Archiv der Kategorie 'Meinung'

Das empfehlen die e-fellows: Nachrichten auf einen Blick

Freitag, den 25. März 2011
Christine

Du kennst einen Job für Juristen oder BWLer, hast einen interessanten Artikel über Änderungen im Arbeitsrecht oder zu Spartipps im Studium? Jetzt kannst du diese Infos in einem zentralen Twitter-Kanal allen anderen e-fellows empfehlen. Hier siehst du auch, welche Artikel andere e-fellows gerade interessant finden.

Schnell informiert werden und immer auf dem Laufenden bleiben? Angesichts der täglichen Informationsflut wird das immer wichtiger. Aber welche Nachrichten sollte man lesen? Und wie organisiert man sie übersichtlich?

Nachrichten auf einen Blick
Die Nachrichten in der Twitter-Timeline der e-fellows zeigen dir in 140 Zeichen, was in der Berufswelt los ist, mit welchen Fragen du im Vorstellungsgespräch punktest oder welche neuen Stipendien gerade angeboten werden. Das sieht so aus:


Du findest die Timeline auf der Übersichtsseite von "Blog & Community" sowie neben allen Blog-Beiträgen.

Artikel empfehlen
Du hast gerade einen interessanten Artikel gelesen und willst ihn anderen e-fellows empfehlen? Kein Problem: Poste ihn einfach auf Twitter und hänge an deinen Tweet "Raute" und "efn!" (als Abkürzung für e-fellows.net): "#efn!". Dein Tweet erscheint dann in der Twitter-Timeline.

Für RSS-Fans
Wer lieber im RSS-Reader liest, kann sich die Twitter-Timline als RSS-Feed abonnieren. Für Berufs- und Jobthemen gibt es seit kurzem sogar eine spezielle Twitter-Karriereliste, die ihr einfach eurem RSS-Abo hinzufügen könnt.

Der "Visual CV": Eine Alternative zum klassischen Lebenslauf?

Donnerstag, den 7. Oktober 2010
Lukas

Auch wenn die Medien immer wieder Panik über den "Karrierekiller Internet" verbreiten – die Wahrheit ist eine andere: Der Bewerber von morgen heute hat in den meisten Fällen schlechtere Chancen, wenn von ihm wenig bis gar nichts im Netz zu finden ist. Eine neue Möglichkeit, sich arbeitgebergerecht im Netz zu präsentieren, ist der "Visual CV".

Ist der zweiseitige Papier- oder PDF-Lebenslauf bald Geschichte? So weit sind wir sicher noch nicht. Doch der Papier-Lebenslauf ist simpel. Jeder Bewerber sieht ungefähr gleich aus. Kaum eine Chance, sich abzuheben, wenn man etwas mehr als den Bewerber-Durchschnitt zu bieten hat. Und jeder kennt die Qual, seinen CV so zu kürzen, dass alles Wichtige auf die vermaledeiten zwei Seiten passt und trotzdem gut aussieht.

In den USA entstehen daher neue Formen, sich als kompetenter Bewerber zu präsentieren. So zum Beispiel der "Visual CV":

Der "Visual CV"
Gerade wenn viel von einem im Internet zu finden ist, könnte der "Visual CV" eine Option sein: Das Internet-Tool (Anmelden unter visualcv.com) verknüpft ein klassisches Lebenslauf-Format mit interaktiven Inhalten, also mit zusätzlichen Links auf Blog-Postings, Fachartikel, Videos, Präsentationen, Twitter-Konten und so weiter. Auch Grafiken oder Diagramme kann man einfügen, zum Beispiel die steigende Umsatzkurve seit dem eigenen Einstieg beim derzeitigen Arbeitgeber. Hier ein (Werbe-)Video darüber, wie das (im besten Fall) funktioniert:


Beispiele für Visual CVs:

Mehrwert zu Xing, LinkedIn & Co.?
Klar: Mit dem Visual CV kommt noch ein Profil hinzu, das man pflegen muss. Abgesehen davon kommt der "Visual CV" zwar etwas arg "amerikanisch" rüber, er kann sich aber sehen lassen. Er bietet dem Recruiter einiges an Mehrwert zum Xing- oder LinkedIn-Profil, die derzeit in der Regel als "Online-CV" herhalten – wenngleich man als Personaler hier natürlich nicht gleich sieht, ob die Bewerberin in der Branche auch gut vernetzt ist. Er taugt mindestens als Ergänzung zum traditionellen CV, und wenn das Wunschunternehmen nicht ganz von gestern ist, demnächst vielleicht auch als Ersatz?

Google ist noch nicht dran gewöhnt
Mit einem professionell gemachten Visual CV müsste auch der googelnde Personaler einen guten Eindruck vom Bewerber bekommen. Nur: Google muss meinen Visual CV auch gleich an prominenter Stelle ausspucken. Das ist derzeit noch nicht der Fall. Zumindest landet bei meiner Suche nach ein paar der Namen aus den (echten) Beispielprofilen deren Visual CV nicht mal auf der ersten Seite.

Wenn sich diese CV-Form stärker verbreitet, wird auch Google darauf anspringen. So viel Content zu einer Person auf einer Seite – wenn das mal kein relevantes Suchergebnis ist. Und so lange könnte man den Link ja in die E-Mail zur Bewerbung tun.

Was denkt ihr: Ist so ein Visual CV die Zukunft? Ist er eine gute Alternative zum CV? Oder braucht das keiner? Welche Alternativen oder Ergänzungen zum klassischen CV nutzt ihr?

Nationales Stipendienprogramm: Engagement wichtig / Weitere Büchergelderhöhung geplant

Dienstag, den 31. August 2010
Lukas

Wie läuft das mit dem neuen nationalen Stipendienprogramm? Was ist der Unterschied zu den klassischen Begabtenförderungswerken? Und wird das Büchergeld dort wirklich bei 150 Euro eingefroren, wenn man als "nationaler" Stipendiat 300 Euro bekommen soll? e-fellow Franz-Martin hat ans Bildungsministerium geschrieben – und nun eine Antwort mit einigen spannenden Neuigkeiten erhalten.

Besonders interessant:

  • Auch bei der Auswahl der Bewerber für das das nationale Stipendienprogramm wird gesellschaftliches Engagement berücksichtigt – die Anforderungen an die Bewerber unterscheiden sich also nicht wesentlich.

