Archiv der Kategorie 'Meinung'

Was löschen wir – und warum?

Mittwoch, den 3. März 2010
Lukas

Warum wurde dieser Beitrag gelöscht? Wie kann es sein, dass jenes Posting nicht gelöscht wird? In letzter Zeit häufen sich unserem Eindruck nach derartige Diskussionen. Daher hier einmal gebündelt und begründet die Regeln, nach denen wir beim Moderieren vorgehen. Das macht unsere Entscheidungen hoffentlich verständlicher und transparenter.

Die e-fellows.net community ist im Vergleich zu fast allen anderen Social Networks dieser Erde ein recht zahmes und zivilisiertes Pflaster. Bis heute (fast drei Jahre nach Start) mussten wir zum Beispiel noch niemanden ausschließen. Im Schnitt wird nur jede 200. Antwort gelöscht, in anderen Kategorien sind es noch weniger.

Die Diskussion ebbt nicht ab
Trotzdem gibt es sie alle paar Wochen: die Diskussionen darüber, was gelöscht werden sollte und was nicht, ob die Anonym-Funktion nicht zu oft für "Heckenschützen"-Postings missbraucht wird, und nicht zuletzt, ob man Leuten, die wiederholt über die Stränge schlagen, nicht auch mit Sanktionen begegnen sollte, die über das bloße Löschen eines Postings hinausgehen.

Wer anderen vorsätzlich schadet, kann ausgeschlossen werden
Letzteres werden wir nun angehen. Das heißt, es wird demnächst ein System geben, bei dem wir Leute anonym verwarnen und aus der Community ausschließen können. Verwarnen und Ausschließen ist prinzipiell ja schon immer möglich, ein System dafür brauchten wir bislang aber noch nicht, weil es dafür praktisch keinen Anlass gab. Sobald das System steht, werden wir es hier vorstellen.

Das Niveau ist noch immer sehr hoch
Es hat lange gedauert, bis wir uns zu diesem Schritt entschlossen haben. Und er soll auch nicht den Eindruck erwecken, dass wir mehrheitlich "Diss"-kussionen in der Community haben – nichts wäre falscher. Das Niveau ist noch immer unschlagbar hoch, das merkt man spätestens in irgendeinem anderen Netzwerk, wo einem massenhaft nichtssagende Einzeilen-Postings mit hundert Tippfehlern entgegenspringen. Dieses Niveau, das viele als den Hauptvorteil der Community sehen, wollen wir erhalten – das Verwarnsystem soll dabei helfen.

Prinzipien für eine faire Diskussionskultur
Bis dahin hier einmal so klar wie möglich: die wichtigsten Regeln, auf deren Grundlage wir Inhalte löschen oder Mitglieder verwarnen. Sie basieren auf unseren Nutzungsbedingungen und einer gesitteten Diskussionskultur – also in erster Linie auf den Prinzipien "Fairness" und "Achtung gegenüber anderen".

Was du nicht willst, das man dir tu…
Versetzt euch also einfach in die Lage des Gegenübers und fragt euch: Würdet ihr wollen, dass euch jemand in dieser Weise begegnet? Klar, manchmal fliegen die Fetzen, das ist ganz normal in einer Diskussion. Und ich selbst kann mich an einige Situationen erinnern, wo ich wohl zu emotional reagiert habe. Es ist also keineswegs unser Ziel, hitzige Diskussionen zu ersticken und bei jeder Kleinigkeit zu löschen. Es geht uns vor allem um folgende Fälle:

1. Postings, die

a) andere Mitglieder beleidigen

Beispiel:

Frage: "An die männlichen e-fellows: Nass oder trocken?"

Gelöschte Antwort: "Ich vermute, der Fragesteller kommt gerade verspätet in die Pubertät und möchte, wie es sich für einen e-fellow gehört, sich mit Problemen beschäftigen, von denen er noch keinen blassen Schimmer hat […]."

b) andere Mitglieder übermäßig provozieren
Es geht hier vor allem darum, dass anonyme Poster ihren Schleier der Unerkennbarkeit dazu missbrauchen, andere e-fellows unangemessen zu provozieren. Geht oft einher mit einer persönlichen Beleidigung oder Bloßstellung.

