Tagebuch (Telekom): Flüchtende Giraffen und Cloud Computing
Freitag, den 30. Juli 2010Seit Anfang Mai ist Jost Löhnenbach in Südafrika. Bei T-Systems in Johannesburg macht er ein Praktikum in der Marketing- und Kommunikations- abteilung. In den letzten Wochen hatte er genug Zeit für Besuche bei flüchtenden Giraffen. Kurz- fristig erfährt Jost noch von einer Konferenz über Cloud Computing und führt dort interessante Diskussionen: Werden im Jahr 2012 Firmen noch eigene IT-Systeme besitzen?
Den wilden Tieren auf der Spur – oder auch umgekehrt (16. Juli)
Kürzlich war ich im Tierpark und habe Löwen und Giraffen bestaunt. Shakira hat vielleicht schon das ein oder andere wilde Video gedreht. Aber als die Giraffe wild wurde, ist auch ihre Namensvetterin lieber im Käfig geblieben – bei den Löwen wohlgemerkt.
Wie die Situation weiterging? Ich muss sagen, dass mein Besuch im Tierpark zu Beginn echt herrlich war. Leider muss ich hier einem Klischee zustimmen, denn ausnahmslos alle asiatischen Touristen packten ihre 12-Megapixel-Kameras aus und rannten der flüchtenden Giraffe hinterher. Das dauerte aber auch nicht lange, denn prompt holte unser Drei-Meter-Freund aus und trat um sich. Schaut euch das Video der flüchtenden Giraffe an.
Ein sicherer Platz auf der Fütterungsplattform
Mir wurde schon ganz anders. Glücklicherweise beobachtete ich das Szenario aber von der Fütterungsplattform für die Giraffenherde, sprich ich hatte noch den sichersten Platz im Vergleich zu den Zuschauern in der ersten Reihe. Nachdem das Team um die Tierwärter nun deutlich angespannter wurde, machten sich die 60 Parkbesucher und ich auf den Weg hinter die Absperrungen und verfolgten die Jagd aus angemessener Entfernung.
Jedenfalls zogen die Giraffenfänger bestimmt 15 Minuten mit zu Trommeln umfunktionierten Mülltonnen und Rasseln durch das Areal, bis ihre Fang-Aktion endlich von Erfolg gekrönt wurde. Dann konnte sich die männliche Giraffe zu seiner – wie sich später rausstellte – schwangeren Freundin gesellen. Ansonsten muss ich sagen, dass diese Giraffen ziemlich zutrauliche Tiere sind. Sie fressen einem aus der Hand.
Ein umgekehrter Zoo
Die sogenannten Game Reserves (= Tierpark) in Südafrika haben mich bisher jedes Mal begeister. Eigentlich sollte jeder Zoo der Welt so sein. Als Mensch wird man von den ab und zu neugierigen, meistens aber unbeeindruckten Tieren angestarrt, und nicht umgekehrt. Ich finde es absolut genial, die Zebras, Springböcke, Elefanten, Büffel und Affen in freier Natur zu beobachten und wünsche jedem, diese Erfahrung irgendwann auch noch zu machen. Wobei ich zugeben muss, dass die Raubtiere dann doch gerne unter sich bleiben können.
T-Systems als Sponsor auf IT-Konferenz. Wie verändert Cloud Computing das Internet? (22. Juli)
Nicht nur Gipfelstürmer gesucht, sondern auch Frühaufsteher. Heute morgen ging es noch vor Sonnenaufgang nach Bryanston in das Event-Zentrum "The Forum". Hier findet eine zweitägige Zukunftskonferenz zum Thema Cloud Computing statt. Als "Thought Leader" sponsert die T-Systems South Africa das Event. Meine Hauptaufgabe: prüfen, ob die Marke T-Systems gemäß den vereinbarten Bedingungen dargestellt wird. Außerdem empfange ich unseren Referenten Ryan Skipp, stelle ihn seinem Betreuer vom Veranstalter ITweb vor und zeige ihm das Auditorium sowie den Networking-Bereich.
