Monatsarchiv für Februar 2011

Erfahrungsbericht: Erneuerbare Energien
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Mittwoch, den 23. Februar 2011
Erfahrungs- bericht

Die australische Landschaft unterscheidet sich bekanntermaßen von der bayerischen – das gilt auch für die Hochschullandschaft. e-fellow Jan Philip absolvierte das erste Semester seines Master-Studiums in Sydney. Dabei wurde er von manchen Eigenheiten des Unilebens überrascht – glücklicherweise meist positiv. So freute er sich zum Beispiel über klimatisierte Hörsäle und engagierte Dozenten.

Jan Philipe-fellows.net-Stipendiat Jan Philip (23) hat an der LMU München seinen Bachelor in Physik gemacht. Für sein erstes Mastersemester verschlug es ihn nach Sydney. Vom DAAD unterstützt beschäftigte er sich dort mit erneuerbaren Energien und stellte dabei einige Unterschiede zur Lehre in Deutschland fest.

Der ausgezeichnete Ruf der University of New South Wales (UNSW) im Forschungsgebiet erneuerbare Energien und Photovoltaik brachte mich auf die Idee, in Sydney zu studieren. Mein Aufenthalt bestätigte, dass das Lehrangebot in diesem Bereich wirklich sehr gut ist. Momentan werden auch zwei neue Gebäude dafür errichtet.

Semesterferien werden zurückerstattet
Ein Problem waren die verschobenen Semesterzeiten. Die Semester in Australien gehen von Anfang März bis Ende Juni beziehungsweise von Mitte Juli bis Mitte November – und überschneiden sich somit mit den deutschen Semesterzeiten und in meinem Fall auch den Prüfungszeiten. Glücklicherweise konnte ich trotzdem meinen Auslandsaufenthalt verwirklichen, ohne mein Studium unnötig zu verlängern. In meinem sechsten und letzten Bachelor-Semester schrieb ich ausschließlich meine Bachelor-Arbeit. Ich fing unmittelbar nach meinen Prüfungen des fünften Semesters mit der Arbeit an, um ausreichend Zeit für die Vorbereitung meiner Abschlussprüfung zu haben und reiste direkt im Anschluss ab. Die zwei "verlorenen" Semesterferien erhalte ich nun nach dem Abschluss meiner Prüfungen an der UNSW zurück. Diese werde ich zu einer Rundreise durch Australien und Neuseeland nutzen und dort die einzigartige Landschaft fotografieren. Die Ergebnisse werde ich auf www.jpk-foto.de zeigen.

Jan Philip vor der UNSW

Wohnen bei der Gastfamilie
Unterkunft bot mir eine Gastfamilie. Ich hatte bereits während mehrerer Sprachreisen bei Gastfamilien gelebt und dabei fast immer gute Erfahrungen gemacht. Meine Gastuniversität nannte mir den Anbieter www.australianfamilyhomestays.com.au, den ich durchaus weiterempfehlen kann. Alternativ findet man im Internet auch selbst viele Angebote. Ich musste zwar zwei Mal die Familie wechseln, was aber nicht die Schuld des Vermittlers war und schon vor dem Beginn des Studiums geschah. Wenn es Probleme gab, war immer ein Ansprechpartner verfügbar und im Nachhinein habe ich den Eindruck, dass die 220 Dollar Vermittlungsgebühr richtig investiert waren.

Wäsche waschen inklusive
Gekostet hat mich die Miete 250 Dollar die Woche. Dafür bekam ich ein 12 Quadratmeter großes Zimmer, alle Mahlzeiten außer Mittagessen an Werktagen, außerdem wurde meine Wäsche gewaschen. Beachtet man die extrem hohen Mietpreise in Sydney (250 Dollar pro Woche zahlt man durchaus auch für ein WG-Zimmer ohne Essen), war das ein sehr gutes Preis-/ Leistungsverhältnis. Zudem hatte ich gleich erste Kontakte zu den Kindern der Familie und konnte etwas über die australische Lebensweise lernen. Bei der Wohnungssuche sollte man auf jeden Fall seine Ansprüche zurückschrauben. Alles ist deutlich einfacher gebaut und es gibt keine fest installierten Heizungen. Für den Winter gibt es kleine elektrische Heizöfen, wobei die Temperaturen aber eher mit dem deutschen Frühling vergleichbar sind.

Studieren in Australien
Im e-fellows.net wiki kannst du dich über das Studium in Australien informieren. In der Australien-Gruppe kannst du dich mit anderen e-fellows austauschen.

Bereits einen Monat vor Abreise schickte mir meine Universität ein ausführliches Infopaket. Bei meiner Ankunft wurde ich am Flughafen freundlich empfangen und zu meiner Gastfamilie gefahren. Ich reiste bereits zwei Wochen vor Vorlesungsbeginn an, um mich in Sydney und auf dem Campus orientieren zu können. Es gab auch eine Einführungsveranstaltung, diese war jedoch weniger ausführlich, da sie für das zweite Semester gedacht war.

Nur die Mensa fehlt
Ich hatte den Eindruck, dass die UNSW etwas besser ausgestattet ist als meine Heimatuniversität: Jeder Raum für Vorlesungen oder Tutorien war klimatisiert, zu verdunkeln und mit Beamer und PC ausgestattet. In der zentralen Bibliothek und über den Campus verteilt standen ausreichend Computer zur Verfügung. Leider gab es keine Mensa. Stattdessen gab es zahlreiche private Imbisse, bei denen man mit sieben bis zehn Dollar für ein Hauptgericht rechnen muss. Mit ein bisschen Suchen konnte ich jedoch einige Mikrowellen auf dem Campus ausfindig machen, sodass ich mit aufgewärmtem Essen Geld sparen konnte.

Den Dozenten beim Vornamen nennen
Ich wählte drei Vorlesungen und ein Praktikum. Die Vorlesungen waren zweistündig mit einem ein- oder zweistündigen Tutorium und unterschieden sich von der deutschen Variante: Es wurden ausschließlich Powerpoint-Präsentationen gehalten – ich erlebte nur ein Mal, dass etwas an die Tafel geschrieben wurde. Meistens waren die Folien gut strukturiert und übersichtlich. Das Tempo war angemessen und es gab genügend Gelegenheit für Zwischenfragen.

Die Atmosphäre war lockerer, da es im Englischen nur das "Du" gibt und es außerdem üblich ist, den Dozenten mit Vornamen anzusprechen. Diese waren übrigens immer Doktoren und nie Professoren. In Australien muss man nicht habilitiert sein, um dozieren zu dürfen. Der Qualität der Lehre hat das auf keinen Fall geschadet. Die Dozenten waren sehr engagiert und sind gerne auch außerhalb der Vorlesungen in Sprechstunden ausführlich auf Fragen und Probleme eingegangen. Ich würde jedem empfehlen, diese Sprechstunden zu nutzen.

Mit Stipendium ins Ausland
In Deutschlands größter Stipendiendatenbank findest du über 700 Fördermöglichkeiten.

