Monatsarchiv für Juni 2010

Bewerbung: Wohin mit der Quelle?

Freitag, den 25. Juni 2010
Lukas

Wenn ich schreibe, dass ich die Stelle über die Firmenwebsite gefunden habe, zeige ich dann besonderes Interesse am Unternehmen? Und genügt bei einer E-Mail-Bewerbung die Quelle in der Betreffzeile? Ein paar Tipps zur Quelle – quasi von der Quelle: dem Personaler-Alltag.

Ein guter Bewerber versteht es, sich in den Personaler hineinzuversetzen und macht ihm die Arbeit so leicht wie möglich. Das fängt an mit einem PDF-Anhang statt vielen einzelnen Word-Dateien – und hört noch lange nicht auf mit einer Signatur in der E-Mail für eine schnelle Rückrufmöglichkeit. Ja, ich kann dem Personaler sogar helfen, sein Budget besser einzuteilen.

Aus welcher Quelle sprudeln die besten Bewerber? [Bildquelle: sxc.hu, Autor: goos]
Aus welcher Quelle sprudeln die besten Bewerber? [Bildquelle: sxc.hu, Autor: goos]

Personaler schreiben ihre Stellen an vielen Orten aus. Ständig fragen sie sich: Wo investiere ich mein knappes Budget am besten? Daher tust du ihnen einen großen Gefallen, wenn du ihnen die Quelle nennst, über die du auf die Stelle aufmerksam geworden bist.

E-Mail-Bewerbung: redundant ist richtig
Aber wo kommt sie hin, diese Quelle? Bei der E-Mail-Bewerbung:

  • in den Betreff der E-Mail (zum Beispiel "Bewerbung auf Ihre Stellenausschreibung bei e-fellows.net für einen Community-Manager")
  • im Anschreiben des separaten PDF-Dokuments noch einmal als Betreff zwei Zeilen oberhalb der Anrede (wie in einer klassischen Papier-Bewerbung). Zum Beispiel: "Ihre Stellenausschreibung auf e-fellows.net / Bewerbung als Community-Manager".

Warum diese Dopplung? Nun, die E-Mail erhält oft eine Person, die dann nur die Bewerbung selbst, also den PDF-Anhang ausdruckt und an (weitere) Entscheidungsträger durchreicht. Beide sollen in der Lage sein, die Bewerbung bequem einer Quelle zuzuordnen.

Bewerbung über externe Jobbörsen
Die Quelle sparen kann man sich hingegen bei Bewerbungen über nicht unternehmenseigene Jobbörsen wie die von e-fellows.net oder monster. Denn hier leitet die Jobbörse die Bewerbung in der Regel mit Quellenvermerk an den Arbeitgeber weiter. Es schadet aber nicht, die Quelle zur Sicherheit zumindest im Anschreiben noch einmal zu nennen (Beispiele siehe unten).

Unternehmenseigene Jobbörsen
Anders verhält es sich mit unternehmenseigenen Jobbörsen, zum Beispiel dem Karriereportal von Roche. Vor allem große Unternehmen akzeptieren vermehrt nur noch Bewerbungen über ihr hauseigenes Portal, obwohl sie ihre Stellen an vielen Orten ausschreiben. In diesem Fall verweisen sie auf den anderen Jobbörsen für die Bewerbung auf ihr Portal. Fragt das Unternehmen die Quelle bei der Bewerbung dann nicht über ein Formularfeld ab, solltest du dem Personaler den Gefallen tun und die Quelle zumindest im Anschreiben nennen (Beispiele siehe unten). Aber Achtung: Die Quelle ist in diesem Fall nicht das Karriereportal des Unternehmens.

Anbiedern bei der Quelle bringt nichts
Eine Personalerin erzählte mir neulich, dass seit Jahren ein unrealistisch hoher Anteil der Bewerber angebe, die Stelle über das unternehmenseigene Karriereportal gefunden zu haben. Wahrscheinlich will der Bewerber damit besonderes Interesse am Arbeitgeber demonstrieren, da er sich ja auf dessen Website über die Jobangebote informiert und nicht irgendwo zufällig drauf gestoßen ist. Man tut dem Personaler also mit der Angabe der Firmenwebsite als Quelle keinen Gefallen und verschafft sich darüber auch keine Vorteile. Gerade wenn man zum Beispiel über e-fellows.net von der Stelle erfahren hat, also einem Portal, das für eine sehr gute Zielgruppe steht, sollte man die wirkliche Quelle angeben.

Quelle im ersten Satz des Anschreibens
Gibt es aus irgendeinem Grund keine Möglichkeit, die Quelle im Betreff zu nennen, kann man sie auch im ersten oder zweiten Satz des Anschreibens einflechten. Das ist auch der Fall, wenn man über eine persönliche Empfehlung auf die Stelle aufmerksam wurde.

Beispiele:

"mit großem Interesse habe ich Ihre Stellenausschreibung bei e-fellows.net gelesen und möchte mich hiermit als Experte für Wurstsalatvertrieb bewerben."

"über xy habe ich Ihre Stellenausschreibung für einen Design Consultant gefunden. Auf diese Stelle bewerbe ich mich hiermit, da …."

"Ihr Kollege Martin Maier, ein früherer Kommilitone, hat mich auf Ihre Ausschreibung für die Stelle als Patentanwalt aufmerksam gemacht. Auf diese Stelle bewerbe ich mich hiermit, da …

"hiermit möchte ich mich für ein Praktikum im Online-Marketing bewerben. Ich bin durch e-fellows.net auf Ihr Stellenangebot aufmerksam geworden."

"in Ihrer Anzeige vom …. suchen Sie eine/n …"

Erfahrungsbericht (Bundestreffen 2010):
Auf den Spuren der friedlichen Revolution

Freitag, den 25. Juni 2010
Erfahrungs- bericht

Spannung und Spaß in Leipzig: Beim diesjährigen Bundestreffen erwartete Lisa und die anderen e-fellows eine nächtliche Stadtführung entlang der Spuren der friedlichen Revolution von 1989. Vorbei ging es an Orten, an denen die Demonstrationen damals stattgefunden hatten, wie zum Beispiel der Stasi-Bezirksverwaltung Leipzig. Die e-fellows lernten an diesem Abend einiges dazu: Woher der bekannte Satz "Wir sind das Volk" stammt – und auch wo die besten Discosongs aufgelegt werden.

e-fellow Lisae-fellows.net-Stipendiatin Lisa (20) studiert BWL an der School of Business Administration in Hamburg. In ihrer Freizeit tanzt sie gerne und geht auf Poetry Slams und Konzerte. Ihre wahre Leidenschaft gilt aber dem Vertrieb.

Auf Tuchfühlung mit der HHL
Nach einer interessanten Führung durch die Handelshochschule Leipzig (HHL) stärkten wir uns im Innenhof mit Wurst und Brot. Dabei hatten wir die Möglichkeit, uns mit den Studenten der HHL auszutauschen und – von Student zu Student – über Studienmöglichkeiten in Leipzig zu sprechen. Anschließend machten wir einen kurzen Zwischenstopp im Hostel, da manche e-fellows erst gegen Abend angekommen waren. Somit konnten auch die letzten ihr Bett beziehen, bevor wir zu zwei unterschiedlichen Stadtführungen aufbrachen.

Auf den Spuren der friedlichen Revolution [Bildquelle: e-fellows.net]
Auf den Spuren der friedlichen Revolution
[Bildquelle: e-fellows.net]

Nächtliche Stadtführung entlang der Spuren der friedlichen Revolution
Ich habe an der Führung "Auf den Spuren der friedlichen Revolution" teilgenommen. Los ging es vor der Nikolaikirche, wo ab 1989 regelmäßig Friedensgebete organisiert wurden. Außerdem bildeten sich über die Jahre hinweg im Anschluss an die Gebete immer öfter friedliche Demonstrationsgruppen. Auch der bekannte Satz "Wir sind das Volk" entstand zu dieser Zeit. Trotz der nächtlichen Kälte waren alle sehr gebannt und interessiert und wollten mehr über die Rolle der Kirchen und Messestadt Leipzig in der friedlichen Revolution erfahren. Es war beeindruckend "live" an den Plätzen zu sein, wo damals die Demonstrationen stattfanden: vor den Kirchen, der "Runden Ecke", also der Stasi-Bezirksverwaltung Leipzig, und am Innenstadtring. Unsere Fremdenführerin zeigte uns auch einige Bilder auf denen die Entwicklung der Demonstrationen zu sehen war.

