Monatsarchiv für Mai 2011

Erfahrungsbericht (e-fellows.net Mentoren-Programm): Bist du abgefahren genug für einen Mentor?

Dienstag, den 17. Mai 2011
Erfahrungs- bericht

Persönlichkeit, Internationalität und eine Prise Unvernunft wünscht sich Bosch-Mentor Joo-Seuk Maing von seinen Mentees. Glücklicherweise konnte e-fellow Eike mit verrückten Erlebnissen im Urwald von Guatemala aufwarten. Zum ersten Mal traf er seinen Mentor auf dem Flughafen in Frankfurt – sie rannten zufällig ineinander. Nächstes (geplantes) Treffen: in einem Café in Singapur.

e-fellows.net-Stipendiat Eike (26) studiert Wirtschafts- und Ostasienwissenschaften an der University of Sheffield. Bei der Suche nach einem Mentor war es ihm von Anfang an wichtig, dass die Chemie stimmt.

Als ich im November 2009 in der e-fellows.net community auf den Mentor Joo-Seuk Maing von Bosch stieß, fand ich in seinem Profil folgendes Statement:

"Ich schätze Mentees mit dem oft zitierten Blick über den Tellerrand. Noten sind mir nicht so wichtig, dafür Persönlichkeit und Internationalität. Was war das Abgefahrenste, was du jemals gemacht hast? (Denn das Leben ist viel zu kurz, um ständig nur vernünftig zu sein)."

Überzeugende Urwalderlebnisse
Kurzerhand verfasste ich einen Bericht über meinen Aufenthalt in Lateinamerika im Sommer. Ich erzählte von einer Taxi-Panne in Guatemala, bei der mich der Fahrer einfach im Urwald stehen gelassen hatte, der von Straßenräubern nur so wimmelte. Mehrere Stunden lang musste ich mich mit mulmigem Gefühl im Bauch alleine zurück in das nächste Dorf kämpfen. Meine Bewerbung schien Joo-Seuk Maing zu gefallen und er nahm mich als Mentee auf. Kurz darauf tauschten wir erste Erfahrungen per E-Mail aus. Wir entdeckten ein gemeinsames Faible für fremde Länder, die Chemie zwischen uns schien gut zu passen.

Karriere-Tipps für Ostasienfans
Da uns beiden Ostasien am Herzen liegt, bekam ich kurz nach der Kontaktaufnahme auch schon den ersten Karriere-Tipp. Joo-Seuk machte mich aufmerksam auf das "Harvard Project for Asian and International Relations", kurz HPAIR. Dort diskutieren Größen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft die Herausforderungen Asiens mit Studenten aus aller Welt. Joo-Seuk selbst hatte bereits an mehreren HPAIR-Konferenzen teilgenommen und konnte mir so wertvolle Tipps zur Bewerbung geben. Nur zwei Monate später saß ich im Flieger Richtung USA (Eikes Erfahrungsbericht dazu: Asien in Harvard).

Karrierefragen und Urlaubsgrüße
In den folgenden Monaten schrieben wir uns zahlreiche E-Mails und mittlerweile stehen wir in regelmäßigem Kontakt. Dabei geht es oft um meine Karrierefragen. So habe ich beispielsweise Tipps für meinen Lebenslauf bekommen, kann mir nun ein besseres Bild machen vom "Junior Managers Program" von Bosch und habe viel über die Vor- und Nachteile vom Arbeiten im Ausland erfahren. Aber wir tauschen uns auch über Neuigkeiten zu Joo-Seuks Berufsleben aus oder schicken uns gegenseitig einfach einen kurzen Urlaubsgruß.

Der Zufall bescherte das erste persönliche Treffen
Da ich in England studiere, und Joo-Seuk die meiste Zeit in Asien unterwegs ist, dauerte es eine Weile, bis wir uns das erste Mal persönlich begegneten. Bezeichnenderweise passierte dies im Schneechaos des Frankfurter Flughafens kurz vor Weihachten 2010. Wir waren beide auf dem Weg zum Weihnachtsbesuch bei der Familie und liefen uns zufällig über den Weg. Eigentlich hätten wir beide zu diesem Zeitpunkt schon ganz woanders sein sollen, aber die Welt ist nun mal verrückt. Uns blieb zwar nicht viel Zeit, aber es reichte für ein erstes persönliches Kennenlernen.

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In der Bosch-Gruppe Fragen stellen oder Alumni mit Erfahrung bei Bosch kontaktieren.

Auf eine Tasse Tee nach Singapur
Ein ausführlicheres Treffen haben wir bereits ins Auge gefasst. Wann und wie sich das realisieren lässt, wird sich erst noch zeigen. Da ich inzwischen ebenfalls nach einer Position mit internationalen Arbeitseinsätzen suche, werden wir uns wahrscheinlich an einem eher ungewöhnlichen Ort treffen. Im Juni wird es mich für ein Praktikum nach Shanghai verschlagen, und da Joo-Seuk ab Juni einen neuen Job bei Bosch in Singapur haben wird, stehen die Chancen auf einen Kaffee – oder eher eine Schüssel Reis und Tee – gar nicht schlecht.

Fazit
Mein persönliches Fazit zum e-fellows.net Mentoren-Programm ist überaus positiv. Durch die Erfahrungen meines Mentors konnte ich sehr viel lernen. Dabei kann ich jedem e-fellow nur besonders ans Herz legen, seinen Mentor nach gemeinsamen Interessen auszuwählen.

In diesem Sinne kann ich mich nur ganz herzlich bei Joo-Seuk Maing und e-fellows.net bedanken. Ihr habt mich auf viele Möglichkeiten aufmerksam gemacht und mir in meiner beruflichen Entwicklung sehr geholfen.

Erfahrungsberichte, Quelle:sxc.hu Autor:clixMehr Erfahrungsberichte?
Weitere Berichte der e-fellows von Recruiting-Events, Praktika und Jobs findest du in der Rubrik "Erfahrungsberichte".

