Monatsarchiv für November 2011

Erfahrungsbericht (Hengeler Mueller): Wenn der Grünschnabel vom alten Hasen lernt

Mittwoch, den 30. November 2011
Erfahrungs- bericht

Eigentlich steht Maxi noch ganz am Anfang ihrer Juristen-Karriere. Ihr Studium hat erst vor ein paar Wochen begonnen, trotzdem lässt sie sich schon von ganz oben coachen – von ihrer Mentorin Dr. Lucina Berger. Bei ihr bekommt sie wertvolle Tipps und Antworten auf Fragen, für die ihre Professoren schon gar keine Zeit mehr haben. Außerdem verbindet die zwei mehr als gedacht – von Tübingen bis nach Yale.

"Erste Kontakte in die Wirtschaft noch vor Studienende. Einblicke ins Unternehmen. Einstiegschancen, die der freie Markt oft nicht bietet. Individuelle Karriereberatung" – das verspricht das Mentorenprogramm. Ehrlich gesagt, "vor Studienende" befand ich mich nicht wirklich. Ich hatte im August gerade seit drei Monaten das Abi in der Tasche, und hatte danach zwei Monate als Praktikantin in einer Wirtschaftskanzlei gearbeitet. Nun wartete ich auf die letzten Unizu- oder auch Absagen. Viele mögliche Mentoren gaben ganz begründet an, grundsätzlich eher an Mentees aus höheren Semestern interessiert zu sein – nicht gerade beste Chancen für mich als angehender "Ersti".

Jetzt oder nie!
Dennoch, irgendwie hörte sich das Mentorenprogramm gut und vielversprechend an. Ich war hin und hergerissen: Bewerben, nicht bewerben? Als dann jedoch ein paar Tage später die Absage meiner Traumuni im Briefkasten lag, war mein Entschluss klar: Jetzt traue ich mich einfach! Eine weitere Absage mehr oder weniger macht jetzt auch nichts mehr aus. Und ich drückte auf "Bewerbung absenden".

Gemeinsamkeiten von Tübingen bis nach Yale
Ich bewarb mich bei Frau Dr. Lucina Berger von Hengeler Mueller. Unter den möglichen Mentoren erschien sie mir sofort sympathisch – vielleicht auch deshalb, weil sie mit eine der jüngsten Mentoren aus den Kanzleien ist, auch gerne klassische Literatur liest und in meiner Geburtsstadt Tübingen promoviert hat. Außerdem arbeitet sie im Gesellschaftsrecht, wofür auch ich in meinem Praktikum Feuer gefangen habe. Am meisten hat mich beeindruckt, dass sie ihren LL.M. an der Yale Law School gemacht. Die Entscheidung für sie war mir also nicht schwer gefallen.

Die perfekte Geburtstagsüberraschung
Nervöses Zittern die nächsten Wochen über; mein E-Mail-Postfach will und will sich einfach nicht mit der entscheidenden Nachricht füllen. Einmal frage ich bei der Kanzlei nach dem derzeitigen Bewerbungsstand. Weiteres Zittern. Mitte September bekomme ich dann endlich die erlösende Nachricht von meiner künftigen Mentorin Lucina, dass ich es geschafft habe – abends an meinem 19. Geburtstag. Die perfekte Überraschung.

Vorfreude einer Schneekönigin
Ein paar Tage später ruft mich Lucina an; ihre Stimme hört sich schon mal sehr nett an. Wir vereinbaren einen allerersten Kennenlerntermin zum Mittagessen. Ich kaufe in Heidelberg mein Zugticket und freue mich wie eine Schneekönigin auf meinen Tag in Frankfurt. Seit meinem Kanzleipraktikum im Juni bin ich nicht mehr in Frankfurt gewesen und sehne mich wieder nach dem Main, der Alten Oper und dem Bankenviertel.

Maxie-fellows.net-Stipendiatin Maxi (19) studiert Jura an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg. Als Mentee von Dr. Lucina Berger bekommt sie schon jetzt Einblicke in eine Großkanzlei.

Bewaffnet mit Kaffe und BGB zur Hausnummer 24
Mitte Oktober steige ich morgens um 8 Uhr in den IC in Heidelberg, plane ein paar Stunden extra mit ein; auf gar keinen Fall will ich zu spät kommen. Ich komme rechtzeitig und streife mit einem Kaffee in der Hand und meinem BGB-Lehrbuch durch den Park hinter der Alten Oper. Inzwischen bin ich exakt drei Wochen an der Uni und bastle an meinen ersten Gutachten. Die Bockenheimer Landstraße finde ich nicht sofort – ich laufe mehrmals in die andere Richtung und bin dann doch mächtig in Hektik, bis ich vor der Hausnummer 24 stehe.

Lockere Mentorin mitten im Großkanzlei-Stress
Aufgeregt fahre ich mit dem Aufzug etliche Stockwerke hoch zum Empfangstresen von Hengeler Mueller. So aufgeregt, dass ich selbst die einladende weiße Couch auslasse. Und um dann zu merken, dass sämtliche Nervosität völlig unbegründet war. Lucina ist nett, offen, locker und entspannt – ganz anders, als man es vielleicht manchmal von dem hektischen Alltag in einer Großkanzlei erwarten würde. Nach einer kurzen Begrüßung mache ich mich mit meiner Mentorin auch schon auf den Weg in Richtung Mittagessen zu einem kleinen netten Italiener um die Ecke.

Zukunftsplanungen zwischen Pasta und Skyline
Und bei Pasta erfahre ich, dass auch Lucina vor dem Studium schon ihr erstes Großkanzleipraktikum gemacht hat, auch meistens bessere AG-Leiter in Zivilrecht als im Öffentlichen Recht hatte und bis zu ihrem Referendariat immer in verschiedenen WGs gewohnt hat. Danach geht es noch einmal kurz in die Kanzlei zurück in Lucinas Büro. Dank bodentiefen Fenstern kann man direkt über die Frankfurter Skyline schauen. Wir besprechen unsere Vorstellungen vom Mentorenprogramm: Zwei Mal im Jahr Treffen, bei Fragen kann ich jederzeit anrufen oder mailen. Am Ende von unserem ersten Mentoren-Mentee-Jahr wollen wir besprechen, ob unsere bisherigen gegenseitigen Erwartungen erfüllt worden sind.

Mein Wunsch: einen erreichbaren Ansprechpartner
Was kann man eigentlich von jemandem erwarten, der sich in seiner Freizeit freiwillig für einen engagiert? Das habe ich mich natürlich im Vorfeld auch gefragt. Für mich ist es super, jemanden zu haben, dem ich die ganzen Fragen stellen kann, die jeden Tag in der Uni auf mich einprasseln. Und der, anders als viele meiner Professoren, für mich tatsächlich erreichbar ist und sich ein bisschen Zeit für mich nehmen kann. Da ich mir gerade die Perspektive "Wirtschaftskanzlei" selbst gut vorstellen kann, hilft es, Erfahrungen aus erster Hand zu bekommen. Sei es, welche Sprache man am besten vertieft oder welchen Schwerpunkt man in Bezug auf eine mögliche Anwaltskarriere dort wählt. Kurz: Mein Wunsch ist es, einen tatsächlich erreichbaren Ansprechpartner zu haben.

Fester Platz an der Pinnwand
Dann ist das erste Treffen leider schon vorbei – bei so vielen neuen Eindrücken fielen mir in dem Moment natürlich auch keine Fragen mehr ein. Drei Tage später merke ich dann doch, dass ich noch etwas zu Kommentaren und juristischen Fachzeitschriften wissen wollte – und bin froh, dass Lucinas Visitenkarte inzwischen an meiner Pinnwand hängt.

Erfahrungsberichte [Quelle:sxc.hu, Autor:clix]Mehr Erfahrungsberichte? Weitere Berichte der e-fellows von Recruiting-Events, Praktika und Jobs findest du in der Rubrik "Erfahrungsberichte".

Tagebuch (Deutsche Bank): Einstieg im Trainee-Programm – mehr als kaltes Wasser (Teil 1)

Montag, den 28. November 2011
Tagebuch

Alumnus Eduard Bauer ist nach der Uni ganz strukturiert an seine Jobsuche herangegangen. So entdeckte er schnell das GTO-Trainee-Programm der Deutschen Bank. Als Früheinsteiger hatte er seine erste Rotations-Station schon hinter sich, bevor er die anderen Trainees in London kennenlernte.

Eduard bauere-fellows.net-Alumnus Eduard (25) hat in Paderborn Informatik studiert und ist anschließend bei der Deutschen Bank als Trainee eingestiegen.

Nach meinem Abi, das wie für einen Jungen typisch durch die Leistungskurse Mathe und Physik geprägt war, ging es für mich nach Paderborn zum Informatik-Studium. Diesen Plan hatte ich schon seit der 8. Klasse durch die ersten Kontakte mit der Programmiersprache Java in einer AG. Der Gedanke, bei einer Bank zu arbeiten war damals noch lange nicht gedacht. Im Studium hab ich mich dann vor allem für die Software-Entwicklung interessiert – und durch mein Nebenfach auch ein wenig über BWL erfahren.

