erfahrungen meistens einprägsamer. Deshalb hatte ich den Entschluss gefasst, das Produktmanagement hautnah zu erleben, wenn sich eine Möglichkeit dazu ergibt.

Die Chance
Nach der Anmeldung im Online-Portal von Roche entdeckte ich die Gelegenheit bereits im Juli direkt in meinem elektronischen Postfach: Eine Ausschreibung von Roche Diagnostics für ein Praktikum: "Unterstützung im Produktmanagement/Marketing im Vertrieb". Ohne lange zu zögern, füllte ich die entsprechenden Formulare aus und brachte die Bewerbung auf den Weg. Zwei Wochen später kam die Einladung zum Vorstellungsgespräch. Heute weiß ich nicht mehr genau, wie oft ich in den drei Wochen nach dem Gespräch mein E-Mail-Postfach öffnete, auf jeden Fall zu oft ;-) . Am Ende dann die große Erleichterung: "Ihr Praktikum bei uns wird im November 2010 beginnen".

Stipendiat Dimitry (26) studiert an der Uni Heidelberg Molekulare Biotechnologie. Im November 2010 begann er ein viermonatiges Praktikum bei Roche Diagnostics in Mannheim in der Abteilung "Produktmanagement/Marketing Labordiagnostik".

Mehr als "pro forma"-Freundlichkeit
Gleich an meinem ersten Tag in Mannheim standen organisatorische Fragen auf dem Programm: Anmeldung in der Personalabteilung, Foto-Shooting für den Werkausweis, Computereinrichtung. Nachdem der erste Einführungslauf zu Ende ging, wurde ich meiner Betreuerin vorgestellt, Dagmar Winnefeld, Produktmanagerin für immunologische Bluttests. Nach einem kurzen Kennenlernen führte sie mich durch das Großraumbüro und ich machte die Bekanntschaft von rund 50 weiteren Mitarbeitern aus verschiedenen Abteilungen.

Dass manch einer beim Kennenlernen von neuen Kollegen nur "pro forma" freundlich lächelt, mag stimmen. Doch die vergangenen vier Monate bei Roche haben mir immer wieder gezeigt, dass ein freundlich-lockerer und gleichzeitig respektvoller Umgang sowie stete Hilfsbereitschaft mehr als bloße Begriffe aus irgendwelchen internen Verhaltensrichtlinien sein können.

Praktikant = (un)nützliche Hilfskraft?
Da das Praktikum meine erste Erfahrung in einem Industriekonzern und auf "fachfremdem" Gebiet – also außerhalb vom Labor – war, hatte ich keine präzisen Vorstellungen, was mich erwarten würde. Umso erfreulicher war die Nachricht von Frau Winnefeld, dass ich ein eigenes Projekt erhalten würde und dass die Ergebnisse nicht für den berühmten "runden Briefkasten" unter dem Tisch gedacht seien – ganz im Gegenteil.

Meine Aufgabe lautete, für mehrere Bluttests, die neu auf dem Markt eingeführt werden sollen, Unterlagen verschiedener Natur zu erstellen. Das waren einerseits Powerpoint-Präsentationen, die Außendienstmitarbeiter bei Kunden verwenden würden, und andererseits Broschüren für Ärzte und Labormitarbeiter. Manche Unterlagen habe ich in Anlehnung an englischsprachige Vorlagen vorbereitet, bei anderen Dokumenten hatte ich mehr Gestaltungsfreiheit. Hier musste ich mich erstmal tief in das jeweilige medizinische Thema einlesen, um anschließend mit dem angehäuften Fachwissen eine detaillierte Beschreibung der einzuführenden Produkte zu erstellen.

Zusätzlich erhielt ich von Frau Winnefeld gleich am Anfang analoge Unterlagen für bereits etablierte Produkte, um das Rad nicht komplett neu erfinden zu müssen. Bei auftretenden Unklarheiten, vor allem zu Projektbeginn, war sie stets gesprächsbereit und half mir durch ihre Erfahrung und ihr offenes Feedback bei einer ergebnisorientierten Themenbearbeitung.

