Monatsarchiv für Juli 2010

Tagebuch (Telekom): Flüchtende Giraffen und Cloud Computing

Freitag, den 30. Juli 2010
Tagebuch

Seit Anfang Mai ist Jost Löhnenbach in Südafrika. Bei T-Systems in Johannesburg macht er ein Praktikum in der Marketing- und Kommunikations- abteilung. In den letzten Wochen hatte er genug Zeit für Besuche bei flüchtenden Giraffen. Kurz- fristig erfährt Jost noch von einer Konferenz über Cloud Computing und führt dort interessante Diskussionen: Werden im Jahr 2012 Firmen noch eigene IT-Systeme besitzen?

e-fellow XYJost Löhnenbach hat einen Volltreffer gelandet. Bei der Telekom-Campus-Tour gewann er ein Praktikum in Südafrika – und verbringt nun drei Monate dort.

Den wilden Tieren auf der Spur – oder auch umgekehrt (16. Juli)
Kürzlich war ich im Tierpark und habe Löwen und Giraffen bestaunt. Shakira hat vielleicht schon das ein oder andere wilde Video gedreht. Aber als die Giraffe wild wurde, ist auch ihre Namensvetterin lieber im Käfig geblieben – bei den Löwen wohlgemerkt.

Wie die Situation weiterging? Ich muss sagen, dass mein Besuch im Tierpark zu Beginn echt herrlich war. Leider muss ich hier einem Klischee zustimmen, denn ausnahmslos alle asiatischen Touristen packten ihre 12-Megapixel-Kameras aus und rannten der flüchtenden Giraffe hinterher. Das dauerte aber auch nicht lange, denn prompt holte unser Drei-Meter-Freund aus und trat um sich. Schaut euch das Video der flüchtenden Giraffe an.

Ein sicherer Platz auf der Fütterungsplattform
Mir wurde schon ganz anders. Glücklicherweise beobachtete ich das Szenario aber von der Fütterungsplattform für die Giraffenherde, sprich ich hatte noch den sichersten Platz im Vergleich zu den Zuschauern in der ersten Reihe. Nachdem das Team um die Tierwärter nun deutlich angespannter wurde, machten sich die 60 Parkbesucher und ich auf den Weg hinter die Absperrungen und verfolgten die Jagd aus angemessener Entfernung.

Jedenfalls zogen die Giraffenfänger bestimmt 15 Minuten mit zu Trommeln umfunktionierten Mülltonnen und Rasseln durch das Areal, bis ihre Fang-Aktion endlich von Erfolg gekrönt wurde. Dann konnte sich die männliche Giraffe zu seiner – wie sich später rausstellte – schwangeren Freundin gesellen. Ansonsten muss ich sagen, dass diese Giraffen ziemlich zutrauliche Tiere sind. Sie fressen einem aus der Hand.

Ein umgekehrter Zoo
Die sogenannten Game Reserves (= Tierpark) in Südafrika haben mich bisher jedes Mal begeister. Eigentlich sollte jeder Zoo der Welt so sein. Als Mensch wird man von den ab und zu neugierigen, meistens aber unbeeindruckten Tieren angestarrt, und nicht umgekehrt. Ich finde es absolut genial, die Zebras, Springböcke, Elefanten, Büffel und Affen in freier Natur zu beobachten und wünsche jedem, diese Erfahrung irgendwann auch noch zu machen. Wobei ich zugeben muss, dass die Raubtiere dann doch gerne unter sich bleiben können.

T-Systems als Sponsor auf IT-Konferenz. Wie verändert Cloud Computing das Internet? (22. Juli)
Nicht nur Gipfelstürmer gesucht, sondern auch Frühaufsteher. Heute morgen ging es noch vor Sonnenaufgang nach Bryanston in das Event-Zentrum "The Forum". Hier findet eine zweitägige Zukunftskonferenz zum Thema Cloud Computing statt. Als "Thought Leader" sponsert die T-Systems South Africa das Event. Meine Hauptaufgabe: prüfen, ob die Marke T-Systems gemäß den vereinbarten Bedingungen dargestellt wird. Außerdem empfange ich unseren Referenten Ryan Skipp, stelle ihn seinem Betreuer vom Veranstalter ITweb vor und zeige ihm das Auditorium sowie den Networking-Bereich.

Leider habe ich erst im Team-Meeting am Dienstag davon erfahren, dass dieses Event vor der Tür steht. Also Initiative zeigen und nachhaken! Worum geht es bei dieser Konferenz? Welche Rolle spielt unser Marketingteam? Wie kann ich noch helfen? Als ehemaliger Vorstand der Kölner Studenteninitiative OFW (Organisationsforum Wirtschaftskongress), Veranstalter des weltweit größten studentischen Wirtschaftsforums an der Universität zu Köln, begeistert mich Event-Management natürlich immer noch. Und die Chance, eine Konferenz aus Sponsorensicht zu erleben, umso mehr.

Die Sorgen eines Geschäftsmanns
Trotz des knappen Zeitplans konnte ich zumindest die letzten Vorbereitungstreffen noch mitmachen. Als wir damals den World Business Dialogue 2007 organisierten, habe ich die Referenten eingeladen und die Konferenz aus der Beobachter-Perspektive erlebt. Es ist ziemlich spannend, nun auf der anderen Seite zu sitzen und auch einmal die "Sorgen" eines erfahrenen Geschäftsmanns (Was werde ich gefragt? Wie kann ich mein Produkt dann doch noch auf indirektem Weg vermarkten?) zu erleben. Der Vortrag lief dann hervorragend.

Wie auch im Cloud-Blog zu lesen ist, spielt das Thema Cloud Computing aus Sicht der T-Systems-Verkaufsstrategie eine bedeutende Rolle. Vor allem, weil dieser Wachstumsmarkt in Afrika eine Menge Potenzial hat. Im letzten Semester habe ich an der Uni im Strategy&Innovation-Kurs noch die Theorie diskutiert. Genial, jetzt auf Anbieterseite zu sein und die Perspektive der T-Systems kennenzulernen.

Wie ist die Situation am Markt aus Anbieter- und Nachfragersicht? Welche Risiken fürchtet der Kunde? Was leisten wir im Vergleich zum Wettbewerb? Welche "Key Messages" wollen wir auf der Konferenz vermitteln? Dazu gehört sicherlich die Positionierung als ein Anbieter, der im Wettbewerbsvergleich einen hohen Sicherheitsstandard aufweist und darüber hinaus sogenannte Service Level Agreements unterzeichnet, also eine Qualitätsgarantie gibt.

Diskussionen zu Cloud Computing
Im Abschlussmeeting habe ich also noch einen Praxis-Crash-Kurs bekommen und mein Interesse wurde noch weiter gesteigert. Seitdem habe ich mit vielen Kollegen die Frage diskutiert: Wann ist es soweit, dass Cloud Computing der Durchbruch gelingt? Die Unternehmensberatung Gartner prognostiziert, dass im Jahr 2012 20 Prozent der Firmen keine eigenen IT-Systeme mehr besitzen werden. In Europa geht es schon los, Südafrika ist auf dem Sprung. Aber viel interessanter ist meiner Meinung nach, wie Cloud Computing das Internet verändern wird.

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2002: Die 10.000. Stipendiatin wird gefeiert

Donnerstag, den 29. Juli 2010
Lukas

Frühjahr 2002. e-fellows.net-Mitarbeiterin Margret Steinle drückt auf "Bewerber aufnehmen". Maria wird e-fellows.net-Stipendiatin. Aber nicht irgendeine: die zehntausendste! Kurze Zeit später frühstückt sie mit dem Personalvorstand der Telekom und plaudert bei der großen Feier mit dem damaligen McKinsey-Chef Jürgen Kluge.

Zehn Jahre e-fellows.net!
Wir blicken zurück auf ganz besondere Momente.
10 Jahre e-fellows.net

Hallo Maria, kannst du dich noch erinnern, wann, wie und warum du dich damals für das e-fellows.net-Stipendium beworben hast?
Ja, ich habe damals VWL in Regensburg studiert und war gerade aus meinem Auslandssemester in den USA zurückgekommen. Ich hatte einen Tipp von einem Kommilitonen bekommen, der sich bei e-fellows.net erfolgreich beworben und mir begeistert von dem kostenlosen Internetzugang erzählt hatte. Ein Internetanschluss war damals für Studenten ja noch relativ teuer. Ich habe mir dann Eure Website angesehen und mich beworben  Anschließend habe ich das auch gleich einer Freundin von e-fellows.net erzählt. Die ist später sogar City Group-Leiterin in Regensburg geworden.

