Monatsarchiv für Mai 2012

Von Berlin nach Paris: Studenten der ESCP Europe radeln quer durch Europa

Dienstag, den 29. Mai 2012
Melanie

Vier französische Studenten der ESCP Europe in Berlin mussten irgendwie wieder nach Hause kommen. Flugzeug, Auto oder Zug waren ihnen zu schnell und zu unpersönlich. Also blieb das Fahrrad. Und eine unvergessliche Reise quer durch Deutschland und Frankreich. Skeptische Kinder und geschichtsträchtige Orte inklusive.

Neun Minuten Flug, eine Stunde Autofahrt oder 50 Minuten mit dem ICE – das entspricht einem anstrengenden und langen Tag auf dem Fahrrad. Sicherlich haben wir nicht den kürzesten und bequemsten Weg auf unserer Fahrt vom Berliner zum Pariser Campus der ESCP Europe gewählt, aber dafür den abwechslungsreichsten mit vielen einzigartigen menschlichen Begegnungen und wundervollen Landschaften.

Fahrradtour Berlin-ParisAlexis Julien-Laferrière (21), Quentin Wuithier (21), Vianney Danel (21) und Matthieu Guy (21) radelten von Berlin nach Paris.

Umweltfreundlich nach Paris
Diese eindrucksvolle Reise startete eigentlich bereits vor einigen Monaten, als wir – Alexis Julien-Laferrière, Quentin Wuithier und Vianney Danel – uns gemeinsam mit unserem Freund Matthieu Guy dazu entschieden, nach unserem Studienaufenthalt in Berlin den umweltfreundlichsten und abwechslungsreichsten Weg zurück nach Paris zu wählen.

Von der verrückten Ideen zur Umsetzung
FahrradtascheDas Fahrrad schien somit für uns das richtige Fortbewegungsmittel zu sein. Und so reifte während unseres letzten Semesters in Berlin die verrückte Idee zu einer mehr oder weniger durchgeplanten Bike-Tour. Der Tag der Abfahrt rückte näher und näher und zahlreiche Vorbereitungen waren zu treffen. Mit der großzügigen Unterstützung der Hochschulleitung des Berliner Campus der ESCP Europe konnten wir uns und unsere Fahrräder optimal ausstatten – und dennoch: Wir wussten, dass die eigentlichen Strapazen und Herausforderungen noch vor uns lagen.

Hügelige Überraschungen
Am 30. April 2012, 10:15 Uhr, starteten wir vom Berliner Campus der ESCP Europe. Das benachbarte Schloss Charlottenburg im Auge und vollgetankt mit Zuversicht und Adrenalin traten wir in die Pedale. Mit der deutschen Geografie waren wir nicht wirklich vertraut. Natürlich haben wir Landkarten ausgiebig studiert, doch die Realität sieht dann überraschend anders und vor allem hügeliger aus. Grundsätzlich sind die deutschen Straßen sehr gut für Fahrradfahrer ausgebaut. Und so konnten wir besonders materialschonend fahren.

Deutsche Gastfreundschaft
Wir waren bereits von der Schönheit der Landschaft überrascht und fasziniert, jedoch umso mehr von der beeindruckenden Gastfreundschaft der Menschen, die wir auf unserer Reise kennenlernten. Wir wurden immer herzlich empfangen. Es war überhaupt kein Problem, einen Platz zum Zelten zu finden. Dabei haben wir viel über den Alltag in Deutschland erfahren. An dieser Stelle möchten wir Ute, Maximilian und Lulu danken. Sie haben uns auf unserer Reise in verschiedensten Situationen unterstützt.

Skeptische Kinder
Skeptische Kinder werden überzeugt Die Einzigen, die unserer Reise im ersten Moment skeptisch gegenüberstanden, waren zahlreiche Kinder, die wir auf unserer Reise trafen. Sie fragten uns “Warum macht ihr das?” Wir erklärten ihnen, dass wir gerne Fahrrad fahren und zudem ein Abenteuer eingehen wollten. Und dass dabei eine besondere Kraft entsteht, die aus uns ein tolles Team gemacht hat.

Konditionstief Mittelgebirge
Unser erstes Konditionstief hatten wir im deutschen Mittelgebirge, genauer gesagt in Hessen. Unsere Durchschnittsgeschwindigkeit sank von 23 auf 19 km/h. Doch zwei Tage später schöpften wir neue Kraft und Freude, denn wir passierten die französische Grenze – im Glauben bald am Ziel zu sein. Was wir dabei noch nicht ahnten, war, wie hügelig und steil die Gegend um Lorraine und Champagne-Ardenne ist. Aber auch da haben wir uns durchgekämpft. Am achten Tag durchquerten wir Verdun – einen der geschichtsträchtigsten Orte und ein Mahnmal dafür, dass die Beziehungen vieler europäischer Länder nicht immer friedlich waren. Wir sehen es als Verpflichtung, jeder Form von Extremismus lautstark entgegenzutreten – ganz besonders in Krisenzeiten.

Ankunft in Paris
Am 9. Mai 2012, nach 1.297 aufregenden Kilometern, erreichten wir schließlich Paris. Auf dem Pariser Campus der ESCP Europe erwarteten uns bereits viele Freunde und Kommilitonen.

Wir tragen in uns viele unvergessliche Momente und Erinnerungen dieses Abenteuers. Und wir raten jedem, einmal Leben eine solche Reise zu machen. Es war eine vielschichtige Grenzerfahrung. Wir lernten zum einen unsere physischen Grenzen kennen, zum anderen erfuhren wir, wie wichtig mentale Stärke ist. Unsere gemeinsame Erkenntnis dieser zehntägigen Reise ist: “Allein bist du schneller; gemeinsam geht man jedoch weiter.”

Streckeninformationen zur Reise

Durchquerte Städte:
DEUTSCHLAND : Berlin, Potsdam, Lutherstadt, Halle, Eisenach, Frankfurt, Mainz, Bad Kreuznach, Idar Oberstein.
FRANKREICH: Thionville, Verdun, Ste. Menehould, Chalon-en-Champagne, Château Thierry, Meaux, Paris.
Distanz: 1.297 km
Durchschnittliche Fahrstrecke pro Tag: 129,7 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 20,1 km/h
Fahrzeit: Zehn Tage
Längste Tagesetappe: 175,6 km
Höchstgeschwindigkeit: 63,5 km/h
Fahrradgewicht inkl. Gepäck: 27 kg

Von Turnschuhen im Club und e-fellows, die baden gehen

Dienstag, den 29. Mai 2012
Eva

Das Bundestreffen fiel diesen Mai buchstäblich ins Wasser – und dennoch wird es den e-fellows noch lang in Erinnerung bleiben. Dem strömenden Regen zum Trotz eroberten sie Aachen auf der Suche nach dem verschollenen Stadtführer und machten das Pontviertel unsicher. Beim Floßbau wurden einige nicht nur von oben, sondern auch von unten nass. Die Stimmung war aber genauso fröhlich wie feucht, und alle sind sich einig: gerne wieder!

Nachdem wir unser Gepäck abgeladen und die Betten in der Herberge für uns beansprucht haben, treten am Freitagnachmittag sowohl die ortsansässigen e-fellows als auch die aus ganz Deutschland angereisten zur Stadtrallye an. Viele kennen sich schon von früheren Treffen. Aber auch wer ganz neu dazu kommt, hat es bei insgesamt 60 e-fellows nicht schwer, Anschluss zu finden.

Auf den Spuren des Verbrechens
Zur Einstimmung gibt es gleich einen Schock: Außer einer blutverschmierten (?!) Tasche mit Kalender und einem Ausleih-Beleg der Unibibliothek ist vom Stadtführer nichts zu sehen. Also machen sich die e-fellows in drei Gruppen auf, um den Hinweisen nachzuspüren und nebenher einiges über die Domstadt Aachen zu erfahren.

Wir folgen den Spuren quer durch die Innenstadt, wo wir den weltberühmten Karlsdom bestaunen, Rathaus und Markt besuchen, und sogar am futuristisch angehauchten Uniklinikum außerhalb vorbeischauen. Allerdings kommen nicht alle so weit – die eine oder andere Gruppe unterhält sich so gut, dass man sich in das nächste Café verirrt, statt das mutmaßliche Verbrechen aufzuklären.

Happy End mit Vla
Zum Glück lüftet sich das Geheimnis um den verschwundenen Stadtführer, bevor die ersten e-fellows vor Hunger umkippen: Er wurde nicht gekidnappt, sondern hatte einen kleinen Unfall auf seinem Weg durch die Stadt. Daher der unerwartete Aufenthalt in der Uniklinik, der Riss im Bücherei-Beleg und das Blut auf der Tasche. Dieser glimpfliche Ausgang wird anschließend beim gemeinsamen Abendessen gefeiert.

Nicht alle Gruppen haben während der Stadtrallye den Stadtführer am Klinikum angetroffen, wo er ihnen als Entschädigung für die verpasste Führung Vla spendiert hätte. Die Aachener haben jedoch Mitleid mit den Verirrten und bringen eine Portion der süßen niederländischen Spezialität für jeden mit. So schleichen sich einige e-fellows noch vor dem Bezahlen nach draußen, denn der mitgebrachte Nachtisch kann natürlich nicht im Restaurant gegessen werden. Im Anschluss statten wir dem Pontviertel noch einen Besuch ab – einer wichtigen Adresse für Studenten, da sich dort das Aachener Nachtleben abspielt.

Abenteuer oder Kultur?
Am Samstag sind die Himmelsschleusen immer noch geöffnet, daher stellt sich den e-fellows beim Frühstück eine schwierige Frage: Sollen wir bei dem Wetter wirklich Floß bauen? Der Großteil beweist Abenteuerlust und bricht tatsächlich zum Rursee auf. Der Rest entscheidet sich für Kultur und Shopping im nahegelegenen Maastricht.

