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Erfahrungsbericht (Clifford Chance): Den Geschäftsführer-Bonus wegverhandelt

Dienstag, den 9. November 2010
Erfahrungs- bericht

Der Verkäufer will Kaufpreisgarantien, der Käufer stört sich an der möglichen Steuernachzahlung, und der Geschäftsführer fordert selbst ein dickes Stück vom Kuchen: Dass es in der Private-Equity-Beratung nicht nur auf juristisches und wirtschaftliches Fachwissen ankommt, sondern eine gehörige Portion Verhandlungsgeschick gefragt ist, erlebte Wiebke im Workshop ''Barbarians at the Gate?'' bei Clifford Chance.

e-fellow Wiebke (24) studiert Rechtswissenschaften an der Uni Osnabrück. Bei Clifford Chance schlüpfte sie einen Tag lang selbst in die Rolle einer Private-Equity-Anwältin und verhandelte knallhart – notfalls auch gegen den gierigen ''Dr. Fließ''.

Titel und Thema
Workshop "Barbarians at the Gate? – Beratungsherausforderungen eines Private-Equity-Anwalts" und anschließende Abendveranstaltung mit Clifford Chance

Datum und Ort
15. Oktober 2010 im Frankfurter Büro der Kanzlei

Teilnehmer und Unternehmensvertreter
An der Veranstaltung nahmen 20 e-fellows aus ganz Deutschland teil, allesamt Juristen unmittelbar vor oder nach der Ersten Juristischen Prüfung. Im Workshop trafen wir auf folgende Vertreter von Clifford Chance: die Partner Oliver Felsenstein, Burc Hesse, LL.M., und Georg Linde, die Counsel Joachim Hasselbach, LL.M., Markus Muhs und Rose Brounts, den Associate Frederik Mühl und Annette Maaßen, Human Resources.

Warum ich teilgenommen habe
''Barbarians at the Gate''? Private-Equity-Gesellschaften übernehmen Unternehmen vollständig oder teilweise, bauen sie um und verkaufen sie mit Gewinn weiter. Aber was genau passiert eigentlich hinter den Kulissen einer PE-Transaktion? Mit den rechtlichen und vor allem wirtschaftlichen Fragen in der PE-Branche kommt man während des Jura-Studiums erfahrungsgemäß selten bis gar nicht in Berührung. Umso neugieriger war ich, durch den Workshop im Frankfurter Büro von Clifford Chance einen praxisnahen Einblick in die täglichen Herausforderungen der PE-Beratung zu bekommen.

Mir persönlich ging es darum, die Vertreter der Kanzlei in einem überschaubaren Umfeld kennenzulernen. Bürogröße, Beraterzahl, Leverage und Tätigkeitsschwerpunkte jeder Kanzlei kann man im Internet abfragen. Keine Auskunft geben Internet oder Marketing-Abteilungen hingegen zu Arbeitsatmosphäre und ''Alltag'' in einer Großkanzlei. Daher sah ich in der Veranstaltung auch eine tolle Gelegenheit, einen Eindruck vom Arbeitsklima in einer internationalen Sozietät zu erhalten.

Wer berät wen?
Als gegen 12:30 Uhr alle Teilnehmer angekommen waren, nahmen wir in entspannter Atmosphäre bei einem kurzen Mittags-Snack die Gelegenheit wahr, uns gegenseitig kennenzulernen. An den zugeteilten Farbpunkten war schnell zu erkennen, ob man bei der simulierten PE-Transaktion des Workshops den Verkäufer, den Käufer oder den Geschäftsführer beraten würde. Nach einer kurzen Einführung in die Strukturen und das Selbstverständnis der Kanzlei durch Georg Linde erläuterte sein Kollege Burc Hesse, was uns in den kommenden Stunden erwarten würde.

