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Erfahrungsbericht (Hengeler Mueller): Wie Frau den Lift-Talk meistert

Montag, den 19. Juli 2010
Erfahrungs- bericht

Was können junge Juristinnen vom Schachspiel noch lernen? Beim Karriere-Workshop für Frauen in Frankfurt bekam e-fellow Eva-Marie die Antwort. Die Wirtschaftskanzlei Hengeler Mueller zeigte der Stipendiatin, wie man richtig Hände schüttelt, was Schach und Kommunikation gemeinsam haben und wie man bei Verhandlungen sicher auftritt. Außerdem bewiesen erfolgreiche Anwältinnen, dass Karriere und Familie kein Widerspruch ist.

Eva-Marie (25) ist Doktorandin der Rechtswissenschaften an der Humboldt-Universität Berlin mit Schwerpunkt Urheberrecht. Nach dem Examen unterrichtete sie Englisch in Vietnam. Um ihre Skills noch weiter zu verbessern, lernte sie nun bei Hengeler Mueller, wie sie den "Lift-Talk" mit dem Chef bewältigt.

Titel und Thema der Veranstaltung
Karriere-Workshop für Juristinnen

Zeit, Ort und Dauer der Veranstaltung
25.-26. Juni 2010, Büro von Hengeler Mueller in Frankfurt am Main

Teilnehmerzahl und Unternehmensvertreter
27 Studentinnen und Anwältinnen von Hengeler Mueller

Karriere ist weiblich?
Statistiken über den Anteil von Frauen in Deutschlands Führungsetagen verraten anderes. Was aber trennt kompetente Juristinnen von verantwortungsvollen Positionen? Der Workshop vermittelte einen Einblick in die Mechanismen der "gläsernen Decke" und Tipps zur Kommunikation und Präsentation für Frauen im Beruf. Der Workshop fand im Büro der Kanzlei Hengeler Mueller in Frankfurt statt. Das war eine gute Möglichkeit, hinter die Kulissen der Kanzlei zu spähen und im Gespräch mit Anwälten Informationen zu sammeln.

Großprojekt Familie
Freitagmorgen um 11 Uhr und strahlende Sonne über Frankfurts Skyline. Eine große Runde junger Juristinnen, meist zwischen Erstem und Zweitem Staatsexamen, sitzen in der Kanzlei. Der Workshop begann mit einer Einführung von Dr. Daniela Favoccia, Partnerin bei Hengeler Mueller. Dabei stellte sie die Kanzlei und den Karriereweg bis zum Partnerunternehmen vor. Außerdem erläuterte sie die Arbeitsweise und interne Struktur von Hengeler. Anschließend berichteten Frau Dr. Schwander, Senior Associate, und Frau Dr. Wolfrum, Associate, von ihrer Arbeit im Münchener Büro. Dabei erfuhren die Teilnehmerinnen auch, dass sich selbst Großprojekte im Kapitalmarktrecht dank Teilzeitmodell mit zwei Kindern gut bewältigen lassen. Hengeler Mueller passte plötzlich nicht mehr richtig in das stereotype Raster internationaler Großkanzleien. Hier präsentierten sich sympathische und authentische Anwältinnen, die mit großer Freude von ihrer Arbeit berichteten.

Was wir von der Dame im Schach noch lernen können
Danach hatte Marion Knaths, Kommunikationstrainerin und Gründerin des Hamburger Unternehmens sheboss, das Wort. In ihrem Vortrag erläuterte sie verschiedene Kommunikationsstile, wie man sie häufiger unter Frauen oder unter Männern antrifft. Dabei verriet sie Tipps aus eigener Erfahrung zur erfolgreichen Kommunikation im Beruf. Eine tragende Rolle hatte der Vergleich mit dem Schachspiel: Wie auf einem Spielfeld bewegen sich die Akteure im Unternehmen.

Schulterklopf-Symbolik
Die Kommunikation folge wie bei einem Spiel festen Regeln, erklärte Marion Knaths. Die Figur der Dame zum Beispiel verkörpere Stärken wie das konsequente Verfolgen des Wegs. Einzelne Gesprächsrituale wie ein Schulterklopfen betrachtete Knaths genauer und erklärte, es ginge dabei vordergründig um die Hierarchie zwischen den Gesprächspartnern. So wirken Bilder von Politikern wie Angela Merkel und Nicolas Sarkozy, die zur Veranschaulichung besprochen wurden, wie eine immergleiche Inszenierung auf der Bühne.