Bevor wir jedoch auf das Floßbaumaterial am See losgelassen werden, stellen die Betreuer den Teamgeist der e-fellows bei einem Spiel auf die Probe. Schließlich sollen die Floße so solide werden wie die Zusammenarbeit. Nach einer Aufwärmrunde gelingt es den e-fellows tatsächlich, den beiden Betreuern ein quietschendes Gummihuhn hinter dem Rücken wegzustehlen und es heimlich von Person zu Person weiterzugeben, bis es hinter der Startlinie in Sicherheit gebracht ist.

Wer knoten kann, ist klar im Vorteil

Nachdem wir unser Geschick und unseren Kooperationswillen unter Beweis gestellt haben, dürfen wir uns, jetzt in kleinere Gruppen aufgeteilt, auch endlich an die Floße machen. Jede Gruppe bekommt ein paar Fässer, Seile und Baumstämme zur Verfügung gestellt – aber keinen Bauplan. Davon lassen sich die e-fellows jedoch nicht einschüchtern, schließlich können nicht nur die Ingenieure unter uns ihren Kopf gebrauchen, und manch einer hat vielleicht sogar schon im Voraus Seemannsknoten gegoogelt.

Die Flöße spiegeln dann auch den Charakter der unterschiedlichen Gruppen wider: Manche zeichnen sich durch solide Konstruktion, andere eher durch innovatives Design aus. Den Härtetest im Wasser bestehen sie alle – wenn auch nicht alle Passagiere die Jungfernfahrt trockenen Fußes überstehen. Baden gehen nur wenige, ertrinken tut niemand, und da das Erfolg genug für einen Tag ist, entscheiden sich die e-fellows einvernehmlich dagegen, die Flöße noch zu einem großen Titanic-Floß zu vereinen. Der eine oder andere hat inzwischen sowieso Angst, dass ihm noch Schwimmhäute wachsen. Ein abschließendes Teamspiel – bei dem passenderweise Regenrinnen eine große Rolle spielen – gibt es zum Abschluss aber noch.

Flashmobs und Kaufhaus-Kekse
Wieder vereint mit der Maastricht-Truppe geht es zum Abendessen, denn trocken sind inzwischen wirklich nur noch die Kehlen. Jetzt erfahren wir, dass es auch in Maastricht hoch her ging: Unvermutet sind die wasserscheueren e-fellows in einen Flashmob geraten und wurden von einer Kirche hinters Licht geführt, die gar keine war. Von der sprichwörtlichen Graskultur der Holländer haben die Maastricht-Fahrer aber enttäuschend wenig zu berichten: Coffeeshops gab es praktisch keine, dafür konnte man in den Kaufhäusern neben Klamotten auch Kekse kaufen.

Da der zweite Abend des Bundestreffens leider auch der letzte sein muss, testen die e-fellows im Anschluss die umliegenden Lokale noch einmal gründlich auf ihre Studententauglichkeit. Bei einem Bundestreffen so vieler Studenten aus allen Fachrichtungen und Teilen Deutschlands bleiben die guten alten Studienfach-Klischees natürlich nicht unerwähnt. Über Cocktails, Bier und Wein werden die Vorzüge von Karohemden gegenüber Polohemden mit hochgeklapptem Kragen diskutiert und Juristen-Witze ausgetauscht.

Von Karo-Hemden zu Turnschuhen
Für eine gemeinschaftliche Kneipentour ist die versammelte Truppe leider zu groß. Dass die e-fellows sich verstreuen, liegt aber auch daran, dass Lukas es mit seinen Turnschuhen nicht an den Türstehern des "Café Madrid" vorbeischafft. Selbst nach erfolgreichem Ablenkungsmanöver, für das er sich die Schuhe eines anderen e-fellows leiht, fällt er wieder auf und wird nach draußen begleitet.

Im Club Apollo nebenan ist die Musik aber sowieso besser, und der Abend findet im Bus zurück zur Herberge noch einen krönenden Abschluss: Die Community-Koriphäe Ivo bekommt von allen Juristen, BWLern, Maschinenbauern, Informatikern und dem Rest ein Geburtstagsständchen.

Fragen für die Daheimgebliebenen
Wer es dieses Jahr nicht zum Bundestreffen geschafft hat, geht auch nicht ganz leer aus. Dank Smartphones und des großen Mitteilungsbedürfnisses der e-fellows konnten die Daheimgebliebenen über die Community (fast) live am Geschehen teilnehmen. – Auch wenn Fragen nach Lukas' Turnschuhen und einem Rüschenforum für die nicht Eingeweihten etwas kryptisch erschienen sein dürften.

In alter Tradition lassen wir das Bundestreffen 2012 am nächsten Morgen bei einem ausgedehnten Brunch ausklingen. Es liegt sicher nicht nur am reichhaltigen Buffet mit Gulasch, Rührei und Lachs, dass die meisten noch lange sitzen bleiben und sich gleich fürs nächste Jahr verabreden. Trotz Dauerregen, unfreiwilliger Taufen im Rursee und Grasmangel bei den Holländern war's einfach dauminös. Mehr Bilder gibt's übrigens in der Bundestreffen-Gruppe.

 

 

Erfahrungsbericht (Hengeler Mueller): Heute auf dem Schreibtisch, morgen in der Zeitung

Mittwoch, den 23. Mai 2012
Erfahrungs- bericht

Achtzig-Stunden-Woche, Konkurrenz und Ellenbogen, arrogante und ständig ausgebrannte Anwälte sowie die Arbeit fern vom Mandanten – all das sind Vorurteile, die manch einer gegen große Wirtschaftskanzleien hegt und aus mangelnder eigener Erfahrung nährt. e-fellows.net-Stipendiat Nikita wollte sich selbst ein Bild machen. Sein Fazit: Keines dieser Attribute trifft aus seiner Sicht auf Hengeler Mueller zu.

Als Student wird man durch Anzeigen, etwa in der JuS, den e-fellows.net-Jobletter oder Aushänge in der Uni von nahezu allen großen Kanzleien angesprochen, sodass eine fundierte Wahl einer Kanzlei für ein Praktikum ohne Empfehlungen von Kommilitonen ziemlich schwierig ist. Durch eine solche Empfehlung entstand auch mein Interesse an Hengeler Mueller. Dort kam mir wegen einer anstehenden Hausarbeit zudem die kurze Vorlaufzeit für Bewerbungen entgegen – oft ist es nicht ungewöhnlich, dass man sich idealerweise bereits sechs Monate im Voraus um einen Platz bewerben muss.

Anika Frauenauswahltag bei Accenturee-fellow Nikita (24) studiert Rechtswissenschaften mit Begleitstudium "Europäisches Recht" an der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg und der Universität Zürich. Im Praktikum bei Hengeler Mueller verlor Nikita schnell die Scheu vor der Arbeit in englischer Sprache und lernte, Verträge von mehreren hundert Seiten als sein BGB zu akzeptieren.

Ankunft und erstes Kennenlernen
Angekommen im 25. Stockwerk des Westend-Duos mit Blick über die Frankfurter Skyline habe ich bei einem gemeinsamen Mittagessen meine Praktikantenkollegen und Tutoren kennengelernt. Obwohl die Kanzlei Zuordnungswünsche soweit es geht berücksichtigt, wollte ich mich überraschen lassen. Ich landete bei meinen Tutoren Dr. Markus Böhler (Senior Associate) und Frederik Gärtner (Associate) in den Bereichen Finance und Corporate M&A, was sich als Volltreffer erweisen sollte. Denn anders als in vielen Kanzleien sind Anwälte bei Hengeler Mueller nicht abschließend in einem Rechtsgebiet 'verhaftet'. Vielmehr sind Associates zwei Partnern zugeordnet und 'rotieren' nach einem bestimmten Zeitraum zu Partnern mit anderen Tätigkeitschwerpunkten. Damit werden eine breite Ausbildung und der Blick über den eigenen Tellerrand ermöglicht. Von diesem Prinzip profitiert man auch als Praktikant, weil man in kurzer Zeit einen guten Überblick über viele Betätigungsfelder eines Wirtschaftsanwaltes bekommt.

"Everything But Everyday Business"
Meine täglichen Aufgaben waren unter anderem die Erstellung von Vermerken und Gutachten oder die Recherche zu Problemen und Vertragsprüfungen. Um die Probleme und Fragestellungen in den Mandaten zu verstehen, musste ich mich naturgemäß zunächst einlesen. Auch schienen komplexe Sachverhalte, unübersichtliche Konzernstrukturen und unendliche Verträge zunächst eine schier unüberwindbare Hürde. Besonders positiv empfand ich es daher, dass ich meine Tutoren jederzeit mit sämtlichen Fragen löchern konnte und sie mir stets geduldig antworteten. Durch die gelebte Open-Door-Policy war es ein Leichtes, fachliches Grundwissen zu Themen, die an der Uni unbehandelt bleiben, aufzubauen.

Nach jeder Aufgabe haben mir meine Tutoren ein Feedback zu meiner Leistung gegeben und mich motiviert, mit der Zeit schwierigere Aufgaben zu lösen. Auch wurde ich informiert, welcher Rat bzw. welche Version eines Entwurfs oder Ähnliches an die Mandanten geschickt wurde, sodass ich mich von Anfang an als eingebundenes Teammitglied fühlen konnte.