Herausforderung im Entwicklungsprojekt
Im Studium wurde es immer dann herausfordernd, wenn mehrere Studenten an dem gleichen Entwicklungsprojekt gearbeitet haben. Schließlich ist es schwerer, aber auch unterhaltsamer, zusammen mit anderen ein Ziel zu formulieren und zu verfolgen, als alleine im stillen Kämmerlein für eine theoretische Informatikklausur zu lernen. Ich selbst habe während des Studiums an zwei großen Projekten teilgenommen: an einem mit einer Dauer von einem halben Jahr und sieben weiteren Studenten und an einem anderen mit einer Dauer von einem Jahr, an dem neben mir zwölf Mitstreiter arbeiteten.

Das Ergebnis war zum einen eine Modellierungsumgebung für den Automotive-Bereich und zum anderen ein Prototyp des künftigen Internets, das einen informationszentrischen Ansatz verfolgt (netinf.org). Mein Studium schloss ich dann mit einer Master-Arbeit bei der IBM Research Zurich ab.

Wohin nach dem Studium?
Nach dem Studium stellte sich für mich die Frage, wie es nun weitergeht. Bei IBM Research hatte ich festgestellt, dass eine Promotion für mich zu wenig Interaktion mit anderen zur Folge hätte. Daher entschied ich mich, die Uni zu verlassen und in die freie Marktwirtschaft zu wechseln. Ich habe vor allem nach Einstiegs- oder Trainee-Programmen gesucht, um das breite Uniwissen rund um Software-Entwicklung innerhalb eines Unternehmens zu vertiefen und strukturiert in die Arbeitswelt zu starten.

Blieb also noch die Frage, welcher Industriezweig und welches Unternehmen? Weil ich zuvor ein Praktikum bei einem Softwarehersteller für Finanzdienstleistungen gemacht hatte, richtete ich mein Augenmerk auf die Finanzindustrie. An diesem Punkt kam ich an der Deutschen Bank und ihrem Trainee-Programm nicht mehr vorbei.

Das GTO-Trainee-Programm
Geworben wurde bei der Deutschen Bank mit dem Group Technology & Operations (GTO) Trainee-Programm. GTO ist bei der Deutschen Bank eine Abteilung, die verschiedene Infrastrukturfunktionen in der Bank umfasst – unter anderem die IT. Das Programm sollte aus mehreren Rotationen bestehen, in denen man verschiedene Abteilungen und Aufgaben rund um die IT in der Bank kennenlernt. Außerdem wurde ein sechswöchiger Aufenthalt in London versprochen, bei dem wir in den Konzern eingeführt werden und die anderen Trainees kennenlernen.

Frühstart ins Trainee-Programm
Nach einer Bewerbung und zwei Auswahlrunden, bestehend aus drei Vorstellungsgesprächen, wurde mir ein Platz im GTO-Trainee-Programm angeboten. Die Chance ließ ich mir nicht entgehen. Nun war ich also an Bord der Deutschen Bank in der GTO-Abteilung, die neben mir weltweit 30.000 andere Mitarbeiter umfasst. Da das offizielle GTO-Trainee-Programm mit dem London-Aufenthalt im September startet, ich jedoch im April anfangen wollte, wurde ich zum Early Starter. Dadurch habe ich bereits vor dem offiziellen Start eine Rotation hinter mir.

Rotation – die Erste!
In der ersten Rotation wurde ich vom ersten Tag an in das Tagesgeschäft eingebunden und mit spannenden und verantwortungsvollen Aufgaben konfrontiert. Ein älterer Trainee sagte über meinen damaligen Chef: "Er schmeißt die Leute nicht in kaltes Wasser, sondern auf gefrorenes Eis." Doch diese Herausforderungen und die kleinen Erfolge waren mehr als befriedigend.

Ganz konkret war ich "Application Owner" und musste eine laufende Anwendung betreuen. Meine erste Aufgabe war, ein Release dieser Anwendung zu managen, inklusive Absprache des Scopes mit unseren internen Kunden, der Beauftragung der Analysten, Programmierer und Tester. Dieser Kickstart hat mich ein ganzes Stück weitergebracht. Und das Gute dabei war, dass man nie allein war, sondern sich immer in einem größeren Team befand.

Globale Einführung in London
Nach fünf Monaten in der ersten Rotation ging es Anfang September nach London zum eigentlichen Start des Trainee-Programms: Sechs Wochen bestehend aus Business Speaker Series, Class Room Training, Networking-Veranstaltungen und einer Menge abwechslungsreicher Wochenenden mit den anderen Trainees.

Eröffnet wurde das Programm im London Hilton on Park Lane mit einer Rede des Vorstandsmitglieds Dr. Hugo Bänziger (Chief Risk Officer). Ich hatte das Glück, an einem Tisch in der ersten Reihe zu sitzen und ihn hautnah zu erleben – eine erstaunliche Persönlichkeit! Neben Hugo Bänziger war auch Vorstandsmitglied Hermann-Josef Lamberti (Chief Operating Officer) ein absolutes Business Speaker Highlight in London. Als Verantwortlicher unter anderem für den GTO-Bereich war Hermann-Josef Lamberti sehr aufgeschlossen und ehrlich und motivierte uns, für die Deutsche Bank zu arbeiten.

Beim Class Room Training haben wir die Finanzprodukte der Deutschen Bank kennengelernt (für mich als Informatiker mit dem Nebenfach BWL übrigens sehr hilfreich). Außerdem ging es um Projekt-Management-Techniken und Soft Skills. Nebenbei haben wir uns in den Aufbau der Deutschen Bank hineingefuchst – eines der komplexeren Gebiete.

250 Trainees aus aller Welt
In den Pausen hatte ich dann Gelegenheit, die knapp über 250 anderen Trainees aus aller Welt kennenzulernen. Zwei zusätzliche Networking Events, veranstaltet von der Deutschen Bank, rundeten das Kennenlernen ab: Einmal waren wir in einer Bar mit einem professionellen Networking-Trainer, der auf unterhaltsame Art und Weise das Netzwerken erklärte. Das andere Mal ging es in die Namco Station in London – eine Halle bestückt mit Billard- und Airhockey-Tischen, Dart-Scheiben, Bowling-Bahnen und vielem mehr. Ein Highlight hier war der Autoscooter, bei dem man seine Kollegen auf eine etwas andere Art kennenlernte. An den Wochenenden unternahmen wir Ausflüge zusammen – ganz casual und ohne Anzug und Krawatte.

Die Unterkünfte ließen sich übrigens auch durchaus sehen – mitten in London an der London Bridge waren die meisten Sehenswürdigkeiten fußläufig erreichbar.

Rotation – die Zweite!
Zurück aus London – ausgestattet mit theoretischem Wissen zur Bank und zur Projektabwicklung – habe ich vor drei Wochen meine neue Rotation in der Professional Service Unit begonnen. Dies ist eine Abteilung in GTO, die viele Projektleiter, funktionale Analysten und technischen Spezialisten umfasst und diesen die laufenden Projekten zuweist. Ich bin gleich am ersten Tag im Project Management Office (PMO) für das Projekt "Tax Program 2011/2012" eingesetzt worden.

Das PMO für ein Projekt ist ein Team, das den Projekt- oder Programmleiter unterstützt und entlastet. Für mich hieß dies in den ersten drei Wochen vor allem administrative Tätigkeiten ausführen (Statusreports erstellen, Projektplan aktualisieren, Budgetzahlen abgleichen, Zeitnachweise kontrollieren, und so weiter), aber auch die Jahresplanung 2012 aktiv zu begleiten.

Im Projekt selbst geht es um die Weiterentwicklung eines Systems zur Berechnung und Abführung der Kapitalertragsteuer, die in Deutschland 2009 eingeführt wurde. Hier hat sich der Gesetzgeber in puncto Steuern meiner Meinung nach wieder mal selbst übertroffen. Obwohl es im groben relativ einfach klingt, gibt es viele Details, Sonderregelungen und Ausnahmen, die das Thema und die Einarbeitung mehr als kompliziert machen.

Was folgt:
In den nächsten Wochen werde ich meine Eindrücke aus der ersten Rotation in der Bank näher beschreiben und dabei speziell auf meine Erwartungen an das Trainee-Programm und den Mythos Bank eingehen, wie sich die Realität darstellte und wo es Brüche zwischen Erwartung und Erfahrung gab. In einem weiteren Tagebuch-Beitrag beschreibe ich dann meine zweite Rotation ein wenig näher. Da zurzeit fast die ganze Bank über Innovationen spricht, werde ich auch ein wenig auf Innovation in der IT-Abteilung der Deutschen Bank eingehen.

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In der Community-Gruppe "Inside Deutsche Bank" Fragen stellen oder Alumni mit Erfahrung bei der Deutschen Bank kontaktieren.

Die e-fellows.net-Mitarbeiter stellen sich vor: Annika Neujahr

Donnerstag, den 24. November 2011
Sarah

Wenn unser neustes Redaktions-Küken Annika nicht gerade mit ungewollten Leerzeichen oder Erfahrungsberichten kämpft, probiert sie sich durch die Teesorten in der e-fellows.net-Kaffeeküche. Nach dem Bachelor will sie ihr "Work&Travel"-Jahr nachholen und endlich ein bisschen Freiheit erleben. Erwachsenwerden kann sie schließlich noch früh genug.

