Monatsarchiv für Juli 2010

Was das Stipendium bietet – Teil 3: MBA-Stipendien

Mittwoch, den 7. Juli 2010
Melanie

Diesmal stellen wir eine Stipendienleistung vor, die vor allem für die etwas älteren oder ehemaligen Stipendiaten interessant ist: die MBA-Stipendien.

Auch nach der Uni hat man nicht ausgelernt – MBA sei Dank. Der wäre interessant für dich, aber leider scheitert es an den Finanzen? Das muss nicht sein: Stipendiaten und Alumni von e-fellows.net können sich für MBA-Stipendien in Höhe von insgesamt über 200.000 Euro bewerben. Elf renommierte Business Schools vergeben sie exklusiv an e-fellows.

Wie kommst du ans MBA-Stipendium?
Je nach Hochschule kannst du entweder die Bewerbung für das Stipendium zusammen mit der Bewerbung für den MBA abgeben. Oder aber du musst dich erst um den MBA-Platz kümmern und kannst danach die Stipendiumsbewerbung starten.

Wie hoch das Stipendium jeweils ist, bis wann und wie du dich bewirbst, erfährst du hier für die Hochschule deiner Wahl:

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KURZINFO:
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Für wen?
Für Stipendiaten und Alumni.

Wann am nützlichsten?
Wenn du einen MBA planst.

Wie viel spare ich?
Je nach Stipendium sparst du bis zur Hälfte der Studiengebühren (also in der Regel zwischen 11.000 und 24.000 Euro)

An wen wende ich mich mit Fragen?
Melanie Grell
melanie.grell@e-fellows.net
089-23232-322

Weitere Infos auf der Website

Tagebuch (Bosch): Ulrichs Einstieg im Junior Managers Program II

Mittwoch, den 7. Juli 2010
Tagebuch

Ulrich hat einen weiteren Monat bei Bosch in Immenstadt (Allgäu) verbracht. Trotz Frühschicht in der Werkstatt konnte er sich um sein Projekt "Golden Line" kümmern. Außerdem bekam er Besuch aus den USA. Da der Allgäuer Standort eng mit dem in Charleston zusammenarbeitet, wollte sich ein amerikanischer Kollege einen Überblick über die Projekte verschaffen. Dazu nahm ihn Ulrich mit in die Werkstatt.

e-fellow Ulriche-fellows.net-Stipendiat Ulrich (27) hat Wirtschaftsingenieurwesen in Karlsruhe studiert. Mehrere Praktika führten ihn schließlich zu Bosch. In seinem Tagebuch berichtet er von seinem Start ins Berufsleben und was es bedeutet, im Junior Managers Program bei Bosch einzusteigen.

Frühschicht heißt wirklich früh
Wie schon im letzten Blog-Eintrag angekündigt, ging es für mich in diesem Monat direkt in die Werkstatt. Genauer gesagt war ich der Frühschicht zugeteilt, die um fünf Uhr beginnt. Hier habe ich unter anderem mit dem Automatenbediener ein Werkzeug aus einer Spritzgussmaschine ausgebaut und anschließend zusammen mit dem Werkzeugmacher gewartet. Hierfür haben wir es zunächst vollständig zerlegt, gereinigt, verschlissene Teile ersetzt und anschließend wieder aufgebaut. Mein Fazit des Fertigungseinsatzes ist sehr positiv, da ich viele Erfahrungen gesammelt habe. Außerdem habe ich die Abläufe mit eigenen Augen gesehen, die ich zuvor theoretisch durch die Fertigungsunterlagen kennengelernt hatte.

Besuch aus Charleston
Am amerikanischen Standort Charleston werden ABS- und ESP-Systeme für den dortigen Markt gefertigt. Daher gibt es zwischen unserem Standort und Charleston eine enge Zusammenarbeit. In diesem Monat war ein Mitarbeiter aus Charleston zu Besuch, um sich einen Überblick über den aktuellen Status verschiedener Projekte zu verschaffen. Meine Aufgabe war es, den aktuellen Stand eines Projektes zu meinem Kunststoffteil vorzustellen und über bereits umgesetzte Maßnahmen in der Werkstatt zu berichten.

Kontakt zu Bosch aufnehmen?
In der Bosch-Gruppe Fragen stellen oder Alumni mit Erfahrung bei Bosch kontaktieren.

Mentorengespräch mit dem technischen Werksleiter
Eine weitere Besonderheit des Junior Managers Program ist, dass man von einem Mentor aus dem Kreis der leitenden Direktoren betreut wird. In meinem Fall ist es der technische Werksleiter hier im Allgäu. In diesem Monat stand das erste Treffen an. Wir haben uns gegenseitig vorgestellt und dann über meine aktuellen Aufgaben gesprochen. Er hatte einige interessante Ideen und Anregungen für mich.

Zum Beispiel hat er mich auf ein bereits abgeschlossenes Projekt aufmerksam gemacht, dessen Herangehensweise sich teilweise auf eins meiner Projekte übertragen lässt. Außerdem sind wir noch kurz auf meine nächsten Stationen zu sprechen gekommen. Wie bereits im letzten Monat berichtet, geht es ab November für sechs Monate zu den "Technischen Funktionen". Die darauffolgenden Stationen im Ausland und in einer Zentralabteilung lege ich nach Abstimmung mit der Personalabteilung und meinem Mentor fest. Derzeit gibt es nur eine grobe Planung.