Mittendrin im aktuellen Wirtschaftsgeschehen
Mein persönliches Highlight war, als ich über ein Mandat, an dem ich mitarbeiten konnte, am nächsten Tag in der Zeitung gelesen habe. Auch wenn man aufgrund der notariell beurkundeten Verpflichtungserklärung zu Stillschweigen verpflichtet ist, habe ich mich insgeheim darüber gefreut, so hautnah am Geschehen zu sein. Zwar verbietet der Gesetzgeber die Verwertung solcher Informationen (Insiderhandel, § 14 WpHG) – die Euphorie, an hochkarätigen Mandaten mitarbeiten zu dürfen, kann er aber nicht untersagen.

Die Scheu vor der Arbeit in englischer Sprache sollte man bei Hengeler Mueller ablegen, da der größte Teil – teilweise auch bei rein innerdeutschen Mandaten – auf Englisch ist. Ich kann nicht leugnen, dass die erste Arbeit mit englischen Verträgen und seitenweisen Definitionen für einen deutschen Juristen etwas seltsam erscheinen und anfänglich Schwierigkeiten bereiten mag. Begreift man jedoch die Idee, dass ein selbstständiges Regelungswerk mit sämtlichen Rechtsinstituten bezweckt wird, und ist man offen gegenüber der Arbeit in einer Fremdsprache, dann ist die fachliche und sprachliche Lernkurve enorm. Ich lernte beispielsweise Finanzierungsverträge von mehreren hundert Seiten (sog. 'Bibel') als mein BGB zu akzeptieren und sämtliche auftretenden Fragen anhand dort vereinbarter Klauseln zu prüfen.

What’s on your desk?
Zusätzlich wurden wir, wie alle anderen Juristen, von einer Englischlehrerin, die seit Jahren auf das Unterrichten von Rechtsanwälten spezialisiert ist, in die Pflicht genommen. Dabei diskutierten wir in Kleingruppen über Kurztexte, erzählten von unseren aktuellen Aufgaben und wurden auf die Korrespondenz und Bewerbung in englischer Sprache vorbereitet.

Auf den Spuren der Vergangenheit und entlang einer senkrechten Wand
Neben der täglichen Arbeit stellte Hengeler Mueller attraktive "Social Events" auf die Beine. Nach einem Streifzug durch die hessische Metropole, bei der wir mit der Rechtsgeschichte der Stadt vertraut gemacht wurden, kehrten wir zum Abendessen und zu mehreren "Sauergespritzten" in eine Apfelweinkneipe ein. In lockerer Atmosphäre hatten wir die Gelegenheit, auch mal nichtjuristische Fragen zu stellen und sich den einen oder anderen Ratschlag für die eigene Karriereplanung geben zu lassen. In einer Kletterhalle haben wir in Teams unsere Fitness unter Beweis stellen können und mussten geschlossen feststellen, dass eine steile Wand alleine mit Kraft und ohne Technik nicht länger als eineinhalb Stunden zu bezwingen ist.

Der Unternehmenskauf
Praktikumsbegleitend wurden wir von Hendrik Bockenheimer (Senior Associate) und Dr. Björn Bork (Associate) durch einen fiktiven Kauf eines Computerunternehmens geführt, bei dem das Praktikantenteam die Käuferseite vertreten hat. Durch die Fallstudie kamen wir mit dem Thema M&A in Berührung und haben eine Due Diligence durchgeführt, deren Ergebnisse wir in einer Überarbeitung des Kaufvertrages (Mark-Up) festhielten. Dabei konnten wir unsere an der Universität erworbenen Kenntnisse einbringen und durch Transfergedanken und Analogien unbekannte Probleme lösen.

Neugierig geworden? Dann bewirb dich für das Frühjahrspraktikum bei Hengeler Mueller.

Spätestens als die erfahrenen Anwälte aus dem Nähkästchen plauderten, von 48-stündigen Beurkundungsmarathons erzählten, uns Tipps und Tricks für die Verhandlungstechnik mit auf den Weg gaben (die auf einen türkischen Basar übertragbar sind) und von der "Kammer des Schreckens" (dem Datenraum) berichteten, war ich in den M&A-Bann gezogen.

Fazit
Auch wenn dieser Monat durch das tägliche Pendeln von Würzburg nach Frankfurt anstrengend war, wäre ich gerne länger geblieben. Bei Hengeler Mueller konnte ich in einem hochqualifizierten Umfeld spannenden juristischen Fragen nachgehen und sehr viel dazulernen. Überwältigend empfand ich die stets hilfsbereiten Kollegen, die sich merklich und mit Erfolg darum bemühten, das Praktikum unvergesslich zu gestalten. Das manchmal zu hörende Vorurteil, Hengeler Mueller-Anwälte würden zum Lachen in den Keller gehen, sowie sonstige Klischees kann ich nicht bestätigen. Auch wenn die Rechtsberatung auf höchstem Niveau und über alle Grenzen hinweg nun mal kein 9-to-5-Job ist, bekommt man dort die Möglichkeit, "Global Players" zu beraten.

Ich kann mir gut vorstellen, die Anwaltsstation im Referendariat bei Hengeler Mueller zu absolvieren. Für meine Examensvorbereitung konnte ich durch das Praktikum neue Motivation sammeln. Jedem leidenschaftlichen Juristen mit Interesse am Berufsbild Wirtschaftsanwalt möchte ich ein Praktikum bei Hengeler Mueller in Frankfurt ausdrücklich und uneingeschränkt empfehlen. Für Fragen erreicht Ihr mich per E-Mail: nikita.gontschar@gmx.de.

Erfahrungsberichte [Quelle:sxc.hu, Autor:clix]Mehr Erfahrungsberichte? Weitere Berichte der e-fellows von Recruiting-Events, Praktika und Jobs findest du in der Rubrik "Erfahrungsberichte".

Erfahrungsbericht: Die eine, die große, die einzige Frage

Freitag, den 18. Mai 2012
Erfahrungs- bericht

"Latham & Watkins? Schon mal irgendwo gehört …" Wirklich gut vorbereitet war e-fellows.net-Stipendiat Christian nicht. Gute Eindrücke konnte er trotzdem mitnehmen. Aber eigentlich hat er das Event "Perspektive Wirtschaftskanzlei" besucht, um die potenziellen Arbeitgeber kennen zulernen, sich einen Eindruck von seinen zukünftigen Kollegen zu verschaffen – und natürlich, um diese eine Frage zu klären.

Titel der Veranstaltung
Perspektive Wirtschaftskanzlei

Datum und Ort
20. und 21. April 2012, Collegium Glashütten (Taunus)

Vertretene Kanzleien
Allen & Overy, Baker & McKenzie, Clifford Chance, Freshfields Bruckhaus Deringer, Hengeler Mueller, Heuking Kühn Lüer Wojtek, Latham & Watkins, Noerr, Shearman & Sterling

Große Namen – wer kennt sie nicht?
Ich stehe am Stehtisch mit Orangensaft und einem Eibrötchen in der Hand: "Und Sie sind von – welcher Kanzlei?" (Ich kann das Namensschild des Mannes nicht lesen.) "Latham & Watkins.", antwortet er. Ah ja, ok. Hm. "Kenn ich" wäre wohl glatt gelogen. Sagt mir nämlich gar nichts. Und das sieht man mir auch an. Peinlich? Vielleicht, denn ich hätte mich mit den vertretenen Großkanzleien besser vertraut machen können. In diesem Moment wünsche ich mir, ich hätte Standorte, Jahresumsätze, Fachgebiete, Einstiegsgehälter und die "Azur-Rankings" der letzten fünf Jahre auswendig gelernt. Dann hätte ich ein bisschen dicker auftragen können. Aber hätte ich auch einen besseren Eindruck hinterlassen?

Mein Wissen über Latham & Watkins ist keine Ausnahme: Gehört hab ich die großen Namen zwar alle schon einmal und von manchen habe ich sogar ein Bild im Kopf. Aber meine eigenen Erfahrungen sind doch sehr überschaubar. Genau das ist auch der Grund, warum ich hier bin: Persönliche Begegnungen hinterlassen einen besseren Eindruck als Broschüren oder Webseiten.

Mein Gegenüber von Latham & Watkins nimmt es mir auch nicht übel. Das finde ich sportlich und bin erst mal positiv überrascht. Ein bisschen mehr Verkrampftheit hätte ich schon erwartet. Er erzählt mir, in welchem Bereich er arbeitet: Restrukturierung. Das sagt mir zwar auch nicht viel, aber diesmal bin ich vorbereitet und kann es besser verbergen.

e-fellows.net-Stipendiatin Jessicae-fellows.net-Stipendiat Christian (28) studiert Jura an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg. Er war bei der Veranstaltung "Perspektive Wirtschaftskanzlei" im Collegium Glashütten. Er hat dort erfahren, wann der beste Zeitpunkt ist, um die Arbeit in einer Wirtschaftskanzlei einmal auszuprobieren.

Wir haben eine eigene Lounge
Übrigens: Ich war nicht der Einzige, der seine Hausaufgaben nicht gemacht hatte. Meine Sitznachbarin jedenfalls wusste in der Vorstellungsrunde der Kanzleien auch nicht genau, wie man "Heuking Kühn Lüer Wojtek" schreibt. Die Kanzleien werben schließlich um uns – oder?

Die Vorstellung der Vertreter machte auf jeden Fall den Eindruck. Final überzeugen konnte mich nach ein paar Minuten natürlich noch keiner: Weder die  Kanzlei mit der eigenen Lounge. Oder die, die versicherten, bei ihnen arbeiteten ausschließlich nette Leute. Noch die, die beteuerten, bei ihnen sei die "open door policy" kein bloßes Lippenbekenntnis.

Karriereentscheidungen werden so nicht getroffen. Zumindest nicht bei mir. Ich hoffte trotzdem, ich wäre von der Lounge nicht doch so beeindruckt, dass ich blindlings Verträge unterschreiben würde.

