Monatsarchiv für März 2011

Erfahrungsbericht (Praktikum bei Bertelsmann): Die Rückkehr zu den Bertelsmännern

Donnerstag, den 31. März 2011
Erfahrungs- bericht

Ein Praktikum war Anne nicht genug – nach ihrer Zeit als Praktikantin in der Zentralen Ausbildungsabteilung wollte sie unbedingt noch eins bei Bertelsmann machen. Dabei ist sie dem Personalwesen treu geblieben – und fühlt sich bei den Bertelsmännern und -frauen gut integriert.

Als Praktikantin im Bereich Recruiting Services würde ich euch gerne von meinen Eindrücken bei Bertelsmann erzählen. Nach Abschluss einer kaufmännischen Ausbildung und meines wirtschaftswissenschaftlichen Studiums "International Business Studies" in Paderborn habe ich mich im letzten Sommer als Praktikantin bei Bertelsmann beworben. Dadurch, dass ich bereits 2009 ein erstes Praktikum in der Zentralen Personalabteilung der Bertelsmann AG absolviert hatte, bestanden bereits erste Kontakte zu Bertelsmännern und -frauen :-) , die ich natürlich nutzte, um auch ein zweites Mal im Konzern tätig zu werden.

Anne hat zwei Praktika bei Bertelsmann absolviert [Bildquelle: Bertelsmann]Anne (25) hat International Business Studies in Paderborn studiert. Das erste Praktikum bei Bertelsmann hat ihr so gut gefallen, dass sie wiederkam für ein Praktikum im Recruiting Service.

Das erste Praktikum habe ich direkt im Hauptsitz, im Corporate Center der Bertelsmann AG und dort innerhalb der Zentralen Ausbildungsabteilung absolviert. Mit fünf weiteren Kollegen (Azubis, Bachelorstudenten und Praktikanten) war ich für das Auswahlverfahren der kaufmännischen und gewerblichen Auszubildenden für das Jahr 2010 zuständig. Das Praktikum lief ungefähr drei Monate und hat mir super gut gefallen!

Unser Team hatte eine hohe Handlungs- und Entscheidungsfreiheit. Wir haben unter anderem gemeinsam das Bewerbermanagement übernommen, die Auswahltage (Assessment-Center) für die angehenden Azubis der Bertelsmann AG organisiert und durchgeführt und haben den Auswahlprozess von Anfang bis Ende miterlebt. Das war eine super Erfahrung!

Für mich persönlich habe ich aber schon damals die Entscheidung getroffen, dass drei Monate viel zu schnell verfliegen. Daher entschloss ich mich, mein zweites Praktikum für sechs Monate anzugehen.

Unterstützung für das Bewerbermanagement
Die Arbeit im Bereich Recruiting Services ist sehr abwechslungsreich. Ich unterstütze das Team Bewerbermanagement im operativen Tagesgeschäft und übernehme unter anderem die Eingabe und Pflege von Bewerberdaten, die Vorselektion von Bewerbungen und die Koordination von telefonischen und persönlichen Interview-Gesprächen.

Die Arbeit gefällt mir sehr gut, ich habe ein tolles Team um mich herum und kann zeigen, was in mir steckt!

Mehr als "nur" Praktikantin
Das Tolle bei Bertelsmann ist meiner Meinung nach, dass man hier schon ab dem ersten Arbeitstag verantwortungsvolle und anspruchsvolle Tätigkeiten übernehmen darf, obwohl man "nur" Praktikantin ist! Ich wurde sehr nett aufgenommen und sehr schnell in das bestehende Team integriert, egal ob es die Einladung zum Geburtstags- oder Abschiedskuchen war oder auch zur Weihnachtsfeier: Teamarbeit und ein gutes Arbeitsklima werden hier groß geschrieben! Und so macht das Arbeiten Spaß!

Falls ihr also überlegt, euch bei der Bertelsmann AG zu bewerben: Ich kann es nur empfehlen! Und wer weiß, vielleicht sieht man sich dann schon bald beim Praktikantenlunch. :-)

PS: Anne hat den Erfahrungsbericht vor einem Monat geschrieben. Inzwischen ist sie von Bertelsmann übernommen worden und arbeitet bei embrace Recruiting Services.

Erfahrungsberichte, Quelle:sxc.hu Autor:clixMehr Erfahrungsberichte?
Weitere Berichte der e-fellows von Recruiting-Events, Praktika und Jobs findest du in der Rubrik "Erfahrungsberichte".


Anonym fragen → weniger Antworten kriegen

Donnerstag, den 31. März 2011
Christoph

Haben Anonyme was zu verbergen? Für Bankräuber und sonstige Verbrecher gilt das sicherlich – aber ist das auch in der Community so? Lohnt sich der Klick auf "Anonym posten" überhaupt? Statistiken zufolge ist genau das Gegenteil der Fall.

Was denkst du beim Blick auf die Übersichtsseite "Fragen & Antworten" in der Community? Sind dir auch schon die vielen Fragezeichen-Gesichter aufgefallen? Findest du sie attraktiv? Oder würdest du dir mehr Fotos von lebenden Menschen wünschen?

Anonyme Fragen bekommen 12,2 Prozent weniger Antworten
Seit einiger Zeit posten immer mehr e-fellows inkognito. So hatte seit 1.1.2010 nur etwa jeder Dritte den "Mut" seine Fragen mit Namensnennung zu veröffentlichen. Und das, obwohl anonyme Fragen durchschnittlich 4,9 Antworten bekommen, während es satte 5,5 bei den nicht-anonymen sind (+12,2 Prozent). Gesicht zeigen lohnt sich also!