Goldene Linien lackieren?
Eins meiner Projekte heißt "Golden Line". Es geht darum, die Spritzgussmaschinen inklusive der direkten und indirekten Prozesse in einen goldenen Fertigungsbereich zu versetzen. Nein, das heißt nicht, dass ich die Maschinen umlackiere. Es geht vielmehr darum, einen "Best-of-Best-Zustand" herzustellen und an diesem Projekt erfolgreich umgesetzte Maßnahmen anschließend auf andere Bereiche zu übertragen.

Zu Projektbeginn habe ich mithilfe meines Abteilungsleiters den Projektplan ausgearbeitet. Hier war sein Feedback besonders im Hinblick auf Key- und Early-Performance-Indikatoren sehr hilfreich. Da regelmäßig alle Mitarbeiter über neue Entwicklungen informiert werden, haben wir das Projekt danach auch der Früh-, Spät- und Nachtschicht vorgestellt.

Näheres zu den Workshops, die ich für das Projekt mit Mitarbeitern der verschiedenen Funktionen durchführe, schreibe ich im nächsten Eintrag.

Erfahrungsbericht (KPMG Business Game):
Unvergessliche Momente bei der WM in Südafrika

Montag, den 5. Juli 2010
Erfahrungs- bericht

Beim Online-Planspiel "Business Game" von KPMG kämpften sich die e-fellows.net-Stipendiaten Benjamin, Philipp, Uwe und Christian vor auf den ersten Platz. Der Preis: eine Reise zum WM-Eröffnungsspiel in Südafrika. Dabei erlebten die vier Gewinner viele unvergessliche Momente: Shakiras Lied "Waka Waka" beim FIFA-Eröffnungskonzert, trötende Vuvuzelas beim ersten WM-Spiel – und wilde Löwen und Nashörner aus nächster Nähe.

e-fellows.net-Stipendiat Benjamin (22) studiert "Business Administration" mit Schwerpunkt Finanzierung an der Hamburg School of Business Administration. In Johannesburg erlebte er nicht nur das WM-Eröffnungsspiel hautnah, er wohnte sogar im selben Hotel wie die Freunde und Familie der US-Mannschaft.

e-fellow Philippe-fellows.net-Stipendiat Philipp (20) studiert BWL an der Technischen Universität Dresden. Zusammen mit Benjamin setzte er sich gegen knapp 3.000 andere "Business Game"-Teilnehmer durch und feierte in Südafrika mit den Mexikanern bis in die frühen Morgenstunden.

Genau 2.953 Studenten aus ganz Deutschland stellten sich dem KPMG-"Business Game" mit einem ganz konkreten Ziel vor Augen: Die vier besten Teilnehmer erwartete eine Reise mit KPMG zum WM-Eröffnungsspiel in Johannesburg, Südafrika. Als Wirtschaftsprüfer des fiktiven Fußballvereins FC 1910 Ruhr identifizierten wir drei Wochen lang Risiken, prüften den Jahresabschluss und analysierten die Planungsrechnung. Dabei änderte sich oft und unvorhergesehen das Umfeld: Ein wichtiger Investor drohte insolvent zu gehen, ein Star-Spieler verließ den Verein oder ein Reporter rief an, um uns Informationen über den Mandaten zu entlocken. Bewertet wurde jeder Teilnehmer anhand von sechs Kriterien wie zum Beispiel Neugier, Fachkenntnis oder Teamgeist.

Endspurt kurz vor dem Ziel
Die 20 Besten lud KPMG schließlich vom 4. bis 6. Juni ins "Tagungshotel Schleiden" zum Finale ein. Auch hier stand wieder das Thema Wirtschaftsprüfung eines Fußballvereins auf der Agenda. Dazu wurden wir Finalisten zunächst per Los in fünf Teams aufgeteilt. Wir mussten vier Stunden lang unter enormem Zeitdruck etliche Dokumente lesen, Zahlen analysieren und Aussagen interpretieren. Dabei schlüpften die anwesenden Mitarbeiter von KPMG in die Rolle des Partners oder des Geschäftsführers des Fußballvereins. Schließlich mussten wir die Ergebnisse vor der KPMG-Jury präsentieren und uns den bohrenden Fragen von Aufsichtsrat und Geschäftsführung des Fußballvereins stellen.

This is Africa [Bildquelle: sxc.hu/Autor: fangol]
This is Africa [Bildquelle: sxc.hu/Autor: fangol]

Ziel erreicht – "jetzt bloß nichts falsch machen"
Kurz vor Mitternacht wurden schließlich die Platzierungen bekannt gegeben: Wir haben gewonnen! Unser Team, bestehend aus Christian, Uwe und uns beiden, wird in drei Tagen nach Südafrika fliegen! Wir feierten mit allen noch ordentlich an der Hotelbar, bevor es am nächsten Tag zunächst einmal zurück nach Dresden und Hamburg ging. "Jetzt bloß nichts falsch machen" schoss es uns durch den Kopf: Reisepass kontrollieren, Sachen packen, nichts vergessen und dann noch zwei Tage Uni-Alltag überstehen.

Mittwoch, 23.54 Uhr – Nächster Halt: Südafrika
Endlich startete der lang ersehnte Flug – wegen des schlechten Wetters mit fast zwei Stunden Verspätung. Gemeinsam mit den KPMG-Mitarbeitern Verena Dicke und Marc Landvogt ging es vom Frankfurter Flughafen ab nach Südafrika! Roman Dykta, Personalmarketingleiter bei KPMG Deutschland, war bereits von München aus gestartet und erwartete uns am Johannesburger Flughafen gemeinsam mit Cleo, unserem Fahrer.

