Monatsarchiv für April 2011

Die zehn kuriosesten Fragen der Community

Freitag, den 29. April 2011
Christoph

Wolltest du schon immer Mal wissen, wie sich Bienen in der U-Bahn orientieren oder wie du an einen ausgestopften Pfau kommst? – Nein? Auch wenn einige Fragen aus der Community auf den ersten Blick nur wenig Sinn ergeben, haben sie doch meistens einen interessanten Hintergrund. Wir präsentieren: Die zehn kuriosesten Fragen der Community:

1. Wie kann ich meinen Desktophintergrund einstellen, dass er so wie ein Spiegel funktioniert?

2. 867

3. Darf man in einer mit "Lärmschutz" begründeten 30er-Zone mit dem Fahrrad schneller fahren?

4. Wie oft seid ihr im Wald und warum nicht?

5. Warum dürfen die Tiere nachts im Zoo bleiben und wir müssen raus?

6. Chemiker: Wie kann man Bier und Wein in Urin umwandeln?

7. Wie orte ich ein konkretes Fluglebewesen in einem geschlossenen Raum?

8. Wie orientiert sich eine Biene in der U-Bahn?

9. Sind Kamera-Katzen datenschutzbedenklich?

10. Woher bekomme ich einen ausgestopften Pfau?

Aber auch wenn e-fellows.net eine Karriereplattform ist, finde ich, dass solche Fragen (in Maßen) eine Bereicherung für unsere Community sind. Siehst du das genauso oder regst du dich gerne mal über das Niveau auf? Der Mehrheit der e-fellows gefällt's offensichtlich: Mittlerweile gibt es sogar eine Community-Gruppe für bizarre Fragen. Für die Freunde der Kuriositätenkabinette haben wir einen Wissens-Test über Kurioses. Da kannst du zeigen, was du über U-Bahn-Bienen und ähnliche Themen weißt. ;)

Erfahrungsbericht (McKinsey): Im Ballsaal die Grundlagen der Wirtschaft lernen

Donnerstag, den 28. April 2011
Erfahrungs- bericht

Rentabilität, Bilanz, "Income Statement" und Risikoanalyse – den juristischen Alltag prägen diese Begriffe nicht gerade. Und auch Physiker, Philosophen und Mediziner kämen in ihrem Fach wohl gut ohne sie aus. Jura-Student Gerrit wollte trotzdem wissen, was sich dahinter verbirgt und hat es beim "McKinsey Campus 2011" in Kitzbühel herausgefunden. Und abends verriet der ehemalige Deutschlandchef von McKinsey, was heute die größten Herausforderungen für Unternehmensberatungen sind.

Titel der Veranstaltung
McKinsey Campus 2011

Datum und Ort
16. bis 20. März in Kitzbühel

Teilnehmer und Unternehmensvertreter
30 Studenten nicht-wirtschaftswissenschaftlicher Disziplinen und zehn Unternehmensvertreter (acht Berater, zwei HR-Mitarbeiter)

Ähnlich wie beim Mini-MBA, den die Neueinsteiger ohne wirtschaftswissenschaftlichen Hintergrund bei McKinsey durchlaufen, sollten bei diesem Event vor allem Studenten und Promovierende mit anderem akademischen Schwerpunkt die Grundzüge der Ökonomie erleben. Mitte März tauschte ich also für fünf Tage Steuerrecht gegen Microeconomics und Strafprozessrecht gegen Strategy und Operations.

Vorlesung im Ballsaal
Mit dreißig anderen wartete ich gespannt auf die erste Vorlesung und fühlte mich wie die meisten zurückversetzt ins erste Semester. Zugegeben: Die Ledersessel waren bequemer als die harte Bank im Hörsaal und die Aussicht im edlen Ballsaal der Alpine University, dem exklusiv von McKinsey als Trainingszentrum genutzten Grand Hotel Kitzbühel, war deutlich besser. Denn obwohl sich der Himmel nicht von seiner freundlichsten Seite zeigte, ließen sich die steilen Kurven der Streif, jener legendären Abfahrtspiste, immerhin erahnen. Und so rasant wie die Hasardeure der Piste beim jährlichen Hahnenkammrennen den Berg hinunter jagen, begann auch unser Ausflug in die Wirtschaft.

e-fellow Gerrit Tönningsene-fellows.net-Stipendiat Gerrit (22) studiert Rechtswissenschaften an der Universität Passau. Doch auch für wirtschaftswissenschaftliche Fragen kann er sich als Jurastudent begeistern. Deshalb hat er sich beim "McKinsey Campus 2011" in einem edlen Ballsaal die Grundlagen der Ökonomie erklären lassen.

Bilanzen und Soft-Drinks
Anders als die unerbittliche Streif ließ uns der Lehrplan Zeit, die neuesten Erkenntnisse zu verarbeiten und umzusetzen. In kleinen Gruppen, die jeweils von einem McKinsey-Berater begleitet wurden, verglichen wir die Rentabilität von Softdrink-Herstellern, indem wir uns Bilanz und "Income Statement" ansahen. Außerdem erstellten wir Risikoanalysen für Logistikkonzerne und versuchten uns daran, den Aufbau von Lagerbeständen entlang der Lieferkette zu minimieren.

Lebensentwürfe zwischen Äthiopien und Entstehung des Universums
Gute Zusammenarbeit war auch beim Klettern und Curling am Samstagmorgen gefragt. Trotz der vielen Aktivitäten ergab sich beim Essen und in den Pausen dann auch immer wieder die Gelegenheit, intensiver mit anderen Teilnehmern zu sprechen und aus dem eigenen Elfenbeinturm auszubrechen. Dabei traf ich auf eine Vielfalt an Lebensentwürfen: vom Aufbau einer Berufsschule für Waisenmädchen in Äthiopien bis zur physikalischen Forschung an der Entstehung des Universums. Eines aber war allen Teilnehmern gemeinsam: das Interesse am Anderen, seinen Überzeugungen und Motiven.

Kontakt zu McKinsey aufnehmen?
In der McKinsey-Gruppe Fragen stellen oder Alumni mit Erfahrung bei McKinsey kontaktieren.

Plaudern im Kaminzimmer
Auch Herbert Henzler, ehemaliger Deutschland- und Europachef von McKinsey und Gründungsvater der Alpine University, hat sich seine Neugier für die Fragen junger Menschen bewahrt. Im Kaminzimmer ließ er uns an seinen Anfängen bei McKinsey teilhaben und erzählte vom starken Wachstum der deutschen Büros. Während Henzler bei seinem Einstieg 1970 noch einer von wenigen Dutzend war, arbeiten heute mehr als 1.000 Berater für McKinsey in Deutschland und Österreich. Im Wettbewerb mit Banken, Industrie und Wissenschaft die Besten für sich zu gewinnen, ist für ihn eine der größten Herausforderungen, vor denen Top-Management-Beratungen heute stehen.

