Archiv der Kategorie '10 Jahre e-fellows.net'

Zehn Jahre e-fellows.net – so haben wir mit euch gefeiert

Montag, den 15. November 2010
Lukas

Alle waren sie da: Gründer, Gesellschafter, Partnerunternehmen, Stipendiaten, Alumni und
e-fellows.net-Mitarbeiter. Über 100 Gäste feierten in Festsaal und Party-Tram den zehnten Geburtstag von e-fellows.net. Hier nun Bilder von der Feier – und die besten Momente aus zehn Jahren e-fellows.net.

Die Feier startete mit einem Empfang im e-fellows.net-Foyer bei Sekt und Kuchen inklusive Schlossführung. Noch nie hatten sich so viele Menschen durch unsere Gänge gedrängt. Kein Wunder, dass es schnell heiß wurde – Zeit, zum Pschorr-Festsaal um die Ecke zu marschieren.

Festsaal und Party-Tram
Dort warteten ein vorzügliches Menü und ein kurzweiliges Abendprogramm. Zu Wort kamen Geschäftsführer Michael Hies, Stipendiaten, Alumni, zwei Partnerunternehmen der ersten Stunde (KPMG: Roman Dykta und Bosch: Vera Winter), die beiden e-fellows.net-Gründer René Pankoke und Stephan Kirschbaum und natürlich Vertreter der Gesellschafter. Nicht abgesprochen war, dass eine der Alumni bei KPMG arbeitet, eine der Stipendiatinnen gerade bei Bosch promoviert und der andere Stipendiat nächstes Jahr ein Praktikum bei e-fellows.net machen wird. Alle beließen es bei kurzen Statements, sodass niemand zum verbreiteten Jubiläumsrede-Gähnen ansetzen musste.

Aus dem Büro zur Feier, von der Feier ins Büro
Eine temporeiche Cocktail-Mix-Show stimmte uns dann ein auf die "Party-Tram", wo vier Barmänner 13 verschiedene Cocktails für uns zubereiteten. Wer alle durchprobiert hatte, konnte die Nacht zum Abschluss noch in einer Münchner Diskothek austanzen. Zwei e-fellows.net-Kollegen kamen auch am nächsten Tag außergewöhnlich gut gekleidet zur Arbeit – sie waren einfach direkt aus dem Club wieder ins Büro gegangen… Zehn Jahre alt wird man schließlich nur einmal!

Präsentation "10 Jahre e-fellows.net – Best of"
Die erste Geburtstagsfeier in Berlin, die zehntausendste Stipendiatin, die City-Group-Bundestreffen, die Charity-Staffel, die Abituriententreffen und die bekanntesten e-fellows.net-Recruiting-Veranstaltungen wie "Perspektive Wirtschaftskanzlei", "MBA Day" oder "LL.M. Day":

Feier-Fotos
Hier die schönsten Fotos aus Foyer, Festsaal und Party-Tram:

Die Siegerbilder auf der Startseite

Mittwoch, den 6. Oktober 2010
Lukas

Die Siegerbilder des Fotowettbewerbs 2010 sind nun auf der Community-Login-Seite: Einfach mal kurz ausloggen und dann zur Login-Seite der Community klicken. Dann müsstet ihr so etwas sehen ("Aktualisieren" klicken, um weitere Bilder zu erblicken):

2002: Die 10.000. Stipendiatin wird gefeiert

Donnerstag, den 29. Juli 2010
Lukas

Frühjahr 2002. e-fellows.net-Mitarbeiterin Margret Steinle drückt auf "Bewerber aufnehmen". Maria wird e-fellows.net-Stipendiatin. Aber nicht irgendeine: die zehntausendste! Kurze Zeit später frühstückt sie mit dem Personalvorstand der Telekom und plaudert bei der großen Feier mit dem damaligen McKinsey-Chef Jürgen Kluge.

Zehn Jahre e-fellows.net!
Wir blicken zurück auf ganz besondere Momente.
10 Jahre e-fellows.net

Hallo Maria, kannst du dich noch erinnern, wann, wie und warum du dich damals für das e-fellows.net-Stipendium beworben hast?
Ja, ich habe damals VWL in Regensburg studiert und war gerade aus meinem Auslandssemester in den USA zurückgekommen. Ich hatte einen Tipp von einem Kommilitonen bekommen, der sich bei e-fellows.net erfolgreich beworben und mir begeistert von dem kostenlosen Internetzugang erzählt hatte. Ein Internetanschluss war damals für Studenten ja noch relativ teuer. Ich habe mir dann Eure Website angesehen und mich beworben  Anschließend habe ich das auch gleich einer Freundin von e-fellows.net erzählt. Die ist später sogar City Group-Leiterin in Regensburg geworden.