Natürlich ist es erwünscht, Bestimmtes auch anonym zu posten. Gerade bei privaten oder brisanten Themen ist diese Funktion eine Bereicherung für die Community. Massenhaft anonyme Postings machen unser Forum jedoch extrem unpersönlich.

Deutlich mehr Aufrufe bei nicht-anonymen Fragen
Offensichtlich sieht das die Mehrheit der e-fellows genau so. Denn ähnlich wie bei den Antworten sieht es auch bei den Aufrufen der Fragen aus: Letztes Jahr wurden anonyme Fragen im Schnitt 300,6 Mal aufgerufen. Nicht-anonyme kommen auf 311,6 Klicks. Das ist ein Plus von immerhin 3,6 Prozent. Im Jahr 2011 hat sich dieser Trend sogar noch verstärkt: Hier stehen 331 Aufrufe (anonym) ganzen 391 (nicht-anonym) gegenüber (+18,1 Prozent).

Es lohnt sich also, Fragen zu veröffentlichen, ohne sich zu verstecken, und unsere Community wird dadurch persönlicher und ansprechender. Und wer weiß, vielleicht ist der ein oder andere Kommentar ja so interessant, dass du den Verfasser persönlich bei einer Tasse Kaffee kennenlernen willst. ;-)

e-fellows.net-Orange meets Facebook-Blau: zwei neue Reiter auf unserer Facebook-Fanseite

Donnerstag, den 31. März 2011
Christine

Mit Freunden chatten, Studiums- und Bewerbungstipps auf der Pinnwand lesen und über Veranstaltungen informiert werden: Als Facebook-Fan von e-fellows.net bekommst du alles auf einmal. Und sogar noch mehr: Auf zwei neuen Fanseiten-Reitern haben wir jetzt einen Auszug unserer besten Angebote zu Stipendium, Studium und Beruf für dich zusammengestellt.

Der Facebook-Newsfeed von e-fellows.net informiert dich täglich zu neuen Erfahrungsberichten, Events, Expertenforen in der Community und vielem mehr. Jetzt gibt es auf unserer Fanseite zusätzlich zwei weitere Reiter: Damit du in Zukunft mit einem Klick nachschauen kannst, welche Tipps du wo auf unserer Website findest, haben wir die Fanseite um die Reiter "Stipendium" und "Karrierewissen" erweitert.

Reiter "Stipendium": Überblick zum Online-Stipendium
Der Reiter "e-fellows.net" fasst die wichtigsten Leistungen von e-fellows.net zusammen. Hier findest du Links zu den Gratis-Abos, zu Karriere-Events und zur e-fellows.net community.

Auf dieser Seite landest du übrigens auch, wenn du noch kein Fan unserer Facebook-Fanseite bist: Ein guter Zeitpunkt, das gleich zu ändern :-) . So sieht die Seite aus:

Reiter "Karrierewissen": Hoch hinaus in Studium und Beruf
Im Reiter "Karrierewissen" findest du Tipps und Tricks für Studium und Beruf. Vom Bewerbungsgespräch über Branchenporträts bis hin zur Gehaltsverhandlung: Über die Links kommst du direkt zum passenden Artikel auf unserer Website.

Schon weitererzählt?
Deine Freunde interessieren sich auch für e-fellows.net? Über die neuen Reiter können sie sich zum Online-Stipendium informieren ohne Facebook gleich verlassen zu müssen – und gehören vielleicht bald ebenfalls zum Netzwerk der besten Studenten Deutschlands.

Das empfehlen die e-fellows: Nachrichten auf einen Blick

Freitag, den 25. März 2011
Christine

Du kennst einen Job für Juristen oder BWLer, hast einen interessanten Artikel über Änderungen im Arbeitsrecht oder zu Spartipps im Studium? Jetzt kannst du diese Infos in einem zentralen Twitter-Kanal allen anderen e-fellows empfehlen. Hier siehst du auch, welche Artikel andere e-fellows gerade interessant finden.

Schnell informiert werden und immer auf dem Laufenden bleiben? Angesichts der täglichen Informationsflut wird das immer wichtiger. Aber welche Nachrichten sollte man lesen? Und wie organisiert man sie übersichtlich?

Nachrichten auf einen Blick
Die Nachrichten in der Twitter-Timeline der e-fellows zeigen dir in 140 Zeichen, was in der Berufswelt los ist, mit welchen Fragen du im Vorstellungsgespräch punktest oder welche neuen Stipendien gerade angeboten werden. Das sieht so aus:


Du findest die Timeline auf der Übersichtsseite von "Blog & Community" sowie neben allen Blog-Beiträgen.

Artikel empfehlen
Du hast gerade einen interessanten Artikel gelesen und willst ihn anderen e-fellows empfehlen? Kein Problem: Poste ihn einfach auf Twitter und hänge an deinen Tweet "Raute" und "efn!" (als Abkürzung für e-fellows.net): "#efn!". Dein Tweet erscheint dann in der Twitter-Timeline.

Für RSS-Fans
Wer lieber im RSS-Reader liest, kann sich die Twitter-Timline als RSS-Feed abonnieren. Für Berufs- und Jobthemen gibt es seit kurzem sogar eine spezielle Twitter-Karriereliste, die ihr einfach eurem RSS-Abo hinzufügen könnt.

Erfahrungsbericht: Studieren im Reich der Mitte

Freitag, den 25. März 2011
Erfahrungs- bericht

Außer Nutella-Toast zum Frühstück konnte e-fellow Tim während seines Ausland-Studiums wenig Gemeinsamkeiten zwischen China und Deutschland feststellen. Doch trotz oder gerade wegen gewöhnungsbedürftiger Tischsitten, unverständlichen Dialekts und bedrohlicher Taxi-Fahrten fällt ihm der Abschied von China schwer.

