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Erfahrungsbericht (Clifford Chance): Von der Schulbank in die Großkanzlei

Donnerstag, den 2. Februar 2012
Erfahrungs- bericht

Gerade drückte sie noch die Schulbank und schon sitzt sie in ihrem eigenen Büro bei Clifford Chance. Bei ihrem Schülerpraktikum erfuhr e-fellow Daniela, wie eine Großkanzlei funktioniert und begleitete dabei nicht nur Juristen – auch die Poststelle war ein Besuch wert.


Mein Plan stand schon vor dem Abitur fest: Ich wollte später einmal Jura studieren. Bei der e-fellows.net-Messe "Startschuss Abi" in Hanau bei Frankfurt am Main konnte ich mich im November 2010 über mein künftiges Studienfach informieren. Dort stellte Christine Koziczinski Clifford Chance vor. Sie ist dort Corporate-Partnerin im Frankfurter Büro. Am Ende ihres Vortrags erwähnte sie, dass ausnahmsweise auch für Schüler die Möglichkeit besteht, ein einwöchiges Praktikum zu machen. Nach einem Schülerpraktikum 2009 in einer kleineren Stuttgarter Anwaltskanzlei wollte ich noch einmal Kanzleiluft schnuppern. Also bewarb ich mich für das Schülerpraktikum in Frankfurt und konnte im Juli 2011 den Alltag in einer Großkanzlei hautnah miterleben.

Wie funktioniert das Projekt Großkanzlei überhaupt?
Während meines Praktikums lernte ich Clifford Chance nicht nur von der rein juristischen Seite kennen. Ich konnte auch erleben, wie so ein Unternehmen überhaupt aufgebaut ist und wie es funktioniert. Einerseits bekam ich Einblicke in den Bereich Corporate, für den ich mich beworben hatte. So gab es zum Beispiel eine Bereichspräsentation für alle Praktikanten, also sowohl für Schüler als auch für Studenten. Ich konnte aber auch schon ein wenig mithelfen, indem ich eine Liste von beglaubigten Dokumenten zusammenstellte.

Was ist eine Marke und wann herrscht unlauterer Wettbewerb?
Zudem erhielt ich Materialien der kanzleieigenen "Referendar Academy". Diese bietet Kurse für die Examensvorbereitung an oder auch Veranstaltungen zu Themen wie Präsentationstechnik oder Verhandlungsführung. Mein Thema "Unternehmenskauf und Due Diligence" war zwar komplex, verschaffte mir aber einen guten Überblick. Darüber hinaus verbrachte ich einen ganzen Tag bei der IP-Abteilung. Hier erfuhr ich mehr über die Markenverwaltung: Was ist eigentlich genau eine Marke? Welche verschiedenen Arten von Marken wie zum Beispiel Hör- oder Farbmarken gibt es? Und welche Probleme umfasst der unlautere Wettbewerb? Zu guter Letzt nahm ich an einer Präsentation zu Litigation teil, die dank verschiedener Beispielfälle sehr anschaulich war.

Erinnerungsmails für vergessliche Anwälte
Neben den juristischen Einblicken habe ich auch erfahren, dass eine Großkanzlei aus weitaus mehr als nur Anwälten und Partnern besteht. Auch die Fristenkontrolle für die Mandanten ist sehr professionell. So werden die Anwälte nicht nur von ihren eigenen Kalendern und Sekretariaten, sondern auch noch einmal zentral vom Bürovorsteher oder seinen Mitarbeitern an wichtige Fristabläufe undTermine erinnert. Die Poststelle beispielsweise, bei der ich einen Vormittag verbrachte, erleichtert die Arbeit der Juristen ungemein. Hier half ich den Auszubildenden beim Sortieren der Post und erfuhr so, nach welchen Punkten die Post geordnet wird. Außerdem erklärten mir die Mitarbeiter einiges zu Fristen, Terminen und Gerichtspost.

DanielaDaniela (18) studiert Rechtswissenschaft im ersten Semester an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg. Schon als Schülerin konnte sie bei einem Praktikum bei Clifford Chance Großkanzlei-Luft schnuppern.

Übersetzung? Not my favorite…
Außerdem hatte ich einen Nachmittag lang die Gelegenheit, in den Bereich Business Development hineinzuschnuppern. Hier gab es eigentlich auch für mich als Schülerin ohne juristische Kenntnisse immer etwas zu tun. Meine Hauptaufgabe war, ein Portfolio zu den wichtigsten Mandanten von Clifford Chance zusammenzustellen – inklusive Geschäftsbericht und weiteren key facts. Ebenfalls interessant war die Arbeit in der Übersetzung. Wir Schülerpraktikanten wurden jedoch nicht mit der Übersetzung schwieriger juristischer Fachtexte betraut, sondern bekamen verschiedene Texte aus dem Internet, die auf unsere Interessen zugeschnitten waren. Und schon da gab es die eine oder andere Formulierungsschwierigkeit.

Mein PC, mein Telefon, mein Büro
Den Charme des Praktikums bei Clifford Chance machten jedoch nicht nur das Inhaltliche, sondern auch die Räumlichkeiten und die Menschen aus. Zunächst war ich beeindruckt von der Höhe und Modernität des Clifford-Chance-Gebäudes. Von den Büros hat man einen fantastischen Ausblick auf die Frankfurter Innenstadt. Apropos Büros: Selbst als Schülerpraktikant erhält man seinen eigenen Arbeitsplatz mit Computer, Telefon und Co. Ich hatte sogar das Glück, mir mit einer anderen Praktikantin ein Zimmer zu teilen, sodass wir unser richtig eigenes Büro hatten – da bekam man beinahe das Gefühl, schon selbst Anwältin zu sein.

Frisches Obst und Kaffee für alle
Abgesehen davon war auch für das leibliche Wohl stets gesorgt: Neben hauseigener Kantine, die kostenlos frisches Obst für die Mitarbeiter zur Verfügung stellt, sowie einer Cafeteria mit Lounge, befindet sich in jedem Stockwerk eine Küche. In der werden unter anderem Kaffeemaschinen und Getränke zur freien Verfügung gestellt. Außerdem gibt es eine sehr gut ausgestattete Bibliothek, die zum Schmökern in diversen Fachzeitschriften einlädt. Nicht zu vergessen das Intranet von Clifford Chance, durch das ich mir einen guten Überblick über das Unternehmen verschaffen und zum Beispiel meinen Englischkenntnisse aufpolieren konnte.

Die Chance ergreifen
Besonders positiv überrascht war ich von der guten Atmosphäre bei Clifford Chance. Ich wurde ausnahmslos sehr freundlich aufgenommen und möchte mich an dieser Stelle beim gesamten Corporate-Team bedanken – und bei allen anderen Mitarbeitern, die sich in dieser Woche Zeit für mich genommen haben. Ich habe eine tolle Zeit bei Clifford Chance verbracht und bin mit vielen Eindrücken im Gepäck wieder nach Hause gefahren. Ich kann euch daher nur empfehlen, die Chance (wie der Name Clifford Chance es schon andeutet) zu ergreifen und ebenfalls ein Praktikum dort zu absolvieren.

Erfahrungsberichte [Quelle:sxc.hu, Autor:clix]Mehr Erfahrungsberichte? Weitere Berichte der e-fellows von Recruiting-Events, Praktika und Jobs findest du in der Rubrik "Erfahrungsberichte".

Erfahrungsbericht (Clifford Chance): Ein Frühstück über den Dächern Frankfurts

Mittwoch, den 11. Januar 2012
Erfahrungs- bericht

e-fellow Laura hatte hohe Erwartungen an das Power Breakfast mit Clifford Chance. Hoch über den Dächern Frankfurts redete sie mit den Anwältinnen über die Einstiegsmöglichkeiten und den Arbeitsalltag bei der Großkanzlei. Sie erfuhr, wie offen die Unternehmensvertreterinnen alle Fragen beantworten. Und, dass es eine Kinderkrippe und Yogakurse in der Mittagspause inklusive gibt.

Titel und Thema der Veranstaltung
Power Breakfast bei Clifford Chance

Zeit, Ort und Dauer der Veranstaltung
9. Dezember 2011 in Frankfurt am Main

Teilnehmerzahl und Unternehmensvertreter
22 e-fellows.net-Stipendiatinnen

Referentinnen: Christine Koziczinski, Partnerin im Bereich Corporate und Alexandra Hagelüken, Partnerin im Bereich Banking & Capital Markets

Weitere Unternehmensvertreterinnen waren Associate Elif Hoffmann-Remy und Counsel Nele Gorny aus dem Bereich Corporate, die Associates Miriam Nabinger und Beatrix Elsner aus dem Bereich Litigation & Dispute Resolution, Ute Brunner-Reumann, Counsel im Bereich Banking & Capital Markets und Bianca Willms aus der Personalabteilung.

Laura Powerbreakfast Clifford ChanceLaura (24) ist Bankkauffrau und studiert Jura an der Universität zu Köln mit abgeschlossenem Schwerpunkt im "Unternehmensrecht". Eines ihrer Hobbys ist Yoga – da müsste ihr der Mittagspausen-Yogakurs bei Clifford Chance besonders gefallen.