Hier schauen wir vor allem auf Diskussionen zwischen Anonym und Nicht-Anonym. Wer zum Beispiel eine etwas heiklere politische These mit Klarnamen äußert, der macht sich angreifbar – auch persönlich. Kommt dann einer mit einer ebenso heiklen Gegenaussage, aber anonym, dann ist der Klarnamen-Poster strukturell im Nachteil: Er muss aufpassen, was er sagt, der Anonyme nicht. Das ist – man verzeihe diese etwas martialische Analogie – als dürfe der Anonyme mit kugelsicherer Weste ins Gefecht, der andere (mit Klarnamen) ohne.

Das heißt nicht, dass wir heikle politische Thesen von Anonymen löschen. Wir löschen nur, wenn klar erkennbar ist: Diesen Angriff hätte er sich nie und nimmer getraut, wenn er mit seinem Namen drunter stehen würde.

Beispiel:

Frage: "Wie organisiert ihr euch?"

Gelöschte Antwort: "Auf deinem Profilfoto hast du scheinbar einen großen Gegenstand im Mund. Nimm den erst mal raus, dann wird vieles leichter."

Beispiel 2:

Frage: "Hartz IV- Westerwelle hat doch absolut recht"

Gelöschte Antwort: "Ich möchte gar nicht wissen, wie viel der Staat pro Sekunde für die Ausbildung von Studenten ausgibt, die hier so ne Scheiße vom Stapel lassen."

c) einer Frage die Berechtigung absprechen ("Was soll diese Frage?")
Wahrscheinlich der häufigste Löschgrund. Wir haben es ausgiebig diskutiert. Unsere Meinung: Es gibt keine dummen Fragen, nur dumme Antworten.

Stellt euch vor, ihr kommt zum ersten Mal zu einem Treffen von Leuten, die ihr noch nicht kennt, und stellt dort eine erste zaghafte Frage. Die Hälfte der Leute antwortet mit "Meine Güte, was ist das denn für eine Frage?" In der Community machen das leider einige, und dann meist auch noch anonym.

Unsere Meinung: Arrogant und bloßstellend für den Frager. Ausnahme: Die Frage verstößt selbst gegen diese Regeln hier.

Beispiel:

Frage: "Was soll ich mir von meinem ersten Gehalt kaufen? Eure Kreativität ist gefragt!"

Gelöschte Antwort: "Was für eine schwachsinnige Frage… Und erschreckend, wie viele Leute auf so einen Konsum-Schwachsinn antworten…"

d) Postings, die den Diskussionsfluss mit irrelevanten Inhalten absichtlich stören. Geht oft einher mit Beleidigung oder Bloßstellung des oder der anderen Diskutanden.

Beispiel:

Frage: "Nervt euch das inflationäre Anonym-antworten auch?"

gelöschte Antwort: "Bla."

2. Wer Informationen postet, die offensichtlich dazu dienen, anderen Menschen oder e-fellows.net Schaden zuzufügen.

Zum Beispiel eine Anleitung, wie man die Community (angeblich) hacken könne, wie man andere Community-Mitglieder am besten stalkt oder wie man (angeblich) ihre Anonymität aufdecken kann. Siehe zum Beispiel diese Diskussion.

Mit "e-fellows.net Schaden zufügen" ist keine Kritik an e-fellows.net gemeint. Im Gegenteil: Darauf können und wollen wir gar nicht verzichten (am besten gebündelt in dieser Gruppe).

3. Sämtliche rechtswidrigen, diskriminierenden, rassistischen, sexistischen, verleumderischen, sittenwidrigen, pornografischen oder gegen den Jugendschutz verstoßenden Inhalte.

4. Wenn jemand andere User unzumutbar (vor allem durch Spam) belästigt.

Man muss das Hochschul-Event an seiner Heimat-Uni zum Beispiel nicht auch noch gleich als Termin mitsamt E-Mail-Benachrichtigungen in andere großen Gruppen ohne lokalen Bezug einstellen.

Ein anderer Fall ist "Tag-Spamming", also wenn jemand eine Frage stellt und dabei absichtlich und wissentlich Tags verwendet, die viele E-Mail-Benachrichtigungen auslösen, obwohl sie nachweislich überhaupt nicht zum Inhalt der Frage passen. Hier ist das Kind natürlich schon in den Brunnen gefallen, bevor wir einschreiten können. In diesem Fall würde der User künftig zum Beispiel verwarnt werden.