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Mein bester Freund der Kaffeeautomat?
Im Laufe der Zeit habe ich gelernt, welche Daten und Unterlagen für die Produkteinführung gebraucht werden. Soweit die benötigten Informationen verfügbar waren, habe ich die Unterlagen eigenständig vorbereitet und erstellt. Und sonst verbrachte ich jede Menge Zeit mit Kaffeekochen? Natürlich nicht, denn neben dem Hauptprojekt erhielt ich weitere Aufgaben. Ich unterstützte das Team im Tagesgeschäft und bearbeitete andere Aufträge eigenständig. So waren die Arbeitstage stets voller Abwechslung und neuer Herausforderungen.

Durch die neuen Aufgaben konnte ich die Tätigkeitsgebiete anderer Produktmanager in der Abteilung kennenlernen, die übrigens zum Großteil einen naturwissenschaftlichen Hintergrund haben. Das hat mir sehr dabei geholfen, die Fragen bei gruppeninternen Besprechungen zu verstehen. Außerdem hat es – neben den gemeinsamen Mittagstischen und Tagungen – meine "Integration" in die Abteilung sehr unterstützt.

Zufriedener Rückblick
Mittlerweile ist einer der Bluttests auf den Markt gekommen und die Außendienstmitarbeiter verwenden in den Verkaufsgesprächen das Info-Material, das ich in den vergangenen Monaten vorbereitet habe. Ich glaube, jeder wird jetzt verstehen, warum ich voller Zufriedenheit auf die vergangenen vier Monate zurückblicke.

Das Praktikum hat mir ermöglicht, einerseits "Unternehmensluft" zu schnuppern und andererseits einen konkreten Einblick in die Berufswelt von Naturwissenschaftlern außerhalb des Labors zu bekommen. Daher kann ich jedem, der sich eine berufliche Tätigkeit außerhalb des Labors vorstellen kann, nur empfehlen, sich noch während des Studiums ein eigenes Bild davon zu machen.

Erfahrungsberichte, Quelle:sxc.hu Autor:clixMehr Erfahrungsberichte?
Weitere Berichte der e-fellows von Recruiting-Events, Praktika und Jobs findest du in der Rubrik "Erfahrungsberichte".

Tagebuch (Roche): Aus dem Wintermantel in die indische Tarnkleidung – Melanie auf Projekt in Mumbai

Montag, den 14. Februar 2011
Tagebuch

Vorbereitung auf das nächste Projekt: Indische Kleidung als Tarnung kaufen und lernen, wie man Mittagessen auch ohne Hindi-Kenntnisse bestellt. Denn Melanie ist gerade in ihr Auslandsprojekt in Indien gestartet. Für das Management-Start-Up-Programm von Roche ist sie in Mumbai im Einsatz und analysiert die Ergebnisse einer Mitarbeiterbefragung – was auch dazu führt, dass sie sich mit indischen Heiratsanzeigen beschäftigt.

Seit Sommer 2009 bin ich bei Roche Diagnostics in Mannheim Trainee im Management-Start-Up-Programm (MSU). Das ist ein Führungskräftenachwuchsprogramm, das den Teilnehmern zwei Jahre lang die Möglichkeit gibt, durch Projekte Erfahrungen in unterschiedlichen Unternehmensbereichen zu sammeln. Ich selbst bin MSU-Trainee im Projektmanagement und habe in den vergangenen anderthalb Jahren im Bereich Personal gearbeitet und im Site Development ein Konzept für einen Site-Business-Plan entwickelt.

e-fellow-Melanie-Roche-IndienMelanie (28) studierte Medien- und Kommunikationsmanagement in Stuttgart. Anschließend machte sie einen Master in Diplomacy & International Relations und einen MBA in den USA. Vor anderthalb Jahren ist sie ins Management-Start-Up-Programm von Roche eingestiegen und arbeitet zurzeit in Mumbai, Indien.

Ein wichtiger Teil des MSU-Programms bei Roche ist ein Auslandsprojekt, um internationale Arbeitserfahrung zu sammeln und die kulturellen Unterschiede innerhalb der Roche-Gruppe kennen zu lernen. Schließlich beinhaltet die Arbeit bei einem so großen globalen Konzern wie Roche immer mehr auch Arbeit über Ländergrenzen hinweg – da ist diese Art von Erfahrung unbezahlbar. Deshalb geht jeder der MSU-Trainees für bis zu drei Monate zu einer Roche-Niederlassung ins Ausland und lernt die Arbeitsweise der Leute dort kennen, während er oder sie ein Projekt durchführt.