Der 9. Dezember begann für mich und 21 weitere e-fellows.net-Stipendiatinnen mit einer Fahrt nach Frankfurt, der Metropole am Main. Schon auf dem Weg bot sich ein beeindruckender Blick auf die Stadt und ihre "Tower". Noch wusste ich nicht, dass mich mein Weg genau zu einem dieser Wolkenkratzer, nicht weit von der "alten Oper", führen würde. Mit dem Aufzug ging es hoch in die 22. Etage.

Meine ersten Schritte bei Clifford Chance waren umhüllt von Kaffeeduft. Mein Blick fiel gleich auf die große Tischrunde und das Frühstücksbuffet. Nachdem wir uns dort mit Kaffee und Tee bedient hatten, eröffnete e-fellows.net-Mitarbeiterin Stephanie Müller unser gemeinsames "Power Breakfast".

Hoffnungen, Erwartungen und geballte Frauen-Power
Nachdem ich bereits an einem "Power Breakfast" teilgenommen hatte, hatte ich dieses Mal hohe Erwartungen. Erhofft habe ich mir einen Einblick in die Kanzlei und spannende Infos für die künftige Studien- und Berufsplanung. Zudem hoffte ich auf neue Kontakte und nette Gespräche mit den Referentinnen.

Ob diese Erwartungen von einer Großkanzlei wie Clifford Chance erfüllt werden und ob sich die Referentinnen wirklich Zeit für uns nehmen, das hieß es herauszufinden.

Wir starteten zunächst mit einer kurzen Vorstellungsrunde. Danach übernahm Christine Koziczinski das Wort. Sie hieß uns willkommen und startete ihre Vorstellung mit ihrem Werdegang. Sie berichtete von ihrer Zeit in Florenz, wo sie ihren LL.M. gemacht hat. Als zweifache Mutter erzählte sie uns aus erster Hand, wie sie Beruf mit Familienleben vereinbart.

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Anschließend gab sie das Wort an Alexandra Hagelüken. Sie begann ebenfalls mit ihrem Werdegang und ihren Aufenthalten in Moskau und Montreal, wo sie ihren LL.M erworben hatte.

Sie berichtete lebhaft von ihrer ersten beruflichen Station in einem Ministerium und ihrem anschließenden Wechsel zu Clifford Chance. Hier arbeitet sie seit zwölf Jahren als zufriedene Anwältin und zweifache Mutter. Sie sagte uns, wie sie ihr Privatleben mit Tagesmutter und Babysitter organisiert. Den Kuchen backt sie samstags zwar nicht selbst, aber dafür kann sie die Freizeit und Familie genießen.

Ute Brunner-Reumann berichtete außerdem von der Möglichkeit als Counsel bei Clifford Chance zu arbeiten. Dies ist neben der Ernennung zum Partner ein alternativer Karrierweg bei Clifford Chance.

Lernen, Lob anzunehmen
Die Diskussionsrunde drehte sich um Themen wie Einstiegsmöglichkeiten, Arbeitsalltag, Familienplanung sowie Promotion und LL.M. Die Referentinnen beschrieben die Arbeit bei Clifford Chance anschaulich, hoben den Mandantenkontakt vom ersten Tag an hervor und erzählten vom Adrenalin nach einer abgeschlossenen Transaktion.

Christine Koziczinski machte uns bewusst, dass wir Frauen nicht so bescheiden sein sollten. Es sei wichtig, unsere Stärken aufzeigen und Lob anzunehmen – darin seien uns die Männer überlegen. Abschließend wiesen beide Referentinnen auf die "verpflichtenden" 30 Urlaubs-Tage hin. Für eine Großkanzlei sicherlich nicht selbstverständlich, aber bei Clifford Chance gewünscht.

Finance, Banking und Yoga
Noch offene Fragen stellten wir anschließend in kleineren Gruppen ganz persönlich an die Referentinnen. Sie nahmen sich viel Zeit für uns. So erfuhr ich, dass ein Auslandsaufenthalt kein Muss ist, Bewerbungsgespräche aber auch gerne teilweise auf Englisch geführt werden. Außerdem, dass Clifford Chance mehr zu bieten hat als Corporate M&A und Banking & Capital Markets. Es gibt Ausblick-Clifford-Chanceauch eine Krippe für die Kleinen und einen Yogakurs in der Mittagspause.

Als nachmittags unser "Power Breakfast" langsam ausklang, machten sich 22 e-fellows.net-Stipendiatinnen zurück auf dem Heimweg – gewappnet mit bunten Taschen, bedruckt mit dem Slogan "Career starts with C". Bevor es auch für mich zurück nach Köln ging, hielt ich noch schnell den Ausblick aus dem 22. Stock des "Towers" fest.

Mein persönliches Fazit und wem ich die Veranstaltung weiterempfehle
Das "Power Breakfast" war ein sehr gelungener Einblick in die Großkanzlei Clifford Chance und das Berufsleben erfolgreicher Frauen. Wir knüpften Kontakte, die Referentinnen beantworteten alle Fragen und wir schlossen neue Freundschaften unter den Stipendiatinnen.

Die Chance an einem "Power Breakfast" teilzunehmen, sollte jede Studentin nutzen, um einen Einblick in die Praxis zu bekommen. Und was nehme ich persönlich mit auf den Weg? "Mädels, traut euch mehr zu!"

Erfahrungsbericht (Clifford Chance): Dealen mit Immobilien

Montag, den 5. Dezember 2011
Erfahrungs- bericht

Beim Workshop im Immobilienrecht bekam e-fellow Petra eine ungewöhnliche Chance: Sie, die Jurastudentin, sollte der internationalen Wirtschaftskanzlei Clifford Chance helfen – bei einer Immobilientransaktion. Das Hochhaus "KAMERUN" soll verkauft werden. Doch eine zweifelhafte Baugenehmigung macht ihr fast einen Strich durch die Rechnung.

Titel und Thema der Veranstaltung
Workshop Immobilienrecht "Transactions in Real Estate" mit Clifford Chance

Datum und Ort der Veranstaltung
27. Oktober 2011 in Frankfurt am Main

Teilnehmer und Unternehmensvertreter
13 e-fellows.net-Stipendiaten; Unternehmensvertreter: Partner Dr. Christian Keilich, die Counsel Dr. Gerold M. Jaeger und Thomas Reischauer, Of Counsel Prof. Dr. Thomas Gasteyer, die Associates Dr. Kristina Jaeger und Henning Aufderhaar sowie Bianca Willms von der Personal Abteilung.

Warum ich an der Veranstaltung teilgenommen habe
Neben dem Wunsch, das Frankfurter Büro kennenzulernen, bewarb ich mich, um die realen Bedingungen einer Immobilientransaktion zu erleben. Ich hatte bisher nur grobe Vorstellungen von den juristischen und auch fachfremden, praktischen Fragen. Ich war neugierig, wie eine Immobilientransaktion in der Praxiswelt aussieht.

e-fellow-Petra Real Estate Workshop Clifford Chancee-fellow Petra (25) hat Jura an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz studiert. Seit diesem September absolviert sie einen LL.M. am King's College in London.

Eine Einführung in das Projekt "KAMERUN"
Wir versammelten uns im Konferenzraum, wo Prof. Gasteyer zunächst die Kanzlei präsentierte. Er beschrieb Tätigkeiten, Kanzleiphilosophie und Erwartungen an Mitarbeiter und Bewerber.

Dr. Christian Keilich schilderte uns dann den Ablauf des Workshops und gab uns eine erste Einführung in unsere Aufgabe: das Projekt "KAMERUN". Hierbei handelt es sich um ein 100 Meter hohes, 30-stöckiges Bürogebäude. Dieses Gebäude wurde vom Verkäufer kernsaniert und soll nun im Rahmen eines "Sale-and-Lease-Back-Vertrags" verkauft werden – das ist der Verkauf der Immobilie mit anschließendem Rückmietvertrag. Ein Fall, um den sich das Real-Estate-Team von Clifford Chance tatsächlich kümmert. Der Vertrag sollte am nächsten Tag unterschrieben werden. Falls wir noch Anmerkungen hätten, sollten wir diese schnellstmöglich mitteilen, sagte Dr. Keilich mit einem Augenzwinkern.

Wir teilten uns in zwei Gruppen auf, die Verkäufer und Käufer der Immobilie, und zogen uns in separate Räume zurück. Jeweils zwei Kanzleivertreter führten uns in den Fall ein und erzählten uns von ihren Erfahrungen mit Immobilientransaktionen.

Projekt "KAMERUN" aus Käufersicht
Ich gehörte der Käufergruppe an. Für uns war es besonders wichtig, dass die Sanierung ordnungsgemäß und rechtzeitig durchgeführt wurde. Außerdem wollten wir eine möglichst vorteilhafte Sach- und Rechtsmängelhaftung für die Sanierung.

Neben der Haftung besprachen wir unsere Erwartungen an den Mietvertrag. Hier ging es um die Miethöhe und die Wertsicherung der Miete durch den Verkäufer. Außerdem um die Instandhaltung des Gebäudes, ein Vorkaufsrecht für den Mieter und etwaige Mieterdienstbarkeiten.

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Zusätzlich mussten wir einige zeitliche Aspekte der Transaktion beachten. Da wir eine Real Estate Funds LLP darstellten, musste die Transaktion innerhalb der Investitionsphase von einem halben Jahr abgeschlossen sein. Den spätesten Termin um Verhandlungen abzuschließen, das "Long-Stop-Date" also, mussten wir unbedingt beachten. Das Bundesland erhöht außerdem zum 1. Januar 2012 die Grunderwerbssteuer von 3,5 auf 5 Prozent, sodass wir darauf achten mussten, dass der Kaufvertrag vor diesem Datum abgeschlossen wird.