''Barbarians at the Gate''? Was ist eigentlich Private Equity?
Im Anschluss gab uns Oliver Felsenstein einen Überblick über das weitläufige Thema Private Equity. Dabei erfuhren wir auch, dass Clifford Chance insbesondere auf dem deutschen Markt seit langem als Pionier in der PE-Beratung gilt. Beste Voraussetzungen also, um im Laufe eines spannenden Nachmittags den Abschluss einer simulierten PE-Transaktion live nachvollziehen und selbst gestalten zu können. Spätestens jetzt erklärte sich auch der reißerische Titel des Workshops, ''Barbarians at the Gate'', der auf den gleichnamigen Titel des Buches von Bryan Burrough und John Helyar über eine der größten Übernahmen der amerikanischen Geschichte in den 1980ern zurückgeht. Um die gewonnenen Einblicke in die praktischen Zusammenhänge des PE-Geschäfts noch vertiefen zu können, erhielten alle Teilnehmer ein Exemplar als Überraschungsgeschenk.

Teamwork von Vertragsentwurf bis Signing
Gegen 14 Uhr teilte sich das Plenum in die verschiedenen Gruppen auf. Zum ersten Mal befassten wir uns mit dem fiktiven, aber realitätsnahen Szenario: Ein englisches Beteiligungsunternehmen würde versuchen, einen vor fünf Jahren erworbenen deutschen Hersteller von Industrieventilen gewinnbringend an ein amerikanisches Beteiligungsunternehmen zu verkaufen.

Die Beraterteams des Verkäufers, des Käufers und des Geschäftsführers standen jeweils vor unterschiedlichen Problemen, die es aus wirtschaftlicher und rechtlicher Sicht zu lösen galt. Auf Verkäuferseite war zum Beispiel die interne Entscheidungsfindung noch nicht abgeschlossen, weshalb man auf aufschiebende Bedingungen im Kaufvertrag zu achten hatte.

Dass es nicht nur auf exzellente juristische Präzision, sondern auch auf ergebnisorientiertes, wirtschaftliches Denken ankommt, wurde uns schnell klar. Zudem fiel von Anfang an auf, dass die Zusammenarbeit im Team eine bedeutende Rolle spielt. Kartell- und arbeitsrechtliche Fragen, die in der Besprechung aufkamen, zeigten, dass es unerlässlich ist, Berater aus anderen Bereichen mit entsprechendem Fachwissen einzuschalten.

Da jederzeit ein Vertreter der Kanzlei für Fragen zur Verfügung stand, konnten wir schon in der ersten Besprechung mit den ''Mandanten'' (überzeugend dargestellt von Burc Hesse, Markus Muhs und Frederik Mühl aus dem echten PE-Team von Clifford Chance) viele offene Punkte klären.

''Wo bleibt mein Bonus?!''
Frisch gestärkt durch Kaffee und Kuchen starteten wir gegen 17 Uhr in die abschließende Verhandlungsrunde im Plenum. Spätestens hier wurde deutlich, dass es eine gehörige Portion Verhandlungsgeschick und Kompromissbereitschaft kosten würde, um die gegensätzlichen Positionen der Beteiligten in Einklang zu bringen und ''unserem'' Deal zu einem erfolgreichen Abschluss zu verhelfen.

Während die Verkäuferseite auf Abschlusssicherheit und Kaufpreisgarantien beharrte, störte sich die Käuferseite an diversen Umwelt- und Steuernachzahlungsrisiken. Geschäftsführer ''Dr. Fließ'' (alias Frederik Mühl von Clifford Chance) hingegen ging es vor allem um seinen Bonus – ein Anliegen, auf das er auch während der Verhandlung anderer Klauseln immer wieder gern zurückkam. Selbst als seine Einwände vom Beraterteam der Verkäuferseite mit dem Hinweis zurückgewiesen wurden, ''Dr. Fließ'' könne kaum so dringend auf seinen Bonus angewiesen sein, da er schon rein physisch offensichtlich ''nicht am Hungertuch nage'', tat dies der positiven Verhandlungsatmosphäre keinen Abbruch – vielleicht der einzige weniger realitätsnahe Punkt dieses Nachmittages.

Trotzdem gelang es uns, abschließend zu einem für alle Seiten akzeptablen Entwurf des Kaufvertrags zu gelangen und einen Zeitrahmen bis zum Closing, der endgültigen Vertragsunterzeichnung, festzulegen.