Donnerstag, 10.17 Uhr – "Waka Waka"
Welcome to South Africa – endlich angekommen! Zuerst ging es ins Hotel "Protea Fire & Ice Melrose Arch", wo auch die Familien und Freunde der US-Mannschaft übernachteten. Das erklärte auch die hohen Sicherheitsvorkehrungen. Nach einem kurzen Mittagessen mit Kollegen aus der HR- und Audit-Abteilung von KPMG Südafrika fuhren wir zum offiziellen FIFA-Eröffnungskonzert. Ab 16.30 Uhr stimmten uns Alicia Keys, die Black Eyed Peas, Shakira und diverse einheimische Künstler auf die WM und Südafrika ein – ein gelungener Auftakt! Um 2 Uhr morgens fielen alle Teilnehmer müde in ihre Betten.

Beim Eröffnungsspiel Südafrika gegen Mexiko [Bildquelle: e-fellows.net]
Beim Eröffnungsspiel Südafrika gegen Mexiko
[Bildquelle: e-fellows.net]

Freitag, 10.50 Uhr – Mit den Mexikanern an den Tresen
Die Spannung steigt – gleich beginnt die WM! Gemeinsam fuhren wir zum "Soccer Stadium", um mit 84.400 Fans aus aller Welt die Teams aus Südafrika und Mexiko beim Eröffnungsspiel anzufeuern. Einziges Manko: Der Verkehrsstau verhinderte, dass wir pünktlich zur Eröffnungszeremonie im Stadion waren. Um 16.00 Uhr war endlich Anpfiff. Mögen die Spiele beginnen! Nicht nur die hierzulande bei Fernsehzuschauern so verpönten Vuvuzelas sorgten für eine Wahnsinnsatmosphäre. Zusammenfassend lässt sich sagen: Es war ein lautes, emotionales und stimmungsvolles Spiel. Mit dem Fußballerherz eher auf der Seite von Südafrika ging es abends im "Moyo's" dennoch mit den feierwütigen Mexikanern an den Tresen.

Samstag, 09.15 Uhr – Wilde Tiere aus nächster Nähe
Heute fuhren wir nach Soweto, einem ärmlichen Stadtviertel von Johannesburg. Hier sahen wir unter anderem das Haus des berühmten Freiheitskämpfers Mandela, besuchten ein Armenviertel, eine Kirche und Denkmäler. Anschließend fuhren wir ins "Rhino & Lion Reserve" und beobachten die Tiere aus nächster Nähe. Eine eindrucksvolle Erfahrung. Abends ging es ins wohl beste Steak-Restaurant der Stadt ("The Grillhouse") und dann auf ein paar Getränke ins "Katzy’s", wo zu Live-Musik das Tanzbein geschwungen wurde. Um 3.30 Uhr waren die ersten und letzten Postkarten geschrieben und die Koffer wieder gepackt.

Sonntag, 09.30 Uhr – Eine unvergessliche Zeit
Der letzte Programmpunkt war der Besuch eines Flohmarkts. Mit betriebswirtschaftlichem Grundwissen bewaffnet erklärten wir den Verkäufern, warum es besser sei, ihre Kerzen, Perlenarbeiten und Holzgiraffen zu fairen Preisen an uns zu verkaufen. Dies gelang uns nur mit mäßigem Erfolg. :-)

Am frühen Abend erwartete uns bereits der Rückflug. Vier Tage voller Spaß und Spannung mit dem KPMG-Team gingen zu Ende. Begeistert von der fremden Kultur und mit südafrikanischem Wein in unseren Koffern saßen wir im Flugzeug zurück nach Deutschland. Wir danken recht herzlich noch einmal allen Organisatoren des KPMG-"Business Game" – es war eine unvergessliche Zeit!

Erfahrungsbericht (McKinsey): Eintauchen in Lissabon

Montag, den 5. Juli 2010
Erfahrungs- bericht

Ziehen Sie sich locker an, hatte ihm ein Berater mit auf den Weg gegeben. e-fellows.net-Stipendiat Konstantin hielt sich dran und packte Freizeitkleidung für das Event "Eintauchen" in Lissabon ein. Aufgeregt und mit einem Rucksack bepackt, kommt er am Flughafen an – und sieht andere Teilnehmer in Anzug und mit Hartschalenkoffer. Doch bevor ihm das Herz in die Hose rutschen konnte, tauchte der erste McKinsey-Berater auf. In kurzer Hose und Polo-Shirt.

e-fellow Konstantine-fellows.net-Stipendiat Konstantin (24) ist Diplom-Humanbiologe und promoviert derzeit an der Philipps-Universität in Marburg zum Thema "Arrhythmien des Herzens". Weil er sich aber auch Alternativen zur Forscherkarriere anschauen wollte, studiert er nun an der Fernuni Hagen Wirtschaftswissenschaften und arbeitet bei einer studentischen Unternehmensberatung.

Titel und Thema der Veranstaltung
Business Technology Seminar "Eintauchen 2010" von McKinsey mit Workshop zum Thema "Green IT"

Zeit, Ort und Dauer der Veranstaltung
10. bis 13. Juni 2010 in Lissabon

Teilnehmerzahl und Unternehmensvertreter
23 Studierende und elf Mitarbeiter von McKinsey.

