Monatsarchiv für Dezember 2011

Live-Case mit McKinseys Recruiting-Chef: Ein Fall zum Haare-Raufen?

Donnerstag, den 1. Dezember 2011
Julia

Warum ist das Shampoo so teuer? Beim Live-Case mit McKinseys Recruiting-Chef Dr. Thomas Fritz drehte sich alles um die Körperpflege – und wie sich deren Produktion optimieren lässt. Eine haarige Angelegenheit, aber die e-fellows bewahrten einen kühlen Kopf.

Der dritte Live-Case mit Dr. Thomas Fritz war eine saubere Sache: Im Zentrum stand ein Hersteller für Körperpflegeprodukte. Shampoo, Duschgel und Badezusatz sollen an den Mann und an die Frau. Europaweit wurden die Produktionskosten verschiedener Werke verglichen. Dabei schnitt das süddeutsche Werk besonders schlecht ab – mit zehn Cent für jede produzierte Flasche. Den geringsten Preis pro Flasche hatte ein Werk in Polen. Die Frage lautete also: Was kann dieses Werk gegen diese hohen Kosten tun?

Thomas Fritz und die Löcherer
Eine haarige Angeleigenheit? Nicht für die e-fellows. Kaum war der Case gestellt, löcherten die e-fellows Thomas Fritz mit Fragen: Wie hoch sind die Kosten beim besten Werk? Wie viele Flaschen produziert die Firma in einem Jahr? Gibt es mehrere Produktionslinien? Und welche Risiken bestehen im Umfeld des Unternehmen?

Thomas Fritz gab bereitwillig Auskunft über technische Kapazitäten, Kernkompetenzen oder Aufbau des Unternehmen. So werden zum Beispiel in fünf Produktionslinien je 200 Flaschen pro Minute gefertigt – also 150 Millionen Flaschen im Jahr. Produziert wird im Zweischichtbetrieb, 16 Stunden am Tag. Das Grübeln ging weiter. Lohnt es sich, eine Produktionslinie abzuschalten? Sollte das Sortiment erweitert oder diversifiziert werden? Wie kann man die Fixkosten reduzieren?

Interessanterweise machte niemand den Vorschlag, die Produktion einfach in das anscheinend billigere Werk in Polen zu verlagern – die e-fellows verstanden, dass die Produktivität pro Mitarbeiter im süddeutschen Werk die beste war und man das einfach besser ausnutzen sollte.

Die Auslastung war der Schlüssel
Damit war man dem Schlüssel nähergekommen: Die Auslastung der Produktionslinien! Die lag gerade mal bei 42 bis 50 Prozent. Die Frage war also: Wie kann man diese mangelhafte Auslastung beheben? Kann man Nachfrage-Hypes ausgleichen? Welche Chancen und Risiken böte es, neue Märkte zu erschließen oder für Wettbewerber zu produzieren?

ALDI ruft an
Schließlich ging die Problemlösung hin zur Produktion für Dritte, zum Beispiel Handelsmarken. Thomas Fritz berichtete nun, dem Unternehmen liege ein Angebot von ALDI vor: 50 Millionen Flaschen pro Jahr soll das Unternehmen für den Discounter produzieren. ALDI ist bereit, dafür acht Cent pro Flasche zu zahlen. Ist das ein attraktives Angebot? Und vor allem: Lohnt es sich finanziell?

Nun waren die Zahlenjongleure gefragt. Das Ergebnis: Das Angebot von ALDI würde sich wirtschaftlich lohnen. Risiken für das Image oder der Verlust von Flexibilität seien aber bei der genauen Vertragsgestaltung zu berücksichtigen, zum Beispiel über eine Ausstiegsklausel. Andere Strategien wie Internationalisierung sollte man allerdings im Hinterkopf behalten.

Danach: Expertenforum "Bewerben bei McKinsey"
Im Anschluss wartete das Expertenforum "Bewerben bei McKinsey", wo Nicole Kerschl und Thomas Fritz auf Fragen antworteten wie:

Teilnehmerrekord
Mit einem Rekord von fast 1.200 Gruppenmitgliedern schlug das Community-Angebot noch besser ein als die Jahre zuvor. 2012 geht es dann hoffentlich in die nächste Runde – damit es beim echten Case-Interview kein Haaresträuben gibt.