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Karriere-Infos beim Dinner
Wir nutzten die verbleibende Zeit, um die rechtlichen und transaktionsbezogenen Themen kurz zu erörtern. Gerade in Verbindung mit der praktischen Anwendung im Workshop gelang es den beteiligten Kanzleivertretern, das aus studentischer Sicht abstrakte Thema Private Equity allen Teilnehmern greifbar zu machen. Dem gelungenen Workshop folgte ein entspanntes Abendprogramm im Hotel. Während des Dinners und später an der Hotelbar ließen wir den Abend ausklingen und hatten dabei genug Zeit für persönliche Fragen über Einstiegs- und Karrieremöglichkeiten bei Clifford Chance.

Praxistest und Networking
Den Tag bei Clifford Chance werde ich in sehr guter Erinnerung behalten. Ich habe nicht nur unheimlich viel Spaß gehabt, sondern auch einen realistischen Einblick in die Tätigkeit einer Großkanzlei und speziell im PE-Bereich von Clifford Chance erhalten. Zudem traf ich auf Anwälte, die sich im zwanglosen persönlichen Gespräch bereitwillig den verschiedenen Fragen von uns jungen Juristen stellten. Ich empfehle die Veranstaltung damit allen, die neben einem grundsätzlichen Interesse an der Tätigkeit in einer Großkanzlei Spaß daran haben, sich in den Verhandlungen ein Bild von hochspannenden Rechts- und Wirtschaftsthemen zu machen. Darüber hinaus besteht die hervorragende Gelegenheit, persönliche Kontakte zu knüpfen und sich Perspektiven für Praktika, Referendariat und/oder Berufseinstieg zu eröffnen.

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Weitere Berichte der e-fellows von Recruiting-Events, Praktika und Jobs findest du in der Rubrik "Erfahrungsberichte".

Erfahrungsbericht (Clifford Chance): Großkanzlei macht Spaß

Montag, den 8. November 2010
Erfahrungs- bericht

''Je mehr Vergnügen du an deiner Arbeit hast, umso besser wird sie bezahlt'', wusste schon Mark Twain. Aber was hat Vergnügen mit einer internationalen Großkanzlei zu tun? e-fellow Celia war skeptisch und neugierig, probierte es schließlich aus, begleitete spanische Mandanten im Bereich Real Estate Transactions bei Clifford Chance – und räumte erst mal mit vielen Vorurteilen auf.

Großkanzlei? Arbeitet dort nicht der Typ Anwalt, der sein Studium mit exzellenten Noten in kürzester Zeit absolviert hat, mehrere Sprachen fließend spricht, seine Arbeit über alles stellt und mehr als 60 Stunden die Woche im Büro verbringt? Spaß? Vergnügen? Mit solchen Vorurteilen ging ich während meines Auslandsaufenthaltes in Lausanne zu einer Abendveranstaltung, zu der Clifford Chance geladen hatte. Ich konnte mir definitiv nicht vorstellen, jemals in einer Großkanzlei zu arbeiten.

e-fellow Celia (25) hat Sozialpädagogik in Stuttgart studiert und anschließend Jura in Tübingen und Lausanne. Zurzeit studiert sie in Frankfurt neben Jura auch Soziologie. Eine Karriere in einer internationalen Großkanzlei wie Clifford Chance kam für sie nicht in Frage. Überraschend positiv fällt aber das Fazit aus, das sie in Ihrem Erfahrungsbericht zieht.

Nach einem Vortrag über Real Estate Transactions, den die Anwälte Dr. Gerold Jaeger und Christian Trenkel hielten, wurde ich beim nachfolgenden Abendessen hellhörig, als Herr Jaeger mir erzählte, dass er sich bei seinem Einstellungsgespräch in einem Büro voller E-Gitarren wiedergefunden habe: Der Partner, der ihn damals interviewte, liebte E-Gitarren und sammelte sie in seinem Büro. Das passte so gar nicht in mein vorgefertigtes Bild; mein Interesse war geweckt. Einige Stunden und viele Fragen später hatte Herr Jaeger mich überzeugt: Ich wollte mir selbst ein Bild machen und bewarb mich für ein Praktikum im Bereich Real Estate in Frankfurt.