Das ist eine beachtliche Neuerung: Bisher war man davon ausgegangen, dass nur nach Noten (beste 10%) ausgewählt werden würde. Damit sinkt der Unterschied in den Auswahlkriterien weiter, das Stipendium bei den Begabtenförderungswerken (also Studienstiftung & Co.) verliert relativ an Wert.

  • Der Erhöhung des Büchergelds für Stipendiaten der Begabtenförderungswerke ab dem Sommersemester auf 150 Euro (wir berichteten) könnte eine weitere Erhöhung auf 300 Euro folgen. Zumindest sei das noch das Ziel für die derzeitige Legislaturperiode.

Alles andere erschiene mir doch sehr merkwürdig. Zwar springt bei einem Begabtenförderungswerk für BAföG-würdige Studenten rein finanziell gesehen immer noch deutlich mehr raus. Aber bekanntlich sind erheblich mehr als die Hälfte der Stipendiaten dort nicht BAföG-berechtigt und erhalten nur das Büchergeld. Mit 150 Euro stehen die nun erst mal schlechter da als die Stipendiaten des nationalen Stipendienprogramms mit ihren 300 Euro. Das Prestige und die höheren Anforderungen der Begabtenförderungswerke sollten sich aber auch im Finanziellen widerspiegeln.

Ob es gerecht ist, Studenten, die das Geld nicht brauchen, einfach pauschal 300 Euro zu schenken, ist freilich eine andere Frage.

Hier der komplette Brief, den Franz-Martin zuerst als Frage in der e-fellows.net community veröffentlicht hat (Hervorhebung durch mich, danke an Franz-Martin für die Zustimmung zur Veröffentlichung!):

"Sehr geehrter Herr Toaspern,

haben Sie vielen Dank für Ihre Mail vom 11.08. In ihrem Koalitionsvertrag haben die Regierungsparteien sich für diese Legislaturperiode eine Erhöhung des Büchergeldes der Begabtenförderungswerke auf 300 Euro zum Ziel gesetzt, wobei der Koalitionsvertrag offen lässt, ob dieses Ziel in einem oder in mehreren Schritten erreicht werden soll. Wie Sie dem von Ihnen zitierten Interview mit Frau Bundesministerin Professor Dr. Annette Schavan entnehmen konnten, strebt das BMBF zur Zeit eine Erhöhung des Büchergeldes auf 150 Euro zum kommenden Sommersemester an.

Unabhängig von der vereinbarten Büchergelderhöhung möchte ich Sie auf die Vorteile einer Förderung durch die Begabtenförderungswerke hinweisen:

Die Förderung der Begabtenförderungswerke

  • macht Angebote der ideellen Förderung, Beratung und Vernetzung
  • gewährt eine großzügige Auslandsförderung
  • wird unabhängig von zusätzlichen Voraussetzungen bis zum Abschluss des Studiums innerhalb der Höchstförderdauer gewährt
  • erlaubt unbeschränkt einen Wechsel der Hochschule im In- und Ausland
  • erlaubt unter bestimmten Umständen einen Fachrichtungswechsel
  • bietet die Möglichkeit einer Weiterförderung nach dem Bachelorabschluss bis zum Ende des Masterstudiums
  • enthält bei Erhalt eines Lebenshaltungsstipendiums keinen Darlehensanteil
  • eröffnet Chancen auf eine spätere Berücksichtigung in der Promotionsförderung Ihres Begabtenförderungswerks.

Diese Vorzüge sollten Sie bei einem Vergleich der Leistungen der Begabtenförderungswerke mit den Möglichkeiten des nationalen Stipendienprogramms nicht aus dem Blick verlieren – unabhängig von der konkreten Höhe des Büchergeldes. Auch bei der Auswahl der Bewerber für das nationale Stipendienprogramm wird übrigens gesellschaftliches Engagement und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, berücksichtigt – die Anforderungen an die Bewerber unterscheiden sich also nicht wesentlich.

Informationen zum nationalen Stipendienprogramm finden Sie auf der BMBF-Internetseite http://www.bmbf.de/de/14295.php."

Fragen und Antworten zum nationalen Stipendienprogramm und zur Büchergelderhöhung:

Bewerbung: Wohin mit der Quelle?

Freitag, den 25. Juni 2010
Lukas

Wenn ich schreibe, dass ich die Stelle über die Firmenwebsite gefunden habe, zeige ich dann besonderes Interesse am Unternehmen? Und genügt bei einer E-Mail-Bewerbung die Quelle in der Betreffzeile? Ein paar Tipps zur Quelle – quasi von der Quelle: dem Personaler-Alltag.

Ein guter Bewerber versteht es, sich in den Personaler hineinzuversetzen und macht ihm die Arbeit so leicht wie möglich. Das fängt an mit einem PDF-Anhang statt vielen einzelnen Word-Dateien – und hört noch lange nicht auf mit einer Signatur in der E-Mail für eine schnelle Rückrufmöglichkeit. Ja, ich kann dem Personaler sogar helfen, sein Budget besser einzuteilen.

Aus welcher Quelle sprudeln die besten Bewerber? [Bildquelle: sxc.hu, Autor: goos]
Aus welcher Quelle sprudeln die besten Bewerber? [Bildquelle: sxc.hu, Autor: goos]

Personaler schreiben ihre Stellen an vielen Orten aus. Ständig fragen sie sich: Wo investiere ich mein knappes Budget am besten? Daher tust du ihnen einen großen Gefallen, wenn du ihnen die Quelle nennst, über die du auf die Stelle aufmerksam geworden bist.

E-Mail-Bewerbung: redundant ist richtig
Aber wo kommt sie hin, diese Quelle? Bei der E-Mail-Bewerbung:

  • in den Betreff der E-Mail (zum Beispiel "Bewerbung auf Ihre Stellenausschreibung bei e-fellows.net für einen Community-Manager")
  • im Anschreiben des separaten PDF-Dokuments noch einmal als Betreff zwei Zeilen oberhalb der Anrede (wie in einer klassischen Papier-Bewerbung). Zum Beispiel: "Ihre Stellenausschreibung auf e-fellows.net / Bewerbung als Community-Manager".