In der ursprünglichen Baugenehmigung gab es eine Befreiung von der damals zulässigen Gebäudehöhe und Geschossfläche. Das Gebäude wäre also heute bauplanungsrechtlich zulässig. Die Genehmigung für die aktuelle Sanierung schweigt jedoch zu diesem Thema. So bestand das Risiko, dass die Baugenehmigung deswegen nicht rechtskräftig sein könnte. Die Zeit raste, das erste Treffen mit der Verkäuferseite war nach einer Stunde.

Die Käufer und Verkäufer treffen aufeinander
Die Verkäufer waren nicht bereit, auf unsere Forderung nach einer Garantie für Sach- und Rechtsmängel einzugehen. Auch das Problem der zweifelhaften Baugenehmigung war schwierig zu verhandeln, da sich die Verkäufer nicht auf die weitreichende Haftung einlassen wollten.

Bei einem Mittagssnack besprachen wir im Team die erreichten und nicht erreichten Punkte unseres Vertrags. Wir merkten schnell, dass wir unsere hoch angesetzten Forderungen schwierig durchsetzten konnten. Also bastelten wir an einem Kompromiss, der beide Seiten befriedigten sollte. Zwar einigten wir uns am Ende mit den Verkäufern über den Kaufpreis, andere Punkte blieben jedoch ungelöst.

Persönliche Eindrücke und Erkenntnisse
Aktives Mitdiskutieren ist kräftezehrend. Daher waren die Pausen gut, um Abstand zu nehmen und sich nicht in Detailfragen zu verlieren. Obwohl wir alle sehr gute Kenntnisse in Jura hatten, begegneten uns Probleme, die nur durch Erfahrung und gute Marktkenntnis gelöst werden können.

Zum Beispiel war es schwer einzuschätzen, welche Mietpreise für die Laufzeit von 30 Jahren üblicherweise vereinbart werden, welche Reparaturen vom Mieter und welche vom Vermieter getragen werden. Oder welche Freiheiten der Mieter hat, die Räume zu gestalten und inwieweit der Mieter haftet. Durch die Hilfe der Anwälte konnten wir zumindest Einschätzungen aufstellen. Somit fühlten wir uns während den Verhandlungen sicherer, dass wir nicht völlig überhöhte Anforderungen an die Gegenseite stellten.

Karriere-Infos beim Dinner
Es waren gerade die regen Diskussionen und die praxisnahe Unterstützung der Anwälte, die zu dem optimalen Einblick in die Immobilientransaktion führten. Die Zeit verging im Flug, und alle Teilnehmer freuten sich, als wir uns auf den Kaufpreis einigten.

Mit gutem Essen ließen wir den Abend in einem Frankfurter Restaurant ausklingen. Hier befragten wir die Anwälte zu aktuellen Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten bei Clifford Chance. Alle Anwälte nahmen sich viel Zeit und zeigten uns, welche Persönlichkeiten für Clifford Chance arbeiten.

Praxistest und Networking
So eine Veranstaltung kann ich jedem e-fellow empfehlen, der sich für wirtschaftliche Zusammenhänge interessiert und gerne im Team an komplexen rechtlichen Problemen arbeitet. Manche mögen durch Vorurteile von einer Großkanzlei abgeschreckt sein. Denjenigen rate ich, neugierig und offen zu sein und der Idee Großkanzlei eine Chance zu geben.

Dieser Tag gibt einem einen guten Einblick in das Teamverständnis, die Arbeitsweise und den Umgang der Anwälte miteinander – und vermag so manche Tür zu öffnen. Unabhängig vom persönlichen Resultat ist eine solche Veranstaltung sehr hilfreich, um Klarheit über die eigenen Karriereziele zu bekommen.

Erfahrungsberichte [Quelle:sxc.hu, Autor:clix]Mehr Erfahrungsberichte? Weitere Berichte der e-fellows von Recruiting-Events, Praktika und Jobs findest du in der Rubrik "Erfahrungsberichte".

Erfahrungsbericht (Clifford Chance): Kleine Einblicke und große Chance

Montag, den 25. Juli 2011
Erfahrungs- bericht

Beim Private-Equity-Workshop von Clifford Chance in Düsseldorf erhielt e-fellows.net-Stipendiat Jan einen ersten Einblick in den Arbeitsalltag der Kanzlei. Dabei konnte er eigene Karriere-Perspektiven entdecken und die Kanzlei von ihrer persönlichen Seite kennenlernen – und die ein oder andere "Schauer-Geschichte" über Großkanzleien widerlegen.

Titel und Thema der Veranstaltung:
"Barbarians at the Gate?" – Private-Equity-Workshop mit Clifford Chance

Datum und Ort:
19. Mai 2011 in Düsseldorf

Teilnehmerzahl und Unternehmensvertreter:
16 e-fellows.net-Stipendiaten und sechs Anwälte der Kanzlei

  • Oliver Felsenstein, Partner
  • Dr. Christoph Witte, Partner
  • Burc Hesse, Partner
  • Joachim Hasselbach, LL.M., Counsel
  • Dr. Michael Lamsa, Anwalt
  • Dr. Leif Schrader, Anwalt

Meine Motivation
Obwohl einige meiner Kommilitonen gerne ihre "Schauer-Geschichten" austauschen, versuchte ich beim Thema Großkanzlei immer vorurteilsfrei zu bleiben, solange ich nicht die Gelegenheit hatte, mir eine eigene Meinung darüber zu bilden. Daher zog es mich letztlich aus einem banalen Grund nach Düsseldorf: Ich wollte die Großkanzlei Clifford Chance und die Menschen dahinter kennen lernen. Zugleich wollte ich mich über mögliche Karriere-Chancen informieren, da sich mein Jura-Studium dem Ende zuneigt. Allerdings war mir von vornherein klar, dass ein eintägiger Workshop nur als kleiner Einblick und erster Eindruck dienen kann.

e-fellows.net-Stipendiat Jan (25) studiert Rechtswissenschaften an der Universität Potsdam und wird im September sein LL.M.-Studium in London beginnen. Beim Workshop stellte er fest, dass es Großkanzleien nicht nur auf den juristischen Scharfsinn ankommt.

Kennenlernen am Snack-Buffet
Als ich pünktlich zur Mittagszeit bei Clifford Chance ankam, war ich noch ein wenig gezeichnet von den Anreise-Strapazen aus Berlin. Der Aufwand sollte sich jedoch lohnen, und meine Müdigkeit war schnell verflogen. Zunächst konnten sich alle Teilnehmer an einem Snack-Buffet stärken und dabei gegenseitig kennen lernen. Wie sich herausstellte, war ich nicht der einzige Teilnehmer mit Studenten-Status. Dennoch waren eine Vielzahl der e-fellows bereits Referendare oder Promotionsstudenten. Die Neugier auf den Workshop und auf Clifford Chance war uns jedoch allen gleich.

Carreer starts with C
Nachdem uns Oliver Felsenstein, Partner im Bereich Private Equity, zum Workshop begrüßt und die beteiligten Anwälte vorgestellt hatte, durfte die obligatorische Kanzlei-Präsentation nicht fehlen. Dabei beschränkte sich der vortragende Partner Christoph Witte jedoch nicht auf eine bloße Vorstellung der Sozietät. Vielmehr zeigte er uns Möglichkeiten auf, wie die eigene Karriere bei Clifford Chance beginnen kann. Besonders spannend fand ich, als Referendar bei Clifford Chance zu arbeiten und von der kanzleieigenen "Referendar Academy" zu profitieren. Sie bietet neben Kursen für die Examensvorbereitung auch Veranstaltungen zur Verbesserung der eigenen Soft Skills – wie zum Beispiel Präsentationstechnik oder Verhandlungsführung . Im Anschluss wurde es dann fachlich: Oliver Felsenstein gab uns eine Einführung in Private Equity, worunter man die Beteiligung von Fondgesellschaften an Unternehmen versteht und erklärte uns, welche Parteien an solchen Transaktionen beteiligt sind.

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Und plötzlich ging es richtig los
Mit dem Wissen aus einem halbstündigen Vortrag über Private Equity wurden wir dann ins kalte Wasser geworfen. Eingeteilt in drei Berater-Teams – Käufer, Verkäufer und Manager der Gesellschaft – mussten wir uns innerhalb einer Stunde einem komplexen Sachverhalt widmen. Teamwork war angesagt! Ich war dem Verkäufer-Team zugeteilt. Ziel der Arbeit war es, die Private-Equity-Transaktion am Ende des Tages erfolgreich mit allen drei Parteien abzuschließen. Drei Anwälte spielten die Rolle des jeweiligen Mandanten. Dies taten sie mit ausgesprochener Hingabe und Ernsthaftigkeit, ohne den nötigen Sinn für Humor zu verlieren. Als die knapp bemessene Zeit abgelaufen war, kam unser "Mandant", um die Rechtsfragen aus dem Sachverhalt mit uns zu klären. Nachdem im Mandantengespräch vieles (auf)geklärt werden konnte, mussten wir uns in kurzen Meetings zunächst mit dem Manager und dann mit dem Käufer bewähren und Vorabsprachen treffen. Im Anschluss verhandelten alle Mandanten samt Berater-Teams in einer großen Runde. Dabei merkte ich relativ schnell, dass es hierbei weniger auf juristischen Scharfsinn, sondern vielmehr auf Kommunikation und Verhandlungsgeschick ankommt. Mit einem abschließenden Feedback der Anwälte endete dann der fachliche Teil des Workshops.