Wie hast du davon erfahren, dass du die 10.000. Stipendiatin bist?
Eine Mitarbeiterin von euch hat mich angerufen und meinte, dass ich die 10.000. Stipendiatin sei und dass das groß gefeiert werden sollte. Der Freund, der mir den Tipp gegeben hatte, meinte dann etwas säuerlich, er hätte selbst wohl noch ein wenig länger mit seiner Bewerbung warten sollen.

Maria-die-zehntausendste-StipendiatinMaria Lehner (Jahrgang 1977) wurde 2002 als zehntausendste e-fellows.net-Stipendiatin aufgenommen. Sie war aktiv in der City Group Regensburg. Heute arbeitet sie in der Projektfinanzierung für Erneuerbare Energien.

Eine Feier! Wie muss ich mir die vorstellen?
In München gab es ein Frühstück mit Dr. Rolf Grisebeck, einem Vorstand von Holtzbrinck, und dem e-fellows.net-Geschäftsführer Michael Hies. Danach war ich in Bonn bei der Telekom zu Gast und habe mit dem Personalvorstand Herrn Klinkhammer zu Mittag gegessen. Abends ging es zurück nach München zur großen Feier. Jürgen Kluge, damals McKinsey-Geschäftsführer, war auch dabei.

Gab's denn auch einen Preis?
Ja, ich habe eine Digitalkamera und eine Urkunde bekommen.

Maria und McKinsey-Geschäftsführer Jürgen Kluge [Quelle: e-fellows.net-Archiv]
Michael Hies (e-fellows.net-Geschäftsführer), Stipendiat Thomas Steins, Maria und Jürgen Kluge [Quelle: e-fellows.net-Archiv]

Was hat dir deine Bewerbung bei e-fellows.net gebracht, also abgesehen von Digitalkamera und großer Feier?
Toll waren das Netzwerk und die vielen City Group-Treffen. Dort konnte man viele Leute aus anderen Fächern kennenlernen, was einige interessante Diskussionen mit sich brachte. Ich glaube, durch das e-fellows.net-Stipendium und den Austausch mit anderen Stipendiaten werden viele Studenten dazu angeregt, ein bisschen mehr zu machen als das, was sie eigentlich erreichen wollten. Im Nachhinein finde ich es nur sehr schade, dass ich das Mentoring-Programm von e-fellows.net nicht genutzt habe.

Und wieso würdest du das Mentoring-Programm heute nutzen?
Während meiner Promotion in München betreute ich viele Studenten bei Seminar- und Diplomarbeiten. Damals ist mir aufgefallen, dass viele Studenten oft ein wenig "vor sich hinstudieren" und sich nicht wirklich überlegen, wie genau ihr späteres Berufsleben aussehen wird. In diesem Zusammenhang ist es sehr wertvoll, sich mit möglichst vielen Personen zu unterhalten, die schon im Berufsleben stehen. Praktika nützen hierbei natürlich auch, aber allein durch Gespräche mit Leuten, die bereits berufstätig sind, kann man mit sehr geringem Aufwand schon sehr viel über bestimmte Berufsbilder in Erfahrung bringen. Mentoren können bei der beruflichen Orientierung und Zielsetzung enorm helfen.

Und was machst du jetzt?
Ich habe vor einem Jahr meine Promotion in München abgeschlossen und bin dann bei der Commerzbank im "Center of Competence Renewable Energies" eingestiegen. Dort kümmere ich mich um internationale Projektfinanzierungen, zum Beispiel für Wind- oder Solarparks in Europa und den USA. Das ist genau das, was ich machen wollte.

Gibt es etwas, das du e-fellows.net zum zehnten Geburtstag wünschen möchtest?
Herzlichen Glückwunsch! Bleibt weiter so erfolgreich und engagiert wie bisher! Ich finde eure Förderung der Stipendiaten, eure Ideen und das, was ihr bisher auf die Beine gestellt habt, einfach toll! Weiter so!

Zeitmaschine: Im Archiv der WELT gibt es bis heute noch den Artikel von Stipendiat Thomas Steins über Maria und die Feier.

Erfahrungsbericht (Deutsche Bank):
Teamplayer erwünscht

Dienstag, den 27. Juli 2010
Erfahrungs- bericht

Im Global Banking der Deutschen Bank lernte Anne-Kathrin als Praktikantin im Relationship Management in German MidCaps in Berlin-Brandenburg den Wertpapierhandel mittelständischer Unternehmen kennen. Zu der spannenden Stelle kam sie über einen Workshop. In ihrem Praktikum hat sie gelernt, dass man als Relationship Manager nicht nur sehr gut informiert, sondern auch absolut teamfähig sein sollte.

Anne-Kathrin Anne-Kathrin macht ihren Master in Management Sciences an der HTW im Saarland. Über einen Workshop bei der Deutschen Bank kam sie zu einem Praktikum im "Relationship Management" und konnte sich dabei vor allem für die gute Teamarbeit begeistern.

Relationship Management: Nichts für Einzelgänger
Eines der ersten Dinge, die ich im Praktikum gelernt habe ist, dass im Relationship Management Teamplayer gefragt sind. Denn jeder Erfolg basiert auf einer reibungslosen Zusammenarbeit zwischen Kunde, Relationship Manager und den verbundenen Abteilungen. Deshalb war es für mich wichtig, mich schnell und gut ins Team einzufügen. Durch mein tolles Umfeld und die starke Unterstützung, die ich von Anfang an erfahren habe, war die rasche Integration für mich sehr einfach.

Kommunikationstalent mit Know-how
Ich denke, ein erfolgreicher Relationship Manager muss nicht nur fachlich fit, sondern vor allem auch kommunikationsstark sein. Gerade bei mittelständischen Kunden in Deutschland ist es wichtig, die Wünsche und Bedürfnisse der Geschäftsführer zu erkennen und die Familienunternehmen bei ihrer Zukunftsplanung zu unterstützen.

Abwechslungsreich und lösungsorientiert
Persönlich finde ich das Relationship Management durch seine Vielfalt und die unterschiedlichen Kunden äußerst spannend. Vor allem der enge Kontakt zu den Unternehmen macht mir persönlich viel Spaß. So gesehen ist ein Praktikum hier für alle zu empfehlen, die gern im Team maßgeschneiderte Lösungen entwickeln. Die tollen Kollegen und die abwechslungsreichen Aufgaben machen mein Praktikum zu einem echten Erfolg.

Anne-Kathrin bei der Arbeit [Quelle: Deutsche Bank]

Mein Tagesablauf

8.45 Uhr: Immer bestens informiert
Mein Tag beginnt um kurz vor neun. Nachdem ich den PC hochgefahren habe, werfe ich erst einmal einen Blick in die Zeitung, um mich über die neuesten Ereignisse zu informieren. Schließlich könnten diese auch unsere Kunden betreffen.

9.15 Uhr: Neue Kunden für die Bank
Wenn neue Unternehmen an uns herantreten, wird zunächst ein Konto für sie eröffnet. Dafür müssen wir alle notwendigen Unterlagen und Informationen zusammentragen. Diese leite ich dann an die Abteilungen weiter, die sich um die Kontoeröffnung kümmern.

11.00 Uhr: Telefonkonferenz
Bei einer Telefonkonferenz tauschen wir uns mit unseren Kollegen in Frankfurt am Main über die neuesten Entwicklungen und Veränderungen im Relationship Management aus.

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In der Deutsche Bank-Gruppe Fragen stellen oder Alumni mit Erfahrung bei der Deutschen Bank kontaktieren.

12.30 Uhr: Mittagspause
Mit den Kollegen geht es in unsere Kantine, in der man einen wunderschönen Blick über Berlin hat.

13.00 Uhr: Kundengespräche vorbereiten
Um meine Kollegen zu unterstützen, bereite ich für ihre Kundengespräche neueste Informationen über die Unternehmen auf. Dazu analysieren wir die Bilanzen des Unternehmens, erstellen möglichen Kreditkonditionen und befassen uns mit der Darstellung der Unternehmensstruktur. Eine wichtige Rolle spielen auch die aktuellen Branchenentwicklungen. So kann der Firmenkundenbetreuer gut vorbereitet in das bevorstehende Gespräch gehen.

15.30 Uhr: Persönliches Feedback
Für eine kurze Beurteilung stelle ich meine Ergebnisse dem Kundenbetreuer vor. Von ihm erfahre ich im direkten Gespräch, wo meine Stärken und Schwächen liegen.

16.15 Uhr: Projektmanagement
Eine neue Kundenveranstaltung steht ins Haus, an deren Vorbereitung ich mitarbeite. Wir verfassen gemeinsam Einladungen und kümmern uns um einen reibungslosen Ablauf und zufriedene Kunden.

