Monatsarchiv für März 2011

Wer suchet, der findet jetzt noch besser – mit speziellen Suchbefehlen

Dienstag, den 8. März 2011
Lukas

In der Community wimmelt es nur so von nützlichem Insider-Wissen. Früher war es etwas schwer, das zu finden. Vor ein paar Wochen haben wir daher die neue Community-Suche vorgestellt. Jetzt haben wir sie (neben ein paar weiteren neuen Funktionen) noch etwas verfeinert: mit speziellen Suchbefehlen könnt ihr UND-Suchen durchführen, nach genauen Wortkombinationen suchen oder bestimmte Begriffe aus der Suche ausschließen.

  • Doppelte Anführungszeichen (""): Text muss exakt so vorkommen.
    Beispiel: "McKinsey sucht Berater" => Die Wortfolge 'sucht McKinsey Berater?' würde nicht gefunden werden.

  • + : Begriff MUSS enthalten sein.
    Beispiel: '+McKinsey Consulting' => 'McKinsey' muss, 'Consulting' kann enthalten sein

  • - : Begriff darf NICHT enthalten sein.
    Beispiel: '-McKinsey +Consulting Beratung' => 'McKinsey' darf nicht, 'Consulting' muss, 'Beratung' kann enthalten sein

  • &&/AND : beide Begriffe MÜSSEN enthalten sein.
    Beispiel: 'McKinsey && Consulting' oder 'McKinsey AND Consulting' => 'McKinsey' und 'Consulting' müssen enthalten sein.

  • ||/OR : beide Begriffe KÖNNEN enthalten sein (Standardverhalten bei Suche ohne irgendwelche Sonder-Suchbefehle).
    Beispiel: 'McKinsey || Consulting' = 'McKinsey OR Consulting' = 'McKinsey Consulting'

Eine Übersicht über die speziellen Suchbefehle bekommt ihr jederzeit in der erweiterten Suche.

Und? Findet ihr damit das, was ihr sucht?

Tagebuch (Roche): Frieren bei 30 Grad und indisches Multitasking

Freitag, den 4. März 2011
Tagebuch

Europäer sind komische Wesen: Sie trinken in Flaschen abgefülltes Trinkwasser, planen Besprechungen im Voraus und haben keine Ahnung von indischem Multitasking. Melanie erlebt bei ihrem Auslandsprojekt für Roche in Mumbai, wie unterschiedlich die Arbeitsweise in Deutschland und in Indien ist – und ebenso das Temperaturempfinden.

"So schützen Sie sich vor Erkältungen!" – "Wettervorhersagen sprechen von anhaltender Kälte bis nächste Woche!" – "Große Auswahl an Wollpullovern und warmer Unterwäsche!": Amüsiert lese ich in den ersten Wochen meines Aufenthalts in Mumbai in der Zeitung, dass anscheinend gerade ein recht kalter Winter herrscht, überall niesen und husten die Leute. Klar, wenn man die "frischen" 15 Grad nachts und 30 Grad tagsüber nicht gewöhnt ist …

Wenn ich erzähle, dass in Deutschland Schnee liegt, bekomme ich nur unsicheres Nicken als Antwort. Für die Leute hier ist das schwer vorstellbar; echten Schnee gesehen oder Temperaturen unter dem Gefrierpunkt erlebt haben die wenigsten. Ich dagegen habe mich längst an das milde Klima gewöhnt und kann ein erstes Fazit von Mumbai ziehen: Es ist unglaublich laut, dreckig, voll, bunt, vielfältig, chaotisch … und funktioniert trotzdem irgendwie. Noch habe ich allerdings keine Ahnung, wie.

Die eigenartigen Verhaltensweisen des Europäers
Ich betrachte das Durcheinander staunend, manchmal auch irritiert, und bin noch viel zu oft darauf angewiesen, dass man mich als Ausländerin erkennt und mir Sachen erklärt, einfach einen Bogen um mich macht, wenn ich irgendwo im Weg stehe oder es mir verzeiht, wenn ich Dinge tue, die aus indischer Sicht zweifellos seltsam sind.