Warum tust du dir das an? – So reagierten Freunde, Bekannte und sogar einige Chinesen, als ich erzählte, dass ich in China studieren will. Für Lebenskosmetiker lautet die strategische Antwort: aus weltpolitischen Gründen und der wachsenden wirtschaftlichen Bedeutung Chinas. Der wichtigste Punkt für mich war neben der Forschungserfahrung der Einblick in einen Kulturkreis, der sich über Jahrtausende unabhängig von westlichen Einflüssen entwickelt hat und trotz Modernisierung noch immer die Bedeutung von Konfuzius und Laozi spüren lässt.

e-fellow-Tim in Chinae-fellow Tim (22) studiert Physik an der RWTH Aachen. Durch das PROMOS-Stipendium seiner Uni und finanzielle Unterstützung des DAAD konnte er sich seinen Traum erfüllen, in China zu studieren. Dort hat er neben wertvollen Forschungsergebnissen vor allem eine ganz andere Sicht auf die die eigene Kultur gewonnen.

Hühnermagen mit Reis und Bohnen
Mit geradezu kindlicher Neugier stürzte ich mich in meinen Shanghai-Aufenthalt. Nach einem beeindruckenden Landeanflug, der den Blick auf Wolkenkratzer freigab, und einem Geschwindigkeitsrausch im Transrapid hatte ich bald erste Erfolgserlebnisse. Dazu zählte zum Beispiel mein erstes auf Chinesisch bestelltes Abendessen in einer der Mensen des Minhang Campus südlich der Stadt, das sich später als Hühnermagen mit Reis und Bohnen entpuppte.

Huang Shan (Gelbe Berge)Kein Heimweh dank Schwarzwaldladen
Das Viertel rund um den Campus ist der Gegensatz zum pulsierenden westlich anmutenden Stadtzentrum, in dem es sich mit genügend Geld leben lässt wie Gott in Frankreich. Hier finden sich Restaurants aus allen Ländern, dekadente Bars und zahlreiche Einkaufszentren. Mein Heimweh konnte ich durch Produkte aus dem Schwarzwaldladen oder den German-Centre-Weihnachtsabend lindern. Getränke und Livemusik zu studentischen Preisen gibt es zum Glück auch in Bars der alternativen Szene.

Am Campus Minhang erinnert außer dem Nutella-Toast zum Frühstück nichts an Deutschland. Doch auch hier kann ich mir über mein Heimweh hinweghelfen – dank der vielen Möglichkeiten, Sport zu treiben, gemeinsamen Abenden mit Studenten aus aller Welt, Mensagerichten aus allen Regionen Chinas und billigen Taxifahrten nach Downtown Shanghai.

Sommerpalast in PekingProbleme mit Dialekt und Essenssitten
Trotz Sprachkurs und Kulturseminar ist der Shanghaidialekt anfangs kaum zu verstehen. Außerdem wirken die lautstarken Essenssitten befremdlich und die chinesische Zurückhaltung kann leicht als Desinteresse fehlgedeutet werden. Der Unterricht wird stark frontal und eher autoritär geführt. Allerdings beweisen die Lehrer durchaus Humor mit dem Vorführen chinesischer Popmusikvideos als Sprachlehrmittel und kritischen Kommentaren zur Glaubwürdigkeit der Nachrichtenmagazine. Nach näherem Kennenlernen stellen sich die chinesischen Kommilitonen ebenfalls als sehr gastfreundlich und ausgesprochen hilfsbereit heraus.

Wissenschaftlich auf höchstem Niveau
In den Forschungsgruppen, deren Professoren teilweise Rückkehrer von hochrangigen US-Universitäten sind, ist der Umgang ebenfalls locker. Die moderne Ausstattung der Labore sowie Forschungsthemen in Pioniergebieten wie den topologischen Isolatoren in der Quanten- und Oberflächenphysik entsprechen den westlichen Maßstäben und zeigen die Orientierung zur Spitzen- und Grundlagenforschung. Dies gilt besonders für die führenden Universitäten des Landes – die C9 –, zu denen auch die Shanghai Jiao Tong Universität gehört.

Xi'an und die berühmte Terrakottaarmee
Während der Feiertage zum Mondfest im Oktober, über Neujahr oder zum Nationalfeiertag nutzte ich die Möglichkeit, abgelegenere Gebiete in Zentralchina zu entdecken wie das Shaolinkloster auf den heiligen Song Bergen, die kulturelle Wiege Chinas in Xi’an mit der bekannten Terrakottaarmee, den Sommerpalast und die Gassen Pekings im Norden sowie die atemberaubende Schönheit des Huang Shan („Gelber Berg“) im mittleren Osten.
Stadtmauer in Xian
Vorfreude auf die gute deutsche Küche
Und selbst wenn gegen Ende die Freude groß ist über die Heimkehr zu Familie und Freunden, zu deftiger deutscher Küche, lang ersehnten Milchprodukten und vertrauter Umgebung, fällt mir der Abschied von diesem Land der dicht gedrängten Gegensätze schwer. Denn neben sprachlichen, wissenschaftlichen und interkulturellen Kompetenzen und abenteuerlichen Erfahrungen mit neuen Freunden – wie den chaotischen Fahrten in inoffiziellen Kleinwagentaxis – habe ich auch eine wertvolle neue Sicht auf die eigene Kultur gewonnen.

Erfahrungsberichte, Quelle:sxc.hu Autor:clixMehr Erfahrungsberichte?
Weitere Berichte der e-fellows von Recruiting-Events, Praktika und Jobs findest du in der Rubrik "Erfahrungsberichte".