Gemeinsames Abendessen [Bildquelle: e-fellows.net]
Gemeinsames Abendessen
[Bildquelle: e-fellows.net]

Vorfreude auf den nächsten Tag
Im Anschluss an die nächtliche Stadtführung trafen wir uns alle wieder in einer Bar, um bei einem Getränk und ein paar Snacks den ersten Abend des Bundestreffens ausklingen zu lassen. Es entstanden Diskussionen über die Stadtführung, über Politik und auch über Fußball. Dabei konnten wir uns gegenseitig näher kennenlernen. Beim Treffen waren e-fellows aus der Schweiz und ganz Deutschland vertreten: von Zürich bis nach Karlsruhe, von Berlin und Bielefeld bis nach Hamburg – und auch aus Leipzig selbst. Die Studiengänge waren dabei so unterschiedlich wie die Herkunft der Studenten. Schnell fanden sich Gesprächsthemen und der Austausch war rege und heiter. Allein über das Wetter und Rafting am folgenden Tag diskutierten wir viel, denn 16°C luden nicht gerade ein, ins kühle Nass zu springen. Eine Frage, die uns zum Beispiel sehr beschäftigte, war: Wie kalt ist das Wasser trotz Neoprenanzug? :-)

Mit DJ Hans durch die Nacht
Um eine unbekannte Stadt besser kennenzulernen, darf neben dem Kulturprogramm natürlich auch das Nachtleben nicht fehlen. Also beschlossen wir, die nächtliche Partyszene zu testen. Wir entschieden uns gegen eine Ü28-Party und für den "70er und 80er Club", wo DJ Hans noch bis in die frühen Morgenstunden die besten Discosongs auflegte. Gegen 3.30 Uhr ging es schließlich zurück ins Hostel. In Gedanken waren alle bereits beim Rafting, das schon in fünfeinhalb Stunden losgehen sollte.

Community & Blog Quelle:sxc.hu Autor:clixMehr Erfahrungsberichte?
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Erfahrungsbericht (Bundestreffen 2010):
Kampf der Naturgewalten

Donnerstag, den 24. Juni 2010
Erfahrungs- bericht

Früher Morgen, eisige Kälte, eine reißende Flut. Drei Rafting-Boote donnern den Fluss hinunter. Plötzlich wirbeln Paddel durch die Luft und ein herrenloses Boot treibt einsam durchs Gewässer. Beim Bundestreffen 2010 in Leipzig kämpften Tinka und 20 weitere e-fellows heldenhaft gegen die Naturgewalten. Doch viel Zeit auszuruhen blieb den erschöpften e-fellows an diesem Tag nicht. Denn die Künstler und Existenzgründer Leipzigs hatte noch einiges zu bieten.

e-fellow Tinkae-fellows.net-Stipendiatin und ehemalige Community-Praktikantin Tinka (23) hat an der IBS in Groningen "Marketing-Management" studiert und macht zurzeit ein Praktikum bei Kienbaum in Berlin. Zum Herbstsemester geht's ab in den Süden – für einen Master in "Public Management and Governance" an der Zeppelin Universität. Tinka reitet, spielt Klavier, liest leidenschaftlich gerne Bücher und surft ab dem Herbst auf dem Bodensee.

Frühstücksei und S-Bahn-Melodei
Es ist 9.30 Uhr. Ich hänge mit der Nase in einer Tasse Hostel-Kaffee und schimpfe murmelnd auf den Wahnsinnigen, der die Idee hatte, Samstagmorgen bei 16°C zum Raften zu fahren. Nicht nur, dass es mitten in der Nacht ist. Meine Knochen sind immer noch tiefgefroren von der Nacht davor. Ein paar Weicheier (Vernünftige) von uns liegen noch in ihren Betten und verweigern sich der Tortur. Ich überlege kurz, mich ihnen anzuschließen. Bringe es dann aber doch nicht übers Herz, die Frauenquote noch weiter zu senken. Eine halbe Stunde später ist die schlechte Laune vergessen und ich singe mit Sabine zum Entzücken aller fröhliche Lieder in der S-Bahn. Das kann ja nur ein guter Tag werden.

Keiner wird zurückgelassen
Meine Begeisterung steigt noch weiter, als ich in Neopren-Vollmontur den militärisch anmutenden Ausführungen des Rafting-Chefs lausche. Er erklärt, wie man sich am besten verhält, wenn man aus dem Boot fällt. Moment mal! Aus dem Boot fallen? "Ist das die Regel?" fragt eine verschüchterte Stimme aus der Ecke. "Ehm, nö", antwortet der Chef "man könnte sagen, eigentlich fällt nie einer raus." Kurz bin ich erleichtert. Dann erscheint mir die Aussage plötzlich sehr politisch.

Sprung ins 12°C kalte Wasser
Doch zum Grübeln bleibt keine Zeit. Ab ins Boot und rauf aufs Wasser. "So, dann alle mal rein da!" verkündet unser Gruppen-Leiter fröhlich. "Wie rein da? Ins Wasser?" Entsetzte Blicke. "Ja klar." Der erste platscht ins Wasser, ich folge beherzt – und zerreiße mit einem Jaulen die morgendliche Luft. Ja, es war kalt. Die Kälte ist aber mein geringstes Problem, als wir einige Minuten später unser Boot auf das Förderband manövrieren, das uns in unsere erste Wildwasser-Runde schickt. "Eigentlich fällt nie einer raus …"

Gut geschützt im Kampf gegen die Naturgewalten [Bildquelle: sxc.hu/Autor: duduhp]
Gut geschützt im Kampf gegen die Naturgewalten [Bildquelle: sxc.hu/Autor: duduhp]

Der Kampf der Gewalten
"Vorwärts!" Die Gischt spritzt uns ins Gesicht, die Wassermassen brodeln. "Achtung!" Wie ein Mann reißen wir die Paddel in die Luft. "Zurück!" Wir stemmen uns gegen die Fluten. Es ist ein Kampf mit den Naturgewalten – doch wir gewinnen. Jubelnd fallen wir uns in die Arme, als wir seichteres Gewässer erreichen. Was für ein Spaß! Wir blicken uns um und erstarren. Neben uns treibt ein herrenloses Boot in den Fluten. Paddel trudeln durch die Strudel. Überall hilflose e-fellows im Wasser. Weiter oben steckt ein Boot auf einem Hindernis fest – die Mannschaft versucht gerade, es schaukelnd zu befreien. "Ist das Absicht?" frage ich meine Mit-Paddler. Ich denke nicht. Wie es scheint, sind wir das einzige Boot, das den Trip mit voller Besatzung überstanden hat. (Wenn ich auch einmal nur durch Sabines heldenhaften Einsatz an Deck gehalten wurde). Jaja, "eigentlich fällt nie einer raus."

Linsencurry auf Plüschsofas
Zweieinhalb Stunden später trotten wir völlig erschöpft durch den Staub Richtung Bus. Daniel scheucht uns unermüdlich, doch er erntet nur apathische Blicke. So schmeißt er sich in letzter Sekunde vor den abfahrenden Bus und sichert uns unsere Fahrt zur Kantine im Tapetenwerk. Dort gibt es in loftiger Backsteinatmosphäre leckeres Linsencurry – und Sofas, auf denen sich bald schnarchende e-fellows strecken. Nach einem kurzen Koffein-Einwurf heißt es aber schon weiterziehen, denn Kultur wartet nicht.

Führung durchs Tapetenwerk [Bildquelle: e-fellows.net]
Führung durchs Tapetenwerk
[Bildquelle: e-fellows.net]

Kunst und Co-Working
Die beiden Galeristinnen Carolin Modes und Esther Niebel empfangen uns in ihrem Reich und weihen uns ein in die Welt der Künstler und Existenzgründer des Tapetenwerks. Besonders beeindrucken mich die riesigen Linolschnitte – die berüchtigte Schamhaar-Stickerei ist nicht so mein Fall ;) . Wir besuchen den Leipziger Co-Working-Space und treffen Architektin und Tapetenwerk-Eigentümerin Jana Reichenbach-Behnisch. Danach besichtigen wir die alte Spinnerei und ihre Galerien. Ich erhoffe mir einen kurzen Blick ins Klavierhaus, doch das ist geschlossen. Dafür schaue ich kurz in der Fahrrad-Design-Werkstatt vorbei. Dort hängt ein Rad, mit dem schon einmal die Welt umrundet wurde.