>> Teil 43 der Serie: Wer sind die eigentlich bei e-fellows.net? <<

Was machst du bei e-fellows.net?
Ich bin seit Anfang Oktober Praktikantin im Team Content &Community. Durch den Relaunch der e-fellows.net-Website im Oktober war ich anfangs hauptsächlich mit ungewollten Leerzeichen und widerspenstigen "Boxen" beschäftigt. Ansonsten verschönere ich Erfahrungsberichte – nur um noch mehr Verschönerungsvorschläge der Redakteure mit einzubauen. Stipi-Experten für die Expertenforen müssen gesucht und Newsletter geschrieben werden.

Mitarbeiterin Annika auf dem Londoner Buchmarkt

Ab und zu wird mir auch mal ein eigener Artikel anvertraut. Als "Nebenjob" helfe ich auch noch dem Startschuss Abi-Team im Büro gegenüber, ihre Facebook-Seite etwas aufzupolieren.

Was hast du vorher gemacht?
Ich studiere Anglistik an der LMU in München, habe mir aber eigens für das Praktikum bei e-fellows.net ein Urlaubssemester genommen. So kann ich mich voll und ganz den geistigen Herausforderungen hier widmen. Davor habe ich neben meinem Studium als Werkstudentin in einer Steuerberatung gearbeitet. Bis jetzt habe ich auch geplant, nach dem Praktikum wieder dort zu arbeiten. Außer natürlich, jemand anderes macht mir ein Angebot, das ich nicht ablehnen kann. :-)

Nach dem Praktikum bei e-fellows.net werde ich erst mal mein Intercultural Project im englischsprachigen Ausland machen und anschließend mein finales Jahr des Bachelors angehen.

Was gefällt dir an deiner Arbeit an e-fellows.net?
Ich mag die Kollegen, die vielen Teesorten, die bequemen Bürostühle und, dass Geschäftsführer Michael Hies sogar selbst bei der Krankenkasse anruft, wenn man da Probleme wegen des neuen Praktikums hat. Außerdem ist es super, mal etwas zu machen, das karriereorientierter ist, als Spülmaschinen ausräumen, Kaffee kochen und kopieren.

Welche privaten Interessen hast du?
Ich stehe auf Bücher. Die passende Bücherwurm-Brille habe ich auch, ich vergesse nur meistens, sie anzuziehen. Weil ich mich so fürs Lesen und Schreiben interessiere, studiere ich Anglistik mit Fokus auf Literaturwissenschaften. Das Fach Anglistik habe ich mir ausgesucht, weil mir die englische Sprache irgendwie sympathischer ist als Deutsch. Wer mag es nicht, wenn er sich die Kommasetzung quasi aussuchen kann.

Was war dein erstes Aha-Erlebnis mit dem Internet?
Mein erstes Aha-Erlebnis mit dem Internet war, als ich vom "AOL-Lamer" (mein damaliger Spitzname unter Freunden) auf WLAN umgestiegen bin. Im Laufe der Umstellung habe ich gleich noch erfahren, was der Unterschied zwischen einem Browser und einem Betriebssystem ist. Diese Erkenntnis hört sich heute im Post-Teenager-Alter vielleicht lächerlich an, aber für manche Menschen ist dieses Wissen immer noch nicht selbstverständlich.

Was willst du in deinem Leben unbedingt noch machen?
Ich würde gerne mein "Work & Travel"-Jahr nach dem Bachelor nachholen. Was das angeht, bin ich ein kleiner Spätzünder. Die meisten haben die Zeit nach dem Abi genutzt, um im Ausland ein bisschen Freiheit zu erleben. Ich war jedoch brav und habe sofort angefangen zu studieren. Falls mich Mut und Motivation bis dahin nicht doch wieder verlassen, werde ich die Gelegenheit nutzen, nach meinem Bachelor die Verantwortung, die ein erwachsenes Leben so mit sich bringt, noch etwas vor mir herzuschieben. ;-)

Erfahrungsbericht (McKinsey): Auf einen Kirschlikör nach Lissabon

Dienstag, den 22. November 2011
Erfahrungs- bericht

Vier Tage mit McKinsey nach Lissabon – wer kann dazu schon Nein sagen. Jens jedenfalls ergriff seine Chance und bewarb sich für den Workshop "Eintauchen" in Lissabon. Dort lernt er in Fallstudien die Arbeit von McKinsey und bei verschiedenen Ausflügen die Berater persönlich kennen – und plant mittlerweile ein Praktikum im Business Technology Office.

Titel und Thema der Veranstaltung
Eintauchen 2011 – Triff McKinsey in Lissabon

Datum und Ort der Veranstaltung
13. – 16. Oktober in Lissabon

Teilnehmer und Unternehmensvertreter
25 Teilnehmer, 12 Unternehmensvertreter

Warum ich an der Veranstaltung teilgenommen habe
Der Titel des Events mit den Schlagwörtern "McKinsey" und "Lissabon" war kaum zu übersehen. Zwar hatte ich zuvor überhaupt nicht an die Teilnahme an einem Event von McKinsey gedacht, aber Lissabon hörte sich so gut an, dass ich mir das Event genauer ansah. So erfuhr ich, dass das Business Technology Office (BTO) von McKinsey an der Schnittstelle zwischen Business und IT arbeitet. Ich studiere Wirtschaftsingenieurwesen, das am KIT sehr starken Bezug zur Informatik hat – also schien das BTO gut zu mir zu passen. Da ich nichts zu verlieren hatte, bewarb ich mich.

e-fellow Jens e-fellows.net-Stipendiat Jens (23) studiert im 5. Fachsemester Wirtschaftsingenieurwesen am Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

In Freizeitkleidung nach Lissabon
Treffpunkt war der Münchener Flughafen, dort startete unser Flug nach Lissabon. Ein Berater von McKinsey empfing uns und verteilte an alle Teilnehmer Reiseführer von Lissabon. Ich hatte eher das Gefühl, in einer Reisegruppe und nicht bei einem Karriere-Event gelandet zu sein. Und auch in den nächsten Tagen sollte die angenehme Atmosphäre nicht nachlassen – trotz gut gefülltem Zeitplan.

Arbeiten vor Traumkulisse
Untergebracht waren wir in einem tollen Hotel direkt am Atlantik im Ort Cascais. Ein super Ort, um an einer Fallstudie zu arbeiten und Freizeitaktivitäten zu unternehmen. Ungefähr die Hälfte der Zeit stand die Fallstudie im Vordergrund. Darin ging es um die Beratung einer Krankenkasse, für die wir eine nachhaltige IT-Architektur entwickeln sollten.

Das Arbeiten im Team mit den Teilnehmern und Beratern machte besonders Spaß. Die Lösungsfindung war sehr interaktiv gestaltet. Neben den ausgehändigten Materialien bekamen wir unsere Informationen durch Gespräche mit dem CIO und CEO der Krankenkasse, sowie einem McKinsey-Partner – die alle von den Beratern gespielt wurden.

Wie praxisnah unser Fall war, erfuhren wir, als der reale Fall inklusive Lösung und Implementierung in einem Video präsentiert wurde. Schließlich bekamen wir Feedback innerhalb des Teams und auch im Zweiergespräch mit unseren Teamleitern. Das half mir sehr dabei einzuschätzen, ob ich für die Beratung geeignet bin.

Kontakt zu McKinsey aufnehmen?
In der McKinsey-Gruppe Fragen stellen oder Alumni mit Erfahrung bei McKinsey kontaktieren.

Aber auch die Freizeit kam nicht zu kurz. Wir schlenderten durch die Straßen von Lissabon und genossen zum Abschluss einen Kirschlikör. Am nächsten Tag konnten wir zwischen einem Strandnachmittag und einer Fahrradtour entlang der Küste wählen. Ich entschied mich für letzteres und genoss eine Fahrt mit atemberaubendem Blick aufs Meer.

Training für den Ernstfall
Auch ein Besuch im McKinsey-Büro in Lissabon stand auf dem Programm. Dort bekamen wir ein Interviewtraining: Uns wurde erklärt, wie ein Bewerbungsgespräch bei McKinsey abläuft und wie man sich darauf vorbereiten kann. Es war außerdem sehr hilfreich, dass wir dazu auch gleich ein "echtes" Interview durchspielten. Natürlich stellte McKinsey auch das BTO genauer vor und informierte uns über die Einstiegsmöglichkeiten.

Auch abends war genug Zeit, um sich beim Essen oder an der Hotelbar mit den Beratern in Gespräche zu vertiefen. Einige Berater hatten wie ich in Karlsruhe studiert und erzählten von ihrer Studienzeit und den Erfahrungen, die sie gemacht haben. Das Event "Eintauchen" endete mit einem Club-Besuch in Lissabon und einem gemeinsamen Rückflug nach Frankfurt.

Wem ich die Veranstaltung weiterempfehle
Die Veranstaltung kann ich jedem weiterempfehlen, der Interesse an unternehmerischen Fragen hat, McKinsey in lockerer Atmosphäre kennenlernen und gerne mal nach Lissabon fliegen möchte.

Mein persönliches Fazit
Die Veranstaltung ermöglichte es mir, McKinsey kennenzulernen und mir ein gutes Bild vom Unternehmen zu machen. Davor hatte ich einige Vorurteile gegenüber Unternehmensberatungen, die nun nicht mehr existieren. Vor allem der persönliche Kontakt zu den Beratern und die intensive Betreuung fand ich toll. Ein Praktikum im BTO ist schon in Planung.