Wie hast du davon erfahren, dass du die 10.000. Stipendiatin bist?
Eine Mitarbeiterin von euch hat mich angerufen und meinte, dass ich die 10.000. Stipendiatin sei und dass das groß gefeiert werden sollte. Der Freund, der mir den Tipp gegeben hatte, meinte dann etwas säuerlich, er hätte selbst wohl noch ein wenig länger mit seiner Bewerbung warten sollen.

Maria-die-zehntausendste-StipendiatinMaria Lehner (Jahrgang 1977) wurde 2002 als zehntausendste e-fellows.net-Stipendiatin aufgenommen. Sie war aktiv in der City Group Regensburg. Heute arbeitet sie in der Projektfinanzierung für Erneuerbare Energien.

Eine Feier! Wie muss ich mir die vorstellen?
In München gab es ein Frühstück mit Dr. Rolf Grisebeck, einem Vorstand von Holtzbrinck, und dem e-fellows.net-Geschäftsführer Michael Hies. Danach war ich in Bonn bei der Telekom zu Gast und habe mit dem Personalvorstand Herrn Klinkhammer zu Mittag gegessen. Abends ging es zurück nach München zur großen Feier. Jürgen Kluge, damals McKinsey-Geschäftsführer, war auch dabei.

Gab's denn auch einen Preis?
Ja, ich habe eine Digitalkamera und eine Urkunde bekommen.

Maria und McKinsey-Geschäftsführer Jürgen Kluge [Quelle: e-fellows.net-Archiv]
Michael Hies (e-fellows.net-Geschäftsführer), Stipendiat Thomas Steins, Maria und Jürgen Kluge [Quelle: e-fellows.net-Archiv]

Was hat dir deine Bewerbung bei e-fellows.net gebracht, also abgesehen von Digitalkamera und großer Feier?
Toll waren das Netzwerk und die vielen City Group-Treffen. Dort konnte man viele Leute aus anderen Fächern kennenlernen, was einige interessante Diskussionen mit sich brachte. Ich glaube, durch das e-fellows.net-Stipendium und den Austausch mit anderen Stipendiaten werden viele Studenten dazu angeregt, ein bisschen mehr zu machen als das, was sie eigentlich erreichen wollten. Im Nachhinein finde ich es nur sehr schade, dass ich das Mentoring-Programm von e-fellows.net nicht genutzt habe.

Und wieso würdest du das Mentoring-Programm heute nutzen?
Während meiner Promotion in München betreute ich viele Studenten bei Seminar- und Diplomarbeiten. Damals ist mir aufgefallen, dass viele Studenten oft ein wenig "vor sich hinstudieren" und sich nicht wirklich überlegen, wie genau ihr späteres Berufsleben aussehen wird. In diesem Zusammenhang ist es sehr wertvoll, sich mit möglichst vielen Personen zu unterhalten, die schon im Berufsleben stehen. Praktika nützen hierbei natürlich auch, aber allein durch Gespräche mit Leuten, die bereits berufstätig sind, kann man mit sehr geringem Aufwand schon sehr viel über bestimmte Berufsbilder in Erfahrung bringen. Mentoren können bei der beruflichen Orientierung und Zielsetzung enorm helfen.

Und was machst du jetzt?
Ich habe vor einem Jahr meine Promotion in München abgeschlossen und bin dann bei der Commerzbank im "Center of Competence Renewable Energies" eingestiegen. Dort kümmere ich mich um internationale Projektfinanzierungen, zum Beispiel für Wind- oder Solarparks in Europa und den USA. Das ist genau das, was ich machen wollte.

Gibt es etwas, das du e-fellows.net zum zehnten Geburtstag wünschen möchtest?
Herzlichen Glückwunsch! Bleibt weiter so erfolgreich und engagiert wie bisher! Ich finde eure Förderung der Stipendiaten, eure Ideen und das, was ihr bisher auf die Beine gestellt habt, einfach toll! Weiter so!

Zeitmaschine: Im Archiv der WELT gibt es bis heute noch den Artikel von Stipendiat Thomas Steins über Maria und die Feier.