Ein buntes Bild der Wirtschaft
Auch die Praxisberichte der anderen Berater bereicherten die Vorlesungen und Gruppenarbeiten. Daraus entstand am Ende der fünf Tage ein Bild der Wirtschaft, das so plastisch war wie die Bilder des Kitzbüheler Expressionisten Alfons Walde von seiner Tiroler Heimat. Er gebrauchte seine Farben derart intensiv, dass seine Werke fast greifbar werden.

Erfahrungsberichte [Quelle:sxc.hu, Autor:clix]Mehr Erfahrungsberichte? Weitere Berichte der e-fellows von Recruiting-Events, Praktika und Jobs findest du in der Rubrik "Erfahrungsberichte".

Tagebuch (Roche): Wie der Mentor bei der Berufswahl hilft

Mittwoch, den 27. April 2011
Tagebuch

Wie findet man eigentlich heraus, in welchem Beruf man später arbeiten möchte? Franziska lernte dank Roche-Mentor Robert Bühn die Unternehmenskultur und verschiedene Abteilungen von Roche kennen. Und fand so einen Job, der prima zu ihr passt – eine Postdoc-Stelle in der Gerinnungsdiagnostik.

Als ich mich 2006 kurz vor meinem Master-Abschluss in Molekularer Biotechnologie noch nicht zu einer Promotion entschlossen hatte, beschäftigte ich mich zum ersten Mal mit dem Thema Berufseinstieg. Dabei haben sich für mich viele Unklarheiten aufgetan: Welcher Job wird mir nach dem Studium eigentlich Spaß machen? Es gibt als Naturwissenschaftlerin ja so viele Möglichkeiten. Welche konkrete Tätigkeit wird mich in der Industrie erwarten? Und vor allem: Für welches Unternehmen möchte ich arbeiten und wie finde ich das heraus?

e-fellows.net-Alumna Franziska (29) studierte Molekulare Biotechnologie an der TU München. Anschließend promovierte sie am Helmholtz Zentrum München. Seit einigen Monaten arbeitet sie nun als Postdoc in der Gerinnungsdiagnostik bei Roche.

Als ich mich letztlich für die Promotion entschied, begann ich trotzdem, mich mit all diesen Fragen zu beschäftigen, um am Ende der Doktorarbeit gezielt in das Berufsleben starten zu können. Das Mentorenprogramm von Roche hat mir entscheidend geholfen, mich beruflich zu orientieren und am Ende in meiner Wunschposition bei einem Top-Arbeitgeber einzusteigen.

Mein Einstieg über das Mentoren-Programm von Roche
Aus der heutigen Perspektive betrachtet, hat mein Weg zu Roche Diagnostics bereits eineinhalb Jahre vor meinem eigentlichen Einstieg als Postdoc begonnen, nämlich mit meiner Aufnahme in das Roche-Mentorenprogramm.

Beim Workshop "BWL für Naturwissenschaftler", zu dem Roche Diagnostics im Februar 2009 rund 20 e-fellows nach Mannheim einlud, lernte ich einige Mentees kennen. Deren interessante Erfahrungsberichte haben mich damals sofort begeistert, sodass ich mich gleich nach dem Workshop an meine Mentee-Bewerbung machte. Besonders attraktiv erschien mir die Möglichkeit, durch das Mentorenprogramm das Unternehmen Roche Diagnostics besser kennenzulernen. Zudem wollte ich herausfinden, in welchem Arbeitsbereich ich mir nach meiner Promotion einen Einstieg vorstellen könnte.

Meine Mentee-Bewerbung richtete ich an Robert Bühn, den Leiter Marketing Services Vertrieb Deutschland. Ein paar Tage nachdem ich die Bewerbung an e-fellows.net gesendet hatte, kontaktierte mich seine Sekretärin, um einen Termin für ein Telefoninterview in der darauffolgenden Woche zu vereinbaren. Das Interview machte seinem Namen alle Ehre, denn knapp eine Stunde lang führte Robert Bühn mit mir ein Vorstellungsgespräch am Telefon. Auch wenn mich einige Fragen beinahe ins Schwitzen gebracht haben, war dies für uns beide eine prima Gelegenheit, uns kennenzulernen und einzuschätzen, ob wir als Mentor-Mentee-Team zusammen arbeiten möchten. Ich hatte gleich ein sehr gutes Gefühl und freute mich deshalb umso mehr über die positive Rückmeldung, dass ich in das Mentoren-Programm aufgenommen wurde.

Der Einstieg hätte kaum besser passen können, denn gut sechs Wochen später fand in Mannheim das Mentoren-Mentee-Treffen mit rund 100 Teilnehmern statt und bereitete mir gleich einen tollen Auftakt: Beim Kick-Off-Workshop traf ich meinen Mentor Robert Bühn zum ersten Mal und während der zweitägigen Veranstaltung hatten wir die Gelegenheit, uns persönlich besser kennenzulernen. Außerdem knüpfte ich Kontakte zu anderen Mentees, mit denen ich mich auch heute noch austausche, und lernte dort auch Beate Brandl, Human Ressource Expert, kennen, die sich mir sogleich als Kontaktperson für das Biotechnologie-Zentrum Penzberg anbot.

Im Gespräch mit meinem Mentor vereinbarten wir im Anschluss an den Workshop Ziele, die wir uns für unsere Zusammenarbeit als Mentor und Mentee bis zum Ende meiner Promotion setzen wollten: Ich wollte zum Beispiel die Unternehmenskultur von Roche erleben und außerdem in verschiedenen Abteilungen hospitieren. Robert Bühn war seinerseits als Betriebswirtschaftler sehr neugierig darauf, meine molekularbiologische Laborarbeit bei einer Hospitation an meiner Promotionsstelle kennenzulernen.

Meine berufliche Orientierung durch Hospitationen und "Shadowings"
Im Laufe eines Jahres hospitierte ich in verschiedenen Abteilungen, zum Beispiel in Marketing & Vertrieb, Clinical Trials sowie in Forschung und Entwicklung (R&D). Beim "Shadowing" war ich mehrere Tage der "Schatten" einer Führungskraft und begleitete diese durch ihren Alltag, zum Beispiel bei Besprechungen oder persönlichen Gesprächen mit ihren Kollegen oder Mitarbeitern.

Dabei erlebte ich die Roche-Unternehmenskultur hautnah: Besonders positiv nahm ich den offenen und respektvollen Umgang miteinander wahr. Außerdem erkannte ich, welche breiten Gestaltungsmöglichkeiten und langfristigen Entwicklungsmöglichkeiten das Unternehmen seinen Mitarbeitern bietet. Beim "Shadowing" hatte ich jedes Mal die Möglichkeit, durch Beobachten und im Gespräch herauszufinden, welche Aufgaben und Tätigkeiten einen Naturwissenschaftler in einer solchen Position erwarten würden.