17.30 Uhr: Feierabend
Ein aufregender Tag im Team geht zu Ende.

Community & Blog Quelle:sxc.hu Autor:clixMehr Erfahrungsberichte?
Berichte aus den Vorjahren findest du auf der Website in der Rubrik Community & Blog.

Erfahrungsbericht (Deutsche Bank): Wie man Windenergie-Projekte realisiert

Mittwoch, den 21. Juli 2010
Erfahrungs- bericht

Als Praktikantin bei der Deutschen Bank unterstützt Sandra das Team "Sustainable Investments" dabei, Windenergie-Projekte in Entwicklungs- und Schwellenländern finanziell zu strukturieren und zu realisieren. Am Ende ihres Praktikums fühlte sie sich wie eine Ingenieurin, interkulturelle Kommunikationsmanagerin, Projektmanagerin – und manchmal auch wie eine Bankerin.

Sandra Sandra studiert BWL an der Uni Mannheim mit den Schwerpunkten Banking and Finance und Marketing. In ihrem Studium befindet sie sich bereits auf der Zielgeraden: Vor ihr liegen nur noch eine Klausur und ihre Diplomarbeit zum Thema "Asset Management". Vor ihrem Praktikum bei der Deutschen Bank war Sandra Praktikantin bei der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien und sammelte dort Erfahrungen im Bereich "Internationale Finanzierungen – Corporates".

Wie ich zur Deutschen Bank kam
Vor Ende meines Studiums wollte ich noch ein längeres Praktikum machen. Durch einen Workshop der Deutschen Bank an meiner Uni bin ich dann auf "Asset Finance and Leasing" (AFL) aufmerksam geworden. Beim Workshop stellten die Unternehmensvertreter diesen Bereich vor und wir lösten Fallstudien zum Thema "Projektfinanzierung". Außerdem erfuhren wir mehr über die verschiedenen Ein- und Aufstiegsmöglichkeiten in AFL.

Von "Geistigem Eigentum" bis "Luftfahrt"
AFL gehört zur Division "Global Banking" und bietet strukturierte Produkte sowie umfassende Beratungs- und Arrangierungsdienstleistungen für langlebige und hochwertige Investitionsgüter. Die Division untergliedert sich in verschiedene Anlageklassen: Alternative Assets (Sustainable Investments, Intellectual Property), Renewable Energy, Infrastructure, Aviation, Shipping und Real Estate. AFL ist weltweit vertreten durch Teams in Frankfurt, Düsseldorf, London, New York, Dubai, Tokio und Singapur.

Den Zugang zu Finanzierungen ermöglichen
In meinem Praktikum unterstütze ich das Team "Sustainable Investments". Aufgabe des Teams ist es, wirtschaftlich tragfähigen Projekten in Entwicklungs- und Schwellenländern den Zugang zu Finanzierungen zu ermöglichen. Um diese Projekte zu realisieren, arbeitet das Team eng zusammen mit Partnern des öffentlichen Sektors. Auf diese Weise werden für die Kunden der Deutschen Bank sozial verantwortliche und nachhaltige Anlageprodukte entwickelt, die dazu noch eine attraktive risikoadjustierte Rendite bieten. Die Anlageklassen von Sustainable Investments umfassen unter anderem "Mikrofinanz", "Erneuerbare Energien" und "Energieeffizienz".

Was man mitbringen sollte
Man sollte gute Team- und Kommunikationsfähigkeiten, analytisches Denken sowie eine selbständige Arbeitsweise mitbringen. Besonders wichtig ist außerdem die Fähigkeit, sich schnell in neue Themengebiete einzuarbeiten, da die Projekte sehr komplex und vielseitig sein können. Offenheit gegenüber Neuem und Spaß an fremden Kulturen gehören auch dazu.

Wie man Windenergie-Projekte realisiert
Im Praktikum bei der Deutschen Bank arbeite ich hauptsächlich an einem Projekt aus dem Bereich "Erneuerbare Energien". Ziel dieser Transaktion ist es, Windenergie-Projekte in Entwicklungs- und Schwellenländern zu realisieren. Wir stellen ein Portfolio aus Windparks zusammen und strukturieren die Finanzierung. Nebenbei unterstütze ich das "Sustainable Investments"-Team auch bei anderen Transaktionen aus den Bereichen "Erneuerbare Energien" und "Energieeffizienz". Außerdem konnte ich einen Blick in die Arbeit des "Real Estate"-Teams werfen, als ich bei der Vorbereitung eines Immobilienprojekts für studentisches Wohnen geholfen habe.

Windenergieprojekte in Entwicklungs- und Schwellenländern [Bildquelle: Deutsche Bank]
Windenergieprojekte in Entwicklungs- und Schwellenländern [Bildquelle: Deutsche Bank]

Unterstützung von allen Seiten
Ich habe viele verschiedene Aufgaben: Ich bereite Kundentermine vor und nehme an ihnen teil, überwache und steuere den Projektablauf, erstelle Präsentationen und Financial Models und unterstütze bei Verhandlungen mit externen Partnern. Zudem arbeiten wir häufig mit anderen Abteilungen innerhalb der Deutschen Bank zusammen wie dem "FX Hedging"-Team von Global Markets, den Relationship Managern, unserer Rechtsabteilung und dem Private Wealth Management. Sie unterstützen uns bei spezifischen Themen und Fragen, die bei unserem Projekt aufkommen.

Mein Fazit – von Anfang an mittendrin statt nur dabei
Sehr positiv finde ich, dass mein Team mich von Anfang an als vollwertiges Mitglied integriert hat und ich mit meiner Arbeit zum Projektfortschritt beitrage. Das liegt vor allem daran, dass unser Projektteam sehr klein ist und somit die Beiträge der einzelnen Mitglieder umso bedeutender sind. Vom ersten Tag an war es wichtig, selbständig zu arbeiten. Dadurch lerne ich in den viereinhalb Monaten sehr schnell und viel. Toll ist auch, dass ich hauptsächlich an einem Projekt mitwirke und mich dadurch tief in das Thema einarbeiten und ein breites Verständnis für alle Einzelaspekte entwickeln kann. Ich fühle mich als Ingenieurin, interkulturelle Kommunikationsmanagerin, Projektmanagerin – und manchmal auch als Bankerin.

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Mein Arbeitsalltag bei der Deutschen Bank

9 Uhr – Start in den Tag
Nach meiner Ankunft am Arbeitsplatz checke ich zuerst meine E-Mails und verschaffe mit einen Überblick über die heutigen To Dos. Alle zwei Wochen findet ein "Update Call" statt. Das Projektteam informiert dabei die an der Transaktion beteiligten Kollegen über den aktuellen Stand und die neuesten Entwicklungen.

10 Uhr – Conference Call
Häufig finden Telefonkonferenzen mit externen Partnern statt, um über konkrete Projekte für unser Windpark-Portfolio zu diskutieren. Wir erklären, wie unsere Transaktion funktioniert und wie unsere Zusammenarbeit aussehen könnte. Gegebenenfalls stellen uns die Partner Wind-Projekte aus ihrer Pipeline vor, die in unser Portfolio passen könnten.

Sandra bei der Arbeit [Bildquelle: Deutsche Bank]
Sandra bei der Arbeit
[Bildquelle: Deutsche Bank]

11 Uhr – Vorbereitung des Nachmittagsmeetings
Nun bereite ich das Nachmittagsmeeting mit unseren Konsortialpartnern vor, die mit uns gemeinsam das Gesamtprojekt planen. Ich erstelle zum Beispiel Präsentationen oder Unterlagen, die unserer Diskussion als Leitfaden dienen. Außerdem koordiniere ich weitere Termine und überwache die Planung der nächsten Schritte.

13 Uhr – Mittagspause
Meine Mittagspause verbringe ich meistens mit anderen Praktikanten aus meinem Bereich oder anderen Abteilungen, oder mit Kollegen aus meinem Team. Wir gehen oft in der Kantine essen und ab und zu verbringen wir eine ausgedehnte Pause in der Stadt – vor allem bei schönem Wetter.

14 Uhr – Meeting mit Konsortialpartnern
Wir besprechen mit unseren Konsortialpartnern den aktuellen Stand des Projekts und planen die nächsten Schritte. Danach diskutieren wir über unsere Projekt-Pipeline, die weitere Entwicklung sowie daraus resultierende To Dos für alle Beteiligten. Außerdem arbeiten wir die Konditionen aus für die Zusammenarbeit in unserem neu gebildeten Konsortium.