Die zehn beliebtesten Fragen zum Abitur

Freitag, den 13. Mai 2011
Christoph

In Bayern machen dieses Jahr so viele Schüler ihr Abi wie nie zuvor. Viele von ihnen stehen jetzt vor der Frage, wie es weitergeht: Soll ich studieren – oder erst mal ein Jahr lang ins Ausland? "Muss" ich mit einem 1,0-Abi Medizin studieren und sind Abiturienten aus Bayern wirklich besser als andere? Die e-fellows.net-Stipendiaten haben in den zehn beliebtesten Fragen zum Thema Abitur erstaunliche Antworten auf diese und ähnliche Probleme gefunden:

1. Muss ich mit einem 1,0-Abi Medizin studieren?

2. Wie wichtig ist das Abiturzeugnis bei einer Bewerbung für eine der Top-Beratungen?

3. Sind Abiturienten in Ländern wie Bayern oder Baden-Württemberg wirklich besser als andere?

4. Was ist der Wert eines Abiturs?

5. Was tun, wenn "sehr gut" nicht mehr gut genug ist?

6. Abiquote bei knapp 50 Prozent – wie viel ist zu viel?

7. Ist Karriere wirklich erstrebenswert?

8. Wie lange halten deine Freundschaften nach dem Abitur noch?

9. Studieren ohne Abitur – schmälert das den Wert des Abis?

10. Wie sollte Schule sein?

Tipps der Redaktion
"Abitur – und was dann?" – Auch diese Frage hätte man problemlos in die Liste aufnehmen können, und die Kollegen von Startschuss Abi haben sich bemüht, diese zu beantworten. Auch das Buch "Startschuss Abi" ist eine große Hilfe, um sich nach dem Schulabschluss über alle offenen Möglichkeiten zu informieren. Am meisten Spaß macht es jedoch sicherlich, mit Gleichgesinnten in einer der Abi-Gruppen unserer Community zu diskutieren, oder die Abimottos und -logos zu vergleichen.

Passend dazu möchte ich mich mit diesem Blog-Artikel verabschieden – getreu unserem Abi-Motto damals "Ich bin dann mal weg!". Aber keine Angst – die Top-10-Fragen-Serie geht weiter. ;)

Tagebuch (Roche): Eine Postdoc zwischen Labor und Projektmanagement

Donnerstag, den 12. Mai 2011
Tagebuch

Wer sagt, dass Naturwissenschaftler nur im Labor arbeiten? Für Alumna Franziska ist gerade die Mischung aus Laborarbeit und Projektmanagement das Spannende an ihrer Postdoc-Stelle in der Gerinnungsdiagnostik von Roche.

Zugegebenermaßen befinde ich mich auch nach 100 Tagen noch mitten in der Einarbeitungsphase. Am Anfang absolvierte ich verschiedene Schulungen, um den Umgang mit unseren Messgeräten und speziellen Auswertungssoftwares zu lernen. Besonders gut gefällt mir, dass ich seit dem ersten Tag in die laufenden Projekte eingebunden bin. Ich hatte von Beginn an kleinere Projektaufgaben, bei denen ich mich ganz automatisch fachlich einarbeite und auch gleichzeitig erste Projektergebnisse beisteuern kann.

Meine Aufgaben sind sehr vielfältig: Für einen Test erarbeite ich im Labor Applikationen, bei denen ich ein Reagenz auf bestimmte Kriterien an Messgeräten austeste. Wenn ich nicht im Labor beschäftigt bin, warten mindestens genauso viele Aufgaben am Schreibtisch auf mich: Hier werte ich Messdaten aus, verfasse Berichte, bearbeite Produktdokumente, erstelle Präsentationen und Entscheidungsvorlagen oder halte unseren Projektfortschritt fest.

e-fellows.net-Alumna Franziska (29) studierte Molekulare Biotechnologie an der TU München. Anschließend promovierte sie am Helmholtz Zentrum München. Seit einigen Monaten arbeitet sie nun als Postdoc in der Gerinnungsdiagnostik bei Roche.

Außerdem stehe ich im Kontakt zu den verschiedenen Projekt-Schnittstellen. Weil wir in unserem Forschungs- und Entwicklungsteam (R&D) sehr eng zusammenarbeiten, stimmen wir uns genau ab. Dafür gibt es fast täglich Besprechungen innerhalb unserer Gruppe, sei es mit meinen Kolleginnen im Labor oder mit meinem Abteilungsleiter. Ab und zu geht es außerdem zu Projektsitzungen oder Fortbildungen, entweder hier auf dem Werkgelände oder auch an anderen Roche-Standorten. Durch diese Mischung aus Laborarbeit und Projektmanagement empfinde ich meinen Arbeitsalltag als sehr abwechslungsreich.

Der Umgang miteinander
Die gesamte Abteilung hat mich zu meinem Start sehr offen und herzlich aufgenommen. Nicht nur meine Zimmergenossin, sondern auch die anderen Kollegen in der Abteilung haben mir von Anfang an bereitwillig ihre Hilfe angeboten, wenn ich einmal Fragen haben oder alleine nicht weiterkommen sollte. Dafür bin ich sehr dankbar und auch schon in einigen Fällen darauf zurückgekommen.

Auch mein Abteilungsleiter Dr. Michael-Town hat mich von Anfang an in sein Netzwerk integriert, zum Beispiel wenn es um den Kontakt zu Fachexperten geht. Insgesamt schätze ich diesen offenen, integrativen und hilfsbereiten Umgang sehr, weil er die Arbeit – nicht nur für Einsteiger sondern für jeden Einzelnen – so viel angenehmer und produktiver macht.

Der persönliche Kontakt
Jeden Mittag geht es gemeinsam mit meiner Arbeitsgruppe zumeist mit dem Fahrrad über das Werkgelände zur Kantine. Die Essenskosten subventioniert Roche, was für uns Mitarbeiter – insbesondere für Auszubildende und Praktikanten – eine tolle Sache ist. Jeden Freitag steht der Postdoc-Stammtisch auf dem Programm. Dabei treffen sich die Teilnehmer des Management-Start-Up(MSU)-Programms und wir Postdocs vom Werk Penzberg zum gemeinsamen Mittagessen. Viele darunter sind mit den Jahren bereits Gruppenleiter geworden, aber kommen immer noch gerne zu den Treffen. Auch ich freue mich jede Woche darauf, denn wir tauschen viele Erfahrungen aus und knüpfen professionelle, aber auch persönliche Kontakte.

Gleich nach den ersten Wochen, es war kurz vor Weihnachten, haben mein ehemaliger Mentor und ich telefoniert, um zu besprechen, wie es mir bei meinem Start als Postdoc ergangen ist. Dabei fragte mich Robert Bühn neugierig: "Wie kommt es Ihnen denn nun vor, Frau Hampel? Von der Uni in die Industrie – fühlt es sich für Sie nicht ein bisschen wie ein Kulturschock an?" Aber genau das hatte ich nicht empfunden. Ich berichtete ihm, wie viel Spaß mir mein neuer Job macht, und dass meine Arbeit sowie mein Umfeld so sind, wie ich es erwartet hatte nach den Eindrücken aus dem Mentorenprogramm.