Dabei hat sich schnell abgezeichnet, dass ich mir einen Einstieg am besten in der Forschung und Entwicklung (R&D) vorstellen kann. Besonders spannend finde ich die vielfältigen Aufgaben, welche die Projektarbeit zum Beispiel zur Entwicklung eines Tests für den klinischen Einsatz mit sich bringt: Denn während man mit einem Fuß für die Testentwicklung im Labor steht, arbeitet man gleichzeitig an einer der Schnittstellen zu den Projektpartnern, wie dem Marketing, der Qualitätskontrolle, der Patentabteilung, der klinischen Prüfabteilung und der Zulassung. Zum erfolgreichen Projektmanagement ist hier neben guter fachlicher Arbeit viel Organisationstalent und Gefühl für die richtige Kommunikation gefragt. Und als ich vergangenen Frühling nach einem spannenden "Shadowing" eben in der Testentwicklung bei Roche Professional Diagnostics am Abend das Werkgelände in Penzberg verließ, war für mich klar: Das möchte ich machen!

Meine Bewerbung als Postdoc
Aufgrund meiner Erfahrungen aus dem Mentoren-Programm war Roche Diagnostics für mich meine erste Wahl für den Berufseinstieg. Deshalb hatte ich mich schon während der Promotion im Online-Bewerbungsportal von Roche, dem "Roche-Talent-Pool", registriert und mein Profil angelegt. Das kann dann von Vertretern der Personalabteilung, aber auch des Fachbereichs eingesehen werden.

Parallel dazu begann ich, auf der Roche-Website nach einer passenden Stellenausschreibung Ausschau zu halten. Und siehe da, knapp zwei Monate nach Abgabe meiner Doktorarbeit stieß ich auf die Ausschreibung, auf die ich gewartet hatte, nämlich die meiner späteren Position als Postdoc in der Gerinnungsdiagnostik. Ich machte mich gleich an das Bewerbungsschreiben und sendete es über den Talent-Pool an Roche. Gleichzeitig informierte ich meinen Mentor über meine Bewerbung.

Die Einladung zum Bewerbertag erhielt ich knapp drei Wochen später und freute mich schon einmal sehr, denn damit war der erste Schritt geschafft. Natürlich war ich nervös, als ich mich ein paar Wochen darauf zum Bewerbertag nach Penzberg aufmachte. Nacheinander hielt jeder von uns sieben Bewerbern einen wissenschaftlichen Vortrag über sein Promotionsthema. Anschließend wurden die Fragen der Zuhörer diskutiert. Sein Promotionsthema anderen nahe zu bringen und bei Fragen Rede und Antwort zu stehen, hatte ja jeder von uns schon während der Doktorarbeit gelernt – ein guter Einstieg also in den Bewerbertag.

Danach führten wir Einzelgespräche mit Vertretern aus der Personal- und der Fachabteilung. Die Atmosphäre war die ganze Zeit über sehr angenehm. Mit einem sehr guten Bauchgefühl verließ ich am frühen Nachmittag das Werkgelände. Aber ich musste gespannt über das Wochenende warten, bis nach einer zweiten Gesprächsrunde in der darauffolgenden Woche endlich die ersehnte Zusage kam. Und das nur ein paar Tage vor meinem Rigorosum. Einen schöneren Abschluss der Promotion hätte es für mich kaum geben können!

Im zweiten Teil ihres Tagebuchs wird Franziska von ihren ersten 100 Tagen bei Roche berichten und erklären, worum es bei der Blutgerinnungsdiagnostik geht.

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Heulen, Jauchzen, Akten schmeißen – ist Gefühlezeigen okay im Büro?

Donnerstag, den 21. April 2011
Julia

Heulen wegen eines geplatzten Deals? Mit Akten nach der nervigen Kollegin werfen oder mit der Faust auf den Konferenz-Tisch hauen? Gefühlsausbrüche kommen bei Kollegen und Vorgesetzten in der Regel nicht gut an. Also Pokerface aufsetzen, wenn der Kunde mault und der Chef stichelt? Das ist auch keine Lösung, sagen Wissenschaftler: Wer seine Gefühle unterdrückt, vergisst mehr, arbeitet weniger und kann auf Dauer sogar krank werden.

Die Wissenschaftlerin Jane Richards von der Universität von Texas hat in einer Untersuchung herausgefunden, dass sich Menschen, die ihre Gefühle unterdrücken, schlechter an Details aus stattgefundenen Gesprächen erinnern. Der Grund: Es kostete sie so viel Kraft, das eigene Verhalten zu kontrollieren, dass das Gehirn für andere Aufgaben nicht mehr genügend Energie hatte.

Wer seine Gefühle unterdrückt, wird krank
Zu einem ähnlichen Ergebnis kamen auch die Psychologen Daniel Beal und John Trougakos von der Universität Toronto sowie Christine Jackson von der Purdue Universität. Laut ihrer Studie arbeiten Angestellte, die ihre Gefühle stark im Zaum halten müssen, nicht nur weniger und weniger gut – sie erkranken auch häufiger an einem Burnout. Besonders hoch sei das Risiko für Journalisten, Krankenhausmitarbeiter, Sozialarbeiter, Anwälte sowie Service-Mitarbeiter.

Also lieber ordentlich Dampf ablassen, wenn dir im Job etwas nicht passt? e-fellows.net-Alumna Sandra hat da ein paar bessere Tipps.

e-fellow Sandrae-fellows.net-Alumna Sandra (25) schreibt ihre Abschlussarbeit in Psychologie über die Zusammenhänge zwischen Arbeitssituationen und Burnout. Dafür hat sie untersucht, welche Rolle die Regulierung von Emotionen beim Burnout spielt.

Sollte man im Büro überhaupt Emotionen zeigen? Ist das nicht unprofessionell?
Ich würde sagen, es ist menschlich, emotional zu reagieren. Das hat mit Professionalität nichts zu tun. In Dienstleistungs- und Serviceberufen hat man aber den Auftrag, seine Emotionen zu kontrollieren. Wenn meine Reaktionen destruktiv werden und mein Verhalten die Beziehung zerstört, dann muss ich lernen, meine Emotionen im Griff zu behalten.

Welche Möglichkeiten gibt es, mit seinen Emotionen umzugehen?
Da gibt vier verschiedene Möglichkeiten: Beim "surface acting" zeige ich an der Oberfläche etwas, was ich nicht empfinde. Das ist ein dysfunktionales Verhalten, bei dem Spannungen entstehen. Wenn die nicht abgebaut werden, wird dieses Verhalten gesundheitsschädlich. Dann gibt es das "deep acting": Da definiere ich die Situation innerlich um. Wenn ich mich von jemandem angegriffen fühle, sage ich mir zum Beispiel: "Das hat der bestimmt nicht so gemeint." So bringe ich mich kognitiv so weit, dass ich zum Beispiel nicht weinen muss, obwohl ich mich zunächst danach gefühlt habe. So ein Verhalten ist zwar nicht gesundheitsschädlich, erfordert aber viel Emotionsarbeit und damit Kraft.