Die Tutorien waren vergleichbar mit denen meiner Heimatuniversität: Die Arbeitsblätter waren am Anfang der Woche im Internet verfügbar, im Tutorium wurden die Aufgaben mithilfe des Tutors bearbeitet und die Lösungen in der darauffolgenden Woche online gestellt. Wie auch in Deutschland gilt, dass man die Aufgaben unbedingt machen sollte, um für Klausuren gut vorbereitet zu sein. Aufgabenblätter, Lösungen und Vorlesungsfolien erhielten wir über die Onlineplattform Blackboard. Darauf gab es auch ein Diskussionsforum für Fragen zur Vorlesung, das manche Dozenten mehr, manche weniger nutzten. Ich fand es sehr hilfreich, da doppelt gestellte Fragen vermieden wurden und man alles nachlesen konnte.

UNSW, Sydney

Lernen nicht nur in der Klausurphase
Ein großer Unterschied zu Deutschland ist, dass die finale Klausur nur 50 bis 70 Prozent der Endnote ausmacht. Der Rest ergibt sich aus Hausarbeiten und einer Klausur zur Semesterhalbzeit. Dadurch wird es umso wichtiger, sich von Anfang an mit dem Unterrichtsstoff auseinanderzusetzen statt nur in den letzten Wochen vor den Endklausuren. Dafür lernt es sich in diesen Wochen entspannter, weil diese Klausuren ja nicht die kompletten Noten bestimmen.

Highlight Laborpraktikum
Meine interessanteste Veranstaltung war ein Laborpraktikum mit dem Schwerpunkt Optoelektronik. In Gruppenarbeitet machten wir Versuche. Meine Gruppe war mit nur vier Teilenehmern angenehm klein und unser Betreuer besprach mit uns intensiv die Theorie hinter den Versuchen. Benotet wurden die Versuche durch eine 20-minütige mündliche Prüfung mit dem Laborleiter. Neben dem Theorieverständnis war auch ein vollständig geführtes Laborbuch wichtig. Abschließend kann ich sagen, dass ich in Australien sowohl fachlich als auch persönlich wichtige Erfahrungen gesammelt habe, die ich nach dem Studium wahrscheinlich nicht nachholen könnte.

Erfahrungsberichte, Quelle:sxc.hu Autor:clixMehr Erfahrungsberichte?
Weitere Berichte der e-fellows von Recruiting-Events, Praktika und Jobs findest du in der Rubrik "Erfahrungsberichte".

Tagebuch (Teach First Deutschland): Hühnerherzen für künftige Neurochirurgen – Christinas letztes Halbjahr an der Hauptschule

Montag, den 21. Februar 2011
Tagebuch

Für Christina ist das letzte halbe Jahr als Lehrkraft angebrochen. Aus der Ruhe bringen lässt sie sich inzwischen kaum mehr, weder von der "Null-Bock"-Haltung mancher Schüler, noch von schwangeren Neuntklässlerinnen. Stattdessen plant sie ein Basketball-Turnier und seziert mit ihren Siebtklässlern im Forscherclub Hühnerherzen.

Montag, 7. Februar 2011
7.30 Uhr: Der Wecker klingelt und signalisiert mir unüberhörbar, dass die Ferien nun definitiv vorbei sind. Ferien? Ja, genau, in Berlin gibt es tatsächlich Anfang Februar eine Woche Winterferien, um sich auf diversen Skipisten auszutoben. Ich habe mich in diesem Jahr allerdings für die weniger gefährliche Variante entschieden und eine erholsame Zeit in Berlin verbracht. Nach einem starken Kaffee starte ich jetzt voller Energie in die neue Woche!

Ein Blick auf den Kalender verrät mir, dass ich nun tatsächlich in das letzte Halbjahr meines Einsatzes für Teach First Deutschland starte. Wie bitte? In das letzte Halbjahr? Wo ist denn bloß die Zeit geblieben? In Gedanken versunken steige ich in die Bahn und schaue aus dem Fenster. An mir rasen nicht nur Berlin-Pankow, sondern auch die letzten eineinhalb Jahre meines Schuleinsatzes vorbei.

Christina Tagebuch Teach Firste-fellows.net-Alumna Christina (27) hat ihr Masterstudium in Molekularer Medizin an der Humboldt-Universität in Berlin beendet. Doch bevor sie den Laborkittel anzieht, setzt sie sich mit aller Energie für etwas anderes ein: Als Fellow von Teach First Deutschland unterstützt sie Schülerinnen und Schüler an Schulen in sozialen Brennpunkten.

Wir sind in ein neues Schulgebäude umgezogen, ein logistisches Meisterwerk! Außerdem ist die Schule nun mittlerweile von einer integrierten Hauptschule zu einer integrierten Sekundarschule geworden. Die neuen 7. Klassen werden als Ganztagesschule geführt und laufen neben den 8., 9. und 10. Klassen der Hauptschule.

Zwei Schultypen unter einem Dach, so richtig vorstellen konnte sich diese Umsetzung im letzten Jahr niemand. Aber: Es funktioniert und mittlerweile läuft der Schulalltag routiniert ab. Nun leite ich in Kooperation mit einem Schülerlabor den Max-Forscherclub für Siebtklässler und unterrichte neben allen 9. Klassen auch die 10. Klassen in Biologie.

An der Schule angekommen kopiere ich noch schnell die vorbereiteten Arbeitsblätter und starte dann in die dritte Stunde: Biologie in der 10.3. Adrenalinschübe und damit verbundene Aufregung vor den Stunden sind mittlerweile Geschichte. Ich fühle mich sicher, habe in allen Klassen Regeln und Rituale eingeführt und freue mich auf die Stunden. Ein Zeichen für die fortschreitende Metamorphose zur Lehrerin?!

Nach einer kurzen Wiederholung lasse ich die Schüler einen Test zum Thema Vererbung schreiben. Es freut mich sehr zu sehen, dass alle scheinbar ganz gut damit zurechtkommen. In den nächsten zwei Stunden unterrichte ich die anderen beiden 10. Klassen. So stehe ich am Ende der fünften Stunde mit einem Haufen noch unkorrigierter Bio-Tests in dem kleinen Bio-Vorbereitungsraum.

Was ist Teach First?
Teach First Deutschland schafft bessere Bildungschancen für benachteiligte Kinder und Jugendliche. Die gemeinnützige Initiative fördert Schüler mit schlechten Startbedingungen, indem sie Absolventen aller Fachrichtungen mit sehr guten Noten vor dem Jobeinstieg zwei Jahre als zusätzliche Lehrkräfte (Fellows) an Hauptschulen schickt. Mehr zum Programm erfährst du in der Teach First Deutschland-Gruppe.

In den 10. Klassen wird nun immer deutlicher, dass einige wenige hochmotiviert sind, einen bestmöglichen Abschluss zu bekommen, um ihren gewünschten Ausbildungsplatz antreten zu können oder an einem Oberstufenzentrum ihren Mittleren Schulabschluss (MSA) oder sogar das Fachabitur nachzuholen.