Schon vor Praktikumsbeginn stand ich in regelmäßigem E-Mail-Kontakt mit Herrn Jaeger, der fortan mein Mentor war. Tatkräftig unterstützte er mich bei allen Fragen zum Praktikum, von der Wohnungssuche bis hin zu vorbereitender Literatur, die er mir gab. Das hatte ich bis dato bei keinem Praktikum erlebt.

Diese freundliche und unterstützende Atmosphäre war denn auch ein Vorbote für die eigentliche Zeit bei Clifford Chance. Vom ersten Tag an wurde ich von der Abteilung Real Estate herzlich und offen aufgenommen. Nicht nur, dass man mir umgehend ein eigenes Büro zur Verfügung stellte und meinen Namen mit Lichtbild sofort ins System einspeiste – auch eine Führung durch die Abteilung inklusive Vorstellung aller Kollegen direkt nach meiner Ankunft schien selbstverständlich.

Begeistert hat mich bei Clifford Chance besonders, dass ich Jura von einer ganz anderen Seite kennenlernte. Ich war mitten im Geschehen, als es darum ging, den Ankauf eines Objekts für spanische Mandanten von der Due-Diligence-Prüfung bis zum Closing samt dem obligatorischen Notartermin zu begleiten. Dabei erhielt ich nicht nur Erklärungen zu allen Vorgängen, sondern übernahm eigenständig die Bearbeitung von Teilaufgaben. Beispielsweise lernte ich, wie man einen Grundbuchauszug auf Belastungen überprüft und welche Posten in der Praxis relevant sind, weil sie wirtschaftliche Auswirkungen haben können.

Als Übung und zur Vorbereitung für meinen Mentor modifizierte ich einen Vertrag und stellte beim Verkauf eines Objekts Teile des Datenraums zusammen, der dem ankaufenden Unternehmen für die Due-Diligence-Prüfung zur Verfügung gestellt wurde. Ich war jedoch nicht nur im Büro vollständig ins Team eingebunden, sondern lernte auch die Mandanten kennen, für die ich arbeitete – zum Beispiel beim gemeinsamen Abendessen und anschließendem Fußballschauen von Spielen der spanischen Mannschaft während der WM.

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Besonders gut hat mir auch gefallen, dass ich zwar mit meinem Mentor zusammenarbeitete, jederzeit jedoch die Möglichkeit hatte, auch anderen Anwälten meine Unterstützung anzubieten. War ich anfangs noch etwas schüchtern, einfach in ein Büro zu platzen und die Anwälte anzusprechen, so verflog das umgehend, als ich merkte, dass die Kollegen sich über Unterstützung freuten und sich für die angebotene Hilfe bedankten.

So nahm ich einer Kollegin in Zeitdruck die Übersetzung eines Gutachten ins Englische ab und half einem Kollegen bei der Vorbereitung eines Vortrags, indem ich ein Prüfungsschema anfertigte, das danach vollständig in seine Präsentation eingearbeitet wurde.

Dabei stellten die Aufgaben eine echte Herausforderung dar, weil gerade im Real Estate Kenntnisse gefragt waren, die ich nicht im Studium erworben hatte. Allerdings wurde ich mit meinen Aufträgen nie alleine gelassen, sondern hatte jederzeit die Möglichkeit, Fragen zu stellen und mir Hilfe zu holen. So kam es durchaus vor, dass mir die Grundzüge des Vergaberechts in der Lounge von Clifford Chance bei einem Latte Macchiato erklärt wurden oder ich die Telefonnummer eines Partners in einer anderen Niederlassung erhielt, um mir Rat bezüglich einer Rechtslage zu holen, die zu dessen Spezialgebiet zählte.