Flammender Kuchen und Splitter-Cocktails
So beeindruckend diese Welt der Künste auch ist, ich bin müde und will sitzen. Deshalb freue ich mich, als es zum Flammkuchen-Abendessen ins "Volkshaus" geht. Gestärkt versuchen wir nach einer Weile, zur Pub-Tour zu starten – doch die Gruppe zerfällt. So schlürfe ich mit einer e-fellows-Splitterfraktion ein paar Cocktails und falle irgendwann in meinem Bett in Ohnmacht. Gerüchteweise haben andere noch länger durchgehalten und sind sogar Teilen des Pub-Plan gefolgt. Aber das sind wirklich nur Gerüchte ;) .

Abschieds-Brunch [Bildquelle: e-fellows.net]
Gemeinsamer Abschieds-Brunch am letzten Tag [Bildquelle: e-fellows.net]

Muskelkater und Abschiedstränen
Am nächsten Morgen erwartet uns ein sehr leckerer Brunch, bevor es nach Hause geht. Ich bimmele mit zwei anderen Berliner e-fellows durch die Taiga zwischen Leipzig und der Hauptstadt und versuche mühsam, die Tränen zurück zu halten. Meine schmerzenden Knochen wissen: Schön war's. Bis zum nächsten Mal.

Community & Blog Quelle:sxc.hu Autor:clixMehr Erfahrungsberichte?
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Tagebuch (Telekom): Der Campus-Tour-Sieger bloggt aus Südafrika

Montag, den 21. Juni 2010
Tagebuch

Seit Anfang Mai ist Jost Löhnenbach in Südafrika. Bei T-Systems in Johannesburg macht er ein Praktikum in der Marketing- und Kommunikationsabteilung. In seinem ersten Monat geht es um Unternehmensleitlinien, Rugby-Spiele als Kundenevent, Fußball-Verrücktheit – und um den "Dress-for-madness"-Freitag.

e-fellow XYJost Löhnenbach hat einen Volltreffer gelandet. Bei der Telekom-Campus-Tour gewann er ein Praktikum in Südafrika – und verbringt nun drei Monate dort, genau zur Zeit der Fußball-Weltmeisterschaft.

Das Thema meines Praktikums
Die interne "Vermarktung" der Unternehmensleitlinien (oder auch "Guiding Principles") spielt bisher die wichtigste Rolle in meinem Praktikum. Ich wurde beauftragt, einen Katalog an Kommunikationsmaßnahmen zu entwickelnmit denen die Bedeutung dieser Leitlinien vermittelt wird. Vereinfacht gesprochen ist unser Ziel, eine hohe "awareness" für diese Leitlinien unter allen Mitarbeitern zu erzeugen. Die Leitlinien sollen nicht nur als sinnvoll begriffen werden, sondern im täglichen Berufsalltag gelebt und damit Schritt für Schritt zu einer echten T-Systems-Kultur werden.

Was hat ein "Dress-for-Madness" Freitag mit den Unternehmensleitlinien zu tun? (26. Mai)
In einem Kreativwettbewerb zur Fußball-WM wollen wir die T-Systems-Mitarbeiter motivieren, Woche für Woche spielerisch über die Unternehmensleitlinien nachzudenken. So charakterisiert unser Maskottchen T-Bee beispielsweise "I am T – count on me" in dem Sinne, dass sie ihr Leben gibt, um ihren Stamm zu beschützen.

In diesem Sinne widmete sich der vergangene Freitag unter dem Motto "Dress for Madness" der Leitlinie "Team together – team apart" und forderte dazu auf, sich als verrücktestes Team innerhalb der T-Systems zu präsentieren. Man kann sich leicht vorstellen, welchen Spaß ich hatte, mit Perücke auf dem Kopf und Kamera in der Hand durch die Büros zu ziehen und die jecken Fans einzufangen.

Bafana Bafana hat endlich auch ein Spiel gewonnen (28. Mai)
Wenn ich vor drei Wochen noch davon berichtet habe, dass der Rasen des Loftus-Stadion in Pretoria eher einem Acker gleicht, dann habe ich gestern beim WM-Vorbereitungsspiel Südafrika gegen Kolumbien das Gegenteil erlebt. Mein heutiges Feedback: Es kann losgehen!

Johannesburg Soccer City ist nicht nur ein würdiges Stadion, um am 11. Juli den Weltmeister zu küren. Hier könnte eine Festung entstehen, die das Bafana-Bafana-Team zumindest ins Achtelfinale befördert. Aber schaut euch den "Wahnsinn" selber an und lasst euch vom Fieber anstecken. Ich habe ein kurzes Video gedreht. So läuft das dann 90 Minuten am Stück.

Ein bisschen Spaß muss sein: Rugby als Business-Event
In Midrand habe ich gestern und heute die Organisation unseres Kundenevents im Orlando Stadium in Soweto unterstützt. Am Samstag schickt die T-Systems zum Ausbau und zur Pflege von Kundenbeziehungen – okay, sicherlich auch ein bisschen Spaß dabei – eine ausgewählte Gruppe aus Managern mit externen Partnern zum Rugby-Finale der Super-14-Saison.

Viel Fragen sind zu klären
Das bedeutet für unser Marketingteam vor allem koordinatorische Aufgaben und Anfragen, um einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung sicherzustellen. Wie viele Soft-Drinks, Bier und Wein sind auf Lager? Reicht der Vorrat an Snacks, oder muss die Cafeteria noch eine Bestellung aufgeben? Bereiten wir kleine Aufmerksamkeiten vor? Welche Vorlieben haben die Gäste? Kann die Sitzplatzordnung im Stadion noch spontan variiert werden? Ist der Transport inklusive Parktickets geregelt? Wie gestalten wir den Empfang bei der T-Systems vor der Abfahrt zum Stadion? Sind die wichtigsten Geschäftspartner eingeladen?

Und das ist vermutlich noch die kritischste und sehr hart umkämpfte Entscheidung, denn wie und wer beurteilt die Bedeutung und das Potenzial einer bestimmten Kundenbeziehung? Zumal auf einmal jeder Manager den bedeutendsten Kunden betreut. Was das angeht, habe ich bisher jedenfalls schon die ein oder andere Meinungsverschiedenheitmitbekommen. Und was im Folgeschritt für mich persönlich wichtig ist: gelernt zu haben, wie wir gemeinsam zu einer Lösung kommen.

Arbeiten am Zweitstandort in Midrand (8. Juni)
Für mein Change-Management-Projekt habe ich mich im zweiten Gebäudekomplex der T-Systems umgesehen. Die T-Systems hat mit der Übernahme des ehemaligen Staatsunternehmen Arivia einerseits seinen IT-Outsourcing-Marktanteil gesteigert und durch Arivias Kundenstruktur enorme Kompetenz im öffentlichen Sektor erworben. Andererseits gilt es nun, 1.200 "Beamte" in ein globales Unternehmen zu integrieren. Und genau diesen für beide Seiten auch schmerzhaften Prozess bekomme ich zurzeit mit.

Wie es in den Köpfen der Mitarbeiter aussieht, kann ich nur schwer beurteilen. Trotzdem spitze ich natürlich die Ohren. Dabei wird schnell klar, dass vor allem die Ex-Arivia-Mitarbeiter mit der neuen Taktzahl ihre Probleme haben. Über Gründe will ich nur spekulieren. Aber ich ordne die Kommentare meiner Kollegen so ein, dass bei einem Integrationsprozess dieser verschiedenen Firmenstrukturen und –kulturen die Ansprüche der neuen Führungscrew zu Arbeitseinsatz und Qualität für den Ein oder Anderen zu hoch sind.

Drei Kilometer Luftlinie und solche Unterschiede
Offensichtlicher sind allerdings die unterschiedlichen Arbeitsbedingungen im Vergleich zwischen dem T-Systems-Hautpsitz und der neuen Zweigstelle in drei Kilometern Luftlinie.