Warum diese Dopplung? Nun, die E-Mail erhält oft eine Person, die dann nur die Bewerbung selbst, also den PDF-Anhang ausdruckt und an (weitere) Entscheidungsträger durchreicht. Beide sollen in der Lage sein, die Bewerbung bequem einer Quelle zuzuordnen.

Bewerbung über externe Jobbörsen
Die Quelle sparen kann man sich hingegen bei Bewerbungen über nicht unternehmenseigene Jobbörsen wie die von e-fellows.net oder monster. Denn hier leitet die Jobbörse die Bewerbung in der Regel mit Quellenvermerk an den Arbeitgeber weiter. Es schadet aber nicht, die Quelle zur Sicherheit zumindest im Anschreiben noch einmal zu nennen (Beispiele siehe unten).

Unternehmenseigene Jobbörsen
Anders verhält es sich mit unternehmenseigenen Jobbörsen, zum Beispiel dem Karriereportal von Roche. Vor allem große Unternehmen akzeptieren vermehrt nur noch Bewerbungen über ihr hauseigenes Portal, obwohl sie ihre Stellen an vielen Orten ausschreiben. In diesem Fall verweisen sie auf den anderen Jobbörsen für die Bewerbung auf ihr Portal. Fragt das Unternehmen die Quelle bei der Bewerbung dann nicht über ein Formularfeld ab, solltest du dem Personaler den Gefallen tun und die Quelle zumindest im Anschreiben nennen (Beispiele siehe unten). Aber Achtung: Die Quelle ist in diesem Fall nicht das Karriereportal des Unternehmens.

Anbiedern bei der Quelle bringt nichts
Eine Personalerin erzählte mir neulich, dass seit Jahren ein unrealistisch hoher Anteil der Bewerber angebe, die Stelle über das unternehmenseigene Karriereportal gefunden zu haben. Wahrscheinlich will der Bewerber damit besonderes Interesse am Arbeitgeber demonstrieren, da er sich ja auf dessen Website über die Jobangebote informiert und nicht irgendwo zufällig drauf gestoßen ist. Man tut dem Personaler also mit der Angabe der Firmenwebsite als Quelle keinen Gefallen und verschafft sich darüber auch keine Vorteile. Gerade wenn man zum Beispiel über e-fellows.net von der Stelle erfahren hat, also einem Portal, das für eine sehr gute Zielgruppe steht, sollte man die wirkliche Quelle angeben.

Quelle im ersten Satz des Anschreibens
Gibt es aus irgendeinem Grund keine Möglichkeit, die Quelle im Betreff zu nennen, kann man sie auch im ersten oder zweiten Satz des Anschreibens einflechten. Das ist auch der Fall, wenn man über eine persönliche Empfehlung auf die Stelle aufmerksam wurde.

Beispiele:

"mit großem Interesse habe ich Ihre Stellenausschreibung bei e-fellows.net gelesen und möchte mich hiermit als Experte für Wurstsalatvertrieb bewerben."

"über xy habe ich Ihre Stellenausschreibung für einen Design Consultant gefunden. Auf diese Stelle bewerbe ich mich hiermit, da …."

"Ihr Kollege Martin Maier, ein früherer Kommilitone, hat mich auf Ihre Ausschreibung für die Stelle als Patentanwalt aufmerksam gemacht. Auf diese Stelle bewerbe ich mich hiermit, da …

"hiermit möchte ich mich für ein Praktikum im Online-Marketing bewerben. Ich bin durch e-fellows.net auf Ihr Stellenangebot aufmerksam geworden."

"in Ihrer Anzeige vom …. suchen Sie eine/n …"

Erfahrungsbericht (e-fellows.net):
Wie es in der Redaktion wirklich zugeht

Mittwoch, den 26. Mai 2010
Christoph

Von Januar bis März habe ich im Team "Content & Community" bei e-fellows.net für euch über Karriere und Studium geschrieben, eure Erfahrungsberichte gepimpt, eine iPhone-App getestet und als "Graue Zelle" Wissens-Tests entführt. Zeit für einen Rückblick und Antworten auf die Fragen, warum Lukas beim Café um die Ecke Rabatt erhält und ob sich die Bewerbung für ein Redaktions-Praktikum auch für euch lohnt.

e-fellow Christophe-fellow Christoph (26) studiert interdisziplinär Anglistik und BWL an der Universität Mannheim und analysiert in seiner Diplomarbeit zurzeit Geschäftsberichte großer Unternehmen. In unserer Redaktion hatte er den gefährlichen Platz direkt gegenüber von Teamleiter Lukas. Wie es ihm ergangen ist, erzählt er im Erfahrungsbericht.

Wir hatten keine Uhrzeit ausgemacht. Also stand ich am ersten Tag um 8:45 Uhr vor dem Büro in der Münchner Innenstadt, beim Marienplatz um die Ecke. 8:45 Uhr schien mir eine gute Zeit, nicht zu früh und nicht spät. In der Redaktion war aber noch keiner da. Das lag zwar auch daran, dass am 4. Januar die ganze Stadt in der ihr typischen Gemütlichkeit aus dem Winterschlaf erwachte. Vor allem aber sah ich schon, während ich wartete, wie flexibel man sich bei e-fellows.net die Arbeitszeit einteilen kann: Ob man um 8:00 Uhr kommt oder erst um 9:30 Uhr, spielt keine Rolle, solange man seine Aufgaben erledigt und dafür abends auch mal etwas länger bleibt.

Abiturnote, Bewerbungsfoto und iPhone

Was waren meine Aufgaben im Team "Content & Community"? Vor allem natürlich, die Website mit Inhalt zu füllen und zu schreiben, schreiben, schreiben: Artikel, Blog-Postings und knackige Teaser für den Stipendiaten-Newsletter. Über was ich schreiben wollte, konnte ich frei wählen, solange es Themen rund um Studium und Karriere waren, die euch, die Besucher unserer Website, interessieren könnten. Zum Beispiel, ob Abiturienten in Baden-Württemberg besser rechnen können als in Hamburg und was Abiturnote und Bundesland miteinander zu tun haben. Oder auf was man achten sollte, wenn man Bewerbungsfotos machen lässt. Oder dass Bachelor- und Master-Absolventen in den Ingenieurwissenschaften immer bessere Karten haben. Ob die "Sleep Cycle Alarm Clock" wirklich funktioniert, habe ich für die Stipendiaten mit iPhone getestet und über meine Ergebnisse hier im Blog spekuliert.