Wassertank in Mumbai auf der StraßeZum Beispiel: Desinfektionsmittel für meine Hände verwenden. Auf in Flaschen abgefülltes Trinkwasser bestehen. Ungefähr doppelt so schnell gehen wie alle anderen vor sich hin schlurfenden Leute. Meine Ruhe vor übereifrigen Verkäufern haben wollen, wenn ich Waren in einem Laden anschaue. Mich als einzige Frau durch das Gewühl am Ticketschalter nach vorne kämpfen – der Überraschungseffekt scheint hier zu helfen.

Und auch bei der Arbeit wirkt mein Verhalten offensichtlich manchmal befremdlich: Ich plane Besprechungen im Voraus und bereite sie vor. Ich arbeite eigenständig, ohne ständig Rücksprache mit dem Kollegen zu halten – außer es ist nötig. Ich unterbreche eine Unterhaltung nicht sofort, wenn mich jemand anruft.

e-fellow-Melanie-Roche-IndienMelanie (28) studierte Medien- und Kommunikationsmanagement in Stuttgart. Anschließend machte sie einen Master in Diplomacy & International Relations und einen MBA in den USA. Vor anderthalb Jahren stieg sie ins Management-Start-Up-Programm von Roche ein und arbeitet zurzeit in Mumbai, Indien.

Indisches Multitasking im Büro
Die Arbeitsweise ist hier quasi das Gegenteil von linear … Multitasking in Reinform! Da werden locker fünf, sechs Themen innerhalb von fünf Minuten angefasst, dann kommt ein Schwätzchen mit einem Kollegen dazwischen, das Handy klingelt – und der Anruf hat immer Priorität! Während man schnell am Computer die Fotos vom Baby der Kollegin anschaut, kommen drei E-Mails rein und wollen Aufmerksamkeit, wegen zweien werden direkt wieder Telefongespräche geführt, die wiederum an eine andere Aufgabe erinnern. Aber dann kommt der Kollege vorbei und will jetzt sein Thema besprechen, was man natürlich macht, auch wenn man alle paar Minuten wieder vom Handy unterbrochen wird …

So wursteln sich die indischen Kollegen im lärmenden Großraumbüro durch den Tag. Und kriegen, das ist der Clou, ihre Aufgaben durchaus erledigt. Ab und zu fällt mal was unter den Tisch, aber wenn keiner danach fragt, war's ja bestimmt auch nicht wichtig. Stimmt hier auch meistens. Das bedeutet aber, dass man, wenn man etwas erledigt haben möchte, besser regelmäßig nachfragt, sonst rutscht die Aufgabe im To-Do-Stapel der Prioritäten immer weiter nach unten und wird nie fertig. Ich stelle fest, dass ich zwar meistens deutlich besser vorbereitet bin als meine Kollegen, dafür komme ich mir aber auch fast schon unflexibel vor.

Hindu-Gottheiten, Süßigkeiten und die Hürden des Alltags
An den Wochenenden erkunde ich die Stadt und habe ein paar Must Sees in Mumbai gefunden: Gateway of India, Marine Drive und Juhu Beach. Ein Kollege hat mich auf einen Ausflug zu den Elephanta Caves mitgenommen. Auf einer Insel vor Mumbai gibt es in den Fels gemeißelte Höhlen mit großen, in den Stein gehauenen Skulpturen von Hindu-Gottheiten. Oben auf dem Hügel stehen noch zwei alte britische Kanonen aus Kolonialzeiten. Paviane springen herum, und es ist so schön ruhig dort im Vergleich zum ständigen Gehupe und Getöse in der Stadt …

Es gibt natürlich enorm viele Souvenirverkäufer, die hoffnungslos überteuerte Ware anbieten. Wir haben mal ausprobiert, welchen Preis sie meinem Kollegen (Inder, fragt auf Hindi) und mir (Ausländerin, fragt auf Englisch) für das selbe Produkt nennen. Das waren mal schnell 75 Prozent mehr. Aber auch der reguläre Eintrittspreis für die Höhlen war laut Schild 100 Rupien für Inder und 250 Rupien für Ausländer. Unglaublich!

Mich haben dort auch immer wieder indische Besucher fotografiert – manchmal heimlich, manchmal auch ganz ungeniert, und mein Kollege wurde mehrfach gefragt, ob man mit seiner Begleitung Fotos machen dürfe? Es war ihm sichtlich unangenehm, mir das zu erklären: Man kann anhand des Fotos mit einer Europäerin anscheinend tolle Geschichten für die Kumpels zu Hause erfinden…

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In der Community-Gruppe "Inside Roche" Fragen stellen oder Alumni mit Erfahrung bei Roche kontaktieren.