Im ehemaligen Arivia-Gebäude sieht es nämlich eher so aus: Kantine? Fehlanzeige! Videokonferenzsystem? Wurde am Freitag eingeweiht. Schreibtische und Arbeitsplätze? Altes Holz, dunkle Teppichböden und fehlende Steckdosen. Und die Krönung: Jeder Gang ist durch Gitter abgesperrt, eine angenehme Arbeitsatmosphäre stelle ich mir anders vor. Dass es besser geht, zeigt die T-Systems mit ihrem Hauptsitz im International Business Gateway. Ich bin jedenfalls froh, im "neuen" Gebäude zu arbeiten und in den Genuss der Vorzüge eines westlichen Standards entsprechenden Büros zu kommen.


Im nächsten Monat gibt es weitere Auszüge aus dem Praktikum aus Südafrika.

In der Telekom-Gruppe Fragen stellen oder Alumni mit Erfahrung bei der Telekom kontaktieren.

Tagebuch (Bosch): Ulrichs Einstieg im Junior Managers Program

Donnerstag, den 10. Juni 2010
Tagebuch

e-fellow Ulrich hat Bosch über ein e-fellows.net-
Event kennengelernt. Nach seinem Studium stieg er als Teilnehmer im Junior Managers Program ein. Im Tagebuch berichtet er einmal im Monat von seinem Einstieg; wie er die ersten Projekte meistert und die Kollegen kennenlernt. Diesen Monat heißt es im Allgäu ankommen und in der Bosch-Werkstatt arbeiten.

e-fellow Ulriche-fellows.net-Stipendiat Ulrich (27) hat Wirtschaftsingenieurwesen in Karlsruhe studiert. Mehrere Praktika führten ihn schließlich zu Bosch. In seinem Tagebuch berichtet er von seinem Start ins Berufsleben und was es bedeutet, im Junior Managers Program bei Bosch einzusteigen.

Mein Weg zu Bosch
Auf Bosch als Arbeitgeber bin ich 2008 über ein "Face-to-Face"-Event aufmerksam geworden. Bei diesem wurden sowohl das Unternehmen als auch die Einstiegs- und Karrieremöglichkeiten vorgestellt. Besonders interessant fand ich die anschließende offene Gesprächsrunde. Dabei konnte ich mit Mitarbeitern verschiedener Bereiche und Führungsebenen sprechen. Deren Offenheit und Bodenständigkeit hat mir sehr gut gefallen. Zudem hat mich begeistert, dass ich während meiner Laufbahn – auch nach dem Junior Managers Program – Funktions- und Geschäftsbereiche wechseln kann und auch mehrjährige Auslandseinsätzen nicht unüblich sind.

Nicht nur reden, sondern handeln
Um noch mehr über Bosch zu erfahren, entschied ich mich für ein Praktikum in der Fertigungsplanung für Diesel-Einspritzinjektoren. Da habe ich Bosch näher kennen gelernt und das hat mich darin bestärkt, bei Bosch einzusteigen. Nach Assessment-Center und Vorstellungsgespräch bin ich nun in meiner ersten Station in der Fertigung angekommen.

ABS und ESP im Allgäu
Die ersten beiden Stationen von jeweils sechs Monaten werde ich am Standort Blaichach im Allgäu verbringen. Hier fertigen wir unter anderem ABS- und ESP-Systeme. Mein erster Einsatz ist in der Fertigungsvorbereitung für Magnetventile. Ich analysiere bestehende Qualitätskonzepte und Qualitätsregelkreise für eine Präzisionsspritzgusskomponente, suche Verbesserungspotentiale und setze entsprechende Maßnahmen um.

So sieht die Zukunft aus
Im Anschluss an diese Station werde ich zu den "Technischen Funktionen" wechseln. Diese Abteilung beschäftigt sich unter anderem mit der Herstellung der Werkzeuge für mein Spritzgussteil. Es wird sicher eine interessante Erfahrung, den Blickwinkel zu wechseln. Nach einem Auslandsaufenthalt wird meine letzte Station in einer Zentralabteilung sein. Die genauen Abteilungen der letzten beiden Stationen befinden sich derzeit noch in Planung.

Mein erster Arbeitstag
Nach dem Termin in der Personalabteilung ging es am ersten Tag zu meiner neuen Abteilung. Die Kollegen haben mich herzlich empfangen und mich dem Abteilungs- und Gruppenleiter vorgestellt. Besonders positiv ist mir in Erinnerung geblieben, dass ich gefragt wurde, ob ich mich schon im Allgäu eingelebt hätte oder ob ich noch Hilfe bräuchte. Es geht Bosch also um mehr als nur die reine "Arbeitskraft". Die Abteilung war darauf vorbereitet, dass ich komme: angefangen beim Namensschild auf dem Schreibtisch über bereitgestellte Büromaterialien bis zu einer konkreten Vorstellung meiner künftigen Tätigkeit. Das gibt natürlich ein gutes Gefühl.

Kontakt zu Bosch aufnehmen?
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Meine thematische Einarbeitung
Bei der thematischen Einarbeitung merkte ich, dass sich meine Kollegen und besonders mein Gruppenleiter viele Gedanken gemacht hatten. Sie hatten genau überlegt, wie ich mich am effizientesten in die Abläufe und Arbeitsfelder einarbeiten kann. Für die ersten Tage haben meine Kollegen "vorsortiert", welche Termine für meine Aufgabe interessant sind und mich dann mitgenommen. Zusätzlich haben sich meine Kollegen viel Zeit genommen, um mir Dinge zu zeigen und zu erklären.

Was macht eigentlich ein Werkstattmeister?
Um die Fertigungsabläufe, die Mitarbeiter und den Werkstattalltag besser kennen zu lernen, habe ich mich einerseits in die Dokumente zu Fertigungsabläufen und Qualitätskonzepten eingelesen. Außerdem durchlaufe ich derzeit einen zweiwöchigen Fertigungseinsatz. In der ersten Woche bekam ich einen praxisorientierten Einblick in die Tätigkeiten des Werkstattmeisters und Fachteamleiters. Kommende Woche werde ich, zusammen mit einem Werkzeugmacher, ein Werkzeug zerlegen und mir das Tagesgeschäft der Werkstattmitarbeiter anschauen.

Auch einen Paten gibt es
In allen Fragen steht mir neben der Personalabteilung mein Pate zur Seite. Dieser ist selbst Teilnehmer des Programms und schon seit einiger Zeit am Standort. Zusätzlich gab es ein eintägiges "Neueinsteigertreffen". Im Mittelpunkt dabei stand der Austausch mit anderen Teilnehmern, Mitarbeiterinnen aus der Personalabteilung, ehemaligen Teilnehmern sowie Dr. Wolfgang Malchow, aus der Geschäftsleitung.

Soweit zu meinen Erfahrungen des ersten Monats. In meinem nächsten Blogeintrag werde ich näher auf meine Aufgaben eingehen und über meine Fortschritte berichten.

"Wir galten als rückständig und unmodern" – die Erfinder von e-fellows.net erinnern sich

Mittwoch, den 9. Juni 2010
Lukas

1999 startete in München ein ungewöhnliches McKinsey-Projekt: Zwei Berater sollen nicht zum Kunden, sondern ein Internet-Startup hochziehen – e-fellows.net. Wir haben sie gefragt, wer die Idee zu e-fellows.net hatte, wie der Name entstand, den wir immer buchstabieren müssen, und wieso sie eigentlich unseren Geschäftsführer eingestellt haben.

Wer hatte die Idee für e-fellows.net?

Stephan Kirschbaum: René, ich glaube, das ist dein Part…

René Pankoke: Ich hatte ursprünglich bei McKinsey als Fellow angefangen, zur damaligen Zeit war ich freigestellt für die Promotion. Allerdings war ich an so einem Zeitpunkt angekommen, wo man sich überlegt, die Promotion erst mal hintanzustellen und etwas anderes zu machen.

Inspiriert zu e-fellows.net hat mich die Weihnachtsansprache 1998 von Jürgen Kluge, dem damaligen Managing Director von McKinsey Deutschland. Er war unter anderem der Meinung, dass es ein Karrierenetzwerk geben müsse, damit sich McKinsey auch in Zukunft die besten Nachwuchskräfte sichern könne. Nach der Rede habe ich Jürgen Kluge angesprochen und mit ihm darüber diskutiert, wie man so ein Karrierenetzwerk aufziehen könnte.