Mein Fazit
Das Mentorenprogramm von Roche hat mir bei meiner beruflichen Orientierung sehr geholfen. Deshalb kann ich interessierten e-fellows nur empfehlen, Veranstaltungen von Roche und e-fellows.net zu besuchen, dabei neugierig zu sein und möglichst viel mitzunehmen.

Gerade die Workshops bieten eine gute Möglichkeit, mit Vertretern aus dem Management in Kontakt zu kommen – und diese bieten im Anschluss an solche Events dann gerne ein Mentoring an. In meinen Augen war dies eine geniale Vorbereitung auf den Berufseinstieg und – wie sich nun am Ende herausstellte – bereits ein Teil des Wegs in meine jetzige Position bei Roche Diagnostics.

Im ersten Teil ihres Tagebuchs berichtet Franziska, wie sie ins Mentorenprogramm von Roche aufgenommen wurde, im zweiten Teil erklärt sie, was in der Gerinnungsdiagnostik passiert.

Kontakt zu Roche aufnehmen?
In der Community-Gruppe "Inside Roche" Fragen stellen oder Alumni mit Erfahrung bei Roche kontaktieren.

Die e-fellows.net-Mitarbeiter stellen sich vor: Judith Scharnagl

Donnerstag, den 12. Mai 2011
Maximilian

Wenig überraschend hat Volontärin Judith die Organisation des Expertenforums "Studieren in den USA" übernommen. Schließlich ist sie Welten-
bummlerin und schon bis nach Hamburg gereist. Sehr überraschend ist dagegen, dass wir die passionierte Fotografin noch nie mit ihrer Spiegelreflexkamera gesehen haben. Vermutlich trägt sie die unter ihren selbstgenähten Kleidern.

>> Teil 38 der Serie: Wer sind die eigentlich bei e-fellows.net? <<

Judith

Was machst du bei e-fellows.net?
Ich bin seit Oktober Volontärin im Team Content & Community. Dort schreibe ich Artikel, stelle den Stipendiaten des Monats, organisiere Expertenforen, zum Beispiel zum Thema "Studieren in den USA", schreibe Newsletter, betreue die Mediziner-Rubrik und das e-fellows.net wiki und twittere.

Was hast du vorher gemacht?
Nach meinem Abitur habe ich an der Universität Passau Medien und Kommunikation studiert. Mittlerweile bin ich damit fertig und verbringe sozusagen mein "Gap Year" hier bei e-fellows.net. Danach geht's weiter mit dem Master.

Was gefällt dir an deiner Arbeit bei e-fellows.net?
Besonders gut gefällt mir das tolle Klima hier. Ich wurde toll im Team aufgenommen. Super finde ich auch, dass ich das, was ich in der Uni theoretisch gelernt habe, hier in die Tat umsetzen kann. Es ist schön zu sehen, dass man manches tatsächlich auch im Berufsleben brauchen kann. Genauso lerne ich hier aber auch viel Neues.

Welche privaten Interessen hast du?
Ich fotografiere sehr gerne. Vor zwei Jahren habe ich mir eine Spiegelreflexkamera gekauft und seitdem ist sie mein treuester Begleiter. Außerdem gehe ich gerne auf Konzerte – am liebsten in kleinen Clubs – und versuche mir selbst das Nähen von Kleidern beizubringen.

Was war dein erstes Aha-Erlebnis mit dem Internet?
Ein richtiges Aha-Erlebnis mit dem Internet gab es bei mir nicht. Allerdings bin ich auch heute noch immer wieder fasziniert, welche Möglichkeiten das Internet bietet – im positiven wie im negativen Sinn.

Welche lebende oder historische Person würdest du gerne treffen?
Sehr gerne würde ich mich mal mit meinen Urgroßeltern unterhalten, um mehr über ihre Zeit und die Herkunft meiner Familie zu erfahren.

Was willst du in deinem Leben unbedingt noch machen?
Reisen. Es gibt noch so viele Orte auf der Welt, die ich unbedingt einmal sehen will. Leider sind Zeit und Geld meist sehr begrenzt, aber ich versuche mindestens einmal im Jahr irgendwohin zu fahren, wo ich vorher noch nie war. Dieses Jahr war ich immerhin schon in Rom. Als nächstes stehen für diesen Sommer Portugal und für die nächsten Semesterferien – die ich um Glück auch bald wieder habe ;) – ein paar fernere Länder wie Malaysia oder Indonesien auf meiner Liste.

Tagebuch (Allianz): Als IT-Trainee eigene Ideen einbringen

Mittwoch, den 11. Mai 2011
Tagebuch

Eins war Felix für seinen Berufseinstieg besonders wichtig – er wollte in einem Unternehmen arbeiten, in dem er seine Ideen auch umsetzen kann. Als IT-Trainee bei der Allianz macht er nun den Realitätscheck – und beschäftigt sich bei seinem ersten Projekt gleich mit einem wichtigen System.

Wenn mich jemand vor meinem Start als IT-Trainee bei der Allianz fragte, wie ich mir meinem künftigen Arbeitgeber vorstelle, antwortete ich: "Ich möchte in einem dynamischen, kreativen Umfeld arbeiten, in das ich meine Ideen einbringen kann und in dem sie angenommen werden."

Ein paar erstaunte Blicke rief diese Antwort in Kombination mit meinem Job-Einstieg schon hervor, assoziieren die meisten doch mit der Allianz eher ein traditionelles, stabiles Unternehmen als ein kreatives, dynamisches. Seit Oktober 2010 bin ich IT-Trainee bei der Allianz und kann jeden Tag überprüfen, inwieweit sich meine Erwartungen erfüllt haben.

Felix ist IT-Trainee bei der Allianz [Bildquelle: Allianz]Felix (22) studierte Wirtschaftsinformatik im Dualen Studium an der HWR Berlin. Nach seinem Bachelor-Abschluss begann er im Oktober 2010 als IT-Trainee bei der Allianz.