Auch sonst lerne ich gefühlt bei jedem Schritt etwas Neues. Zum Beispiel:

  • Wie erwartet ist das Essen in Indien lecker und fast immer scharf. Die Basis vieler Süßigkeiten sind geklärte Butter und Zucker, dementsprechend lecker und gehaltvoll sind sie auch. Und die kleinen Päckchen aus grünen Blättern heißen Paan, sind essbar und mit leckeren, süßen Sachen gefüllt.

  • Straßenverkäufer in Mumbai

  • Wenn man etwas am Straßenrand kauft, handelt man den Verkäufer auf bis zu 30 Prozent vom Anfangspreis runter (auch wenn die Händler sich mit Sicherheit an mir immer noch eine goldene Nase verdienen).

  • Ausgefeilte Tricks von Bettlern kann ich allmählich durchschauen – die Armut ist schon extrem hier und die Not macht offensichtlich kreativ. An der Straßenecke vom Büro bettelt zum Beispiel eine Frau, die laut meinen Kollegen seit ungefähr drei Jahren immer gleich "schwanger" ist.

  • Ich fahre mit der Rikscha und werde nicht mehr beim Preis übers Ohr gehauen – die Taxometer sind mechanisch und können nicht auf den aktuellen Stand gebracht werden, deshalb gibt es eine Art Übersetzungstabelle zum richtigen Preis. Zwei Rupien auf dem Taxometer entsprechen also 24 Rupien in echt. Der Trick ist, diese Tabelle zu kennen, sonst sagen die Fahrer einem, was ihnen grade passt. Oder sie manipulieren die Taxometer, weil ein Ausländer ja bestimmt nicht weiß, wie viel die Strecke kosten sollte.

  • Ich habe Zugfahren ausprobiert: Das kann erstaunlich schwierig sein, auch wenn man's nicht glauben würde. Das fängt schon an beim Kaufen desTickets (Wo? Welches? Nein, ich spreche kein Hindi!). Und geht weiter mit dem Finden des Gleises (nummeriert, aber wer kann denn ahnen, dass Bahnsteig 6 ein Sub-Bahnsteig von Gleis 11 ist und nur über eine Brücke zugänglich – nicht ausgeschildert, natürlich) und dem Identifizieren des richtigen Zugs und so weiter. Mit westlichem Sicherheitsdenken im Kopf beobachte ich schockiert, dass Inder auch durchaus auf einen schon anfahrenden Zug aufspringen. Das geht, weil es ja keine Türen gibt – oder Fensterscheiben. Dafür aber Gitter vor den Fenstern, damit da niemand ein- und aussteigt. Warum irgendjemand auf die Idee kommen sollte? Zur Rush Hour wäre das mit Sicherheit eine Option, schließlich sind die Züge dann so überfüllt, dass sogar Leute auf dem Dach mitfahren.

  • "Ja" heißt hier nicht Nicken, sondern Kopfwackeln. Sieht lustig aus, und kann ich noch nicht. Das Nicken kommt viel zu automatisch!

Und die einfachsten Dinge können eine Herausforderung darstellen: Wo kaufe ich sowas Simples wie … Shampoo? So etwas wie einen Supermarkt, Drogerie, Tante-Emma-Laden wird es doch geben? Nach einigem Suchen habe ich tatsächlich einen halbwegs westlichen Supermarkt gefunden, aber dieses Konzept kommt hier grade erst auf, erklärt man mir. Aber es gibt Märkte! Da kann man auch Shampoo kaufen – für den Preis, den man eben aushandelt.

Im ersten Teil ihres Tagebuchs berichtet Melanie von ihrer Ankunft in Mumbai und von indischer Tarnkleidung.

Erfahrungsbericht (Roche Diagnostics): Raus aus dem Labor und rein ins Produktmanagement

Donnerstag, den 3. März 2011
Erfahrungs- bericht

Mit dem Vorsatz, Unternehmensluft zu schnuppern, begann Dimitry sein Praktikum bei Roche Diagnostics. Im Produktmanagement bearbeitete er ein eigenes Projekt, dessen Ergebnisse schon heute Verwendung finden.