Eure Erfahrungsberichte auf meinem Schreibtisch

Neben eigenen Beiträgen habe ich mich immer wieder mit dem beschäftigt, was ich selbst gerade schreibe: Erfahrungsberichten. Was ihr in Praktika, Workshops oder Bewerbungstrainings erlebt habt, landete auf meinem Schreibtisch. Falls nötig, habe ich umformuliert, gekürzt oder die Autoren um mehr Informationen gebeten; anschließend die Berichte mit passenden Fotos versehen und ins Redaktionssystem übertragen; die finale Version schließlich mit den Autoren und Partnerunternehmen abgestimmt und auf der Website oder hier im Blog veröffentlicht. Neben den Erfahrungsberichten habe ich weitere Rubriken betreut, die von eurem Input leben, zum Beispiel die Porträts der Doktoranden in der Serie "e-fellows promovieren".

Besser und schneller schreiben

Egal, ob ich eigene Texte geschrieben oder Inhalte redigiert habe, profitiert habe ich von der offenen Feedback-Kultur in der Redaktion. Dank der Tipps und journalistischen Erfahrung von Lukas und meinen Kolleginnen (tja, Männer sind in der Redaktion eine Randgruppe) habe ich meinen eigenen Schreibstil weiterentwickelt. Nebenbei habe ich gelernt, Prioritäten zu setzen und effizient zu arbeiten. Übertragen auf den Online-Journalismus heißt das, packenden Inhalt in möglichst kurzer Zeit zu produzieren. Die Mischung aus Qualität und Schnelligkeit, aber auch die Koordination im Team waren besonders wichtig, wenn ich innerhalb kurzer Zeit die Teaser auf der Website ersetzte oder den Versand des Stipendiaten-Newsletters vorbereitete.

Querdenker erwünscht

Feedback ist bei e-fellows.net übrigens nicht nur Sache der Chefs. In der Redaktionssitzung oder im wöchentlichen Info-Meeting, wo sich alle Mitarbeiter über Teamgrenzen hinweg austauschen, wird jede Meinung ernst genommen – egal ob der Geschäftsführer sie äußert oder ein Praktikant. Das hat mir imponiert. Besonders deutlich wurde das, als ich parallel zur journalistischen Arbeit die Website aus Benutzersicht analysierte und mir Vorschläge zur Verbesserung überlegte. Viele wurden noch während meiner Zeit in der Redaktion umgesetzt. Mit Lukas führte ich während des Praktikums außerdem mehrere persönliche Feedback-Gespräche.

Lukas und seine Kaffee-Connection

Vielleicht erinnert ihr euch daran, wie ich im Februar in die Rolle von "Graue Zelle" schlüpfte, zusammen mit Tinka die neuen Wissens-Test aus der Community entführte und euch zu einer spektakulären Befreiungsaktion herausforderte. Der Launch der Wissens-Tests war sicher ein Highlight meines Praktikums, eine lockere Atmosphäre herrschte im Büro aber eigentlich immer. Und wenn am Nachmittag doch mal die Kräfte nachließen, nahm Lukas eine Sammelbestellung auf und versorgte das Team mit Koffein aus dem Café nebenan (wo ihm seine Treue und seine Flirts mit dem Personal 10 Prozent Rabatt eingebracht haben).

Was ein Praktikum bei e-fellows.net bringt

Kurzum: Ich hatte eine tolle Zeit in der Redaktion. Im Team konnte ich nicht nur eigene Schwerpunkte setzen und meine Kenntnisse im Online-Journalismus ausbauen, sondern erhielt nebenbei durch Workshops einen Einblick in Web-Analyse und Suchmaschinen-Optimierung. Als freier Mitarbeiter werde ich auch in Zukunft den einen oder anderen Artikel beisteuern. Empfehlen kann ich ein Praktikum in der Redaktion, im Community-Management (oder je nach Interesse auch in anderen Bereichen) jedem, der mal hinter die Kulissen von e-fellows.net blicken, selbständig kreativ sein und lernen möchte, worauf es im Online-Journalismus ankommt.

Offene Fragen? Schreibt mir doch einfach in der Community.

Community & Blog Quelle:sxc.hu Autor:clixMehr Erfahrungsberichte?

Berichte aus den Vorjahren findest du auf der Website in der Rubrik Community & Blog.

Klatsch im Büro – Karrierebeschleuniger mit Tücken

Mittwoch, den 5. Mai 2010
Julia

"Hast du den Ausschnitt von der dicken Rothaarigen gesehen? Die hat doch garantiert was mit dem Chef!" "Ähm, das ist die neue Abteilungsleiterin – und außerdem meine Freundin". Uuups… Als Firmen-Frischling lauern die Fettnäpfchen überall. Natürlich kann man dem Tratsch einfach ganz abschwören. Doch wer das tut, schadet seiner Karriere, sagt ein Soziologe.

Wo Menschen zusammenkommen, wird getratscht, gelästert, geklatscht – und da sind auch 80 Prozent der e-fellows gerne mit dabei. 65 Stunden pro Jahr verbringt der Mensch damit, Büro-Klatsch zu verbreiten, so eine Studie der Software-Firma Equisys.

Lästern? Ja! Aber nicht mit jedem... [Bildquelle: pixelio.de, Autor: Opa Rolf]
Lästern? Ja! Aber nicht mit jedem… [Bildquelle: pixelio.de, Autor: OpaRolf]

Richtig so, meint der Soziologe Christian Schuldt im Fach-Organ Bild: "Klatsch ist ganz generell wichtig für das menschliche Miteinander, denn er ruft immer auch dazu auf, sich an die Werte und Normen zu halten, die in der jeweiligen Gruppe gelten. Durch Klatsch werden Regelverstöße geahndet. Somit stabilisieren die Klatschenden die Werte der Gruppe."

Tratsch ist gesund!
Klatsch, so der Forscher, sei ein Produktivitätsfaktor, schaffe Teamgeist und senke sogar den Krankheitsstand. Das geheime Klatschwissen schweißt Kollegen zu Komplizen zusammen – und solche Allianzen haben im Job noch nie geschadet.