"Warum nach Indien, da kennst du dich doch gar nicht aus?" – "Eben!"
Die Möglichkeit, eine Zeitlang im Ausland zu arbeiten, bietet natürlich viel tiefere Einblicke in das "richtige" Leben vor Ort, als ein Urlaub das jemals könnte. Deshalb wollte ich unbedingt in ein Land, das ich noch nicht kannte, um diese Chance auch voll zu nutzen. "USA? Danke, aber das kenne ich doch schon… gibt es nicht vielleicht etwas in Asien für mich?" Als dann das Angebot kam, knapp drei Monate nach Mumbai, Indien, zu gehen, sagte ich sofort zu.

Erste Eindrücke: Nicht jedes Klischee ist falsch
Mit dickem Wintermantel geht es im Januar in Frankfurt zum Flughafen. Dass der die nächsten drei Monate unbenutzt im Schrank hängen wird, ist klar! Bei meiner Ankunft mitten in der Nacht in Mumbai schlägt mir gleich die die feuchtwarme Luft der tropischen Nacht entgegen – zusammen mit einer Vielzahl der nicht nur angenehmen Gerüche, für die Mumbai geradezu berüchtigt ist.

Und schon am Gepäckband bekomme ich den ersten Vorgeschmack davon, dass Indien durchaus manchen (nicht allen!) Klischees entsprechen könnte. Trauben von Menschen um das Gepäckförderband, dicht an dicht, alle auch gleich direkt mit Gepäckwagen, den man dann später aber wegen des Gedränges da sowieso nicht rausbugsieren kann. Wer nach vorne will, muss sich durchschubsen. Aber Eile wäre ohnehin umsonst – die Koffer kommen in homöopathischen Dosen, der Strom fällt aus, das Gepäckband steht. Der Haufen Koffer, die plötzlich alle auf einmal auf dem Band liegen, verkeilt sich, das Gepäckband steht wieder. Und was krabbelt denn da? Ach, eigentlich will ich das gar nicht so genau wissen…

Marktstände (Bildquelle: e-fellows.net)

Ein indisches Outfit zur Tarnung
Die ersten zwei Tage kann ich mit Entdeckungstour verbringen, da ich direkt vor einem Wochenende angekommen bin. Mein erster Einkauf: Ein indisches Outfit. Erstens, weil es bei den Temperaturen viel angenehmer ist als westliche Kleidung, und auch, weil ich damit nicht ganz so viel angestarrt werde wie sonst. Hier gibt es zwar vergleichsweise viele Weiße, aber die fallen neben den vielen Millionen Indern wohl nicht besonders ins Gewicht, weshalb ich mit meiner hellen Haut und der westlichen Kleidung wie eine Jahrmarktsattraktion Blicke auf mich ziehe. Und während die Männer hier meist westlich gekleidet sind, sind die Frauen äußerst farbenfroh und glitzerig in traditioneller Kleidung unterwegs. In meinen neuen Salwar Kameez gewandet falle ich schon ein bisschen weniger auf!

Ihr erwartet hoffentlich nicht, dass ich mir 50 Namen auf einmal merken kann?!
Erster Arbeitstag: Zum Glück kann ich zu Fuß ins Büro gehen, das ist in Mumbai echter Luxus! Wobei auch der Fußweg seine Tücken hat, schließlich muss man sich durchschlängeln durch das Gewühl von Autos, LKWs, Bussen, Rikschas, Motorrädern, Fußgängern, Fahrrädern, Ochsenkarren, Straßenhunden, Ziegen, Hühnern und vereinzelt wirklich auch Kühen, die sich alle in ohrenbetäubendem Lärm kreuz und quer ihren Weg durch die Schlaglöcher bahnen.

Stand für frischgepressten Zuckerrohrsaft (Bildquelle: e-fellows.net)

Die Kollegen empfangen mich sehr nett, sind ausgesprochen hilfsbereit und nehmen sich viel Zeit, alles zu erklären, bei Bedarf auch mehrfach: Sowohl das Business hier als auch Indien und seine Kultur im Allgemeinen. Und das ist auch nötig, sogar beim Mittagessen-Bestellen brauche ich Hilfe. Was isst man in welcher Kombination? Und wie sage ich das dem Mann am Telefon, der kein Englisch spricht, dafür aber seine Antworten auf Hindi immer wieder wiederholt, wohl in der Hoffnung, dass ich ihn dann verstehe?