Wir spielen Bewerbung
Nach dem Mittagessen, zu dem sich einige Anwältinnen gesellten, ging es mit einer Übung zur Präsentation weiter. Ein Teil der Teilnehmerinnen bereitete eine fiktive Bewerbung vor, bei der sie mit drei Argumenten das fiktive Unternehmen überzeugen sollten. Anschließend wurden Rhetorik und Auftreten gemeinsam analysiert und besprochen. Frau Knaths ging auf die Präsentation jeder einzelnen Teilnehmerin ein und gab Tipps.

Konferenz-Knigge
Am späten Nachmittag simulierten die Teilnehmerinnen ein Meeting. Die Videoaufnahme davon wurde anschließend diskutiert. Frau Knaths erklärte typische Merkmale der gesehenen hierarchischen Kommunikation und gab Ratschläge für die Teilnahme am Verhandlungstisch. Was interessant war: Die Teilnehmerinnen waren sich darüber einig, dass als besonders kompetent wahrgenommen wurde, wer oft das Wort ergriffen hatte. Der Inhalt der Wortmeldung war nicht unbedingt entscheidend.

Lift me up: Gespräche im Fahrstuhl meistern
Selbstsicheres Auftreten konnten die Teilnehmerinnen zum Schluss noch beim Händedruck üben. Dabei wurde "Lift-Talk", ein kurzes Gespräch mit dem Vorgesetzten, wie es üblicherweise im Fahrstuhl stattfindet, geprobt. Nach dem Tagesprogramm gingen die Teilnehmerinnen zum Hotel, um nach einer kurzen Erholungspause zum Abendessen in ein italienisches Restaurant zu fahren. Dort gab es auf der Terrasse mit Apéritif Gelegenheit, mit Anwältinnen von Hengeler ins Gespräch zu kommen. Dazu saßen die Anwältinnen gut verteilt zwischen den Teilnehmerinnen.

Mein persönliches Fazit und wem ich die Veranstaltung weiterempfehle
Insgesamt war der Workshop eine gelungene Veranstaltung, die nicht nur Aspekte der Kommunikation beleuchtete. Sie vermittelte auch neue Sichtweisen auf vertraute Verhaltensmuster und einen Einblick in die Kanzlei Hengeler Mueller. Geeignet war der Workshop für alle diejenigen, die das eigene Kommunikationsverhalten und seine Wirkungen genauer analysieren wollten.

Wie Details das Auftreten verändern
Verblüffend war, welchen Effekt gerade die Details hatten, auf die Frau Knaths aufmerksam machte. Außerdem vermittelte die Kanzlei ein gutes Bild der Arbeitsweise und Karrieremöglichkeiten. Wer sich einen Eindruck von Hengeler Mueller verschaffen wollte, war hier genau richtig: Die Anwältinnen beantworteten Fragen in den Pausen und beim Abendessen nach dem Workshop.
Gestärkt mit guten Tipps für ein kompetentes Auftreten steht der nächsten Präsentation und dem Gespräch im Lift nun nichts mehr im Wege.

Community & Blog Quelle:sxc.hu Autor:clixMehr Erfahrungsberichte?
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Erfahrungsbericht (Hengeler Mueller): Auf Jagd nach Markenrechtsverletzungen

Mittwoch, den 26. Mai 2010
Erfahrungs- bericht

Dass er auf der Düsseldorfer Schuhmesse einmal Kartons voller Schuhe beschlagnahmen würde, hatte Stipendiat Christian sich nicht im Traum ausgemalt. Bei seinem Praktikum bei Hengeler Mueller musste er aber genau das tun. Als Praktikant im Rechtsbereich "Intellectual Property" (IP) beschäftigte er sich mit Verletzungen des Markenrechts – und verließ so die besagte Messe mit Taschen voller konfiszierter markenrechtsverletzender Schuhmodelle. Dabei machte er die Erfahrung, dass Markenrechtsanwälte manchmal sogar ein bisschen Detektiv sein müssen.

e-fellows.net-Stipendiat Christian (22) studiert Jura an der Universität Bayreuth mit dem Schwerpunkt "Geistiges Eigentum".

Bewerbung
Vom Angebot des Frühjahrspraktikums 2010 bei Hengeler Mueller habe ich durch eine Ausschreibung im Praktikumsmarkt der e-fellows.net-Plattform erfahren. Da es sich bei Hengeler Mueller um einen offiziellen Partner von e-fellows.net handelt, konnte ich von sämtlichen Vorteilen einer Online-Bewerbung Gebrauch machen. Mein favorisierter Rechtsbereich wurde bei der Vergabe des Praktikumsplatzes berücksichtigt und bei Fragen konnte ich mich jederzeit an Katja Lambertz, Personalreferentin im Düsseldorfer Büro, wenden.