Highlights aus zehn Jahren e-fellows.net:
2002 – das erste Bundestreffen

Freitag, den 2. Juli 2010
Sabine

2010 treffen wir uns in Leipzig. 2009 hatten wir viel Spaß in Heidelberg. Die bundesweiten Treffen der e-fellows sind geliebte Tradition geworden. Aber wann und wie fing alles an? Frank und Thomas verraten es uns, denn sie haben es ins Leben gerufen und organisiert: das erste e-fellows.net-Bundestreffen im Jahr 2002.

Den Begriff "Web 2.0" kannte damals noch niemand, die e-fellows.net community zeichnete sich in keinem Kaffeesatz ab, und die e-fellows waren eine anonyme Masse. Dennoch sprießten in den Kindertagen von e-fellows.net schon erste Netzwerkstrukturen: Die e-fellows gründeten City Groups und trafen sich auf Stammtischen. Doch Treffen vor Ort reichten den City-Group-Leitern der ersten Stunde nicht aus. So entstand die Idee zum ersten Bundestreffen in der e-fellows.net-Geschichte – und zwar in Köln und Berlin bei Frank und Thomas. Die fragten wir direkt.

Zehn Jahre e-fellows.net!
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10 Jahre e-fellows.net

Thomas und Frank, wie entstand die Idee des ersten Bundestreffens?

Thomas: Damals habe ich in Berlin die City Group geleitet. Alle waren total begeistert von e-fellows.net, aber der persönliche Kontakt zwischen den Stipendiaten fehlte. Die City Groups stellten zwar den Kontakt vor Ort her, aber ein bundesweites Treffen wäre noch besser, dachten wir.

Frank: Und vor allem wollten wir mit einem deutschlandweiten Treffen mehr Leute zusammenkriegen. Daraufhin haben wir uns mit einigen anderen City Group-Leitern kurzgeschlossen und schließlich eine Umfrage über unsere frühere City Group-Website gemacht. Schnell war klar: Alle wollen nach Berlin.

Stichwort City Group-Website: Wie habt ihr das damals alles organisiert? Da gab es ja noch keine e-fellows.net community, in der man mal eben eine Gruppe gründet und darüber alle erreicht und alles organisiert.

Frank: Wir haben einen ganz einfachen und heute vielleicht "altmodischen" Weg gewählt: Mit Florian aus der City Group München haben wir ein Anmelde-Formular über dessen Website gebastelt. e-fellows.net hat dann eine Einladung per E-Mail an alle Stipendiaten verschickt.

Thomas: Oh ja, das musste damals ja alles über e-fellows.net laufen, weil man andere Stipendiaten nicht direkt kontaktieren konnte.

Frank: Nachdem klar war, dass es nach Berlin gehen soll haben Pino (der dritte Organisator) und ich Thomas in Berlin besucht. Wir haben Ideen für das Treffen gesammelt und Aufgaben verteilt. Thomas hat die Vor-Ort-Aufgaben übernommen, und wir Kölner haben das Treffen unter den e-fellows bekannt gemacht und die Anmeldungen koordiniert.

Thomas: Ich habe den Reichstagsbesuch und die Stadtrundfahrt organisiert und geeignete Locations für das Abendprogramm rausgesucht. Außerdem war uns wichtig, ein Partnerunternehmen von e-fellows.net einzubeziehen. Schließlich ist e-fellows.net ja ein Karrierenetzwerk. So entstand die Diskussion über Studiengebühren mit Dr. Carsten Siebert von McKinsey – übrigens ein Philosoph.

Wie war eigentlich die generelle Stimmung damals in den City Groups und bei den Stammtischen?

Thomas: Gerade in den Großstädten hat man immer das Problem, dass es zu viel Konkurrenzprogramm gibt. Bei den Berliner Stammtischen waren wir manchmal 30 Leute, aber oft auch weniger, insbesondere in Klausurphasen. Wir haben damals überlegt, was man dagegen machen kann. Zum Beispiel Vorträge oder eben das Bundestreffen, das daraus letzten Endes entstanden ist.

Frank: Es war definitiv nicht immer einfach, die Leute zum Stammtisch zu kriegen. Allerdings stürzten sich die e-fellows damals auf das Bundestreffen. Die Plätze waren schnell voll. Das hat mich überrascht. Also gab es einen Bedarf, eine Neugier der Stipendiaten auf die anderen e-fellows.

Wie waren die Leute damals drauf, die am Bundestreffen 2002 teilgenommen haben?