Gehalt, Gehalt, Gehalt –
die zehn beliebtesten Fragen der e-fellows

Donnerstag, den 24. März 2011
Christoph

"Über Geld spricht man nicht, man hat es." Trotzdem wird in der e-fellows.net community besonders häufig über Gehälter diskutiert. Warum verdienen Banker mehr als Ingenieure? Und wie hoch ist das Einstiegsgehalt eines Beraters bei McKinsey und Konsorten? Die zehn beliebtesten Gehaltsfragen der e-fellows:
 

1. Mit welchem Einstiegsgehalt gibst du dich zufrieden?

2. Was sind die Einstiegsgehälter bei den Top-Beratungen?

3. Warum soll eine höhere Qualifikation besser bezahlt werden?

4. Gehalt von Akademikern: Lohnt sich das Studium überhaupt noch?

5. Warum verdienen Banker mehr als Ingenieure?

6. Ist man als FH-Student benachteiligt?

7. Kommt ein unbezahltes Praktikum für dich überhaupt in Frage?

8. Was willst du mit 40 verdienen?

9. Was machen die e-fellows mit ihrem Geld?

10. Mit wem redest du über dein Gehalt?

Was bedeutet das jetzt für mich persönlich? Mit welchem Einstiegsgehalt kann ich später rechnen? Und wie schaffe ich es, das im Laufe der Zeit zu steigern? Hier erfährst du, welches Gehalt dir wirklich zusteht, welche geheimen Tricks es gibt, erfolgreich in Gehaltsverhandlungen zu gehen, und wie du weniger Steuern bezahlst.

Wenn du diese Tipps befolgst, bist du auf einem guten Weg, deine Vorstellungen von angemessener Bezahlung zu verwirklichen. Was in welcher Branche üblich ist, hat übrigens unser Experte im letztjährigen "Expertenforum: Gehaltsratgeber" für dich recherchiert:

Das sagt der Experte zum…

Dennoch ist Vorsicht angebracht: Die meisten Arbeitgeber fordern Stillschweigen übers Gehalt – denn Transparenz führt hier schnell zu Unzufriedenheit am Arbeitsplatz, wie eine aktuelle Studie zeigt. Dein Chef wird dir zu diesem Thema sowieso nur sagen: "Ein gutes Gehalt hängt davon ab, ob man's bekommt oder bezahlt."

Passen die Tags? Jetzt kannst du sie beanstanden

Donnerstag, den 24. März 2011
Christine

In der e-fellows.net community kannst seit Weihnachten du entscheiden, welche E-Mails wir verschicken, indem du sagst, ob die Tags passen. Erst wenn die Tags von mindestens drei e-fellows freigegeben wurden, werden die E-Mails verschickt. Jetzt haben wir das System noch etwas verfeinert: Ab sofort kannst du unpassende Tags auch beanstanden und die Freigabe verhindern.

Tag-Spamming schadet allen: Bekommt man häufig E-Mails, die nicht zum Tag-Abo passen, bestellt man sie irgendwann ganz ab. Schlecht für den Fragesteller – aber auch für alle anderen, weil insgesamt weniger Fragen beantwortet werden.

Tags beanstanden: So geht's
Über Klick auf "Tags beanstanden" kannst du ab sofort unpassende Tags einer Frage kennzeichnen. Wenn mindestens drei e-fellows die Tags nicht in Ordnung finden, muss sie der Fragesteller anpassen. Solange können die Tags auch nicht weiter freigegeben werden.

Hat der Fragesteller die Tags angepasst, kannst du erneut entscheiden, ob sie zur Frage passen oder nicht. Wieder gilt:

3 Freigaben: E-Mails werden verschickt.
3 Beanstandungen: Tags müssen angepasst werden.

Natürlich kannst du die Tags einer Frage nicht parallel freigeben und beanstanden: schon mal jemanden gesehen, der gleichzeitig den FC Bayern toll findet und ablehnt? :-)

Werden die Fragen jetzt weniger schnell beantwortet?
Im Gegenteil: Bisher blieben Fragen mit unpassenden Tags erst einmal liegen, weil keiner sie freigeben wollte. Das konnte schon mal eine Stunde dauern. Jetzt kannst du den Fragesteller sofort auffordern, die Tags zu verändern. Und keine Sorge: Bislang wurden Fragen mit passenden Tags selten länger als zehn Minuten nicht freigegeben. Das ändert sich also auch mit "Tags beanstanden" nicht.

Tag-Spamming ist also Schnee von gestern: Wenn das kein guter Zeitpunkt ist, dein Tag-Abo anzupassen?

Was denkst du?
Wir hoffen, die Erweiterung gefällt dir so gut wie uns, und sind gespannt auf deine Meinung. Poste einfach deinen Kommentar unter das Blog-Posting oder in der zugehörigen Community-Diskussion.

Tagebuch (Roche): Mit Hinglish auf Interviewreise durch Indien

Dienstag, den 22. März 2011
Tagebuch

Inzwischen hat sich Melanie schon ziemlich gut in Mumbai eingewöhnt. Bei Geschäftsreisen lernt sie noch weitere Teile von Indien kennen – und stellt fest, dass es im Norden eher hektisch zugeht, im Süden dagegen recht entspannt. Sprachbarrieren gibt es allerdings nach wie vor – Melanies US-amerikanisches Englisch verträgt sich nicht so gut mit dem ortstypischen Hinglish.