16.30 Uhr – Aufbereitung der Ergebnisse
Ich trage die Ergebnisse der Calls und Meetings des heutigen Tages zusammen und verschaffe mir einen Überblick über die neuesten Entwicklungen. Dabei überprüfe ich die Unterlagen für einzelne Wind-Projekte, die von unseren Partnern geliefert wurden und hole fehlende Informationen ein. Anschließend bereite ich die Unterlagen auf und bespreche sie mit den Kollegen aus dem Projektteam.

18 Uhr – Research
Kurz vor Feierabend habe ich noch Zeit, andere Themen genauer unter die Lupe zu nehmen und Informationen zu sammeln – zum Beispiel "Investitionsgarantien" oder "Währungs-Hedging". Das bildet dann die Grundlage für künftige Verhandlungen mit externen Partnern.

19 Uhr – Feierabend
Ein weiterer Arbeitstag geht zu Ende und ich trete die Heimreise an. In 40 Minuten bringt mich der ICE von Frankfurt nach Mannheim. Die Zeit nutze ich, um zu lesen und mehr über das Thema "Management von Windprojekten" zu lernen.

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Erfahrungsbericht (Freshfields): Von Firmenübernahmen bis zum Airbus A380

Montag, den 19. Juli 2010
Erfahrungs- bericht

Spannende Vorträge über den Dächern Frankfurts: Beim Freshfields-Workshop reichten die Themen von "kreditfinanzierten Übernahmen" bis zur "Flugzeugfinanzierung". e-fellows.net-Stipendiat Moritz und 14 weitere e-fellows lauschten dabei gebannt den Insider-Infos zum Airbus A380.

Titel und Thema der Veranstaltung
Workshop bei Freshfields Bruckhaus Deringer zum Thema "Bank- und Finanzrecht"

Zeit, Ort und Dauer der Veranstaltung
Der Workshop fand am 20. Mai 2010 von 14.00 bis 22.00 Uhr im Büro von Freshfields in Frankfurt statt.

Teilnehmerzahl und Unternehmensvertreter
Vor Ort waren Dr. Christoph L. Gleske (Partner), Dr. Frank Laudenklos (Partner), Christian Bunsen (Partner), Dr. Jörg Hanke (Associate) und Dr. Konrad Schott (Partner). Am Workshop nahmen insgesamt 15 e-fellows.net-Stipendiaten teil – darunter hauptsächlich Doktoranden und Referendare.

e-fellow Moritze-fellows.net-Stipendiat Moritz (23) studiert Jura an der Goethe-Universität in Frankfurt und bereitet sich gerade auf das erste Staatsexamen vor. Am liebsten spielt Moritz mit seiner Mannschaft Tennis. Mit Erfolg, denn diese Saison sind sie auf Aufstiegskurs. Beim "Bank- und Finanzrecht"-Workshop blickte Moritz auf der büroeigenen Dachterrasse nicht nur auf die Frankfurter Skyline, sondern auch auf eine mögliche Zukunft bei Freshfields.

Wie sind Großkanzleien wirklich?
Hauptmotivation für meine Teilnahme an der Veranstaltung war es, die Arbeit und Atmosphäre einer Großkanzlei kennenzulernen. Im Studium bin ich immer wieder über Gerüchte gestolpert und wollte bei der Veranstaltung herausfinden, ob sie der Realität entsprechen. Außerdem haben mich die Themen sehr interessiert: Wann sonst hat man im Jura-Studium die Gelegenheit, etwas über "kreditfinanzierte Übernahmen" oder "Flugzeugfinanzierung" zu hören? Und dazu noch von Anwälten, die in ihrem Rechtsgebiet zur Spitze gehören?

Spannende Aussichten
Der Tag begann mit einem Empfang in luftiger Höhe im Zentrum Frankfurts: Das Freshfields-Büro liegt in ein einem der zahlreichen Hochhäuser mit herrlicher Aussicht über ganz Frankfurt – inklusive Blick auf die atemberaubende Skyline und auf den Taunus. Anschließend führte uns Christoph Gleske in die Arbeitsbereiche und Struktur der Kanzlei ein. Zusätzlich erfuhren wir, welche Einstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten es für Referendare gibt. Christoph Gleske stellte uns auch die sogenannten "Secondments" vor. Dabei können Freshfields-Anwälte ein Jahr in einem ausländischen Büro arbeiten.

Kontakt zu Freshfields aufnehmen?
In der Freshfields-Gruppe Fragen stellen oder Alumni mit Erfahrung bei Freshfields kontaktieren.

Von kreditfinanzierten Übernahmen bis zum Airbus A380
Im ersten Vortrag ging es um "kreditfinanzierte Übernahmen". Wir lernten von Frank Laudenklos, dass dieses Thema heutzutage als "gang und gäbe" bei Firmenübernahmen gilt, obwohl es in der juristischen Praxis äußerst kompliziert ist: So werden aus Haftungsgründen zum Beispiel zwei Zwischengesellschaften zwischen dem eigentlichen Käufer und dem Kaufobjekt eingeschaltet. Dies ist ganz anders als der typische (Unternehmens-)Kaufvertrag nach dem BGB, den wir an der Uni behandeln. Das Thema war für uns daher neu. Auch der "Leverage Effect" wurde uns nähergebracht – ein BWL-Begriff, der für uns Juristen völliges Neuland war.

Anschließend führten uns Christan Bunsen und Jörg Hanke in die von ihnen betreuten Public-Private-Partnership-Projekte ein. Dabei erfuhren wir, dass Freshfields unter anderem auch Offenbacher Schulen bei der Modernisierung ihrer Infrastruktur hilft.

Airbus A380 [Bildquelle: sxc.hu/Autor: bugdog]
Airbus A380
[Bildquelle: sxc.hu/Autor: bugdog]

Konrad Schotts Vortrag zur Flugzeugfinanzierung interessierte uns alle am meisten. Vor allem, da er am Jungfernflug des neuen Airbus A380 von Hamburg nach Frankfurt teilgenommen hatte. Er hatte unsere volle Aufmerksamkeit und konnte schnell unsere Begeisterung für sein Rechtsgebiet wecken. Wir lernten, dass der Airbus viel größer ist, als man eigentlich denkt: Um uns die Größe zu verdeutlichen, zeigte uns Konrad Schott ein Foto von sich vor dem Flugzeug. Über die monatliche Leasing-Rate durfte er uns aus datenschutzrechtlichen Gründen leider keine Auskunft geben. Wir lernten aber, dass die Rate für einen normalen Airbus bereits bei 100.000 Euro im Monat liegt.

Ausklang auf der büroeigenen Dachterrasse – mein Fazit
Beim anschließenden Abendessen auf der Dachterrasse ließen wir den Tag gemütlich ausklingen. Das Abendessen ließ jedes Mensagericht alt aussehen. Wir lernten weitere Anwälte kennen, die sehr geduldig und freundlich unsere Fragen beantworteten.

Die Veranstaltung ist hervorragend dafür geeignet, einen ersten Einblick in die Kanzlei zu erhalten. Für detailliertere Einblicke müsste man sicherlich ein Praktikum machen. Der Workshop hat meine Begeisterung für Freshfields aber auf jedenfall geweckt. Ich stelle mir die Arbeit in solch einer aufgeschlossenen Atmosphäre sehr angenehm vor. Und an ein kühles Feierabend-Bier auf der büroeigenen Dachterrasse könnte ich mich schnell gewöhnen…

Community & Blog Quelle:sxc.hu Autor:clixMehr Erfahrungsberichte?
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Erfahrungsbericht (Hengeler Mueller): Wie Frau den Lift-Talk meistert

Montag, den 19. Juli 2010
Erfahrungs- bericht

Was können junge Juristinnen vom Schachspiel noch lernen? Beim Karriere-Workshop für Frauen in Frankfurt bekam e-fellow Eva-Marie die Antwort. Die Wirtschaftskanzlei Hengeler Mueller zeigte der Stipendiatin, wie man richtig Hände schüttelt, was Schach und Kommunikation gemeinsam haben und wie man bei Verhandlungen sicher auftritt. Außerdem bewiesen erfolgreiche Anwältinnen, dass Karriere und Familie kein Widerspruch ist.

Eva-Marie (25) ist Doktorandin der Rechtswissenschaften an der Humboldt-Universität Berlin mit Schwerpunkt Urheberrecht. Nach dem Examen unterrichtete sie Englisch in Vietnam. Um ihre Skills noch weiter zu verbessern, lernte sie nun bei Hengeler Mueller, wie sie den "Lift-Talk" mit dem Chef bewältigt.