Kennenlernen bei einem Glas Wein
Am Abend wurden wir alle in ein Wein-Restaurant eingeladen. Ein paar weitere Anwälte von Clifford Chance kamen noch hinzu. Beim gemeinsamen Essen hatten wir dann die Möglichkeit, uns in lockerer Atmosphäre mit den Anwälten von Clifford Chance zu unterhalten. Dabei verlief das Gespräch keinesfalls einseitig. Viele Anwälte interessierten sich auch für uns e-fellows. Ich wurde zum Beispiel neugierig über mein Studium in Potsdam und mein LL.M.-Vorhaben ausgefragt. Das gesellige Beisammensein dauerte bis spät in die Nacht hinein. Deshalb fuhr ich am nächsten Morgen zwar müde, aber glücklich zurück nach Berlin.

Mein Fazit
Ausgehend von meiner Motivation, die Kanzlei Clifford Chance kennen zu lernen, hat der Workshop meine Erwartungen sogar übertroffen. Natürlich habe ich bei der Kanzlei-Präsentation die Strukturen und Karriere-Chancen kennengelernt – vor allem aber waren die Anwälte im persönlichen Gespräch sehr offen und ließen keine Frage unbeantwortet. Im Nachhinein wurden meine E-Mail-Anfragen schnell beantwortet, was letztlich sogar dazu führte, dass ich mich bei Clifford Chance in London vorgestellt habe. Auch dort stieß ich auf offene Ohren und bekam einige wichtige Informationen für mein LL.M.-Vorhaben. Generell scheint man bei Clifford Chance auf ein sehr angenehmes und kollegiales Arbeitsumfeld zu achten.
Darüber hinaus glaube ich, dass der Workshop einen relativ realen, wenn auch kurzen Einblick in die tägliche Arbeitspraxis ermöglichte. Insgesamt fand ich die Art und Weise, wie der Workshop methodisch konzipiert war, sehr unterhaltsam und hatte viel Spaß dabei.

Erfahrungsberichte, Quelle:sxc.hu Autor:clixMehr Erfahrungsberichte?
Weitere Berichte der e-fellows von Recruiting-Events, Praktika und Jobs findest du in der Rubrik "Erfahrungsberichte".

Erfahrungsbericht (Perspektive Wirtschaftskanzlei): Öffentliche Übernahme am Buffet

Mittwoch, den 4. Mai 2011
Erfahrungs- bericht

Zusammen mit 63 anderen Juristen verbrachte e-fellow Benny zwei spannende Tage beim e-fellows.net-Event "Perspektive Wirtschaftskanzlei" in Glashütten. Dabei lernte er von den Top-Juristen der Kanzleien, was bei einer öffentlichen Übernahme passiert und wie ein Buffet die Stimmung beeinflussen kann. Beim lockeren Abendessen und in Einzelgesprächen konnte er mit den Anwälten auf Tuchfühlung gehen.

Titel der Veranstaltung
e-fellows.net Perspektive Wirtschaftskanzlei (Workshops zu M&A)

Datum und Ort
Am 8. und 9. April im Collegium Glashütten in der Nähe von Frankfurt/Main

Teilnehmer und Unternehmensvertreter
64 Stipendiaten von e-fellows.net und eine Vielzahl von Anwälten und Partnern aus neun renommierten Wirtschaftskanzleien

Warum ich an der Veranstaltung teilgenommen habe
Da mein Berufseinstieg immer näher rückt, war die Veranstaltung für mich von besonderem Interesse. Hier hatte ich die Möglichkeit, in kurzer Zeit mit einer ganzen Reihe von Top-Anwälten und -Kanzleien in Kontakt zu treten.

Eröffnet wurde das Event mit einem Vortrag über alternative Karrierewege für Juristen im wirtschaftsrechtlichen Umfeld. Dr. Heiko Carrie, Leiter der Rechtsabteilung der Robert Bosch GmbH, berichtete anhand seiner eigenen Erfahrung, welche Unterschiede und auch Gemeinsamkeiten es zwischen der Arbeit als Anwalt und als Unternehmensjurist gibt. Zusätzlich informierte er uns über die Wechselmöglichkeiten zwischen beiden Berufsfeldern.

Öffentliche Übernahme im Workshop
Nach dem Vortrag gab es erstmal eine kurze Stärkung am Buffet. Danach verteilten wir uns auf die verschiedenen Workshops, die von den Kanzleien angeboten wurden. Ich besuchte den Workshop von Freshfields Bruckhaus Deringer. Dort spielten wir den Ablauf einer öffentlichen Übernahme einer börsennotierten Aktiengesellschaft theoretisch durch. Anhand eines tagesaktuellen Beispiels erörterten wir die wirtschaftsrechtlichen Fragestellungen, die bei einer solchen Übernahme aufkommen.

"Get-Together" mit den Kanzleien
Zum Abendessen kamen dann alle Teilnehmer wieder zusammen. In ungezwungener Atmosphäre unterhielten wir uns mit den Anwälten der Kanzleien. Pro Tisch kamen drei bis vier Teilnehmer und zwei Anwälte zusammen. Besonders angenehm fand ich das Essen in Buffet-Form – das hat die lockere Atmosphäre noch unterstrichen. Bei einem anschließenden "Get-Together" mit den Vertretern aller Kanzleien haben wir den Abend dann ausklingen lassen.

Individuelle Gespräche schaffen den Spagat
Am nächsten Morgen fanden die Einzelgespräche statt. Dort hatten wir die Möglichkeit, noch einmal in Ruhe und ausführlich mit den Vertretern der Kanzleien zu sprechen und konnten unsere ganz individuellen Fragen loswerden. Ein gemütliches Mittagessen mit den anderen Teilnehmern auf der sonnigen Terrasse rundete den Tag ab.

Für mich war "Perspektive Wirtschaftskanzlei" ein gelungener Spagat zwischen ungezwungenem Networking und ganz konkreten Bewerbungsgesprächen. Ich kann die Veranstaltung allen empfehlen, die sich über die verschiedenen Kanzleien nicht nur allgemein informieren wollen, sondern ganz konkret die Einstiegsmöglichkeiten als wissenschaftlicher Mitarbeiter, Referendar oder Berufseinsteiger sondieren wollen. "Perspektive Wirtschaftskanzlei" ist für mich eine gute Alternative zum üblichen Bewerbungsverfahren.

Erfahrungsberichte [Quelle:sxc.hu, Autor:clix]Mehr Erfahrungsberichte? Weitere Berichte der e-fellows von Recruiting-Events, Praktika und Jobs findest du in der Rubrik "Erfahrungsberichte".

Erfahrungsbericht (Clifford Chance): Positiv überrascht von der typischen Großkanzlei

Donnerstag, den 10. März 2011
Erfahrungs- bericht

Anwälte in Großkanzleien? Sündhaft teure Spezialisten, die rund um die Uhr arbeiten und sogar im Büro übernachten, wenn es sein muss. Wild entschlossen, dieses Klischee bestätigt zu finden, trat Mathias sein Praktikum bei Clifford Chance an – und hatte auch noch Erfolg damit. Aber warum ist die Arbeit in einer Großkanzlei jetzt doch eine Option für ihn?

Nicht ohne Grund ist Al Pacino in dem Film "Im Auftrag des Teufels" als Teufel in Menschengestalt Senior-Partner einer Großkanzlei. Dem Berufsbild "Großkanzlei-Anwalt" eilt in Studentenkreisen ein besonderer Ruf voraus. Die gängigen Vorurteile: schwindelerregende Bezahlung bei gleichzeitig unmenschlicher Arbeitsbelastung in einem gesichtslosen Moloch, der "Legal High Potentials" im "Backoffice" an Blackberrys fesselt und zu Denglisch sprechenden Spartenspezialisten mit horrenden Stundensätzen macht. Mein Fazit vorweg: Viele der Vorurteile stimmen – aber anders, als ich dachte.

Mathiase-fellow Mathias (25) hat in Passau Jura studiert. Von September bis November 2010 machte er ein Praktikum bei Clifford Chance in Frankfurt. Eigentlich wollte er nur die Bestätigung, als Großkanzlei-Anwalt ungeeignet zu sein. Doch spannende Aufgaben und hilfsbereite Kollegen machten ihm einen Strich durch die Rechnung.

Ich in einer Großkanzlei? – Nie im Leben!
Für mich war der Ausgangspunkt zu Beginn meines Praktikums im Frankfurter Büro von Clifford Chance klar: Ich wollte mir die Arbeit in einer Großkanzlei ansehen, um genug Erfahrungen zu sammeln, die meine Vorbehalte und eine Entscheidung gegen diese Tätigkeit stützen würden. Außerdem war ich meiner Meinung nach als "Strafrechtler", der seinen bisherigen Studienschwerpunkt auf ein eher umsatz- und imagefeindliches Gebiet gelegt hatte, für Kanzleien mit wirtschaftsrechtlichem Schwerpunkt ohnehin nicht sonderlich interessant. Wäre dieser Plan erfolgreich gewesen, würde dieser Bericht wohl bereits an dieser Stelle enden.