Erfahrungsberichte [Quelle:sxc.hu, Autor:clix]Mehr Erfahrungsberichte? Weitere Berichte der e-fellows von Recruiting-Events, Praktika und Jobs findest du in der Rubrik "Erfahrungsberichte".

Erfahrungsbericht (Freshfields): Im Kampf gegen die Räuberbande

Montag, den 21. November 2011
Erfahrungs- bericht

Früher war es Pflichtstoff im Ersten Staatsexamen, heute kommen angehende Juristen mit Steuerrecht erst "on the job" in Berührung. Zu wenig Systematik, nicht juristisch und viel zu viele Zahlen – mit diesen Vorurteilen hat das Rechtsgebiet zu kämpfen. Georg wollte sich selbst davon überzeugen und erfuhr beim Workshop mit Freshfields das Gegenteil: Steueranwälte arbeiten international, vielfältig – und sind begehrt.

Titel und Thema der Veranstaltung
Workshop Steuerrecht mit Freshfields Bruckhaus Deringer

Zeit und Ort der Veranstaltung
6. Oktober 2011, in Frankfurt am Main

Teilnehmer und Unternehmensvertreter
Rund 20 e-fellows.net-Stipendiaten, Referendare und Doktoranden sowie Partner und Associates von Freshfields Bruckhaus Deringer. Darunter Dr. Jan Brinkmann (Partner), Dr. Ulf Johannemann (Partner), Dr. Konstantin Mettenheimer (Partner) und Sandra Auer (Associate).

Jura, BWL und Gerechtigkeit
Da ich Jura und BWL studiere, interessiere ich mich schon lange für wirtschaftsrechtliche Fragen. Das Steuerrecht hat dabei einen ganz besonderen Reiz: Es geht um gerechte Besteuerung, Gerechtigkeit, und somit um den Kern juristischen Denkens. Und in Zeiten eines starken Finanzstaats (im Gegensatz zum Polizeistaat) sind Steuern fast das einzige und schärfste Mittel, mit dem der Staat regelmäßig in die Grundrechte seiner Bürger eingreift. Staaten lassen sich immer häufiger neue Steuern einfallen. Und im daraus entstehenden Spannungsfeld zwischen Staat und Unternehmen bewegt sich der Steueranwalt. Der Einladung von Freshfields Bruckhaus Deringer nach Frankfurt am Main bin ich daher gerne gefolgt.

Mehr als private Steuererklärungen
In einer internationalen Wirtschaftskanzlei werden im Steuerrecht natürlich keine Steuererklärungen für Privatpersonen und Unternehmen ausgefüllt. Eine Kanzlei tritt im Steuerrecht immer dann auf, wenn es um schwierige steuerrechtliche Probleme geht. Dies kann zum Beispiel bei transaktionsbegleitender Steuerberatung (Public M&A, Private Equity, LBOs, MBOs, IPOs) der Fall sein: Dabei geht es um die möglichst steuerneutrale oder steuereffiziente Gestaltung eines Unternehmenskaufes, einer Umwandlung oder einer neuen Konzernstruktur.

Vom Konzern bis zur vermögenden Familie
Dabei stehen Fragen des Unternehmensteuerrechts, des Internationalen Steuerrechts, des Körperschaft- und Einkommensteuerrechts sowie des Umwandlungssteuerrechts im Raum: Werden stille Reserven gehoben? Fällt Grunderwerbsteuer an? Wo könnte sich Doppelbesteuerung ergeben? Dr. Ulf Johannemann hielt in diesem Zusammenhang einen anschaulichen Vortrag über die "Welt der Finanzprodukte". In der Finanzmetropole Frankfurt am Main ist der Beratungsbedarf im Finanzproduktsteuerrecht hoch. Die Anwälte aus dem Frankfurter Steuerrechtsteam decken daher sämtliche praxisnahen Beratungsfelder ab – von der internationalen Strukturierung eines Konzerns bis zur steuerrechtlichen Beratung vermögender Familien.

Steuer und Europarecht vereinbar?
Abseits solch eher alltäglicher Probleme stellen sich Steueranwälte auch die Frage: Ist die erhobene Steuer überhaupt verfassungsmäßig und mit Europarecht zu vereinen? Auf diese Frage ging einer der prominentesten deutschen Vertreter von Freshfields Bruckhaus Deringer ein: Dr. Konstantin Mettenheimer, von 2000 bis 2010 an der Spitze der renommierten Kanzlei – von 2004 bis 2010 sogar als Senior Partner. Konstantin Mettenheimer erklärte uns drei "neue" Steuern, von denen bereits zwei in Kraft getreten sind und eine im Kommen ist: die Brennelementesteuer, die Luftverkehrsteuer sowie die mögliche deutsche Finanztransaktionsteuer. Mettenheimer beschrieb, warum der deutsche Gesetzgeber mit diesen Steuern seinen verfassungsmäßigen Spielraum überschreitet.

Der Staat als "große Räuberbande"
Und seine Meinung bekam offiziellen Rückhalt: Die Finanzgerichte Hamburg und München haben sich bei der Brennelementesteuer bereits "hinter" den deutschen Partner gestellt – sie hatten erhebliche Zweifel an deren Vereinbarkeit mit der Finanzverfassung. Mettenheimer bewies: Ein Steueranwalt ist nicht nur ein "schlichter Jurist" und Interessenvertreter seiner Mandanten. Er ist zugleich auch Organ der Rechtspflege, indem er dem Steuergesetzgeber seine Grenzen aufzeigt und damit die Rechte der Steuerpflichtigen schützt. "Nimm das Recht weg – was ist dann ein Staat noch anderes als eine große Räuberbande.", zitierte Dr. Konstantin Mettenheimer den Heiligen Augustinus aus dem Mund von Papst Benedikt XVI.

Larse-fellows.net-Stipendiat Georg (19) studiert Jura und BWL an der Universität zu Köln. Er ist Gründer von "Student Litigators", der ersten selbständigen studentischen Rechtsberatung in Deutschland.

Nicht ohne Grund auf den besten Plätzen
Freshfields landet nicht ohne Grund stets auf den besten Plätzen deutscher Steuerrecht-Rankings: Dank der Vielfältigkeit und Professionalität der Anwälte, sowie der wirtschaftlichen Bedeutung der Mandate, kann sich das Unternehmen behaupten. Steuerrecht wird bei Freshfields als zentraler Beratungsbestandteil verstanden – sei es transaktionsbegleitend oder bei rein steuerrechtlichen Beratungen, etwa von Familienunternehmern. Dementsprechend werden, so berichtete Jan Brinkmann, junge Rechtsanwälte auch freigestellt, um die Steuerberaterprüfung abzulegen.

Begabung zum Berater? Werde Anwalt!
Beim Abendessen mit Blick über die Stadt konnten wir mit den acht Partnern und den Associates des Frankfurter Steuerrechts-Teams noch einmal persönlich reden. Dabei machte sich Konstantin Mettenheimer für den Anwaltsberuf in einer internationalen Großkanzlei stark: Wer die Begabung zum Berater hat, dem wird der Anwaltsberuf gerade hier Spaß machen. Und wer sich vertieft mit steuerrechtlichen Fragen beschäftigen möchte, der wird hier auf interessante Mandanten stoßen.

Authentischer Einblick in der Alltag
Ich kann jedem fortgeschrittenen Jura-Studenten empfehlen, sich für einen Workshop von Freshfields zu bewerben. Ohne steuerrechtliche "Vorprägung" konnte man Einblicke in den Alltag eines Steueranwalts gewinnen – und sich davon begeistern lassen. Auch das Arbeiten in einer Großkanzlei lernten wir besser kennen. Der Workshop hat mich in meiner Entscheidung jedenfalls gestärkt, einen steuerrechtlichen Schwerpunkt zu wählen.

Erfahrungsberichte [Quelle:sxc.hu, Autor:clix]Mehr Erfahrungsberichte? Weitere Berichte der e-fellows von Recruiting-Events, Praktika und Jobs findest du in der Rubrik "Erfahrungsberichte".

Erfahrungsbericht (Freshfields): "Wie beim Handtaschen-Kauf"

Mittwoch, den 16. November 2011
Erfahrungs- bericht

"Wir kämpfen für Sie" sagte Dr. Britta Zierau und verglich den Berufseinstieg bei einer Großkanzlei mit einem Handtaschen-Kauf. Beim Power Breakfast mit Freshfields Bruckhaus Deringer konnte e-fellow Andrea mit führenden Anwältinnen diskutierten: über Promotion versus LL.M., die Bedeutung eines Doktortitels und über den Werdegang, der nicht immer glatt verlaufen muss.

Titel der Veranstaltung
Power Breakfast bei Freshfields Bruckhaus Deringer (FBD)

Datum
28. Oktober 2011

Teilnehmer und Unternehmensvertreter
Referentinnen: Dr. Tina Sandmann, Rechtsabteilung Merck sowie Dr. Ulrike Schweibert und Dr. Britta Zierau von Freshfields Bruckhaus Deringer, 24 Stipendiatinnen von e-fellows.net

Ungewöhnliche Frauen-Dichte
"Ich freue mich, endlich mal so viele Frauen in diesem Raum zu sehen! Sonst sitzen hier meistens nur Männer." So begrüßte uns Dr. Britta Zierau, Partnerin im Bereich Gesellschaftsrecht im Frankfurter Büro von Freshfields Bruckhaus Deringer zum Power Breakfast. Dabei blickte sie in 24 weibliche Gesichter, denn die Veranstaltung richtet sich nur an Stipendiatinnen. Fast alle deutschen Universitäten waren vertreten. Studentinnen ab dem dritten Semester bis hin zu Doktorandinnen und Referendarinnen waren anwesend.

e-fellow-Andrea Powerbreakfast Freshfields Bruckhaus Deringere-fellow Andrea (24) studiert Internationales Wirtschaftsrecht an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Außerdem ist sie studentische Hilfskraft am Lehrstuhl für internationales Privat- und Wirtschaftsrecht.