Klatsch – der Weg zur Beförderung
Im Gegenteil: Klatsch ist gut für die Karriere! Schuldts Untersuchungen zufolge haben wir 70 Prozent unseres Job-Wissens dem Flurfunk und Kantinengesprächen zu verdanken. Dass Herr Müller zum Projektleiter befördert wird und nicht Herr Meier – das liegt nicht an Herrn Müllers Fachkompetenz, sondern in 90 Prozent aller Fälle daran, dass Herr Müller beliebter ist als sein Kollege. Und beliebt ist, wer immer etwas Interessantes zu erzählen hat, sprich: wer klatscht.

Neu im Büro? Dann Ohren auf und Klappe halten
Gerade wer neu im Büro ist, sollte sich dem Klatsch darum nicht entziehen – immerhin bietet das Gerede eine gute Orientierungshilfe: Wer hat in dem Laden das Sagen, wem sollte man besser nicht vertrauen? Klüger, als selber mitzumischen ist es am Anfang aber, die Ohren aufzusperren – und den Mund zu halten.

Dos and Don'ts:

1. Nicht per E-Mail!
Klatsch in der Pause oder nach Feierabend, aber nicht per E-Mail oder Messenger! Wer neben der Arbeit ständig E-Mails liest und schreibt, dessen Leistung nimmt so stark ab, als hätte er einen zehn Punkte niedrigeren IQ. Die ständige Ablenkung beeinträchtigt die Arbeit mehr als ein Joint – und das fällt irgendwann auf. Ganz zu schweigen von der Gefahr, dass die E-Mail versehentlich an die falsche Adresse geht – ein Klick, und die ganze Abteilung ist per Rundmail über deine heißen Erlebnisse im Kopierraum informiert.

2. Beim Mobbing hört der Spaß auf
Fiese Gerüchte in die Welt setzen oder Verleumdungen – das hat mit Tratsch nichts zu tun, sondern ist Mobbing.

3. Sei lustig!
Einfach nur über andere reden – das kann jeder. Sei witzig, setzte Pointen, wahre immer ein bisschen emotionale Distanz und lache auch mal über dich selbst – dann fliegen dir die Herzen deiner Zuhörer zu.

4. Klatsche nicht mit jedem!
Teile deine Informationen nicht mit jedem. Versorgst du nur einen kleinen Kreis mit deinem Wissen, empfinden deine Komplizen dies als Privileg – erzählst du jedes neue Gerücht überall herum, giltst du als jemand, der nichts für sich behalten kann.

5. Tratsche mit dem Chef!
Tratsche ab und zu mit dem Chef – er wird dir dankbar sein! Die meisten Chefs haben das Gefühl, dass sie nur die Hälfte von dem mitbekommen, was sich die Kollegen privat erzählen – und das ist ja auch so. Einem Konkurrenten ist ein peinliches Missgeschick passiert? Prima, so was hört dein Chef am liebsten!

6. Nie öffentlich im Internet!
Ganz gefährlich: Im eigenen Blog, öffentlichen Foren oder Social Networks über den Chef oder den Job ablästern. Einmal den Firmennamen oder den eigenen Namen gegoogelt, und schon ist dein Chef im Bilde, was du wirklich über ihn denkst. Das kann im ganz schnell mit einer fristlosen Kündigung enden!

Wir haben eh keine Zeit – Personaler im Internet

Mittwoch, den 28. April 2010
Melanie

Bloß keine Partyfotos bei Facebook hochladen! Geben Sie keine persönlichen Daten im Internet preis! Unterschreiben Sie keine Online-Petitionen! So oder so ähnlich fangen viele Ratgeber an, die sich mit Bewerbungen und Internet befassen. Warum? Weil angeblich Personaler jeden Bewerber googeln, ihn bei Facebook ausspähen und seine Partyfotos bei StudiVZ durchklicken.

Das ist Blödsinn. Ich kann mir kaum vorstellen, dass die Personaler so viel Zeit darauf verwenden, ihre Bewerber auszuspionieren. Diese Zeit haben sie nämlich schlicht nicht. Das zeigt auch eine Umfrage unter einigen großen Unternehmen, die bei ZEIT Online veröffentlicht wurde. Wer nämlich jedes Jahr tausende Bewerbungen bekommt und dabei die Fehlgriffe aussortieren muss wird sich hüten, diese Bewerber auch noch alle zu googeln. Die Personaler haben schließlich auch noch andere Aufgaben.

Klar, einige Bewerber, vor allem die, die sie sich näher anschauen wollen, googeln Personaler vielleicht. Aber das ist kein Problem, denn:

  • Man kann seine Profile in Social Networks so einstellen, dass nicht jeder sofort alles sehen kann. Auch die berüchtigten Partyfotos bleiben so verborgen.
  • Außerdem finden es viele Personaler gut, wenn ihre Bewerber auch im Internet Spuren hinterlassen. Denn das heißt, dass sie internetaffin sind und sich mit den neuen Medien auskennen. Ein wichtiges Kriterium heutzutage.
  • Drittens: Viele Unternehmen – zum Beispiel Bertelsmann – nehmen sogar über Facebook und Co. Kontakt zu ihren Bewerbern auf.
  • Über ein von dir gesteuertes Online-Profil (Facebook, Xing, twitter, Veröffentlichungen, Veranstaltungen) kannst du einen guten Eindruck hinterlassen. Wenn Personaler nämlich Informationen zu dir finden, die dich in ein gutes Licht rücken, hast du einen Vorteil.
  • Viele Unternehmen sind auf die neuen Medien noch gar nicht richtig eingestellt. Sie haben keine Tools, um gezielt und umfassend nach Bewerbern zu suchen. Oder sie fürchten die unklare Rechtslage.

Du und Social Networks
In welchen Online-Netzwerken bist du unterwegs? Hast du überall Profile und machst dir Sorgen um den Datenschutz? Sag es uns in einer kleinen Umfrage.