Alternativen zur Forscherkarriere
Die wissenschaftliche Forschung ist ein sehr idealistisches Feld, in dem es große Konkurrenz um Gelder und Veröffentlichungen gibt. Zudem spezialisiert man sich im Laufe seiner Ausbildung mehr und mehr. Gegen Ende meines Studiums habe ich daher begonnen, Alternativen zur Forscherkarriere zu erkunden. Wirtschaftswissenschaftliche Fragen haben mich seit jeher interessiert. So habe ich den Weg in die studentische Unternehmensberatung Phlink e.V. in Marburg gefunden. Die Arbeit an den Projekten hat mir sehr viel Spaß gemacht, daher wollte ich mal einen Blick in die Welt der großen Beratungen werfen. Das BTO-Seminar war allein schon von der Programmankündigung hochinteressant. Deshalb war der Weg zur Bewerbung extrem kurz.

Dresscodes sind Kittelträgern fremd
Schon zwei Wochen vor dem Abflug nach Lissabon war ich etwas nervös. Als Naturwissenschaftler beschäftigt man sich zwar mit Codes, aber die sind dann eher genetischer Natur. Dresscodes sind uns Kittelträgern meist fremd. Als es dann in der Ankündigung zum Event hieß, es gäbe keinen Dresscode, musste ich erst noch mal nachhaken: "Brauche ich wirklich keinen Anzug?" Die Antwort war relativ eindeutig: "Tragen Sie Kleidung, in der Sie sich wohlfühlen, und vergessen Sie Badesachen und Kleidung für die Disco nicht."

Kein Platz mehr für den Anzug
Ich war etwas unsicher, ob ich nicht doch einen Anzug einpacken sollte, aber der Rucksack war schon voll genug. Im Zug nach München zum Flughafen traf ich auf eine Kommilitonin. Die war etwas erstaunt, dass ich mit einem Reiserucksack zu einem Beratungsworkshop fahre. Die hätten doch alle diese hochmodernen Hartschalenkoffer. Der Rucksack würde mich da direkt disqualifizieren. Na danke! Ich war ja ohnehin schon nervös. Am Flughafen eingetroffen (ich war natürlich zwei Stunden zu früh da), war ich sehr gespannt auf die anderen Teilnehmer. Für uns alle war der Flug von München aus gebucht worden, damit wir gemeinsam anreisen konnten. Und tatsächlich war ich nicht der Einzige, der dem Dresscode-Braten nicht getraut hatte. Da erschienen die ersten in Hemd und Anzughose. Bis dann der erste Unternehmensvertreter eintraf: kurze Hose und Polo-Shirt. Da ging allen auf, McKinsey meint es ernst: Zieht an, worin ihr euch wohlfühlt.

Auf dem Weg nach Lissabon
Nach einem interessanten Flug mit Unterhaltungsprogramm durch portugiesische Heimreisende landeten wir in Lissabon bei 10 Grad und Regen. In Deutschland hatte es derweil über 20 Grad und strahlende Sonne. Das Wetter sollte sich zum Glück im Laufe des Tages noch deutlich steigern. Im Bus zum Hotel wurden die ersten Kontakte geknüpft. Im Hotel, das von innen sehr an ein futuristisches Raumschiff erinnerte, fanden wir uns dann zu zweit zusammen, um das Gepäck im Doppelzimmer abzuladen. Dann ging es auch direkt in das McKinsey-Büro in Lissabon. Dieser Tag und das kommende Wochenende waren Feiertage, aber die Küche des Büros hatte sich dennoch eingefunden, um Snacks für uns vorzubereiten. Essen sollte es in den kommenden Tagen übrigens reichlich und hochwertig geben.

1. Aufgabe: Eine 5-Meter-Brücke bauen
Nach einer Vorstellungsrunde aller anwesenden Teilnehmer und Unternehmensvertreter wurden wir in Gruppen eingeteilt und mussten zunächst aus Papier eine möglichst lange Brücke bauen, die ein rohes Ei tragen konnte. Die Teams sollten in dieser Zusammensetzung auch die Fallstudie bearbeiten, so dass man hier schon Hinweise auf die Gruppendynamik ziehen konnte. Meine Gruppe war durchaus zufrieden, auch wenn wir mit einer 5-Meter-Brücke im Stile des Channel-Tunnel nur den dritten Platz belegten. Nach einer umfassenden Einführung in die Unternehmensphilosophie durch einen Partner von McKinsey ging es zum Abendessen ins Hotel. Zwischen den Gängen rotierten die Unternehmensvertreter an den Tischen, so dass man zum Ende des ersten Abends mit nahezu jedem gesprochen hatte.

Fallstudie und Stadtrallye
Am nächsten Morgen ging es dann an die Fallstudie, die alle mit Spannung erwartet hatten. Schnell war die Arbeit verteilt, die Zeit bis zur Stadtrallye am Nachmittag verging wie im Flug. Für die Rallye wurden die Teams neu verteilt mit jeweils zwei Unternehmensvertretern. Mit U-Bahn, Straßenbahn und zu Fuß erkundeten wir Lissabon. Wir hatten alle nicht erwartet, so viel von der Stadt zu sehen während einer Rallye. Lissabon ist wirklich traumhaft und sehr abwechslungsreich. Da es wie erwähnt auf ein langes Wochenende zuging, war die Stadt schon für die Feierlichkeiten dekoriert. Die Konkurrenz war sehr hart, und man traf immer wieder auf andere Gruppen, denen man natürlich immer eine Nase voraus sein wollte. Alles mit einer gehörigen Menge Spaß an der Sache.

Kontakt zu McKinsey aufnehmen?
In der McKinsey-Gruppe Fragen stellen oder Alumni mit Erfahrung bei McKinsey kontaktieren.