Selbst an einem längeren Arbeitstag oder während einer eher trockenen Aufgabe wurde mir deshalb nie langweilig, sondern ich hatte in dieser freundlichen und hilfsbereiten Atmosphäre im Gegenteil viel Spaß bei der Arbeit.

Für mich war es ein Glücksfall, dass ich die Möglichkeit hatte, ein Praktikum bei Clifford Chance zu machen und so mit vielen meiner Vorurteile über Großkanzleien aufzuräumen. Für diese Chance und die tolle Erfahrung, Teil dieses Teams zu sein, bin ich meinem Mentor und den Kollegen sehr dankbar und kann nur alle Jurastudenten dazu ermuntern, sich ein eigenes Bild zu machen – getreut dem Motto von Pablo Picasso: ''Wenn es nur eine einzige Wahrheit gäbe, könnte man nicht hundert Bilder über dasselbe Thema malen.''

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Erfahrungsbericht (Clifford Chance): Über den Dächern von Frankfurt

Donnerstag, den 19. August 2010
Erfahrungs- bericht

Was heißt "Share Purchase Agreement", und was ist ein "Bad Leaver"? Im Praktikum bei Clifford Chance in Frankfurt lernte e-fellow Georg das ABC des Private-Equity-Geschäfts – und fand bei seinem Mentor ein offenes Ohr bei Fragen zu Karriereplanung und Arbeitsalltag.

Im Juli 2010 absolvierte ich ein vierwöchiges Praktikum am Frankfurter Standort von Clifford Chance. Ganz nach meinen Vorstellungen wurde ich in dem gesellschaftsrechtlichen Arbeitsbereich der Kanzlei untergebracht, dem Bereich "Corporate" in der Abteilung "Private Equity". In diesem Zeitraum wurde den Praktikanten ein umfangreiches und spannendes Rahmenprogramm geboten. Mit mir starteten 15 weitere Praktikanten, und von Anfang an stellte sich eine sehr freundschaftliche und lockere Atmosphäre ein. Das Büro selbst liegt in einem Hochhaus inmitten des Frankfurter Bankenviertels.

Georg Georg (23) studiert im 6. Semester Jura an der Uni Regensburg. In seinem Praktikum in der Abteilung Private Equity bei Clifford Chance wurde ihm schnell klar, dass Transaktionen nicht nach "Schema F" ablaufen und sicheres Englisch eine Grundvoraussetzung ist.

Jede Transaktion ist anders
Auf das Praktikantenprogramm bin ich durch den Newsletter von e-fellows.net aufmerksam geworden. Nach meiner Online-Bewerbung folgte auch bald ein Angebot der Kanzlei, das ich gerne annahm.

Was die Vorkenntnisse betrifft, so war gerade am Anfang mein Wissen aus meinem universitären Schwerpunkt Unternehmenssanierung sicher von Vorteil. Dieses aber auch nur, um die grobe Struktur einer Transaktion zu verstehen. Schnell wurde mir klar, dass keine Transaktion nach "Schema F" abläuft und man sich stets die Besonderheiten des Einzelfalls vor Augen halten muss. Auch konnte ich von meinen früheren praktischen Erfahrungen profitieren.

English skills required
Schließlich sollte jedem Bewerber klar sein, dass fast die gesamte Korrespondenz auf Englisch erfolgt – seien es die Gespräche mit den Mandanten, der Gegenseite oder den eigenen Kollegen von anderen Standorten. Begriffe wie "Share Purchase Agreement" oder "Bad Leaver" waren vor dem Praktikum für mich nicht gerade alltäglich. Wer keine bösen Überraschungen erleben möchte, sollte ehrlich zu sich selbst sein und seine Englisch-Kenntnisse richtig einschätzen.

Gut betreut
Nach einem gegenseitigen Kennenlernen und der ausführlichen Unternehmenspräsentation wurde ich Herrn Georg Linde, einem Partner aus dem Bereich Private Equity, vorgestellt. Dieser war als mein fester Ansprechpartner und Mentor für den Zeitraum des Praktikums eingeplant. Er hatte stets ein offenes Ohr für mich und konnte mir mit Ratschlägen zu Karriereplänen und Arbeitsalltag zur Seite stehen. Überrascht wurde ich auch von meinem eigenen geräumigen Arbeitszimmer im 32. Stock mit Blick auf das Bankenviertel.

