Erfahrungsbericht (Deutsche Bank): Wie man Windenergie-Projekte realisiert

21. Juli 2010
Erfahrungs- bericht

Als Praktikantin bei der Deutschen Bank unterstützt Sandra das Team "Sustainable Investments" dabei, Windenergie-Projekte in Entwicklungs- und Schwellenländern finanziell zu strukturieren und zu realisieren. Am Ende ihres Praktikums fühlte sie sich wie eine Ingenieurin, interkulturelle Kommunikationsmanagerin, Projektmanagerin – und manchmal auch wie eine Bankerin.

Sandra Sandra studiert BWL an der Uni Mannheim mit den Schwerpunkten Banking and Finance und Marketing. In ihrem Studium befindet sie sich bereits auf der Zielgeraden: Vor ihr liegen nur noch eine Klausur und ihre Diplomarbeit zum Thema "Asset Management". Vor ihrem Praktikum bei der Deutschen Bank war Sandra Praktikantin bei der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien und sammelte dort Erfahrungen im Bereich "Internationale Finanzierungen – Corporates".

Wie ich zur Deutschen Bank kam
Vor Ende meines Studiums wollte ich noch ein längeres Praktikum machen. Durch einen Workshop der Deutschen Bank an meiner Uni bin ich dann auf "Asset Finance and Leasing" (AFL) aufmerksam geworden. Beim Workshop stellten die Unternehmensvertreter diesen Bereich vor und wir lösten Fallstudien zum Thema "Projektfinanzierung". Außerdem erfuhren wir mehr über die verschiedenen Ein- und Aufstiegsmöglichkeiten in AFL.

Von "Geistigem Eigentum" bis "Luftfahrt"
AFL gehört zur Division "Global Banking" und bietet strukturierte Produkte sowie umfassende Beratungs- und Arrangierungsdienstleistungen für langlebige und hochwertige Investitionsgüter. Die Division untergliedert sich in verschiedene Anlageklassen: Alternative Assets (Sustainable Investments, Intellectual Property), Renewable Energy, Infrastructure, Aviation, Shipping und Real Estate. AFL ist weltweit vertreten durch Teams in Frankfurt, Düsseldorf, London, New York, Dubai, Tokio und Singapur.

Den Zugang zu Finanzierungen ermöglichen
In meinem Praktikum unterstütze ich das Team "Sustainable Investments". Aufgabe des Teams ist es, wirtschaftlich tragfähigen Projekten in Entwicklungs- und Schwellenländern den Zugang zu Finanzierungen zu ermöglichen. Um diese Projekte zu realisieren, arbeitet das Team eng zusammen mit Partnern des öffentlichen Sektors. Auf diese Weise werden für die Kunden der Deutschen Bank sozial verantwortliche und nachhaltige Anlageprodukte entwickelt, die dazu noch eine attraktive risikoadjustierte Rendite bieten. Die Anlageklassen von Sustainable Investments umfassen unter anderem "Mikrofinanz", "Erneuerbare Energien" und "Energieeffizienz".

Was man mitbringen sollte
Man sollte gute Team- und Kommunikationsfähigkeiten, analytisches Denken sowie eine selbständige Arbeitsweise mitbringen. Besonders wichtig ist außerdem die Fähigkeit, sich schnell in neue Themengebiete einzuarbeiten, da die Projekte sehr komplex und vielseitig sein können. Offenheit gegenüber Neuem und Spaß an fremden Kulturen gehören auch dazu.

Wie man Windenergie-Projekte realisiert
Im Praktikum bei der Deutschen Bank arbeite ich hauptsächlich an einem Projekt aus dem Bereich "Erneuerbare Energien". Ziel dieser Transaktion ist es, Windenergie-Projekte in Entwicklungs- und Schwellenländern zu realisieren. Wir stellen ein Portfolio aus Windparks zusammen und strukturieren die Finanzierung. Nebenbei unterstütze ich das "Sustainable Investments"-Team auch bei anderen Transaktionen aus den Bereichen "Erneuerbare Energien" und "Energieeffizienz". Außerdem konnte ich einen Blick in die Arbeit des "Real Estate"-Teams werfen, als ich bei der Vorbereitung eines Immobilienprojekts für studentisches Wohnen geholfen habe.

Windenergieprojekte in Entwicklungs- und Schwellenländern [Bildquelle: Deutsche Bank]
Windenergieprojekte in Entwicklungs- und Schwellenländern [Bildquelle: Deutsche Bank]

Unterstützung von allen Seiten
Ich habe viele verschiedene Aufgaben: Ich bereite Kundentermine vor und nehme an ihnen teil, überwache und steuere den Projektablauf, erstelle Präsentationen und Financial Models und unterstütze bei Verhandlungen mit externen Partnern. Zudem arbeiten wir häufig mit anderen Abteilungen innerhalb der Deutschen Bank zusammen wie dem "FX Hedging"-Team von Global Markets, den Relationship Managern, unserer Rechtsabteilung und dem Private Wealth Management. Sie unterstützen uns bei spezifischen Themen und Fragen, die bei unserem Projekt aufkommen.