Was ist besser – South Park oder Family Guy?
Abends stellte ein portugiesischer Partner die Möglichkeiten vor, bei McKinsey die Welt kennenzulernen. Außerdem berichtete er, wie Berater ihre Wochenenden nutzen und welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den weltweiten Büros von McKinsey gibt. Anschließend wurden wir auf den Bewerbungsprozess bei McKinsey vorbereitet und exerzierten in Gruppen eine Fallstudie durch. Ich glaube, das hat allen etwas die Angst vor einer Bewerbung genommen. Im Anschluss ging es in den alten Teil der Stadt, Alfama. Hier bekamen wir in einem traditionellen Restaurant wunderbaren Fisch serviert und anschließend ging es raus in die Straßen.

Gegen Mitternacht machten wir uns auf den Weg zurück ins Hotel, aber noch lange nicht ins Bett. Ich erinnere mich gerne an eine Diskussion zwischen einem Kommilitonen, einem Berater und mir, ob nun South Park oder Family Guy besser sei. Wir haben sehr gelacht, aber auch dieser Abend musste irgendwann enden, denn es wartete immer noch eine Fallstudie auf uns. Und da wurde es echt knapp, denn für den nächsten Tag war ein umfangreicher Strandbesuch eingeplant.

Zeitdruck und Surfen
Die letzten Seiten unserer Flipchart-Präsentation wurden gerade so fertig, dass wir vom Case in den Bus springen konnten. Das Wetter erinnerte mich wieder an den Tag unserer Ankunft, aber wir trotzten den Wolken in Badeshorts und T-Shirt. Neben Beachvolleyball und einem kleinen Beach-Fußballspiel gab es auch die Möglichkeit, einen Surfkurs zu machen. Die Wellen waren toll, und einmal hab ich es sogar aufs Board geschafft. Auf der Habenseite standen zudem ein leichter Sonnenbrand, etwas Muskelkater, eineinhalb Liter geschluckter Atlantik und eine Menge Spaß (mal wieder). Viele nutzten aber auch die Möglichkeit, am Strand die Augen zuzumachen, denn die Tage waren lang, und es stand noch die Präsentation an. Diese verlief allerdings ganz anders als erwartet.

In der Präsentation werden die "Klienten" persönlich
Drei "McKinseys" mimten für uns die Klienten. Wir hatten uns im Team abgesprochen, wer welchen Teil der Präsentation übernimmt. Das war aber nach 30 Sekunden hinfällig. Der C.E.O. interessierte sich nur für zwei konkrete Zahlen, der Chef der Informatikabteilung riss unvermittelt unsere Präsentation vom Flipchart und bemalte die Rückseite, und dann wurden sie untereinander persönlich. Eine solche Präsentation in den Griff zu bekommen, war die echte Herausforderung des Wochenendes. Aber auch diese Aufgabe haben wir gemeistert, und sie wurde noch belohnt: mit einem Dinner in einem der schönsten Restaurants der Stadt, mit einem wunderbaren Ausblick über ganz Lissabon und genialer Küche.

Beeindruckende Ehrlichkeit
Und dann folgte einer der beeindruckendsten, weil ehrlichsten Momente des Wochenendes: Ein ehemaliger Junior Partner, der das Talent zum Comedian hat, berichtete in lockeren Worten von seiner Zeit im Unternehmen und sprach in aller Deutlichkeit auch an, was er schlecht fand und warum er nicht mehr im Unternehmen ist. Dass er dafür eine Stunde gebraucht hat und alle auf den Nachtisch warten mussten, war niemandem aufgefallen, denn es war wunderbare Unterhaltung. Zum Abschluss des Events ging es in einen Club, der zu einer Seite zum Meer hin geöffnet war. Auch hier waren natürlich die Getränke inklusive. Trotz der drei intensiven Tage haben wir bis in die Nacht gefeiert und gingen erst im Morgengrauen nach Hause.

Ein bisschen Ruhe
Der Sonntag verlief sehr ruhig. Jeder hatte noch einmal die Möglichkeit, mit einem Vertreter des Unternehmens ein Einzelgespräch zu führen. Die Chance habe ich genutzt und mit einem McKinsey-Kollegen zu sprechen, der als promovierter Biochemiker einen ähnlichen Hintergrund hat wie ich. Man merkte jedoch allen an, dass an diesem Wochenende eine Sache zu kurz gekommen war, wenn es auch die einzige war: Schlaf. Im Flugzeug regte sich niemand mehr und wie von McKinsey garantiert, waren alle pünktlich zurück zum Deutschlandspiel gegen Australien. Nach dem Abpfiff gingen bei mir aber die Lichter aus. Ich muss noch mal meinen Hut ziehen vor den Beratern, die am nächsten Tag schon wieder beim Klienten saßen. Ich hoffe, ihnen sind nicht, wie mir, das ein oder andere Mal die Augen zugefallen. Aber dieses Wochenende war es definitiv wert.

Mein Fazit
Der Workshop "Eintauchen 2010" war in allen Belangen Spitzenklasse. Neben den ausführlichen Einblicken in die Unternehmenswelt von McKinsey, speziell des BTO, konnten wir jederzeit die Berater mit Fragen ansprechen. Da diese sehr unterschiedliche Charaktere hatten und vom jungen Berater bis hin zum Partner Vertreter fast aller Karrierestufen anwesend waren, erhielt man einen umfassenden Eindruck. Dabei hatte ich nie das Gefühl, dass ich der unwissende Student bin, sondern die Berater haben einem das Gefühl vermittelt, auf Augenhöhe zu sein. Die unerwartet lockere Atmosphäre trug ihren Teil dazu bei, dass der Spaß nicht zu kurz kam. Auch die Fallstudie, die zwar anspruchsvoll war, aber dennoch sehr gut zu bearbeiten, wurde durch die unerwartete Präsentationssituation eine der eindrucksvollsten Erinnerungen. Das Ambiente, das Essen und die Ausflüge haben das Ganze perfekt abgerundet. Und zudem hatte man die Möglichkeit, interessierte Studenten der unterschiedlichsten Fächer kennenzulernen.