Ein weiterer internationaler Trainee aus Singapur ist im Roche-Büro angekommen – damit bin ich nicht mehr die einzige nicht-indische Person! Und wenn ich mir überlege, dass ich ihm schon manches erklären und ihm helfen kann, habe ich ja anscheinend doch einiges gelernt, seit ich angekommen bin.

Straßenbild Mumbai (Bildquelle: e-fellows.net)Mumbai wird langsam überschaubarer
Mumbai ist in wenigen Wochen vom chaotischen, unverständlichen und völlig überwältigenden Ameisenhaufen zu einem offensichtlich hoffnungslos überbevölkerten, aber irgendwie trotzdem funktionierenden und für meine Zwecke halbwegs handhabbaren System geworden.

Anfangs bin ich fast orientierungslos, aber mit der festen Absicht, diese Stadt zu verstehen, durch Irgendwo-in-Mumbai gewandert. Nach Hause bin ich nur deshalb wieder gekommen, weil ich den Rikscha-Fahrern die Visitenkarte meines Hotels gezeigt habe. Ich war verwundert oder irritiert über fast alles, was ich sah.

Jetzt ist das doch deutlich anders und ich finde mich recht souverän in der Stadt zurecht – oder kann es zumindest gut verbergen, wenn das nicht der Fall sein sollte. Ich kenne nicht nur die für mich wichtigsten Wege durch Mumbai und kann sie im Zweifelsfall auch zeigen, sondern ich erkenne viele indische Eigenheiten wieder – und weiß manchmal sogar, was sie bedeuten!

e-fellow-Melanie-Roche-IndienMelanie (28) studierte Medien- und Kommunikationsmanagement in Stuttgart. Anschließend machte sie einen Master in Diplomacy & International Relations und einen MBA in den USA. Vor anderthalb Jahren stieg sie ins Management-Start-Up-Programm von Roche ein und arbeitet zurzeit in Mumbai, Indien.

Mit "Hinglish" durch den Alltag
Die Sprache ist allerdings nach wie vor eine Barriere. Vereinfacht gesagt: Je niedriger das Bildungslevel, desto weniger spricht man (verständliches) Englisch. Mein Hindi ist in der kurzen Zeit mit meinem Bedarf leider nicht mitgewachsen. Und ohne Hindi werden eben schon einfachste Dinge wie nach dem Weg fragen, ein Paket verschicken oder Essen bestellen plötzlich ziemlich anspruchsvoll und die Kommunikation geht über das einfachste Level nicht hinaus.

Aber selbst, wenn jemand Englisch spricht, ist es manchmal wirklich schwierig, sich zu verständigen. Das liegt an dem massiven Akzent und dem aus dem Hindi entnommenen Maschinengewehrtempo ("Hinglish"). Wegen meines eigenen amerikanischen Akzents verstehen mich wiederum die Inder auch nicht immer leicht, dabei bemühe ich mich schon, gewisse "Hinglish"-Ausdrucksweisen zu verwenden.

Termine in Chennai, Bangalore – und fast auch in Delhi
Bei der Arbeit habe ich inzwischen die Gelegenheit, sogar mit sehr vielen Menschen zu sprechen: Für mein Projekt führe ich eine Interview-Reihe mit Mitarbeitern in den verschiedenen Regionen des Landes durch und bin dadurch recht viel unterwegs. Ich treffe Roche-Mitarbeiter im Süden, also in Bangalore und Chennai, und spreche per Videokonferenz mit den Kollegen aus der nördlichen Region, in Delhi.

Reisen in Indien hat durchaus seine Tücken. Kleinere Flughäfen haben nicht immer eine Anzeigentafel und arbeiten mit Durchsagen – natürlich nicht auf Englisch. Und der Versuch, nach Delhi zu fliegen, war wenig erfolgreich: Wegen Nebel hatte der Flug insgesamt acht Stunden Verspätung. Und um den Rückflug (der nur drei Stunden verspätet war) in Delhi umzubuchen, musste ich fünf verschiedene, großzügig über den Flughafen verteilte Schalter finden und mit völlig widersprüchlichen Aussagen der Airline-Mitarbeiter klarkommen.

Mann in Indien (Bildquelle: e-fellows.net)Hektischer Norden, zufriedener Süden
Aber durch die Geschäftsreisen bekomme ich auch einen Eindruck von anderen Regionen des Landes, die sich durchaus deutlich voneinander unterscheiden. Während man im Westen und Norden hektischer ist, mir erstaunlich direkt antwortet und bei Bedarf auch kritische Punkte anspricht, sind die Kollegen im Süden deutlich entspannter und wirken zufriedener. Sie würden aber niemals, und wenn, dann nur ganz vorsichtig durch die Blume und um drei Ecken herum zugeben, wenn ihnen etwas nicht gefällt. Dementsprechend muss ich meine Vorgehensweise beim Interview anpassen und kann ausprobieren, was am besten funktioniert – sehr interessant!

Kontakt zu Roche aufnehmen?
In der Community-Gruppe "Inside Roche" Fragen stellen oder Alumni mit Erfahrung bei Roche kontaktieren.

Klar können fünf Menschen mit einem Motorrad unterwegs sein
Wer mit deutschen Augen die indische Arbeitssicherheit betrachtet, kommt aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus. Zum Beispiel werden die Lampen an der ungefähr in sechs Meter Höhe liegenden Decke des Großraumbüros geputzt, indem man zwischen Schreibtische, Stühle und Trennwände einen Tisch zwängt. Darauf stellt man einen kleineren Tisch, darauf eine Trittleiter, und zwei Leute halten das Ganze fest. Dann klettert jemand das Gebilde hoch, steht frei und ohne Absicherung oben drauf und putzt die Lampe. Und das wird dann noch ungefähr 20 Mal wiederholt, schließlich gibt es ja viele Lampen. Auf meine besorgten Nachfragen hin versteht niemand so genau, wo eigentlich mein Problem ist?