Kluge Fragen beim Abendessen
Es soll ja Leute geben, die nur wegen des Essens und der offenen Bar gekommen waren. Hat man mir erzählt. Ich wohne allerdings nicht in der Nähe von Frankfurt. Ich hätte also sicher leichter an kaltes Bier kommen können. Allerdings gab es beim Abendessen und an der Bar gute Antworten auf die ganz große Frage: Wie verträgt sich die Arbeit in einer Großkanzlei mit dem Privatleben?

Wir konnten uns einen Kanzleitisch aussuchen und die Vorspeise dafür nutzen, die Anwälte mit klugen Fragen zu beeindrucken. Je persönlicher die Gespräche wurden, desto interessanter war es und erhellender: Jeder der Anwälte hielt sein Berufsleben mit seinem Privatleben für kompatibel - irgendwie.

Lektüre auf dem Ergometer
Geht es nun, oder geht es nicht? Gibt es diesen Job nur ohne oder auch mit Privatleben? Drei Anwälte, vier Meinungen: Da ist zum Beispiel ein Partner, der seit Jahren Ironman-Triathlons bestreitet und dafür zehn Stunden aufwärts pro Woche trainiert. Grinsend verriet er, dass es für ihn selbstverständlich ist, sich in aktuelle Rechtsprechung auf dem Ergometer einzulesen. Ganz im Gegensatz dazu eröffnete mir ein anderer Anwalt, dass zeitaufwändige Hobbies sich wohl nur schwer mit dem Job vereinbaren ließen. Ein erfahrender Partner berichtete von ihm und seiner Frau, die auch Anwältin ist: Sie seien es eben gewohnt, auch am Wochenende zu arbeiten.

Häufig wird darauf hingewiesen, dass niemand gezwungen sei, die Nächte im Büro zu verbringen. Es geht darum, die Arbeit zu erledigen. Wer schnell ist, hat eben früher frei.

Ein Fuß in der Tür
Am Ende des Wochenendes steht fest: Man sollte die Arbeit in einer Großkanzlei einmal ausprobieren. Dafür scheint sich die Anwaltsstation im Referendariat besonders zu eignen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Veranstaltung "Perspektive Wirtschaftskanzlei" interessante Einblicke in das Leben einiger Anwälte ermöglicht hat. Und wir haben die Kontakte geknüpft, die uns den Einstieg womöglich erleichtern. Mit etwas Glück landet man dann in einer Abteilung mit "netten Leuten", "offenen Türen" und in Nähe der kanzleieigenen Lounge.

Erfahrungsberichte [Quelle:sxc.hu, Autor:clix]Mehr Erfahrungsberichte? Weitere Berichte der e-fellows von Recruiting-Events, Praktika und Jobs findest du in der Rubrik "Erfahrungsberichte".

Erfahrungsbericht (Accenture): Breit aufgestellt – Frauen bei Accenture

Freitag, den 18. Mai 2012
Erfahrungs- bericht

Was erwartet Accenture von einer Bewerberin? Sind Wirtschaftswissenschaftlerinnen besonders geeignet für den Beraterberuf? Wie versiert muss ich hinsichtlich IT sein? Diese Fragen trieben auch die e-fellows.net-Stipendiatinnen Stephanie und Julia um – bis sie das Power Breakfast von Accenture am 27. April in Kronberg besuchten.


Titel des Events
Power Breakfast mit Accenture

Datum und Ort
27. April 2012, Kronberg (Frankfurt)

Referentinnen und Teilnehmerinnen
Am Power Breakfast mit Accenture nahmen teil: die Beraterinnen Dr. Hellen Fitsch, Vanessa Kämpf und Barbara Eich sowie Julia Hoffmann aus dem Sourcing/Human Resources; außerdem Milena Cornely von e-fellows.net. Hinzu kamen wir 14 Studentinnen verschiedener Fachrichtungen.

e-fellows.net-Stipendiatin Jessicae-fellows.net-Stipendiatin JessicaDie e-fellows.net-Stipendiatinnen Stephanie (29) und Julia (24) studieren Wirtschaftswissenschaften in Göttingen. Auf dem Power Breakfast mit Accenture wollten die beiden herausfinden, was man für einen Einstieg bei Accenture mitbringen muss.

Erwartungen
Wir wollten einen authentischen Einblick in den Alltag von Unternehmensberaterinnen gewinnen. Wie schlagen sich Frauen in der Beratung, und mit welchen Schwierigkeiten und Hürden werden sie täglich konfrontiert? Gleichzeitig erhofften wir uns, mehr zu erfahren über die Anforderungen für einen Einstieg bei Accenture.

Accenture ist eine Management-, Technologie- und Outsourcing-Beratung. Wir fragten uns also besonders, wie nötig technisches Verständnis und IT-Affinität Voraussetzung für Accenture seien. Denn schließlich sind wir Studentinnen der Wirtschaftswissenschaften.

Positiv aufgenommen
Die Atmosphäre beim Power Breakfast war angenehm und freundlich. Insgesamt spiegelte das unsere Wahrnehmung der Unternehmenskultur wider. Auf das förmliche "Sie" wurde beispielsweise komplett verzichtet. Jeder konnte Fragen stellen und es wurde offen diskutiert.

Viele Wege führen zu Accenture
Hellen Fitsch, Vanessa Kämpf und Barbara Eich stellten uns ihre Lebensläufe vor. Diese waren sehr unterschiedlich und gerade deshalb so interessant. Sie bewiesen, dass es keinen bestimmten Weg zu Accenture gibt.

Ein weiteres Highlight der Veranstaltung war die Chance, persönliche Anliegen in Kleingruppen zu klären. Beispielsweise zu Gehalt, aber auch zum Bewerbungs- und Auswahlverfahren. Wem das zu wenig Privatsphäre war, dem stand es frei, per E-Mail mit den Beraterinnen offene Fragen zu klären.

Was sind nun die Anforderungen an Bewerberinnen bei Accenture? Physische und psychische Flexibilität, Disziplin, Organisationsgeschick, Teamgeist und Kundenorientierung und natürlich Sprach- und Fachkenntnis.

Persönliches Fazit
Lediglich der Zeitrahmen könnte großzügiger bemessen sein. Davon abgesehen war das Power Breakfast eine tolle Erfahrung. Accenture deckt ein breites fachliches Spektrum ab. Deshalb können wir guten Gewissens auch Nicht-Wirtschaftswissenschaftlerinnen das Event empfehlen. Eine super Gelegenheit zum Austausch mit Unternehmen und Teilnehmerinnen.

Uns wird die Veranstaltung sehr positiv in Erinnerung bleiben.

Erfahrungsberichte [Quelle:sxc.hu, Autor:clix]Mehr Erfahrungsberichte? Weitere Berichte der e-fellows von Recruiting-Events, Praktika und Jobs findest du in der Rubrik "Erfahrungsberichte".

Erfahrungsbericht (Roche): Ein wasserdichter Plan – Projektmanagement

Dienstag, den 15. Mai 2012
Erfahrungs- bericht

Ende März folgten 20 e-fellows der Einladung zu Roches Projektmanagement-Seminar in Penzberg, um ihren Fragen auf den Grund zu gehen – zum Beispiel: Wie steigt man bei Roche ein? Wie leitet man am besten ein Team? Oder kurioser: Wie geht man die Wände hoch? Ganz im Sinne des Seminars haben drei Teilnehmer den folgenden Bericht zuerst im e-fellows.net wiki erstellt – jeder von daheim.

Ort und Dauer der Veranstaltung
28.03.2012 – 30.03.2012, Penzberg

Teilnehmer und Unternehmensvertreter
20 Teilnehmer (Bachelor- und Masterstudenten sowie Doktoranden) aus den Natur- und Ingenieurwissenschaften; von Roche: Erika Dillmann, HR Marketing (Organisation und Betreuung), Dr. Johannes Ritter (Unternehmenspräsentation), Thomas Herbelssheimer (Führung Biologic IV), Michael Clever (Führung Biologic IV), Jürgen Groß (MSU Trainee Programm), Berndt Heumann (Bericht aus der Praxis), Dr. Albert Jonke ("Fragen an das Management"), Ulrich Lüke (Tiba: Projektmanagement-Seminar).

Tabletten und Technik?
Die Beweggründe, an der Veranstaltung teilzunehmen, waren so unterschiedlich, wie die Studienhintergründe der Teilnehmer.

Viele der Ingenieure hatten im Studium bereits Veranstaltungen zum Projektmanagement besucht oder sogar schon Erfahrungen in eigenen Projekten sammeln können und wollten ihr Wissen vertiefen. Sich über die Arbeitsmöglichkeiten bei Roche zu informieren, stand für sie im Vordergrund. Denn Pharmaunternehmen sind bei Ingenieuren als Arbeitgeber noch wenig präsent.

Nachhilfe für Natwis
Die meisten Naturwissenschaftler hatten noch kein Vorwissen im Projektmanagement und wollten die Chance nutzen, von einem erfahrenen Trainer die Grundlagen in der Projektleitung zu lernen.

e-fellows.net-Stipendiatin Johannae-fellows.net-Stipendiatin Kerstine-fellows.net-Stipendiat MarcoDie drei Autoren JohannaKerstin und Marco haben das Gelernte gleicht angewandt: Sie haben diesen Erfahrungsbericht gemeinsam geschrieben. Da sie in unterschiedlichen Städten studieren, haben sie einfach das e-fellows.net wiki genutzt. Jeder hat von daheim seine Eindrücke beigetragen.

Allen Teilnehmern gemeinsam war der Wunsch, mehr über das Unternehmen Roche zu erfahren, sich über konkrete Einstiegsmöglichkeiten zu informieren und die Chance zu nutzen, viele neue und interessante Menschen kennenzulernen und Netzwerke zu knüpfen.