5. Recruiting

e-fellows.net hat Exklusivverträge mit seinen Partnerunternehmen. Daher müssen wir Stellenangebote oder Recruiting-Events von Nicht-Partnerunternehmen löschen, sofern sie nicht vorher mit uns abgesprochen wurden. Wir können Mitglieder verwarnen oder bei gravierenden Fällen ausschließen, wenn wir feststellen sollten, dass sie die Community dazu nutzen, Mitarbeiter oder Praktikanten für ihr Unternehmen anzuwerben.

6. Sonstige Ausnahmefälle

Mit diesen Regeln kann man natürlich nicht alles abdecken. Trotzdem müssen wir uns als Betreiber vorbehalten, im Notfall Inhalte zu löschen, die aus anderen Gründen als den hier genannten einen nicht tolerierbaren Schaden für e-fellows.net, andere Mitglieder oder Dritte verursachen. Diese letzte Regel wenden wir natürlich nur im absoluten Ausnahmefall an. Und wir werden sie auf keinen Fall verwenden, um Kritik zu unterdrücken.

Was, wenn wir daneben greifen?
Falls wir einmal daneben greifen sollten: Es lässt sich nicht vermeiden, und man kann bei diesem oder jenem Fall sicher geteilter Meinung sein. Kein Regelwerk der Welt ist perfekt. Viele Fälle sind nicht so klar wie die oben genannten Beispiele. Im Zweifel lassen wir daher Beiträge eher stehen. Es gibt natürlich immer die Möglichkeit, uns zu kontaktieren, wenn ihr euch missverstanden fühlt. Und wir antworten natürlich persönlich, denn solche Fälle sind wie erwähnt immer noch sehr selten im Vergleich zu anderen Netzwerken.

Auch ihr könnt Verstöße melden
Habt ihr den Eindruck, dass jemand gegen diese Regeln hier verstößt, dann könnt ihr uns das auch jederzeit mitteilen über die Funktion "Verstoß melden" (Link ganz oben in der Kopfzeile).

Wir freuen uns über Feedback
Wir hoffen, dass euch diese Regeln transparent machen, wann und warum wir als Moderatoren einschreiten und freuen uns jederzeit über euer Feedback.

Fünf Stunden Exitus: Lässt sich Schlaf optimieren?

Donnerstag, den 25. Februar 2010
Christoph

Optimieren kann man vieles. Auch Schlaf? Die Sleep Cycle Alarm Clock fürs iPhone verspricht genau das. Ich habe sie mal getestet. Das Ergebnis? Leichter aus dem Bett komme ich damit nicht. Dafür erfahre ich jetzt am Morgen,  ob ich nachts Besuch empfangen oder im Grand Canyon geschlafen habe.

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e-fellows sind Schlafmützen. Sucht mal in der Community nach dem Begriff "Schlaf". 149 Treffer – allein in Fragen & Antworten. Eher banale à la "Wie viele Stunden schlaft ihr?" oder "Wann steht ihr auf?", aber auch einige ungewöhnliche: Da will jemand wissen, ob auch andere vor dem Einschlafen zucken oder warum man im Traum nicht sterben kann.  Ob es in deutschen Unternehmen Power Naps gibt? Was die e-fellows von Wasserbetten halten, interessiert einen Fragesteller, und ein anderer erkundigt sich, was neben Schäfchenzählen beim Einschlafen hilft. Tinka ist vom Schlafen sogar genervt.

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e-fellows sind Optimierer. Sie optimieren Innovationsprozesse und Inhabermodelle, Wertschöpfungsketten und Wachstumsstrategien. Aber auch WG-Putzpläne und Valentinstage. Und eben den Schlaf, diese sich quälend hinziehende, unproduktive Phase zwischen all den Achievements von gestern und Challenges von morgen, wenn sogar die Äuglein eines e-fellows immer schwerer werden und schließlich zufallen – ob nun acht Stunden lang, sechs, vier oder noch weniger.