Es folgten zwei, drei Runden mit Recruiting-Experten von McKinsey, dabei ist dann die genaue Idee geboren.

Zehn Jahre e-fellows.net!
Wir blicken zurück auf ganz besondere Momente.
10 Jahre e-fellows.net

Die Idee war geboren, wie ging es weiter?

SK: Dann ging das Projekt los. Zuerst waren wir im McKinsey-Büro in der Prinzregentenstraße in München, sind dann aber recht schnell in den "Accelerator" im Zentrum (Im Tal) eingezogen.

RP: Das hat den Leuten im Accelerator ganz gut gepasst, die mit mehr Nachfrage gerechnet hätten…

Der "Accelerator"?

SK: Das war ein Ort, wo Startups und Spinoffs günstig Infrastruktur, also Büros, PCs etc. nutzen konnten. Nach einer "Inkubationsphase" sollten sie dann in feste Räumlichkeiten ziehen. Im Accelerator haben auch die ersten e-fellows.net-Mitarbeiter gearbeitet, in einem großen Raum mit Platz für 10 bis 15 Leute.

Ihr habt damals ja recht schnell einige Partnerunternehmen gewonnen. Heute ist so etwas deutlich zäher…

Beide: So schnell ging das damals auch nicht. Das war auch zäh!

RP: Wir hatten da eine sehr lange Liste mit 80-90 Unternehmen. Ein Vorteil war, dass wir durch McKinsey und Jürgen Kluge direkten Kontakt in die Vorstandsebenen hatten.

Es soll ja damals auch andere gegeben haben, die dieselbe Idee hatten. Was habt ihr besser gemacht?

René PankokeStephan Kirschbaum1999 startete e-fellows.net – als McKinsey-Projekt "High-Potential.net". Projektleiter und Ideengeber René Pankoke (rechts) ist heute Geschäftsführer des Bielefelder Maschinenbauers "Hymmen". Stephan Kirschbaum, damals Associate, ist heute Leiter der Geschäftsentwicklung und Mitglied der Geschäftsleitung des Schweizer Chemie-Unternehmens "Dottikon Exclusive Synthesis AG".

SK: Ja, damals tauchten verschiedenste ähnliche Plattformen auf, die sich über Werbung finanzieren wollten. Die schalteten für Millionen Werbung, wurden dann aber mit dem Ende der Internetblase alle wieder eingestellt, weil ihnen das Geld ausging.

RP: Der grundsätzliche Unterschied war, wie sich das Unternehmen finanzierte. Vor allem im Accelerator wurden wir deshalb oft belächelt, denn wir galten dort als die, die rückständig und unmodern waren, weil wir nicht wie viele in der Zeit gleich als Aktiengesellschaft mit fünf Mitarbeitern und dem Ziel gestartet waren, in sechs Monaten an die Börse zu gehen. Wir hatten im Vergleich dazu eine sehr konservative Unternehmensstruktur als GmbH & Co. KG.

Glaubt ihr, e-fellows.net hätte geklappt, wenn man es erst nach dem Internet-Boom gestartet hätte?

RP: Grundsätzlich schon. Es wäre schwerer geworden, Partnerunternehmen zu gewinnen, aber ich denke, das Geschäftsmodell hätte auch später noch funktioniert, schließlich funktioniert es ja bis heute.

SK: Unsere Idee war damals, die "Studienstiftung online" zu schaffen. Etwas Elitäres, aber positiv besetzt. Dieser Mehrwert, dieser Attraktionswert ist da, bis heute.

RP: Ein ganz besonderes Gefühl waren dann in meiner späteren Station die ersten Bewerber mit dem e-fellows.net-Stipendium im Lebenslauf. Da hatte man dann gleich ein interessantes Thema fürs Vorstellungsgespräch…

Wir müssen ihn immer buchstabieren, selbst unsere Stipendiaten schreiben ihn meist falsch: Wie ist der Name "e-fellows.net" entstanden?

RP: Das war dein Vorschlag!

SK: Ja, sowohl der Name als auch das Symbol für das Logo. Wir haben zwei, drei Runden Namensfindung gemacht, dann hab ich massiv Lobby-Arbeit für e-fellows.net betrieben. Das Thema "Fellowship" hat uns umgetrieben, auch wegen McKinseys Fellow-Programm.

Sollte es nicht erst "High-Potential.net" oder so heißen?

SK: Das war der interne Arbeitstitel für das Projekt bei McKinsey, kurz "HPT". Am Ende hieß es dann glaub ich "EFL" oder "EFN".

Na so was, "efn" ist bis heute der interne Kurzname für e-fellows.net geblieben. Jetzt weiß ich endlich mal, wo das herkommt. Wie lange habt ihr das Projekt betreut, wann habt ihr euch zurückgezogen?

RP: Zurückgezogen haben wir uns im Spätsommer 2000, nachdem wir die neuen Geschäftsführer eingestellt hatten – damals gab es zwei. Bis zu dem Zeitpunkt war ich in einer Doppelfunktion: Einerseits war ich Projektleiter für McKinsey, also McKinsey-Angestellter, andererseits im Handelsregister eingetragener Geschäftsführer von e-fellows.net. Um das zu ermöglichen, musste McKinsey intern erst einen speziellen Beschluss fassen.

SK: Ich war Associate und habe meine ersten 15 Monate bei McKinsey auf diesem Projekt verbracht.

15 Monate zum Start auf einem Projekt? Das ist ja sehr ungewöhnlich für einen McKinsey-Berater.

SK: Ja, zwischendurch habe ich mich immer mal wieder gefragt: Geh ich raus? Wir waren damals ja eher e-fellows.net- als McKinsey-Vertreter, haben da praktisch das eigene Business hochgezogen, wir hatten eigene Visitenkarten etc…

Der Schritt raus aus dem Projekt war letztlich nicht leicht, denn die anderen, die mit mir bei McKinsey angefangen hatten, waren derweil 15 Monate weiter in der Beraterkarriere als ich. Ich kam dann erst auf mein erstes Kundenprojekt, das war hart.

Ihr habt damals ja auch das Vorstellungsgespräch mit unserem heutigen Geschäftsführer Michael Hies geführt. Warum habt ihr ihn genommen?

RP: Er war relativ jung, also nicht zu weit weg von der Zielgruppe, forsch im Auftreten und hat von Anfang an den klaren Eindruck vermittelt, dass er die Dinge anpacken würde und so lange daran arbeitet, bis sie erfolgreich sein würden.

SK: Er kam aus der HypoVereinsbank und hatte dort als Vorstandsassistent gearbeitet. Zwar nicht so lange, aber er hatte einen Eindruck davon gewonnen, wie Großunternehmen funktionieren. Das empfanden wir als wichtig für den Umgang mit den Partnerunternehmen.

Als Startup probiert man ja in der Regel erst mal eine Menge aus, vieles geht schief. Was hat sich als Griff ins Klo entpuppt?

SK: Eine Menge. Wir haben Leute eingestellt, die wir nach drei Monaten wieder entlassen mussten, weil es einfach gar nicht gepasst hat. Damals war viel Bewegung im Arbeitsmarkt, wir mussten sehr schnell wachsen, viel einstellen. Dadurch stieg übrigens auch die Belastung enorm, wir durften ja die inhaltlichen Unternehmensziele auch nicht aus den Augen verlieren. Unter diesen schweren Entscheidungen haben wir gemeinsam gelitten.

RP: Ich würde auch sagen, die Fehlschläge waren einerseits Mitarbeiter, wo es einfach nicht funktioniert hat – ein Kündigungsgespräch zu führen ist am Anfang der beruflichen Karriere ganz schön hart.

Andererseits waren es viele technische Probleme, zum Beispiel mit der Website und dem Backend. Da haben wir ziemlich lange herumlaboriert, bis wir etwas Vernünftiges hatten. Wenn wir von Anfang an zwei, drei Leute gefunden hätten mit tiefer Programmiererfahrung, dann wäre das besser gelaufen. Wir haben viel externe Programmierleistung eingekauft, das war aber fast nie abnahmefertig. Es war damals aber fast unmöglich, gute Programmierer mit akzeptablen Gehaltsvorstellungen zu bekommen.