Erfahrungsbericht (Accenture): Als Unternehmensberater international unterwegs

Donnerstag, den 1. Dezember 2011
Erfahrungs- bericht

Benedikt hat für zehn Wochen Hörsaal gegen Projektteam getauscht. Als Praktikant bei Accenture arbeitete er bei den Kunden vor Ort. So konnte er in internationalen Teams Erfahrungen sammeln und seine Englischkenntnisse unter Beweis stellen.

Datum und Ort
Sommersemesterferien 2011, zehn Wochen bei Accenture in Kronberg (bei Frankfurt) und den Kunden vor Ort

Position und Abteilung im Unternehmen
Praktikant für Management Consulting im Bereich Life Sciences

Wie ich an das Praktikum gekommen bin und welche Voraussetzungen ich mitbrachte
Für das Praktikum habe ich mich online bei Accenture beworben. Es folgten zwei einstündige Telefoninterviews. Ich beantwortete Fragen zu meinem Lebenslauf, bearbeitete jeweils eine Case Study und erhielt detaillierte Informationen zum Unternehmen ebenso wie zu meinem Aufgabenbereich. Nach einem abschließenden Telefonat mit meinem späteren Vorgesetzten bekam ich schließlich die Zusage. Der Aufwand hat mir nicht nur Erfahrungen gebracht, sondern sich wirklich gelohnt. Meine Vorkenntnisse waren sechs Semester BWL-Studium, erste Praktikumserfahrung im In- und Ausland, sowie gute MS-Office Kenntnisse.

e-fellow XYe-fellows.net-Member Benedikt (25) studiert BWL und Interkulturelles Management an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena.

Als Allround-Praktikant bei allem dabei
Mein Einsatzort war immer dort, wo gerade Not am Mann war. Deshalb arbeitete ich sowohl im deutschen Accenture-Hauptsitz in Kronberg, als auch in verschiedenen Projekten bei den Kundenunternehmen vor Ort. Meine Hauptaufgaben waren unter anderem die Bewertung von Restrukturierungsmaßnahmen, die Vorbereitung von Präsentationen, sowie die Mitarbeit beim Accenture-Newsletter für die Pharmabranche. Ich wurde in jedem Team gut aufgenommen und gleich voll integriert. Dadurch habe ich bei meinem Praktikum so viel wie möglich gelernt.

Per du mit dem Executive Partner
Die Arbeitszeiten variierten je nach Auslastung des jeweiligen Teams. In den "heißen Phasen" des Projekts wurden es auch mal zehn Stunden am Tag, in der Regel waren es aber meistens zwischen acht und neun. Die Kollegen waren alle sehr sympathisch, wodurch die Arbeit mit ihnen sehr viel Spaß machte. Man ist untereinander per du – selbst der Praktikant mit dem Executive Partner – was meiner Meinung nach schon alles aussagt. Die Arbeitsatmosphäre war klasse. Außerdem waren die Projektteams sehr interkulturell, was mir sehr gefallen hat und meinen Erfahrungsschatz vergrößerte.

Kontakt zu Accenture aufnehmen?
In der Accenture-Gruppe Fragen stellen oder Alumni mit Erfahrung bei Accenture kontaktieren.

Mein persönliches Fazit
Alles in allem hatte ich ein lehrreiches Praktikum, in dem ich die Consulting-Branche gut kennenlernte. Vor allem durch die Möglichkeit, in verschiedenen Projekten mitzuarbeiten, habe ich einen guten Überblick über die Abläufe bei Accenture bekommen. Mein Tipp: Wem diese Chance geboten wird, der sollte sie auf alle Fälle nutzen. Die Zusammenarbeit mit den Kollegen war ebenfalls ein Highlight für mich. Unbedingt nötig für ein Praktikum bei Accenture sind sehr gute Englischkenntnisse, da die Projektteams international sind. Ein sicherer Umgang mit den gängigen Office-Anwendungen ist in jedem Fall auch von Vorteil.

Erfahrungsberichte [Quelle:sxc.hu, Autor:clix]Mehr Erfahrungsberichte? Weitere Berichte der e-fellows von Recruiting-Events, Praktika und Jobs findest du in der Rubrik "Erfahrungsberichte".