Die Allianz-Geschichte im Schnelldurchlauf
Schon die Begrüßung von uns Trainees war ein erfrischender Einstieg in das Unternehmen. Wir Trainees – drei neue und zwei schon etwas dienstältere – trafen uns mit den Gestaltern des IT-Trainee-Programms im Firmenhistorischen Archiv der Allianz.

Vor dem eigentlichen fachlichen Einstieg hatten wir die Chance, Geschichte (lang, beeindruckend) und Aufstellung (vielfältig und international) der Allianz und ihrer IT im Speziellen kennenzulernen: von den ersten Einsätzen von mechanischen Rechenmaschinen über Lochkartenverarbeiter bis hin zu einer professionell aufgestellten IT mit eigenen Rechenzentren und strategischer Softwareentwicklung. Also unserem späteren Tätigkeitsfeld.

Das alles ist mittlerweile ein halbes Jahr her. Hört sich kurz an, fühlt sich aber so an, als sei ich schon viel länger dabei. Und das ist durchaus positiv gemeint: Ich habe schon so viele Themen, Abteilungen und vor allem Menschen in dieser Zeit kennengelernt.

Das IT-Trainee-Programm verspricht in seinen anderthalb Jahren drei- bis sechsmonatige Stationen in verschiedenen Bereichen – es ist sogar ein Auslandseinsatz möglich. So lernen wir Trainees das Unternehmen kennen, können uns einen Überblick verschaffen und entscheiden, wo wir anschließend in eine Fach- oder Führungslaufbahn starten möchten.

Das erste Projekt
An was habe ich also gearbeitet? Mein erstes Projekt war die Test-Automation des "Allianz Business Systems" (ABS). ABS ist eine strategische Plattform für den Innendienst, mit dem die Allianz alle Kundendaten verwaltet. Stellt euch zum Beispiel vor, ihr schließt eine Versicherung bei der Allianz ab, habt einen Schadensfall, zu dem ihr eine Auszahlung wollt, oder zieht um und möchtet eure neue Adresse mitteilen. Das alles wird über ABS abgebildet. Es ist also für die Allianz ein sehr wichtiges System.

Wie kann man also sicherstellen, dass keine Probleme auftreten, wenn ein Sachbearbeiter ABS benutzt? Vor allem dadurch, dass die Software getestet wird, bevor sie in den Einsatz geht.

Wie kann man Software-Tests automatisieren?
In dem Team, das ich unterstützen sollte, sah die Situation wie folgt aus: Es gab bereits Testfälle, mit denen die eigenen Entwicklungen getestet werden konnten. Allerdings musste das Team sie von Hand starten, was zusätzliche Arbeit bedeutete und immer wieder Konfigurationsaufwand für die Entwickler.

Das Ziel meines dreimonatigen Projekts war also, organisatorisch und technisch zu ermöglichen, dass die Testfälle automatisch ausgeführt werden. Darüber hinaus gab es kaum Vorgaben, und ich hatte die Chance, mein ganzes Projektmanagementwissen aus dem Wirtschaftsinformatikstudium in der Praxis zu erproben.

Der erste Schritt war, mir ein Bild über die bestehenden Lösungen zu machen: Wie kann das Testsystem angesprochen werden? Wie kann man ein Reporting über die Ergebnisse aufbauen? Und gibt es schon ähnliche Lösungen? Ich entwickelte einen Mechanismus, der den gesamten Testprozess zeitgesteuert und ohne Handarbeit automatisch ausführt. Er installiert die zu testende Software, lädt die Testfälle, führt sie aus und schreibt die Testergebnisse in unser Wiki. Von dort kann jeder Entwickler prüfen, ob in seinem Bereich Fehler aufgetreten sind, und sie dann korrigieren.

Neben der Arbeit am Technischen kam auch viel Organisatorisches dazu. Besonders mit den Entwicklern, die die Testfälle erstellen, stimmte ich mich ab, um sicherzugehen, dass ihre Tests richtig ausgeführt werden und sie mit den Ergebnissen etwas anfangen können.

Einige Kollegen in Indien und Österreich hatten schon etwas Ähnliches entwickelt, mit ihnen konnte ich unsere Lösungen vergleichen und meine zusätzlichen Ideen einbringen – und nebenbei ganz andere Arbeitsweisen und Mentalitäten kennenlernen. Und schließlich lasen einige Kollegen anderer Bereiche meine Dokumentation, riefen mich an, und ich konnte ihnen meine Ansätze näherbringen. Schließlich wurde meine Lösung zur offiziellen Lösung erklärt, in einem Nachfolgeprojekt bereitet das Team jetzt die Weiterverbreitung an alle interessierten Entwicklungsteams vor.

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Erwartungen ans Trainee-Programm erfüllt?
Haben sich also meine Erwartungen erfüllt, arbeite ich in einem dynamischen, kreativen Umfeld, das meine Ideen annimmt?

Ja. Ich war beeindruckt, wie schnell meine Lösungen angenommen wurden und wie viel Verantwortung ich für einen wichtigen Bereich übernehmen durfte – gerade im Vergleich mit Erfahrungen, die ich bei anderen Arbeitgebern gesammelt hatte. Besonders durch die Abstimmung mit verschiedensten Teams konnte ich viele spannende Kollegen kennenlernen und ein gutes Netzwerk aufbauen. Ich arbeite in einem kreativen, dynamischen Unternehmen, das bereit ist, mir in spannenden Bereichen viel Verantwortung zu übergeben. Besonders im Zeitmanagement und beim zielgruppengerechten Aufbereiten meiner Arbeitsergebnisse habe ich viel dazugelernt – erfahrene Kollegen haben mich dabei in Seminaren und bei der täglichen Arbeit unterstützt.

Wie ging es nach den ersten drei Monaten weiter? Was bedeutet es, Prozesse zu optimieren und Assistent einer Managerin direkt unter dem Vorstand zu sein? Das erfahrt ihr in meinem nächsten Tagebuch-Eintrag.

IT-Trainee bei der Allianz werden
Aktuell sucht die Allianz wieder Bewerber fürs IT-Trainee-Programm.

Erfahrungsbericht (McKinsey): Zwischen Green-IT-Fallstudie und Skipiste

Montag, den 9. Mai 2011
Erfahrungs- bericht

Beim Workshop "Wechselwirkungen" hat Richard gelernt, wie Technik und Wirtschaft zusammenspielen. In einer Fallstudie hat er Software-Lösungen entwickelt, die CO2-Emissionen reduzieren sollen. Außerdem hat er gelernt, dass es in Sachen Tischfußball bei den McKinsey-Beratern noch Nachholbedarf gibt und dass es keine Frage des Alters ist, ob man auf der Skipiste eine gute Figur macht.