Was kam für euch beide nach e-fellows.net?

RP: Ich habe noch zwei Jahre weiter bei McKinsey gearbeitet. Seit 2002 bin ich Geschäftsführer unseres Familienunternehmens, einer Maschinenbaufirma mit 200 Mitarbeitern (Hymmen GmbH).

SK: Ich habe noch fünf Jahre weiter bei McKinsey gearbeitet. Das Thema Personalentwicklung hat mich dabei weiter begleitet. Dann bin ich ins Bankenwesen und habe vier Jahre bei der UBS die Personal-Organisation optimiert. Danach ging es zurück zu den Wurzeln – ich bin ja eigentlich Chemiker: Seit September leite ich die Geschäftsentwicklung beim Chemieunternehmen Dottikon Exclusive Synthesis AG in der Schweiz, seit einem Monat bin ich dort auch Teil der Geschäftsleitung.

Laufsteg für Fashion-Blogger

Freitag, den 4. Juni 2010
Christoph

Vor ein paar Tagen ist [blog ’S‚] gestartet. Hier tauschen sich Fashion-Blogger und junge Modeschöpfer aus und präsentieren ihre Ideen einem modebegeisterten Publikum. Unter den Gründern: die e-fellows Stefan, Dominik, Marie-Sophie und Samuel. Was sie zu dem Projekt inspirierte? Eine Casting-Show.

Der schicke neue Pulli. Man freut sich diebisch, zieht ihn stolz gleich am nächsten Tag an – um dann im Hörsaal drei Kommilitonen zu entdecken, die den gleichen tragen. H&M-Individualität 2010. Es geht auch anders. Das zeigen die vielen Fashion-Blogs im Netz. Hier werden Trends entdeckt, weiterentwickelt und um die Welt gejagt. Ein junges Mädchen erzählt ihren Followern von ihrem letzten Shopping-Trip. Anderswo dreht sich alles um Accessoires. Was in Köln oder Berlin der letzte Schrei ist, diskutieren City-Blogger. Und wer auf Fair-Trade-Mode umsteigen will, findet sogar dazu eine Anleitung im Netz.

Akzeptanz für kreative Freiräume
In Fashion-Blogs steckt eine Menge Kreativität. Dumm nur, dass sie diffus im Netz verteilt schlummert. Das wollen Stefan und sein Team mit ihrem Start-up schaulaufen.net ändern. Vor ein paar Tagen sind sie deshalb mit [blog ’S‚] an den Start gegangen, einem "Laufsteg für alle Fashion-Blogger und Platz in der ersten Reihe für alle Modeliebhaber". [blog ’S‚] bietet einen Ort, wo sich Blogger austauschen und ihre Ideen einem modebegeisterten Publikum präsentieren können.

Inspiration für Modeschöpfer
Mitmachen kann jeder Blogger, der keine rein kommerziellen Zwecke verfolgt. Praktisch: Der Blogger kann sich ganz auf sein eigenes Blog konzentrieren, Inhalte werden automatisch in seinen virtuellen Ausstellungsraum im [blog ’S‚] übertragen. "Wir wollen nicht noch eine Community sein", betont Stefan, sondern eine "Bühne für das Schaulaufen neuer Visionen", wie es auf der Website heißt. Langfristig will schaulaufen.net auch jungen Modeschöpfern eine Plattform bieten, wo sie sich inspirieren lassen und ihre eigenen Klamotten verkaufen können. "Made in Germany" war gestern, "Designed in Germany" gehört die Zukunft.

Mode-fellows ergattern Gründerpreis
e-fellows.net, schaulaufen.net, Mode, Gründer, Herausforderung Unternehmertum (Quelle: Stiftung der Deutschen Wirtschaft 12/20009; Autor: Marek Kruszewski)An das Potenzial von schaulaufen.net glauben auch andere: Beim Gründer-Wettbewerb "Herausforderung Unternehmertum" setzte sich das Projekt gegen die Konkurrenz durch. Der Wettbewerb selbst ist einer von 365 ausgewählten Orten in der Initiative "Deutschland – Land der Ideen", Schirmherr war Bundespräsident Horst Köhler. Neben einer finanziellen Unterstützung durch die Stiftung der Deutschen Wirtschaft und die Heinz-Nixdorf-Stiftung nehmen die Gründer an einem einjährigen Seminar- und Workshop-Programm teil. Dabei lernen sie, wie man ein Team zusammenhält, Verhandlungen führt, einen Businessplan erstellt und Marketing und Öffentlichkeitsarbeit clever einsetzt. Zwei externe Berater stehen als Coaches mit Tipps zum Projektmanagement zur Seite.

Geboren in Casting-Show und City Group
Die Idee kam Stefan und Dominik übrigens vor dem Fernseher. Gerade in Casting-Shows waren die Moderatoren immer so schick und gleichzeitig extravagant gekleidet. Wo hatten die bloß ihr Outfit her? Wo kann man sich inspirieren lassen und junge Modeschöpfer treffen, die individuelle Klamotten entwerfen? In der Frankfurter City Group lernte Stefan dann e-fellow Marie-Sophie kennen. Heute mischt sie das Team von schaulaufen.net als einzige Frau auf.

[blog ’S‚] ist nur der Anfang
Wer von seiner Idee überzeugt ist, sollte Prioritäten setzen und sich früh um eine Förderung kümmern, rät Stefan anderen Gründern. Im Team ist klare und ehrliche Kommunikation entscheidend, die auch mal zwischen "Freund" und "Kollege" unterscheidet. Für die Gründer von schaulaufen.net ist [blog ’S‚] nur ein Anfang, weitere Projekte werden bald folgen. Mehr wollen die Jungunternehmer noch nicht verraten.

Erfahrungsbericht (Accenture):
Fallstudien für Neulinge

Mittwoch, den 2. Juni 2010
Erfahrungs- bericht

Was sind Fallstudien und wie funktionieren sie? Diese Fragen stellte sich e-fellows.net-Stipendiat Fabian schon lange. Beim Accenture Workshop der City Group Bonn lernten er und zehn weitere Studenten, wie man eine Fallstudie methodisch angeht und worauf es dabei ankommt. Dass die Workshop-Teilnehmer nur wenig Erfahrung mitbrachten, spielte an diesem Nachmittag keine Rolle.

Titel und Thema der Veranstaltung
Accenture Workshop zum Thema "Fallstudien"

Zeit, Ort und Dauer der Veranstaltung
30. April in einem Seminarraum des Bonner Studentenwerks

Teilnehmeranzahl und Unternehmensvertreter
Vor Ort waren Thorsten Knopp (Consultant, Technologieberatung) und Kai Oey (Manager, Technologieberatung) von Accenture. Elf Studenten aus verschiedenen Fachbereichen schnupperten an diesem Tag "Case Study-Luft".

e-fellow Fabiane-fellows.net-Stipendiat Fabian (20) studiert Mathematik mit Schwerpunkt VWL an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn. In seiner Freizeit liest er am liebsten Politthriller, joggt durch die Natur und ist engagiertes Mitglied in einem Debattierclub.

Warum ich an dieser Veranstaltung teilgenommen habe
In verschiedenen Karriere- und Studentenmagazinen liest man immer wieder Artikel über Einstellungsverfahren und Assessment-Center. Dabei werden auch häufig "Case Studies" als Teil des Einstellungsverfahrens genannt. Doch was genau ist eine Fallstudie und wie funktioniert sie? Diese Fragen stellte ich mir und wollte sie beim Accenture Workshop beantworten.

Fallstudien lösen auf die unkonventionelle Art
Im ersten Teil der Veranstaltung stellte uns Thorsten Knopp Accenture als Unternehmen vor und machte uns auf Einstiegs- und Praktikumsmöglichkeiten aufmerksam. Danach ging es direkt zur Fallstudie. Kai Oey präsentierte uns das Thema ("Sanierung eines Chemieparkbetreibers") und wir machten uns in Dreiergruppen an die Arbeit. Dabei herrschte eine sehr angenehme und produktive Atmosphäre. Nur wenige Teilnehmer hatten Case-Study-Erfahrung, daher sind wir sicher etwas unkonventionell an die Aufgabe herangegangen.