Der erste Kontakt: befremdlich
Meinen ersten Kontakt zu Clifford Chance hatte ich auf dem e-fellows.net LL.M. Day 2008 in Frankfurt. Nach dem Gespräch mit Annette Maaßen und Alexander Wojtek von Clifford Chance, die bereitwillig und offen alle Fragen beantworteten, blieb ich mit Informationsmaterial und einem etwas befremdlichen Gefühl zurück. Ich hätte nicht erwartet, dass auf durchaus auch kritische Fragen so bereitwillig geantwortet wurde. Außerdem erschien das angebotene "Praktikantenprogramm" als gut durchdachte Ergänzung zum "normalen Arbeitsalltag".

Mit Stipendium nach Frankfurt
Als ich dann kurze Zeit später von dem Stipendium erfuhr, das 2008 erstmals von Clifford Chance in Zusammenarbeit mit dem Ehemaligenverein der Universität Passau speziell für Studenten der Universität Passau ausgeschrieben wurde, beschloss ich, mich zu bewerben. Das Stipendium umfasste neben einem Büchergeld von insgesamt 1.200 Euro und einem Praktikum in einem der Bürostandorte von Clifford Chance in Deutschland auch eine bezahlte Unterkunft während der gesamten Dauer des Praktikums.

Ich hatte mich für den Bereich "Litigation & Dispute Resolution" beworben, da ich schon immer ein Faible für den Widerspruch von materiellem Recht und dessen prozessualer Durchsetzbarkeit hatte. Im Studium und in anderen Praktika hatte ich gelernt, dass Recht und Gerechtigkeit an kaum einem Ort so weit auseinanderliegen können wie vor Gericht. Zudem befand sich in diesem Ressort auch der Bereich "White-Collar Crime" und damit die Möglichkeit, auch (wirtschafts-)strafrechtliche Fragen zu bearbeiten.

Praktikum "all inclusive"
Erstaunlich fand ich, dass ich während des doch recht langen Zeitraums (18 Monate) zwischen Bewerbung und Praktikumsbeginn immer Fragen und Wünsche an einen Ansprechpartner in Frankfurt richten konnte. Auch war eine nachträgliche Verkürzung des Praktikums und eine Freistellung für zwei Tage, um an einem internationalen Chorwettbewerb teilnehmen zu können, problemlos möglich.

Auch die Organisation der Unterbringung während meines Praktikums wurde komplett von Clifford Chance übernommen. Über diese Entlastung in der Zeit kurz vor den Klausuren des Staatsexamens war ich sehr dankbar. Die Wohnung, in der ich in Frankfurt untergebracht war, war vollständig ausgestattet und in unmittelbarer Nähe zum Büro. Einen derartigen "Allround Service" hatte ich bisher in noch keinem Praktikum erlebt.

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Was bedeutet eigentlich "international tätig"?
Während der ersten Tage musste ich mich vor allem an die Dimensionen einer Großkanzlei gewöhnen. Auch merkte ich schnell, was sich hinter dem Begriff einer "international geprägten Tätigkeit" verbirgt. Immer wieder kamen Bitten aus ausländischen Kanzleistandorten, einen bestimmten Sachverhalt nach deutschem Recht zu beurteilen. Aber auch im normalen Büroalltag war das internationale Umfeld spürbar, sei es bei der Zusendung von Literatur aus der Londoner Kanzleibibliothek oder bei einem Telefonat mit den IT-Teams in London und Indien bei einem Computer-Problem.

Übersetzung: Juristendeutsch – Juristenenglisch
Auch das Mandat, für das ich während meines Praktikums schwerpunktmäßig arbeitete, wurde in enger Abstimmung mit dem Büro in London betreut. Da der Mandant aus den Vereinigten Staaten kam, wurde ausschließlich auf Englisch kommuniziert. Gerade die Übertragung der "typischen juristischen" Formulierungen in verständliches und ästhetisches Englisch waren dabei zu Beginn eine echte Herausforderung für mich. Außerdem untersuchte ich das Informationsmaterial auf einer englischsprachigen Website auf mögliche Haftungsrisiken und arbeitete mehrere Schriftsätze zu Gerichtsprozessen durch, die der Mandant in Israel und Italien führte. Dabei war vor allem zu klären, ob die dort vorgebrachten Argumente auch auf die Sach- und Rechtslage in Deutschland übertragen werden könnten und ein entsprechendes Vorgehen möglicherweise auch vor deutschen Gerichten erfolgreich wäre.

Crashkurs beim Mittagessen
Bei allen Aufträgen konnte ich mich jederzeit an den jeweiligen Anwalt wenden, von dem ich den Auftrag hatte. Teilweise erhielt ich auch eine kurze Einführung in ein noch unbekanntes Rechtsgebiet. So wurde ich beispielsweise bei einem Mittagessen in die Untiefen des Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetzes eingeführt, um mich dann später mit einem Detailproblem dieser Norm auseinanderzusetzen.

Mandate "live" miterleben
Auch bekam ich zu meiner Arbeit ein ausführliches und konstruktives Feedback. Nach Abschluss eines Auftrages erhielt ich die finale Version des Dokuments, die dann an den Mandanten oder das Gericht geschickt wurde. So konnte ich sehen, wie viel von meinen Ideen und Vorschlägen insgesamt übernommen wurden und hatte dadurch immer das Gefühl, mit meiner Arbeit auch etwas zum jeweiligen Projekt beigetragen zu haben. Auch war ich sowohl in die Kommunikation zwischen Associate und Partner als auch zwischen Kanzlei und Mandant fest eingebunden und konnte so die Entwicklung der Mandate "live" mitverfolgen.

Jam Session und Kicker im Büro
Ich war vom angenehmen Arbeitsklima sehr positiv überrascht. Statt Ellenbogenmentalität herrschte das Gefühl, gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Jederzeit konnte ich eine kompetente zweite Meinung einholen oder einfach über Gott und die Welt reden, sei es auf dem Flur, beim gemeinsamen Essen oder bei einer Partie Tischkicker.

Ich war dabei immer wieder von der Vielseitigkeit der Interessen und Hobbys überrascht, für die laut meinen Vorurteilen im Leben eines Großkanzlei-Anwalts ja kein Platz mehr sein dürfte. So saßen an einem Abend zwei Partner und ein Associate mit Gitarre und E-Bass in einem Büro, um sich auf einen gemeinsamen Auftritt vorzubereiten. Auch parteipolitisches, soziales oder kirchliches Engagement war keine Seltenheit.

Stimmen die Vorurteile denn jetzt? Ja, aber …
Viele der Vorurteile, die ich zu Beginn hatte, haben sich bestätigt. Allerdings hat sich dabei ihre zunächst negative Bedeutung für mich grundlegend geändert. Zunächst ist es wohl keine Überraschung, dass die Arbeitsbelastung nicht selten über das normale Pensum hinausgeht. Auch als Praktikant kam ich öfter erst nach 20 Uhr aus dem Büro (trotz der fürsorglichen Aufforderung der Kollegen, "gefälligst nach Hause zu gehen"). Ich habe allerdings an mir selbst erfahren, dass die Bereitschaft zur Mehr-Belastung von einer starken Identifikation mit den Projekten herrührt und einem hohen Anspruch an die eigene Arbeit. Wenn man mit dem Gefühl nach Hause geht, dem Mandanten geholfen zu haben, bleibt man gerne länger.

Spezialisten ohne Scheuklappen
Es stimmt, dass die Anwälte stark spezialisiert sind. Allerdings ist damit keineswegs ein "Scheuklappendenken" verbunden. Gerade in Projekten, in denen verschiedene Rechtsgebiete berücksichtigt werden müssen, war ich von der sehr effektiven Zusammenarbeit beeindruckt. Außerdem erleichtert es die eigene Arbeit sehr, sich mit einem Problem an einen ausgewiesenen Spezialisten wenden zu können. An die Blackberrys und das Joch der ständigen Erreichbarkeit konnte ich mich allerdings nicht vollständig gewöhnen.

Der ursprüngliche Plan, das Praktikum als Bestätigung für eine Entscheidung gegen die Großkanzlei zu nutzen, war also nicht erfolgreich. Dafür habe ich eine juristische Tätigkeit entdeckt, die fachliche und persönliche Kompetenzen gleichermaßen fordert und fördert, und mit der Jura richtig Spaß machen kann.

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Weitere Berichte der e-fellows von Recruiting-Events, Praktika und Jobs findest du in der Rubrik "Erfahrungsberichte".

 

Erfahrungsbericht (e-fellows.net Law Students' Day): Recht verbindet

Mittwoch, den 8. Dezember 2010
Erfahrungs- bericht

Was will ich nach dem Ersten Staatsexamen machen? – Viele Jura-Studenten lassen diese Frage während ihres Studiums lange Zeit offen. Dabei lohnt es sich, frühzeitig Einblicke in die Berufswelt zu gewinnen. e-fellows.net-Stipendiat Georg war auf dem e-fellows.net Law Students' Day in Köln. Im persönlichen Gespräch mit einem Vertreter von Freshfields Bruckhaus Deringer wurde er für das Kartellrecht begeistert.