Das e-fellows.net-Expertenforum "Karriereplanung für Naturwissenschaftler und Ingenieure 2011" hat mal wieder gezeigt, wie viele Naturwissenschaftler während des Studiums die berufliche Welt außerhalb des Labors kaum kennenlernen. Ich meine damit hauptsächlich Chemiker und Biologen, deren "Schicksal" mir vertrauter ist.

Viele der im Forum gestellten Fragen, wie zum Beispiel "Welche Berufsfelder bieten sich einem Naturwissenschaftler außerhalb der Akademie?" oder "Wann lohnt sich eine Promotion nach dem Studium?" gingen auch mir im Laufe meines Masterstudiums durch den Kopf.

Bei den "Roche meets…"-Tagen im Mai 2010 bekam ich die Gelegenheit, einige dieser Fragen an Fachleute aus verschiedenen Firmenbereichen zu stellen. Im Laufe der ausführlichen Gespräche weckte besonders das Produktmanagement mein Interesse. Unterhaltungen sind zwar hilfreich und gut, aber eigene Erfahrungen meistens einprägsamer. Deshalb hatte ich den Entschluss gefasst, das Produktmanagement hautnah zu erleben, wenn sich eine Möglichkeit dazu ergibt.

Die Chance
Nach der Anmeldung im Online-Portal von Roche entdeckte ich die Gelegenheit bereits im Juli direkt in meinem elektronischen Postfach: Eine Ausschreibung von Roche Diagnostics für ein Praktikum: "Unterstützung im Produktmanagement/Marketing im Vertrieb". Ohne lange zu zögern, füllte ich die entsprechenden Formulare aus und brachte die Bewerbung auf den Weg. Zwei Wochen später kam die Einladung zum Vorstellungsgespräch. Heute weiß ich nicht mehr genau, wie oft ich in den drei Wochen nach dem Gespräch mein E-Mail-Postfach öffnete, auf jeden Fall zu oft ;-) . Am Ende dann die große Erleichterung: "Ihr Praktikum bei uns wird im November 2010 beginnen".

Stipendiat Dimitry (26) studiert an der Uni Heidelberg Molekulare Biotechnologie. Im November 2010 begann er ein viermonatiges Praktikum bei Roche Diagnostics in Mannheim in der Abteilung "Produktmanagement/Marketing Labordiagnostik".

Mehr als "pro forma"-Freundlichkeit
Gleich an meinem ersten Tag in Mannheim standen organisatorische Fragen auf dem Programm: Anmeldung in der Personalabteilung, Foto-Shooting für den Werkausweis, Computereinrichtung. Nachdem der erste Einführungslauf zu Ende ging, wurde ich meiner Betreuerin vorgestellt, Dagmar Winnefeld, Produktmanagerin für immunologische Bluttests. Nach einem kurzen Kennenlernen führte sie mich durch das Großraumbüro und ich machte die Bekanntschaft von rund 50 weiteren Mitarbeitern aus verschiedenen Abteilungen.

Dass manch einer beim Kennenlernen von neuen Kollegen nur "pro forma" freundlich lächelt, mag stimmen. Doch die vergangenen vier Monate bei Roche haben mir immer wieder gezeigt, dass ein freundlich-lockerer und gleichzeitig respektvoller Umgang sowie stete Hilfsbereitschaft mehr als bloße Begriffe aus irgendwelchen internen Verhaltensrichtlinien sein können.

Praktikant = (un)nützliche Hilfskraft?
Da das Praktikum meine erste Erfahrung in einem Industriekonzern und auf "fachfremdem" Gebiet – also außerhalb vom Labor – war, hatte ich keine präzisen Vorstellungen, was mich erwarten würde. Umso erfreulicher war die Nachricht von Frau Winnefeld, dass ich ein eigenes Projekt erhalten würde und dass die Ergebnisse nicht für den berühmten "runden Briefkasten" unter dem Tisch gedacht seien – ganz im Gegenteil.

Meine Aufgabe lautete, für mehrere Bluttests, die neu auf dem Markt eingeführt werden sollen, Unterlagen verschiedener Natur zu erstellen. Das waren einerseits Powerpoint-Präsentationen, die Außendienstmitarbeiter bei Kunden verwenden würden, und andererseits Broschüren für Ärzte und Labormitarbeiter. Manche Unterlagen habe ich in Anlehnung an englischsprachige Vorlagen vorbereitet, bei anderen Dokumenten hatte ich mehr Gestaltungsfreiheit. Hier musste ich mich erstmal tief in das jeweilige medizinische Thema einlesen, um anschließend mit dem angehäuften Fachwissen eine detaillierte Beschreibung der einzuführenden Produkte zu erstellen.