Dann gibt es unwillkürliche Reaktionen: Zum Beispiel, wenn ich mit meinem Gesichtsausdruck zeige, wie es mir geht. Das ist erst mal gut, denn es ist authentisch, und ich muss keine Willensenergie dafür aufbringen. Wenn ich Emotionen gar nicht zeigen möchte, nennt man das "emotionale Deviation", also Verweigerung. Da ist man sich noch unschlüssig, wie sich das auf die Gesundheit auswirkt.

Was kann ich machen, wenn ich im Büro nicht mit meinen Gefühlen klarkomme?
Eine mögliche Lösung wird einem oft schon bewusst, wenn man mit Freunden spricht und ihnen sein eigenes Verhalten schildert.
Im zweiten Schritt kann man Beratungsstunden, zum Beispiel bei einem Coach, in Anspruch nehmen. Wenn das nicht hilft, kann man einen Hausarzt, der eine psychiatrische Grundausbildung hat, aufsuchen und ihn um eine Überweisung zu einem Psychotherapeuten – etwa einem Verhaltenstherapeuten – bitten oder direkt einen psychologischen Psychotherapeuten aufsuchen.

Und was kann ich alleine tun?
Wichtig ist das "deep acting", die kognitive Umstrukturierung. Wenn ich mich in mein Gegenüber hineinversetzen und mir sagen kann: Der Kunde ist nicht wütend auf mich, das ist nicht persönlich gemeint – dann nehme ich die Situation schon anders war. Oder ich sage mir: Das ist ein Geschäftspartner, der ist mir nicht lästig, sondern wichtig. Dann hilft es oft, einfach das "Kampffeld" kurz zu verlassen, also wirklich aus dem Raum zu gehen und zum Beispiel Muskelentspannung nach Jacobson zu machen. Das kann man lernen und dann in nur fünf Minuten anwenden. Wenn dafür keine Räume zur Verfügung stehen, kann ich meinen eigenen Arbeitsplatz als Zufluchtsort nehmen. In einer Zeitschrift blättern und mich so ablenken, das hilft auch.

Gibt es Burnout-Warnzeichen?
Ja, auf Dauer treten vegetative Symptome auf: Bauchschmerzen, Rückenschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Ein- und Durchschlafprobleme. Die Symptomatik ist ähnlich wie bei Depressiven. Ich trete meinen Mitmenschen gereizt gegenüber, und sie reagieren im Gegenzug gereizt auf mich – so schaukelt sich der Konflikt hoch.

Einstiegsgehälter, MBTI, Arbeitszeiten und mehr – die zehn beliebtesten Fragen zur Beratung

Donnerstag, den 21. April 2011
Christoph

Harte Arbeit, häufige Dienstreisen und hohes Gehalt: Kaum ein Schlagwort wird in der Community so häufig geklickt wie "Unternehmensberatung". Was sind die Einstiegsgehälter? Sind die Arbeitszeiten überhaupt noch legal? Und warum sehen Berater so verdammt gut aus? – Wir haben die zehn beliebtesten Fragen zur Beratung gesammelt:

1. Der MBTI (Myers-Briggs-Typindikator):
Welcher Charakter-Typ bist du?

2. Was sind die Einstiegsgehälter bei den Top-Beratungen?

3. Sind die Arbeitszeiten im Consulting noch legal?

4. Wie wichtig ist dir das Renommee der Beratung bei der Wahl deines Arbeitgebers?

5. Wie viel bist du bereit, zu arbeiten?

6. Lieber ein anspruchsvolles Studium mit durchschnittlichen Noten oder ein vermeintlich leichteres mit besseren Noten?

7. Absage bei Bewerbung: Lohnt es sich, die Gründe zu erfragen?

8. "Work hard – play hard": Glauben die e-fellows das wirklich?

9. Ist die Sprache der Berater wirklich so schlimm?

10. Warum sehen Berater so verdammt gut aus?

Tipps der Redaktion
Abgesehen von vielen Vorurteilen und Gerüchten wissen nur die wenigsten, wie der Alltag eines Beraters wirklich aussieht. Darüber hinaus gilt: Consulting ist nicht gleich Consulting: Zwischen Organisations- und Prozessberatung, IT-/Technologieberatung, Strategieberatung und Human-Resources-Beratung gibt es große Unterschiede.

In der Rubrik "Unternehmensberatung" findest du Gehaltstabellen, Erfahrungsberichte und Infos zu den Einstiegsmöglichkeiten bei unseren Partnerunternehmen. In den Inside-Gruppen (McKinsey, TNG Technology Consulting, Accenture und Oliver Wyman) antworten dir Unternehmensvertreter und Alumni auf deine persönlichen Fragen. Außerdem bleibst du hier stets auf dem Laufenden zu aktuellen Veranstaltungen. Oder du trittst der Gruppe "Einstieg in die Unternehmensberatung" bei, einer der größten Community-Gruppen. Für Austausch zu den berühmten Brainteasern und Cases inklusive lustigen Rätseln gibt's die Brainteaser-Gruppe.

Praktikumsbericht (Bosch): Controlling inmitten mexikanischer Lebensfreude

Mittwoch, den 20. April 2011
Erfahrungs- bericht

Hat dich schon mal ein Praktikumsbetreuer als seinen Sohn bezeichnet? e-fellows.net-Stipendiat Patrick erlebte während seines sechsmonatigen Praktikums bei Bosch in Mexiko, wie familiär es in einer Controlling-Abteilung zugehen kann und was man unter mexikanischer Lebensfreude versteht.

Durch die Stellenbörse von e-fellows.net wurde ich auf ein Praktikum im Controlling bei der Robert Bosch GmbH in Mexiko aufmerksam. Nachdem ich meine vollständigen Bewerbungsunterlagen per E-Mail direkt an den Verantwortlichen geschickt hatte, folgte ein Telefoninterview, in dem ich unter anderem meine Sprachkenntnisse unter Beweis stellen musste.

Patricke-fellow Patrick (22) studiert Wirtschaftsingenieur- wesen (Bachelor of Science) am Karlsruhe Institute of Technology (KIT). Sechs Monate lang machte er ein Praktikum in der Controllingabteilung bei Robert Bosch Sistemas Automotrices S.A. de C.V. in Ciudad Juárez, Mexiko.

Mein großer Vorteil war, dass ich während meiner Kindheit bereits in Lateinamerika gelebt hatte und daher mit Kultur und Sprache vertraut war. Und so hieß es bald: Von 1. Oktober 2010 bis 31. März 2011 mache ich ein Praktikum als Mini-Factory-Controller bei Bosch in Ciudad Juárez!

In zwei Ländern zuhause: Der Standort in Ciudad Juárez
Mit 283.507 Mitarbeitern und 47,3 Milliarden Euro Umsatz ist Bosch der weltweit größte Automobilzulieferer und zudem führend in Industrie-, Gebäude- und Konsumgütertechnologie. Der Standort in Ciudad Juárez ist ein Produktionsstandort der Elektroniksparte des Unternehmens im Bereich Kraftfahrzeugtechnik. Hier arbeiten ungefähr 1.100 Angestellte in der Produktion und ungefähr 400 in der Verwaltung, die jährlich einen Umsatz von rund 500 Millionen US-Dollar erwirtschaften. Die Bosch-Werke in Juarez haben eine der breitgefächertsten Produktpaletten in der Automobilsparte. Zu den Produkten zählen zum Beispiel die elektronischen Steuereinheiten für Parkpiloten, Airbags, Sonnendächer und Scheibenheber.