Die meisten haben allerdings noch keinen Ausbildungsplatz oder auch nur eine Ahnung, wie es nach dem Schulabschluss weitergehen soll. Sie bewegen sich zwischen Angst und Gleichgültigkeit im Hinblick auf ihre Zukunft. Äußern tut sich das dann in absoluter "Null-Bock-Haltung" im Unterricht. Auch Tests werden da einfach nicht ausgefüllt. "Eine 6 mehr oder weniger ist ja auch egal!" Egal? Nein, ist es nicht! Ich beschließe, einige dieser Schüler vor der nächsten Stunde in einem persönlichen Gespräch zu motivieren.

Nach einer kurzen Pause treffe ich mich mit einer Schülerin der 10. Klasse, die ich einmal die Woche coache. Sie will den MSA machen und ich bereite sie gezielt auf die Prüfung vor. Anschließend heißt es schnell in die Bahn und ab nach Hause, denn dort wartet auch schon Lea*, die von mir in Englisch, Physik und bei Bewerbungen unterstützt wird. Als ich sie vor der Tür treffe und sie mir auf die Frage, wie es ihr geht nur ein "Scheiße!" entgegenschmettert, ist mir klar, dass es heute mal wieder um viel mehr als nur um Bildung gehen wird …

Dienstag, 8. Februar 2011
Bio und Sport! Der Dienstag ist ein sehr kurzer Tag. Um 8.45 Uhr stehe ich vor der Klasse 9.3 und schreibe das heutige Thema an die Tafel: Der Menstruationszyklus. Die Reaktionen reichen von "Ieeehh!" über "Warum müssen wir so'n Scheiß denn wissen?" bis hin zu aufmerksamem Schweigen.

Nachdem ich im letzten Jahr diverse disziplinarische Methoden versucht habe, habe ich nun folgendes System in allen meinen Klassen eingeführt: Zu Beginn der Stunden hänge ich einen Pappstreifen mit allen Namen der Klasse an die Tafel. Im Verlauf der Stunde schreibe ich hinter die Namen entweder Plus- oder Minuszeichen für gute Mitarbeit oder Störungen.

So bekommen die Schüler immer unmittelbares Feedback, werden zeitnah positiv bestärkt und sehen auch sofort, wenn sie gestört haben. Im letzten Fall erspare ich mir alle Diskussionen und Bestrafungen während des Unterrichts. Die Schüler wissen, dass sie sich nur zwei Minuszeichen erlauben dürfen und beim dritten Minus einen Elternanruf und die Stundennote 6 bekommen. Dieses System ist für alle Schüler transparent und es entwickelt sich teilweise sogar ein richtiger Wettkampf, wer am Ende der Stunde die meisten Pluszeichen bekommen hat.

So verläuft auch diese Stunde ohne besondere Vorkommnisse. Gerade beim Thema Sexualkunde ist es mir wichtig, dass die Stunden in einer angenehmen Atmosphäre ablaufen, damit die Schüler sich trauen, alle Fragen zu stellen und bereit sind zu lernen. Eine der Schülerinnen ist bereits Mutter, eine zweite erwartet im Sommer Zwillinge. Es ist echt erstaunlich, wie wenig die Schüler über Zusammenhänge zwischen Menstruation und Schwangerschaft wissen, aber ich freue mich über jede Frage! Mit einem guten Gefühl gehe ich in die Sporthalle und spiele Badminton mit den Schülern. Ein guter Tag!

Mittwoch, 9. Februar 2011

Mittwochs unterstütze ich in den ersten zwei Stunden den Förderkurs Englisch für acht Schüler aus den 10. Klassen, die den MSA machen wollen. Meine Rolle dabei ist die Förderung des Hörverstehens. Ich schreibe jede Woche einen Text, den ich vorlese und zu dem die Schüler Aufgaben im Stil der Prüfungsaufgaben bearbeiten müssen. Anschließend betreue ich die Siebener im Mittagsband.

Das Mittagsband umfasst an Ganztagesschulen die Zeit zwischen den schulischen Angeboten des Vormittages und denen des Nachmittags. Es soll eine Erholungspause sein, während der die Schüler essen, aus verschiedenen betreuten Angeboten wie Spielen, Sport oder AGs wählen oder sich selbst beschäftigen können. Ich spiele das Kartenspiel "Tabu" mit den Kids. Sie sind voll dabei und haben jede Menge Spaß.

In dieser Zeit merke ich immer wieder, wie gut es den Schülern tut, wenn man sich Zeit für sie nimmt, sich für sie und ihre Erlebnisse, Sorgen und Probleme interessiert und ihnen respektvoll gegenüber tritt. Zum Schluss geht es auch heute wieder in die Sporthalle, in der knapp 20 Siebener zur Basketball-AG kommen. Einige sind mittlerweile richtig gut geworden, aber auch schwächere Schüler trauen sich immer mehr. Ich plane momentan mit einem Teach First-Fellow aus Hamburg ein kleines Basketball-Turnier. Die Schüler können es kaum erwarten – und ich auch nicht!

Du möchtest Fellow der Klasse 2011 werden?
Dann bewirb dich für das Teach First Deutschland-Programm. Der letzte Bewerbungsstichtag ist am 1. März.

Donnerstag, 10. Februar 2011
Vormittags unterrichte ich Sport in der 8. und Bio in der 9. Klasse. Nach der Mittagspause mache ich mich zusammen mit sieben Schülern des Max-Forscherclubs auf den Weg ins "Gläserne Labor", ein Schülerlabor nicht weit von der Schule, zu dem ich eine Kooperation aufbauen konnte. Schon den ganzen Tag über habe ich mich auf diesen Moment gefreut.

Einmal die Woche verbringt unsere Gruppe zwei Stunden im "Gläsernen Labor". Auch zwei Schüler des benachbarten Gymnasiums gehören zum Forscherclub. Heute wollen wir mit einem neuen Thema beginnen: dem Herzen! Wie ist es aufgebaut? Was ist die Funktion der einzelnen Bestandteile? Dazu werden wir Hühnerherzen sezieren. Ich bin gespannt, wie die Schüler mit dieser Aufgabe umgehen.

Nachdem alle ihre Forscherkittel angezogen haben, geht es auch schon los. "Wir sezieren heute ein Hühnerherz!", verkünde ich. "Wie cool!", "Voll geil!", "Das wollte ich schon immer mal machen, denn das muss ich als Tierarzt ja schließlich auch können!" Als Tierarzt? Wow, ich bin sehr beeindruckt, denn ich habe nicht damit gerechnet, dass ein Siebtklässler bereits so konkrete Pläne hat. "Ja, da musst du das auf jeden Fall können! Für mich als Neurochirurg wird das nicht so wichtig sein!" Jetzt bin ich total baff. Als Neurochirurg? Das ist ja der Hammer! Hier macht sich der neue Schultyp dann doch bemerkbar. Auf der Sekundarschule sind im Gegensatz zur Hauptschule auch stärkere Schüler mit Potenzial zum Abitur.