Titel und Thema der Veranstaltung
Karriere-Workshop für Juristinnen

Zeit, Ort und Dauer der Veranstaltung
25.-26. Juni 2010, Büro von Hengeler Mueller in Frankfurt am Main

Teilnehmerzahl und Unternehmensvertreter
27 Studentinnen und Anwältinnen von Hengeler Mueller

Karriere ist weiblich?
Statistiken über den Anteil von Frauen in Deutschlands Führungsetagen verraten anderes. Was aber trennt kompetente Juristinnen von verantwortungsvollen Positionen? Der Workshop vermittelte einen Einblick in die Mechanismen der "gläsernen Decke" und Tipps zur Kommunikation und Präsentation für Frauen im Beruf. Der Workshop fand im Büro der Kanzlei Hengeler Mueller in Frankfurt statt. Das war eine gute Möglichkeit, hinter die Kulissen der Kanzlei zu spähen und im Gespräch mit Anwälten Informationen zu sammeln.

Großprojekt Familie
Freitagmorgen um 11 Uhr und strahlende Sonne über Frankfurts Skyline. Eine große Runde junger Juristinnen, meist zwischen Erstem und Zweitem Staatsexamen, sitzen in der Kanzlei. Der Workshop begann mit einer Einführung von Dr. Daniela Favoccia, Partnerin bei Hengeler Mueller. Dabei stellte sie die Kanzlei und den Karriereweg bis zum Partnerunternehmen vor. Außerdem erläuterte sie die Arbeitsweise und interne Struktur von Hengeler. Anschließend berichteten Frau Dr. Schwander, Senior Associate, und Frau Dr. Wolfrum, Associate, von ihrer Arbeit im Münchener Büro. Dabei erfuhren die Teilnehmerinnen auch, dass sich selbst Großprojekte im Kapitalmarktrecht dank Teilzeitmodell mit zwei Kindern gut bewältigen lassen. Hengeler Mueller passte plötzlich nicht mehr richtig in das stereotype Raster internationaler Großkanzleien. Hier präsentierten sich sympathische und authentische Anwältinnen, die mit großer Freude von ihrer Arbeit berichteten.

Was wir von der Dame im Schach noch lernen können
Danach hatte Marion Knaths, Kommunikationstrainerin und Gründerin des Hamburger Unternehmens sheboss, das Wort. In ihrem Vortrag erläuterte sie verschiedene Kommunikationsstile, wie man sie häufiger unter Frauen oder unter Männern antrifft. Dabei verriet sie Tipps aus eigener Erfahrung zur erfolgreichen Kommunikation im Beruf. Eine tragende Rolle hatte der Vergleich mit dem Schachspiel: Wie auf einem Spielfeld bewegen sich die Akteure im Unternehmen.

Schulterklopf-Symbolik
Die Kommunikation folge wie bei einem Spiel festen Regeln, erklärte Marion Knaths. Die Figur der Dame zum Beispiel verkörpere Stärken wie das konsequente Verfolgen des Wegs. Einzelne Gesprächsrituale wie ein Schulterklopfen betrachtete Knaths genauer und erklärte, es ginge dabei vordergründig um die Hierarchie zwischen den Gesprächspartnern. So wirken Bilder von Politikern wie Angela Merkel und Nicolas Sarkozy, die zur Veranschaulichung besprochen wurden, wie eine immergleiche Inszenierung auf der Bühne.

Wir spielen Bewerbung
Nach dem Mittagessen, zu dem sich einige Anwältinnen gesellten, ging es mit einer Übung zur Präsentation weiter. Ein Teil der Teilnehmerinnen bereitete eine fiktive Bewerbung vor, bei der sie mit drei Argumenten das fiktive Unternehmen überzeugen sollten. Anschließend wurden Rhetorik und Auftreten gemeinsam analysiert und besprochen. Frau Knaths ging auf die Präsentation jeder einzelnen Teilnehmerin ein und gab Tipps.

Konferenz-Knigge
Am späten Nachmittag simulierten die Teilnehmerinnen ein Meeting. Die Videoaufnahme davon wurde anschließend diskutiert. Frau Knaths erklärte typische Merkmale der gesehenen hierarchischen Kommunikation und gab Ratschläge für die Teilnahme am Verhandlungstisch. Was interessant war: Die Teilnehmerinnen waren sich darüber einig, dass als besonders kompetent wahrgenommen wurde, wer oft das Wort ergriffen hatte. Der Inhalt der Wortmeldung war nicht unbedingt entscheidend.

Lift me up: Gespräche im Fahrstuhl meistern
Selbstsicheres Auftreten konnten die Teilnehmerinnen zum Schluss noch beim Händedruck üben. Dabei wurde "Lift-Talk", ein kurzes Gespräch mit dem Vorgesetzten, wie es üblicherweise im Fahrstuhl stattfindet, geprobt. Nach dem Tagesprogramm gingen die Teilnehmerinnen zum Hotel, um nach einer kurzen Erholungspause zum Abendessen in ein italienisches Restaurant zu fahren. Dort gab es auf der Terrasse mit Apéritif Gelegenheit, mit Anwältinnen von Hengeler ins Gespräch zu kommen. Dazu saßen die Anwältinnen gut verteilt zwischen den Teilnehmerinnen.

Mein persönliches Fazit und wem ich die Veranstaltung weiterempfehle
Insgesamt war der Workshop eine gelungene Veranstaltung, die nicht nur Aspekte der Kommunikation beleuchtete. Sie vermittelte auch neue Sichtweisen auf vertraute Verhaltensmuster und einen Einblick in die Kanzlei Hengeler Mueller. Geeignet war der Workshop für alle diejenigen, die das eigene Kommunikationsverhalten und seine Wirkungen genauer analysieren wollten.

Wie Details das Auftreten verändern
Verblüffend war, welchen Effekt gerade die Details hatten, auf die Frau Knaths aufmerksam machte. Außerdem vermittelte die Kanzlei ein gutes Bild der Arbeitsweise und Karrieremöglichkeiten. Wer sich einen Eindruck von Hengeler Mueller verschaffen wollte, war hier genau richtig: Die Anwältinnen beantworteten Fragen in den Pausen und beim Abendessen nach dem Workshop.
Gestärkt mit guten Tipps für ein kompetentes Auftreten steht der nächsten Präsentation und dem Gespräch im Lift nun nichts mehr im Wege.

Community & Blog Quelle:sxc.hu Autor:clixMehr Erfahrungsberichte?
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Tagebuch (Telekom): Der Campus-Tour-Sieger bloggt aus Südafrika II

Montag, den 19. Juli 2010
Tagebuch

Seit Anfang Mai ist Jost Löhnenbach in Südafrika. Bei T-Systems in Johannesburg macht er ein Praktikum in der Marketing- und Kommunikations- abteilung. Klar, dass er vor Ort auch eine Menge von der Fußball-Weltmeisterschaft mitbekommt. In den letzten Wochen ging es um zerbrochene Vuvuzelas, Kapstadt und mobile Marketing-Mitarbeiter.

e-fellow XYJost Löhnenbach hat einen Volltreffer gelandet. Bei der Telekom-Campus-Tour gewann er ein Praktikum in Südafrika – und verbringt nun drei Monate dort, genau zur Zeit der Fußball-Weltmeisterschaft.

"Ke nako – Let’s celebrate the FIFA World Cup 2010 in Joburg" (21. Juni)
"Joburg is ready" springt mir seit Wochen an vielen Straßen ins Auge und die Stadt hält ihr Versprechen. Die Bus- und Transportsysteme funktionieren ausgezeichnet und die meisten Haltestellen sehen auch vertrauensvoller aus als die im innerstädtischen Central Business District. Das Wetter spielt sowieso mit – seit ich Anfang Mai angekommen bin, habe ich tatsächlich erst ein einziges Mal Regen gesehen – und das im Winter. Viel entscheidender ist meiner Meinung nach aber die Stimmung unter den Menschen, und da lässt sich zurzeit einfach jeder von der Begeisterung mitreißen: Ein Land im Ausnahmezustand.

Zerbrochene Vuvuzelas
Von der Diskussion um das Vuvuzela-Verbot bekomme ich jedenfalls gar nichts mit bisher, auch wenn nach der bitteren Niederlage gegen Uruguay einige enttäuschte Bafana-Bafana-Fans ihre Vuvuzela über dem Knie wie ein Stück Holz zerbrochen haben. Warten wir mal ab, wie viele Nächte und Tage ab morgen durchgefeiert werden, sollten die Jungs von Carlos Alberto Parreira das Wunder schaffen und doch noch ins Achtelfinale einziehen.