So nicht! Die größten Patzer aus 10 Jahren Bewerber-Erfahrung

Montag, den 19. April 2010
Sabine

Wir von e-fellows.net bearbeiten jährlich zig Bewerbungen für Events, Jobs und Praktika und leiten diese weiter. Oft jedoch nicht direkt: Gerne schicke ich die Unterlagen noch mal an den Bewerber zurück mit der Bitte, sie zu überarbeiten. Weil es einfach unglaublich ist, was bei uns teilweise landet, obwohl wir auf unsere Website Bewerbungstipps in Hülle und Fülle anbieten. Hier die Highlights – und wie man's besser macht.

  • Dateianhänge: Wenn nicht explizit anders gefordert, gilt: Bewerbungsunterlagen in EINER Datei – und die im Idealfall im PDF-Format. Die Dateigröße sollte 5 MB nicht übersteigen. Unsere Rekorde: 18 Anhänge in unterschiedlichen Dateiformaten, teilweise gezippt. Oder: 73 MB verteilt in elf Anhängen (allein das Abizeugnis verbrauchte schon 16 MB).
  • Dateinamen: So nicht: "L E B E N S L A U F Für Franca"? Wer ist Franca? Wir waren es jedenfalls nicht und der Bewerber hieß auch nicht Franca. Besser: "Bewerbung_Unternehmen_Vorname_Nachname.pdf".
  • E-Mail-Absender-Adresse: Aus Datenschutzgründen kann ich hier keine Beispiele aufführen – leider. Denn die sind teilweise zum Schreien. Schlimmer wäre wohl nur geile_maus69@hotmail.com. Tipp: Um seriös rüberzukommen, legt euch gescheite E-Mail-Adressen für eure Bewerbungen zu, zum Beispiel: vorname.nachname@woihrhaltseid.de.
  • Kontaktdaten: Auch wenn man es nicht glauben mag – nicht jede Bewerbung enthält vollständige Kontaktdaten des Kandidaten. Zum einen sollte schon in der E-Mail eine Signatur enthalten sein. Zum anderen gehören vollständige Kontaktdaten in die Unterlagen. Peinliches Anekdötchen: Weil wir einmal weder Telefonnummer noch E-Mail-Adresse hatten und keinen Brief schreiben wollten, blieb uns nur die Suche übers Web. Fündig wurden wir auf StudiVZ. Auf dem Profil grinste uns das entgegen:

  • Schreibfehler: "Da ich mit dem Gedanken spiele, nach meinem Studium im Bereich Journalismus zu arbeiten, bietet mir Ihr Praktikum die möglichkeit, erste Ehrfahrungen zu sammeln und Kontakte zu knüpfen." Klar, eine fehlerfreie Bewerbung ist schwer. Aber gerade wenn man sich in einer Redaktion bewirbt, sollte man fehlerfrei schreiben können und stilistische Grundregeln beachten. Wenn ich dann noch lese, dass der Bewerber im Deutsch-LK 15 Punkte hatte, zweifle ich doch sehr.
  • Länge des Anschreibens: Unser Kürze-Rekord: drei Zeilen. Unser Länge-Rekord: knapp drei Seiten. Tipp: Mit einer Seite, inklusive Kopfzeile, Betreff, Ort und Datum, liegt ihr richtig.
  • Länge der Bewerbung: Der Rekord liegt bei 36 Seiten inklusive Inhaltsverzeichnis – das brauchte ich dafür auch. Allein Anschreiben und CV umfassten acht Seiten. Die Grundregel lautet: eine Seite Anschreiben, max. zwei Seiten Lebenslauf und dann die relevanten Zeugnisse. Wer jede Bescheinigung für jeden Kurs, jede Veranstaltung und jede zweistündige Nebentätigkeit beilegt, zeigt, dass er nicht priorisieren kann.
  • Schlampigkeit und Einheitsbrei: Bewerbungsunterlagen sollen vollständig, ordentlich, fehlerfrei und individuell sein. Ich sehe einer Bewerbung an, ob sie an ein Unternehmen angepasst wurde, oder ob es sich um ein Massenschreiben handelt, das an zig Arbeitgeber geschickt wird. Besonders dann, wenn Bewerber sich nicht mal die Mühe machen, Firma, Adresse und Ansprechpartner korrekt auszutauschen. P.S.: Lukas Oldenburg freut sich nicht über solche Anreden: "Sehr geehrter Herr Lukas".
  • Bewerbungsfoto: Auch hier wünschte ich, Bilder posten zu dürfen. Das hätte großen Unterhaltungswert. Meine No-go-favorites: Bewerber zwischen drei riesigen Teddybären und Urlaubsfoto mit verschwitztem Wandersmann. Tipp: Ihr müsst keine High-end-Fotosession für Hunderte von Euro durchposen, aber ein seriöses, professionelles Bild in angemessener Kleidung und ordentlichem Erscheinungsbild sollte es schon sein.
  • Soziales Engagement: "Zur Zeit beteilige ich mich noch an einem Wettbewerb der Universität Siegen. […]Ein sogenanntes Brückenbau-Wettbewerb. […] Eine Brücke zu bauen, nur mit Papier und Pappe inklusive Klebstoff, und einem Maximalgewicht von 240Gramm." Ja, auf so was hat die Gesellschaft gewartet. Und die Unternehmen auch. Dicke Pluspunkte sammelt ihr auch, wenn ihr alle Recruiting-Workshops unter diesem Punkt aufzählt, die ihr jemals mitgemacht habt (Achtung, das war ironisch.). Soziales Engagement zeichnet sich dadurch aus, dass man etwas für andere tut, und zwar dauerhaft und von Herzen. "Engagement" sollte also schon erkennbar sein.
  • Adjektiv-Terror: Natürlich müsst ihr euch mit eurer Bewerbung verkaufen, aber bitte nicht durch eine endlose Aneinanderreihung von positiven Adjektiven à la: "Ich bin mit Leib und Seele dabei, mit meiner ganzen Persönlichkeit, bin konzentriert, fokussiert, arbeite präzise und bin pro-aktiv. Ich arbeite gerne selbstständig und unter Eigenverantwortung, damit ich aus meinem ganzen kognitiven, affektiven und kreativen Potenzial schöpfen und pro-aktiv innovative Ideen generieren kann." Tipp: Schreibt zu den positiven Eigenschaften eine Begründung: Bei welchem Projekt habt ihr zum Beispiel Kreativität und Eigenverantwortung unter Beweis gestellt?