Der erste Tag – von der Uni in die Großkanzlei
Im Düsseldorfer Büro unweit der Königsallee und in der Nähe von Altstadt und Rheinterrassen angekommen, wurde unsere Gruppe von zwölf Praktikantinnen und Praktikanten herzlich von Katja Lambertz und Partner Prof. Dr. Hoffmann-Becking begrüßt. Nach dem Kennenlernen unserer betreuenden Anwälte beim gemeinsamen Mittagessen konnten wir bereits nachmittags unsere ersten Arbeitsaufträge entgegennehmen und uns entweder in der Bibliothek oder an unseren Arbeitsplätzen in Dreier-Büros an die Arbeit machen.

Das Rahmenprogramm – nicht zu viel und nicht zu wenig
Das Rahmenprogramm bot uns Praktikantinnen und Praktikanten vielfältige Möglichkeiten. Zum einen erhielten wir bei den sogenannten "Corporate Breakfasts" zusammen mit den Referendaren und wissenschaftlichen Mitarbeitern Einblicke in die schwerpunktmäßigen Tätigkeitsbereiche von Hengeler Mueller: Einmal wöchentlich referierte ein Partner über sein hauptsächliches Rechtsgebiet, die Tätigkeit der Kanzlei auf diesem Gebiet und über aktuelle Mandate. Dazu ließen wir uns Kaffee und Croissants schmecken. Bei gemeinsamen Mittagessen und einem gemeinsamen Bowling-Abend war es uns zwölf außerdem möglich, unsere Betreuer sowie Referendare und andere Anwälte kennen zu lernen und uns neben juristischen Berufs- und Ausbildungsfragen auch über Persönliches auszutauschen.

Der fachliche Höhepunkt des Rahmenprogramms dürfte wohl für jeden von uns die gemeinsame Erarbeitung einer Fallstudie zum Unternehmenskauf gewesen sein. Dabei lernten wir nicht nur die verschiedenen Stadien eines Unternehmenskaufs mit einigen ihrer relevantesten praktischen und juristischen Problemen kennen. Wir konnten auch einen Eindruck davon gewinnen, welche Anforderungen im Verlauf eines Unternehmenskaufs an die wirtschaftswissenschaftlichen, verhandlungstaktischen und sprachlichen Schlüsselqualifikationen der Anwälte gestellt werden und wie die verschiedenen Rechtsabteilungen innerhalb einer Sozietät bei solchen Großprojekten zusammenarbeiten.

Meine Aufgaben – "Guten Tag, wir sind Rechtsanwälte und vertreten die …" – "Das ist schön für Sie!"
Neben mehreren kleineren Recherchetätigkeiten erhielt ich vor allem zwei umfangreiche Arbeitsaufträge. Im Markenrecht war ich mit der Aufgabe betraut, die potentielle Verwechslungsgefahr zweier für einen Mandanten einzutragender Marken mit bereits bestehenden deutschen und internationalen Marken zu beurteilen. Neben Recherche, juristischer Subsumtion und Einstufung der Verwechslungsgefahr der ermittelten Marken lag der Fokus vor allem auf der anwaltlichen Beratungsperspektive. Meine Ergebnisse sollten dem Mandanten eine realistische Einschätzung liefern, zwischen welchen Marken eine erhöhte Verwechslungsgefahr bestünde und wie hoch aufgrund der Wettbewerberstellung anderer Markeninhaber die Angriffsgefahr im Falle der Eintragung einzustufen wäre.

Durch diese juristische Beurteilung war es mir nicht nur möglich, meine sich von der Universität her auf die rein rechtliche Seite beschränkenden Markenrechtskenntnisse um die ungemein hilfreiche Perspektive ihrer praktischen Umsetzung zu bereichern. Mit dem Blick durch die "Anwaltsbrille" innerhalb der eigenständigen Risiko-Einschätzung konnte ich diesen Arbeitsauftrag auch dafür nutzen, eine erste Erfahrung in anwaltlicher Beratungspraxis zu sammeln, da ich meine Ergebnisse im Gespräch mit meinem betreuenden Anwalt verteidigen musste. Anschließend nahm ich an der Telefonkonferenz mit dem Mandanten teil, in der dieser zu einer zumindest teilweisen Modifikation der einzutragenden Marken angehalten wurde. Auch die neu erarbeiteten Ideen konnte ich noch während meines Praktikums markenrechtlich überprüfen und dem Mandanten schließlich zur Eintragung empfehlen.