Aber Regeln gibt es ohnehin grundsätzlich, um sie zu brechen: Helmpflicht für Motorradfahrer besteht, aber es hält sich kein Mensch daran. Genauso wenig wie an die Verkehrsregel, dass nur zwei Personen auf einem Motorrad mitfahren dürfen. Ich habe schon fünfköpfige Familien auf einem einzigen Motorrad sitzen sehen – teils in flatternden, farbenfrohen und glitzernden Saris, aber alle ohne Helm. Oder: In Maharashtra, dem Bundesland, in dem Mumbai liegt, darf man zwar Alkohol trinken, während es in manchen anderen Gebieten verboten ist. Dafür braucht man aber theoretisch eine offizielle Erlaubnis. Die gibt es entweder für einen Tag, ein Jahr oder lebenslang. Nur fragt auch da niemand danach, die Regelung wird laut den Erzählungen der Inder eher genutzt, um für die Polizisten einen Nebenverdienst zu schaffen – im Gegenzug dafür, dass sie ein Auge zudrücken.


Was ich außerdem gelernt habe:

Saris im Laden (Bildquelle: e-fellows.net)

  • Wer eine Adresse sucht, bekommt möglicherweise einen Straßennamen mit Grundstücks- nummer von Google Maps. Das hilft nur leider nicht weiter, weil es keine Straßenschilder gibt und die Grundstücke zwar in der Tat nummeriert sind. Aber erstens steht das nirgendwo an den Gebäuden und zweitens gibt es zwar Nummern, aber das heißt noch lange nicht, dass die auch in geordneter Reihenfolge auftreten. Adressen werden mit Orientierungshilfen illustriert, man sagt "neben, gegenüber von, nahe bei…" irgendetwas Wiedererkennbarem. Eine normale Adresse wird also zum Beispiel vervollständigt mit "behind Intensity Gym opposite KFC".

  • Stufen einer Treppe müssen keineswegs alle dieselbe Höhe haben – das wäre doch langweilig, und so bleibt man außerdem viel aufmerksamer beim Treppensteigen!

  • Bücher in Buchläden sind nur grob nach Kategorie geordnet…wenn es ein besserer Laden ist. Sonst besteht ein Buchladen einfach aus einem Raum voller Regale bunt vollgestopft mit Büchern. Das "Nadel-im-Heuhaufen"-Prinzip.

  • Amazon gibt es nicht in Indien, und ich beginne zu verstehen, warum. Bei den hiesigen Online-Buchhändlern ist es erstaunlich normal, dass man dort Ware bestellt, die explizit als "lieferbar innerhalb von drei Tagen" angegeben ist. Zwei Wochen später bekommt man dann eine E-Mail, dass das Buch noch nicht aufgetrieben werden konnte, aber weiterhin gesucht wird. Und eine Woche später kommt dann die Nachricht: Sorry, wir kriegen’s nicht hin.

Im ersten Teil ihres Tagebuchs berichtet Melanie von ihrer Ankunft in Mumbai. Im zweiten Teil geht es um die Unterschiede von deutscher und indischer Arbeitsweise.

Wer wird Christoph Daum?

Dienstag, den 22. März 2011
Lukas

Christoph Daum ist der geistige Vater der
e-fellows.net community. Ohne ihn gäbe es keine Daumen, keine Daumen-Trainees und keine Daumen-Aufsichtsräte. Zeit, ihm einen gebührenden Platz zu schaffen: Die neuen Daumenränge.

Dankte vor nun fast drei Jahren noch der "Antwort-Guru" ab, so bleiben dieses Mal alle bestehenden Daumentitel erhalten. Es kommen aber neue hinzu, und man muss mehr Daumen sammeln, um die alten Titel zu erhalten.

Zu viele Präsidenten verderben den Daumenbrei
Warum das Ganze? Zu Anfang der Community war es kaum vorstellbar, dass mal jemand 1.000 Daumen sammeln und "Daumen-Präsident" werden könnte. Doch da die Nutzung der Community unsere Erwartungen mittlerweile weit übertroffen hat, sind wir unlängst bei 119 Daumen-Präsidenten angelangt.

So, jetzt stellt euch mal vor, es gäbe 119 Bundespräsidenten. 

[10 Sekunden zum Denken]

Genau. Daher wird jetzt die Messlatte höher gelegt: Wer Präsident sein will, muss 50.000 Daumen sammeln.

Die neuen Daumenränge
Die anderen Ränge seht ihr unten in der Tabelle. Inspiriert haben uns die Vorschläge der e-fellows, vor allem die von Alexander und Katrin, die sich den 50-Euro-Gutschein von buecher.de teilen. Ganz oben (bzw. in der Tabelle ganz unten) ist Christoph Daum mit einer Million Daumen – sollte ihn jemals einer einholen, darf er seinen Namen tragen. Wenn das mal keine Motivation ist…

Daumenzahl Rang Abzeichen
25 Daumen-Student
100 Daumen-Absolvent
250 Daumen-Trainee
500 Daumen-Junior
1.000 Daumen-Senior
2.500 Daumen-Leiter
5.000 Daumen-Vorstand
10.000 Daumen-CEO
20.000 Daumen-Aufsichtsrat
50.000 Daumen-Präsident
100.000 Dauminator
1.000.000 Christoph Daum

Erfahrungsbericht (Clifford Chance): Positiv überrascht von der typischen Großkanzlei

Donnerstag, den 10. März 2011
Erfahrungs- bericht

Anwälte in Großkanzleien? Sündhaft teure Spezialisten, die rund um die Uhr arbeiten und sogar im Büro übernachten, wenn es sein muss. Wild entschlossen, dieses Klischee bestätigt zu finden, trat Mathias sein Praktikum bei Clifford Chance an – und hatte auch noch Erfolg damit. Aber warum ist die Arbeit in einer Großkanzlei jetzt doch eine Option für ihn?