Puh, das ist eine ganz schön lange Liste. Ich hoffe, es fühlt sich keiner auf den Schlips getreten. Aber ich möchte schließlich auch einen pädagogischen Auftrag zu eurem Besten erfüllen – denn eure Bewerbungen sollen euch ja zum Traumjob bringen. Daher noch ein letzter Kritikpunkt und Ratschlag:

  • Faulheit: Wenn wir schon netterweise zurückschreiben und euch bitten, die Unterlagen noch mal zu überarbeiten, weil ihr damit keine Chance beim Unternehmen haben werdet, dann bitte NICHT eine Reaktion wie diese: "ich habe noch nie ein Motivationsschreiben geschrieben und habe dafür auch keine Zeit. Bitte leitet das so weiter".

In diesem Sinne: Alles Gute für eure Bewerbungen! Und im Zweifelsfall gilt: Nachfragen, zum Beispiel in der e-fellows.net community.

Hilfe, das Internet hat meine Karriere gefressen!

Mittwoch, den 24. März 2010
Lukas

"Ich poste alles anonym, denn ich möchte, dass man so wenig wie möglich über mich im Internet findet." "Ich achte darauf, nirgendwo eine öffentliche Spur von mir zu hinterlassen." Zitate, wie wir sie immer wieder lesen, auch in der Community. Als ob das Internet hauptsächlich Karrieren fressen würde. Dabei beflügelt es sie geradezu.

In den letzten Jahren haben sich "Personensuchmaschinen" wie yasni oder 123people etabliert, und "googelnde Personaler" sind angeblich der Normalfall geworden (zum Beispiel laut dieser Microsoft-Studie).

Wer traut sich raus aus dem Web-Schneckenhaus? [Bildquelle: sxc.hu, Autor: harubert]
Wer traut sich raus aus dem Web-Schneckenhaus? [Bildquelle: sxc.hu, Autor: harubert]

Die beiden Phänomene führen dazu, dass viele Leute Angst davor haben, auch nur irgendwelche Spuren im Internet zu hinterlassen. Schlagworte wie der "gläserne Bewerber" bringen diese Angst zum Ausdruck. Bücher mit reißerischen Titeln wie "Karrierefalle Internet" verkaufen sich in so einer Zeit gut. Nicht nur der Autor des Buchs, der renommierte "PR-Blogger" Klaus Eck, sondern ganze Unternehmen verdienen ihr Geld mittlerweile mit "Reputations-Management" im Internet.

Kein Plädoyer für den Exhibitionismus
Um das gleich klarzustellen: Sicher kann man nicht naiv einfach alles von sich im Internet veröffentlichen und dann drauf hoffen, dass es schon niemand findet. Nach dem zu urteilen, was man so findet, wenn man sich durch die größeren Social Networks klickt, scheint es weiterhin auf jeden Fall notwendig, die Leute darüber aufzuklären, was sie da der ganzen Welt preisgeben.

Fan von "Fuck"? Muss nicht sein.
Wenn ich in Facebook bin, muss ich nicht unbedingt Fan von "F U C K THIS, F U C K THAT, F U C K OFF, F U C K YOU" werden. Wenn ich einmal meinen Namen google, erblicke ich nämlich sofort, dass potenziell alle Google-Sucher in meinem öffentlichen Facebook-Profil sehen, von wem ich alles Fan bin. Ich muss auch nicht in meinem Status posten, dass ich meinen Job hasse, wenn mein Chef mein "Freund" ist. Ich muss mir auch kein Profilfoto mit tiefem Ausschnitt ins StudiVZ stellen.

Das Schneckenhaus ist keine sinnvolle Alternative
Doch wie so oft ist die beste Methode hier nicht, sich aus Panik im virtuellen Schneckenhaus zu verkriechen, sondern die goldene Mitte aus Datenkontrolle und Öffentlichkeit zu finden. Oft ist es sogar besser, gezielt Informationen von sich zu verbreiten, als das dem Zufall zu überlassen. Dafür braucht man ein wenig gesunden Menschenverstand, aber keinen "Reputationsmanager".

Mit Internet-Profil bessere Chancen als Bewerber
Wie die oben zitierte Studie von Microsoft zeigt, schauen 59 Prozent der Personaler im Internet nach Informationen zum Bewerber. Das heißt meiner Erfahrung nach: Sie googeln mal kurz oder schauen schnell auf das Profil in den größeren Netzwerken; sie betreiben aber keine Tiefen-Recherche. Die Studie sagt aber auch: Noch mehr Personaler, 71 Prozent nämlich, sind der Meinung, dass "ein positives Online-Profil die Chancen einer Bewerbung stark oder zu einem gewissen Grad erhöht."

Das Internet als authentische Ergänzung der Bewerbung
Ich sehe das genauso: Das Internet ist eine Riesenchance für den Bewerber. Lebensläufe und Anschreiben lassen sich nur bis zu einem gewissen Grad optimieren. Dann sieht praktisch jeder Lebenslauf gleich aus. Lauter geschönte, standardisierte Angaben. Das ist praktisch zum Vergleichen, aber: Man kann doch so viel und muss das jetzt auf diese zwei Seiten quetschen. Wie bereichernd ist es da für den Personaler und den Bewerber, wenn das Internet das Profil des Bewerbers bestätigt und ergänzt?

Beispiel: der "öffentliche" und der "anonyme" Bewerber
Ein Beispiel: Unternehmen X sucht jemanden mit Fachkenntnis F. Bewerber B bewirbt sich. Unternehmen X googelt und sucht ihn in sozialen Netzwerken, zum Beispiel in der e-fellows.net community (wenn es ein e-fellows.net-Partnerunternehmen ist). Dabei findet die Firma folgende Informationen:

  • Bewerber hat in einem Blog etwas über Thema F geschrieben.
  • Bewerber ist Mitglied meiner Unternehmensgruppe in der Community und hat dort schon mal interessierte Fragen gestellt.
  • Bewerber hat auf Fragen anderer zu Thema F mit kompetenten Antworten überzeugt.
  • Bewerber hat ein Community-/Xing-Profil, das zeigt, dass er Mitglied in fachrelevanten Gruppen oder Organisationen ist und viele Leute kennt, die ebenfalls vom Fach sind.
  • Bewerber hat ein Twitter-Profil und folgt damit vielen fachrelevanten Twitterern oder tweetet sogar selbst hin und wieder was.
  • Artikel über das soziale Engagement oder Projekte des Bewerbers, die zeigen, dass er wirklich so engagiert und vielseitig ist, wie sein Lebenslauf behauptet.