Leider habe ich erst im Team-Meeting am Dienstag davon erfahren, dass dieses Event vor der Tür steht. Also Initiative zeigen und nachhaken! Worum geht es bei dieser Konferenz? Welche Rolle spielt unser Marketingteam? Wie kann ich noch helfen? Als ehemaliger Vorstand der Kölner Studenteninitiative OFW (Organisationsforum Wirtschaftskongress), Veranstalter des weltweit größten studentischen Wirtschaftsforums an der Universität zu Köln, begeistert mich Event-Management natürlich immer noch. Und die Chance, eine Konferenz aus Sponsorensicht zu erleben, umso mehr.
Die Sorgen eines Geschäftsmanns
Trotz des knappen Zeitplans konnte ich zumindest die letzten Vorbereitungstreffen noch mitmachen. Als wir damals den World Business Dialogue 2007 organisierten, habe ich die Referenten eingeladen und die Konferenz aus der Beobachter-Perspektive erlebt. Es ist ziemlich spannend, nun auf der anderen Seite zu sitzen und auch einmal die "Sorgen" eines erfahrenen Geschäftsmanns (Was werde ich gefragt? Wie kann ich mein Produkt dann doch noch auf indirektem Weg vermarkten?) zu erleben. Der Vortrag lief dann hervorragend.
Wie auch im Cloud-Blog zu lesen ist, spielt das Thema Cloud Computing aus Sicht der T-Systems-Verkaufsstrategie eine bedeutende Rolle. Vor allem, weil dieser Wachstumsmarkt in Afrika eine Menge Potenzial hat. Im letzten Semester habe ich an der Uni im Strategy&Innovation-Kurs noch die Theorie diskutiert. Genial, jetzt auf Anbieterseite zu sein und die Perspektive der T-Systems kennenzulernen.
Wie ist die Situation am Markt aus Anbieter- und Nachfragersicht? Welche Risiken fürchtet der Kunde? Was leisten wir im Vergleich zum Wettbewerb? Welche "Key Messages" wollen wir auf der Konferenz vermitteln? Dazu gehört sicherlich die Positionierung als ein Anbieter, der im Wettbewerbsvergleich einen hohen Sicherheitsstandard aufweist und darüber hinaus sogenannte Service Level Agreements unterzeichnet, also eine Qualitätsgarantie gibt.
Diskussionen zu Cloud Computing
Im Abschlussmeeting habe ich also noch einen Praxis-Crash-Kurs bekommen und mein Interesse wurde noch weiter gesteigert. Seitdem habe ich mit vielen Kollegen die Frage diskutiert: Wann ist es soweit, dass Cloud Computing der Durchbruch gelingt? Die Unternehmensberatung Gartner prognostiziert, dass im Jahr 2012 20 Prozent der Firmen keine eigenen IT-Systeme mehr besitzen werden. In Europa geht es schon los, Südafrika ist auf dem Sprung. Aber viel interessanter ist meiner Meinung nach, wie Cloud Computing das Internet verändern wird.


Jost Löhnenbach





Anne-Kathrin macht ihren Master in Management Sciences an der HTW im Saarland. Über einen Workshop bei der Deutschen Bank kam sie zu einem Praktikum im "Relationship Management" und konnte sich dabei vor allem für die gute Teamarbeit begeistern.


Sandra studiert BWL an der ![Windenergieprojekte in Entwicklungs- und Schwellenländern [Bildquelle: Deutsche Bank] Windenergieprojekte in Entwicklungs- und Schwellenländern [Bildquelle: Deutsche Bank]](http://www.e-fellows.net/community-blog/wp-content/uploads/2010/07/EB-DB-Sandra-Windenergieprojekte-in-Entwicklungslaendern-250x188.jpg)
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e-fellow Wolfram (27) hat "International Business Administration" an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt studiert. Seinen Master in "Corporate Management and Economics" machte er an der ![Ich - Ausgeburt des Marktes? [Bildquelle: agora42] Ich - Ausgeburt des Marktes? [Bildquelle: agora42]](http://www.e-fellows.net/community-blog/wp-content/uploads/2010/07/agora42-Cover-aktuelle-Ausgabe-250x345.jpg)