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Sleep Cycle Alarm Clock LogoIch bin e-fellow, habe dank des günstigen Tarifs ein iPhone und schlafe hin und wieder. Also las ich vor einigen Wochen interessiert Fabians Umfrage zur Sleep Cycle Alarm Clock, dem letzten Schrei im App Store. Sleep Cycle … was? Okay, für alle mit Normalwecker ganz kurz, worum es geht: Vor dem Einschlafen startet der iPhone-fellow die App und stellt ein, wann er spätestens geweckt werden will. Anschließend legt er sein Baby … äh, sorry … das iPhone direkt neben das Kissen, wo es in der Nacht die Erschütterungen der Matratze messen soll. Aus ihnen schließt die App nämlich, wann sich der Schläfer in einer tiefen und wann in einer leichten Schlafphase befindet. Am Morgen weckt sie ihn in einem Zeitfenster von 30 Minuten vor der eingestellten Weckzeit – und zwar idealerweise in einer leichten Schlafphase. So wacht er entspannt auf und fühlt sich fit für die anstehenden Optimierungsprobleme. (Übrigens, natürlich schließe ich alle weiblichen e-fellows mit ein… andererseits, gibt es wirklich Frauen, die sich von einer Sleep Cycle Alarm Clock wecken lassen?)

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Skepsis. Funktioniert das wirklich? Könnte das iPhone im Schlaf nicht zerquetscht werden? Kontroverse Diskussionen, zuletzt auch in der Community. Ich habe 79 Cent investiert und den High-Tech-Wecker getestet. Das Ergebnis? Voilà!  Hier einige Sleep Graphs der letzten Wochen:

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Typ 1: Und tiefer und tiefer und …
sleepgraph_tiefer und tieferGegen Mitternacht gemütlich eingeschlummert, gegen 1 erstmal in ein tiefes Loch gefallen.  Gegen 3, 5 und 6 mal den Kopf gedreht oder an der Bettdecke gezogen, ansonsten aber traumlos glücklich. Ein Wunder, dass ich gegen 7:30 überhaupt aufgewacht bin.

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Typ 2: Der Grand Canyon der Nächte
sleepgraph_grand canyonKrass, oder? Zwischen halb 3 und viertel nach 4 hätte man mein Zimmer ausräumen können, ohne dass ich was gemerkt hätte. Spätestens um 5 war die Talsohle durchschritten, der Gipfel erreicht. Was war da los? Ob ich am Abend vorher zu viel getrunken hatte?

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Typ 3: Meine App verschläft ihren Einsatz
sleepgraph_falsch gewecktÄußerst formschöne Schlafkurven, aber warum um alles in der Welt weckt mich das blöde Ding ausgerechnet, wenn ich friedlich und regungslos in mein Kissen versunken bin? Hat es seinen Einsatz verschlafen oder  bis zuletzt auf einen Aufschwung in meiner Schlafkurve gesetzt?

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Typ 4: Später Besuch?
sleepgraph_später besuchOb gegen viertel nach 2 in jener Nacht meine Freundin nach Hause kam? Warum ging es dann aber kurz danach schon wieder bergab? Bizarr… Vielleicht hat auch nur ein Hund auf der Straße gebellt? Ja, die zweite Erklärung finde ich deutlich plausibler.

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Typ 5: Fünf Stunden Exitus (mein Favorit!)
sleepgraph_halb totAls Arme und Beine immer steifer wurden, die Lippen sich blau verfärbten, das Blut immer zäher durch die Adern floss und der Körper sich abkühlte – da kratzte ich die Kurve doch noch und fand gegen 6 ruckzuck wieder zu den Lebenden zurück. Ob mich jemand wachgeküsst oder mir Wasser ins Gesicht geschüttet hat? Ich weiß es nicht mehr. Wohl aber, dass ich die letzte Stunde vor dem Aufstehen offenbar zappelnd im Bett verbrachte.

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Hier geht es um Meinung. Meine Meinung ist: Die Sleep Cycle Alarm Clock funktioniert nicht. Jedenfalls nicht bei mir. Zu oft bricht sie ihr Versprechen und reißt mich aus dem Tiefschlaf. Außerdem: Wie reagiere ich wohl, wenn ich 7:00 als Weckzeit eingestellt habe und dann um 6:32 die "Warm Breeze" (so heißt mein Weckton) erklingt? Richtig, ich schalte die App aus, stelle schnell den normalen Wecker auf 7:00 und döse wieder ein. Übrigens, die Sleep Cycle Alarm Clock ist unter den beliebtesten Apps inzwischen auf Platz 13 abgerutscht.