Titel der Veranstaltung
"Wechselwirkungen" des Business Technology Office von McKinsey & Company

Datum und Ort
10. bis 13. Mai, McKinsey Alpine University, Kitzbühel

Teilnehmerzahl und Unternehmensvertreter
23

Warum ich an der Veranstaltung teilgenommen habe
Mit "Wechselwirkungen" könnte ich vor allem meine aktuelle Lebenssituation gut beschreiben – vor allem mit "Wechsel". Denn am Ende der Promotionszeit angelangt, kommt ständig die selbe Frage: "Und? Was machst du danach?" Tatsächlich würde ich nach drei Jahren am Entrepreneurship Center der LMU München auch weiterhin gerne die Wechselwirkungen zwischen Technologie und Wirtschaft erleben. Deshalb sprach mich der Titel des Workshops des Business Technology Office (BTO) von McKinsey gleich an. Laut Website sollte dort genau dieses Spannungsfeld vorherrschen.

Nach der Zusage musste die Skiausrüstung besorgt werden
Unter "Green IT" – darüber sollte die Fallstudie gehen – konnte ich mir zwar noch nicht unbedingt etwas vorstellen. Und Skifahren – damit sollten wir unsere Freizeit verbringen – war ich schon 15 Jahre nicht mehr. Trotzdem bewarb ich mich für den Workshop in Kitzbühel. Und nach der Zusage konnte ich auch die benötigte Skiausrüstung bei Kollegen und Freunden auftreiben.

e-fellow XYe-fellows.net-Stipendiat Richard (28) promoviert an der LMU in Betriebswirtschaftslehre. Beim McKinsey-Workshop "Wechselwirkungen" hat er in einer Fallstudie die Arbeit der McKinsey-Berater kennengelernt und selbst die größte Herausforderung gemeistert.

Vorstellung der Lieblingsprojekte
Nach der Ankunft in der Alpine University, dem Grand Hotel in Kitzbühel, begann das dreitägige Programm mit einer Vorstellung der Teilnehmer und des BTO. Aus dem Frontalvortrag wurde schnell ein offenes Gespräch, in dem wir auch unsere Fragen loswerden konnten: Von der Möglichkeit, im Rahmen des "Fellow Programms" zu promovieren bis hin zu einer beispielhaften Arbeitswoche im BTO. Eine gute Idee war die Vorstellung des jeweiligen "Lieblingsprojekts" der anwesenden McKinsey-Berater. So bekamen wir schnell einen Überblick, womit sich das BTO beschäftigt.

Mit Software die CO2-Emission reduzieren
Wie der Alltag eines Beraters bei einem Projekt aussieht, sollten wir in einer Fallstudie selbst erleben. Als McKinsey-Berater sollten wir einem IT-Dienstleister Maßnahmen vorschlagen, wie er durch Softwarelösungen den CO2-Ausstoß seiner Rechenzentren reduzieren kann. Gleichzeitig wollte unser Kunde zum führenden Anbieter von Emissionen reduzierenden Software-Lösungen (also Green IT) werden. Der Vorschlag für das passende Produkt-Portfolio sollte auch von uns kommen. Wir merkten schnell, dass sich unser fünfköpfiges Team sehr gut ergänzte. Die IT-Cracks kümmerten sich um die technischen Lösungen, ich beschäftigte mich mit der Entwicklung der neuen Produkte und der Markteintrittstrategie.

Der Vorstandsvorsitzende stört die Pause
Wirklich durchgehend arbeiten konnten wir aber trotzdem nie. So mischten sich zum Beispiel plötzlich der Chief Information Officer des Kunden und ein "McKinsey-Experte" ein. Am Ende kam auch noch der Vorstandsvorsitzende des Klienten höchstpersönlich – natürlich genau während unserer Kaffeepause.

Die größte Herausforderung: Alle überzeugen
Trotz des permanenten Zeitdrucks konnten wir schließlich doch vor das "Steering Committee" (ja, es wird schon viel "Denglisch" gesprochen) treten. Dieses bestand aus dem CIO, dem Finanzvorstand und dem Vorstandsvorsitzenden. In diesem Rollenspiel erlebten wir die wohl größte Herausforderung für Unternehmensberater: den Klienten zu überzeugen und dabei alle ins Boot zu holen. Während der CIO bei den technologiebezogenen Vorschlägen große Augen bekam, fürchteten die anderen beiden, dabei zu viel Geld zu verlieren. Präsentierten wir allerdings die Abschätzungen zu Einsparpotenzialen, war der Finanzvorstand begeistert, weil er dem CIO das Budget kürzen konnte – was dem wiederum gar nicht gefiel.

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In der McKinsey-Gruppe Fragen stellen oder Alumni mit Erfahrung bei McKinsey kontaktieren.

Das Ziel: Eine umsetzbare Strategie
Die Workshop-Organisatoren haben also ein sehr gutes "Spielfeld" geschaffen, auf dem wir den Alltag der McKinsey-Berater selbst erleben konnten. Auf der einen Seite das ständige Arbeiten unter Zeitdruck und das Sichten großer Datenmengen, das irgendwann zu einer umsetzbaren Strategie führen soll. Auf der anderen Seite die Arbeit in einem motivierten Team, das sich den Herausforderungen stellt, sich sehr stark mit dem Projekt identifiziert und die zeitliche Belastung gerne auf sich nimmt. Am Ende hatten wir das Gefühl, den hohen Ansprüchen gerecht geworden zu sein und wirklich etwas geschafft zu haben.

Vom Berater zum Gründer
Abgrundet wurde der inhaltliche Teil von dem Vortrag "Wirtschaft und Finanzen für Einsteiger" und dem Vortrag von McKinsey-Alumnus Matthias Hoene. Er gründete die Firma ZebraMobil, ein Car-Sharing Angebot in München. In seinem Vortrag zeichnete er ein lebendiges Bild von seinem Werdegang vom Berater zum Gründer.