Thomas: Ich denke, es gibt bestimmte Typen von Leuten, die die Initiative ergreifen, so was wie eine City Group gründen, sehr kontaktfreudig sind und dann natürlich auch zum Bundestreffen kommen. Da war ein Gefühl, dass man einer Gemeinschaft angehört. Das sollte mehr sein als ein Handelsblatt-Abo. Jetzt ist das viel besser und einfacher über die Community. Damals gab es ja das Web 2.0 nicht.

Gibt es eigentlich eine lustige Anekdote vom ersten Bundestreffen?

Frank: Ich erinnere mich da an den Reichstagsbesuch. Den hatte Thomas so eingefädelt, dass wir nicht drei Stunden lang anstehen mussten wie alle anderen Besucher. Das war toll, wie wir an der langen Schlange einfach vorbeigehen konnten und uns alle neidisch angeschaut haben. Außerdem gab's ja noch die Zimmerpartys – aber dazu sag ich lieber nix. ;-)


Was ist nach dem Bundestreffen hängen geblieben? Ist ein Netzwerk entstanden? Sind die Kontakte bestehen geblieben? Habt ihr eure Ziele erreicht?


Frank:
Auf jeden Fall. Schließlich gibt es seitdem jährlich ein Bundestreffen. Daran sieht man, dass so was gewünscht ist. Jetzt stecken andere die Power rein, die trotz Studiumsstress ihre Zeit und Phantasie investieren. Ich habe beim ersten Bundestreffen viele Leute kennengelernt. Teilweise gibt es den Kontakt heute noch. Auch der interdisziplinäre Austausch war und ist super, weil man so über seinen fachlichen Tellerrand schaut.

Thomas: Da kann ich mich nur anschließen. Es ist gut, dass der Gedanke weiterlebt. Aus e-fellows.net wurde über die City Groups, die Stammtische und schließlich das Bundestreffen etwas Persönliches, das Bestand hat. Es gab zwar kein Bundestreffen-2002-Nachtreffen, aber die Alumni-Treffen sind entstanden. Übrigens habe ich letztens in Hamburg einen e-fellow aus der ersten Stunde wieder getroffen, der auch damals bei den Berliner Stammtischen war. Es ist schön, wenn man die gemeinsamen Erinnerungen wieder aufleben lassen kann.

Vielen Dank für das Gespräch. Eine letzte Frage: Was ist euer Fazit zum Bundestreffen 2002 und zum Stichwort "10 Jahre e-fellows.net"?

Thomas: Das hier soll auch ein Ansporn für künftige Bundestreffen sein. Es soll Leute überzeugen, noch mal Gas zu geben, noch mal was in ihrer City Group zu reißen. Es soll zeigen, dass Treffen der Stipendiaten gewünscht sind von e-fellows.net und vor allem den e-fellows. Ich gratuliere zu der gigantischen Entwicklung. Damals bekam man bei e-fellows.net umsonst Internet. Heute ist das nicht mehr das größte Argument, sondern das mit Leben gefüllte Karrierenetzwerk.

Frank:
e-fellows.net ist eine super Plattform außergewöhnlicher Menschen. Da muss ja auch was Außergewöhnliches entstehen. Gratis-Internet war für mich damals der Ansporn, aber wertvoller war, Leute aus der Wirtschaft kennengelernt zu haben. Ich wusste damals zum Beispiel gar nicht, dass KPMG auch Beratung macht und hatte daher nie die Idee gehabt, dort mal zu arbeiten. Nach meinem Studium habe ich dann bei KPMG als Berater angefangen. Ich bin also das beste Beispiel dafür, dass das Karrierenetzwerk funktioniert.

"Wir galten als rückständig und unmodern" – die Erfinder von e-fellows.net erinnern sich

Mittwoch, den 9. Juni 2010
Lukas

1999 startete in München ein ungewöhnliches McKinsey-Projekt: Zwei Berater sollen nicht zum Kunden, sondern ein Internet-Startup hochziehen – e-fellows.net. Wir haben sie gefragt, wer die Idee zu e-fellows.net hatte, wie der Name entstand, den wir immer buchstabieren müssen, und wieso sie eigentlich unseren Geschäftsführer eingestellt haben.

Wer hatte die Idee für e-fellows.net?

Stephan Kirschbaum: René, ich glaube, das ist dein Part…

René Pankoke: Ich hatte ursprünglich bei McKinsey als Fellow angefangen, zur damaligen Zeit war ich freigestellt für die Promotion. Allerdings war ich an so einem Zeitpunkt angekommen, wo man sich überlegt, die Promotion erst mal hintanzustellen und etwas anderes zu machen.