Georg e-fellows.net-Stipendiat Georg (18) studiert seit Oktober 2010 Rechtswissenschaften und Betriebswirtschaftslehre an der Universität zu Köln. Davor studierte er bereits zwei Jahre parallel zur Schule Jura. Er nutzte den e-fellows.net Law Students' Day, um Vertreter aus drei möglichen späteren Arbeitsfeldern an nur einem Nachmittag kennenzulernen: Kanzlei, Staat und Unternehmen.

Titel der Veranstaltung
e-fellows.net Law Students' Day

Datum und Ort
19. November 2010 im Park Inn Hotel, Köln

Teilnehmer und Unternehmensvertreter
34 Teilnehmer, Unternehmensvertreter von Clifford Chance, Freshfields Bruckhaus Deringer und Hengeler Mueller, Vertreter des Bundesministeriums der Justiz (BMJ) sowie der Bertelsmann AG

Warum ich teilgenommen habe
Selbstverständlich kennt ein Jura-Student die vielfältigen Berufsmöglichkeiten der Rechtswissenschaften – und natürlich hat er auch die Namen der führenden Londoner Kanzleien, des sogenannten "Magic Circle", schon einmal gehört. In der Regel fehlt aber der direkte Draht zur Berufswelt, um Fragen zu stellen und sich an fachspezifischer "Konjunktur" zu orientieren. Der Law Students' Day von e-fellows.net bot mir die Gelegenheit, diese Lücke zu schließen.

Kontakt zu den Wirtschaftskanzleien aufnehmen?
In den Gruppen von Clifford Chance, Freshfields Bruckhaus Deringer und Hengeler Mueller Fragen stellen oder Alumni mit Erfahrung bei Clifford Chance, Freshfields Bruckhaus Deringer oder Hengeler Mueller kontaktieren.

Das Erste Staatsexamen – was kommt danach?
Das Programm des Law Students' Day bestand aus vier Teilen: 1. Vorträge zu Referendariat, Promotion und LL.M., 2. Vorstellungsrunden der drei Wirtschaftskanzleien, 3. Vortrag zum "Arbeitgeber Staat" und 4. Vortrag eines nichtjuristischen Unternehmens. Dazwischen fanden halbstündige Einzelgespräche zwischen den Stipendiaten und den Unternehmensvertretern statt.

Den Auftakt machten Vertreter von Clifford Chance, Freshfields Bruckhaus Deringer und Hengeler Mueller. Aus eigener Erfahrung berichteten sie über den Weg nach dem Ersten Staatsexamen. Mein persönliches Resultat der Vorträge war, dass der beste Zeitpunkt für eine Promotion nach dem Ersten Staatsexamen ist. Von Vorteil ist, wenn man parallel den Bezug erhält zum praktischen Rechtsleben durch die wissenschaftliche Mitarbeit in einer Sozietät. Gut vorstellen könnte ich mir auch, einen Master Legum (LL.M.) im anglo-amerikanischen Raum zu absolvieren.

Juristische Betätigungsfelder
Im zweiten Teil der Veranstaltung wurden verschiedene juristische Betätigungsfelder vorgestellt. Vertreter der oben genannten Kanzleien berichteten über ihren Berufseinstieg, ihren Arbeitsalltag sowie Weiterbildungs- und Karrieremöglichkeiten in einer Großkanzlei. Dabei wurde mein Eindruck bestätigt, dass Kanzleien aufgrund ihrer "client orientation" auch intern der sozialen Komponente großen Wert beimessen.

Es folgten Vorträge zur juristischen Betätigung in den klassischen Berufen Staatsanwalt, Richter und Notar sowie zur Arbeit in einem Unternehmen.

Persönliches Gespräch
Den Höhepunkt der Veranstaltung bildete für mich ein persönliches Beratungsgespräch mit Dr. Fabian Dietrich, Principal Associate bei Freshfields Bruckhaus Deringer. Schon in Vorbereitung auf die Veranstaltung hatte ich gehofft, einen Termin mit dieser Kanzlei zu erhalten, die mich bei e-fellows.net mit einem Mentor unterstützt.

Dr. Dietrich hatte bereits meinen e-fellows.net-Lebenslauf vorliegen und konnte mich gezielt beraten. Mein Plan, im nächsten Jahr ein Praktikum bei Freshfields Bruckhaus Deringer in Köln zu absolvieren, wurde durch das Gespräch nur noch gefestigt. Das sympathische und interessierte Auftreten des Associates erlaubte mir Rückschlüsse auf das Arbeitsklima in einer Wirtschaftskanzlei und Dr. Dietrich konnte mich für das Kartellrecht begeistern.

Fazit
Der Law Students' Day fand in sehr angenehmer und persönlicher Atmosphäre in einem geschmackvollen Hotel statt. Gespräche mit den anderen e-fellows.net-Stipendiaten in den Pausen und beim Stehempfang bereicherten die Veranstaltung. Die Referenten standen auch nach den Vorträgen für Fragen zur Verfügung und konnten stets individuelle und praktische Tipps geben.

Ich würde den e-fellows.net Law Students' Day jederzeit wieder besuchen und kann jedem fortgeschrittenen Jura-Studenten nur empfehlen, sich für diese Veranstaltung zu bewerben – möglichst frühzeitig. Von den gewonnenen Erkenntnissen werde ich nicht nur während meines Studiums, sondern ein Leben lang profitieren.

Herzlichen Dank an das Team von e-fellows.net für die Organisation!

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Erfahrungsbericht (Clifford Chance): Den Geschäftsführer-Bonus wegverhandelt

Dienstag, den 9. November 2010
Erfahrungs- bericht

Der Verkäufer will Kaufpreisgarantien, der Käufer stört sich an der möglichen Steuernachzahlung, und der Geschäftsführer fordert selbst ein dickes Stück vom Kuchen: Dass es in der Private-Equity-Beratung nicht nur auf juristisches und wirtschaftliches Fachwissen ankommt, sondern eine gehörige Portion Verhandlungsgeschick gefragt ist, erlebte Wiebke im Workshop ''Barbarians at the Gate?'' bei Clifford Chance.

e-fellow Wiebke (24) studiert Rechtswissenschaften an der Uni Osnabrück. Bei Clifford Chance schlüpfte sie einen Tag lang selbst in die Rolle einer Private-Equity-Anwältin und verhandelte knallhart – notfalls auch gegen den gierigen ''Dr. Fließ''.

Titel und Thema
Workshop "Barbarians at the Gate? – Beratungsherausforderungen eines Private-Equity-Anwalts" und anschließende Abendveranstaltung mit Clifford Chance

Datum und Ort
15. Oktober 2010 im Frankfurter Büro der Kanzlei

Teilnehmer und Unternehmensvertreter
An der Veranstaltung nahmen 20 e-fellows aus ganz Deutschland teil, allesamt Juristen unmittelbar vor oder nach der Ersten Juristischen Prüfung. Im Workshop trafen wir auf folgende Vertreter von Clifford Chance: die Partner Oliver Felsenstein, Burc Hesse, LL.M., und Georg Linde, die Counsel Joachim Hasselbach, LL.M., Markus Muhs und Rose Brounts, den Associate Frederik Mühl und Annette Maaßen, Human Resources.

Warum ich teilgenommen habe
''Barbarians at the Gate''? Private-Equity-Gesellschaften übernehmen Unternehmen vollständig oder teilweise, bauen sie um und verkaufen sie mit Gewinn weiter. Aber was genau passiert eigentlich hinter den Kulissen einer PE-Transaktion? Mit den rechtlichen und vor allem wirtschaftlichen Fragen in der PE-Branche kommt man während des Jura-Studiums erfahrungsgemäß selten bis gar nicht in Berührung. Umso neugieriger war ich, durch den Workshop im Frankfurter Büro von Clifford Chance einen praxisnahen Einblick in die täglichen Herausforderungen der PE-Beratung zu bekommen.

Mir persönlich ging es darum, die Vertreter der Kanzlei in einem überschaubaren Umfeld kennenzulernen. Bürogröße, Beraterzahl, Leverage und Tätigkeitsschwerpunkte jeder Kanzlei kann man im Internet abfragen. Keine Auskunft geben Internet oder Marketing-Abteilungen hingegen zu Arbeitsatmosphäre und ''Alltag'' in einer Großkanzlei. Daher sah ich in der Veranstaltung auch eine tolle Gelegenheit, einen Eindruck vom Arbeitsklima in einer internationalen Sozietät zu erhalten.

Wer berät wen?
Als gegen 12:30 Uhr alle Teilnehmer angekommen waren, nahmen wir in entspannter Atmosphäre bei einem kurzen Mittags-Snack die Gelegenheit wahr, uns gegenseitig kennenzulernen. An den zugeteilten Farbpunkten war schnell zu erkennen, ob man bei der simulierten PE-Transaktion des Workshops den Verkäufer, den Käufer oder den Geschäftsführer beraten würde. Nach einer kurzen Einführung in die Strukturen und das Selbstverständnis der Kanzlei durch Georg Linde erläuterte sein Kollege Burc Hesse, was uns in den kommenden Stunden erwarten würde.