Der Bosch-Standort in Mexiko

Das Besondere am Standort Juarez ist das sogenannte "Maquiladora-Konzept", das im Rahmen des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens (NAFTA) entstanden ist. Durch das Konzept können Firmen im Grenzgebiet zwischen Mexiko und USA die Vorteile beider Standorte kombinieren, ohne Zölle für den Warentransit zahlen zu müssen. Mexikanische Arbeitskräfte sind weniger kostenintensiv und die amerikanischen Automobilkonzerne können lokal beliefert werden.

Das Bosch-Warenlager befindet sich in den USA, die Produktion findet in Mexiko statt, auf der anderen Seite des Rio Grande. Nahezu das gesamte (Anlage-)Vermögen ist im Besitz der amerikanischen Unternehmensform LLC, wohingegen Arbeiter von der mexikanischen S.A. de C.V. eingestellt und bezahlt werden. Regulatorische Instanzen fordern zudem, dass der gesamte Warenexport aus der Freihandelszone hinaus über die USA abgewickelt wird.

Abweichungen analysieren
Als Praktikant habe ich im Controlling der Produktionslinie Airbag ECU gearbeitet. Nach einer zweimonatigen Einarbeitungsphase übernahm ich die Vertretung einer Kollegin und somit einen Großteil ihrer Aufgaben. Dazu gehörte eine monatliche Abweichungsanalyse: Da nur einmal jährlich im Rahmen des Businessplans der Verrechnungspreis der Produkte kalkuliert wird, kommt es im Laufe des Geschäftsjahrs zu Abweichungen bei der Produktion und beim Einkauf der Komponenten. Diese sind meist auf Vertragsverhandlungen des Einkaufs sowie technische Konzessionen zurückzuführen.

e-felloe Patrick in Guadalupe

Koordinationsfunktion und Rationalitätssicherung
Außerdem war ich zuständig für die Berechnung der Transferpreise für Komponenten und Fertigprodukte. Jeder Controller muss dafür die Kostenstruktur seines Produktes genau kennen, um diese zum Vorteil des Unternehmens beeinflussen zu können. Insbesondere zur Fixkostenallokation ist eine gute Zusammenarbeit mit dem technischen Gegenüber notwendig. Bei der Fixkostenallokation werden Aufwendungen, die an einer Kostenstelle entstehen, auf die einzelnen Produktlinien verrechnet. Diese ergeben dann einen Teil der Planherstellungskosten, bei der es sich um eine entscheidende Kennzahl im Controlling handelt.

Zudem habe ich meine Arbeitskollegen bei den Erstberechnungen von neuen Produktionsaufträgen unterstützt. Auf Grundlage dieser Berechnungen werden unter anderem Entscheidungen über das Produktionsprogramm getroffen. Als Verantwortlicher für die Kostenstruktur der Airbag-Produktionslinie war es ebenso Teil meiner Aufgaben, die finanziellen Auswirkungen von technischen Änderungen an Produkten zu analysieren und schließlich freizugeben.

Ausgerüstet mit Excel und SAP
Die Handwerkszeuge eines Finanzanalysten in einem Industrieunternehmen sind Microsoft Excel und SAP. Um die wichtigsten Kennzahlen – wie zum Beispiel Factory Output, Produktivität, Mitarbeiterfluktuation, Gesamtausgaben, und so weiter – monatlich zu überprüfen, erstellen die Controller sogenannte Cockpit-Charts. Mit diesen analysieren sie die Zahlen und definieren weitere Schritte. Die Cockpit-Charts werden an die Werksführung weitergeleitet, um diese über die aktuelle Unternehmenslage zu informieren.

e-fellow Patrick USAZwischen zwei Welten
Während meines Praktikums habe ich zwar in Ciudad Juárez (Mexiko) gearbeitet, aber in El Paso (USA) gewohnt, weil es dort sicherer ist. Somit habe ich täglich die Grenze überquert. An der Grenze treffen zwei Kulturen aufeinander und doch scheinen El Paso und Juarez nicht nur wirtschaftlich Hand in Hand zu gehen: Familiäre Verflechtungen, Einbürgerungen, Arbeitsverhältnisse oder Schulbesuche auf der jeweils anderen Seite der Grenze verflechten beide Städte auch kulturell. Nur die Gewalt hat ihren Weg über die Grenze nicht gefunden, besagt zumindest die amerikanische Statistik. Bei Wochenendausflügen nach Norden und in den Süden habe ich das "Borderland" verlassen und authentische amerikanische und mexikanische Eindrücke sammeln können. Vergleiche ich beispielsweise San Francisco mit Mexico City, so verblassen alle Gemeinsamkeiten, welche zwischen beiden Staaten im Grenzgebiet herrschen.

Mexikanische Lebensfreude und familiäre Atmosphäre
Beruflich war es ein besonderes Erlebnis, in die Rolle eines Controllers zu schlüpfen. Auf diese Weise konnte ich den Arbeitsalltag aus erster Hand miterleben und Verantwortung übernehmen. Neben der Arbeit im Büro war es für mich jedes Mal aufs Neue eine Freude, die unglaubliche Vielfalt der mexikanischen Küche zu genießen: Burritos, Tacos, Enchiladas, Quesadillas, Totopos, Tostadas, Flautas und nicht zuletzt der echte Tequila werden mir fehlen. Ein weiteres Highlight war eine Hochzeit, auf der die mexikanische Lebensfreude vollends zur Geltung kam.

Die familiäre Atmosphäre am Arbeitsplatz werde ich wahrscheinlich nicht an jedem Standort wiederfinden. Beispielsweise hat mein Teamleiter, als er von meinem geplanten Wochenendausflug nach Mexiko City erfuhr, kurzerhand seine dort lebende Nichte angerufen, die mich daraufhin herzlich in der Hauptstadt empfing. Und dass meine Betreuerin mich gegen Ende meiner Praktikumszeit nur noch als ihren Sohn bezeichnete, spricht für sich.

e-felloe Patrick in GuadalupeFazit
Nach meiner Zeit bei Bosch bin ich mit der Tätigkeit und der Verantwortung der Controllingabteilung eines Industrieunternehmens vertraut. Ich habe Einblicke in die Wertschöpfungskette bei der Herstellung von elektronischen Komponenten in einer globalisierten Welt erhalten. Dazu gehört auch ein Gespür für die Kontroll- und Organisationsmechanismen, die einen Produktionsstandort erfolgreich in die Konzernstruktur eingliedern.