Inspiriert zu e-fellows.net hat mich die Weihnachtsansprache 1998 von Jürgen Kluge, dem damaligen Managing Director von McKinsey Deutschland. Er war unter anderem der Meinung, dass es ein Karrierenetzwerk geben müsse, damit sich McKinsey auch in Zukunft die besten Nachwuchskräfte sichern könne. Nach der Rede habe ich Jürgen Kluge angesprochen und mit ihm darüber diskutiert, wie man so ein Karrierenetzwerk aufziehen könnte.

Es folgten zwei, drei Runden mit Recruiting-Experten von McKinsey, dabei ist dann die genaue Idee geboren.

Zehn Jahre e-fellows.net!
Wir blicken zurück auf ganz besondere Momente.
10 Jahre e-fellows.net

Die Idee war geboren, wie ging es weiter?

SK: Dann ging das Projekt los. Zuerst waren wir im McKinsey-Büro in der Prinzregentenstraße in München, sind dann aber recht schnell in den "Accelerator" im Zentrum (Im Tal) eingezogen.

RP: Das hat den Leuten im Accelerator ganz gut gepasst, die mit mehr Nachfrage gerechnet hätten…

Der "Accelerator"?

SK: Das war ein Ort, wo Startups und Spinoffs günstig Infrastruktur, also Büros, PCs etc. nutzen konnten. Nach einer "Inkubationsphase" sollten sie dann in feste Räumlichkeiten ziehen. Im Accelerator haben auch die ersten e-fellows.net-Mitarbeiter gearbeitet, in einem großen Raum mit Platz für 10 bis 15 Leute.

Ihr habt damals ja recht schnell einige Partnerunternehmen gewonnen. Heute ist so etwas deutlich zäher…

Beide: So schnell ging das damals auch nicht. Das war auch zäh!

RP: Wir hatten da eine sehr lange Liste mit 80-90 Unternehmen. Ein Vorteil war, dass wir durch McKinsey und Jürgen Kluge direkten Kontakt in die Vorstandsebenen hatten.

Es soll ja damals auch andere gegeben haben, die dieselbe Idee hatten. Was habt ihr besser gemacht?

René PankokeStephan Kirschbaum1999 startete e-fellows.net – als McKinsey-Projekt "High-Potential.net". Projektleiter und Ideengeber René Pankoke (rechts) ist heute Geschäftsführer des Bielefelder Maschinenbauers "Hymmen". Stephan Kirschbaum, damals Associate, ist heute Leiter der Geschäftsentwicklung und Mitglied der Geschäftsleitung des Schweizer Chemie-Unternehmens "Dottikon Exclusive Synthesis AG".

SK: Ja, damals tauchten verschiedenste ähnliche Plattformen auf, die sich über Werbung finanzieren wollten. Die schalteten für Millionen Werbung, wurden dann aber mit dem Ende der Internetblase alle wieder eingestellt, weil ihnen das Geld ausging.

RP: Der grundsätzliche Unterschied war, wie sich das Unternehmen finanzierte. Vor allem im Accelerator wurden wir deshalb oft belächelt, denn wir galten dort als die, die rückständig und unmodern waren, weil wir nicht wie viele in der Zeit gleich als Aktiengesellschaft mit fünf Mitarbeitern und dem Ziel gestartet waren, in sechs Monaten an die Börse zu gehen. Wir hatten im Vergleich dazu eine sehr konservative Unternehmensstruktur als GmbH & Co. KG.

Glaubt ihr, e-fellows.net hätte geklappt, wenn man es erst nach dem Internet-Boom gestartet hätte?

RP: Grundsätzlich schon. Es wäre schwerer geworden, Partnerunternehmen zu gewinnen, aber ich denke, das Geschäftsmodell hätte auch später noch funktioniert, schließlich funktioniert es ja bis heute.

SK: Unsere Idee war damals, die "Studienstiftung online" zu schaffen. Etwas Elitäres, aber positiv besetzt. Dieser Mehrwert, dieser Attraktionswert ist da, bis heute.

RP: Ein ganz besonderes Gefühl waren dann in meiner späteren Station die ersten Bewerber mit dem e-fellows.net-Stipendium im Lebenslauf. Da hatte man dann gleich ein interessantes Thema fürs Vorstellungsgespräch…

Wir müssen ihn immer buchstabieren, selbst unsere Stipendiaten schreiben ihn meist falsch: Wie ist der Name "e-fellows.net" entstanden?