Tischfußball und Skifahren
Natürlich bot das Programm auch viele Möglichkeiten, die anwesenden McKinsey-Berater und die anderen Teilnehmer näher kennenzulernen: Egal ob bei der Ortsführung mit dem Kitzbüheler Original "Beppi", beim Tischfußball (da könnten sie bei McKinsey noch zulegen) oder beim Playstation-Spiel "Singstar" (was mit fortschreitendem Abend allerdings nicht mehr viel mit Singen zu tun hatte). Schließlich stand dann auch noch das Skifahren an. Wir in der Anfängergruppe wurden dazu an einen "gemütlichen Sonnenhang" gebeten, an dem uns dreijährige Kinder regelmäßig alt aussehen ließen. Dafür hatten wir aber Ausrüstung mitgebracht, die jedem Extremsportler zur Ehre gereicht hätte.

Von Kegel-Präsidenten und Ork-Jägern
Besonders spannend fand ich auch, etwas über die Hintergründe der anderen Teilnehmer zu erfahren. Da waren zum Beispiel der Präsident eines Kegelclubs und ein "Live-Action-Roleplayer", der am Wochenende in Wäldern auch mal gerne Orks jagt und deswegen von einer älteren Frau okkulter Handlungen verdächtigt wurde. Da bei der Auswahl der Teilnehmer dieselben Maßstäbe angelegt wurden wie bei den Einladungen zu Vorstellungssgesprächen, kann man davon ausgehen, dass bei McKinsey einige interessante Leute anzutreffen sind.

Erwartungen erfüllt!
Für mich war dieser Workshop wirklich eine lohnende Erfahrung. Es war interessant, zu sehen, wie die Berater sich tatsächlich im Spannungsfeld zwischen Technologie und Wirtschaft bewegen. Wenn sie daran arbeiten, bestehende Abläufe durch IT zu verbessern oder dadurch neue Geschäftsfelder erschließen. Alle, die aus der Naturwissenschaft, Technik oder Informatik kommen und hinter den neuen Technologien auch wirtschaftliches Potenzial sehen, sind bei diesem Workshop und beim BTO richtig.

Erfahrungsberichte [Quelle:sxc.hu, Autor:clix]Mehr Erfahrungsberichte? Weitere Berichte der e-fellows von Recruiting-Events, Praktika und Jobs findest du in der Rubrik "Erfahrungsberichte".

Die zehn beliebtesten Fragen zu Auslandsstudium, -praktikum & Co.

Freitag, den 6. Mai 2011
Christoph

Sonnenschein tanken an spanischen Stränden oder in Dänemark fürs Double Degree ackern – Es gibt viele Möglichkeiten, seinen Auslandsaufenthalt zu gestalten. Aber wie hältst du dich bis dahin in mehreren Sprachen gleichzeitig fit? Welche e-fellows.net-Partnerunternehmen bieten Auslandspraktika an? Oder: Wie schaffst du es, dass dein Partysemester für die Personaler nach harter Arbeit aussieht? – Wir haben die zehn beliebtesten Auslandsfragen aus der Community für dich gesammelt:

1. Welche e-fellows.net-Partnerunternehmen bieten Auslandspraktika an?

2. Wie erklärst du, dass du keinen Auslandsaufenthalt im Lebenslauf hast?

3. Wie hältst du dich in mehreren Sprachen gleichzeitig fit?

4. Welche beruflichen Opfer bist du bereit für deine Beziehung zu bringen?

5. Promotion im Ausland: Wie sind die Chancen bei den Elite-Unis?

6. Was bringt dir ein "Double Degree"?

7. Bringt eine Diplomarbeit auf Englisch Vorteile bei der Bewerbungen im Ausland?

8. Welche Wege gibt es, schon vor Beginn des Studiums ins Ausland zu kommen?

9. Was musst du bei der Bewerbung für ein Auslandspraktikum beachten?

10. Wie schaffst du es, dass dein Partysemester für die Personaler nach harter Arbeit aussieht?

Tipps der Redaktion zum Auslandsaufenthalt
Bei den meisten Unternehmen ist Auslandserfahrung mittlerweile ein wichtiges Einstellungskriterium. Doch das ist längst nicht der einzige Grund für einen Auslandsaufenthalt. Schon die Organisation stellt eine Herausforderung dar und lässt deine Persönlichkeit reifen: die Landessprache lernen, ein Visum beantragen und sich für ein Austauschprogramm bewerben – all das erfordert viel Geduld und Sorgfalt. Mithilfe unserer Stipendien-Datenbank findest du Organisationen, die dir Studiengebühren, Sprachkurse oder Reisekosten finanzieren.

Wie es anderen e-fellows bei ihrem Auslandsaufenthalt erging, erfährst du in einem von zahlreichen Erfahrungsberichten. Und damit du in der Fremde nicht allein bist, kannst du in einer der Auslandsgruppen unserer Community schon mal Kontakt zu e-fellows aufnehmen, die sich gerade im selben Land wie du befinden.

Tagebuch (Roche): Teamwork für den marktreifen Test

Freitag, den 6. Mai 2011
Tagebuch

Interdisziplinäre Teamarbeit: An der Entwicklung eines Blutgerinnungstests arbeiten bei Roche viele Abteilungen. Bis der Test auf dem Markt ist, kann es mehrere Jahre dauern. Aber wozu untersucht man die Blutgerinnung eigentlich?

Am 1. Dezember 2010 startete ich als Postdoc in der Gerinnungsdiagnostik bei Roche Professional Diagnostics. Der erste Tag beginnt bei allen neuen Mitarbeitern am Standort Penzberg mit einer Einführungsveranstaltung der Personalabteilung. Wir bekamen das Unternehmen präsentiert, und Bernhard Schneller, HR Business Partner Roche Diagnostics Operations Penzberg, klärte uns über unternehmensinterne Prozesse auf.

e-fellows.net-Alumna Franziska (29) studierte Molekulare Biotechnologie an der TU München. Anschließend promovierte sie am Helmholtz Zentrum München. Seit einigen Monaten arbeitet sie nun als Postdoc in der Gerinnungsdiagnostik bei Roche.

Dabei bekamen wir Einsteiger auch sofort wichtige Intranet-Links und Telefonnummern an die Hand, die mir seitdem in vielen Situationen weiterhelfen, sei es zur Nutzung der werkseigenen Bibliothek, des Fortbildungsprogramms oder der IT-Hilfe bei Computerproblemen. Nach einem gemeinsamen Mittagessen, bei dem wir persönlich vom Kantinen-Betriebsleiter begrüßt wurden, ging es zum Start in die Fachabteilung. Obwohl ich durch mein Studium und die Promotion grundlegendes Wissen zur Blutgerinnung mitbrachte, stand zunächst einmal die fachliche Einarbeitung in die Gerinnungsdiagnostik auf dem Programm.

