Nationales Stipendienprogramm: Engagement wichtig / Weitere Büchergelderhöhung geplant
Dienstag, den 31. August 2010Wie läuft das mit dem neuen nationalen Stipendienprogramm? Was ist der Unterschied zu den klassischen Begabtenförderungswerken? Und wird das Büchergeld dort wirklich bei 150 Euro eingefroren, wenn man als "nationaler" Stipendiat 300 Euro bekommen soll? e-fellow Franz-Martin hat ans Bildungsministerium geschrieben – und nun eine Antwort mit einigen spannenden Neuigkeiten erhalten.
Besonders interessant:
- Auch bei der Auswahl der Bewerber für das das nationale Stipendienprogramm wird gesellschaftliches Engagement berücksichtigt – die Anforderungen an die Bewerber unterscheiden sich also nicht wesentlich.
Das ist eine beachtliche Neuerung: Bisher war man davon ausgegangen, dass nur nach Noten (beste 10%) ausgewählt werden würde. Damit sinkt der Unterschied in den Auswahlkriterien weiter, das Stipendium bei den Begabtenförderungswerken (also Studienstiftung & Co.) verliert relativ an Wert.
- Der Erhöhung des Büchergelds für Stipendiaten der Begabtenförderungswerke ab dem Sommersemester auf 150 Euro (wir berichteten) könnte eine weitere Erhöhung auf 300 Euro folgen. Zumindest sei das noch das Ziel für die derzeitige Legislaturperiode.
Alles andere erschiene mir doch sehr merkwürdig. Zwar springt bei einem Begabtenförderungswerk für BAföG-würdige Studenten rein finanziell gesehen immer noch deutlich mehr raus. Aber bekanntlich sind erheblich mehr als die Hälfte der Stipendiaten dort nicht BAföG-berechtigt und erhalten nur das Büchergeld. Mit 150 Euro stehen die nun erst mal schlechter da als die Stipendiaten des nationalen Stipendienprogramms mit ihren 300 Euro. Das Prestige und die höheren Anforderungen der Begabtenförderungswerke sollten sich aber auch im Finanziellen widerspiegeln.
Ob es gerecht ist, Studenten, die das Geld nicht brauchen, einfach pauschal 300 Euro zu schenken, ist freilich eine andere Frage.
Hier der komplette Brief, den Franz-Martin zuerst als Frage in der e-fellows.net community veröffentlicht hat (Hervorhebung durch mich, danke an Franz-Martin für die Zustimmung zur Veröffentlichung!):
"Sehr geehrter Herr Toaspern,
haben Sie vielen Dank für Ihre Mail vom 11.08. In ihrem Koalitionsvertrag haben die Regierungsparteien sich für diese Legislaturperiode eine Erhöhung des Büchergeldes der Begabtenförderungswerke auf 300 Euro zum Ziel gesetzt, wobei der Koalitionsvertrag offen lässt, ob dieses Ziel in einem oder in mehreren Schritten erreicht werden soll. Wie Sie dem von Ihnen zitierten Interview mit Frau Bundesministerin Professor Dr. Annette Schavan entnehmen konnten, strebt das BMBF zur Zeit eine Erhöhung des Büchergeldes auf 150 Euro zum kommenden Sommersemester an.
Unabhängig von der vereinbarten Büchergelderhöhung möchte ich Sie auf die Vorteile einer Förderung durch die Begabtenförderungswerke hinweisen:
Die Förderung der Begabtenförderungswerke
- macht Angebote der ideellen Förderung, Beratung und Vernetzung
- gewährt eine großzügige Auslandsförderung
- wird unabhängig von zusätzlichen Voraussetzungen bis zum Abschluss des Studiums innerhalb der Höchstförderdauer gewährt
- erlaubt unbeschränkt einen Wechsel der Hochschule im In- und Ausland
- erlaubt unter bestimmten Umständen einen Fachrichtungswechsel
- bietet die Möglichkeit einer Weiterförderung nach dem Bachelorabschluss bis zum Ende des Masterstudiums
- enthält bei Erhalt eines Lebenshaltungsstipendiums keinen Darlehensanteil
- eröffnet Chancen auf eine spätere Berücksichtigung in der Promotionsförderung Ihres Begabtenförderungswerks.
Diese Vorzüge sollten Sie bei einem Vergleich der Leistungen der Begabtenförderungswerke mit den Möglichkeiten des nationalen Stipendienprogramms nicht aus dem Blick verlieren – unabhängig von der konkreten Höhe des Büchergeldes. Auch bei der Auswahl der Bewerber für das nationale Stipendienprogramm wird übrigens gesellschaftliches Engagement und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, berücksichtigt – die Anforderungen an die Bewerber unterscheiden sich also nicht wesentlich.
Informationen zum nationalen Stipendienprogramm finden Sie auf der BMBF-Internetseite http://www.bmbf.de/de/14295.php."






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