Die Kids legen sofort los und arbeiten mit akribischer Sorgfalt an ihren Präparaten. "Wie cool!", höre ich immer wieder aus verschiedenen Ecken. Sie überschlagen sich fast, mir ihre Präparationsschritte zu zeigen und sind sichtlich stolz auf ihre "Operationen". Das anspruchsvolle Arbeitsblatt füllt sich fast wie von selber aus. Es ist klasse zu sehen, dass das Konzept "Learning by doing" voll aufgeht!

Freitag, 11. Februar 2011
Noch einmal Bio in der 9. Klasse. Auch hier läuft alles nach Plan. Die Woche endet mit der Basketball-AG für alle Klassen, in der wir mittlerweile richtig spielen. Ein Schüler, der gerade alle anderen Stunden schwänzt, taucht auf und ich bin froh ihn zu sehen. Ich gebe ihm während des Spielens so viel positives Feedback wie ich nur kann und merke, wie er richtig aufblüht und sein Selbstbewusstsein wächst. Eine gute Ausgangslage für ein Gespräch, denke ich.

Nach einiger Zeit schaffe ich es, ihn dazu zu bewegen, ab Montag wieder am Unterricht teilzunehmen. Ich verspreche ihm darüber hinaus, ein Lob für herausragendes Engagement in der Basketball-AG zu schreiben, das er seinem Klassenlehrer und den Betreuern in seiner Wohneinrichtung zeigen kann. Er strahlt! Ich hoffe, er schafft es, diese positive Energie übers Wochenende aufrecht zu erhalten und sie am Montag als Motivation zu nutzen, um zur Schule zu gehen.

Samstag, 12. Februar 2011
Die Woche ist noch nicht vorbei, denn heute haben alle Berliner und Hamburger Teach First Deutschland (TFD) Fellows einen Fortbildungstag zum Thema "Kommunikation und Verhandlungsführung in Organisationen". Nachdem die Fortbildungstage im ersten Einsatzjahr vorwiegend pädagogisch und didaktisch ausgerichtet waren, liegt der Fokus nun auf der Zeit nach TFD und unserer beruflichen Zukunft. Gerade beim Perspektivendinner am Abend lassen sich spannende und vielversprechende Kontakte zur Ashoka Jugendinitiative und BMW Stiftung knüpfen.

*Die Namen aller Schüler wurden geändert

Erfahrungsbericht (McKinsey): Erfolge zwischen Glatteis und Buckelpiste

Freitag, den 18. Februar 2011
Erfahrungs- bericht

Nicht nur seinen Schwung auf der Skipiste konnte e-fellow Jochen bei der Veranstaltung "Spuren hinterlassen" von McKinsey  verbessern. Er lernte auch, beim Bearbeiten von Fallstudien nicht mehr ins Schliddern zu geraten. Getreu dem Motto "Wer feiern kann, kann auch arbeiten" erlebte er drei spannende Tage in Kitzbühel.

Titel der Veranstaltung
"Spuren hinterlassen" mit McKinsey

Datum und Ort
13. bis 16. Januar 2011 in Kitzbühel, Österreich

Teilnehmer und Unternehmensvertreter
30 Teilnehmer und 10 Unternehmensvertreter

Warum ich an der Veranstaltung teilgenommen habe
Da sich meine Promotionszeit dem Ende zuneigt und ich bisher noch kein Praktikum in einer Strategieberatung absolviert habe, wollte ich bei der Veranstaltung erste Eindrücke gewinnen. Nachdem ich bei leo.org auf "Spuren hinterlassen" aufmerksam wurde, war mir klar, dass es keine bessere Gelegenheit geben kann, um dieses Bedürfnis zu stillen: Ich bin begeisterter Skifahrer, Kitzbühel ist eine Reise wert und McKinsey die Strategieberatung schlechthin.

Jochene-fellows.net-Alumnus Jochen (29) hat 2006 sein BWL-Studium abgeschlossen und arbeitet seitdem als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Promotionsstudent an der Uni Saarbrücken. Da er noch unentschlossen ist, welche berufliche Richtung er einschlagen wird, kam ihm die Veranstaltung "Spuren hinterlassen" gerade recht.

Was machst du eigentlich hier?
"Spuren hinterlassen" dauerte drei volle Tage: Donnerstagmittag bis Sonntagmittag. Dazwischen lag ein pickepackevolles, aber dennoch ausgewogenes Programm: Der Donnerstag begann mit einer Vorstellungsrunde und einem Kennenlernspiel. Außerdem standen "McKinsey stellt sich vor", die Einführung in die Fallstudie und ein abendliches Kamingespräch mit Herbert Henzler, dem langjährigen Deutschland-Chef, auf dem Plan. Vom Donnerstag ist mir die Vorstellungsrunde am lebhaftesten in Erinnerung geblieben. Bereits zu diesem Zeitpunkt war klar: Das können nur spannende Tage werden. Es waren Wirtschaftswissenschaftler, Juristen, Mediziner, Biologen, Chemiker, Mathematiker, Ingenieure, Politikwissenschaftler und ein Musiker vertreten. Jeder der Teilnehmer hatte einen spannenden Lebenslauf. Mich, und wie sich später herausstellte, auch andere, beschlich dabei das ein oder andere Mal der Gedanke: "Was machst du eigentlich hier?"

Highlight Hüttenabend
Der Freitag stand ganz im Zeichen des Skifahrens. Hier zeigte sich die sportliche Seite der Truppe. In meiner Sechsergruppe mit Skilehrer habe ich definitiv meinen Schwung verbessert. Der folgende Hüttenabend war mein Highlight der Veranstaltung. In ungezwungener Atmosphäre konnte ich mit Beratern die Möglichkeiten besprechen, bei McKinsey einen Schwerpunkt auf Corporate Finance zu legen, mich informieren, wie sie Karriere und Familie verbinden und über die Fußball-Bundesliga fachsimpeln.

Wie soll Kitzbühel 2030 aussehen?
Der Samstag war Fallstudienzeit. In Vierergruppen haben wir uns zunächst Gedanken über den Winterferienort Kitzbühel gemacht. Ziel war es, sich ein Konzept für das Jahr 2030 zu überlegen, das auch die möglichen Auswirkungen des Klimawandels berücksichtigt. Anschließend sollte die Sommer-Fallstudie die Frage beantworten, ob ein hochdotiertes Golfturnier Kitzbühel als Sommerurlaubsort stärker profiliert. Ein Hotelbesitzer und der Direktor des Tourismusverbands standen uns Rede und Antwort. Für mich als Promovenden war es eine willkommene Erfahrung, statt mit Literatur wieder einmal mit Menschen zusammenzuarbeiten.