Fußball ist definitiv das bestimmende Thema, ob im Büro oder auf den Straßen. Das Kick-Off Konzert war mit Shakiras "Waka Waka" nur die Initialzündung für DAS Event auf dem ganzen afrikanischen Kontinent. Auch wenn die Rückfahrt nach Hause gefühlte fünf Stunden gedauert hat, vielleicht auch deshalb weil 20.000 Besucher gegen die Fahrtrichtung der Park&Ride-Busse liefen.

Telekom bläst Vuvuzela-Songs
Aus dem Eröffnungsspiel hat unsere T-Systems-Marketingabteilung ein Big-Screen-Event für alle Mitarbeiter gemacht, inklusive Wettbewerbe zu "Wer hat das kreativste Kostüm?" und "Wer bläst die besten Vuvuzela-Songs?". Malt euch aus, wie die Stimmung war, nachdem der neue Nationalheld Tshabalala das erste Tor geschossen hatte.

In den Fan-Parks oder vor den Kneipen muss man nur "Bafana Bafana" rufen oder zum Diski Dance ansetzen, und schon zelebrieren die Fans aus aller Welt eine kleine Party und liegen sich in den Armen. An den Wochenenden sind die Zentren um Sandton oder Rosebank fast überbevölkert mit Fans. Die meisten kommen übrigens aus Asien und Südamerika. Für mich zeigt schon die erste Woche der WM, dass Sportevents dieser Größenordnung vor allem bei lebensfrohen Kulturen die besten Rahmenbedingungen für eine weltweite Völkerverständigung bieten.

Stippvisite in Kapstadt – Das Marketing Team am Tafelberg (12. Juli)
Manchmal hat man das Gefühl, jemanden zu kennen, aber doch nicht so richtig – wisst ihr, wovon ich spreche?

Ich habe meinen Kurztrip zum Viertelfinale nach Kapstadt genutzt, um bei Kirsten und Lecia vorbeizuschauen und mich vorzustellen. Wir arbeiten nun schon seit Mai gemeinsam im Team, aber gesehen haben wir uns jetzt zum ersten Mal. Endlich die Gesichter zu den Stimmen! Und nicht nur das: Von Kirsten lerne ich viel zu unserer Kommunikationsarbeit, mit Lecia konnte ich mich besonders zu den HR-Themen Wellness und Gesundheit austauschen. Vor Ort habe ich ihnen über die Schulter geschaut, die unterschiedlichen internen Branding-Ansätze kennengelernt und habe die Arbeitsweise von "mobilen" Marketing-Teammitgliedern beobachtet. Warum aber heißen sie "mobil"?

Mobil = mehrere Schreibtische
Getroffen haben wir uns im T-Systems-Büro beim Kunden Old Mutual. Kirsten und Lecia arbeiten in der Kap-Region an verschiedenen Standorten und versorgen den südlichen Teil des Landes mit T-Systems-Kommunikations- und Marketing-Know-how. Was ich mir zunächst nicht einfach vorgestellt habe – das Pendeln zwischen vielen Schreibtischen – hat aber auch einige Vorteile. Besonders spannend stelle ich mir dir permanente Abwechslung vor und die Freiheit, zu entscheiden, wo ich gebraucht werde oder wo mich die Arbeit heute mehr nach vorne bringt.

Rückblickend sehr schade, dass ich nur mit einem Teil unseres Team enger zusammenarbeiten konnte und kann. Auch wenn wir per E-Mail und Telefon gut vernetzt sind, so hat mir der Tag in Kapstadt gezeigt, dass eine face-to-face-Kommunikation definitiv eher mein Ding ist. Dabei meine ich nicht den täglichen Informationsaustausch per E-Mail und Telefon, das funktioniert bis auf kleine Reibungsverluste wunderbar. Es geht mir aus Praktikantensicht vielmehr um das Aufsaugen von Tipps und die Lerneffekte. Von Ronell, Cleola, Thohira und Tshidi in meinem Stamm-Office greife ich natürlich viel mehr ab und sehe die Chancen, mich einzubringen.

Ich werde mich die restlichen drei Wochen also sehr darum bemühen, so viel wie möglich von Kirsten und Lecia in Erfahrung zu bringen. Außerdem ist mein Ziel, einen besseren Weg zu finden, trotz der Entfernung eine kompetente Kraft zu sein, die auch Lecias und Kirstens Arbeit effektiver macht.


Im nächsten Monat gibt es weitere Auszüge aus dem Blog aus Südafrika.

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Erfahrungsbericht (Accenture):
Technologien der Zukunft aufspüren

Freitag, den 16. Juli 2010
Erfahrungs- bericht

Welche Einstiegs- und Karrieremöglichkeiten gibt es für einen BWLer in einer IT-Beratung? Mit dieser Frage im Kopf nahm e-fellows.net-Stipendiat Kevin an der Veranstaltung "Face-to-face" mit Accenture teil. Dabei durfte er nicht nur den stylischen "Campus Roadshow"-Bus genauer unter die Lupe nehmen, sondern lernte auch, wie Accenture Technologien der Zukunft für seine Kunden aufspürt.

e-fellow Kevine-fellows.net-Stipendiat Kevin (22) studiert BWL auf Bachelor an der Universität Mannheim. Beim Workshop mit Accenture konnte er einen Blick über den Tellerrand der BWL werfen und sehen, welche spannenden Perspektiven es in der IT-Beratung gibt.

Titel und Thema der Veranstaltung
Face-to-face mit Accenture: "Der Weg von einer Geschäfts- zur IT-Strategie – Ableitung und Herausforderungen"

Zeit, Ort und Dauer der Veranstaltung
Die Veranstaltung fand am 7. Mai 2010 in Kronberg bei Frankfurt am Main statt.

Teilnehmerzahl und Unternehmensvertreter
An dem Workshop nahmen 28 Studenten teil. Von Accenture waren dabei: Bodo Schaefer, Senior Manager in der Managementberatung, Financial Services, und Hans-Peter Heuser, Manager in der Technologieberatung, IT-Strategie.

Face-to-face mit den anderen Teilnehmern [Bildquelle: Accenture]
"Face-to-face" mit den anderen Teilnehmern [Bildquelle: Accenture]

Als BWLer in einer IT-Beratung
Ich stehe kurz vor dem Ende meines Bachelor-Studiums und kann mir gut vorstellen, nach meinem Abschluss einige Jahre Berufserfahrung in einer Unternehmensberatung zu sammeln. Daher kam mir das Angebot sehr gelegen, Accenture persönlich kennenzulernen. Ich wollte mehr über die verschiedenen Aufgaben im Unternehmen erfahren und herausfinden, welche Einstiegsmöglichkeiten es für BWL-Absolventen in einer IT-Beratung gibt.

Als ich am Veranstaltungsort ankam, wurde ich von einer freundlichen Mitarbeiterin von Accenture empfangen. Sie führte mich gleich zu den Räumen, in denen die Vorträge stattfanden. Dort lernte ich die anderen Teilnehmer kennen und konnte mich kurz mit ihnen austauschen, bevor eine Mitarbeiterin aus der Personalabteilung uns alle begrüßte und den ersten Referenten, Bodo Schaefer, vorstellte. Dieser präsentierte uns die drei Unternehmensbereiche "Beratung", "Technologie" und "Outsourcing". Er beschrieb seine Tätigkeit bei Accenture und beantwortete unsere Fragen. Dabei interessierte uns vor allem sein akademischer und beruflicher Werdegang und der Arbeitsalltag bei Accenture.

Der Campus Roadshow-Bus [Bildquelle: Accenture]
Der "Campus Roadshow"-Bus
[Bildquelle: Accenture]

"Einen Kaffee, bitte!" – der "Campus Roadshow"-Bus
In der anschließenden Pause konnten wir uns mit Getränken und Snacks stärken. Dabei durften wir einen Blick auf den Accenture Roadshow-Bus werfen, der während der "Campus Roadshow 2010" im Mai vier Wochen lang quer durch Deutschland, Österreich und die Schweiz tourte und insgesamt 14 Hochschulen ansteuerte. Der ursprüngliche Reisebus wurde speziell für die "Campus Roadshow" umgebaut: Er hat einen Loungebereich mit einer Kaffeemaschine und Sitzgelegenheiten, sowie zwei gläserne Kabinen, in denen die Interviews stattfinden.

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Technologien der Zukunft
Nach der Pause erklärte Hans-Peter Heuser, welchen Stellenwert die IT-Beratung für die Geschäftsstrategie hat. Anschließend erklärte er, wie Accenture seine Kunden bei der IT-Strategie berät und wie es ihnen gelingt, einen Mehrwert für ihre Kunden zu schaffen. Besonders spannend fand ich, dass Mitarbeiter von Accenture an mehreren Standorten Technologien der Zukunft prüfen und auf ihre Praxistauglichkeit untersuchen. Ziel ist es, dem Kunden vielversprechende Trends zu präsentieren und darauf aufbauend eine Geschäfts- und IT-Strategie zu entwickeln.