Mein Fazit – von Anfang an mittendrin statt nur dabei
Sehr positiv finde ich, dass mein Team mich von Anfang an als vollwertiges Mitglied integriert hat und ich mit meiner Arbeit zum Projektfortschritt beitrage. Das liegt vor allem daran, dass unser Projektteam sehr klein ist und somit die Beiträge der einzelnen Mitglieder umso bedeutender sind. Vom ersten Tag an war es wichtig, selbständig zu arbeiten. Dadurch lerne ich in den viereinhalb Monaten sehr schnell und viel. Toll ist auch, dass ich hauptsächlich an einem Projekt mitwirke und mich dadurch tief in das Thema einarbeiten und ein breites Verständnis für alle Einzelaspekte entwickeln kann. Ich fühle mich als Ingenieurin, interkulturelle Kommunikationsmanagerin, Projektmanagerin – und manchmal auch als Bankerin.

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Mein Arbeitsalltag bei der Deutschen Bank

9 Uhr – Start in den Tag
Nach meiner Ankunft am Arbeitsplatz checke ich zuerst meine E-Mails und verschaffe mit einen Überblick über die heutigen To Dos. Alle zwei Wochen findet ein "Update Call" statt. Das Projektteam informiert dabei die an der Transaktion beteiligten Kollegen über den aktuellen Stand und die neuesten Entwicklungen.

10 Uhr – Conference Call
Häufig finden Telefonkonferenzen mit externen Partnern statt, um über konkrete Projekte für unser Windpark-Portfolio zu diskutieren. Wir erklären, wie unsere Transaktion funktioniert und wie unsere Zusammenarbeit aussehen könnte. Gegebenenfalls stellen uns die Partner Wind-Projekte aus ihrer Pipeline vor, die in unser Portfolio passen könnten.

Sandra bei der Arbeit [Bildquelle: Deutsche Bank]
Sandra bei der Arbeit
[Bildquelle: Deutsche Bank]

11 Uhr – Vorbereitung des Nachmittagsmeetings
Nun bereite ich das Nachmittagsmeeting mit unseren Konsortialpartnern vor, die mit uns gemeinsam das Gesamtprojekt planen. Ich erstelle zum Beispiel Präsentationen oder Unterlagen, die unserer Diskussion als Leitfaden dienen. Außerdem koordiniere ich weitere Termine und überwache die Planung der nächsten Schritte.

13 Uhr – Mittagspause
Meine Mittagspause verbringe ich meistens mit anderen Praktikanten aus meinem Bereich oder anderen Abteilungen, oder mit Kollegen aus meinem Team. Wir gehen oft in der Kantine essen und ab und zu verbringen wir eine ausgedehnte Pause in der Stadt – vor allem bei schönem Wetter.

14 Uhr – Meeting mit Konsortialpartnern
Wir besprechen mit unseren Konsortialpartnern den aktuellen Stand des Projekts und planen die nächsten Schritte. Danach diskutieren wir über unsere Projekt-Pipeline, die weitere Entwicklung sowie daraus resultierende To Dos für alle Beteiligten. Außerdem arbeiten wir die Konditionen aus für die Zusammenarbeit in unserem neu gebildeten Konsortium.

16.30 Uhr – Aufbereitung der Ergebnisse
Ich trage die Ergebnisse der Calls und Meetings des heutigen Tages zusammen und verschaffe mir einen Überblick über die neuesten Entwicklungen. Dabei überprüfe ich die Unterlagen für einzelne Wind-Projekte, die von unseren Partnern geliefert wurden und hole fehlende Informationen ein. Anschließend bereite ich die Unterlagen auf und bespreche sie mit den Kollegen aus dem Projektteam.

18 Uhr – Research
Kurz vor Feierabend habe ich noch Zeit, andere Themen genauer unter die Lupe zu nehmen und Informationen zu sammeln – zum Beispiel "Investitionsgarantien" oder "Währungs-Hedging". Das bildet dann die Grundlage für künftige Verhandlungen mit externen Partnern.

19 Uhr – Feierabend
Ein weiterer Arbeitstag geht zu Ende und ich trete die Heimreise an. In 40 Minuten bringt mich der ICE von Frankfurt nach Mannheim. Die Zeit nutze ich, um zu lesen und mehr über das Thema "Management von Windprojekten" zu lernen.

Community & Blog Quelle:sxc.hu Autor:clixMehr Erfahrungsberichte?
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