Gestatten: Roche
Zunächst hat uns Dr. Johannes Ritter von der Unternehmenskommunikation Roche genauer vorgestellt: Roche stellt mit den beiden starken Geschäftszweigen "Pharmaceuticals" und "Diagnostics" eine Besonderheit in der Pharmabranche dar. Alle anderen Firmen konzentrieren sich auf eines der beiden Geschäfte.

Stark wie zwei
Die Stärke von Roche beruht also auf den zwei Standbeinen, die konstruktiv miteinander verknüpft sind. Besonders deutlich wird das in der "Personalisierten Medizin", die bei Roche in der Strategie verankert ist und ein in Zukunft bedeutender Markt sein wird. Die Personalisierte Medizin beruht auf dem Konzept, anhand von diagnostischen Tests eine differenzierte Erkennung von Krankheiten zu ermöglichen und dann die Patienten gezielt und effizient zu behandeln.

Roche betreibt Standorte weltweit. Penzberg ist der einzige, an dem sowohl Forschung, Entwicklung und Produktion in  "Pharma" als auch "Diagnostik" angesiedelt sind.

Sonderling Penzberg
Während einer Führung durch ein Produktionsgebäude auf dem Penzberger Campus haben uns Thomas Herbelssheimer und Michael Clever vom Engineering  gezeigt, wie und wo Antikörper durch Fermentation hergestellt werden, und welch technischer Aufwand notwendig ist, um die richtige Flüssigkeit (zum Beispiel Zellkulturmedium, Reinstwasser, Sterilisierlösung) in der richtigen Menge in der richtigen Temperatur an den richtigen Ort zur richtigen Zeit zu bekommen.

Einstieg bei Roche
Roche bietet Berufseinsteigern zwei Einstiege an: den Direkteinstieg und das Trainee-Programm.

Für den Direkteinstieg bewirbt man sich direkt auf die ausgeschriebene Stelle .  Für eine  Initiativbewerbung registriert man sich zunächst im "Talent Pool". Dann wird man automatisch über die neusten Stellenangebote informiert.

Trainee-Programme
Jürgen Groß hat uns das "Management Start Up (MSU) Trainee Programm" vorgestellt. Es teilt sich in die Bereiche "Business & Technology" und "Scientist".

Für Wirtschaftler und Techniker
Ersteres hat einen frei wählbaren fachlichen Schwerpunkt, ist auf 24 Monate angelegt und beinhaltet einen oder mehrere Auslandsaufenthalte. Jürgen Groß beispielsweise war Trainee in der Logistik und verbrachte einen Teil seiner Ausbildung in der Schweiz und in den USA.

Für Wissenschaftler
Der "Scientist"-Zweig ist auf 24 bis 36 Monate angelegt und bedeutet intensive und eigenständige Arbeit an einem Forschungsprojekt.

Für alle, die mehr wollen
Studenten, die die sich bewährt haben, können für "Roche Evolution" vorgeschlagen werden. Das Bindungsprogramm ist für alle interessant, die noch mindestens ein Jahr vor Ende ihrer Uni-Zeit sind (Studium oder Promotion). Sie werden von Mentoren unterstützt und bevorzugt zu Veranstaltungen und Workshops von Roche eingeladen.

Einen guten Überblick mit mehr Hintergrundwissen zum Einstieg bei Roche bietet auch die Foliensammlung einer anderen Veranstaltung, die Ulrike von Faber in der e-fellows.net-Community veröffentlicht hat.

Projektmanagement-Workshop
Der Workshop drehte sich um das "Führen in Projekten". Mit Ulrich Lüke von der Managementberatung Tiba stand uns ein erfahrener Trainer zur Seite, der uns die Grundbegriffe des Projektmanagements näher brachte.

Ein komplexes Projekt
Ulrich Lüke gab uns jeweils eine kurze Einführung zum Thema und definierte wichtige Fachbegriffe. Wir lernten beispielsweise, dass der oft so leichtfertig verwendete Begriff "Projekt" klar definiert ist – durch die Faktoren Zielvorstellung, Zeit- und Aufwandsbegrenzung, Teamarbeit und Abgrenzung zur Routinetätigkeit.

Anschließend hatten wir dann immer die Möglichkeit, das Gelernte in einer halb- bis einstündigen Gruppenarbeit anzuwenden und uns selbst Gedanken zu den Themen zu machen. Es war anschaulich, wie komplex eine Projektplanung ist: Wir machten einen Projektstrukturplan, in dem ein Hauptziel (wie ein Hausbau) in Teil- und Feinziele (Aufnahme eines Kredits, Grundstückskauf) unterteilt und feste Zeitpunkte für die Teilaufgaben festgelegt werden sollten.

Kommunikation, das A und O
Der Schwerpunkt lag auf der Kommunikation im Team. Der Austausch zwischen den Mitgliedern eines Teams und die Bewältigung von Konflikten sind wichtige Teile der Arbeit eines Teamleiters.

Die billigen und die besten Plätze
In einem Rollenspiel erfuhren wir, wie schwierig es sein kann, Entscheidungen zu treffen und gleichzeitig unterschiedliche Standpunkte der Teammitglieder zu berücksichtigen: Ein Abteilungsleiter muss ein neues, begehrtes Büro möglichst fair an einen seiner Mitarbeiter vergeben. Da wir durch Diskussion wie erwartet zu keinem Ergebnis kamen, verwendeten wir anschließend eine "Entscheidungsmatrix", um den Raum gerecht zu vergeben.

20 Projektleiter ziehen Fazit
Am Ende der zwei Seminartage fühlten wir uns wie 20 frischgebackene Nachwuchs-Projektleiter. Wir hatten alle sehr viel Neues gelernt, auch wenn klar war, dass wir in der Kürze der Zeit nur einen groben Überblick über das Thema Projektmanagement bekommen konnten.

Rahmenprogramm
An den beiden ersten Veranstaltungstagen konnten wir bei einem gemeinsamen Abendessen den Vertretern von Roche und dem Seminarleiter Ulrich Lüke Löcher in den Bauch fragen.

Die Mitarbeiter haben offensichtlich auch nach jahre- und sogar  jahrzehntelanger Arbeit bei Roche viel Spaß an ihren Aufgaben und sind mit Engagement dabei.

Das schweißt zusammen
Am zweiten Tag ging es vor dem Abendessen in eine Kletterhalle. Zunächst haben uns die vier Trainer an einer vier Meter hohen Boulder-Wand gezeigt, wie und wohin man fasst und tritt. Danach konnten wir an der zwölf Meter hohen Kletterwand beweisen, ob wir schwindelfrei sind.

Anfänglich von den Trainern gesichert, wurden wir nach und nach mehr eingebunden. Nichts stärkt die Zusammengehörigkeit so sehr, wie zu wissen, dass im Falles eines Absturzes nur die Hände eines Ko-Workshoplers zwischen zwölf Metern luftiger Höhe und dem Hallenboden stehen!

Untergebracht waren wir in einem Hotel mit angeschlossenem Wasserpark. Leider fehlte den meisten Teilnehmern die Zeit, die Rutschen zu testen.

Die Abende ließen wir an der Hotelbar in gemütlicher Runde ausklingen – Erika Dillmann war immer mit dabei.

Erfahrungsberichte [Quelle:sxc.hu, Autor:clix]Mehr Erfahrungsberichte? Weitere Berichte der e-fellows von Recruiting-Events, Praktika und Jobs findest du in der Rubrik "Erfahrungsberichte".

Saufen, fechten, Soft Skills trainieren: Aus dem Leben eines Verbindungsstudenten

Mittwoch, den 9. Mai 2012
Erfahrungs- bericht

Erzkonservativ bis rechts, Zwangssaufen und Kotzen bis zum Umfallen, Festhalten an verstaubten Werten, Seilschaften statt Leistungsprinzip, undemokratisch, freiheitsberaubend, frauenverachtend. Willkommen in der Verbindungswelt – Sammelbecken für Reaktionäre und Sozialversager! Oder etwa nicht? Ein anonymer e-fellow und Verbindungsstudent gewährt Einblicke.

Seltsam, dass es dieser Anachronismus "Studentenverbindung" bis ins 21. Jahrhundert geschafft hat. Und warum übt etwas derart Abstoßendes trotzdem noch einen gewissen Reiz aus? Man fragt sich, was genau trotz klarer Faktenlage noch immer viele junge Studenten in die Fänge dieser Quasi-Sekten treibt. Und was dort hinter verschlossenen Türen Okkultes geschieht.

Der anonyme Autor ist Mitglied einer schlagenden Verbindung. Während seiner dreisemestrigen Aktiven-Zeit soff er bis zum Umfallen, focht und ordnete sich zahlreichen Zwängen unter. Bereuen tut er trotzdem nichts.

Verbindungen: alle gleich?
Ich bin Mitglied einer schlagenden Studentenverbindung, also die ganz üble Sorte. Als ich letzte Woche eine Phase latenter Unproduktivität damit überbrückte, die e-fellows.net community nach dem Thema "Verbindungen" zu durchforsten, habe ich den Entschluss gefasst, eine Lanze zu brechen. Heute, nur eine Woche später, bin ich schon wieder etwas klüger: Mir ist klar geworden, dass das völlig unmöglich ist. Und das hat verschiedene Gründe: Zunächst wird auch in der Community mancherorts klar, dass Corps nicht gleich Burschenschaft, CVer nicht gleich Turnerschaft ist. Konzentriere ich mich also auf die Gemeinsamkeiten? Davon gibt es schlicht zu wenige. Nur Corps, weil ich einem angehöre? Auch hier gibt es große Unterschiede! Nur auf uns? Das gleiche Problem. Nur auf mich? Wen interessiert das!