Glatteis am Morgen, Party am Abend
Bei der morgendlichen Winter-Fallstudie war unser Team noch wie auf Glatteis ins Schliddern geraten. Das Feedback unseres Betreuers half uns aber, die folgende Fallstudie für den Sommer zu meistern: Wir haben unsere Herangehensweise, Projektplanung, Interviewtechnik und Präsentation spürbar verbessert. Die Lernkurve zeigte an diesem Tag steil nach oben. Nach getaner Arbeit war Partytime angesagt. Und ja, McKinsey kann auch feiern! Im "Take Five" hat sich für mich noch einmal bestätigt, dass die Chemie in der gesamten Gruppe stimmte. Der für Sonntag anberaumten Präsentation unserer Fallstudien-Ergebnisse hat die kurze Schlafenszeit dennoch nicht geschadet. Wer feiern kann, kann schließlich auch arbeiten.

Kontakt zu McKinsey aufnehmen?
In der McKinsey-Gruppe kannst du Fragen stellen oder Alumni mit Erfahrung bei McKinsey kontaktieren.

Mein Fazit zu "Spuren hinterlassen"
Die Veranstaltung ist für jeden empfehlenswert, der einen Berufseinstieg bei einer Strategieberatung in Erwägung zieht. Diejenigen, die bisher noch keinen Kontakt zu einer Beratung hatten, können von dem Event sicher am meisten mitnehmen. Die Betreuer beantworten alle Fragen zum Beraterdasein – auch die unangenehmen. Die Fallstudie gibt einen Einblick in die tägliche Arbeit.

Mein persönliches Fazit ist positiv. Meine Erwartungen haben sich erfüllt: Ich habe einen Einblick in die Arbeitsweise einer führenden Strategieberatung erhalten, bin Ski gefahren und habe Kitzbühel entdeckt. Die Menschen, die ich bei dieser Veranstaltung kennenlernen durfte, haben bei mir Spuren hinterlassen.

Erfahrungsberichte, Quelle:sxc.hu Autor:clixMehr Erfahrungsberichte?
Weitere Berichte der e-fellows von Recruiting-Events, Praktika und Jobs findest du in der Rubrik "Erfahrungsberichte".

Sind e-fellows.net, Studienstiftung und Deutschland-Stipendium kombinierbar?

Mittwoch, den 16. Februar 2011
Lukas

Im letzten Expertenforum "Dein Weg zum Stipendium" waren erstmals Vertreter des Bildungsministeriums als Experten dabei, die Fragen zum neuen "Deutschland-Stipendium" beantworteten. Einige Fragen drehten sich damals darum, ob man ein Stipendium bei einem Begabtenförderungswerk (Studienstiftung & Co.) mit dem Deutschland-Stipendium kombinieren könne. Mittlerweile erreichte auch uns die erste Anfrage: Kann man Deutschland- und e-fellows.net-Stipendium gleichzeitig beziehen? Die Antwort war gar nicht so einfach.

Vorgestern rief ein e-fellows.net-Stipendiat bei mir an. Er sei seit zwei Jahren e-fellows.net-Stipendiat, wolle sich nun aber auch für das Deutschland-Stipendium bewerben. Er wollte wissen, ob er wegen des e-fellows.net-Stipendiums für das Deutschland-Stipendium abgelehnt werden könne. Meine erste Reaktion: "Nein, überhaupt kein Problem!" Schließlich steht das e-fellows.net-Stipendium ja auch in keiner Konkurrenz zu Stipendien von Begabtenförderungswerken wie der Studienstiftung, Konrad-Adenauer-Stiftung, Friedrich-Ebert-Stiftung, Stiftung der deutschen Wirtschaft und wie sie alle heißen.

Doch dann machte mich der Stipendiat, wahrscheinlich einer unserer vielen Spitzen-Juristen, aufmerksam auf einen Passus in den Aufnahmebedingungen des Deutschland-Stipendiums:

"Eine der wichtigsten Voraussetzungen ist, keine begabungs- und leistungsabhängige materielle Förderung gemäß §§ 1 Abs. 3 oder 4 Abs. 1 S. 1 des Gesetzes zur Schaffung eines nationalen Stipendienprogramms (StipG) vom 21. Juli 2010 zu erhalten. Ein Ausschluss dieser Regelung gilt, sofern die Förderung einen Monatsdurchschnitt von 30€ nicht überschreitet."

Nutzt man viele Leistungen des e-fellows.net-Stipendiums, kommt man auf einen monatlichen Gegenwert von deutlich über 30 Euro (Allein das Handelsblatt-Abo kostet im Monat normalerweise etwa 40 Euro, hinzu kommen Kosten, die zum Beispiel mit einem Zugang zu beck-online und anderen Datenbanken verbunden sind, und viele weitere Leistungen).

Behindert das e-fellows.net-Stipendium bei der Bewerbung für das Deutschland-Stipendium?
Nun war ich selbst nicht mehr sicher. Daher habe ich einfach mal beim Bildungsministerium nachgefragt und folgende Antwort bekommen:

"[A]bgesehen von dem Zuschuss von 15 Euro (der unterhalb der gesetzlich geregelten Bagatellgrenze liegt) steht bei den Leistungen des e-fellows-Stipendiums die Vermittlung fachspezifischer oder allgemeiner Bildung im Vordergrund, und es werden nicht Leistungen übernommen, welche die Stipendiatinnen und Stipendiaten sonst in jedem Fall auf eigene Kosten in Anspruch nehmen würden.

Daher können beide Stipendien parallel genutzt werden."

Achtung: Deutschland- und Studienstiftung geht nicht!

Mit dem 15-Euro-Zuschuss sind übrigens die Telekom-Zuschüsse gemeint, die wir zum Jahresende leider ohnehin einstellen müssen. Ihr könnt euch also problemlos für beide Stipendien bewerben. Aber Achtung: Das heißt auch, dass ihr das Deutschland-Stipendium nicht mit den Stipendien von Studienstiftung, Friedrich-Naumann-Stiftung, Villigst, Cusanuswerk & Co. kombinieren könnt. Aber dazu hatte sich die freundliche Expertin vom Bildungsministerium bereits im November im Expertenforum geäußert.

Stipendiensuche: Weitere Ressourcen
Falls ihr auf der Stipendiensuche seid und das e-fellows.net-Stipendium schon euer Eigen nennt, hier noch ein paar hilfreiche Links:

Die e-fellows.net-Mitarbeiter stellen sich vor: Anna Friedl

Mittwoch, den 16. Februar 2011
Maximilian

Nachdem Anna sich in den Anfangszeiten des Internets noch mit Nullen, Einsen und Neunen herumschlagen musste, darf sie heute mit richtigen Menschen arbeiten: Sie betreut die Abiturienten unserer "Startschuss-Abi"-Veranstaltungen. Privat lässt sie beim Basteln ihrer Kreativität freien Lauf. Solange sie sich ihren Fallschirm nicht selbst bastelt, soll uns das recht sein.