Wem ich die Veranstaltung weiterempfehle
Ich kann den Workshop jedem empfehlen, der einen Einblick in die Welt der Strategieberatung haben möchte, und dies in angenehmer Atmosphäre. Gerade im BTO ist die Zusammensetzung sehr gemischt und nicht so BWL-lastig, so dass man auf eine Menge interessante Persönlichkeiten trifft. Alle Aspekte des Berufs (Bewerbung, Einstieg, Karrieremöglichkeiten, Projekte) haben wir beleuchtet. Es wurde mit alten Vorurteilen aufgeräumt, aber stets auch deutlich gemacht, dass es sich um einen anspruchsvollen Job handelt. Man hatte nie das Gefühl, dass das Unternehmen sich in höchsten Tönen lobt, sondern stets alle Aspekte ehrlich anspricht. In Kombination mit dem gebotenen Programm eine wertvolle Erfahrung, die ich jedem nur wünschen kann.

Community & Blog Quelle:sxc.hu Autor:clixMehr Erfahrungsberichte?
Berichte aus den Vorjahren findest du auf der Website in der Rubrik Community & Blog.

Erfahrungsbericht (Deutsche Bank):
In Indien geht die Arbeit weiter

Montag, den 5. Juli 2010
Erfahrungs- bericht

Als Praktikant in der "Mergers & Acquisitions"-Abteilung der Deutschen Bank arbeitete Raphael im "Analyst Pool" und unterstützte das Team bei Marktstrukturübersichten und Unternehmens- bewertungen. Dabei musste er die Präsentation seiner Analyse-Ergebnisse zeitlich gut koordinieren, denn den Rest der Nacht arbeitete das Team in Indien mit seinem Input weiter.

Raphael Raphael studiert Corporate Finance an der ESB Business School in Reutlingen und an der Edinburgh Napier University. Raphael arbeitete während seines Studiums bei der Dresdner Kleinwort in "Debt Capital Markets" und "Equity Capital Markets/Mergers & Acquisitions" und verbrachte anschließend ein Jahr in Schottland für seinen Doppelabschluss.

Was die M&A-Abteilung so macht
Die M&A (Mergers & Acquisitions)-Abteilung der Deutschen Bank gehört zur Division "Global Banking: Corporate Finance" und berät bei Fusionen und Übernahmen. Außerdem bietet die Abteilung Finanzierungsleistungen in Zusammenarbeit mit anderen Funktionsbereichen der Bank. Die Teams betreuen Expansionspläne und Spin-offs von DAX- und MDAX-Unternehmen, schützen sie vor feindlichen Übernahmen und sind regelmäßig an medienwirksamen Transaktionen beteiligt.

Was man mitbringen sollte
Für die Tätigkeit in der M&A-Abteilung braucht man ein breites Fachwissen. Man muss Bilanzen und Finanzdaten analysieren können und ein gutes Verständnis der Marktstrukturen verschiedener Unternehmen und Länder haben. So ist es möglich, wertschaffende Transaktionsszenarien oder komplexe Transaktionsstrukturen zu entwerfen und zu verwirklichen. Da die Arbeitszeiten lang sein können und man oft unter hohem Druck arbeitet, muss man belastbar sein. Eine schnelle Auffassungsgabe und Expertenwissen in Bewertungs- und Bilanzthemen gehören ebenfalls zu den Voraussetzungen, die man mitbringen sollte.

Der "Analyst Pool" – jederzeit einsatzbereit
Als Praktikant im Team "M&A" habe ich viele verschiedene Aufgaben: Ich recherchiere und aktualisiere Präsentationen und Unternehmens-Updates, entwickle und erstelle Teile von Präsentationen, Firmen- und Marktstrukturübersichten und wirke auch an Unternehmens- bewertungen mit. Als Teil des "Analyst Pools" bin ich keiner spezifischen Branche zugeordnet und arbeite an mehreren Projekten gleichzeitig. Nebenbei erstelle ich regelmäßig anfallende Updates zu Firmen und Industrien. Daher bin ich immer ausgelastet und muss viele Anfragen und Aufträge termingerecht koordinieren.

Kontakt zur Deutschen Bank aufnehmen?
In der Deutsche Bank-Gruppe Fragen stellen oder Alumni mit Erfahrung bei der Deutschen Bank kontaktieren.

Mein Fazit – Man kann nie genug dazulernen
Es ist zwar nicht mein erstes Praktikum in "M&A", aber der Bereich umfasst so viel Wissen, dass ich immer etwas dazulernen kann. Durch das Praktikum kann ich die Deutsche Bank als Arbeitgeber besser kennenlernen und einen Einblick in ein neues Team erhalten. Es ist eine tolle Gelegenheit herauszufinden, ob die Zusammenarbeit mit den neuen Kollegen Spaß macht und ob ich mir das auch für die Zukunft vorstellen kann. Mein Fazit ist durchweg positiv. Ich kann mir darüber klar werden, ob die Arbeit in M&A das ist, was ich wirklich will. Immerhin muss man schon mit einigen Einschnitten im Privatleben und in der Freizeit rechnen.