RP: Das war dein Vorschlag!

SK: Ja, sowohl der Name als auch das Symbol für das Logo. Wir haben zwei, drei Runden Namensfindung gemacht, dann hab ich massiv Lobby-Arbeit für e-fellows.net betrieben. Das Thema "Fellowship" hat uns umgetrieben, auch wegen McKinseys Fellow-Programm.

Sollte es nicht erst "High-Potential.net" oder so heißen?

SK: Das war der interne Arbeitstitel für das Projekt bei McKinsey, kurz "HPT". Am Ende hieß es dann glaub ich "EFL" oder "EFN".

Na so was, "efn" ist bis heute der interne Kurzname für e-fellows.net geblieben. Jetzt weiß ich endlich mal, wo das herkommt. Wie lange habt ihr das Projekt betreut, wann habt ihr euch zurückgezogen?

RP: Zurückgezogen haben wir uns im Spätsommer 2000, nachdem wir die neuen Geschäftsführer eingestellt hatten – damals gab es zwei. Bis zu dem Zeitpunkt war ich in einer Doppelfunktion: Einerseits war ich Projektleiter für McKinsey, also McKinsey-Angestellter, andererseits im Handelsregister eingetragener Geschäftsführer von e-fellows.net. Um das zu ermöglichen, musste McKinsey intern erst einen speziellen Beschluss fassen.

SK: Ich war Associate und habe meine ersten 15 Monate bei McKinsey auf diesem Projekt verbracht.

15 Monate zum Start auf einem Projekt? Das ist ja sehr ungewöhnlich für einen McKinsey-Berater.

SK: Ja, zwischendurch habe ich mich immer mal wieder gefragt: Geh ich raus? Wir waren damals ja eher e-fellows.net- als McKinsey-Vertreter, haben da praktisch das eigene Business hochgezogen, wir hatten eigene Visitenkarten etc…

Der Schritt raus aus dem Projekt war letztlich nicht leicht, denn die anderen, die mit mir bei McKinsey angefangen hatten, waren derweil 15 Monate weiter in der Beraterkarriere als ich. Ich kam dann erst auf mein erstes Kundenprojekt, das war hart.

Ihr habt damals ja auch das Vorstellungsgespräch mit unserem heutigen Geschäftsführer Michael Hies geführt. Warum habt ihr ihn genommen?

RP: Er war relativ jung, also nicht zu weit weg von der Zielgruppe, forsch im Auftreten und hat von Anfang an den klaren Eindruck vermittelt, dass er die Dinge anpacken würde und so lange daran arbeitet, bis sie erfolgreich sein würden.

SK: Er kam aus der HypoVereinsbank und hatte dort als Vorstandsassistent gearbeitet. Zwar nicht so lange, aber er hatte einen Eindruck davon gewonnen, wie Großunternehmen funktionieren. Das empfanden wir als wichtig für den Umgang mit den Partnerunternehmen.

Als Startup probiert man ja in der Regel erst mal eine Menge aus, vieles geht schief. Was hat sich als Griff ins Klo entpuppt?

SK: Eine Menge. Wir haben Leute eingestellt, die wir nach drei Monaten wieder entlassen mussten, weil es einfach gar nicht gepasst hat. Damals war viel Bewegung im Arbeitsmarkt, wir mussten sehr schnell wachsen, viel einstellen. Dadurch stieg übrigens auch die Belastung enorm, wir durften ja die inhaltlichen Unternehmensziele auch nicht aus den Augen verlieren. Unter diesen schweren Entscheidungen haben wir gemeinsam gelitten.

RP: Ich würde auch sagen, die Fehlschläge waren einerseits Mitarbeiter, wo es einfach nicht funktioniert hat – ein Kündigungsgespräch zu führen ist am Anfang der beruflichen Karriere ganz schön hart.

Andererseits waren es viele technische Probleme, zum Beispiel mit der Website und dem Backend. Da haben wir ziemlich lange herumlaboriert, bis wir etwas Vernünftiges hatten. Wenn wir von Anfang an zwei, drei Leute gefunden hätten mit tiefer Programmiererfahrung, dann wäre das besser gelaufen. Wir haben viel externe Programmierleistung eingekauft, das war aber fast nie abnahmefertig. Es war damals aber fast unmöglich, gute Programmierer mit akzeptablen Gehaltsvorstellungen zu bekommen.