Beim anschließenden Buffet konnten wir mit den Unternehmensvertretern und Personalern die Informationen aus den Vorträgen, sowie Einstiegs- und Karrieremöglichkeiten diskutieren. Zusätzlich erfuhren wir, wie das Bewerbungsverfahren bei Accenture abläuft. Interessant war es auch, sich mit den anderen Teilnehmern fachlich und beruflich auszutauschen, da wir aus ganz unterschiedlichen Fachrichtungen kamen.

Der Blick über den Tellerrand – mein persönliches Fazit
Ich fand ich die Veranstaltung sehr gelungen, weil ich mehr über die Arbeitsweise bei Accenture und die Mitarbeiter einer Beratung erfahren konnte. Durch die Vorträge und die Gespräche mit den Unternehmensvertretern habe ich aktuelle Trends, Chancen und Herausforderungen in einer IT-Beratung kennengelernt.

Zusätzlich konnte ich einen Blick über den Tellerrand der BWL werfen und sehen, welche interessanten und vielfältigen Perspektiven es auch in benachbarten Gebieten gibt. Daher würde ich diesen Workshop nicht nur Studenten empfehlen, die durch ihr Studium den entsprechenden IT-Hintergrund haben. Sondern auch Studenten, die einfach die Gelegenheit nutzen wollen, eine der führenden IT- und Managementberatungen kennenzulernen. Die Veranstaltung war genau das, was ich erwartet hatte: eine Kombination aus persönlichem Kennenlernen und fachlichen Einblicken.

Community & Blog Quelle:sxc.hu Autor:clixMehr Erfahrungsberichte?
Berichte aus den Vorjahren findest du auf der Website in der Rubrik Community & Blog.

Ökonomie für Nicht-Ökonomen

Freitag, den 9. Juli 2010
Fiona

"agora42" ist ein Ökonomie-Magazin für Nicht-Ökonomen. Nicht Zahlen stehen im Mittelpunkt, sondern der Mensch und die Philosophie. Dabei reichen die Themen von "Der Faktor Zeit" bis "Ich – Ausgeburt des Marktes?". Die Gründer: e-fellow Wolfram und zwei Freunde. Was sie zu dem Magazin inspirierte? Die Erkenntnis, dass Großbritannien mit "The Economist" etwas hat, das in Deutschland noch fehlt.

e-fellow Stefan e-fellow Wolfram (27) hat "International Business Administration" an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt studiert. Seinen Master in "Corporate Management and Economics" machte er an der Zeppelin Universität am Bodensee. 2009 gründete er gemeinsam mit zwei Freunden "agora42" – ein Magazin für Ökonomie, Philosophie und Leben.

Wie alles begann
Eigentlich arbeitet Wolfram als Unternehmensberater bei der Kürn Cetin Capital AG. Er und Nazim Cetin, sein Chef und Vorstand der Kürn Cetin Capital AG, beschäftigen sich aber auch gerne mit anderen Themen, wie zum Beispiel der Wirtschaftskrise und wie sie die Gesellschaft beeinflusst. "Uns fiel auf, dass es in Deutschland kein Magazin gibt, das sich mit volkswirtschaftlichen Themen auseinandersetzt und in einfachen Worten erklärt. Daraus entstand die Idee, ein Magazin wie 'The Economist' herauszubringen."

Ich - Ausgeburt des Marktes? [Bildquelle: agora42]
Ich – Ausgeburt des Marktes?
[Bildquelle: agora42]

Was hat Ökonomie eigentlich mit Philosophie zu tun?
Frank Augustin, ehemals stellvertretender Chefredakteur eines Philosophie-Magazins und Mitgründer der "agora42", brachte Wolfram und Nazim dann auf eine weitere Idee: "In der Ökonomie geht es nicht nur um bloße Zahlen, sondern auch um Philosophie. Gerade die Wirtschaftskrise hat gezeigt, dass Theorie-Modelle an ihre Grenzen geraten können. Denn der Mensch handelt nicht immer klug und rational. Es ist wichtig, umzudenken, und auch ein neues Menschenbild zu entwickeln." Für alle war klar: "Wenn die Philosophie der Versuch ist, die Welt und die menschliche Existenz zu deuten, dann sollten wir uns ebenfalls näher damit beschäftigen."

Anfängliche Stolpersteine
Wolfram, Nazim und Frank merkten schnell, dass die Herausgabe eines Magazins viel komplexer ist, als sie eigentlich dachten. Schritt für Schritt mussten sie sich zunächst voranarbeiten: Sie suchten eine Druckerei, erste Interviewpartner, einen Grafiker, schrieben eigene Artikel und bauten Vertriebsstrukturen auf. Zwischendurch kam es auch zu Verzögerungen: Da Wolfram und seine Mitgründer mit den Layout-Ergebnissen der ersten Agentur unzufrieden waren, suchten sie kurzerhand eine neue.

"agora42" – Ein Titel mit einer Geschichte
Auf den ersten Teil des Titels einigten sie sich schnell: "'agora' ist altgriechisch und bedeutet 'Versammlungsplatz' oder 'Markt' und war auch der Ort des intellektuellen Diskurses. 'agora' steht somit für die unvergängliche Weisheit der alten Philosophen", so Wolfram.

Auf der Suche nach Antworten
"Weitaus schwieriger war es, eine Verbindung zur Moderne herzustellen. Die Zahl '42' ergab sich eher aus Zufall. Sie stammt aus dem Buch 'The Hitchhiker's Guide to the Galaxy' von Douglas Adams und ist die Antwort eines Supercomputers, der von den Menschen gebaut wurde, um die Frage nach 'life, the universe and everything' zu beantworten. Nach 7,5 Millionen Jahren errechnete der Supercomputer die Antwort: '42'. Die Erkenntnis: Die Frage muss wohl präziser gestellt werden." Der Titel und das Magazin selbst sind somit eine Mischung aus Alt und Neu: Einerseits geht es um alte philosophische Weisheiten, andererseits um die Suche nach den Themen der Zukunft, wie zum Beispiel in der aktuellen Ausgabe "Ich – Ausgeburt des Marktes?".

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Wolframs Unternehmen:

  • Unternehmensname: agora42, Magazin für Ökonomie, Philosophie und Leben
  • Branche: Print/Media/Verlag
  • Produkt: zweimonatlich erscheinendes Magazin
  • Gegründet: 2009
  • Beschäftigte: sechs
  • Website: www.agora42.de

Wolfram über sich und sein Unternehmen:

Mein Unternehmen habe ich mit zwei Freunden gegründet, weil…
… es in Deutschland keine Magazine oder sonstige Medien gab, die makroökonomische Themen erklären und philosophisch reflektieren.

Mein Unternehmen ist profitabel, weil…
… wir in einer Zeit der Orientierungslosigkeit leben, in der diese Fragen immer wichtiger werden und auch jeden persönlich betreffen.

Unternehmer sein liegt mir, denn…
… so habe ich die Dinge selbst in der Hand – sowohl bei Erfolg als auch Misserfolg.

Startkapital habe ich erhalten über…
… meinen Mitgründer und Partner Nazim Cetin und einen Förderkredit.

Wenn ich nicht mein Unternehmen leite, dann…
… arbeite ich noch für die Kürn Cetin Capital AG, eine Corporate Finance Advisory für den Mittelstand. Beim Bouldern (Klettern ohne Seil und Gurt) versuche ich dann, abzuschalten.

In fünf Jahren…
… wird "agora42" weiterhin kontroverse Meinungen und überraschende Perspektiven präsentieren und aktiv an der öffentlichen Meinungsbildung teilnehmen.

Mein Tipp für andere Unternehmensgründer:
Kreativ und hartnäckig bleiben. Wenn man zudem zu hundert Prozent hinter seiner Gründungsidee steht, einen Sinn darin sieht und die Verwirklichung der Idee über bloßes Geldverdienen hinausgeht, fällt die "Durststrecke" zu Beginn wesentlich kürzer aus.

Community & Blog Quelle:sxc.hu Autor:clixMehr Gründer-Porträts?
Porträts aus den Vorjahren findest du auf der Website in der Rubrik Community & Blog.