Die Referentinnen Dr. Tina Sandmann, Dr. Ulrike Schweibert und Dr. Britta Zierau stellten sich zunächst vor und beschrieben ihren Werdegang. Dabei war spannend zu hören, dass der Karriereweg der drei Anwältinnen nicht immer "glatt" verlaufen war. Nichtsdestotrotz schafften es zwei von ihnen "bis ganz nach oben" zur Partnerin. Tina Sandmann begann ihre berufliche Karriere als Associate bei Freshfields Bruckhaus Deringer. Da sie merkte, dass ihr Gesellschaftsrecht liegt und sie erfüllt, arbeitet sie jetzt als Senior Legal Counsel bei Merck.

Ulrike Schweibert holte die eine oder andere Teilnehmerin vielleicht etwas in die Realität zurück. Sie meinte, dass Kind und Job ein großer Spagat sei, und selbst mit gut organisiertem sozialem Umfeld oft anstrengend ist. "Manchmal wird es eng, aber es ist machbar. Und die Situation für junge Mütter wird immer besser."

Auf die Frage, wie sie zu FBD gekommen ist, antwortete Britta Zierau: "Das ist wie beim Handtaschen-Kauf. Man muss sofort denken: Das ist’s. Und das Gefühl hatte ich hier."

Warum der Doktortitel für Frauen wichtiger ist
Anschließend sprachen wir über Themen wie Promotion versus LL.M., Ausbildungsprogramme für Referendare oder Auslandsstation im Studium oder Referendariat. Alles natürlich aus der Frauenperspektive. Was ich bei der Entscheidung LL.M. versus Promotion (oder vielleicht beides?) noch nicht bedacht hatte: "Für Frauen ist der Doktortitel noch wichtiger als für Männer, denn mit diesem Titel wird man immerhin nicht mit der Sekretärin verwechselt."

Powerbreakfast FBD

Warum gibt es in Frankfurt nur zwei Partnerinnen? Legen die Männer vielleicht die Zugangsregeln für eine Welt fest, die sie beherrschen? Und wird die Zeit das Problem regeln, dass viele Männer die Frauen immer noch am liebsten am Herd sehen? Zumindest bei der letzten Frage waren wir uns einig: wahrscheinlich. Aber diese Zeit haben FBD und andere Kanzleien nicht. Nicht alle Frauen streben die Partnerschaft an. Aber die, die dieses Ziel haben, erreichen es häufig nicht. "Das muss sich ändern", meinte Britta Zierau. "Und zwar schnell. Wir kämpfen für Sie und ich glaube, wir sind auf einem guten Weg." Die Referentinnen gehen auf jeden Fall mit gutem Beispiel voraus, denn alle drei haben Kinder.

Unsere kleinen oder großen Anliegen konnten wir anschließend in Gesprächen in kleineren Gruppen loswerden. Neben den Referentinnen kamen noch einige Associates dazu, die uns geduldig unsere Fragen beantworteten – und vielleicht auch kleinere Sorgen nahmen.

Mein persönliches Fazit und wem ich die Veranstaltung empfehle
Das Power Breakfast ist die ideale Gelegenheit, um einen Einblick in die Tätigkeit in einer Großkanzlei zu bekommen. Wer also Lust hat, eine Großkanzlei mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen, seine Fragen loszuwerden und dabei in lockerer Runde über "Frauenthemen" diskutieren will, für den ist die Veranstaltung genau das Richtige. Und nur unter Frauen zu sein ist ja auch mal schön. "Wobei wir unsere männlichen Kollegen natürlich nicht missen wollen", bemerkte eine der Referentinnen von Freshfields, "auch wenn sie sich manchmal benehmen wie Gorillas oder Erdmännchen."

Erfahrungsberichte [Quelle:sxc.hu, Autor:clix]Mehr Erfahrungsberichte? Weitere Berichte der e-fellows von Recruiting-Events, Praktika und Jobs findest du in der Rubrik "Erfahrungsberichte".

Erfahrungsbericht (TNG): Berufseinstieg als Software Consultant (Teil 2)

Dienstag, den 15. November 2011
Erfahrungs- bericht

Manfred ist als Software Consultant bei TNG eingestiegen und arbeitet in seinem ersten Java-Entwicklungsprojekt. Am faszinierendsten findet er die Test-getriebene Software-Entwicklung, die bei TNG zum Standardrepertoire gehört. Und das Grillen am Techday.

Die beliebten Techdays bei TNG finden nach wie vor zweimal im Monat statt und bilden somit fast 10 Prozent der Arbeitszeit. Man kann Techdays nutzen, um sich nach seinen individuellen Interessen weiterzubilden. Ich schloss mich einer "Reading Group" an, um meine Kenntnisse in "Clean Code" zu vertiefen. Hier besprechen wir das Buch "Clean Code" von Robert C. Martin – und welche persönlichen Programmiererfahrungen wir damit gemacht haben.

e-fellow Manfred von TNGe-fellows Alumnus Dr. Manfred Hanke (28) hat an der Universität Regensburg und an der Friedrich-Alexander Universität (FAU) Erlangen-Nürnberg Physik auf Diplom studiert. Anschliessend promovierte er am astronomischen Institut der FAU über akkretierende Schwarze Löcher.

Inspiriert von privaten Versuchen, selbst Apps für unsere Smartphones zu programmieren, gründeten wir eine "Android Learning Group".TNG-Grillen
In der Gruppe tauschen wir uns untereinander aus. Die Neulinge können so schnell von den Erfahreneren lernen.

Außerdem gibt es immer Vorträge und Erfahrungsberichte, sowohl von TNG-lern als auch von externen Gästen: Neulich war Prof. Harald Lesch von der Ludwig-Maximilians-Universität München zu Besuch und erzählte über das Universum vom Allerkleinsten bis zum Allergrößten. Bei diesem Open Techday waren auch wieder viele e-fellows Stipendiaten dabeiTNG-Grillen-Essen.

Der kulinarische Höhepunkt eines Techdays ist erreicht, wenn im Sommer der Grill auf der Dachterrasse angeheizt wird. Dann gibt es Fleisch, Grillkäse, Salat und Baguette bis sicher jeder satt ist!

 

Erfahrungen im Scrum-Projekt
Nach der kurzen Einarbeitungszeit im Büro bin ich zu einem Java-Entwicklungs-Projekt gestoßen, das erst kurz zuvor mit zwei TNG-Mitarbeitern gestartet war. Am Anfang waren mir die eingesetzten Technologien großteils unbekannt, ich konnte sie aber im "pair programming" schnell erlernen.

Überhaupt fiel mir die Einarbeitung aufgrund der offenen, positiven Atmosphäre sehr leicht: Wenn man etwas nicht weiß, fragt man die Kollegen. Dadurch werden die Kenntnisse im Team verteilt und das Team wird nicht blockiert, wenn ein Mitarbeiter einmal ausfallen sollte. Im Scrum gibt es keine Einzelkämpfer, sondern alle Aufgaben werden vom Team getragen. Durch die gemeinsame Motivation und den Teamgeist hatte ich von Anfang an das Gefühl, dazuzugehören und einen Beitrag zum Projekt zu leisten.

Besonders bemerkenswert finde ich die agile Methode der Test-getriebenen Software-Entwicklung, die bei TNG zum Standardrepertoire gehört. Um zu gewährleisten, dass die Software funktioniert, müssen alle Einzelkomponenten und deren Zusammenspiel automatisiert getestet werden. Diese Tests werden immer ausgeführt, wenn etwas am Programm verändert wird. So soll sichergestellt werden, dass die geforderte Funktionalität erhalten bleibt. "Refactoring" wird so erst möglich!

Kontakt zu TNG Technology Consulting aufnehmen?
In der TNG-Gruppe Fragen stellen oder Alumni mit Erfahrung bei TNG kontaktieren.

Bei der Test-getriebenen Entwicklung wird die Abdeckung optimiert, indem die Tests unmittelbar vor dem Produktivcode geschrieben werden. Die eigentliche Funktionalität wird also erst implementiert, wenn eine als Test formulierte Anforderung nicht erfüllt ist. So bilden die Tests gleichzeitig eine lebendige Dokumentation des aktuellen Programmcodes.

Mein persönliches Fazit, Highlights und Empfehlungen für andere
Ich empfinde die Arbeitsumgebung bei TNG als sehr angenehm. Die Hierarchien sind äußerst flach. Alle Vorgesetzten sind stets am persönlichen Wohlbefinden der Mitarbeiter und an Feedback interessiert, um – wie in der agilen Software-Entwicklung – ständig Verbesserungsmöglichkeiten zu identifizieren und umzusetzen.