Zusätzlich erhielt ich von Frau Winnefeld gleich am Anfang analoge Unterlagen für bereits etablierte Produkte, um das Rad nicht komplett neu erfinden zu müssen. Bei auftretenden Unklarheiten, vor allem zu Projektbeginn, war sie stets gesprächsbereit und half mir durch ihre Erfahrung und ihr offenes Feedback bei einer ergebnisorientierten Themenbearbeitung.

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In der Roche-Gruppe kannst du Fragen stellen oder Alumni mit Erfahrung bei Roche kontaktieren.

Mein bester Freund der Kaffeeautomat?
Im Laufe der Zeit habe ich gelernt, welche Daten und Unterlagen für die Produkteinführung gebraucht werden. Soweit die benötigten Informationen verfügbar waren, habe ich die Unterlagen eigenständig vorbereitet und erstellt. Und sonst verbrachte ich jede Menge Zeit mit Kaffeekochen? Natürlich nicht, denn neben dem Hauptprojekt erhielt ich weitere Aufgaben. Ich unterstützte das Team im Tagesgeschäft und bearbeitete andere Aufträge eigenständig. So waren die Arbeitstage stets voller Abwechslung und neuer Herausforderungen.

Durch die neuen Aufgaben konnte ich die Tätigkeitsgebiete anderer Produktmanager in der Abteilung kennenlernen, die übrigens zum Großteil einen naturwissenschaftlichen Hintergrund haben. Das hat mir sehr dabei geholfen, die Fragen bei gruppeninternen Besprechungen zu verstehen. Außerdem hat es – neben den gemeinsamen Mittagstischen und Tagungen – meine "Integration" in die Abteilung sehr unterstützt.

Zufriedener Rückblick
Mittlerweile ist einer der Bluttests auf den Markt gekommen und die Außendienstmitarbeiter verwenden in den Verkaufsgesprächen das Info-Material, das ich in den vergangenen Monaten vorbereitet habe. Ich glaube, jeder wird jetzt verstehen, warum ich voller Zufriedenheit auf die vergangenen vier Monate zurückblicke.

Das Praktikum hat mir ermöglicht, einerseits "Unternehmensluft" zu schnuppern und andererseits einen konkreten Einblick in die Berufswelt von Naturwissenschaftlern außerhalb des Labors zu bekommen. Daher kann ich jedem, der sich eine berufliche Tätigkeit außerhalb des Labors vorstellen kann, nur empfehlen, sich noch während des Studiums ein eigenes Bild davon zu machen.

Erfahrungsberichte, Quelle:sxc.hu Autor:clixMehr Erfahrungsberichte?
Weitere Berichte der e-fellows von Recruiting-Events, Praktika und Jobs findest du in der Rubrik "Erfahrungsberichte".

Die e-fellows.net-Mitarbeiter stellen sich vor: Stefan Koch

Donnerstag, den 3. März 2011
Maximilian

Eigentlich wird die Bezeichnung "Werkstudent" Stefans vielen Aufgaben in keiner Weise gerecht: Er löst nicht nur IT-Probleme, sondern sorgt auch dafür, dass unser Büro aufgeräumt bleibt und niemand auf den Tischen tanzt. Schön, dass er nebenbei noch Zeit hat, Daumen in der Community zu sammeln und nachzudenken, wie er allen Menschen nützen kann.

>> Teil 34 der Serie: Wer sind die eigentlich bei e-fellows.net? <<

Stefan

Was machst du bei e-fellows.net?
Offiziell bin ich zwar der IT zugeordnet, verstehe mich aber auch darauf, die anderen Abteilungen durcheinander zu bringen. Intern anscheinend als "Werkstudent" betitelt, versuche ich die wuchernden Bug-Tickets und Feature-Requests etwas zu stutzen. Dabei müssen natürlich immer wieder neue Bugs eingebaut werden, damit uns die Arbeit auch nie ausgeht.

Was hast du vorher gemacht?
Aufträge für andere Unternehmer erledigt und mein Abitur geschrieben. Ich kann (noch) auf keine große Karriere verweisen.