Sehr fürsorglich sind die Kollegen auch: Ich habe schon am Wochenende ein Handy gebracht bekommen und werde darauf immer mal wieder angerufen – wohl um zu prüfen, ob ich noch lebe? Das mag daran liegen, dass die Kollegen (etwas erschrocken) gehört haben, dass ich am Wochenende in Mumbai auf eigene Faust losgezogen war. Gleich am ersten Tag werden mir ungefähr 50 Leute vorgestellt. Die Gesichter merken ist kein Problem, aber die Namen… Das ist aber auch nicht ganz so einfach bei Namen wie Kinshuk, Vishnu, Sheweta.

Boomender Gesundheitsmarkt & "War for Talent" in Indien
Allmählich wird auch meine Vorstellung von dem HR-Projekt klarer, für das ich hergekommen bin. Ich soll die Ergebnisse einer Umfrage zur Zufriedenheit der Mitarbeiter in einem Roche-Geschäftsbereich untersuchen und korrigierende Maßnahmen für die Themen erarbeiten, in denen ich Verbesserungsbedarf sehe. Das verspricht spannend zu werden, verbinden sich doch in Indien unerhört hohe Zahlen in zweierlei Hinsicht: Der Gesundheitsmarkt wächst in dem boomenden Schwellenland rasant, aber auch der "War for Talent" um qualifizierte Beliebtes Wochenendvergnügen: Cricket im Park (Bildquelle: e-fellows.net) Arbeitskräfte tobt. Das große Angebot an verfügbaren Jobs und der Fokus der Angestellten auf individuelle Karriereentwicklung zeigt sich in eher geringer Loyalität zum Unternehmen. Deshalb ist die Fluktuation im Vergleich zu deutschen Verhältnissen enorm.

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Auch auffällig: Alle sind sehr jung. Die meisten sind zwischen 25 und 35, Kollegen über 50 gibt es kaum. Das hat wohl, erklärt man mir, damit zu tun, dass unser Standort in Indien erst ungefähr sechs Jahre lang besteht. Außerdem liegt das Durchschnittsalter der indischen Bevölkerung bei gerade mal 25 Jahren. Und drei der sechs Leute in meiner Abteilung hier heiraten dieses Jahr – alle drei Ehen sind von der Familie arrangiert, was hier nach wie vor völlig normal ist. Wer sich lustige, original indische, durch die Familien aufgegebene und nach Religion, Bildungs- oder Familienstand sortierte Heiratsannoncen angucken will: www.shadi.com oder www.communitymatrimony.com oder oder oder….

Im zweiten Teil ihres Tagebuch berichtet Melanie von den Unterschieden zwischen deutscher und indischer Arbeitsweise. Im dritten Teil geht es um ihre Interview-Reise durch Indien.

Erfahrungsbericht (Roche Diagnostics): Viel mehr Antworten als gedacht

Dienstag, den 8. Februar 2011
Erfahrungs- bericht

Wie sieht der Arbeitsalltag einer Managerin bei Roche Diagnostics aus? Wie kann ich als Frau erfolgreich Beruf und Familie vereinbaren? Beim Power Breakfast mit Roche Diagnostics wurde der enorme Wissenshunger von e-fellow Julia mehr als gestillt – sie bekam sogar Antworten auf Fragen, die sich ihr bis dahin noch gar nicht gestellt hatten.

Titel der Veranstaltung
Power Breakfast mit Roche Diagnostics

Datum und Ort
20. Januar 2011 in Mannheim

Teilnehmer und Unternehmensvertreter
15 Teilnehmerinnen, die Referentinnen Elke Schüler (Leiterin der Hauptabteilung "Supply Chain Management Spare Parts" im Bereich Global Logistics) und Ulrike von Faber (Expert Personalmarketing) von Roche Diagnostics und Claudia Liebethal, Leiterin des Teams Key Account Management & Karriereservice von e-fellows.net.