Erfahrungsbericht (Freshfields): Wie man die Finanzkrise mit ihren eigenen Mitteln schlägt

Donnerstag, den 8. Juli 2010
Erfahrungs- bericht

Currywurst, Velotaxi und Wirtschaftskrise – gar nicht steif ging es bei den Karrieretagen von Freshfields Bruckhaus Deringer zu. Zwei Tage lang informierte Freshfields über die Arbeitsweise einer internationalen Wirtschaftskanzlei. Bei den Workshops lernte e-fellow Carsten nicht nur viele Anwälte persönlich kennen, sondern auch, wie man die Wirtschaftskrise mit ihren eigenen Mitteln schlagen kann. Die nächsten Karrieretage sind am 25./26. Februar 2011 in Berlin.

e-fellows.net-Stipendiat Carsten (25) promoviert in Wirtschafts- und Arbeitsrecht an der Universität Göttingen. Freshfields Anwälte erklärten ihm bei den Karrieretagen in Frankfurt die Verbriefungstechnik, M&A-Transaktionen und wie der Einstieg bei Freshfields gelingt.

Titel und Thema der Veranstaltung
Karrieretage von Freshfields Bruckhaus Deringer

Zeit, Ort und dauer der Veranstaltung
11. und 12. Juni, Frankfurt am Main

Teilnehmerzahl und Unternehmensvertreter
28 Teilnehmer und zahlreiche Vertreter von Freshfields Bruckhaus Deringer aus den unterschiedlichen Praxisgruppen

Warum ich an der Veranstaltung teilgenommen habe
Ich habe an der Veranstaltung teilgenommen, weil ich die Arbeitsweise einer Großkanzlei und auch Freshfields Bruckhaus Deringer kennenlernen wollte. Freshfields kannte ich zuvor nur aus den Medien. Mich interessierten vor allem die Einstiegsmöglichkeiten als Referendar. Einige der anderen Teilnehmer waren bereits konkret an einem Berufseinstieg als Anwalt interessiert. Auf dem Programm standen neben Vorträgen und Workshops auch gemeinsame Veranstaltungen, bei denen man die Anwälte von Freshfiels Bruckhaus Deringer ungezwungen ansprechen konnte.

Von langen Telefonkonferenzen und alten Zeiten
Am 11. Juni begrüßte uns Dr. Markus Paul. Nachdem wir die Geschichte der Kanzlei gehört hatten, wurden uns die neun Praxisgruppen von Freshfields vorgestellt. Es folgte ein Vortrag von Dr. Alexander Glos und Dr. Uwe Trafkowski über die Tätigkeit des Anwalts in einer internationalen Wirtschaftskanzlei. Darin ging es zum Beispiel auch um die Vor- und Nachteile langer Telefonkonferenzen. Anschließend erinnerte sich Christina Zapf an ihre ersten hundert Tage bei Freshfields – ein Thema, das viele Zuhörer besonders interessierte. Frau Zapf machte während ihres Referendariats ein Projekt bei Freshfields – und durfte dieses nach dem Berufseinstieg weiter begleiten. So hatte sie direkt die volle Verantwortung.

Kontakt zu Freshfields aufnehmen?
In der Freshfields-Gruppe Fragen stellen oder Alumni mit Erfahrung bei Freshfields kontaktieren.

Nach einem leckeren Mittagessen folgten die ersten beiden Workshops. Hier wurden jeweils drei Praxisgruppen parallel vorgestellt. Man konnte bereits vorher seine Vorlieben für bestimmte Rechtsgebiete angeben. So konnten die Teilnehmer ihren Interessen nach auf die Workshops verteilt werden.

Wie die Verbriefungstechnik eine Bad Bank finanzieren kann
Während des ersten Workshops lernte ich die Praxisgruppe Bank- und Finanzrecht kennen. Bernhard Kaiser präsentierte uns die Verbriefungstechnik. Durch Verbriefung werden von Banken vergebene Kredite über eine komplexe Struktur und unter Einschaltung sogenannter Special Purpose Vehicles gebündelt. Danach werden sie in Form von Wertpapieren an Investoren im Kapitalmarkt weitergereicht. Diese Struktur besteht aus verschiedenen Ebenen. Die Medien stellen die Verbriefungstechnik oft als Hauptschuldige der Finanzkrise dar. Herr Kaiser milderte diesen Vorwurf ab: Durch die Bildung von Tranchen könne aus einer Masse von Subprime-Loans ein sicheres Investment entstehen, sofern man die Ausfallwahrscheinlichkeiten der zugrunde liegenden Kredite korrekt einschätze. Das Problem der Finanzkrise sei vielmehr ein massiver Vertrauensverlust in die Märkte gewesen, da viele Marktteilnehmer die Strukturen nicht mehr überblickten. Es war Herrn Kaiser besonders wichtig zu zeigen, dass die Verbriefungstechnik eine wichtige Rolle auch bei der Bewältigung der Finanzkrise spielt. Die Anwälte von Freshfields benutzen die Verbriefungstechnik zum Beispiel dazu, über die Bildung von Tranchen die Finanzierung einer Bad Bank sicherzustellen.

Mitreden erwünscht!
Im zweiten Workshop lernte ich von Dr. Timo Elsner, Dagmar Jonski und Dr. Florian Sander aus der Praxisgruppe Immobilienwirtschaftsrecht, wie ein großes Immobilienprojekt abläuft: Welche Risiken bestehen, wie erfolgt die Finanzierung? Dabei wurde auch erklärt, wie ein Grundstück beschafft wird und was beim öffentlichen Baurecht zu beachten ist, bis das fertige Objekt vermietet wird. Die Referenten gestalteten ihren Vortrag sehr lebendig und banden die Teilnehmer stark in ihren Vortrag ein – an einigen Stellen wurde auch diskutiert.

Von Currywurst bis Schneckenragout
Am Abend trafen sich alle Teilnehmer und viele Anwälte von Freshfields zum Dinner. Von Currywurst bis hin zu Rinderfilet auf Schneckenragout war für jeden etwas dabei. Auch für Fußballfans war gesorgt: Diese konnten im Kaminzimmer das WM-Spiel zwischen Frankreich und Uruguay verfolgen (welches sicherlich eher von der Spannung und weniger von der spielerischen Klasse beider Mannschaften lebte…). Danach ließen die Teilnehmer den Abend bei einem Cocktail auf der Dachterrasse ausklingen und genossen den Blick auf die nächtliche Frankfurter Skyline.

Wie funktioniert eine M&A-Transaktion?
Am nächsten Morgen fand der dritte Workshop statt. Dieses Mal lauschte ich Rick van Aerssen und Dr. Patrick Cichy aus dem Bereich Gesellschaftsrecht/M&A. Herr van Aerssen und Herr Cichy erläuterten uns den Ablauf einer M&A-Transaktion. Ein Unternehmenskauf besteht in der Regel aus sechs Phasen: Noch vor dem Letter of Intent wird dieTransaktion vorbereitet, dann kommen die Vorverhandlungen. Danach, aber noch vor dem Signing, folgen die Due Diligence und die Verhandlungsphase. Dem Signing schließt sich die Abwicklungsphase an. Nach dem Closing folgt abschließend die Integrationsphase. Nach dieser Darstellung wurde uns mit der Übernahme der Postbank durch die Deutsche Bank eine atypische Transaktion vorgestellt. Das Problem: Zwei Tage nach der Unterzeichnung des Kaufvertrags eskalierte mit der Insolvenz von Lehman Brothers die Finanzkrise. Um die Transaktion nicht zu gefährden, musste sie nachverhandelt und in wesentlichen Punkten neu strukturiert werden.

Mit den Velotaxis zum Barbecue
Nach dem Workshop hörten wir noch drei kurze Vorträge. Im ersten ging es um das Anwaltstrainee-Programm, das vor allem für potenzielle Referendare und Berufseinsteiger interessant ist. Danach ging es noch um die Weiterbildung als Anwalt bei Freshfields und die vielfältigen Pro-Bono-Aktivitäten der Kanzlei. Nach einer umweltfreundlichen Stadtrundfahrt in einer ganzen Flotte von Velotaxis ging es schließlich zurück zum Hotel, wo ein gemeinsames Barbecue bei schönstem Sonnenschein die Karrieretage abrundete.

Mein persönliches Fazit und wem ich die Veranstaltung weiterempfehle
Die Karrieretage von Freshfields empfehle ich allen (angehenden) Juristen, die sich vorstellen können, in einer Großkanzlei zu arbeiten. Man bekommt dort die Gelegenheit, die Kanzlei und viele dort beschäftigte Anwälte kennenzulernen und sich über die Einstiegsmöglichkeiten zu informieren.

Community & Blog Quelle:sxc.hu Autor:clixMehr Erfahrungsberichte?
Berichte aus den Vorjahren findest du auf der Website in der Rubrik Community & Blog.