Anna

Was machst du bei e-fellows.net?
Ich arbeite seit Januar im Projektmanagement mit Eva, Janine, Philipp und Jürgen. Zu meinen Hauptaufgaben gehört die Teilnehmerbetreuung und -gewinnung für "Startschuss Abi", ich arbeite aber auch mit am "Job & Master Day" und an "Perspektiven für Mediziner". Außerdem bin ich in unserer Abteilung verantwortlich für das Social Media Marketing.

>> Teil 33 der Serie: Wer sind die eigentlich bei e-fellows.net? <<

Was hast du vorher gemacht?
Vorher habe ich studiert, Kulturwirtschaft im schönen Passau, um exakt zu sein. Ein Jahr meines Studiums habe ich in Picassos Geburtsstadt Málaga verbracht, ein weiteres in meiner Heimat München für verschiedene Praktika.

Was gefällt dir an deiner Arbeit bei e-fellows.net?
Am meisten gefällt mir das nette Arbeitsklima, das freundschaftliche Verhältnis unter den Kollegen und dass immer jemand ein offenes Ohr und eine gute Antwort für meine Fragen hat. Außerdem habe ich seit dem ersten Tag eigene Projekte, die ich mit meinen Ideen weiterentwickeln kann.

Welche privaten Interessen hast du?
Meine Freizeit verbringe ich am liebsten mit Freunden. Wir kochen zusammen, gehen ins Kino oder schlürfen einen Cocktail in unserer Lieblingsbar. Im Winter gehe ich gerne Skifahren, im Sommer Wandern. Und wenn ich grade keine anderen Pläne habe, schnappe ich mir ein paar alte Bambusstecken, eine Spraydose und eine Säge oder ein Stück Stoff, Knöpfe und die Nähmaschine und lasse meiner Kreativität freien Lauf.

Was war dein erstes Aha-Erlebnis mit dem Internet?
Ein richtiges Aha-Erlebnis gab es nicht. Aber die Einrichtung unseres Internet-Anschlusses ist mir im Gedächtnis geblieben. Das war furchtbar kompliziert und man musste viele Zahlen eingeben – ich erinnere mich an Einsen, Nullen und Neunen. Es hat ewig gedauert. Als die Leitung endlich stand, gab es dafür kein Halten mehr. :)

Welche lebende oder historische Person würdest du gerne treffen?
Eine berühmte Person gibt es nicht, allerdings wäre es toll, wenn ich meine Freunde im Ausland häufiger oder überhaupt wiedersehen könnte.

Was willst du in deinem Leben unbedingt noch machen?
Ach, da gibt es viele Sachen. Zuerst möchte ich mal wieder eine Rucksackreise machen, am liebsten quer durch Australien und Neuseeland. Die asiatischen Länder wären auch nicht schlecht. Oder Kanada. Vielleicht sollte ich einfach eine Weltreise machen. Und einen Fallschirmsprung …

Tagebuch (Roche): Aus dem Wintermantel in die indische Tarnkleidung – Melanie auf Projekt in Mumbai

Montag, den 14. Februar 2011
Tagebuch

Vorbereitung auf das nächste Projekt: Indische Kleidung als Tarnung kaufen und lernen, wie man Mittagessen auch ohne Hindi-Kenntnisse bestellt. Denn Melanie ist gerade in ihr Auslandsprojekt in Indien gestartet. Für das Management-Start-Up-Programm von Roche ist sie in Mumbai im Einsatz und analysiert die Ergebnisse einer Mitarbeiterbefragung – was auch dazu führt, dass sie sich mit indischen Heiratsanzeigen beschäftigt.

Seit Sommer 2009 bin ich bei Roche Diagnostics in Mannheim Trainee im Management-Start-Up-Programm (MSU). Das ist ein Führungskräftenachwuchsprogramm, das den Teilnehmern zwei Jahre lang die Möglichkeit gibt, durch Projekte Erfahrungen in unterschiedlichen Unternehmensbereichen zu sammeln. Ich selbst bin MSU-Trainee im Projektmanagement und habe in den vergangenen anderthalb Jahren im Bereich Personal gearbeitet und im Site Development ein Konzept für einen Site-Business-Plan entwickelt.

e-fellow-Melanie-Roche-IndienMelanie (28) studierte Medien- und Kommunikationsmanagement in Stuttgart. Anschließend machte sie einen Master in Diplomacy & International Relations und einen MBA in den USA. Vor anderthalb Jahren ist sie ins Management-Start-Up-Programm von Roche eingestiegen und arbeitet zurzeit in Mumbai, Indien.

Ein wichtiger Teil des MSU-Programms bei Roche ist ein Auslandsprojekt, um internationale Arbeitserfahrung zu sammeln und die kulturellen Unterschiede innerhalb der Roche-Gruppe kennen zu lernen. Schließlich beinhaltet die Arbeit bei einem so großen globalen Konzern wie Roche immer mehr auch Arbeit über Ländergrenzen hinweg – da ist diese Art von Erfahrung unbezahlbar. Deshalb geht jeder der MSU-Trainees für bis zu drei Monate zu einer Roche-Niederlassung ins Ausland und lernt die Arbeitsweise der Leute dort kennen, während er oder sie ein Projekt durchführt.

"Warum nach Indien, da kennst du dich doch gar nicht aus?" – "Eben!"
Die Möglichkeit, eine Zeitlang im Ausland zu arbeiten, bietet natürlich viel tiefere Einblicke in das "richtige" Leben vor Ort, als ein Urlaub das jemals könnte. Deshalb wollte ich unbedingt in ein Land, das ich noch nicht kannte, um diese Chance auch voll zu nutzen. "USA? Danke, aber das kenne ich doch schon… gibt es nicht vielleicht etwas in Asien für mich?" Als dann das Angebot kam, knapp drei Monate nach Mumbai, Indien, zu gehen, sagte ich sofort zu.

Erste Eindrücke: Nicht jedes Klischee ist falsch
Mit dickem Wintermantel geht es im Januar in Frankfurt zum Flughafen. Dass der die nächsten drei Monate unbenutzt im Schrank hängen wird, ist klar! Bei meiner Ankunft mitten in der Nacht in Mumbai schlägt mir gleich die die feuchtwarme Luft der tropischen Nacht entgegen – zusammen mit einer Vielzahl der nicht nur angenehmen Gerüche, für die Mumbai geradezu berüchtigt ist.