Markenrecht live gab es auf der Schuhmesse in Düsseldorf, die dort während meines Praktikumszeitraums stattfand. Nachdem im Vorfeld bei elf Ausstellern markenrechtsverletzende Schuhmodelle identifiziert wurden, machten sich mein betreuender Anwalt Dr. Lambrecht, eine wissenschaftliche Mitarbeiterin und ich auf den Weg zum Messegelände, um vor Ort im Namen unserer Mandantin Abmahnungen mit strafbewehrten Unterlassungsverpflichtungen zu verteilen. Dort angekommen, wurden wir von den Verletzern teilweise nicht nur "herzlich" begrüßt: "Guten Tag, wir sind Rechtsanwälte und vertreten die …" – "Das ist schön für Sie!" Wir fanden auch eine chinesische Ausstellerin wieder, nachdem diese bereits das Weite gesucht hatte. Schließlich konnten wir die Schuhmesse erfolgreich mit Taschen voller markenrechtsverletzender Schuhmodelle verlassen.

Detailwissen aneignen für Patentansprüche
Bei dem anderen größeren Arbeitsauftrag handelte es sich um ein brisantes patentrechtliches Mandat mit Bezügen zum Arbeitnehmer-Erfinderrecht. Ich war zunächst mit den Vorbereitungen für eine Telefonkonferenz betraut, in der im Vorfeld und als Grundlage einer patentrechtlichen Verletzungsanalyse technische Zweifelsfragen geklärt werden sollten. Sowohl diese Vor- als auch die Nachbereitungen erforderten ein hohes Maß an physikalischen und technischen Kenntnissen, die ich zunächst erst wieder auffrischen bzw. mir neu aneignen musste und ohne die mir die Mandatsmitarbeit nicht möglich gewesen wäre.

Durch die patentrechtliche Begeisterung der Anwältin Frau Dr. Wolfrum erhielt ich auch Einblicke in andere patentrechtliche Mandate und konnte so einen sehr guten Eindruck von der ebenso spannenden und vielseitigen wie anspruchsvollen Arbeit auf diesem Gebiet erhalten. Es dürfte wohl kaum ein Rechtsgebiet geben, auf dem die Anforderungen an den bearbeitenden Anwalt von Mandat zu Mandat so unterschiedlich und vielseitig sind, dass sich dieser zu Beginn jeder Mandatsbearbeitung nicht nur ein technisches Grundverständnis, sondern zum Teil auch erhebliches naturwissenschaftliches Detailwissen anlesen muss, um zunächst überhaupt ein Verständnis für die Patentansprüche zu bekommen.

Fazit – Das Klima, die Arbeit, die Menschen
Ich persönlich habe es als Privileg empfunden, für vier Wochen mit hochmotivierten und hochqualifizierten Anwältinnen und Anwälten unter derartig professionellen Arbeitsbedingungen mit dem Anspruch an ein perfektes Beratungsprodukt für den Mandanten zusammenarbeiten zu dürfen. Bemerkenswert fand ich die stets offenen Türen und die freundliche und hilfsbereite Arbeitsatmosphäre, die ich angesichts der konstant hohen Arbeitsbelastung und der hohen Verantwortung der Associates und noch mehr der Partner nicht für selbstverständlich erachte. Meine Betreuer haben sich viel Zeit nicht nur für die Beantwortung meiner mandatsbezogenen, sondern auch für alle meine sonstigen Fragen im Hinblick auf den Anwaltsberuf, die Rechtswissenschaft und die Ausbildung genommen.

Die Praktikumserfahrung bei Hengeler Mueller stellt für mich daher in zweifacher Hinsicht einen bleibenden Gewinn dar: Zunächst konnte ich meine bereits im Schwerpunktbereich des geistigen Eigentums an der Universität Bayreuth erworbenen Kenntnisse um die wertvolle Erfahrung ihrer Anwendung in der Praxis erweitern. Jetzt bin ich noch mehr davon überzeugt, dass es sich beim IP-Bereich um den schon aufgrund seiner zahlreichen Schnittstellen mit anderen Sachmaterien spannendsten unter den aufstrebenden Rechtsbereichen handelt. Außerdem war es mir möglich, durch den engen Kontakt zu den Anwälten einen guten Eindruck von der Arbeit eines Wirtschaftsanwalts in einer international tätigen Sozietät zu gewinnen. Diese Erfahrung wird mir bei meiner späteren Berufsentscheidung sicherlich hilfreich sein.