Nutellabrötchen im Web 2.0

Montag, den 22. Februar 2010
Katharina

Web 2.0: Die Revolution der Datenverbreitung oder nervige Mikroblogging-Mania? Wir alle lieben unsere Netzwerke, doch wollen wir dort auch noch von Unternehmen zugetextet werden?

Recruiter tummeln sich in der e-fellows.net community oder auf Xing. Klar – das ist nichts Neues, sind ja auch Karrierenetzwerke.

Inzwischen entdecken aber immer mehr auch Twitter und Facebook für sich. Jetzt kann ich also Fan von meinem Lieblingsarbeitgeber "Fischers Konservendosen" werden. Und was passiert dann? Sieht dann deren Personaler, an den ich kürzlich meine Bewerbung verschickt habe, die Einträge auf meiner Pinnwand? "Ey Tinka, hast du noch nach Hause gefunden oder musstest du wieder im Garten pennen?" Okay, da schau ich doch lieber nach. Uff, nein – mein Profil kann man über die Fanpage nicht einsehen. Yuppieh.

Die Freuden des Fantums
Was also bringt mir mein neues Fantum? Fischers Konservendosen hat gerade einen tollen Artikel gefunden. "Wie man Konserven am besten stapelt und verschickt." Das ist ja genial! Wenn sie mich jetzt im Bewerbungsgespräch danach fragen, hab ich die perfekte Antwort zur Hand.

Da schau ich doch gleich noch mal, ob nicht Konrads Fischerhosen – der zweite Arbeitgeber auf meinerbrötchen Quelle:sxc.hu Autor:funny-p Liste – auch eine Fanseite hat. Und tatsächlich: Bald erscheint der erste Post in meinem Facebook-Feed: "Guten Morgen. Bei uns gibts es heute Brötchen im Büro."

"Ähm", denke ich mir etwas verwirrt. "Na ja, eigentlich ist es ja ganz nett, auch mal etwas Persönliches vom Unternehmen mitzubekommen."

Da kommt schon der zweite Eintrag: "Brötchen waren lecker. Jetzt ab an die Arbeit."

"Na dann mal los!", freue ich mich.

10 Minuten später drücke ich F5 und bekomme: "Heute arbeiten alle besonders schnell – das wird ein produktiver Tag." Dann: "Jetzt ist der Chef gerade auf Toilette – Meeting verschoben." Und kurz darauf: "Ging schnell, jetzt im Meeting."

"Endlich Ruhe!", denke ich.

Doch weit gefehlt: "Ich liebe Smartphones. facebook im Meeting."

"AHHHHHHHHHHHHHHHHH!"

Heute schon gezwitschert?
schatz Quelle:sxc.hu Autor:krilm
Dummerweise habe ich vergessen, dass Konrads Fischerhosen sich auch auf meiner Twitter-Zeitleiste austoben. Verdammt! Entnervt scrolle ich durch die 500 neuen Einträge. Oha, gestern hat Fischers Konservendosen eine Seminar-Einladung gepostet. Die ersten 50 Retweets durften kostenlos mit. Verdammt, das ist vor lauter Brötchen-Gewäsch untergegangen. So ein Mist!

Etwas angesäuert suche ich nach weiteren Twitter-Juwelen. Ein Hinweis von Konrad auf den neuen Unternehmensblog. Soll ich den Fischerhosen noch eine Chance geben? Ich bin skeptisch, aber die Neugier siegt. Klick.

"Erlebe Konrads Fischerhosen hautnah. Einblicke in unser Innenleben. Exklusive Informationen aus den Chef-Etage, nur hier im Blog." Na, tinka mit explodiertem kopfdas klingt doch nach was. Mit diesen Insider-Infos kann ich sicher auch im Bewerbungsgespräch punkten. Klick.

Der erste Eintrag:
"Heute ist mein erster Tag im Büro. Ich freue mich total, dass ich hier jetzt für drei Monate Praktikant sein darf. Heute Morgen gab es leckere Brötchen. Das war toll. Die Kollegen haben mir Nutella gegeben …"

Die berüchtigten Tippfehler in der Bewerbung…

Donnerstag, den 28. Januar 2010
Lukas

"Mehr als einen Tippfehler darf sich kein Jobkandidat erlauben, sonst landet seine Bewerbung bei rund einem Drittel der Personaler sofort auf dem Absage-Stapel. Ab drei Fehlern sortieren bereits 70 Prozent die Bewerbungsunterlagen aus."