Erfahrungsberichte, Quelle:sxc.hu Autor:clixMehr Erfahrungsberichte?
Weitere Berichte der e-fellows von Recruiting-Events, Praktika und Jobs findest du in der Rubrik "Erfahrungsberichte".

Die e-fellows.net-Mitarbeiter stellen sich vor: Milena Cornely

Dienstag, den 19. April 2011
Maximilian

Um Milena die Arbeit im Marketing-Team schmackhaft zu machen, nutzten ihre Kollegen ihre kulinarische Schwäche schamlos aus: Sie bestachen sie mit selbstgebackenen Muffins und versprachen ihr die Organisation von sogenannten "Power Breakfasts". Eigenartig, dass sie Milena damit beeindrucken konnten – das hat damals nicht mal die erste Take-That-Website geschafft.

>> Teil 37 der Serie: Wer sind die eigentlich bei e-fellows.net? <<

Milena Cornely

Was machst du bei e-fellows.net?
Seit Mitte März arbeite ich gemeinsam mit Marko und Christian im Team Marketing & Stipendiatenbetreuung. Neben der Koordination der Buchprojekte "Perspektiven für Juristen", "Perspektive Patentanwalt" und "Der LL.M." organisiere ich Veranstaltungen wie das "Power Breakfast" oder den "LL.M. Day".

Was hast du vorher gemacht?
Die vergangenen fünfeinhalb Jahre habe ich Sprachen, Wirtschafts- und Kulturraumstudien an der Uni Passau studiert. Damit bin ich hier schon die dritte Kulturwirtin im Bunde! Meine beiden Auslandssemester habe ich in Indonesien verbracht: zunächst an unserer Partneruni in Salatiga und anschließend bei der Industrie- und Handelskammer in Jakarta.

Was gefällt dir an deiner Arbeit bei e-fellows.net?
Ganz klar das sympathische Team und die angenehme Arbeitsatmosphäre: An meinem ersten Tag wurde ich zum Beispiel gleich einmal mit Blumen für meinen Schreibtisch und selbstgebackenen Muffins begrüßt. So etwas zieht bei mir immer! ;) Schön finde ich auch, dass man mit seinen Anliegen und Ideen immer auf offene Ohren stößt – ganz egal, wie beschäftigt jemand gerade ist. Ein weiteres Plus: Dadurch, dass die Arbeit so vielfältig ist, passiert es mir immer wieder, dass ich gegen sechs auf die Uhr schaue und denke: "Wow, so spät schon wieder!?" Ich kann mich also nicht beklagen!

Welche privaten Interessen hast du?
Neben meiner großen Leidenschaft, dem Reisen, habe ich eine Schwäche für alles, was mit Essen zu tun hat: Kochbücher durchstöbern, neue Rezepte ausprobieren, einen Bummel über den Wochenmarkt und natürlich Restaurantbesuche jeglicher Art. Außerdem bin ich ein sehr unternehmungslustiger Mensch, der sich gerne im Freien aufhält – sei es beim Joggen, Trekking, Snowboarden oder ganz gemütlich am Baggersee.

Was war dein erstes Aha-Erlebnis mit dem Internet?
Meine erste Begegnung mit dem Internet fand witzigerweise durch den Kauf einer Bravo-Hits-CD im Jahr 1995 statt. Unter dem Motto "Beam dich ins Netz!" wurde dem jungen Hörer erklärt, was es mit dem Phänomen Internet überhaupt auf sich hat und wie man auf die Website von Take That findet. Mein erste Reaktion darauf war eher ein "Häh – Wer braucht denn bitte sowas?" als ein Aha-Erlebnis. Mit dem Kauf unseres ersten Modems wurde ich aber schon bald eines Besseren belehrt.

Welche lebende oder historische Person würdest du gerne treffen?
Ganz spontan kommt mir da Sigmund Freud in den Sinn. Ich vermute mal, dass man mit ihm sehr spannende und wunderbar kontroverse Gespräche führen könnte.

Was willst du in deinem Leben unbedingt noch machen?
Eine kleine Auswahl: Endlich richtig Wellenreiten und Klettern lernen, einen halben und vielleicht auch einen ganzen Marathon laufen, einen großen Garten besitzen und darin eigenes Obst und Gemüse anbauen – und natürlich noch möglichst viel von der Welt sehen.

Tagebuch (Roche): Farbige Wasserschlacht

Freitag, den 15. April 2011
Tagebuch

Melanies Projekt in Indien ist fast vorüber, sie präsentiert ihre Analyse einer Umfrage zur Mitarbeiter-Zufriedenheit und schlägt Maßnahmen vor. Und ist wieder einmal von der indischen Spontaneität überrascht: Die ersten Initiativen zur Umsetzung finden quasi direkt nach ihrer Präsentation statt. Und zum Abschluss bekommt Melanie noch etwas Farbe ab – allerdings nicht beim Sonnenbaden.

Meine drei Monate in Mumbai gehen zu Ende, wo ist nur die Zeit geblieben? Und wenn ich mich auch an manche Dinge wahrscheinlich nie gewöhnen würde – den Lärm, den Dreck, die Überbevölkerung – so wird mir doch auch vieles fehlen: die Farben, die freundlichen, neugierigen Menschen, das Essen.

e-fellow-Melanie-Roche-IndienMelanie (28) studierte Medien- und Kommunikationsmanagement in Stuttgart. Anschließend machte sie einen Master in Diplomacy & International Relations und einen MBA in den USA. Vor anderthalb Jahren stieg sie ins Management-Start-Up-Programm von Roche ein und arbeitet zurzeit in Mumbai, Indien.

Überzeugungsarbeit leisten bei der Abschlusspräsentation
Mein Projekt in Indien ist so gut wie beendet: Ich habe eine Umfrage zur Mitarbeiter-Zufriedenheit analysiert und ein Maßnahmenpaket erarbeitet. Zwar werden meine Ergebnisse positiv aufgenommen, aber ich merke wieder einmal, dass meine Herangehensweise anders ist als die der hiesigen Kollegen, und mein Blickwinkel ebenfalls. Weil mir dadurch Dinge aufgefallen sind, die sonst nicht so sehr im Fokus stehen, muss ich bei den Abschlusspräsentationen doch manchmal Überzeugungsarbeit leisten. Ich erkläre deutlich mehr Methodik und Hintergründe der Befragung, als ich das in Deutschland tun würde.

Aber sobald ich meine Kollegen überzeugt habe, setzen sie meine Ergebnisse in die Tat um – und zwar quasi sofort. Wochenlange Vorlaufzeiten, wie man das von deutschen Organisationen so kennt, gibt es hier nicht. Ich bremse sogar vorsichtig, weil ich glaube, dass ein bisschen "deutsche" Vorbereitung eben doch durchaus die Fehler vermeiden kann, die bei Schnellschuss-Aktionen gerne auftreten. Ich werde gespannt verfolgen, was nach Projekt-Ende mit dem Stein passiert, den ich ins Rollen gebracht habe.