Was gefällt dir an deiner Arbeit bei e-fellows.net?
Wie schnell man in das bestehende Team integriert wird und wie aufgeräumt alles war, als ich zu Besuch nach München kam. Ich bin mir sicher, als ich weg war, wurde wieder der Schnaps ausgepackt und auf den Tischen getanzt!

Welche privaten Interessen hast du?
Außer technischen Dingen vor allem Fotografie und das Bewerten von politischem Geschehen anhand von geschichtlichen Hintergründen. Letzteres heißt im Grunde nur, dass ich ab und zu ein Buch zur Historie eines Landes lese oder zu politischen Themen allgemein.

Was war dein erstes Aha-Erlebnis mit dem Internet?
Ich befürchte leider, dass ich hier keins nennen kann. Ich bin einfach immer tiefer reingerutscht, ohne großartiges Aha-Erlebnis.

Welche lebende oder historische Person würdest du gerne treffen?
Es muss ja nicht immer eine bedeutende Persönlichkeit sein, mir würde es schon reichen, eine Bekannte aus Kroatien mal zu treffen – das hat sich bisher als ziemlich schwierig erwiesen.

Was willst du in deinem Leben unbedingt noch machen?
Das weiß ich im Moment nicht. Eigentlich würde ich gerne irgendetwas Sinnvolles im IT-Bereich erschaffen. Aber sinnvoll kann bekanntlich vieles sein. In meinen Augen heißt das jedenfalls, dass es allen Menschen etwas nützen sollte – und nicht nur einer kleinen Minderheit von Privilegierten.

Erfahrungsbericht: Zwischen Paradies und Krankenhaus – Freiwilligendienst in Bolivien

Donnerstag, den 3. März 2011
Erfahrungs- bericht

Benjamin ist Lehrer, Müllbeauftragter, Arzthelfer und IT-Berater – zumindest für ein Jahr. Statt seinen Zivi zu Hause abzuleisten, ist er als Freiwilliger in ganz Bolivien unterwegs. Dabei arbeitet er an so paradiesischen Orten wie der Sonneninsel im Titicacasee. Die Aufgaben sind meist weniger paradiesisch, dafür umso herausfordernder.

Als ich von der Möglichkeit gehört habe, den Zivildienst im Ausland zu abzuleisten, stand für mich fest: Ich arbeite "abroad"! Zusammen mit 17 anderen Zivis aus ganz Deutschland nehme ich am Freiwilligendienst in Boliven teil. Organisiert wird das Ganze von Volunta, einer Gesellschaft des Deutschen Roten Kreuzes, in Kooperation mit Hostelling International Bolivia (HI Bolivia). Mit dem Jahr in Bolivien erfülle ich mir drei Wünsche: ein neues Land kennenlernen, Spanisch lernen und zwischen Schule und Studium etwas anderes machen als pauken.

BenjaminBenjamin (20) hat Abitur in Husum (Nordfriesland) gemacht. Danach hat er einige Monate lang gejobbt, um sich seinen Traum vom Freiwilligendienst im Ausland zu erfüllen. Bevor er für ein wirtschaftswissen-
schaftliches Studium nach Deutschland zurückkehrt, ist er in Bolivien in Krankenhäusern und Schulen im Einsatz.

In ganz Bolivien unterwegs
Der Freiwilligendienst bei HI Bolivia unterscheidet sich von vielen anderen Diensten im Ausland. Die Organisation hat viele Einsatzorte im ganzen Land, in denen ganz unterschiedliche Arbeiten verrichtet werden. So ist es nicht ungewöhnlich, wenn ein Freiwilliger innerhalb eines Jahres von 4.000 Metern Höhe bei La Paz ins Tiefland nach Santa Cruz wechselt und von der ländlichen Schule ins großstädtische Krankenhaus. Drei Einsatzorte mit jeweils drei Monaten Aufenthalt sind vorgesehen, sodass drei Monate des einjährigen Einsatzes für Sprachkurs und Ferien übrigbleiben.

Zwei Freiwillige auf der SonneninselZwei Freiwillige auf der Sonneninsel: "Wir haben das Paradies gefunden!"