Blutgerinnungsdiagnostik – was bedeutet das überhaupt?
Bei der "Blutgerinnung" lagern sich bestimmte Blutzellen, unsere Blutplättchen, aneinander, um einen sogenannten Thrombus zu bilden, der zum Beispiel eine Wunde nach einer Verletzung schließen und damit eine weitere Blutung verhindern soll. Dafür müssen zunächst eine Reihe von Bluteiweißstoffen, sogenannte Gerinnungsfaktoren, in einer bestimmten Reihenfolge aktiviert werden, um am Ende die Vernetzung der Blutplättchen untereinander möglich zu machen. Nach der Wundheilung vermitteln andere Bluteiweißstoffe auf reguliertem Wege die Auflösung dieses Zellklumpens.

Ist bei einem Menschen die Funktionstüchtigkeit eines Gerinnungsfaktors vermindert oder vermehrt, kann es bei diesem Patienten zu einer verstärkten Blutung oder Blutgerinnung kommen. Deshalb spielt der Gerinnungsstatus eines Patienten bei einer Vielzahl von klinischen Situationen eine wichtige Rolle. Man untersucht die Blutgerinnung zum Beispiel zur Vorbereitung auf eine Operation, zur Kontrolle von Thrombose-Prophylaxe bei längerer Bettlägrigkeit oder genetischer Veranlagung und regelmäßig bei sogenannten "künstlichen Bluter-Patienten".

Zu diesem Zweck wird dem Patienten Blut abgenommen und die Blutgerinnung durch die Zugabe bestimmter Eiweißstoffe künstlich in Gang gesetzt, während kontinuierlich in einem sogenanntem Photometer ein Lichtstrahl durch die Blutprobe geschickt wird. Je nachdem, wie schnell sich ein "Gerinnsel" bildet, kommt es zu einer Trübung der Probe, welche anhand des abnehmenden Durchlichts gemessen wird. Um den Gerinnungsstatus eines Patienten genau zu untersuchen, gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Tests, mit denen die Funktionstüchtigkeit der verschiedenen Gerinnungsfaktoren einzeln überprüft werden kann.

Wie laufen solche Entwicklungsprojekte eigentlich ab?
Einen solchen Test zu entwickeln, zu evaluieren und am Ende beim Kunden zum Einsatz zu bringen, bedeutet für uns ein mehrjähriges Projekt, für das Vertreter verschiedener Abteilungen als ein interdisziplinäres Projektteam zusammenarbeiten. Da die Einheit "Marketing & Vertrieb" direkten Kontakt zu unseren Kunden hat, können diese Kollegen am besten einschätzen, was ein Test von Roche in der klinischen Praxis leisten muss. Die Marketingabteilung formuliert also zunächst Produktanforderungen.

Gelingt es uns als Forschungs- und Entwicklungsabteilung (R&D), die Machbarkeit dieser Anforderungen mit Entwicklungs- und Evaluierungsarbeit zu zeigen, werden daraufhin verbindliche Produktspezifikationen definiert. Dazu zählen zum Beispiel Kriterien, wie genau ein Test messen muss, oder wie lang die Reagenzien eines Tests haltbar sein müssen. R&D erhebt die Prüfdaten dazu in enger Abstimmung mit der Qualitätskontrollabteilung. Auch für die Dokumentation ist oberste Sorgfalt geboten, um nachzuweisen, dass für die Entwicklung eines klinischen Tests auch nach definierten Qualitätsstandards gearbeitet wurde.

Damit der Test zum klinischen Einsatz kommen kann, steht danach die Zusammenarbeit mit der klinischen Prüfabteilung und der Zulassungsabteilung auf dem Programm. Und ist dies geschafft, ist zur Einführung des Tests beim Kunden wiederum die Marketingabteilung gefragt, wobei wir als R&D-Abteilung auch nach der Einführung für die Produktpflege des entwickelten Tests verantwortlich bleiben.

Im ersten Teil ihres Tagebuchs berichtet Franziska, wie sie in das Mentorenprogramm von Roche aufgenommen wurde.

Kontakt zu Roche aufnehmen?
In der Community-Gruppe "Inside Roche" Fragen stellen oder Alumni mit Erfahrung bei Roche kontaktieren.

Erfahrungsbericht (Perspektive Wirtschaftskanzlei): Öffentliche Übernahme am Buffet

Mittwoch, den 4. Mai 2011
Erfahrungs- bericht

Zusammen mit 63 anderen Juristen verbrachte e-fellow Benny zwei spannende Tage beim e-fellows.net-Event "Perspektive Wirtschaftskanzlei" in Glashütten. Dabei lernte er von den Top-Juristen der Kanzleien, was bei einer öffentlichen Übernahme passiert und wie ein Buffet die Stimmung beeinflussen kann. Beim lockeren Abendessen und in Einzelgesprächen konnte er mit den Anwälten auf Tuchfühlung gehen.

Titel der Veranstaltung
e-fellows.net Perspektive Wirtschaftskanzlei (Workshops zu M&A)

Datum und Ort
Am 8. und 9. April im Collegium Glashütten in der Nähe von Frankfurt/Main

Teilnehmer und Unternehmensvertreter
64 Stipendiaten von e-fellows.net und eine Vielzahl von Anwälten und Partnern aus neun renommierten Wirtschaftskanzleien

Warum ich an der Veranstaltung teilgenommen habe
Da mein Berufseinstieg immer näher rückt, war die Veranstaltung für mich von besonderem Interesse. Hier hatte ich die Möglichkeit, in kurzer Zeit mit einer ganzen Reihe von Top-Anwälten und -Kanzleien in Kontakt zu treten.

Eröffnet wurde das Event mit einem Vortrag über alternative Karrierewege für Juristen im wirtschaftsrechtlichen Umfeld. Dr. Heiko Carrie, Leiter der Rechtsabteilung der Robert Bosch GmbH, berichtete anhand seiner eigenen Erfahrung, welche Unterschiede und auch Gemeinsamkeiten es zwischen der Arbeit als Anwalt und als Unternehmensjurist gibt. Zusätzlich informierte er uns über die Wechselmöglichkeiten zwischen beiden Berufsfeldern.