Obsthändler in Mumbai (Bildquelle: e-fellows.net)Amerikanische Country-Musik und Backstreet Boys statt Lady Gaga
Je besser ich die Menschen hier kennenlerne, desto mehr Unterschiede fallen mir auf. Beispielsweise der Humor: Er ist sehr direkt und kann fast schon naiv anmuten. In Kombination mit der Tatsache, dass unverheiratete Paare hier Seltenheitswert haben, führt dieser Humor zu interessanten Situationen. Zum Beispiel zieht ein Chef seinen Angestellten auf mit den Worten "Raj hat eine Freeeeuuuundin, Freeeeuuuundin, Freeeeeuuundin!", weil dieser abends noch eine Verabredung hat und nicht sofort versichert hat, dass es sich um einen männlichen Bekannten handelt.

Tempel in Mumbai (Bildquelle: e-fellows.net)Der westliche Einfluss ist besonders in den Städten deutlich spürbar, zum Beispiel mögen die Inder neben den landeseigenen Produktionen auch westliche Musik und Filme. Besonders beliebt ist das, was ich als Heile-Welt-Komödien und Romantikschnulzen bezeichnen würde. Neues braucht sehr lange, bis es angenommen wird, während Klassiker sehr beliebt sind – oder zumindest Produktionen, die mindestens zehn Jahre alt sind. Im Fernsehen läuft immer irgendwo eine amerikanische Romantik-Komödie, am liebsten mit Jennifer Aniston. Und auch "Titanic", die "Rocky"-Reihe, "Pretty Woman", "Men in Black", oder "Friends" findet man immer auf irgendeinem Kanal. Lady Gaga ist fast unbekannt, während amerikanische Country-Musik, aber auch Eric Clapton und die Rolling Stones als westlich und cool verstanden werden. Und ich habe schon sehr, sehr lange nicht mehr "Mambo No. 5" und die Backstreet Boys so oft gehört.

Im Gegenzug macht es mir auch durchaus Spaß, Bollywood-Filme und indische Soap Operas auf Hindi zu gucken – sozusagen als Comedy. Man muss die Sprache nicht sprechen, um die Handlung zu verstehen. Denn die Schauspieler versuchen nicht nur, sich bei Schmuck und Makeup gegenzeitig zu überbieten, sondern auch in Theatralik – das wirkt wie eine völlig überdrehte, quietschbunt-glitzernd-überladene Karikatur des wirklichen indischen Familienlebens.

Blumengirlanden (Bildquelle: e-fellows.net)Fest der Farben – und Wasserbomben
Und noch etwas Quietschbuntes und sehr Indisches darf ich miterleben: Im März findet "Holi" statt, das Fest der Farben. Man kann sich das als riesige Schlacht mit knallbuntem Farbpulver und Wasser vorstellen. Gefeiert wird überall, auch auf den Straßen. Und da Inder nicht gerade kontaktscheu sind, haben sie keine Skrupel, auch Fremde miteinzubeziehen – sprich: sie mit Wasserbomben und Farbe zu bewerfen. Schon Tage vorher muss man sich vor plötzlichen Wasserspritzern in Acht nehmen, und der Wachmann bei meinem Geldautomaten steht ungerührt und ernsthaft Wache, obwohl sein Gesicht von einem leuchtend lilafarbenen Handabdruck geziert ist – da hat sich wohl jemand einen Spaß erlaubt.

Ich bin am Holi-Festtag bei einer Kollegin eingeladen und fahre schon im Morgengrauen hin, um vor solchen Attacken sicher zu sein. Im Innenbereich des Wohnkomplexes tummeln sich schon früh die Kinder, die sich mit wichtiger Miene mit ihren Wasserpistolen inklusive auf den Rücken geschnallter Tanks auf die große Schlacht vorbereiten. Nach und nach kommen die Erwachsenen hinzu, manche schon mit leichten Farbspuren im Gesicht.

Blumen (Bildquelle: e-fellows.net)Man wünscht sich "Happy Holi!", nimmt eine Handvoll grün, lila, gelb, blau, rot, neonorange … was gerade zur Hand ist, und verteilt es großzügig auf seinem Gegenüber. Was zurückhaltend anfängt, mündet schnell in eine ausgelassene Feier. Bei dröhnender Musik tanzen Erwachsene und Kinder kunterbunt verschmiert und klatschnass und haben einen Riesenspaß. Ich versuche mir vorzustellen, wie so etwas denn in Deutschland aussehen würde: Unmöglich – ich glaube, das geht nur bei den Indern!

Die Welt steht still: Es ist Cricket-Weltmeisterschaft
Kurz vor meiner Abreise passierte noch etwas, das ich für komplett unmöglich gehalten hatte. Knapp sechs Stunden mitten am Tag lang sind die Straßen …na ja, leer wäre übertrieben. Aber ruhiger, als das mitten in der Nacht der Fall ist: kein Hupen, kaum Verkehr. Was los ist? Es ist Cricket-Weltmeisterschaft in Indien, das Endspiel findet in Mumbai statt, und das indische Team ist im Finale! Ein Krimi, weil es wirklich knapp wird. Allerdings ist ein Sechs-Stunden-Krimi, so lange dauert das Match nämlich – wirklich, wirklich lang… Aber es lohnt sich, Indien holt den Titel, das zweite Mal überhaupt, und die Stadt (und vermutlich das ganze Land) feiert bis in die frühen Morgenstunden. Glückwunsch!

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Im ersten Teil ihres Tagebuchs berichtet Melanie von ihrer Ankunft in Mumbai. Im zweiten Teil geht es um die Unterschiede von deutscher und indischer Arbeitsweise. Im dritten Teil ist Melanie auf Interviewreise durch Indien.

Humor im Büro: Vorsicht, witzig!

Freitag, den 15. April 2011
Maximilian

"Lachen ist gesund", weiß der Volksmund. Aber macht Lachen auch erfolgreich? Erleichtert Humor den Umgang mit Kollegen oder ist im Job besser Seriosität angesagt? Soviel ist sicher: Der Grat zwischen produktivitätsfördernder Heiterkeit und respektlosem Spott ist schmal. Gerade zwischen den Hierarchieebenen ist Humor mit Vorsicht zu genießen.

Humor senkt die Produktivität und lenkt von der Arbeit ab. Das dachte zumindest Henry Ford, der in seinen Automobilfabriken das Lachen verbot. Heute dagegen gilt es als Binsenweisheit, dass Spaß an der Arbeit die Leistungsfähigkeit erhöht und das Arbeitsklima verbessert.

Kalauer für die Karriere
Tatsächlich ist Humor der Karriere förderlich. Gemeinsames Lachen verbindet und macht einander sympathisch – das gilt zwischen Bewerber und Personaler genauso wie zwischen Chef und Angestelltem. Mit Humor lässt sich also durchaus in Vorstellungsgesprächen und Gehaltsverhandlungen punkten – wobei hier eher ein wohldosiertes Lächeln oder eine geistreiche Bemerkung übers Wetter gefragt sind statt Schenkelklopfer oder Büttenreden.