Gruppenarbeit zu dritt [Bildquelle: Accenture]
Gruppenarbeit zu dritt [Bildquelle: Accenture]

Präsentation mit realistischen Reaktionen
Zwei Stunden später präsentierten wir unsere Ergebnisse. Während der Präsentationen schlüpften die beiden Accenture Vertreter in die Rolle des Vorstands des zu beratenden Konzerns. Sie versuchten möglichst realistische Reaktionen nachzustellen und uns so unter Druck zu setzen.

Portfolio-Matrix, Baumdiagramme und wie man Fallstudien methodisch anpackt
Während des anschließenden Snacks hatten wir reichlich Gelegenheit, Fragen zu Accenture und zum Berater-Alltag zu stellen. Fragen, die uns interessierten, waren zum Beispiel: Wie viele Stunden arbeitet man in der Woche? (Antwort: "50 Stunden und mehr.") Wird samstags gearbeitet? (Antwort: "Nein.") Gibt es einen "Casual Friday"? (Antwort: "Nein, bei Accenture ist man die ganze Woche beim Kunden.") Wie lange ist die Projektdauer? (Antwort: "Im Regelfall zwischen einem halben Jahr und zwei Jahren.") Wie schnell steigt man durchschnittlich auf? (Antwort: "Nach etwa zwei bis drei Jahren.")

Kontakt zu Accenture aufnehmen?
In der Accenture-Gruppe Fragen stellen oder Alumni mit Erfahrung bei Accenture kontaktieren.

Danach haben uns die Berater noch eine Art "Musterlösung" der Fallstudie gezeigt. Dabei standen nicht die Lösungen (wie zum Beispiel nicht-rentable Bereiche outsourcen und Verwaltungsabteilungen zusammenführen) im Vordergrund, sondern die Methodik. Die Berater erläuterten uns die Portfolio-Matrix und Baumdiagramme und verknüpften sie mit der eigentlichen Lösung.

Präsentation der Ergebnisse [Bildquelle: Accenture]
Präsentation der Ergebnisse [Bildquelle: Accenture]

Mein persönliches Fazit und wem ich die Veranstaltung weiterempfehle
Mir hat die Veranstaltung gut gefallen, um erste "Case Study-Luft" zu schnuppern. Meine Eingangsfrage wurde auch beantwortet. Da ich einige Standard-Methoden kennengelernt habe, fühle ich mich nun für weitere Fallstudien gerüstet.

Bei der Veranstaltung stand die Case Study und nicht das Unternehmen "Accenture" im Vordergrund. Daher empfehle ich diese Veranstaltung vor allem Studenten, die wenig Erfahrung mit solchen Aufgaben haben und diese trainieren möchten.

Community & Blog, Quelle:sxc.hu Autor:clixMehr Erfahrungsberichte?
Berichte aus den Vorjahren findest du auf der Website in der Rubrik Community & Blog.

Erfahrungsbericht (Roche):
Die Suche nach den passenden Worten

Dienstag, den 1. Juni 2010
Erfahrungs- bericht

Es ist nicht immer einfach, das zu sagen, was man meint. Der österreichische Nobelpreisträger Konrad Lorenz beschrieb die Tücken der Kommunikation einmal wie folgt: "Gemeint ist nicht gesagt, gesagt ist nicht gehört, gehört ist nicht verstanden, verstanden ist nicht einverstanden." Um mehr über die Tücken der Kommunikation zu lernen und sich den eigenen Sprachstil bewusst zu machen, besuchten Vivian und Christian den Workshop "Auf die Wortwahl kommt es an" bei Roche in Penzberg.

e-fellow Viviane-fellows.net-Stipendiatin Vivian (25) promoviert am Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie in Aachen. Thema der Dissertation: Entwicklung von Tumortherapeutika. Zuvor absolvierte die Doktorandin, die sich für Architektur und Fotografie begeistert, ihren Master in Molecular Biosciences an der Uni Heidelberg.

ChristianChristian ist Doktorand des DFG Forschungszentrums "Molekularphysiologie des Gehirns" (CMPB) an der Georg-August-Universität Göttingen. Dort befasst er sich mit der Forschung und Entwicklung in der Röntgen-Tomographie. Zuvor absolvierte Christian einen Master in Molecular Biology an der Max-Planck-International Research School in Göttingen.

Titel und Thema der Veranstaltung
Workshop "Auf die Wortwahl kommt es an" bei der Kommunikationstrainerin Beatrix Kress von KressCom.

Zeit, Ort und Dauer der Veranstaltung
Der Workshop fand am 26. April 2010 auf dem Werksgelände von Roche in Penzberg statt mit einem abendlichen Ausklang im Restaurant.

Teilnehmerzahl und Unternehmensvertreter
An dem Workshop nahmen insgesamt 14 Personen teil – darunter zwölf Naturwissenschaftler und zwei Ingenieure. Als Unternehmensvertreterin von Roche war Erika Dillmann (Personalmarketing) Ansprechpartnerin während der gesamten Veranstaltung.

Begrüßung beim Workshop [Bildquelle: e-fellows.net]
Begrüßung beim Workshop
[Bildquelle: Roche]

Theoretischer Input sorgt für Aha-Effekt
Mit der Erwartung, in Zukunft Missverständnisse vermeiden zu können und Sprache gezielter einzusetzen, nahmen wir am Workshop "Auf die Wortwahl kommt es an" bei Beatrix Kress von KressCom teil. Wir wollten den Workshop nutzen, um uns ein Bild von Roche als potentiellen Arbeitgeber zu machen. Unsere Fragen dazu beantwortete Erika Dillmann vom Roche-Personalmarketing.

Mit Hilfe des Vier-Ohren-Modells lernten wir im Workshop, dass sich unsere innere Grundhaltung in der Wortwahl widerspiegelt. Wir wollen zwar auf der Sachebene kommunizieren. Jedoch wählen wir häufig Formulierungen, die vom Gegenüber als Appell, Selbst-Offenbarung oder als Aussage über die Beziehung zum Gegenüber verstanden werden.

Sprecher auf gleicher Augenhöhe
Selbst scheinbar harmlose Formulierungen wie "Ich würde Sie bitten, mich vielleicht morgen anzurufen" zeigen, dass der Sprecher sich unsicher fühlt. Außerdem lässt der Satz die Frage offen, unter welchen Umständen er bitten würde. Wesentlich klarer ist die Formulierung "Wann haben Sie Zeit, dass wir uns über… austauschen?" Diese Formulierung macht deutlich, dass beide Sprecher auf einer Augenhöhe sind.

Gruppendiskussion in kleiner Runde [Bildquelle: e-fellows.net]
Gruppendiskussion in kleiner Runde
[Bildquelle: Roche]

Mit zahlreichen Beispielen aus unserem alltäglichen Sprachgebrauch sensibilisierte Beatrix Kress uns für einen bewussten Umgang mit Worten. Wir lernten außerdem Tipps und Tricks für Überzeugungsarbeit kennen und erarbeiteten Strategien für eine optimale Gesprächsvorbereitung.

Aller Anfang ist schwer
Da Lernen immer ein Prozess aus Vergessen und Wieder-Erinnern ist, bekamen wir die wichtigsten Punkte auf praktischen Kärtchen zusammengefasst. Schon in den wenigen Tagen, die seit dem Seminar vergangen sind, haben wir bemerkt, wie hilfreich diese Karten im Alltag sind und hatten sie schon mehrfach wieder in der Hand.

In kleinen Vorträgen über uns selbst oder unsere Hobbys konnten wir dann zeigen, wie viel wir von den theoretischen Inhalten bereits umsetzen können. Dabei wurde uns bewusst, wie schwierig es ist, gebräuchliche Formulierungen wie zum Beispiel den Konjunktiv oder das Wort "eigentlich" zu streichen. Wir finden noch immer, dass "Würdest Du mir bitte ein Glas Wasser holen?" freundlicher klingt als "Holst Du mir bitte ein Glas Wasser?". Dennoch ist die zweite Aussage die eindeutig klarere.

"Also, ehrlich gesagt…" – Vorsicht bei der Wortwahl
Wir erkannten außerdem, dass es ungeschickt ist, einen Satz mit "Also, ehrlich gesagt, …" zu beginnen. Diese Formulierung impliziert nämlich, dass ansonsten immer die Unwahrheit über unsere Lippen kommt.