Ein Fehler, und zack ist die Bewerbung im Mülleimer - von wegen! [Bildquelle: sxc.hu, Autor: nkzs]
Ein Fehler, und die Bewerbung ist im Mülleimer – von wegen! [Bildquelle: sxc.hu, Autor: nkzs]

So beginnt eine Pressemitteilung zur kürzlich durchgeführten "Bewerbungsstudie 2010" von alma mater und karrierebibel.de [Nachtrag: Oder vielleicht doch nur von karrierebibel.de? Die beiden diskutieren hier (siehe Kommentare) um die Urheberschaft.]

Fehlerfrei? Von wegen!
Es ist nicht das erste Mal, dass wir lesen, Tipp-, Formatierungs- oder gar Rechtschreibfehler seien ein absolutes No-Go für Personaler. Daher mal ganz im Ernst: Ich kann nur für die Bewerbungen sprechen, die wir bei e-fellows.net auf unsere Stellenausschreibungen erhalten. Aber in meinen drei Jahren hier ist uns wahrscheinlich kein einziges Mal eine Bewerbung ohne Formfehler (Tipp-, Rechtschreib- oder Formatierungsfehler) untergekommen – und das selbst bei Redakteursbewerbungen. Am Anfang fand ich das jedes Mal extrem schlampig, mittlerweile sehe ich es gelassener und schaue auch gar nicht mehr so genau hin. Man hat ja auch keine Wahl…

Der Personaler, ein wandelnder Duden?
Es ist einfach extrem schwer, ein Anschreiben und einen komplex formatierten Lebenslauf wirklich hundertprozentig fehlerfrei einzureichen. Würden die Personaler wirklich so radikal aussortieren, wie sie es behaupten, könnten sie fast niemanden mehr einladen. Denn selbst ein Personaler ist kein wandelnder Duden, der genau weiß, wo die Bindestriche hingehören, wo welches Komma zu stehen hat und wann Groß- oder Kleinschreibung gefordert ist. Oder der immer erkennt, dass jemand nicht mit Tabulatoren umgehen kann oder ob alle Zeilenabstände konsistent sind. Meine Erfahrung ist: Viele halten sich für (fast) perfekte Rechtschreiber, Keiner aber ist perfekt (ich schon gar nicht!), und jeder sieht einfach andere Fehler.

Job bekommen – trotz Todsünde
Wir bei e-fellows.net haben jedenfalls viele eingeladen, die (wenige) Rechtschreib- und Tippfehler in ihrer Bewerbung hatten. Manche sind heute sogar Kollegen. Und ja, auch ich habe meine erfolgreiche Bewerbung später noch mal durchgeschaut und einen ganz gravierenden Fehler gefunden (verrate ich jetzt nicht, aber laut der genannten Studie ist es eine "Todsünde"). Peinlich, peinlich – aber trotzdem wurde ich eingeladen.

Das ist keine Ermutigung zum Schlampern
Das heißt jetzt nicht, dass man bei der Bewerbung jetzt ruhig etwas nachlässiger sein kann. Im Gegenteil: Es zeigt, dass man sich mit einer wirklich anstandslosen Bewerbung tatsächlich vom Rest abhebt. Wichtiger als der eine Tippfehler sind aber die Formalia – was steht im Anschreiben, wie gliedere ich den Lebenslauf, was gehört in den CV und was nicht. Meiner Meinung nach sind Patzer hierbei viel gravierender, leider aber auch nicht viel seltener. Dabei kann man sich zum Beispiel bei e-fellows.net eine Menge praktischer Tipps holen. Zum Beispiel über die Ergebnisse unseres CV-Checks, in der "Bewerben"-Rubrik oder in der Community-Gruppe "Bewerbung".

Was halten andere e-fellows von eurer Bewerbung?
Ganz wichtig: Lasst die Bewerbung von jemandem Korrektur lesen, der Ahnung davon hat. Stellt euer Anschreiben doch mal als anonyme Frage in die Community und fragt nach der Meinung der anderen karriereerfahrenen e-fellows. Eine bessere Feedback-Gruppe kann man nicht kriegen. Und vielleicht schaut ja sogar einer der Unternehmensvertreter drauf und gibt einen guten Tipp.