Wer sich also für Computer und Technik begeistert und sich fragt, ob er als Software-Berater bei TNG Technology Consulting arbeiten möchte, sollte bei einem oder zwei Techdays vorbeikommen, um sich mit den Mitarbeitern und der Geschäftsführung auszutauschen und um sich ein Bild von der Firma zu machen! Ich bin überzeugt, dass man schnell merkt, wenn man auf der gleichen Wellenlänge liegt… ;-)

Im ersten Teil des Erfahrungsberichts erzählt Manfred von seinen ersten Tagen bei TNG und der Scrum-Einführung.

Erfahrungsberichte [Quelle:sxc.hu, Autor:clix]Mehr Erfahrungsberichte? Weitere Berichte der e-fellows von Recruiting-Events, Praktika und Jobs findest du in der Rubrik "Erfahrungsberichte".

Erfahrungsbericht: Indien – Leben und Arbeiten in der größten Demokratie der Welt

Montag, den 14. November 2011
Erfahrungs- bericht

Mit Teetrinken und Süßigkeiten kann man in Indien Freundschaften und Geschäftskontakte knüpfen. Das lernte e-fellows.net-Alumna Isabelle, als sie vor drei Jahren nach Delhi zog. Mit jeder Menge Humor und Geduld im Gepäck lässt sich in der Hauptstadt mit über 17 Millionen Einwohnern gut Fuß fassen.

Es sind mittlerweile drei Jahre vergangen, seit ich nach Delhi gezogen bin, Hauptstadt Indiens und 17-Millionen-Metropole. Bis heute hat meine Faszination für diese verrückte, pulsierende Hinterlassenschaft unzähliger Invasoren nicht abgenommen. Die Engländer gestalteten nur den letzten dramatischen Akt mit der Ernennung Delhis zur Hauptstadt des British Raj im Jahr 1931.

e-fellow-Isabelle-Jasmine-fellows.net-Alumna Isabelle (26) hat "Politikwissenschaften Südasien" und Philosophie an der Universität Heidelberg studiert. Seit drei Jahren lebt sie nun in Delhi.

Mit einer rapide wachsenden Bevölkerung von derzeit 1,3 Milliarden Menschen und einem gleichzeitigen Durchschnittsalter von 23 Jahren, gestaltet Indien seine – und damit auch unsere – Zukunft. Ich kann mir derzeit keinen spannenderen Ort auf dieser Welt vorstellen, in dem ich leben und arbeiten möchte. Wie es dazu kam? Purer Zufall – und ein bisschen Mut.

Noch während meines Studiums bin ich 2008 in der Leitung eines Start-Up-Unternehmens eingestiegen und Hals über Kopf nach Indien gezogen. Ich hatte das Angebot erhalten, bei einer Unternehmensberatung mit Schwerpunkt erneuerbare Energie in Neu Delhi zu arKinder-Indien (Quelle: Isabelle-Jasmin Roth)beiten und habe mich nach meinem Bauchgefühl dafür entschieden.

Sicher, ich war davor schon oft in Indien. Ich kannte die gängigen kulturellen Gepflogenheiten und verstand die Bräuche der Hindus, die mit 82 Prozent die religiöse Mehrheit bilden. Ich konnte die Meilensteine indischer Unabhängigkeits-Geschichte im Schlaf wiedergeben. Aber in Indien privat und beruflich Fuß fassen war eine Herausforderung.

Indien boomt – und steht sich dabei manchmal selbst im Weg
Mit einer Wachstumsrate von durchschnittlich acht Prozent entwickelt sich Indiens Wirtschaft rasant. Auch die Krisen der internationalen Finanzmärkte haben diese Kontinuität nur wenig beeinträchtigt. Bis 2025 wird Indien voraussichtlich zur drittgrößten Volkswirtschaft der Welt aufsteigen und einen beachtlichen Teil zur Weltwirtschaft beitragen.

Seit Öffnung der Märkte im Jahr 1991 hat Indien den Weg der Liberalisierung eingeschlagen – und das mit Erfolg. Das Wohlstandsniveau steigt stark an, die Analphabeten-Rate sinkt und Auslandsinvestitionen werden im großen Stil getätigt. Immer mehr internationale Firmen bauen Standorte in Indien auf oder erweitern bestehende. Armut, knappe Ressourcen bei Wasser und Elektrizität, massive Umweltverschmutzung sowie ein vielschichtiges kulturelles System machen Indien andererseits zu einem Land voller ethischer, emotionaler und organisatorischer Herausforderungen.
Auf-der-Straße-Indien (Quelle: Isabelle-Jasmin Roth)

So ist das Land zum Beispiel nicht umsonst für seine ausufernde Bürokratie bekannt. Einfache Prozesse, wie etwa das Eröffnen eines Bankkontos oder die Anmeldung beim Einwohnermeldeamt, können aberwitzige Formen annehmen. Dokumente verschwinden in riesigen Papier-Archiven, da ein Großteil der Institutionen noch nicht vollständig computerbasiert arbeitet. Das macht Arbeit – für alle Beteiligten.

Indiens Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft stehen vor der Herausforderung, umfassende Reformen einzuleiten. Bildungsmöglichkeiten und Jobs für die stark ansteigende Bevölkerung müssen geschaffen, Armut reduziert und Wachstum nicht auf Kosten von Natur und kultureller Vielfalt gebaut werden. All diese Herausforderungen spiegeln sich auch in meinem täglichen Berufs- und Privatleben wieder. Ein allgemeines Erfolgsrezept? Harte Arbeit, viel Improvisationstalent – und eine ordentliche Portion Humor gegen das Chaos des Alltags.

Humor, starke Mägen und andere überlebenswichtige Eigenschaften
Gepaart mit einer hohen Frustrationstoleranz sind Humor, Neugier und Gelassenheit in der Tat entscheidende Voraussetzungen, um sich in Indien langfristig wohlzufühlen.

Delhi-Straße-Kuh (Quelle: Isabelle-Jasmin Roth)

Überall auf der Welt öffnet gemeinsames Lachen Türen und Herzen und kann brenzlige Situationen entschärfen. Indien ist da keine Ausnahme.

Wer Humor zeigt, ist dabei – diese Formel habe ich mir zu Herzen genommen. Sie ist eine entscheidende Grundlage für Beziehungen und Freundschaften. Ohne Humor geht in Indien wenig.

Tee und Gäste-Fütterung
Lange Treffen zu Tee und Abendessen sowie Netzwerken bei allerlei Veranstaltungen gehören ebenfalls zu meinem Arbeitsalltag. Auch meinem Vermieter und seiner Familie statte ich wöchentliche Besuche ab. Neben der Plauderei über Familie, Nachbarn, Beruf und Politik ist das immer eine gute Möglichkeit, sich an zahlreichen Knabbereien satt zu essen. "Have more! Have more!"

Delhi-von-oben (Quelle: Isabelle-Jasmin Roth)

So ein Nachmittag kann schon mal ein ganzes Abendessen ersetzen. Das "Füttern" der Gäste ist eine der vielen wunderbaren Eigenheiten, die auch mit dem Einzug des modernen Lebensstils geblieben sind. Nur die Art der Snacks hat sich verändert: Wurden früher selbstgebackene Süßigkeiten gereicht, sind es nun die eingeschweißten kalorienreichen Varianten. Kein Wunder also, dass die Zahl übergewichtiger Mittelstandsfamilien in Indien stetig steigt.

Gelassenheit hilft auch, das gelegentlich auftretende Heimweh kleinzuhalten – denn wer vermisst nicht langjährige Freunde und Familie oder träumt ab und zu von einem saftigen Schnitzel? Trotzdem zieht mich nichts zurück nach Deutschland. In den letzten drei Jahren habe ich wahnsinnig tolle Menschen in Indien getroffen. Ich habe viel über mich und Deutschland aus einer anderen Perspektive gelernt und ein aufregendes  Land entdeckt, das sich täglich neu zu erfinden scheint. Das Gefühl am Puls der Zeit zu sein, belebt und erfrischt – und wird mich auch für die nächsten Jahre hier halten.

Die etwas andere indische Arbeitswelt oder: Erfolgskriterien

Was mich ebenfalls in Delhi halten wird, ist mein neuer Job. Seit Kurzem baue ich das Indien-Geschäft für eine deutsche Kommunikationsagentur auf. Das ist eine große Herausforderung – mit vielen Tücken und Hindernissen auf dem Weg. Darum habe ich in einem kürzlich erschienen Artikel für die indische Nachhaltigkeits-Plattform "Think to Sustain" über Erfolgsfaktoren im indischen Markt berichtet. Hier eine kurze Zusammenfassung:

  • Ein Land, viele Märkte: Wer in Indien erfolgreich sein möchte, muss verstehen, dass das Land kein großer homogener Markt ist. Jeder Bundesstaat ist individuell zu verstehen – vor dem Hintergrund seiner eigenen sozio-ökonomischen und politischen Dynamik. Die Unterschiede liegen nicht nur in verschiedenen Sprachen und Dialekten, sondern auch in ihrer historischen Entwicklung. Daher hat sich Englisch – neben 16 weiteren Sprachen – als offizielle Amtssprache etabliert. Englisch ist so auch die gängige Geschäftssprache unter Indern aus Nord und Süd.
  • Zugang zu Informationen: Einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren für den indischen Markt ist der Zugang zu Informationen. In Indien sind der öffentliche, private und zivile Sektor bislang nicht ausreichend vernetzt. Gesetze und Richtlinien werden von Bürokraten verfasst, die oftmals die Bedürfnisse von Firmen nicht verstehen. Zudem ist es aufgrund der Vielzahl an Dokumenten kaum möglich, basierend auf einer reinen Schreibtisch-Recherche den Markt zu verstehen. Kurz gesagt: Wer "Doing Business in India" verstehen will, muss vor Ort sein!
  • Zugang zu Netzwerken: In Indien gilt: "Erst der Mensch, dann das Geschäft". Netzwerke schaffen Vertrauen. Sie sind ein Resultat der Tradition sowie eine praktische Notwendigkeit in einer Gesellschaft, die sich schnell verändert und ein undurchsichtiges Rechtssystem hat. Vertrauen ist in Indien die Grundvoraussetzung für erfolgreiche Zusammenarbeit – und Tee trinken daher Teil der Erfolgsstrategie.
  • Einbindung des informellen Sektors: Etwa 93 Prozent der arbeitenden Bevölkerung Indiens haben eine informelle, außervertragliche Arbeit. Viele dieser Menschen arbeiten in der Landwirtschaft, in Kleinindustrien oder im Bau. Diese informellen Jobs sind die Stütze des indischen Systems und sind äußerst wichtig für den reibungslosen Ablauf vieler Geschäftsprozesse. Wer in Indien erfolgreich sein will, muss lernen, den informellen Sektor gewinnbringend in sein Geschäft einzubinden. Sonst sind logistische Probleme vorprogrammiert.
  • Skaleneffekt nutzen: Wer es schafft, mit seinem ersten Projekt ein replizierbares Geschäftsmodell zu entwickeln, für den kann der indische Markt mit seiner Größe und Dynamik sehr interessante Geschäftsmöglichkeiten bieten. Skalierung funktioniert in Indien vor allem dann, wenn man Produkte schafft, die den Bedürfnissen der indischen Kundschaft entsprechen. Zum Beispiel durch niedrige Preise. Dies hat der indische Mobilfunkanbieter Bharti Airtel erkannt. Er bietet den weltweit günstigsten Mobilfunktarif an und setzt auf Verbreitungstaktik statt auf Preisstrategie. Heute ist Airtel einer der größten Telefonanbieter der Welt.
  • Geduld haben: Meine Erfahrung des indischen Arbeits- und Lebensumfelds hat gezeigt, dass Prozesse in der Regel wesentlich mehr Zeit beanspruchen, als eingeplant war. So dauert es sehr lange, bis aus einem Gespräch ein Vertrag entsteht. Man muss meist viel Zeit investieren, bis ein Deal abgeschlossen ist. Für mich bedeutet das, viel unterwegs zu sein, um Präsenz zu zeigen und Kunden, Multiplikatoren und Medienvertreter zu treffen. Nur wer zum Namen ein Gesicht im Kopf hat und mit klaren und starken Produkten auftritt, kann sich durchsetzen.
  • Gute Teams aufbauen: Auch der Aufbau eines guten Teams vor Ort kostet Zeit und Geld. Auf eine Job-Ausschreibung erhielten wir im Schnitt bis zu 600 Bewerbungen. Davon waren allerdings ein bis zwei Prozent zu gebrauchen. Indien verfügt über einen immensen Pool an Talenten. Doch diese zu finden, ist wahre Kunst. Kein Wunder also, dass uns viele europäische Firmen baten, auch für sie Personal ausfindig zu machen!
    Die Arbeit in einem indisch-deutschen Team erfordert viel Geduld und Geschick, um die interkulturellen Tücken zu umschiffen. Ich habe viele Projekte mit deutschen Kunden in Indien gemanagt. Dabei habe ich mich oft geärgert, wenn das Verständnis von Qualität, Deadlines oder Systematik fundamental unterschiedlich war. Um dieses Verständnis anzugleichen, war viel Zeit und Training nötig. Doch auch hier gilt: Mit Humor, harter Arbeit und Improvisationstalent ist fast alles zu meistern.

Alles – und ein bisschen mehr
Lange Rede, kurzer Sinn: Indien ist ein Land, das mich auch nach drei Jahren herausfordert und mitunter auch sehr anstrengend sein kann. Man kommt nur langfristig klar, wenn man sich bewusst auf die Gegebenheiten vor Ort einlässt: Annehmen statt Urteilen lautet daher mein Mantra.

Noch immer fasziniert mich die Dynamik des Landes und seiner Bewohner, ihre Schnelligkeit und Flexibilität. Mir gefallen die Vielfalt in Kultur, Natur, Lebensstil und der Humor der Menschen, mit denen ich arbeite und lebe. Deshalb war die Entscheidung, nach Indien zu kommen, genau die Richtige für mich. Wer viel gibt, bekommt in der Regel auch viel zurück – und in Indien manchmal sogar ein bisschen mehr.

Erfahrungsberichte [Quelle:sxc.hu, Autor:clix]Mehr Erfahrungsberichte? Weitere Berichte der e-fellows von Recruiting-Events, Praktika und Jobs findest du in der Rubrik "Erfahrungsberichte".

Erfahrungsbericht (Allianz): Kind, Kegel und die IT

Freitag, den 11. November 2011
Erfahrungs- bericht

Frauen in der IT sind spärlich gesät. Genau deswegen gab es das Power Breakfast mit der Allianz Managed Operations & Services SE, die unter anderem IT-Dienstleistungen anbietet. Hier konnten sich Miriam und andere Stipendiatinnen mit leitenden IT-lerinnen über diesen männerdominierten Beruf austauschen. Am Ende waren die Frauen dann doch nicht ganz unter sich.

Titel der Veranstaltung
Power Breakfast mit der Allianz Managed Operations & Services SE (AMOS SE)

Datum und Ort der Veranstaltung
21. Oktober 2011 in Unterföhring bei München

Teilnehmer und Unternehmensvertreter
Unternehmensvertreter: Anja Hoffmann, Dr. Uta Knebel, Ariane Rauschek; 16 e-fellows.net-Stipendiatinnen

e-fellow Miriam Powerbreakfast Allianze-fellow Miriam (22) studiert Mathematik an der TU München. Nebenbei arbeitet sie in einer Steuerkanzlei. Beim Power Breakfast mit AMOS SE lernte sie, wie Frauen es schaffen, in einer Männerwelt ernst genommen zu werden.

Die Begrüßung
Nach dem Check-in begrüßten uns e-fellows.net-Mitarbeiterin Stephanie Müller und die Unternehmensvertreterinnen in einem Konferenzraum der Allianz. Wir bedienten uns am Buffet und sprachen mit den anderen Teilnehmerinnen.

Stephanie Müller eröffnete offiziell das Power Breakfast, gab die Agenda bekannt und leitete eine Vorstellungsrunde ein. Alle Teilnehmerinnen stellten sich vor und beschrieben den Hintergrund für ihre Teilnahme am Power Breakfast. Interessant war, dass Studentinnen unterschiedlichster Studienrichtungen aus ganz Deutschland gekommen waren.

Nach der Vorstellung berichtete die erste Referentin, Anja Hoffmann, über ihren Karriereweg. Sie wollte uns nicht mit einem langen Vortrag langweilen, also schilderte sie nur knapp ihren Weg vom Studium bis zu ihrer heutigen Position bei der Allianz. Wichtiger, als sich selbst vorzustellen, waren ihr unsere Fragen. Durch eine Frage leitete sie elegant zur nächsten Referentin Ariane Rauschek über, die nun ebenfalls ihren Werdegang schilderte. Aus ihrem Bericht entstand eine offene Diskussionsrunde, im Laufe derer auch die dritte Referentin, e-fellows.net-Alumna Dr. Uta Knebel, von ihrer bisherigen Laufbahn berichtete.

Drei völlig verschiedene Laufbahnen
Für mich war vor allem interessant, drei so ungleiche Persönlichkeiten mit völlig unterschiedlichen Berufswegen kennenzulernen:

Anja Hoffmann arbeitet seit Januar 2011 bei der Allianz SE als Head of Business Partner Management. Sie studierte ursprünglich Wirtschaftsgeografie und Bauingenieurwesen an der TU München und kam erst über Umwege zur IT. In der IT arbeitet sie mittlerweile seit elf Jahren. Sie ist verheiratet und hat einen neunjährigen Sohn.

Ariane Rauschek begann ihre Karriere mit einer Ausbildung, studierte anschließend und arbeitete dann als Unternehmensberaterin. Heute ist sie Head of Department Capacity and License Management bei der AMOS SE.

Im Gegensatz zu ihren beiden Kolleginnen, promovierte Dr. Uta Knebel nach dem Studium der Kommunikationswissenschaften an der TU München. Jetzt ist sie Vorstandsassistentin des Group CIO Dr. Ralf Schneider bei der Allianz SE.

Am spannendsten fand ich bei diesen Geschichten, dass der Zufall viele Karriereschritte der Referentinnen entschied und nicht immer alles nach Plan verlief.

Aufsteigen oder das machen, was man kann?
Wir Teilnehmerinnen hatten großes Interesse daran, wie sich die Karrierechancen von Frauen und Männern unterscheiden. Die Erfahrung der Referentinnen war, dass sich Männer eher nach oben orientieren, Frauen aber manchmal ab einer gewissen Ebene dafür entscheiden, nicht weiter aufzusteigen. Das geschieht durch Prioritäten wie "Ich will mein Kind mehr sehen".