Community-Diskussionen: "Studentenverbindungen"

Saufen und Fechten? Stimmt!
Außerdem: An jedem der Vorurteile ist etwas dran. Ich zum Beispiel habe schon mal getrunken bis zum Umfallen. Mehrmals. In einem ganzen Buch könnte ich niemanden davon überzeugen, dass das nötig ist – ähnlich wie das alte Thema Fechten. Trotzdem will ich beides beibehalten. Diskussionen weiche ich mit meinem Totschlag-Argument aus: "Wer es nicht miterlebt hat, wird es nicht nachvollziehen können." Ein feiger Schachzug, auch wenn ich das tatsächlich ernst meine.

Ich werde euch also unmöglich dazu bringen können, bei Facebook "Gefällt mir" zu klicken, sobald es um Verbindungen geht. Das will ich auch gar nicht, ich selbst finde einige Verbindungen grauenhaft und sehr viele Verbindungen peinlich. Ein paar gehören verboten. Ich kann euch aber ein paar Gedanken mitteilen, die möglicherweise zu einem etwas differenzierteren Bild beitragen, sofern ihr nach dem Wort "Kotzen" noch weitergelesen habt.

Teilnahme am Programm ist Pflicht
Vorweg möchte ich aber (nicht ohne Freude daran) das Klischee noch ein bisschen bedienen und wahrheitsgetreu aus unserer Aktivität berichten: Sie dauert drei Semester, außerhalb der Semesterferien gibt es nur äußerst wenig Freizeit. Getrunken wird fast täglich, häufig exzessiv. Jeden Tag gibt es gemeinsame Mahlzeiten, eine Stunde Fechtunterricht, kaum ein Abend oder Wochenende vergeht ohne Programm.

Sämtliches Programm ist verpflichtend, sofern man nicht krank oder aus Studiengründen befreit ist. Wenn ich zum Geburtstag meiner Tante will, muss ich das zunächst besprechen. Im ersten Semester, als "Fuchs", also Neueinsteiger, habe ich von überhaupt nichts eine Ahnung, darf an keiner Entscheidung mitwirken, werde immer wieder verarscht und bin für sämtliche niedere Arbeiten zuständig.

Und das alles nur wegen eines billigen Zimmers?
Man kann so manchen Vorwurf äußern, aber: Die Entscheidung für einen Eintritt in eine Verbindung ist in den seltensten Fällen der Weg des geringsten Widerstandes. Ständige Rechtfertigung nach außen, dazu die hohen Anforderungen des Verbindungslebens, studieren will man nebenbei auch. Die Aussicht auf ein günstiges Zimmer in Uni-Nähe und ein abstraktes Versprechen von "Vitamin B" würden keinen Menschen klaren Verstandes dazu bewegen, meiner Verbindung beizutreten. Was dann?

Die Freiheit der Verbindung geopfert?
Vielen geht es um die Erlebnisse, die vielen Wochenendfahrten mit einer lustigen Truppe, enge Freundschaften, die in dieser intensiven Zeit zustande kommen. Ich persönlich war und bin ein freiheitsliebender Mensch – und wollte mich zu Studienbeginn eigentlich nicht gleich wieder unterordnen. Dabei hatte ich im Nachhinein eines nicht begriffen: Zum einen, dass es bereits Freiheit bedeutet, mich überhaupt selbstbestimmt für oder gegen eine Aktivität zu entscheiden. Zum anderen, dass Freiheit nicht fehlinterpretiert werden sollte als die Option, sich ständig alles offen halten zu können. Das ist Vergeudung.

So sprang ich über meinen großen Schatten und habe mich dafür entschieden. Drei Semester à 16 Wochen, also netto knapp zehn Monate meiner Lebenszeit, habe ich geopfert – natürlich am Ende für mich selbst. Was hat es mir gebracht? Viel mehr, als ich dachte! Und die Wochenend-Touren, das Abendprogramm, die Partys? War alles klasse, aber das macht es nicht aus. Hier eine Auswahl:

Grenzerfahrungen
Alkoholkonsum. Fechten. Schlafentzug. Programmzwang. Konflikte. Das Ganze in einer Gruppe von Jungs, die 24 Stunden am Tag miteinander zu tun haben – und meist heterogener sind, als dies von außen bisweilen den Anschein hat. Warum all diese Zwänge? Weil es die Zeit intensiver macht. Ich habe mal gelesen, dass Kostümpartys erfolgreicher seien als "normale" Feten, was daran läge, dass die Gäste einen eigenen Beitrag zur Party leisten mussten, indem sie sich um ein kreatives Outfit gekümmert haben. Ergo: Mehr Input bedeutet mehr Output. Es schweißt enger zusammen, wenn jeder bestimmte Dinge durchmachen muss. Die Identifikation mit einer Gruppe wird gestärkt, wenn jeder Opfer bringt. Gruppenzwang? Auf jeden Fall!

Wenn ich von meiner Aktivität erzähle, gilt grundsätzlich folgende Faustformel: Je ätzender und anstrengender die Situation war, desto größer das Lächeln, mit der ich an sie zurückdenke. Natürlich hat das auch kompetitive Gründe: Die eigene Trinkgeschwindigkeit und -kapazität trägt als Aktiver in einem nicht von der Hand zu weisenden Umfang zum eigenen Selbstwertgefühl bei. Das ist vielleicht ein bisschen traurig, aber auch ein kleines bisschen komisch! Warum gehen Menschen an ihre Grenzen? Um sich selbst besser kennenzulernen. Es ist überraschend, was man alles zustande bringt, wenn man nur muss!

Kostenloses Konfliktmanagement-Training
Ich bin – nach wie vor – ein rechthaberischer Mensch, was mein Umfeld nicht ganz zu Unrecht hin und wieder auf die Palme bringt. Methodisch allerdings habe ich mich gebessert: Früher habe ich andere Meinungen eher plattzuwalzen versucht. Eine Strategie, die einen manchmal vielleicht auf dem schnellsten, selten aber auf dem besten Wege zum angestrebten Ziel führt. Die Kritik und Konflikte innerhalb des Verbindungslebens bleiben intern.

Das führt dazu, dass nach außen leicht der Eindruck einer Gesinnungs-Gleichschaltung entsteht. Häufig ist aber genau das Gegenteil der Fall: Nie zuvor habe ich derart persönliche Kritik erfahren, häufig auch vor der Gruppe, was es nicht schöner macht. In anderen Lebenslagen kann man Konflikten aus dem Weg gehen. Das ist unter Aktiven nicht möglich – zu sehr hockt man aufeinander. Schnell lernt man daher, auch substanzielle Kritik konstruktiv zu äußern. Wer nur Dampf ablässt, lässt seinem Gegenüber kaum eine andere Wahl, als auf stur zu schalten. Und wer selbst bei konstruktiver Kritik auf stur schaltet, landet in einer Sackgasse – und wird daraus lernen. Auch heute nervt mich Kritik an mir natürlich ganz ungemein. Ich habe aber dazugelernt.

Hilfe beim Studium dank "Alter Herren"
Die meisten Verbindungen haben auf die veränderte Realität reagiert, dass neben einer intensiven Aktivität auch ein erfolgreiches Studium möglich sein muss. Ob Lerntage, Alkoholverbot in Klausurenphasen oder Tutorien – es gibt vielfältige Möglichkeiten, eine Vereinbarkeit mit dem Studium zu fördern. Ehemals Aktive – die sogenannten "Inaktiven" und "Alten Herren" stellen ein hilfreiches Netzwerk dar – ob es um Tipps bei der Hausarbeit, die Organisation eines Auslandssemesters oder Studienortswechsels oder die Unterstützung bei der Bewerbung um Praktika geht.

Natürlich ändert dies nichts daran, dass die Voraussetzungen unterm Strich schwieriger sind als ohne Verbindungsleben. Aber: Ein ordentliches bis gutes Studium auch während der drei Semester Aktivität ist möglich – es erfordert ein gelungenes Zeitmanagement und die Steigerung der eigenen Effizienz! Wer das geschafft hat, legt häufig unmittelbar nach der Aktivität studientechnisch richtig los – das schlechte Gewissen, gegenüber den Kommilitonen aufholen zu müssen, drängt einen nicht selten auf die Überholspur.

Zeit zum Lernen trotz Programm
Natürlich gibt es auch viele Beispiele von im Studium scheiternden Verbindungsstudenten. Für die Juristen, die innerhalb der letzten Jahre in meiner Verbindung aktiv waren, gilt aber zum Beispiel, dass sie ausnahmslos den Freischuss wahrgenommen und ihr Studium im Durchschnitt mit einem Staatsexamen von über 9 Punkten abschlossen haben – der gleiche Durchschnitt wie an der Bucerius Law School. Durchfallquote: 0 Prozent. Gewiss sind andere Studiengänge etwas weniger aktivitätskompatibel, aber: Das Gelingen des eigenen Studiums liegt in den meisten Fällen an einem selbst, auch wenn man bei Misserfolgen gerne die Gründe andernorts sucht.

Soft Skills im Härtetest
Was kann man noch lernen außer den Umgang mit Kritik, Zeitmanagement und die Verbesserung der eigenen Effizienz? Die Liste der Soft Skills, über die in Zusammenhang mit Verbindungen selten gesprochen wird, ist deutlich länger: Ob bei eigenen Vorträgen oder auf den berüchtigten Kneipen: Die freie Rede wird geübt. Häufig wird gerade Füchsen ohne Vorwarnung ein Stichwort gegeben, zu dem sie eine Rede halten sollen. Bloßstellung vor der Gruppe? Manchmal vielleicht. Exakt dieselbe Aufgabe hat allerdings mein Bruder bei einem Assessment Center gestellt bekommen. Im schlimmsten Falle bleibt immerhin die Erfahrung, dass eine Blamage nicht das Ende der Welt ist, sondern menschlich ist und jedem widerfährt.