Raphael bei der Arbeit [Quelle: Deutsche Bank]

Mein Arbeitsalltag bei der Deutschen Bank

9 Uhr – Start in den Tag
Nach meiner Ankunft in der Zentrale erstelle ich zuerst ein Trading-Update des vorigen Tages für ein Unternehmen, das auf Marktdaten und Sektor-Neuigkeiten abzielt.

10 Uhr – Kein Vormittag ist wie der andere
Nun stehen die ersten Projekte an. Entweder setze ich meine Arbeit an einer Transaktion fort oder ich helfe Kollegen, die Unterstützung bei anderen Themen benötigen. Oft muss der Verbesserungsvorschlag der letzten Nacht mit dem neuen Stand der Präsentation verglichen werden. So kann man sehen, ob alle Ideen richtig umgesetzt wurden. Kein Vormittag ist wie der andere – abgesehen von regelmäßigen Updates.

12.30 Uhr – Mittagspause
Normalerweise gehe ich mit Kollegen in die Kantine oder hole mir in der Stadt etwas zu essen. Bei dringenden Aufgaben kann es aber schon einmal vorkommen, dass sich die Mittagspause auf unbestimmte Zeit nach hinten verschiebt.

13.15 Uhr – Verschiedene Projekte und neue Aufgaben
Nach dem Essen arbeite ich entweder an weiteren Projekten oder ich diskutiere meinen Input mit den Kollegen und wir besprechen die nächsten Aufgaben. Üblicherweise startet man in einem Projekt erst mit einer kleinen Aufgabe und beschäftigt sich dann über längere Zeit mit einem Thema. Am frühen Abend kommt dann die Bestellliste für das Abendessen.

18 Uhr – Closing Update
Nachdem die Börsen geschlossen haben, erstelle ich ein weiteres Unternehmensupdate für ein Projekt. Diese Aufgabe muss ich häufig zwischen allen anderen Tätigkeiten erledigen, um dem Kunden termingerecht Ergebnisse liefern zu können.

19.30 Uhr – Abendessen
In der Küche wartet mittlerweile das Abendessen inklusive Cola. Wir essen gemeinsam und gehen dann zurück an die Arbeit.

Open End – Der letzte Schliff
Am Ende des Tages geben wir den Präsentationen und Analysen den letzten Schliff. Oft mache ich meinen Input so weit fertig, dass das Präsentations-Team in Frankfurt oder Indien den Rest der Nacht damit verbringen kann, die Szenarien, Fakten und Ideen in eine brauchbare Präsentationsform zu bringen. Am nächsten Morgen um 9 Uhr arbeite ich mit den Ergebnissen des Präsentations-Teams weiter. Ein neuer Tag beginnt.

Community & Blog Quelle:sxc.hu Autor:clixMehr Erfahrungsberichte?
Berichte aus den Vorjahren findest du auf der Website in der Rubrik Community & Blog.

Highlights aus zehn Jahren e-fellows.net:
2002 – das erste Bundestreffen

Freitag, den 2. Juli 2010
Sabine

2010 treffen wir uns in Leipzig. 2009 hatten wir viel Spaß in Heidelberg. Die bundesweiten Treffen der e-fellows sind geliebte Tradition geworden. Aber wann und wie fing alles an? Frank und Thomas verraten es uns, denn sie haben es ins Leben gerufen und organisiert: das erste e-fellows.net-Bundestreffen im Jahr 2002.

Den Begriff "Web 2.0" kannte damals noch niemand, die e-fellows.net community zeichnete sich in keinem Kaffeesatz ab, und die e-fellows waren eine anonyme Masse. Dennoch sprießten in den Kindertagen von e-fellows.net schon erste Netzwerkstrukturen: Die e-fellows gründeten City Groups und trafen sich auf Stammtischen. Doch Treffen vor Ort reichten den City-Group-Leitern der ersten Stunde nicht aus. So entstand die Idee zum ersten Bundestreffen in der e-fellows.net-Geschichte – und zwar in Köln und Berlin bei Frank und Thomas. Die fragten wir direkt.

Zehn Jahre e-fellows.net!
Wir blicken zurück auf ganz besondere Momente.
10 Jahre e-fellows.net

Thomas und Frank, wie entstand die Idee des ersten Bundestreffens?

Thomas: Damals habe ich in Berlin die City Group geleitet. Alle waren total begeistert von e-fellows.net, aber der persönliche Kontakt zwischen den Stipendiaten fehlte. Die City Groups stellten zwar den Kontakt vor Ort her, aber ein bundesweites Treffen wäre noch besser, dachten wir.

Frank: Und vor allem wollten wir mit einem deutschlandweiten Treffen mehr Leute zusammenkriegen. Daraufhin haben wir uns mit einigen anderen City Group-Leitern kurzgeschlossen und schließlich eine Umfrage über unsere frühere City Group-Website gemacht. Schnell war klar: Alle wollen nach Berlin.

Stichwort City Group-Website: Wie habt ihr das damals alles organisiert? Da gab es ja noch keine e-fellows.net community, in der man mal eben eine Gruppe gründet und darüber alle erreicht und alles organisiert.

Frank: Wir haben einen ganz einfachen und heute vielleicht "altmodischen" Weg gewählt: Mit Florian aus der City Group München haben wir ein Anmelde-Formular über dessen Website gebastelt. e-fellows.net hat dann eine Einladung per E-Mail an alle Stipendiaten verschickt.