Jetzt hat sich bei dem Arbeitgeber auch Gegenbewerber G beworben. Der ist genauso gut, aber im Internet ist über ihn praktisch nichts zu finden, weil er immer anonym postet oder Social Networks gar ganz fernbleibt. Sofern das Unternehmen nicht die Datenschutzbehörde ist, dürfte der Gegenbewerber deutlich geringere Chancen auf eine Einladung haben.

Zeigt euch – nur nicht zu privat!
Das sind alles Gründe für mich, warum es als Bewerber fast immer besser ist, wenn im Internet viel von einem zu finden ist. Das schließt natürlich Privates aus. Es geht die Öffentlichkeit zum Beispiel nichts an, wenn man sich schlecht fühlt, wenn es mit dem Partner nicht so gut läuft, oder wenn man sich am Samstagabend zu stark die Kante gegeben hat. Markiert einen zum Beispiel jemand auf so einem Facebook-Foto, solltet ihr die Markierung einfach wieder entfernen.

Im Wald fällt ein Baum nicht mehr auf
Es hat aber noch einen weiteren Vorteil, wenn es viel im Internet von euch gibt: Dann fällt der eine kleine Fauxpas nicht auf, der euch irgendwann vielleicht mal passiert ist oder den jemand über euch gepostet hat.

Ab ins Internet!
Gerade für die e-fellows, die deutlich mehr drauf haben als der Durchschnittsstudent, sollte die Botschaft klar sein: Ab ins Internet, denn damit könnt ihr euch erst recht von anderen Bewerbern abheben.

Das Online-Profil wird noch wichtiger werden
Klar, das muss jeder für sich selbst entscheiden – und sicher ist das zurzeit auch noch von der Branche abhängig, in der man sich bewirbt. Das wird sich mit der Zeit allerdings ändern. Schließlich verkehrt sogar unser Steuerberater seit diesem Jahr mit uns per E-Mail ;) !


Umfrage in der Community (nur für e-fellows) zum Thema: Hat man schlechte Karten bei der Bewerbung, wenn der Personaler bei Google & Co. nichts über einen findet?

Bitte lächeln – auch beim Vorstellungsgespräch am Telefon

Freitag, den 19. März 2010
Carolin

Mensa, das Übliche – fragwürdiges Essen, heiße Diskussionen über Professor Schmidt, der Seminararbeiten unmöglich benotet. Plötzlich läutet dein Handy: "Hier ist Unternehmen XY, Sie hatten sich bei uns für ein Praktikum beworben. Hätten Sie jetzt gerade Zeit für ein kurzes Telefon-Interview?" Aargh – was jetzt? Mitten in der Mensa ein Bewerbungsgespräch führen? Absagen und möglicherweise ein cooles Praktikum riskieren?

Arbeitgeber mögen Telefoninterviews – dabei sparen sie Zeit und bekommen trotzdem einen guten ersten Eindruck vom Bewerber. Noch interessanter ist es, wenn du bei der neuen Stelle viel telefonieren und vielleicht Vertrieb machen sollst – beim Telefoninterview können die Personaler deine Fähigkeiten gleich "on air" testen.
Tipps fürs Telefon-Interview
Vorstellungsgespräch am eigenen Schreibtisch
Aber auch für dich hat das Vorteile: Du kannst das Gespräch in gewohnter Umgebung führen (zum Beispiel bei dir daheim) – das entspannt. Der Nachteil ist, dass du dein Gegenüber nicht siehst und damit auch nicht seine Reaktionen auf deine Antworten. Umso wichtiger ist es, sich gut vorzubereiten. Mit ein paar Tipps klappt's noch besser:

  • Es ist ok, keine Zeit zu haben, wenn du überraschend angerufen wirst. Besser, du schlägst einen neuen Termin vor. Sonst riskierst du ein chaotisches, unvorbereitetes Gespräch.
  • Überlege dir vorher, welche Fragen dich erwarten könnten und bereite dich auf das Gespräch vor. Übertreib's dabei aber nicht: Vorformulierte Antworten vorlesen kommt sicher nicht gut an.
  • Suche dir zum Telefonieren einen ruhigen Ort, wo niemand plötzlich dazwischenfunkt.
  • Der Anschluss und das Telefon sollten einwandfrei funktionieren.
  • Lege dir deine eigenen Bewerbungsunterlagen zurecht – der Personaler wird im Gespräch darauf bezugnehmen.
  • Lächle beim Sprechen. Auch wenn es komisch klingt – das wirkt wirklich sympathischer, selbst wenn dich dein Gegenüber nicht sieht.
  • Sprich langsam, laut und deutlich.
  • Versuche, dir den Ansprechpartner am anderen Ende der Leitung vorzustellen - das macht es leichter, mit ihm zu reden und auf ihn einzugehen.
  • Frage ruhig nach, wenn du eine Frage nicht genau verstanden hast oder dir unsicher bist – am Telefon entstehen leicht Unklarheiten, weil alle visuellen Eindrücke wegfallen.
  • Mach dir während des Bewerbungsgesprächs Notizen, um Rückfragen stellen zu können und um die wichtigen Infos festzuhalten.
  • Ideal ist es, wenn du beim Gespräch vor einem Computer sitzt und die Firmenwebsite aufgerufen hast. So kannst du außerdem notfalls Unbekanntes im Internet recherchieren . Das ist allerdings nicht ganz einfach, immerhin musst du "nebenher" auch das Gespräch normal weiterführen.
  • Kläre am Ende des Gesprächs die nächsten Schritte: Wann melden sich die Personaler wieder bei dir? Wird es noch ein persönliches Bewerbungsgespräch geben?
  • Wenn die ganze Situation sehr ungewohnt ist, kannst du auch einen Freund bitten, mit dir zu üben und ein Probe-Telefon-Interview zu machen.

Mehr Tipps gibt es in der Community-Gruppe zur Bewerbung oder auf der Website in der Rubrik "Bewerben".