Und schon am Gepäckband bekomme ich den ersten Vorgeschmack davon, dass Indien durchaus manchen (nicht allen!) Klischees entsprechen könnte. Trauben von Menschen um das Gepäckförderband, dicht an dicht, alle auch gleich direkt mit Gepäckwagen, den man dann später aber wegen des Gedränges da sowieso nicht rausbugsieren kann. Wer nach vorne will, muss sich durchschubsen. Aber Eile wäre ohnehin umsonst – die Koffer kommen in homöopathischen Dosen, der Strom fällt aus, das Gepäckband steht. Der Haufen Koffer, die plötzlich alle auf einmal auf dem Band liegen, verkeilt sich, das Gepäckband steht wieder. Und was krabbelt denn da? Ach, eigentlich will ich das gar nicht so genau wissen…

Marktstände (Bildquelle: e-fellows.net)

Ein indisches Outfit zur Tarnung
Die ersten zwei Tage kann ich mit Entdeckungstour verbringen, da ich direkt vor einem Wochenende angekommen bin. Mein erster Einkauf: Ein indisches Outfit. Erstens, weil es bei den Temperaturen viel angenehmer ist als westliche Kleidung, und auch, weil ich damit nicht ganz so viel angestarrt werde wie sonst. Hier gibt es zwar vergleichsweise viele Weiße, aber die fallen neben den vielen Millionen Indern wohl nicht besonders ins Gewicht, weshalb ich mit meiner hellen Haut und der westlichen Kleidung wie eine Jahrmarktsattraktion Blicke auf mich ziehe. Und während die Männer hier meist westlich gekleidet sind, sind die Frauen äußerst farbenfroh und glitzerig in traditioneller Kleidung unterwegs. In meinen neuen Salwar Kameez gewandet falle ich schon ein bisschen weniger auf!

Ihr erwartet hoffentlich nicht, dass ich mir 50 Namen auf einmal merken kann?!
Erster Arbeitstag: Zum Glück kann ich zu Fuß ins Büro gehen, das ist in Mumbai echter Luxus! Wobei auch der Fußweg seine Tücken hat, schließlich muss man sich durchschlängeln durch das Gewühl von Autos, LKWs, Bussen, Rikschas, Motorrädern, Fußgängern, Fahrrädern, Ochsenkarren, Straßenhunden, Ziegen, Hühnern und vereinzelt wirklich auch Kühen, die sich alle in ohrenbetäubendem Lärm kreuz und quer ihren Weg durch die Schlaglöcher bahnen.

Stand für frischgepressten Zuckerrohrsaft (Bildquelle: e-fellows.net)

Die Kollegen empfangen mich sehr nett, sind ausgesprochen hilfsbereit und nehmen sich viel Zeit, alles zu erklären, bei Bedarf auch mehrfach: Sowohl das Business hier als auch Indien und seine Kultur im Allgemeinen. Und das ist auch nötig, sogar beim Mittagessen-Bestellen brauche ich Hilfe. Was isst man in welcher Kombination? Und wie sage ich das dem Mann am Telefon, der kein Englisch spricht, dafür aber seine Antworten auf Hindi immer wieder wiederholt, wohl in der Hoffnung, dass ich ihn dann verstehe?

Sehr fürsorglich sind die Kollegen auch: Ich habe schon am Wochenende ein Handy gebracht bekommen und werde darauf immer mal wieder angerufen – wohl um zu prüfen, ob ich noch lebe? Das mag daran liegen, dass die Kollegen (etwas erschrocken) gehört haben, dass ich am Wochenende in Mumbai auf eigene Faust losgezogen war. Gleich am ersten Tag werden mir ungefähr 50 Leute vorgestellt. Die Gesichter merken ist kein Problem, aber die Namen… Das ist aber auch nicht ganz so einfach bei Namen wie Kinshuk, Vishnu, Sheweta.

Boomender Gesundheitsmarkt & "War for Talent" in Indien
Allmählich wird auch meine Vorstellung von dem HR-Projekt klarer, für das ich hergekommen bin. Ich soll die Ergebnisse einer Umfrage zur Zufriedenheit der Mitarbeiter in einem Roche-Geschäftsbereich untersuchen und korrigierende Maßnahmen für die Themen erarbeiten, in denen ich Verbesserungsbedarf sehe. Das verspricht spannend zu werden, verbinden sich doch in Indien unerhört hohe Zahlen in zweierlei Hinsicht: Der Gesundheitsmarkt wächst in dem boomenden Schwellenland rasant, aber auch der "War for Talent" um qualifizierte Beliebtes Wochenendvergnügen: Cricket im Park (Bildquelle: e-fellows.net) Arbeitskräfte tobt. Das große Angebot an verfügbaren Jobs und der Fokus der Angestellten auf individuelle Karriereentwicklung zeigt sich in eher geringer Loyalität zum Unternehmen. Deshalb ist die Fluktuation im Vergleich zu deutschen Verhältnissen enorm.

Kontakt zu Roche aufnehmen?
In der Community-Gruppe "Inside Roche" Fragen stellen oder Alumni mit Erfahrung bei Roche kontaktieren.

Auch auffällig: Alle sind sehr jung. Die meisten sind zwischen 25 und 35, Kollegen über 50 gibt es kaum. Das hat wohl, erklärt man mir, damit zu tun, dass unser Standort in Indien erst ungefähr sechs Jahre lang besteht. Außerdem liegt das Durchschnittsalter der indischen Bevölkerung bei gerade mal 25 Jahren. Und drei der sechs Leute in meiner Abteilung hier heiraten dieses Jahr – alle drei Ehen sind von der Familie arrangiert, was hier nach wie vor völlig normal ist. Wer sich lustige, original indische, durch die Familien aufgegebene und nach Religion, Bildungs- oder Familienstand sortierte Heiratsannoncen angucken will: www.shadi.com oder www.communitymatrimony.com oder oder oder….

Im zweiten Teil ihres Tagebuch berichtet Melanie von den Unterschieden zwischen deutscher und indischer Arbeitsweise. Im dritten Teil geht es um ihre Interview-Reise durch Indien.

Made by e-fellows: Das erste Community-Browser-Plugin von Christopher und Jonas

Mittwoch, den 9. Februar 2011
Christine

Du vermisst eine Funktion? Bau sie doch einfach selbst! So wie die e-fellows Christopher und Jonas, die uns letzte Woche mit einer tollen Funktion für Fragen & Antworten überrascht haben: "Kommentare ausklappen". Mit Christophers Funktion kannst du alle Kommentare einer Frage auf einmal ausklappen. Jonas hat aus der Funktion ein Browser-Plugin gebastelt. Daumen für beide!

In der Community profitierst du vom geballten Wissen der Stipendiaten und Alumni von e-fellows.net. Mit den Mitgliedern gewachsen sind auch die Community-Funktionen: Tags freigeben und die komplett neue Community-Suche sind die neuesten Errungenschaften.

Christopher klappt Kommentare aus
Die meisten Erweiterungsvorschläge kommen von euch, nicht immer haben wir aber Zeit und Ressourcen, sie sofort umzusetzen. Kein Problem für zwei e-fellows, die einfach selbst eine neue Funktion entwickelt haben: "Kommentare ausklappen". Mit dem Browser-Bookmarklet (funktioniert wie ein Lesezeichen) von Christopher kannst du alle Kommentare zu einer Frage auf einmal ausklappen – und musst sie nicht mehr einzeln anklicken. Die Funktion finden wir so klasse, dass wir sie demnächst unter jeder Frage einbauen werden.