Diskussion in der Community: Wieviel Humor gehört ins Büro?

Lästern über den Chef
Auch Lästern ist lustig. Wer aber über Vorgesetzte und Kollegen herzieht, kann sich schnell ins eigene Fleisch schneiden, wenn das Opfer des Spotts davon erfährt. Gelegentliche Scherze über Höhergestellte wirken sich jedoch positiv auf die Mitarbeiterzufriedenheit aus, da die Hierarchie für kurze Zeit umgedreht wird: Der "kleine Angestellte" darf sich über seinen Chef erheben und Ärger und Gefühle der Machtlosigkeit herauslassen. Und das, ohne sich als "Meuterer" bloßzustellen, da ja alles nur "im Spaß" gesagt wird. Die Position des Verlachten wird dadurch keineswegs gefährdet, sondern vielmehr stabilisiert. Zudem stärkt Tratsch in Maßen den Teamgeist unter Angestellten.

Humor im Büro (Quelle: scx.hu, Autor: atsoram)
Bildquelle: sxc.hu, Autor: atsoram

Mit einem Lachen kritisieren
Unter dem Deckmantel des Humors lässt sich fast risikofrei Kritik üben, die sonst nicht gewagt werden würde. Wenn ein Kollege zum x-ten Mal zu spät ins Meeting kommt, kann man ihn beispielsweise fragen, ob er sich schon wieder in den verwinkelten Gängen des Büros verlaufen habe, statt ihn forsch zurechtzuweisen. Die Botschaft bekommt der Angesprochene genauso mit wie bei einer echten Standpauke, allerdings ohne dem Spötter wirklich böse sein zu können.

Führungskraft als Spaßmacher
Auch wer schon weiter aufgestiegen ist, muss zum Lachen nicht in den Keller gehen. Führungskräfte, die Spaß verstehen und sich auch mal selbst aufs Korn nehmen, festigen damit ihren Status, weil sie somit Kritikfähigkeit beweisen. Und einem humorvollen Chef nimmt man schlechte Nachrichten weniger krumm als einem, der sich hinter seiner unnahbaren Seriosität verschanzt. Wenn der Vorgesetzte es nicht übertreibt und zum Büro-Clown wird, ist Humor also eine wichtige Führungsqualität.

Humor als Spiegelbild der Hierarchie
Wer über wen Witze machen kann und wer über diese Witze lacht, ist ein deutliches Zeichen dafür, wer im Büro etwas zu sagen hat. In der Regel gilt: Wer den Startschuss für Humor gibt, hat Macht. In Meetings wird der Gesprächsverlauf von dem Teilnehmer mit der höchsten Position bestimmt. Dazu gehört auch, von ernsten Themen ins humorvolle Plaudern abzuschweifen – und ebenso zu sagen, wann es wieder genug des Komischen ist.

"Sehr witzig, Chef!"
Der Status beeinflusst auch die Wirkung einer Pointe: Angestellte finden die Schoten ihres Chefs witziger als die von Gleichgestellten – sie lachen unbewusst stärker, haben Psychologen der Florida State University herausgefunden. Grundsätzlich richten sich Scherze übrigens meist von oben nach unten: Der Höhergestellte darf den Untergebenen "aufziehen" – umgekehrt geht das in weit geringerem Maß. Auch in Sachen Humor gilt also: Was einer Führungskraft erlaubt ist, darf ein einfacher Angestellter noch lange nicht.

Die e-fellows.net-Mitarbeiter stellen sich vor: Anja Abel

Donnerstag, den 14. April 2011
Maximilian

Anja ist neu im Team Key Account Management & Karriereservice – und genießt bereits die Vorzüge ihres Jobs in vollen Zügen: Sie kann eigenverantwortlich arbeiten, muss nicht heimlich im Internet surfen und kann in ihrer neuen Heimat München anderen beim Biertrinken zuschauen. Zu ihrem Glück fehlt ihr jetzt eigentlich nur noch ein eigenes Ankleidezimmer.

>> Teil 36 der Serie: Wer sind die eigentlich bei e-fellows.net? <<

Was machst du bei e-fellows.net?
Ich arbeite im Team Key Account Management & Karriereservice und betreue sieben unserer Partnerunternehmen: Bosch, Bosch Rexroth, Detecon, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, die ZEIT und die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck. Ich unterstütze sie vor allem bei der Präsentation auf unserer Website und helfe ihnen, die richtigen Bewerber zu finden.

Anja Abel

Was hast du vorher gemacht?
Ich habe "International Business" an der Hochschule Pforzheim studiert. Wie es der Studienname erahnen lässt, habe ich Teile meines Studiums im Ausland verbracht. So war ich zwei Semester in Austin (Texas), ein Semester in Angers (Frankreich) und habe dann noch ein halbjähriges Praktikum in Paris gemacht.

Was gefällt dir an deiner Arbeit bei e-fellows.net?
Mir gefällt, dass ich gleich von Anfang an ins Team und ins Unternehmen integriert werde. Außerdem schätze ich sehr, dass ich für einen eigenen Bereich verantwortlich bin – was bei einem Einstiegsjob nicht selbstverständlich ist.

Welche privaten Interessen hast du?
Im Moment bin ich vor allem damit beschäftigt, meine neue Wohnung einzurichten, Möbel zu kaufen und alles mit hübschen Deko-Artikeln zu versehen. Danach habe ich dann hoffentlich mehr Zeit für meine neue Heimat München. Ich freue mich schon auf den Sommer und meine erste Biergarten-Saison – auch wenn ich selbst gar kein Bier trinke. Ansonsten reise ich sehr gerne und besuche meine Freunde, die an den verschiedensten Orten dieser Erde wohnen. Ich interessiere mich für Musik – sowohl passiv als auch aktiv, tanze gerne, gehe ins Kino oder auf Konzerte, und unternehme überhaupt viel mit Freunden und Familie.

Was war dein erstes Aha-Erlebnis mit dem Internet?
Das war im Unterricht für informationstechnische Grundbildung in der neunten Klasse: Internet als wunderbares Medium, sich die Zeit zu vertreiben, ohne auf den Lehrer hören oder sich an Textverarbeitungsübungen beteiligen zu müssen.

Welche lebende oder historische Person würdest du gerne treffen?
Meinen Großvater. Er ist zwei Jahre vor meiner Geburt gestorben und so hatte ich nie die Möglichkeit, ihn kennenzulernen.

Was willst du in deinem Leben unbedingt noch machen?
Vor allem glücklich sein. Und das kann man ja nicht wirklich im Voraus planen. Was aber sicherlich dazu beitragen könnte: Reisen in unbekannte Länder, vor allem nach Zentral- und Südamerika, Asien, Australien und Neuseeland. Außerdem will ich Salsa-Tanzen lernen, auf ein Red-Hot-Chili-Peppers-Konzert gehen, ein eigenes Ankleide-Zimmer haben, heiraten, Kinder kriegen …