Demokratie versus Gruppenzwang
Unerlässlich ist es außerdem, zum Teamplayer zu werden. Das, was häufig den Vorwurf des Kollektivismus hervorruft, ist letztlich nichts anderes als die Lehre, dass man sich manchmal im Leben einfach nicht zu wichtig nehmen darf und tatsächlich einem Gruppenzweck unterordnen muss. Überraschend ist dabei, wie viel Kritik diese simple Sportlerweisheit hervorruft, obwohl in einer jeden Verbindung die Entscheidungsfindung nach demokratischen Grundsätzen verläuft. Zwar darf man in einer Verbindung nicht von Anfang an mitentscheiden – im Leben aber auch nicht.

Fazit
Was will ich euch also sagen? Erst einmal möchte ich rechtfertigen, warum ich anonym schreibe: Kaum eine Minderheit steckt so schnell in einer Schublade wie wir Verbindungsstudenten. Berichterstattung wie jüngst zu den besorgniserregenden Vorgängen innerhalb der Deutschen Burschenschaft haben zwar glücklicherweise nicht das Geringste mit mir zu tun, färben aber auf die gesamte Verbindungslandschaft ab. Wer noch alle Tassen im Schrank hat, ist daher gut beraten, sich nicht bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu outen.

Vor allem aber will ich für einen differenzierteren Blick werben. Ich habe beschrieben, welche Erfahrungen und Lehren einem die Verbindungszeit bescheren kann. Man kann viel über sich selbst und über andere lernen, Qualifikationen für Studium und Beruf teilweise spielerisch erwerben und nebenbei enge Freundschaften knüpfen, die verblüffend häufig verblüffend lange halten.

Keine Reue
Natürlich bleibt viel Raum für Kritik. Häufig hilft es aber, das ganze Brimborium mehr als großes Spiel denn als bitteren Ernst zu betrachten. Ein Augenzwinkern schadet selten! Zur Kenntnis nehmen muss man auch, dass wir Verbindungsstudenten – wie jede andere gesellschaftliche Gruppe – aus Individuen bestehen, die sich unterscheiden. Überraschend gering ist die Quote derjenigen, die rückblickend ihre Entscheidung für eine Verbindung bereuen. Überraschend hoch ist die Quote derjenigen, die ihre Aktivität als intensivste und prägendste, häufig auch schönste Zeit ihres Lebens beschreiben. Und für alle, die das trotzdem beim besten Willen nicht nachvollziehen können: Das kann ich sehr gut verstehen! Aber was soll's – lasst uns einfach den Spaß!

Erfahrungsbericht (SMC): Viele Wege führen an die Spitze

Dienstag, den 8. Mai 2012
Erfahrungs- bericht

Diversität ist ein Schatz und Siemens Management Consulting (SMC) weiß ihn zu schätzen. Denn die unterschiedlichen Studienfächer der Referentinnen von SMC beweisen: Es gibt viele mögliche Karrierepfade, die frau zum Erfolg führen.
e-fellows.net-Stipendiatin Linda war beim Power Breakfast dabei, um herauszufinden, welche für sie in Frage kommen.

Mit Spannung hatte ich dem 20. April entgegen geblickt – dann war es endlich soweit: Im "Café Glockenspiel" über den Dächern Münchens fand das Power Breakfast mit Siemens Management Consulting (SMC) statt.

e-fellows.net-Stipendiatin Janae-fellows.net-Stipendiatin Linda (21) studiert BWL an der Uni Mannheim. Beim Power Breakfast von SMC nahm sie Tipps aus erster Hand mit: Man sollte die Case Studies nicht unterschätzen, zum Beispiel.

Fragen über Fragen
Was erwartete mich? Welchen Eindruck würden die Beraterinnen von SMC machen? Besonders gespannt war ich auf Infos aus erster Hand hinsichtlich Karriereplanung, Vereinbarkeit von Familie und dem stressigen Berateralltag sowie Einstiegsmöglichkeiten bei SMC.

So viel vorweg: All diese Fragen und noch viele mehr wurden im Laufe dieses aufschlussreichen Vormittags geklärt.

Viele Wege führen an die Spitze
Nach der freundlichen Begrüßung von e-fellows.net-Mitarbeiterin Juliane Aussem stellten wir Stipendiatinnen uns kurz vor. Die Runde der Teilnehmerinnen setzte sich zusammen aus Natur- und Wirtschaftswissenschaftlerinnen (sowohl Bachelor- und Masterstudentinnen als auch Promovierende).

Auch die Referentinnen von SMC hatten die unterschiedlichsten Hintergründe: Von Betriebswirtschaft über Informatik bis zu Politikwissenschaften war alles vertreten. So lernte ich meine erste Lektion: Gleich dem Sprichwort "Viele Wege führen nach Rom" gibt es auch eine Vielzahl an Karrierepfaden, die an die Spitze führen.

Rotation macht's möglich
Danach folgten individuelle Gespräche in Kleingruppen. Dies geschah in Form eines rotierenden Systems, sodass die Teilnehmerinnen die Chance hatten, auch wirklich mit jeder Beraterin ins Gespräch zu kommen und Fragen los zu werden.

Interne vs. Externe Beratung
Die erste Vertreterin von SMC an unserem Tisch war Dr. Martina Bielawski. Sie startete ihre Karriere bei einer namhaften internationalen Unternehmensberatung – nach ihrem Studium der Internationalen Beziehungen und der Promotion in Cambridge.

2011 wechselte sie zu SMC ins "Inhouse Consulting". Somit konnte uns Martina Bielawski bestens in die Unterschiede zwischen interner und externer Beratung einweihen.

Sie unterstrich die vielen positiven Aspekte der Arbeit in einer Inhouse-Beratung: Zwar sei die Arbeitsbelastung wie in der Branche üblich recht hoch, das Wochenende dafür "heilig" - und für Familie und Freunde reserviert. Zudem ließe die Arbeit in einer internen Beratung im Gegensatz zur externen mehr Freiraum bei der Projektbearbeitung.

Auf die Frage, ob sie hinsichtlich ihres Lebenswegs im Nachhinein etwas anders machen würde, antwortete sie lächelnd: "Ich würde sofort nach dem Studium bei SMC einsteigen!"

Achtung vor Optimierungswahn!
Als nächstes machte Julia Weis bei uns Station. Die studierte Betriebswirtin lobte das "Potpourri an Möglichkeiten", das SMC biete. Jedoch warnte sie davor, sich immerfort mit Kommilitonen und Kollegen zu vergleichen und dem omnipräsenten Optimierungswahn zu verfallen: "Lasst euch nicht in einen solchen Abwärtssog ziehen!"

Stattdessen gelte es, die Scheuklappen abzulegen. Es sei wichtig, selbst zu bestimmen, wie viel Gas man in Richtung Karriere geben möchte.

Kind oder Karriere? Beides!
Zum Abschluss durfte unser Tisch geballte Frauenpower begrüßen: Das Dreierpack Dr. Michaela Schütt, Ines Abdelghani sowie Alexandra Sieb setzte sich zu uns und stand Rede und Antwort.

Alle, denen Fragen hinsichtlich des Spagats zwischen Kind und Karriere auf dem Herzen lagen, hatten nun Gelegenheit die Expertinnen zu löchern.

Michaela Schütt, stolze Mutter zweier Kinder, erläuterte uns ihr persönliches Erfolgsrezept: Es sei kein Zuckerschlecken, die doppelte Herausforderung zu meistern. "Doch wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg!", konstatierte sie. Mithilfe von Familie und Freunden und einer großen Portion Disziplin sei die Vereinbarkeit von Kind und Karriere keine bloße Wunschvorstellung, sondern greifbar.

Einsteigen bei SMC
Schließlich erfuhren wir auch etwas über die diversen Einstiegsmöglichkeiten für Absolventen bei SMC: Sowohl erste Erfahrungen durch Praktika als auch ein Master ermöglichen den Einstieg. Darüber hinaus warteten die Beraterinnen mit wertvollen Tipps zu Bewerbung und Vorstellungsgespräch auf: "Unterschätzt die Case Studies nicht!", betonte beispielsweise Martina Bielawski.

Am frühen Nachmittag neigte sich das Power Breakfast dem Ende zu und manch eine von uns stellte verwundert fest, wie schnell drei Stunden doch vergehen können. Um einige Visitenkarten und einer Menge Eindrücke und Ratschläge reicher traten wir die Heimreise an.

Mein persönliches Fazit und wem ich die Veranstaltung empfehle
Das Power Breakfast mit SMC war ein durch und durch gelungenes Event. Besonders positiv war die angenehme Atmosphäre.

Bei üblichen Recruiting-Events kann man durchaus den Eindruck gewinnen, sich beim Schaulaufen zu befinden. Nicht so bei SMC: Wer ehrliche Antworten auf Fragen zu Karriere und Work-Life-Balance von Frau zu Frau sucht - und zwar abseits der 08/15-Hochglanzbroschüren, der ist hier genau richtig.

Ich persönlich habe eine Vielzahl interessanter Eindrücke und Ratschläge von der Veranstaltung mitnehmen können. Für mich ist klar: Beim Power Breakfast lernt man mehr als in so mancher Vorlesung!

Erfahrungsberichte [Quelle:sxc.hu, Autor:clix]Mehr Erfahrungsberichte? Weitere Berichte der e-fellows von Recruiting-Events, Praktika und Jobs findest du in der Rubrik "Erfahrungsberichte".