''Barbarians at the Gate''? Was ist eigentlich Private Equity?
Im Anschluss gab uns Oliver Felsenstein einen Überblick über das weitläufige Thema Private Equity. Dabei erfuhren wir auch, dass Clifford Chance insbesondere auf dem deutschen Markt seit langem als Pionier in der PE-Beratung gilt. Beste Voraussetzungen also, um im Laufe eines spannenden Nachmittags den Abschluss einer simulierten PE-Transaktion live nachvollziehen und selbst gestalten zu können. Spätestens jetzt erklärte sich auch der reißerische Titel des Workshops, ''Barbarians at the Gate'', der auf den gleichnamigen Titel des Buches von Bryan Burrough und John Helyar über eine der größten Übernahmen der amerikanischen Geschichte in den 1980ern zurückgeht. Um die gewonnenen Einblicke in die praktischen Zusammenhänge des PE-Geschäfts noch vertiefen zu können, erhielten alle Teilnehmer ein Exemplar als Überraschungsgeschenk.

Teamwork von Vertragsentwurf bis Signing
Gegen 14 Uhr teilte sich das Plenum in die verschiedenen Gruppen auf. Zum ersten Mal befassten wir uns mit dem fiktiven, aber realitätsnahen Szenario: Ein englisches Beteiligungsunternehmen würde versuchen, einen vor fünf Jahren erworbenen deutschen Hersteller von Industrieventilen gewinnbringend an ein amerikanisches Beteiligungsunternehmen zu verkaufen.

Die Beraterteams des Verkäufers, des Käufers und des Geschäftsführers standen jeweils vor unterschiedlichen Problemen, die es aus wirtschaftlicher und rechtlicher Sicht zu lösen galt. Auf Verkäuferseite war zum Beispiel die interne Entscheidungsfindung noch nicht abgeschlossen, weshalb man auf aufschiebende Bedingungen im Kaufvertrag zu achten hatte.

Dass es nicht nur auf exzellente juristische Präzision, sondern auch auf ergebnisorientiertes, wirtschaftliches Denken ankommt, wurde uns schnell klar. Zudem fiel von Anfang an auf, dass die Zusammenarbeit im Team eine bedeutende Rolle spielt. Kartell- und arbeitsrechtliche Fragen, die in der Besprechung aufkamen, zeigten, dass es unerlässlich ist, Berater aus anderen Bereichen mit entsprechendem Fachwissen einzuschalten.

Da jederzeit ein Vertreter der Kanzlei für Fragen zur Verfügung stand, konnten wir schon in der ersten Besprechung mit den ''Mandanten'' (überzeugend dargestellt von Burc Hesse, Markus Muhs und Frederik Mühl aus dem echten PE-Team von Clifford Chance) viele offene Punkte klären.

''Wo bleibt mein Bonus?!''
Frisch gestärkt durch Kaffee und Kuchen starteten wir gegen 17 Uhr in die abschließende Verhandlungsrunde im Plenum. Spätestens hier wurde deutlich, dass es eine gehörige Portion Verhandlungsgeschick und Kompromissbereitschaft kosten würde, um die gegensätzlichen Positionen der Beteiligten in Einklang zu bringen und ''unserem'' Deal zu einem erfolgreichen Abschluss zu verhelfen.

Während die Verkäuferseite auf Abschlusssicherheit und Kaufpreisgarantien beharrte, störte sich die Käuferseite an diversen Umwelt- und Steuernachzahlungsrisiken. Geschäftsführer ''Dr. Fließ'' (alias Frederik Mühl von Clifford Chance) hingegen ging es vor allem um seinen Bonus – ein Anliegen, auf das er auch während der Verhandlung anderer Klauseln immer wieder gern zurückkam. Selbst als seine Einwände vom Beraterteam der Verkäuferseite mit dem Hinweis zurückgewiesen wurden, ''Dr. Fließ'' könne kaum so dringend auf seinen Bonus angewiesen sein, da er schon rein physisch offensichtlich ''nicht am Hungertuch nage'', tat dies der positiven Verhandlungsatmosphäre keinen Abbruch – vielleicht der einzige weniger realitätsnahe Punkt dieses Nachmittages.

Trotzdem gelang es uns, abschließend zu einem für alle Seiten akzeptablen Entwurf des Kaufvertrags zu gelangen und einen Zeitrahmen bis zum Closing, der endgültigen Vertragsunterzeichnung, festzulegen.

Kontakt zu Clifford Chance aufnehmen?
In der Clifford Chance-Gruppe kannst du Fragen stellen oder Alumni mit Erfahrung bei Clifford Chance kontaktieren.

Karriere-Infos beim Dinner
Wir nutzten die verbleibende Zeit, um die rechtlichen und transaktionsbezogenen Themen kurz zu erörtern. Gerade in Verbindung mit der praktischen Anwendung im Workshop gelang es den beteiligten Kanzleivertretern, das aus studentischer Sicht abstrakte Thema Private Equity allen Teilnehmern greifbar zu machen. Dem gelungenen Workshop folgte ein entspanntes Abendprogramm im Hotel. Während des Dinners und später an der Hotelbar ließen wir den Abend ausklingen und hatten dabei genug Zeit für persönliche Fragen über Einstiegs- und Karrieremöglichkeiten bei Clifford Chance.

Praxistest und Networking
Den Tag bei Clifford Chance werde ich in sehr guter Erinnerung behalten. Ich habe nicht nur unheimlich viel Spaß gehabt, sondern auch einen realistischen Einblick in die Tätigkeit einer Großkanzlei und speziell im PE-Bereich von Clifford Chance erhalten. Zudem traf ich auf Anwälte, die sich im zwanglosen persönlichen Gespräch bereitwillig den verschiedenen Fragen von uns jungen Juristen stellten. Ich empfehle die Veranstaltung damit allen, die neben einem grundsätzlichen Interesse an der Tätigkeit in einer Großkanzlei Spaß daran haben, sich in den Verhandlungen ein Bild von hochspannenden Rechts- und Wirtschaftsthemen zu machen. Darüber hinaus besteht die hervorragende Gelegenheit, persönliche Kontakte zu knüpfen und sich Perspektiven für Praktika, Referendariat und/oder Berufseinstieg zu eröffnen.

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Erfahrungsbericht (Clifford Chance): Großkanzlei macht Spaß

Montag, den 8. November 2010
Erfahrungs- bericht

''Je mehr Vergnügen du an deiner Arbeit hast, umso besser wird sie bezahlt'', wusste schon Mark Twain. Aber was hat Vergnügen mit einer internationalen Großkanzlei zu tun? e-fellow Celia war skeptisch und neugierig, probierte es schließlich aus, begleitete spanische Mandanten im Bereich Real Estate Transactions bei Clifford Chance – und räumte erst mal mit vielen Vorurteilen auf.

Großkanzlei? Arbeitet dort nicht der Typ Anwalt, der sein Studium mit exzellenten Noten in kürzester Zeit absolviert hat, mehrere Sprachen fließend spricht, seine Arbeit über alles stellt und mehr als 60 Stunden die Woche im Büro verbringt? Spaß? Vergnügen? Mit solchen Vorurteilen ging ich während meines Auslandsaufenthaltes in Lausanne zu einer Abendveranstaltung, zu der Clifford Chance geladen hatte. Ich konnte mir definitiv nicht vorstellen, jemals in einer Großkanzlei zu arbeiten.

e-fellow Celia (25) hat Sozialpädagogik in Stuttgart studiert und anschließend Jura in Tübingen und Lausanne. Zurzeit studiert sie in Frankfurt neben Jura auch Soziologie. Eine Karriere in einer internationalen Großkanzlei wie Clifford Chance kam für sie nicht in Frage. Überraschend positiv fällt aber das Fazit aus, das sie in Ihrem Erfahrungsbericht zieht.

Nach einem Vortrag über Real Estate Transactions, den die Anwälte Dr. Gerold Jaeger und Christian Trenkel hielten, wurde ich beim nachfolgenden Abendessen hellhörig, als Herr Jaeger mir erzählte, dass er sich bei seinem Einstellungsgespräch in einem Büro voller E-Gitarren wiedergefunden habe: Der Partner, der ihn damals interviewte, liebte E-Gitarren und sammelte sie in seinem Büro. Das passte so gar nicht in mein vorgefertigtes Bild; mein Interesse war geweckt. Einige Stunden und viele Fragen später hatte Herr Jaeger mich überzeugt: Ich wollte mir selbst ein Bild machen und bewarb mich für ein Praktikum im Bereich Real Estate in Frankfurt.

Schon vor Praktikumsbeginn stand ich in regelmäßigem E-Mail-Kontakt mit Herrn Jaeger, der fortan mein Mentor war. Tatkräftig unterstützte er mich bei allen Fragen zum Praktikum, von der Wohnungssuche bis hin zu vorbereitender Literatur, die er mir gab. Das hatte ich bis dato bei keinem Praktikum erlebt.

Diese freundliche und unterstützende Atmosphäre war denn auch ein Vorbote für die eigentliche Zeit bei Clifford Chance. Vom ersten Tag an wurde ich von der Abteilung Real Estate herzlich und offen aufgenommen. Nicht nur, dass man mir umgehend ein eigenes Büro zur Verfügung stellte und meinen Namen mit Lichtbild sofort ins System einspeiste – auch eine Führung durch die Abteilung inklusive Vorstellung aller Kollegen direkt nach meiner Ankunft schien selbstverständlich.