Nicht ohne Grund ist Al Pacino in dem Film "Im Auftrag des Teufels" als Teufel in Menschengestalt Senior-Partner einer Großkanzlei. Dem Berufsbild "Großkanzlei-Anwalt" eilt in Studentenkreisen ein besonderer Ruf voraus. Die gängigen Vorurteile: schwindelerregende Bezahlung bei gleichzeitig unmenschlicher Arbeitsbelastung in einem gesichtslosen Moloch, der "Legal High Potentials" im "Backoffice" an Blackberrys fesselt und zu Denglisch sprechenden Spartenspezialisten mit horrenden Stundensätzen macht. Mein Fazit vorweg: Viele der Vorurteile stimmen – aber anders, als ich dachte.

Mathiase-fellow Mathias (25) hat in Passau Jura studiert. Von September bis November 2010 machte er ein Praktikum bei Clifford Chance in Frankfurt. Eigentlich wollte er nur die Bestätigung, als Großkanzlei-Anwalt ungeeignet zu sein. Doch spannende Aufgaben und hilfsbereite Kollegen machten ihm einen Strich durch die Rechnung.

Ich in einer Großkanzlei? – Nie im Leben!
Für mich war der Ausgangspunkt zu Beginn meines Praktikums im Frankfurter Büro von Clifford Chance klar: Ich wollte mir die Arbeit in einer Großkanzlei ansehen, um genug Erfahrungen zu sammeln, die meine Vorbehalte und eine Entscheidung gegen diese Tätigkeit stützen würden. Außerdem war ich meiner Meinung nach als "Strafrechtler", der seinen bisherigen Studienschwerpunkt auf ein eher umsatz- und imagefeindliches Gebiet gelegt hatte, für Kanzleien mit wirtschaftsrechtlichem Schwerpunkt ohnehin nicht sonderlich interessant. Wäre dieser Plan erfolgreich gewesen, würde dieser Bericht wohl bereits an dieser Stelle enden.

Der erste Kontakt: befremdlich
Meinen ersten Kontakt zu Clifford Chance hatte ich auf dem e-fellows.net LL.M. Day 2008 in Frankfurt. Nach dem Gespräch mit Annette Maaßen und Alexander Wojtek von Clifford Chance, die bereitwillig und offen alle Fragen beantworteten, blieb ich mit Informationsmaterial und einem etwas befremdlichen Gefühl zurück. Ich hätte nicht erwartet, dass auf durchaus auch kritische Fragen so bereitwillig geantwortet wurde. Außerdem erschien das angebotene "Praktikantenprogramm" als gut durchdachte Ergänzung zum "normalen Arbeitsalltag".

Mit Stipendium nach Frankfurt
Als ich dann kurze Zeit später von dem Stipendium erfuhr, das 2008 erstmals von Clifford Chance in Zusammenarbeit mit dem Ehemaligenverein der Universität Passau speziell für Studenten der Universität Passau ausgeschrieben wurde, beschloss ich, mich zu bewerben. Das Stipendium umfasste neben einem Büchergeld von insgesamt 1.200 Euro und einem Praktikum in einem der Bürostandorte von Clifford Chance in Deutschland auch eine bezahlte Unterkunft während der gesamten Dauer des Praktikums.

Ich hatte mich für den Bereich "Litigation & Dispute Resolution" beworben, da ich schon immer ein Faible für den Widerspruch von materiellem Recht und dessen prozessualer Durchsetzbarkeit hatte. Im Studium und in anderen Praktika hatte ich gelernt, dass Recht und Gerechtigkeit an kaum einem Ort so weit auseinanderliegen können wie vor Gericht. Zudem befand sich in diesem Ressort auch der Bereich "White-Collar Crime" und damit die Möglichkeit, auch (wirtschafts-)strafrechtliche Fragen zu bearbeiten.

Praktikum "all inclusive"
Erstaunlich fand ich, dass ich während des doch recht langen Zeitraums (18 Monate) zwischen Bewerbung und Praktikumsbeginn immer Fragen und Wünsche an einen Ansprechpartner in Frankfurt richten konnte. Auch war eine nachträgliche Verkürzung des Praktikums und eine Freistellung für zwei Tage, um an einem internationalen Chorwettbewerb teilnehmen zu können, problemlos möglich.

Auch die Organisation der Unterbringung während meines Praktikums wurde komplett von Clifford Chance übernommen. Über diese Entlastung in der Zeit kurz vor den Klausuren des Staatsexamens war ich sehr dankbar. Die Wohnung, in der ich in Frankfurt untergebracht war, war vollständig ausgestattet und in unmittelbarer Nähe zum Büro. Einen derartigen "Allround Service" hatte ich bisher in noch keinem Praktikum erlebt.

Kontakt zu Clifford Chance aufnehmen?
In der Clifford Chance-Gruppe kannst du Fragen stellen oder Alumni mit Erfahrung bei Clifford Chance kontaktieren.