Erfahrungsbericht (Accenture): International Women's Day

Dienstag, den 8. Mai 2012
Erfahrungs- bericht

Eine Umfrage von Accenture belegt: Das Geschlecht beeinflusst den beruflichen Erfolg kaum. Allerdings trauen sich Frauen manchmal zu wenig zu. Wie man als Frau Karriere machen und gleichzeitig seine Weiblichkeit behalten kann, erfuhr e-fellows.net-Stipendiatin Jana auf dem "International Women's Day" am 9. März in Kronberg.

Das Ziel der Veranstaltung war, die speziellen Herausforderungen von Frauen in der Arbeitswelt zu diskutieren und sich von den Erfahrungen beruflich erfolgreicher Frauen inspirieren zu lassen.

Ran an die Frauenfakten
Zum Start des Events präsentierte Accenture Umfrageergebnisse zum  Thema "Jobzufriedenheit und Karrieremaßnahmen von Frauen". Dabei erfuhren wir einige interessante Fakten aus der Berufswelt. Zum Beispiel: Work-Life-Balance und Karrierechancen sind weniger vom Geschlecht abhängig als vom Land, in dem man arbeitet. Was außerdem diskutiert wurde:  Frauen und Männern unterscheiden sich in ihrer Selbstpräsentation. Während Männer Gelegenheiten nutzen, um ihre Leistungen zu demonstrieren, halten sich Frauen oftmals zurück.

e-fellows.net-Stipendiatin Janae-fellows.net-Stipendiatin Jana (24) studiert "International Management CEMS" an der Wirtschaftsuniversität Wien. Auf dem Women's Day von Accenture hat sie gelernt, dass sie Komplimente öfter einfach annehmen sollte.

Weiblichkeit birgt Tücken
Die Referentinnen berichteten von ihren persönlichen Werdegängen. Die Quintessenz: Der eigene Wille, das Vertrauen in sich selbst und das Auftreten sind die zentralen Elemente, um seine Ziele zu erreichen. Klassisch "weibliches" Verhalten birgt Tücken. Das bedeutet aber nicht, dass Frauen "männlich" auftreten sollen – ganz im Gegenteil, man sollte seine Weiblichkeit nicht verlieren, aber eine Balance finden. Das heißt, weiblich bleiben und einfach mal Komplimente annehmen und "Danke" sagen, anstatt eigene Leistungen zu  schmälern.

Accenture und die Frauen
Für mich war es interessant, von sehr ehrlichen und persönlichen Erfahrungen der Referentinnen zu hören. Sie zeigten, wie Frauenkarrieren in der Praxis ablaufen können und wie man manchen Herausforderungen begegnen kann. Die Nachricht, die ich vom Women's Day mitgenommen habe: Natürlich läuft nicht immer alles rund und man kann nicht alles planen, aber es sich lohnt, die Zähne zusammenzubeißen und weiterzumachen. Diese Tipps sind unabhängig von Geschlecht und Unternehmen auf jede Situation übertragbar, daher würde ich das Event jedem empfehlen, der nach Inspiration für seine Karriere sucht.

Erfahrungsberichte [Quelle:sxc.hu, Autor:clix]Mehr Erfahrungsberichte? Weitere Berichte der e-fellows von Recruiting-Events, Praktika und Jobs findest du in der Rubrik "Erfahrungsberichte".

Erfahrungsbericht (Roche): Wenn Dia und Pharma persönlich werden

Dienstag, den 8. Mai 2012
Erfahrungs- bericht

Bücher büffeln in der Uni ist das Eine – das Gelernte in die Praxis umzusetzen das Andere. Genau das konnte Simone beim Workshop "Personalisierte Medizin" mit Roche in Penzberg erfahren. Dort lernte sie mehr über Dia und Pharma und was es heißt, Medizin zu personalisieren – und wie der Arbeitsalltag im Großunternehmen Roche aussieht.

Titel und Thema der Veranstaltung:
Workshop "Personalisierte Medizin"

Ort, Zeit und Dauer der Veranstaltung:
Roche Diagnostics in Penzberg
Montag, 27. Februar 2012, 10 bis 16 Uhr

Teilnehmerzahl und Unternehmensvertreter:
Unternehmensvertreter: Erika Dillmann (Human Resources Marketing), Dr. Friedrich Feuerhake (Neuropathologe), Dr. Albert Geiger (Chemiker), Dr. Suzana Vega Harring (Pathologin), Dr. Peter Heiss und 20 e-fellows.net-Stipendiaten

Während meines Studiums der Molekularmedizin habe ich viel über Forschung an Universitäten gelernt. Diese ist jedoch oft sehr grundlagenorientiert und anwendungsfern. In der Pharmaindustrie hingegen werden Forschungsergebnisse nicht nur theoretisch diskutiert – sondern tatsächlich umgesetzt. Um einen Einblick zu bekommen, wie genau das funktioniert, und wie die Arbeitsbedingungen in einem großen Unternehmen wie Roche sind, habe ich mich zum Workshop "Personalisierte Medizin" angemeldet.

Willkommene Überraschung für die Frühaufsteher
Nach einer herzlichen Begrüßung an der Pforte warteten im modernen Seminarraum bereits Brezen und Kaffee auf uns. Da manche Teilnehmer für die Fahrt nach Penzberg schon um 3 Uhr aufgestanden waren, war das eine willkommene Überraschung. Im ersten Vortrag stellte Erika Dillmann das Unternehmen Roche und den Standort Penzberg vor. Wir erfuhren, dass von weltweit rund 80.000 Mitarbeitern rund 4.800 in Penzberg arbeiten. Die Schwerpunkte dort sind Diagnostik und Pharmazie – von den Referenten gerne auch als Dia und Pharma bezeichnet.

Gute Aussichten mit Promotion
Sowohl in der Pharma als auch in der Dia gibt es Einstiegsmöglichkeiten für Berufsanfänger. Während Naturwissenschaftler ohne Promotion bei Roche hauptsächlich praktische Arbeiten durchführen, werden Berufseinsteigern mit Promotion schnell Führungsaufgaben zugewiesen. Ein direkter Weg zu Führungsaufgaben ist auch das Management-Start-Up-Programm Scientist, für das ebenfalls eine Promotion Voraussetzung ist.

e-fellows.net-Stipendiatin Simonee-fellows.net-Stipendiatin Simone (25) studierte Molekularmedizin an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg. Beim Workshop mit Roche konnte sie den Arbeitsalltag in einem Großunternehmen hautnah miterleben.

Das Konzept der personalisierten Medizin
Im zweiten Vortrag ging es um das Konzept der personalisierten Medizin. Dabei handelt es sich um eine speziell auf eine Patientengruppe zugeschnittene Behandlung. Der Neuropathologe Friedrich Feuerhake nannte dazu ein Beispiel aus seinem Arbeitsgebiet, der Krebsforschung: Es gibt bestimmte Formen von Brustkrebs, bei denen zu viel von einem Protein, dem Wachstumsfaktorrezeptor HER2/neu, gebildet wird. Wird bei einem Brustkrebspatienten eine Überexpression von HER2/neu festgestellt, so kann dieser Patient effektiv mit dem von Roche entwickelten und bereits seit Längerem zugelassenen Wirkstoff Trastuzumab behandelt werden. Bei anderen Patienten ist Trastuzumab dagegen wirkungslos.

Der Chip für Antikörper
Im dritten Vortrag erklärte uns Dr. Albert Geiger eine neu von Roche entwickelte Technologie für die Diagnostik: IMPACT (Immonulogical Multi Parameter Chip Technology). Mit diesem Verfahren ist es möglich, vollautomatisch mit hoher Genauigkeit verschiedene Proteine aus Körperflüssigkeiten auf einem Chip mit Antikörpern nachzuweisen. Bisher wird die IMPACT zur Roche-internen Forschung bei der Entwicklung neuer Medikamente eingesetzt – was zeigt, wie eng die Bereiche der Diagnostik und Pharma miteinander verwoben sind.

Mein Highlight: das gemeinsame Mittagessen
Nach den Vorträgen ging es zum gemeinsamen Mittagessen, was für mich ein weiteres Highlight des Workshops war. Denn dabei ergab sich die Möglichkeit, ganz ungezwungen mit Mitarbeitern von Roche über deren Arbeitsalltag zu reden. So erfuhr ich beispielsweise, dass man als Führungskraft bei Roche durchaus Familie mit Beruf vereinbaren kann und dass man als promovierter Naturwissenschaftler viel Zeit mit Besprechungen und Mitarbeitergesprächen verbringt.

Labor-Tour und Plüschkrokodile
Am Nachmittag wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt. Der ersten Hälfte zeigte Suzana Vega Harring die Labore in der Pharmaforschung. Ich war in der zweiten Gruppe, die durch die Diagnostikforschung geführt wurde. Wir bekamen die voll- und teilautomatischen Diagnostikgeräte in zwei Laboren zu sehen, was sehr spannend war. Gerne hätte ich noch mehr Labore aus unterschiedlichen Einheiten kennengelernt. Zum Abschied gab es dann eine große Roche-Tüte mit viel Informationsmaterial – inklusive kleinem grünen Plüschkrokodil mit Roche-Halstuch.

Mein Fazit
Insgesamt hat mir der Workshop bei Roche sehr gut gefallen. Ich lernte, wie eng Diagnostik und Pharmazie im Unternehmen verknüpft sind, und welche vielfältigen Beschäftigungsmöglichkeiten sich daraus ergeben. Ich kann einen Workshop bei Roche nur allen Naturwissenschaftlern empfehlen, die in der medizinischen Forschung und Entwicklung arbeiten wollen. Da die interessantesten Einstiegsmöglichkeiten bei Roche in Penzberg für promovierte Naturwissenschaftler angeboten werden, dürfte der Workshop besonders für Doktoranden informativ sein.