Thomas: Oh ja, das musste damals ja alles über e-fellows.net laufen, weil man andere Stipendiaten nicht direkt kontaktieren konnte.

Frank: Nachdem klar war, dass es nach Berlin gehen soll haben Pino (der dritte Organisator) und ich Thomas in Berlin besucht. Wir haben Ideen für das Treffen gesammelt und Aufgaben verteilt. Thomas hat die Vor-Ort-Aufgaben übernommen, und wir Kölner haben das Treffen unter den e-fellows bekannt gemacht und die Anmeldungen koordiniert.

Thomas: Ich habe den Reichstagsbesuch und die Stadtrundfahrt organisiert und geeignete Locations für das Abendprogramm rausgesucht. Außerdem war uns wichtig, ein Partnerunternehmen von e-fellows.net einzubeziehen. Schließlich ist e-fellows.net ja ein Karrierenetzwerk. So entstand die Diskussion über Studiengebühren mit Dr. Carsten Siebert von McKinsey – übrigens ein Philosoph.

Wie war eigentlich die generelle Stimmung damals in den City Groups und bei den Stammtischen?

Thomas: Gerade in den Großstädten hat man immer das Problem, dass es zu viel Konkurrenzprogramm gibt. Bei den Berliner Stammtischen waren wir manchmal 30 Leute, aber oft auch weniger, insbesondere in Klausurphasen. Wir haben damals überlegt, was man dagegen machen kann. Zum Beispiel Vorträge oder eben das Bundestreffen, das daraus letzten Endes entstanden ist.

Frank: Es war definitiv nicht immer einfach, die Leute zum Stammtisch zu kriegen. Allerdings stürzten sich die e-fellows damals auf das Bundestreffen. Die Plätze waren schnell voll. Das hat mich überrascht. Also gab es einen Bedarf, eine Neugier der Stipendiaten auf die anderen e-fellows.

Wie waren die Leute damals drauf, die am Bundestreffen 2002 teilgenommen haben?

Thomas: Ich denke, es gibt bestimmte Typen von Leuten, die die Initiative ergreifen, so was wie eine City Group gründen, sehr kontaktfreudig sind und dann natürlich auch zum Bundestreffen kommen. Da war ein Gefühl, dass man einer Gemeinschaft angehört. Das sollte mehr sein als ein Handelsblatt-Abo. Jetzt ist das viel besser und einfacher über die Community. Damals gab es ja das Web 2.0 nicht.

Gibt es eigentlich eine lustige Anekdote vom ersten Bundestreffen?

Frank: Ich erinnere mich da an den Reichstagsbesuch. Den hatte Thomas so eingefädelt, dass wir nicht drei Stunden lang anstehen mussten wie alle anderen Besucher. Das war toll, wie wir an der langen Schlange einfach vorbeigehen konnten und uns alle neidisch angeschaut haben. Außerdem gab's ja noch die Zimmerpartys – aber dazu sag ich lieber nix. ;-)


Was ist nach dem Bundestreffen hängen geblieben? Ist ein Netzwerk entstanden? Sind die Kontakte bestehen geblieben? Habt ihr eure Ziele erreicht?


Frank:
Auf jeden Fall. Schließlich gibt es seitdem jährlich ein Bundestreffen. Daran sieht man, dass so was gewünscht ist. Jetzt stecken andere die Power rein, die trotz Studiumsstress ihre Zeit und Phantasie investieren. Ich habe beim ersten Bundestreffen viele Leute kennengelernt. Teilweise gibt es den Kontakt heute noch. Auch der interdisziplinäre Austausch war und ist super, weil man so über seinen fachlichen Tellerrand schaut.

Thomas: Da kann ich mich nur anschließen. Es ist gut, dass der Gedanke weiterlebt. Aus e-fellows.net wurde über die City Groups, die Stammtische und schließlich das Bundestreffen etwas Persönliches, das Bestand hat. Es gab zwar kein Bundestreffen-2002-Nachtreffen, aber die Alumni-Treffen sind entstanden. Übrigens habe ich letztens in Hamburg einen e-fellow aus der ersten Stunde wieder getroffen, der auch damals bei den Berliner Stammtischen war. Es ist schön, wenn man die gemeinsamen Erinnerungen wieder aufleben lassen kann.

Vielen Dank für das Gespräch. Eine letzte Frage: Was ist euer Fazit zum Bundestreffen 2002 und zum Stichwort "10 Jahre e-fellows.net"?

Thomas: Das hier soll auch ein Ansporn für künftige Bundestreffen sein. Es soll Leute überzeugen, noch mal Gas zu geben, noch mal was in ihrer City Group zu reißen. Es soll zeigen, dass Treffen der Stipendiaten gewünscht sind von e-fellows.net und vor allem den e-fellows. Ich gratuliere zu der gigantischen Entwicklung. Damals bekam man bei e-fellows.net umsonst Internet. Heute ist das nicht mehr das größte Argument, sondern das mit Leben gefüllte Karrierenetzwerk.

Frank:
e-fellows.net ist eine super Plattform außergewöhnlicher Menschen. Da muss ja auch was Außergewöhnliches entstehen. Gratis-Internet war für mich damals der Ansporn, aber wertvoller war, Leute aus der Wirtschaft kennengelernt zu haben. Ich wusste damals zum Beispiel gar nicht, dass KPMG auch Beratung macht und hatte daher nie die Idee gehabt, dort mal zu arbeiten. Nach meinem Studium habe ich dann bei KPMG als Berater angefangen. Ich bin also das beste Beispiel dafür, dass das Karrierenetzwerk funktioniert.