Community & Blog Quelle:sxc.hu Autor:clixMehr Erfahrungsberichte?
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Erfahrungsbericht (Hengeler Mueller):
Kanzlei, Kartelle, Kunst und Harzer Käse

Freitag, den 26. März 2010
Erfahrungs- bericht

Beim Workshop "Kartellrecht 2010" mit Hengeler Mueller in Düsseldorf lernte e-fellows.net-Stipendiat Jan am 4. und 5. März 2010 die Wirtschaftskanzlei von ihrer persönlichen Seite kennen. Dabei erfuhr er auch, wie man seinen juristischen Spürsinn dazu einsetzen kann, den Käsemarkt abzugrenzen. Insgesamt nahmen 30 Teilnehmer am Workshop und den Abendveranstaltungen teil.

e-fellows.net-Stipendiat Jan (29) ist nach einem Master-Studium in Neuseeland derzeit Doktorand der Rechtswissenschaften an der Georg-August Universität in Göttingen. Bei Altbier, Kunst und Käse plauderte er mit den Anwälten der Wirtschaftskanzlei und stellte fest, dass Kartellrecht viel spannender ist, als er eigentlich dachte.

Titel und Thema der Veranstaltung
Workshop Kartellrecht und Fusionskontrolle bei Hengeler Mueller

Teilnehmerzahl und Unternehmensvertreter
Vortragende Vertreter von Hengeler Mueller waren Dr. Christoph Stadler, Partner; Manuel Zandt, Associate; Dr. Markus Röhrig, Partner; Dr. Michael Bogner, Associate; Dr. Alf-Henrik Bischke, Partner; Dr. Hannes Wakonig, Associate; Jochen Burrichter, Partner, und Thomas Meurer, Partner. Zu den Abendveranstaltungen gesellten sich noch weitere Anwälte.

Willkommen in der Firma?
Denkt der Nicht-Jurist an Großkanzleien, so liegt über dieser Vorstellung oft ein Hauch von John Grishams Roman "Die Firma". Hier heuert Mitch McDeere nach seinem Studium bei einer Kanzlei an, in der austauschbare und karrieristische Anwälte Tag und Nacht an dubiosen Transaktionen arbeiten und so gut wie nie nach Hause kommen.

Auch unter Jura-Studenten selbst gibt es wohl genügend Vorurteile. Vielen erscheinen Großkanzleien gesichtslos, und die Mehrheit kann sich eine Tätigkeit dort eher nicht vorstellen. Viele informieren sich auch nicht vor Ort über das wirkliche Arbeitsklima und die Tätigkeiten in einer Großkanzlei. Es bleibt beim Schubladendenken.

Auch ich hatte natürlich schon einiges über Großkanzleien gehört und habe "Die Firma" gelesen. Aber persönlich kennengelernt hatte ich noch keine. Schon vor einiger Zeit machte mich ein Artikel in der "Zeit" neugierig auf Hengeler Mueller. Zudem promoviere ich im Kartellrecht, meine Dissertation passte somit auch thematisch gut zum Workshop. Zusammen mit einem grundsätzlichen Interesse an Großkanzleien hatte ich also drei gute Gründe für eine Bewerbung.

Natürlich kann ein eintägiger Workshop nicht den Anspruch erheben, einem die Arbeit in einer Großkanzlei authentisch vor Augen zu führen und einen tieferen Einblick in die Arbeitsatmosphäre zu geben. Für einen ersten Eindruck erschien er jedoch sinnvoll und geeignet.

Von Kartellanten und Harzer Käse
Bereits beim Kennenlernabend am Donnerstag lernten wir einige der Anwälte in lockerer Atmosphäre kennen und konnten bei frischem – für einige Auswärtige auch gewöhnungsbedürftigem – Altbier erste Fragen stellen. Natürlich ging dabei alles so gesittet zu, wie es der nächste Workshoptag verlangte.