Was bedeutet eigentlich "international tätig"?
Während der ersten Tage musste ich mich vor allem an die Dimensionen einer Großkanzlei gewöhnen. Auch merkte ich schnell, was sich hinter dem Begriff einer "international geprägten Tätigkeit" verbirgt. Immer wieder kamen Bitten aus ausländischen Kanzleistandorten, einen bestimmten Sachverhalt nach deutschem Recht zu beurteilen. Aber auch im normalen Büroalltag war das internationale Umfeld spürbar, sei es bei der Zusendung von Literatur aus der Londoner Kanzleibibliothek oder bei einem Telefonat mit den IT-Teams in London und Indien bei einem Computer-Problem.

Übersetzung: Juristendeutsch – Juristenenglisch
Auch das Mandat, für das ich während meines Praktikums schwerpunktmäßig arbeitete, wurde in enger Abstimmung mit dem Büro in London betreut. Da der Mandant aus den Vereinigten Staaten kam, wurde ausschließlich auf Englisch kommuniziert. Gerade die Übertragung der "typischen juristischen" Formulierungen in verständliches und ästhetisches Englisch waren dabei zu Beginn eine echte Herausforderung für mich. Außerdem untersuchte ich das Informationsmaterial auf einer englischsprachigen Website auf mögliche Haftungsrisiken und arbeitete mehrere Schriftsätze zu Gerichtsprozessen durch, die der Mandant in Israel und Italien führte. Dabei war vor allem zu klären, ob die dort vorgebrachten Argumente auch auf die Sach- und Rechtslage in Deutschland übertragen werden könnten und ein entsprechendes Vorgehen möglicherweise auch vor deutschen Gerichten erfolgreich wäre.

Crashkurs beim Mittagessen
Bei allen Aufträgen konnte ich mich jederzeit an den jeweiligen Anwalt wenden, von dem ich den Auftrag hatte. Teilweise erhielt ich auch eine kurze Einführung in ein noch unbekanntes Rechtsgebiet. So wurde ich beispielsweise bei einem Mittagessen in die Untiefen des Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetzes eingeführt, um mich dann später mit einem Detailproblem dieser Norm auseinanderzusetzen.

Mandate "live" miterleben
Auch bekam ich zu meiner Arbeit ein ausführliches und konstruktives Feedback. Nach Abschluss eines Auftrages erhielt ich die finale Version des Dokuments, die dann an den Mandanten oder das Gericht geschickt wurde. So konnte ich sehen, wie viel von meinen Ideen und Vorschlägen insgesamt übernommen wurden und hatte dadurch immer das Gefühl, mit meiner Arbeit auch etwas zum jeweiligen Projekt beigetragen zu haben. Auch war ich sowohl in die Kommunikation zwischen Associate und Partner als auch zwischen Kanzlei und Mandant fest eingebunden und konnte so die Entwicklung der Mandate "live" mitverfolgen.

Jam Session und Kicker im Büro
Ich war vom angenehmen Arbeitsklima sehr positiv überrascht. Statt Ellenbogenmentalität herrschte das Gefühl, gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Jederzeit konnte ich eine kompetente zweite Meinung einholen oder einfach über Gott und die Welt reden, sei es auf dem Flur, beim gemeinsamen Essen oder bei einer Partie Tischkicker.

Ich war dabei immer wieder von der Vielseitigkeit der Interessen und Hobbys überrascht, für die laut meinen Vorurteilen im Leben eines Großkanzlei-Anwalts ja kein Platz mehr sein dürfte. So saßen an einem Abend zwei Partner und ein Associate mit Gitarre und E-Bass in einem Büro, um sich auf einen gemeinsamen Auftritt vorzubereiten. Auch parteipolitisches, soziales oder kirchliches Engagement war keine Seltenheit.

Stimmen die Vorurteile denn jetzt? Ja, aber …
Viele der Vorurteile, die ich zu Beginn hatte, haben sich bestätigt. Allerdings hat sich dabei ihre zunächst negative Bedeutung für mich grundlegend geändert. Zunächst ist es wohl keine Überraschung, dass die Arbeitsbelastung nicht selten über das normale Pensum hinausgeht. Auch als Praktikant kam ich öfter erst nach 20 Uhr aus dem Büro (trotz der fürsorglichen Aufforderung der Kollegen, "gefälligst nach Hause zu gehen"). Ich habe allerdings an mir selbst erfahren, dass die Bereitschaft zur Mehr-Belastung von einer starken Identifikation mit den Projekten herrührt und einem hohen Anspruch an die eigene Arbeit. Wenn man mit dem Gefühl nach Hause geht, dem Mandanten geholfen zu haben, bleibt man gerne länger.

Spezialisten ohne Scheuklappen
Es stimmt, dass die Anwälte stark spezialisiert sind. Allerdings ist damit keineswegs ein "Scheuklappendenken" verbunden. Gerade in Projekten, in denen verschiedene Rechtsgebiete berücksichtigt werden müssen, war ich von der sehr effektiven Zusammenarbeit beeindruckt. Außerdem erleichtert es die eigene Arbeit sehr, sich mit einem Problem an einen ausgewiesenen Spezialisten wenden zu können. An die Blackberrys und das Joch der ständigen Erreichbarkeit konnte ich mich allerdings nicht vollständig gewöhnen.

Der ursprüngliche Plan, das Praktikum als Bestätigung für eine Entscheidung gegen die Großkanzlei zu nutzen, war also nicht erfolgreich. Dafür habe ich eine juristische Tätigkeit entdeckt, die fachliche und persönliche Kompetenzen gleichermaßen fordert und fördert, und mit der Jura richtig Spaß machen kann.

Erfahrungsberichte, Quelle:sxc.hu Autor:clixMehr Erfahrungsberichte?
Weitere Berichte der e-fellows von Recruiting-Events, Praktika und Jobs findest du in der Rubrik "Erfahrungsberichte".