Öffentliche Übernahme im Workshop
Nach dem Vortrag gab es erstmal eine kurze Stärkung am Buffet. Danach verteilten wir uns auf die verschiedenen Workshops, die von den Kanzleien angeboten wurden. Ich besuchte den Workshop von Freshfields Bruckhaus Deringer. Dort spielten wir den Ablauf einer öffentlichen Übernahme einer börsennotierten Aktiengesellschaft theoretisch durch. Anhand eines tagesaktuellen Beispiels erörterten wir die wirtschaftsrechtlichen Fragestellungen, die bei einer solchen Übernahme aufkommen.

"Get-Together" mit den Kanzleien
Zum Abendessen kamen dann alle Teilnehmer wieder zusammen. In ungezwungener Atmosphäre unterhielten wir uns mit den Anwälten der Kanzleien. Pro Tisch kamen drei bis vier Teilnehmer und zwei Anwälte zusammen. Besonders angenehm fand ich das Essen in Buffet-Form – das hat die lockere Atmosphäre noch unterstrichen. Bei einem anschließenden "Get-Together" mit den Vertretern aller Kanzleien haben wir den Abend dann ausklingen lassen.

Individuelle Gespräche schaffen den Spagat
Am nächsten Morgen fanden die Einzelgespräche statt. Dort hatten wir die Möglichkeit, noch einmal in Ruhe und ausführlich mit den Vertretern der Kanzleien zu sprechen und konnten unsere ganz individuellen Fragen loswerden. Ein gemütliches Mittagessen mit den anderen Teilnehmern auf der sonnigen Terrasse rundete den Tag ab.

Für mich war "Perspektive Wirtschaftskanzlei" ein gelungener Spagat zwischen ungezwungenem Networking und ganz konkreten Bewerbungsgesprächen. Ich kann die Veranstaltung allen empfehlen, die sich über die verschiedenen Kanzleien nicht nur allgemein informieren wollen, sondern ganz konkret die Einstiegsmöglichkeiten als wissenschaftlicher Mitarbeiter, Referendar oder Berufseinsteiger sondieren wollen. "Perspektive Wirtschaftskanzlei" ist für mich eine gute Alternative zum üblichen Bewerbungsverfahren.

Erfahrungsberichte [Quelle:sxc.hu, Autor:clix]Mehr Erfahrungsberichte? Weitere Berichte der e-fellows von Recruiting-Events, Praktika und Jobs findest du in der Rubrik "Erfahrungsberichte".

Erfahrungsbericht (Bertelsmann): Karrieretipps zum Frühstück

Dienstag, den 3. Mai 2011
Erfahrungs- bericht

Gratis-Häppchen abgreifen und dafür Werbebroschüren in die Hand gedrückt bekommen: Dieses Szenario kennt man von vielen Unternehmensvorstellungen. Beim Power Breakfast mit Bertelsmann wurde Laura jedoch positiv überrascht. Von drei Bertelsmann-Führungskräften lernte sie, wie man als Frau ganz nach oben kommt, und dass der Lebenslauf dafür nicht immer geradlinig sein muss.

Titel der Veranstaltung
Power Breakfast mit der Bertelsmann AG

Datum und Ort
11. April in Köln

Teilnehmer und Unternehmensvertreter
14 Teilnehmerinnen und drei Führungskräfte von Bertelsmann

Keine Bilderbuchkarriere erforderlich
Wie unterschiedlich Karrierewege in der Medienbranche aussehen können, demonstrierten die Bertelsmann-Referentinnen bereits eindrücklich in der Vorstellungsrunde. Mit ihren unterschiedlichen und teils ungewöhnlichen Lebenswegen zeigten die Damen, dass es bei Bertelsmann nicht den einen besten Karriere-Einstieg gibt. So erfuhren wir, dass – entgegen dem gängigen Klischee – Lebensläufe nicht immer völlig stringent sein müssen. Gerade Erfahrungen in unterschiedlichen Bereichen beweisen Flexibilität und Kampfgeist und gehören damit zu den Führungsqualitäten bei Bertelsmann.

e-fellow XYe-fellows.net-Stipendiatin Laura (26) arbeitet und promoviert am Lehrstuhl "Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Medienmanagement" an der Universität Siegen. Beim Power Breakfast von Bertelsmann erfuhr sie, warum gerade Erfahrung in unterschiedlichen Branchen Führungsqualität beweist.

Weiblichkeit und Karriere – ein Gegensatz?
Dann wurde die Diskussionsrunde eröffnet. Neben allgemeinen Fragen zur Karriereplanung wurden vor allem frauenspezifische Fragen gestellt: Welchen Herausforderungen müssen sich weibliche Führungskräfte in der männerdominierten Wirtschaft stellen? Wie lassen sich Mutterschaft und Karriere vereinbaren? Auch hier überzeugten die Unternehmensvertreterinnen mit Authentizität. Ohne Beschönigungen berichteten sie, was sie persönlich erreicht haben, und welche Abstriche sie machen mussten im Balanceakt zwischen Weiblichkeit und Profession.

Außerdem gaben uns die Referentinnen wertvolle Tipps für weibliche Führungskräfte mit auf den Weg: Weibliche Kernkompetenzen wie Netzwerken und Kommunizieren kann und sollte man – gewissermaßen als Wettbewerbsvorteil – auf jeden Fall für sich nutzen.

Kontakt zu Bertelsmann aufnehmen? In der Bertelsmann-Gruppe Fragen stellen oder Alumni mit Erfahrung bei Bertelsmann kontaktieren.

Nicht nur wegen der Häppchen zu empfehlen
Mit Croissants geködert und dann mit Werbebroschüren abgespeist – dieses Szenario kennt man von vielen Unternehmensvorstellungen. Das Power Breakfast bei Bertelsmann hatte mit solchen Events nichts gemeinsam – im Gegenteil: Die Veranstaltung glänzte mit interessanten Referentinnen, die erfrischend authentisch und bodenständig geblieben sind. All jenen, die die vielseitigen Persönlichkeiten eines Medienkonzerns kennenlernen und gleichzeitig Karrieretipps aus erster Hand bekommen möchten, empfehle ich den Besuch eines Power Breakfasts bei Bertelsmann. Ich persönlich werde das Event in guter Erinnerung behalten – sowohl die Referentinnen als auch die Häppchen.

Erfahrungsberichte [Quelle:sxc.hu, Autor:clix]Mehr Erfahrungsberichte? Weitere Berichte der e-fellows von Recruiting-Events, Praktika und Jobs findest du in der Rubrik "Erfahrungsberichte".