Warum ich an der Veranstaltung teilgenommen habe
Es ist mir immer sehr wichtig, theoretischen Background mit praktischen Erfahrungen zu festigen und aus den Erfahrungen anderer zu lernen.  Seminare geben generell die Möglichkeit, dies zu tun. Mit der Teilnahme am Power Breakfast wollte ich mich über das Unternehmen Roche Diagnostics informieren und mein Netzwerk erweitern.

Juliae-fellows.net-Stipendiatin Julia (25) studiert International Marketing Management an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin. Sie ist ein sehr neugieriger Mensch und immer daran interessiert, ihren Horizont zu erweitern. Keine Frage, dass sie sich das e-fellows.net Power Breakfast mit Roche Diagnostics nicht entgehen ließ.

Leckerer Einstieg zum produktiven Austausch
Zu Beginn gab es eine allgemeine Vorstellungsrunde. Bei einem reichhaltigen und leckeren Frühstück lauschte ich den Erfahrungsberichten der anderen und konnte auch eigene Erfahrungen an die Teilnehmerinnen und Referentinnen weitergeben.

Anschließend begann die Fragerunde. Frau von Faber und Frau Schüler waren uns gegenüber sehr offen und machten deutlich, dass es in dieser Runde keine richtigen, falschen oder gar unangemessenen Fragen gab. So konnten wir jede unserer Fragen ohne Scheu stellen. Diese wurden äußerst fachkundig von den sympathischen Referentinnen beantwortet. Auch ganz konkrete Fragen zu Einstiegs- und Karrieremöglichkeiten wurden explizit beantwortet.

Elke Schüler ist Leiterin der Hauptabteilung "Supply Chain Management Spare Parts" im Bereich Global Logistics bei Roche Diagnostics. Sie ist dort für die Prozesse Planning, Warehousing, Order Management und Distribution innerhalb der logistische Kette verantwortlich. Die Entwicklung globaler Strategien sowie die weltweite Service-, Bestands-, Kosten und Prozessoptimierung gehören zu den Herausforderungen in ihrem Bereich. Ulrike von Faber, Expert Personalmarketing bei Roche Diagnostics, arbeitet in Teilzeit und Telearbeit und vereinbart so seit Jahren erfolgreich Beruf und Familie.

Neue Ideen und alternative Ansätze
Mir wurden sogar Fragen beantwortet, die sich mir bis dato noch überhaupt nicht bewusst gestellt hatten. Denn durch die anderen Teilnehmerinnen kamen interessante Themen auf, über die ich selbst bisher noch gar nicht nachgedacht hatte. In dieser unkomplizierten Atmosphäre entstanden neue Ideen, wir gaben uns gegenseitig Tipps und diskutierten. Am Ende der Veranstaltung konnte sich jede Teilnehmerin noch mit ihren Einzelfragen an die Referentinnen wenden.

Ich konnte viel Neues mitnehmen zu den Karrierechancen für Frauen im Allgemeinen und bei Roche im Speziellen sowie zu unterschiedlichen Herangehensweisen bei der Karriereplanung. Somit konnte ich auf allen Ebenen von dem Treffen profitieren.

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Fazit
Ich empfehle diese Veranstaltung allen Frauen, die herausfinden möchten, welchen Weg sie in Zukunft gehen wollen oder ob der Weg, den sie bereits eingeschlagen haben, der richtige ist. Denn hier bekommt man neue Denkanstöße und Erfahrungen vermittelt, die die Suche nach Informationen erheblich erleichtern.

Selbstverständlich ersetzt ein Power Breakfast kein individuelles Coaching, denn Ziel der Veranstaltung ist nicht, den Karriereweg des Einzelnen herauszufinden. Doch die Teilnahme ist eine unbezahlbare Möglichkeit, um in entspannter Atmosphäre viel über andere, aber auch über sich selbst zu lernen. Aber bewerbt euch einfach selbst, denn:

"Sag es mir, und ich werde es vergessen.
Zeige es mir, und ich werde mich daran erinnern.
Beteilige mich, und ich werde es verstehen."

Lao Tse

Erfahrungsberichte, Quelle:sxc.hu Autor:clixMehr Erfahrungsberichte?
Weitere Berichte der e-fellows von Recruiting-Events, Praktika und Jobs findest du in der Rubrik "Erfahrungsberichte".