Begeistert hat mich bei Clifford Chance besonders, dass ich Jura von einer ganz anderen Seite kennenlernte. Ich war mitten im Geschehen, als es darum ging, den Ankauf eines Objekts für spanische Mandanten von der Due-Diligence-Prüfung bis zum Closing samt dem obligatorischen Notartermin zu begleiten. Dabei erhielt ich nicht nur Erklärungen zu allen Vorgängen, sondern übernahm eigenständig die Bearbeitung von Teilaufgaben. Beispielsweise lernte ich, wie man einen Grundbuchauszug auf Belastungen überprüft und welche Posten in der Praxis relevant sind, weil sie wirtschaftliche Auswirkungen haben können.

Als Übung und zur Vorbereitung für meinen Mentor modifizierte ich einen Vertrag und stellte beim Verkauf eines Objekts Teile des Datenraums zusammen, der dem ankaufenden Unternehmen für die Due-Diligence-Prüfung zur Verfügung gestellt wurde. Ich war jedoch nicht nur im Büro vollständig ins Team eingebunden, sondern lernte auch die Mandanten kennen, für die ich arbeitete – zum Beispiel beim gemeinsamen Abendessen und anschließendem Fußballschauen von Spielen der spanischen Mannschaft während der WM.

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Besonders gut hat mir auch gefallen, dass ich zwar mit meinem Mentor zusammenarbeitete, jederzeit jedoch die Möglichkeit hatte, auch anderen Anwälten meine Unterstützung anzubieten. War ich anfangs noch etwas schüchtern, einfach in ein Büro zu platzen und die Anwälte anzusprechen, so verflog das umgehend, als ich merkte, dass die Kollegen sich über Unterstützung freuten und sich für die angebotene Hilfe bedankten.

So nahm ich einer Kollegin in Zeitdruck die Übersetzung eines Gutachten ins Englische ab und half einem Kollegen bei der Vorbereitung eines Vortrags, indem ich ein Prüfungsschema anfertigte, das danach vollständig in seine Präsentation eingearbeitet wurde.

Dabei stellten die Aufgaben eine echte Herausforderung dar, weil gerade im Real Estate Kenntnisse gefragt waren, die ich nicht im Studium erworben hatte. Allerdings wurde ich mit meinen Aufträgen nie alleine gelassen, sondern hatte jederzeit die Möglichkeit, Fragen zu stellen und mir Hilfe zu holen. So kam es durchaus vor, dass mir die Grundzüge des Vergaberechts in der Lounge von Clifford Chance bei einem Latte Macchiato erklärt wurden oder ich die Telefonnummer eines Partners in einer anderen Niederlassung erhielt, um mir Rat bezüglich einer Rechtslage zu holen, die zu dessen Spezialgebiet zählte.

Selbst an einem längeren Arbeitstag oder während einer eher trockenen Aufgabe wurde mir deshalb nie langweilig, sondern ich hatte in dieser freundlichen und hilfsbereiten Atmosphäre im Gegenteil viel Spaß bei der Arbeit.

Für mich war es ein Glücksfall, dass ich die Möglichkeit hatte, ein Praktikum bei Clifford Chance zu machen und so mit vielen meiner Vorurteile über Großkanzleien aufzuräumen. Für diese Chance und die tolle Erfahrung, Teil dieses Teams zu sein, bin ich meinem Mentor und den Kollegen sehr dankbar und kann nur alle Jurastudenten dazu ermuntern, sich ein eigenes Bild zu machen – getreut dem Motto von Pablo Picasso: ''Wenn es nur eine einzige Wahrheit gäbe, könnte man nicht hundert Bilder über dasselbe Thema malen.''

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Erfahrungsbericht (Clifford Chance): Über den Dächern von Frankfurt

Donnerstag, den 19. August 2010
Erfahrungs- bericht

Was heißt "Share Purchase Agreement", und was ist ein "Bad Leaver"? Im Praktikum bei Clifford Chance in Frankfurt lernte e-fellow Georg das ABC des Private-Equity-Geschäfts – und fand bei seinem Mentor ein offenes Ohr bei Fragen zu Karriereplanung und Arbeitsalltag.

Im Juli 2010 absolvierte ich ein vierwöchiges Praktikum am Frankfurter Standort von Clifford Chance. Ganz nach meinen Vorstellungen wurde ich in dem gesellschaftsrechtlichen Arbeitsbereich der Kanzlei untergebracht, dem Bereich "Corporate" in der Abteilung "Private Equity". In diesem Zeitraum wurde den Praktikanten ein umfangreiches und spannendes Rahmenprogramm geboten. Mit mir starteten 15 weitere Praktikanten, und von Anfang an stellte sich eine sehr freundschaftliche und lockere Atmosphäre ein. Das Büro selbst liegt in einem Hochhaus inmitten des Frankfurter Bankenviertels.

Georg Georg (23) studiert im 6. Semester Jura an der Uni Regensburg. In seinem Praktikum in der Abteilung Private Equity bei Clifford Chance wurde ihm schnell klar, dass Transaktionen nicht nach "Schema F" ablaufen und sicheres Englisch eine Grundvoraussetzung ist.

Jede Transaktion ist anders
Auf das Praktikantenprogramm bin ich durch den Newsletter von e-fellows.net aufmerksam geworden. Nach meiner Online-Bewerbung folgte auch bald ein Angebot der Kanzlei, das ich gerne annahm.

Was die Vorkenntnisse betrifft, so war gerade am Anfang mein Wissen aus meinem universitären Schwerpunkt Unternehmenssanierung sicher von Vorteil. Dieses aber auch nur, um die grobe Struktur einer Transaktion zu verstehen. Schnell wurde mir klar, dass keine Transaktion nach "Schema F" abläuft und man sich stets die Besonderheiten des Einzelfalls vor Augen halten muss. Auch konnte ich von meinen früheren praktischen Erfahrungen profitieren.

English skills required
Schließlich sollte jedem Bewerber klar sein, dass fast die gesamte Korrespondenz auf Englisch erfolgt – seien es die Gespräche mit den Mandanten, der Gegenseite oder den eigenen Kollegen von anderen Standorten. Begriffe wie "Share Purchase Agreement" oder "Bad Leaver" waren vor dem Praktikum für mich nicht gerade alltäglich. Wer keine bösen Überraschungen erleben möchte, sollte ehrlich zu sich selbst sein und seine Englisch-Kenntnisse richtig einschätzen.

Gut betreut
Nach einem gegenseitigen Kennenlernen und der ausführlichen Unternehmenspräsentation wurde ich Herrn Georg Linde, einem Partner aus dem Bereich Private Equity, vorgestellt. Dieser war als mein fester Ansprechpartner und Mentor für den Zeitraum des Praktikums eingeplant. Er hatte stets ein offenes Ohr für mich und konnte mir mit Ratschlägen zu Karriereplänen und Arbeitsalltag zur Seite stehen. Überrascht wurde ich auch von meinem eigenen geräumigen Arbeitszimmer im 32. Stock mit Blick auf das Bankenviertel.

Um auch während der Abwesenheit meines Mentors weiterhin betreut zu werden, stellte er mich gleich zu Beginn dem Associate Sebastian Pauls vor. Mit diesem verbrachte ich auch die meiste Zeit meines Praktikums. Er machte mich mit anderen Kollegen bekannt und gab mir stets interessante Aufgaben.

Über die Schulter geschaut
Auch andere Kollegen habe ich unterstützt: So durfte ich nicht nur zu kniffligen Rechtsfragen recherchieren, sondern auch an Telefonkonferenzen teilnehmen, bei denen zum Beispiel einzelne Vertragsklauseln mit der Gegenseite verhandelt wurden. Hier hatte ich das Glück, den Anwälten über die Schulter schauen zu dürfen und bekam so ein noch besseres Bild vom Arbeitsalltag bei Clifford Chance. Auch konnte ich nach kurzer Einarbeitung in ein Projekt dessen Voranschreiten bis hin zum Vollzug ("Closing") mitverfolgen und aktiv mitgestalten.

Ich erstellte einzelne Abschnitte eines Due-Diligence-Reports, schrieb Memos an die Mandanten und wurde auch zu Notarterminen mitgenommen. Erfreut stellte ich immer wieder fest, dass meine Arbeit nach Überprüfung von Anwälten und einzelnen Veränderungen tatsächlich an die Mandanten ging oder intern verwertet wurde.

Meine persönlichen Highlights
Obwohl ich schon einige Praktika in anderen Unternehmen gemacht hatte, war ich überrascht, auf welch hohem Niveau sich der Alltag bei Clifford Chance abspielt und wie interessant die Tätigkeiten sind. Da kommt es schon auch mal vor, dass man als Praktikant freiwillig bis 22 Uhr oder länger im Büro bleibt.

Das Betriebsklima war sehr angenehm. Von fast jedem Angestellten wurde mir das "Du" angeboten und jeder war auch an mir als Mensch interessiert. Das Rahmenprogramm rundete das Praktikum sehr gelungen ab. So konnte ich Einblicke in andere Arbeitsbereiche gewinnen, meine Englischkenntnisse in einem Workshop aufbessern, oder die Frankfurter Wertpapierbörse live erleben.

Allen, die ein Praktikum bei Clifford Chance bekommen, rate ich, die Initiative zu ergreifen und ihre Arbeitskraft aktiv anzubieten. Man sollte die Möglichkeit nutzen, von den Profis zu lernen und ihnen bei Gelegenheit Fragen zum Arbeitsalltag stellen.

Community & Blog Quelle:sxc.hu Autor:clixMehr Erfahrungsberichte?
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