Um auch während der Abwesenheit meines Mentors weiterhin betreut zu werden, stellte er mich gleich zu Beginn dem Associate Sebastian Pauls vor. Mit diesem verbrachte ich auch die meiste Zeit meines Praktikums. Er machte mich mit anderen Kollegen bekannt und gab mir stets interessante Aufgaben.

Über die Schulter geschaut
Auch andere Kollegen habe ich unterstützt: So durfte ich nicht nur zu kniffligen Rechtsfragen recherchieren, sondern auch an Telefonkonferenzen teilnehmen, bei denen zum Beispiel einzelne Vertragsklauseln mit der Gegenseite verhandelt wurden. Hier hatte ich das Glück, den Anwälten über die Schulter schauen zu dürfen und bekam so ein noch besseres Bild vom Arbeitsalltag bei Clifford Chance. Auch konnte ich nach kurzer Einarbeitung in ein Projekt dessen Voranschreiten bis hin zum Vollzug ("Closing") mitverfolgen und aktiv mitgestalten.

Ich erstellte einzelne Abschnitte eines Due-Diligence-Reports, schrieb Memos an die Mandanten und wurde auch zu Notarterminen mitgenommen. Erfreut stellte ich immer wieder fest, dass meine Arbeit nach Überprüfung von Anwälten und einzelnen Veränderungen tatsächlich an die Mandanten ging oder intern verwertet wurde.

Meine persönlichen Highlights
Obwohl ich schon einige Praktika in anderen Unternehmen gemacht hatte, war ich überrascht, auf welch hohem Niveau sich der Alltag bei Clifford Chance abspielt und wie interessant die Tätigkeiten sind. Da kommt es schon auch mal vor, dass man als Praktikant freiwillig bis 22 Uhr oder länger im Büro bleibt.

Das Betriebsklima war sehr angenehm. Von fast jedem Angestellten wurde mir das "Du" angeboten und jeder war auch an mir als Mensch interessiert. Das Rahmenprogramm rundete das Praktikum sehr gelungen ab. So konnte ich Einblicke in andere Arbeitsbereiche gewinnen, meine Englischkenntnisse in einem Workshop aufbessern, oder die Frankfurter Wertpapierbörse live erleben.

Allen, die ein Praktikum bei Clifford Chance bekommen, rate ich, die Initiative zu ergreifen und ihre Arbeitskraft aktiv anzubieten. Man sollte die Möglichkeit nutzen, von den Profis zu lernen und ihnen bei Gelegenheit Fragen zum Arbeitsalltag stellen.

Community & Blog Quelle:sxc.hu Autor:clixMehr Erfahrungsberichte?
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Erfahrungsbericht (Clifford Chance):
"Getting to yes"

Mittwoch, den 17. Februar 2010
Erfahrungs- bericht

Wie sehen Referendariat, Berufseinstieg und Karriere in einer internationalen Großkanzlei aus? Darum ging es für die 29 Teilnehmer am "Young Lawyers Event", das am 18. und 19. Januar bei Clifford Chance in Düsseldorf stattfand. Die Kanzlei, die in Rankings ganz oben rangiert, vermittelte in interessanten Workshops und einer ungezwungenen Abendveranstaltung vielseitige Eindrücke von Herausforderungen und Entwicklungsmöglichkeiten für Referendare und junge Anwälte.

e-fellow Wolfgange-fellows.net-Stipendiat Wolfgang (27) promoviert an der Bucerius Law School in Hamburg. Beim "Young Lawyers Event" mit Clifford Chance lernte er, wie man die Emotionen des Verhandlungspartners im Griff hat und auf ein "dawn raid" der Kartellbehörde reagiert.