Am Freitagmorgen trafen wir uns dann im Büro von Hengeler Mueller. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde begann der erste Vortrag zum Thema Marktabgrenzung. Das Thema war zum Einstieg gut geeignet und forderte nicht nur den juristischen, sondern auch den Geruchssinn heraus: Als es darum ging, den Käsemarkt abzugrenzen, reichte uns Dr. Stadler sogleich diverse Käsesorten als Anschauungsobjekte, darunter Limburger und Harzer Roller. Danach konnte nun wirklich niemand mehr behaupten, Kartellrecht sei trocken und wenig anschaulich.

Es folgte eine ebenso interessante Fallstudie zur Fusionskontrolle. Hierbei ging es darum, wie Anwälte bei einer Fusion im Energiesektor als Mittler zwischen Mandanten und den Kartellbehörden auftreten und welche Fragen sie dabei stellen müssen.

Nach einem kurzen Mittagessen in der Kanzlei ging es zum nächsten Workshop. Hier standen "dawn raids", also Durchsuchungen durch die Kartellbehörden, und Bonusregelungen für Kronzeugen im Blickpunkt. Es entwickelte sich eine gute Interaktion, wobei viele interessante Aspekte aus der anwaltlichen Praxis zur Sprache kamen. Beispielsweise, wie man als Anwalt reagieren sollte, wenn ein Mandant anlässlich einer Durchsuchung plötzlich anruft und um Hilfe bittet. Da passte es gut und trug zur realitätsnahen Vortragsweise bei, dass mitten im Vortrag das Handy des Vortragenden klingelte.

Beim letzen Workshop verteilte Jochen Burrichter eine Beschreibung der Sanktionsmaßnahmen bei Kartellrechtsverstößen, die viele interessante und aktuelle Probleme enthielt. Man merkte insgesamt deutlich, dass hier ausgezeichnete Juristen Spaß an ihrem Handwerk hatten.

Natürlich durfte auch eine Kanzleipräsentation nicht fehlen, die aber erfreulicherweise keine plumpe Eigenwerbung war. Vielmehr zeigte sie, welch interessante Einstiegsmöglichkeiten es bei Hengeler Mueller gibt, zum Beispiel für Referendare und wissenschaftliche Mitarbeiter. Anschließend gab es die Möglichkeit, an einer Kanzleiführung teilzunehmen und Einzelgespräche mit den Anwälten zu führen.

Kunst und Kennenlernen
Nach diesem fachlich sehr ansprechenden Programm sollte am Abend auch das Kulturelle nicht zu kurz kommen. Nach einer kurzen Pause im Hotel ging es zur Kunstsammlung K21 des Landes Nordrhein-Westfalen ins Ständehaus, das nur einen Katzensprung vom Hotel entfernt lag. In der Ausstellung waren teils bekannte Bilder von Künstlern des 20. Jahrhunderts mit einer modernen Skulptur kombiniert. Unsere Führerin versuchte uns die jeweiligen Deutungsebenen zu erläutern und war schon ein wenig überrascht, wie kunstinteressiert so ein Haufen Juristen doch sein kann.

Künstlerisch blieb es auch beim abschließenden Abendessen im Restaurant "Malkasten", wo auch der gleichnamige Künstlerverein residiert. Das Essen war über jeden Zweifel erhaben, und wiederum hatte Hengeler Mueller die Sitzordnung so arrangiert, dass immer Anwälte in gut ausgewogener Anzahl zwischen den Teilnehmern saßen. So bestand noch einmal Raum für gezielte persönliche oder kanzleibezogene Nachfragen.

Mein Fazit
Ob man einen derartigen Workshop als gelungen empfindet und weiterempfiehlt, hängt zum großen Teil wohl davon ab, was man von ihm erwartet. Ich wollte die Anwälte von Hengeler Mueller persönlich kennenlernen und erfahren, wie die Praxis und die Anwendung des Kartellrechts in einer Großkanzlei funktionieren. Insgesamt fand ich den Workshop hierfür exzellent geeignet. Ich war überrascht, wie zugänglich und locker die Anwälte im persönlichen Gespräch waren.

Zudem hatte ich eher nicht erwartet, dass die Praxis des Kartellrechts so spannende Facetten bietet und dass man sich in so viele verschiedene Bereiche des täglichen oder eher nichtalltäglichen Lebens einarbeitet. Es gab in der Summe eine gut ausgewogene Mischung aus persönlichem Kennenlernen und fachlichen Einblicken, soweit eben an einem Tag möglich. Auch fand ich es bereichernd, zu erfahren, welche Einstiegs- und Karrieremöglichkeiten Hengeler Mueller insgesamt zu bieten hat. In dieser Kanzlei wäre Mitch McDeere sicherlich glücklicher geworden.

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