Was kam für euch beide nach e-fellows.net?

RP: Ich habe noch zwei Jahre weiter bei McKinsey gearbeitet. Seit 2002 bin ich Geschäftsführer unseres Familienunternehmens, einer Maschinenbaufirma mit 200 Mitarbeitern (Hymmen GmbH).

SK: Ich habe noch fünf Jahre weiter bei McKinsey gearbeitet. Das Thema Personalentwicklung hat mich dabei weiter begleitet. Dann bin ich ins Bankenwesen und habe vier Jahre bei der UBS die Personal-Organisation optimiert. Danach ging es zurück zu den Wurzeln – ich bin ja eigentlich Chemiker: Seit September leite ich die Geschäftsentwicklung beim Chemieunternehmen Dottikon Exclusive Synthesis AG in der Schweiz, seit einem Monat bin ich dort auch Teil der Geschäftsleitung.

Als wir noch ein McKinsey-Projekt waren…

Donnerstag, den 20. Mai 2010
Lukas

Thomas Graf war schon bei e-fellows.net, da gab es e-fellows.net noch gar nicht. 1999 stand er vor der Wahl: Geschichtslehrer werden oder als Praktikant bei McKinsey den ganzen Tag Texte reinhacken für irgendeine Studenten-Website?

Thomas, du warst der erste e-fellows.net-Praktikant. Wie bist du auf die Idee gekommen, dort anzuheuern?
Na ja, genau genommen war ich der Dritte – die ersten beiden waren einen Tag vor mir gekommen :-J.

In jedem Fall hatte ich das Gefühl, ohne Praktikum nach dem Examen etwas leer dazustehen – und das vor allem als Geisteswissenschaftler, der erst einmal nicht ins Lehramt wollte. Dann habe ich im Internet Praktika für Geistis recherchiert und bei ungefähr 15 Stellenangeboten angerufen. Zwei davon waren bezahlt, von beiden hatte ich schließlich ein Angebot. Eines davon war bei McKinsey. Das habe ich dann genommen, weil mich die Consulting-Umgebung interessierte – und es besser bezahlt war… Nach drei Monaten erhielten alle drei dann die Festeinstellung als Online-Redakteur.

Zehn Jahre e-fellows.net!
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10 Jahre e-fellows.net

Wenn du nur eine Erinnerung aus dem ersten Jahr bei e-fellows.net behalten könntest, welche wäre das?
Das ist wohl eine Erinnerung an gemischte Gefühle.

In den ersten drei Monaten saßen wir im McKinsey Haupt-Office, dann bis zum Sommer im Neben-Office (Accelerator) und dann im eigenen neuen Büro in der Sendlinger Straße in München.

Auf der einen Seite empfand ich die Arbeit bei McKinsey als ziemlichen Kulturschock im Vergleich zum Studium – man saß in einem sterilen Büro an seinem Laptop, recherchierte wie eine Maschine und tippte Texte. Keine Abwechslung, kein großes soziales Miteinander über die Räume hinweg, einfach nur ein Raum und wir drei – aber dafür hatten wir Spaß miteinander. Im Accelerator war es dann etwas besser, weil wir alle (etwa sieben Leute) in einem großen hellen Büro saßen und mehr voneinander mitbekamen. Richtig gut wurde es dann in der Sendlinger Straße, als sich die Abteilungen (Marketing, Redaktion etc.) bildeten – und die Türen offen standen, gemeinsame Meetings stattfanden etc.

Auf der anderen Seite war es aber von Anfang an spannend. Wir arbeiteten direkt mit den beiden Consultants zusammen, die für das Projekt zuständig waren, und wurden nach unserer Meinung gefragt, zum Beispiel, als es um das Website-Design ging. Wir sahen, wie ein Frontend und ein gesamtes Backend inklusive Redaktionssystem entstand, wie die Website online ging und sich die ersten Prozesse und Abteilungen bildeten.

Wir hatten ein tolles New-Economy-Gründer-Startup-Feeling. Ein kleines Team, aber effektiv. Und ich habe viel von den Unternehmensberatern gelernt.

Thomas GrafThomas Graf (Jahrgang 1971) ist der e-fellows.net-Dinosaurier. 1999 begann er als Praktikant bei McKinsey in einem Projekt, aus dem später e-fellows.net werden sollte. Heute promoviert er in Spanien, wo er auch seinen MBA gemacht hat. Thomas unterstützt e-fellows.net weiter in Vertrieb und Geschäftsentwicklung. Vor kurzem ging sein eigenes Web-Projekt live, der "Master in Management Compass".