Internationalität in der ReferendarAcademy
Dr. Christoph Witte und Thomas Burmeister, beide Partner im Düsseldorfer Büro, stellten die Sozietät vor. Dabei ging es weniger um Eigenwerbung. Vielmehr stand der Reiz der Arbeit in einer Großkanzlei im Mittelpunkt. Clifford Chance unterscheide sich von anderen Kanzleien jedoch durch die Internationalität in der täglichen Arbeit. Als angehender Referendar fand ich besonders die Informationen zur ReferendarAcademy interessant: ein Fortbildungsprogramm, das auch Intensivkurse zur Vorbereitung auf das zweite Staatsexamen umfasst. Kooperationspartner sind die Bucerius Law School und das Lübecker Repetitorium "Kaiserseminare".

Knowing what you are talking about
Stichwort Internationalität: Passend zum Motto ging es im ersten Workshop um "Legal English". Edmund Boyo, LL.M., Solicitor (England & Wales) und Partner aus dem Frankfurter Büro, führte interaktiv in die englische Rechtssprache und die Besonderheiten des "Common Law" ein. Vokabular und Rechtsinstitute wie den englischen "trust" erläuterte er anhand von Anekdoten aus der Anwaltspraxis und bezog in seinem Vortrag die Teilnehmer mit ein.

Clifford Chance: Young Lawyers Event"Getting to yes"
Vertragsverhandlungen können für Anwälte allerdings auch ohne Sprachbarriere schwierig werden. "Getting to yes" will gelernt sein, wenn die Positionen von Mandant und Gegenseite weit auseinander liegen. Die Emotionen eines schwierigen Gegenübers im Griff zu haben ist dabei ein Muss, betonten Partner Thomas Hey und Rechtsanwalt Dr. Christian Vogel, LL.M., aus Düsseldorf. Die beiden führten in die Verhandlungstechnik des "Harvard Approach" ein. Anschließend erprobten die Teilnehmer in Rollenspielen, mit welchem Verhandlungsstil sich die Interessen des Mandanten am besten durchsetzen lassen.

Persönliche Gespräche beim Dinner
Der spannende erste Tag klang beim Essen in einem Weinlokal aus, wo die Teilnehmer mit den Anwälten persönlich ins Gespräch kamen. An unserem Tisch ging Dr. Ulrich Reese, Partner aus Düsseldorf und einer der Leiter der Healthcare-Gruppe, auf alle unsere Fragen zur Tätigkeit in einer Großkanzlei ein. Besonders beeindruckend war die persönliche und authentische Art, mit der er von seinen Erfahrungen und seiner Arbeit berichtete. Individuelle Ratschläge gab er zum Karriereweg, aber auch zur Vereinbarkeit von Anwaltsberuf und Privatleben.

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Was ist beim "dawn raid" der Kartellbehörde zu tun?
Am nächsten Tag ging es um die "hard skills". In Arbeitsgruppen zu Arbeitsrecht, M&A, Energierecht, Litigation, Healthcare und Kartellrecht nahmen die Teilnehmer selbst die Rolle des Anwalts ein. Unsere Gruppe etwa hatte die Aufgabe, die "MegaMedical GmbH" in medizinrechtlichen und kartellrechtlichen Fragen zu beraten: Welche Anweisungen sollte der Geschäftsführer geben, wenn die Kartellbehörde früh morgens mit einem Durchsuchungsbefehl an der Sicherheitsschleuse um Einlass bittet? Darf er relevante Strategiepapiere vernichten? Die Fallstudien verdeutlichten die Vielseitigkeit des Kanzleialltags.

Mein Fazit
Empfohlen sei die Veranstaltung angehenden Referendaren oder Berufseinsteigern, die sich in kurzer Zeit ein Bild von der Arbeit in einer internationalen Großkanzlei machen möchten. Die interaktiven Workshops und die ungezwungene Abendveranstaltung boten die Gelegenheit, Mitarbeiter und Arbeitsfelder der Kanzlei kennenzulernen. Die engagierten Referenten banden die Teilnehmer aktiv mit ein und ließen dadurch keine Langeweile aufkommen.

Community & Blog Quelle:sxc.hu Autor:clixMehr Erfahrungsberichte?
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