Frauen wollen dann lieber auf einer Ebene bleiben und auf dieser weitere Herausforderungen suchen. Man kann als Frau weit nach oben kommen – aber nur, wenn man es selbst wirklich will. Und nicht immer ist für einen persönlich dieser Weg der einzig richtige. Alle Referentinnen waren der Meinung, man soll auf sein Gefühl hören bei neuen Karrierechancen. Ob ein Job oder Karrieresprung mehr Geld oder Ansehen bringt, ist nicht das Einzige, was zählt. Man ist nur gut, wenn man etwas wirklich will und vor allem kann.

Die Referentinnen sagten, wir sollen uns bei allen Entscheidungen selbst treu bleiben und uns von niemanden reinreden lassen. Auch ungewöhnliche Entscheidungen zu treffen, hat manchmal Vorteile. Wichtig ist dabei, dass man zu allen Entscheidungen steht, denn nur so wird man ernstgenommen.

Tipps für die Zukunft: Lieber Hosenanzug
Wie hatten es die Referentinnen geschafft, sich in dieser Männerdomäne durchzusetzen? Sie versuchten, sich mit guter Arbeit Respekt zu verschaffen und immer 100 Prozent verlässlich zu sein. Außerdem achten sie darauf, eher einen Hosenanzug zu tragen, anstatt etwas zu sehr Modisch-Weibliches – weil man einfach ernster genommen wird.

Die Vereinbarkeit von Karriere und Familie war der zweite große Diskussionspunkt. Hier konnte uns vor allem Anja Hoffmann viele Fragen beantworten. Als Mutter hat sie es nicht immer leicht, ihre Karriere und Familienplanung unter einen Hut zu bekommen. Doch trotz der Schwierigkeiten, über die sie ehrlich sprach, machte sie einen glücklichen Eindruck. Nach ihrer eigenen Aussage kommt das daher, dass ihr ihre Arbeit viel Freude bereitet.

Ein Punkt, den alle Referentinnen immer wieder hervorhoben: das Wichtigste bei der Karriere ist, dass man Spaß hat – der Rest ergibt sich dann von ganz alleine.

Die männliche Meinung war schließlich auch vertreten
Im Anschluss an die Diskussionsrunde unterhielten wir uns in kleinen Gruppen mit den Unternehmensvertreterinnen. Viele Teilnehmerinnen nutzten die Gelegenheit, um Fragen loszuwerden, die sie nicht vor allen stellen wollten. Gegen Ende stieß noch ein männlicher Teilnehmer zu der bis dahin weiblichen Runde: Frederick Steinke ist ebenfalls Mitarbeiter der Allianz SE. In den kleinen Gruppen konnten wir auch ihm Fragen stellen, wenn wir wollten, und somit auch eine "männliche Meinung" hören.

Mein persönliches Fazit und wem ich die Veranstaltung weiterempfehle
Insgesamt fand ich das Power Breakfast sehr gelungen. Durch den kleinen Kreis und die Ungezwungenheit konnten wir offen diskutieren. Ich würde es allen Stipendiatinnen empfehlen, mal ein Power Breakfast zu besuchen, da wirklich jeder von den Erfahrungen und Tipps der Referentinnen profitieren kann.

[Die nächsten Power Breakfasts]

Erfahrungsberichte [Quelle:sxc.hu, Autor:clix]Mehr Erfahrungsberichte? Weitere Berichte der e-fellows von Recruiting-Events, Praktika und Jobs findest du in der Rubrik "Erfahrungsberichte".

Erfahrungsbericht (LL.M. Day): Top Law Schools persönlich treffen

Donnerstag, den 10. November 2011
Erfahrungs- bericht

Die besten Law Schools der Welt traf e-fellow Michael beim LL.M. Day in Frankfurt. Auch wenn er sich noch nicht konkret für eine Uni entschieden hatte, half ihm die Info-Veranstaltung zum Master of Laws weiter. Es gab einen Vortrag zur Auswahl und Finanzierung des LL.M. und persönliche Gespräche mit Alumni sowie Law School- und Kanzleivertretern.

Auch wenn mein geplanter LL.M.-Aufenthalt noch etwas in der Zukunft liegt, habe ich mich für den e-fellows.net LL.M. Day am 20. Oktober 2011 in Frankfurt am Main beworben. Ich wollte mich in erster Linie allgemein informieren, Gleichgesinnte treffen und mir schon einmal die eine oder andere Law School genauer ansehen.

e-fellow Michael LL.M. Day 2011 Frankfurte-fellow Michael (25) hat Jura an der Universität Augsburg studiert. Er absolvierte außerdem einige Praktika in Kanzleien und beim Landgericht Augsburg.

Die Bewerbung funktioniert denkbar einfach, wenn man bereits ein Stipendium bei e-fellows.net hat. Dann genügt ein Klick und man bewirbt sich mit dem hinterlegten Lebenslauf. Ich bewarb mich also und kurze Zeit später bekam ich die Zusage. Bei der Bewerbung konnte ich meine favorisierten Law Schools angeben, um in deren Info Panel eingeteilt zu werden.

Für jeden Anspruch was dabei
Der LL.M. Day begann mit einer großen Kaffeerunde und leckerem Buffet. Hier konnte man bereits die anderen Teilnehmer kennenlernen. Ich traf auf eine bunte Mischung von Studenten: vom Siebtsemester bis hin zum Volljuristen war alles vertreten. Auch die Erwartungen waren durchaus unterschiedlich. Während sich einige – wie ich – erst einmal allgemein orientieren und informieren wollten, waren andere speziell auf eine oder mehrere der anwesenden Universitäten fokussiert und erhofften sich möglichst detaillierte Informationen. Soweit ich es mitbekommen habe, wurde keine der Erwartungen enttäuscht.

Offiziell eröffnet wurde das Event mit einer kurzen Begrüßung durch die e-fellows.net-MitaVortrag-LL.-M.-Day-Frankfurt 2011 rbeiter, gefolgt von einem Kurzvortrag von Dr. Daniel Voigt, Autor des LL.M.-Buchs. Diese Einführung war sehr lebhaft und äußerst amüsant und rückte aus meiner Sicht den LL.M. genau in das richtige Licht: Man sollte nicht nur das Fachliche in den Vordergrund stellen, sondern das Programm auch als Gelegenheit sehen, um interessante Erfahrungen in einem anderen Land zu sammeln und eine fremde Kultur zu entdecken. Nach dem einführenden Vortrag waren die einzelnen Vertreter der Universitäten und der Kanzleien an der Reihe und stellten sich jeweils mit ein paar Sätzen vor.

Die Info Panels
Nach einer kurzen Kaffeepause begannen die Info Panels, zu denen man je nach seinen Präferenzen eingeteilt wurde. Erst kamen weitere kurze Vorstellungen und dann konnten die Teilnehmer allgemeine Fragen zur Planung eines LL.M. stellen.

kleine-Gruppe-LL.M.-Day-Frankfurt 2011

Gefragt wurde zum Beispiel nach den Anforderungen an Zulassung und Stipendien, nach dem idealen Zeitpunkt für den LL.M., dem Vorteil für eine spätere Karriere in einer Großkanzlei und nach welchen Kriterien die Universität ausgewählt werden sollte.

Diese Fragen wurden sehr ausführlich und lebhaft diskutiert, sodass in der Zeit nur etwa fünf bis sechs Fragen besprochen werden konnten. Das war aber auch ausreichend – aus meiner Sicht wurden die wichtigsten Punkte angesprochen. Zum Beispiel bestätigte man uns, dass die Wahl des Zeitpunkts und der Universität eine ganz persönliche ist, denn eine Generallösung gibt es nicht. Die Entscheidung ist abhängig von der eigenen Lebensplanung und den persönlichen Vorlieben hinsichtlich Ort und Art des LL.M.

Mehr konnte man an den Ständen erfahren
Nach den Info Panels einzelne-Stände-LL.M.-Day-Frankfurt 2011waren die Universitäten und Kanzleien an einzelnen Ständen vertreten. Dort gab es neben ausführlichen Informationen auch die Möglichkeit, einzeln mit den Vertretern zu sprechen. Oftmals waren sie ehemalige LL.M.-Absolventen der jeweiligen Universität, sodass man auch deren persönliche Eindrücke hören konnte.

Mein persönliches Fazit und wem ich die Veranstaltung empfehle
Alles in allem kann ich die Teilnahme am LL.M. Day jedem uneingeschränkt weiterempfehlen, der auch nur mit dem Gedanken spielt, später einen LL.M. zu machen. Dabei ist es auch nicht von großer Bedeutung, wenn man sich noch nicht auf eine Universität festgelegt hat oder die Universität seiner Wahl nicht teilnimmt.

Doch auch Juristen, die sich schon für eine Law School entschieden hatten und konkrete Fragen zum Programm und der Bewerbung hatten, kamen voll auf ihre Kosten.

Für mich war vor allem der Erfahrungsaustausch mit ehemaligen LL.M.-Absolventen wichtig sowie Informationen über Kosten, Voraussetzungen an die Noten und die Schwierigkeit, in einem anderen Land zu lernen und Tests zu meistern.

Erfahrungsberichte [Quelle:sxc.hu, Autor:clix]Mehr Erfahrungsberichte? Weitere Berichte der e-fellows von Recruiting-Events, Praktika und Jobs findest du in der Rubrik "Erfahrungsberichte".