Hättest du damals erwartet, dass dieses Netzwerk mal zehn Jahre alt werden würde?
Schwer zu sagen. Ich glaube, wir wussten nicht, wie groß die Sache werden würde. Ich konnte die Dimensionen und die Geschäftsfelder, die sich noch auftun würden, gar nicht absehen. Wenn man mich gefragt hätte, ob das zehn Jahre hält, hätte ich wohl nicht nein gesagt, aber ich hätte es mir irgendwie auch nicht konkret vorstellen können.

Wenn du heute mit damals vergleichst: Wie war es vor zehn Jahren, für e-fellows.net zu arbeiten?
Damals war es halt noch kein Unternehmen, sondern ein Projekt, das schnell auf die Beine gestellt werden musste, damit uns niemand zuvorkam. Es gab zum Beispiel keine professionellen Abteilungen mit Spezialisten im jeweiligen Fachgebiet. Die Folge war, dass das Projekt zwar zum Laufen gebracht, aber auch viele Weichen gestellt wurden, die wir dann später wieder korrigieren mussten. Ich denke, McKinsey hat damals einen sehr guten Job gemacht – nur mit etwas Abstand sah ich dann auch die Grenzen des Mythos Unternehmensberater.

Vor allem hatte ich den Eindruck, dass Geld damals keine große Rolle spielte. Wenn ich das mit heute vergleiche, wo wir solide wirtschaften und sehr sparsam sind… Lustig fand ich, dass die Medienagentur unter anderem dafür bezahlt wurde, uns HTML-Tabellen zu basteln. Ein kurzer HTML-Kurs wäre viel günstiger gewesen – und letztlich haben wir es uns eh selbst beigebracht und einen unserer Chefs teilweise in den Wahnsinn getrieben, wenn wir wieder einmal unsichtbare Tabellen zur Textgestaltung einbauten…:)

Die Frage war dann: Was passiert, wenn auf dem Server mal was schiefläuft und die ganzen in der Hintergrundfarbe geschriebenen (also unsichtbaren) Tabellen auftauchen würden und wir den ein oder anderen Spruch in Hintergrundfarbe eingefügt hätten. :) Das waren schon ein wenig anarchistische Zeiten. Ich kann mich erinnern, dass sich zwei meiner Kollegen in der Redaktion täglich gegenseitig eine Tierfigur auf ihr Porträt im Gruppenfoto auf der Website setzten – niemand hat es gemerkt, und wir hatten viel Spaß.

Plakatwerbung 2000 für das e-fellows.net-Stipendium
Eine der ersten Plakatwerbungen für das e-fellows.net-Stipendium, wahrscheinlich Anfang 2000. Quelle: e-fellows.net-Archiv

Wie sind denn die Teams entstanden?
Auch das war zunächst weniger professionell. Die Abteilungsleitungen, also Redaktion, Marketing, Key Account Management (Unternehmensbetreuung) kamen erst später – sie brachten dann auch Professionalität rein.

Am Anfang mussten sich die Prozesse erst etablierten. Jede Abteilung arbeitete zunächst für sich: Die Redaktion schrieb Texte, das Marketing machte Marketing, und das Key-Account-Team entwickelte Prozesse zur Partnerbetreuung. Damit hatten wir genug zu tun. Es war aber noch nichts miteinander abgestimmt. Das heißt, Marketing und Redaktion arbeiteten noch nicht zusammen, hatten noch keinen übergeordneten Auftrag. Vor allem die Redaktion arbeitete etwas isoliert. Später war es dann klar, dass die Redaktion dem Key Account und Marketing zuarbeiten und nicht nur zum Spaß irgendwelche Texte produzieren sollte.

Gab es in deiner Zeit bei e-fellows.net für dich irgendein Schlüsselerlebnis?
Es war am Anfang für uns auch ein wenig wie auf einer Insel. Erst als wir den ersten liebgewonnen Mitarbeiter entlassen mussten, wachte ich so langsam auf, dass es ein ganz normales Unternehmen ist – was ich nicht negativ meine, sondern nur erwähne, um zu beschreiben, wie es damals war.

Am Anfang gab es auf jeden Fall viel Identifikation mit dem Unternehmen – zu viel. Im Laufe der Zeit lernten wir, immer noch "committed" zu sein, aber eben zu wissen, wo die Grenzen sind.