So geht's vorerst
Bis wir die Funktion standardmäßig unter jeder Frage integriert haben, kannst du sie über ein Browser-Lesezeichen nutzen:

  1. Du fügst ein Lesezeichen zu deiner Lesezeichenleiste im Browser hinzu, zum Beispiel zu einer Community-Frage.
  2. Dann klickst du mit der rechten Maustaste auf das Lesezeichen und weiter auf "Bearbeiten" oder "Eigenschaften".
  3. Du ersetzt die eingetragene Adresse durch folgenden Code:
    javascript:void($$('.comments div').each(function(e){$(e.parentNode.parentNode).show()}));
  4. Und das war's schon. Eine genaue Anleitung gibt es auch in der Originalfrage.

Für Plugin-Fans hat Jonas die Lösung
Jonas hat aus der Funktion ein Browser-Plugin gebastelt – für alle, die Firefox oder Google Chrome verwenden. Es klappt die Kommentare einer Frage immer aus und macht gleichzeitig die Textfelder unter den Kommentaren kleiner. Das sieht dann so aus:

Community-Funktion

Hast du uns deine Idee schon vorgestellt?
Du hast auch Vorschläge, wie man die Community noch besser machen kann und vielleicht sogar Interesse, selbst Funktionen zu bauen? Melde dich einfach bei uns – wir sind gespannt!

Erfahrungsbericht (Roche Diagnostics): Viel mehr Antworten als gedacht

Dienstag, den 8. Februar 2011
Erfahrungs- bericht

Wie sieht der Arbeitsalltag einer Managerin bei Roche Diagnostics aus? Wie kann ich als Frau erfolgreich Beruf und Familie vereinbaren? Beim Power Breakfast mit Roche Diagnostics wurde der enorme Wissenshunger von e-fellow Julia mehr als gestillt – sie bekam sogar Antworten auf Fragen, die sich ihr bis dahin noch gar nicht gestellt hatten.

Titel der Veranstaltung
Power Breakfast mit Roche Diagnostics

Datum und Ort
20. Januar 2011 in Mannheim

Teilnehmer und Unternehmensvertreter
15 Teilnehmerinnen, die Referentinnen Elke Schüler (Leiterin der Hauptabteilung "Supply Chain Management Spare Parts" im Bereich Global Logistics) und Ulrike von Faber (Expert Personalmarketing) von Roche Diagnostics und Claudia Liebethal, Leiterin des Teams Key Account Management & Karriereservice von e-fellows.net.

Warum ich an der Veranstaltung teilgenommen habe
Es ist mir immer sehr wichtig, theoretischen Background mit praktischen Erfahrungen zu festigen und aus den Erfahrungen anderer zu lernen.  Seminare geben generell die Möglichkeit, dies zu tun. Mit der Teilnahme am Power Breakfast wollte ich mich über das Unternehmen Roche Diagnostics informieren und mein Netzwerk erweitern.

Juliae-fellows.net-Stipendiatin Julia (25) studiert International Marketing Management an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin. Sie ist ein sehr neugieriger Mensch und immer daran interessiert, ihren Horizont zu erweitern. Keine Frage, dass sie sich das e-fellows.net Power Breakfast mit Roche Diagnostics nicht entgehen ließ.

Leckerer Einstieg zum produktiven Austausch
Zu Beginn gab es eine allgemeine Vorstellungsrunde. Bei einem reichhaltigen und leckeren Frühstück lauschte ich den Erfahrungsberichten der anderen und konnte auch eigene Erfahrungen an die Teilnehmerinnen und Referentinnen weitergeben.

Anschließend begann die Fragerunde. Frau von Faber und Frau Schüler waren uns gegenüber sehr offen und machten deutlich, dass es in dieser Runde keine richtigen, falschen oder gar unangemessenen Fragen gab. So konnten wir jede unserer Fragen ohne Scheu stellen. Diese wurden äußerst fachkundig von den sympathischen Referentinnen beantwortet. Auch ganz konkrete Fragen zu Einstiegs- und Karrieremöglichkeiten wurden explizit beantwortet.

Elke Schüler ist Leiterin der Hauptabteilung "Supply Chain Management Spare Parts" im Bereich Global Logistics bei Roche Diagnostics. Sie ist dort für die Prozesse Planning, Warehousing, Order Management und Distribution innerhalb der logistische Kette verantwortlich. Die Entwicklung globaler Strategien sowie die weltweite Service-, Bestands-, Kosten und Prozessoptimierung gehören zu den Herausforderungen in ihrem Bereich. Ulrike von Faber, Expert Personalmarketing bei Roche Diagnostics, arbeitet in Teilzeit und Telearbeit und vereinbart so seit Jahren erfolgreich Beruf und Familie.

Neue Ideen und alternative Ansätze
Mir wurden sogar Fragen beantwortet, die sich mir bis dato noch überhaupt nicht bewusst gestellt hatten. Denn durch die anderen Teilnehmerinnen kamen interessante Themen auf, über die ich selbst bisher noch gar nicht nachgedacht hatte. In dieser unkomplizierten Atmosphäre entstanden neue Ideen, wir gaben uns gegenseitig Tipps und diskutierten. Am Ende der Veranstaltung konnte sich jede Teilnehmerin noch mit ihren Einzelfragen an die Referentinnen wenden.

Ich konnte viel Neues mitnehmen zu den Karrierechancen für Frauen im Allgemeinen und bei Roche im Speziellen sowie zu unterschiedlichen Herangehensweisen bei der Karriereplanung. Somit konnte ich auf allen Ebenen von dem Treffen profitieren.

Kontakt zu Roche Diagnostics aufnehmen?
In der Roche-Gruppe kannst du Fragen stellen oder Alumni mit Erfahrung bei Roche kontaktieren.

Fazit
Ich empfehle diese Veranstaltung allen Frauen, die herausfinden möchten, welchen Weg sie in Zukunft gehen wollen oder ob der Weg, den sie bereits eingeschlagen haben, der richtige ist. Denn hier bekommt man neue Denkanstöße und Erfahrungen vermittelt, die die Suche nach Informationen erheblich erleichtern.

Selbstverständlich ersetzt ein Power Breakfast kein individuelles Coaching, denn Ziel der Veranstaltung ist nicht, den Karriereweg des Einzelnen herauszufinden. Doch die Teilnahme ist eine unbezahlbare Möglichkeit, um in entspannter Atmosphäre viel über andere, aber auch über sich selbst zu lernen. Aber bewerbt euch einfach selbst, denn:

"Sag es mir, und ich werde es vergessen.
Zeige es mir, und ich werde mich daran erinnern.
Beteilige mich, und ich werde es verstehen."

Lao Tse

Erfahrungsberichte, Quelle:sxc.hu Autor:clixMehr Erfahrungsberichte?
Weitere Berichte der e-fellows von Recruiting-Events, Praktika und Jobs findest du in der Rubrik "Erfahrungsberichte".