Erst die Arbeit, dann das Auslandsjahr
Ein Wermutstropfen des Freiwilligenprogramms ist, dass ich es praktisch komplett selbst finanzieren muss. Zwar sucht man sich vor dem Einsatz einen sogenannten Unterstützerkreis, der durch Spenden den Einsatz finanziert. In der Realität muss aber ein Großtteil der Freiwilligen auch in die eigene Tasche greifen. Die Finanzierung läuft folgendermaßen: Ich spende monatlich etwa 380 Euro an Volunta. Dafür bekomme ich vor Ort Unterkunft und Verpflegung. Die Flüge muss ich selbst bezahlen. So habe ich nach dem Abitur erst einmal ein paar Monate lang gejobbt, um das Geld zusammenzubekommen.

Vom Abiturient zum Lehrer
Ich habe bisher zwei Einsatzorte besucht. Auf der Sonneninsel im Titicacasee wurde die Arbeit zum Vergnügen. Der Blick über den See ließ mich denken, ich sei im Paradies. In der Schule im Zentrum der Insel holte mich die Realität dann umso schneller wieder ein: Dort mangelt es vor allem an (qualifizierten) Englisch-, Computer-, Mathe-, und Sportlehrern. Die Arbeit der Freiwilligen wird also dringend benötigt.

Benjamin im Mathematikunterricht mit der ersten Klasse …Benjamin im Mathematikunterricht mit der ersten Klasse …

… und Englischunterricht mit der fünften… und im Englischunterricht mit der fünften Klasse

Job: Müllbeauftragter
Nach Schulschluss widmete ich mich vor allem dem "Müll-Projekt": Dazu gehörte neben dem Bau eines großen zentralen Müllcontainers auch die Organisation des Abtransports und des Recyclings sowie eine umfangreiche Aufklärungskampagne.

In zwei Wochen zum Arzthelfer
Inzwischen bin ich in Sucre, der konstitutionellen Hauptstadt des Landes. Vormittags arbeite ich in der Notaufnahme eines Krankenhauses. Nachdem ich zwei Wochen den Ärzten über die Schulter geschaut habe, arbeite ich mittlerweile sogar selbst mit Patienten. Ich reinige zum Beispiel alte Operationswunden, ziehe die Fäden und verbinde die Wunden neu.

Die Notaufnahme des Hospital Santa BarbaraDie Notaufnahme des Hospital Santa Barbara

Auf den zahlreichen Märkten Sucres gibt es fast allesAuf den zahlreichen Märkten Sucres gibt es fast alles

IT-Berater am Busterminal
Für den Nachmittag habe ich mir eine Vielzahl von Projekten ausgesucht. Zum einem gebe ich Englischunterricht in Form einer Abendschule. Dafür habe ich auch ein eigenes Lehrbuch konzipiert, das speziell auf die Bedürfnisse der Schüler abgestimmt ist, die alle aus dem Tourismussektor kommen.

Zudem arbeite ich im Busterminal. Der Busverkehr in Bolivien ist nicht mit dem deutschen vergleichbar. Hier erledigen die großen Busse fast den kompletten Fernverkehr, da Bahnstrecken kaum vorhanden sind und Fliegen viel zu teuer ist. Somit ist das Terminal eher ein Fernverkehrsbahnhof im deutschen Sinne. Ich erstelle einen neuen Fahrplan, der dann auch online zur Verfügung stehen wird. Außerdem unterstütze ich die Busunternehmen beim Einrichten von E-Mail-Accounts und digitalen Buchungssystemen. Ein dauerhaftes Projekt ist die Pflege des Online-Auftritts von HI Bolivia.

Sozialeinsatz mal anders: Benefizspiel im Waisenhaus von SucreSozialeinsatz mal anders: Benefizspiel im Waisenhaus von Sucre

Auch für Studenten interessant
HI Bolivia bietet auch Freiwilligendienste außerhalb des "auslaufenden" Ziviprogramms an. Auch Studenten sind herzlich willkommen, hier einen studienbezogenen Dienst abzuleisten. Das ausgefallenste Projekt, von dem ich bisher gehört habe, ist das eines Orgelbauers, der in den alten Kirchen Boliviens gerade praktische Erfahrung sammelt.

Fazit
Der Freiwilligendienst in Bolivien ist eine Erfahrung fürs Leben, die ich jedem weltoffenen Menschen nur empfehlen kann, der ein faszinierendes Land mit all seinen Eigenarten erleben will.

Erfahrungsberichte, Quelle:sxc.hu Autor:clixMehr Erfahrungsberichte?
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