Um unsere Wortwahl im Vortrag oder am Telefon zu verbessern, wurden auch unsere Stimme, Körpersprache und Gestik mit der Kamera aufgenommen und anschließend im Video analysiert. Durch Feedback und persönliche Zielsetzung am Ende des Seminars hatten wir das Gefühl, unserem Ziel, in Zukunft Missverständnisse zu vermeiden, ein ganzes Stück näher gekommen zu sein.

Spaß an der Gruppenarbeit [Bildquelle: e-fellows.net]
Spaß an der Gruppenarbeit
[Bildquelle: Roche]

Mehr Sorgfalt bei der Wortwahl
Wir wählen unsere Worte nun sorgfältiger. Das heißt leider noch nicht, dass wir immer die richtigen Worte finden. Wir sind aber aufmerksamer geworden und merken nun schneller, wenn wir uns unklar ausdrücken. Es war sehr faszinierend zu beobachten, wie sich die Teilnehmer zum Ende des Seminars regelrecht auf die Zunge bissen, wenn sie bemerkten, dass sie schon wieder eine Formulierung benutzt hatten, die sie sich abgewöhnen wollten.

Dass wir eigene Fehler erkennen, ist jedoch der erste Schritt, damit wir unsere Wortwahl ändern. Uns allen ist klar, dass wir sicher noch eine Weile brauchen, bis die Änderungen in unseren alltäglichen Sprachgebrauch übergehen.

Roche stellt sich vor
Im Anschluss an das Seminar stellte Erika Dillmann die Roche GmbH in einer etwa einstündigen Firmenpräsentation vor. Sie schilderte die Konzernstruktur und Mentalität sowie die Besonderheiten des Werkes in Penzberg. Sie beschrieb außerdem die Einstiegsmöglichkeit als Trainee oder in Form eines Direkteinstieges. Zu all diesen Themen beantwortete Frau Dillmann unsere Fragen. Nur für einen Besuch des Werksgeländes blieb leider keine Zeit.

Am Abend ließen wir bei Pizza, Pasta und Risotto den Tag Revue passieren. Dabei nutzten wir in gemütlicher Atmosphäre die Gelegenheit, uns mit Roche-Mitarbeitern aus verschiedenen Fachabteilungen zu unterhalten.

Gemeinsames Gruppenbild zum Abschied [Bildquelle: e-fellows.net]
Gemeinsames Gruppenbild zum Abschied
[Bildquelle: Roche]

Unser persönliches Fazit
Seit dem Workshop hören wir uns kritischer beim Sprechen zu. Wir legen uns vorher in Gedanken zurecht, was wir sagen möchten, anstatt ohne Gesprächsvorbereitung auf Kommunikationspartner zuzugehen. Deshalb können wir das Seminar allen e-fellows empfehlen, die bereit sind, sich mit dem eigenen Sprachstil auseinanderzusetzen, und die ihre Kommunikation verbessern wollen.

Hinzu kommt, dass Erika Dillmann vom Personalmanagement bei Roche dafür sorgte, dass wir Teilnehmer uns rundum wohl fühlten. Sie schenkte uns Schirme gegen die Regenschauer, überreichte uns Informationsmaterial über den Einstieg bei Roche, sorgte für eine gute Stimmung, organisierte das ausgesprochen leckere Essen und den schönen Abend im Kreise von Roche-Kollegen. Nicht zuletzt lernten wir Teilnehmer uns durch die Übungen besser kennen und haben somit viele bereichernde Kontakte geknüpft.

Die Fotos in diesem Erfahrungsbericht könnt ihr euch auch vergrößert in der Inside-Roche-Gruppe anschauen.

Community & Blog Quelle:sxc.hu Autor:clixMehr Erfahrungsberichte?
Berichte aus den Vorjahren findest du auf der Website in der Rubrik Community & Blog.

Erfahrungsbericht (Accenture): Der "feine" Unterschied zwischen Businessmen und -women

Dienstag, den 1. Juni 2010
Erfahrungs- bericht

Warum treten Männer im Job oft so kompetent und professionell auf? Warum halten sich Frauen im Beruf tendenziell eher im Hintergrund? Und: Was kann ich selbst als Frau später im Berufsleben tun, um überzeugend aufzutreten? Mit diesen Fragen im Kopf meldete e-fellows.net-Stipendiatin Anja sich an für den Workshop "WoMen fit for Business" mit Accenture. Dort erfuhr sie, wie entscheidend sieben Sekunden sein können und warum man manchmal "Nein" zu Gummibärchen sagen sollte.

Titel und Thema der Veranstaltung
Der Workshop trug den Titel "WoMen fit for Business" und war speziell auf Frauen ausgerichtet.

Zeit, Ort und Dauer der Veranstaltung
Der Workshop fand am 12. April 2010 von 14:00 – 18:00 Uhr im Büro von Accenture auf dem Campus Kronberg statt. Im Anschluss gab es ein gemeinsames Abendessen.

e-fellow Anjae-fellows.net-Stipendiatin Anja (23) studiert International Business Studies an der FH Osnabrück. Wenn sie nicht gerade einen Roman von Dan Brown liest oder im Tanzstudio Ballett tanzt, reist die Hobby-Fotografin durch die Weltgeschichte. Ferne Länder und die Geschichten der Menschen, die dort leben, faszinieren sie einfach.

Teilnehmerinnen und Unternehmensvertreterinnen
Die Veranstaltung wurde von drei Vertreterinnen von Accenture moderiert: Eva Egenberger (Management Consulting – Talent & Organization Performance), Virág Szecsei (Financial Services) und Katrin Stöcker (Recruiting). Eine Runde aus zwölf Akademikerinnen hatte die einmalige Gelegenheit, sich an diesem Tag fit für das Business zu machen. Die Teilnehmerinnen kamen aus den Wirtschafts- und Naturwissenschaften und deckten die verschiedensten Studien-Niveaus ab, von der Doktorandin bis zur Bachelor-Studentin.

Die Logistik-Branche: Als Frau allein unter Männern
Während verschiedener Praktika in der von Männern dominierten Logistik-Branche konnte ich erfahren, dass es immer noch einen Unterschied macht, Frau zu sein. Doch warum? Warum treten Männer häufig so kompetent und professionell auf, während sich Frauen tendenziell eher im Hintergrund halten? Was kann ich später im Berufsleben tun, um überzeugend aufzutreten?

Diese Fragen hatten mich schon länger beschäftigt. Daher war ich sofort begeistert vom Thema des Workshops. Mein Interesse wurde noch verstärkt durch einen ersten sehr positiven Kontakt mit Beraterinnen von Accenture während der Bearbeitung einer Fallstudie an der FH Osnabrück.

Auftakt in lockerer Atmosphäre
Nach der Begrüßung, bei der sofort das "Du" angeboten wurde, gab es zunächst eine kurze Vorstellungsrunde. Die Vertreterinnen von Accenture gaben erste hilfreiche Tipps zur Bewältigung des Beraterinnen-Alltags. Bereits zu diesem Zeitpunkt fühlte ich mich in der lockeren Atmosphäre sehr wohl. Ganz offen äußerten wir daher auch unsere Erwartungen an den Workshop.

Bevor wir tiefer in die Themen des Tages einstiegen, lernten wir das Unternehmen Accenture näher kennen. Von den rund 180.000 Mitarbeitern weltweit sind 36 Prozent Frauen. Ein Prozentsatz, den wir Studentinnen in Zukunft als Praktikantinnen und Berufseinsteigerinnen erhöhen wollen.

Beraterin mit Beruf und Kind unter einem Hut
Accenture misst dem Recruiting und der Entwicklung von Frauen große Bedeutung bei. Das zeigt sich beispielsweise in Workshops für Studentinnen, frauenspezifischen Recruiting-Veranstaltungen, Trainings für Mitarbeiterinnen sowie flexiblen Arbeitszeitmodellen. Besonders überzeugt haben mich die Berichte einer Beraterin, die das geschafft hat, was mir bisher für eine Unternehmensberatung fast unmöglich schien: Kind und Job unter einen Hut zu bekommen.

Nach einer kurzen Pause starteten wir mit dem Sammeln von Attributen, die wir stereotypisch einer erfolgreichen Führungskraft zuschreiben würden. Wir diskutierten, ob wir diese Eigenschaften eher Männern oder Frauen zuordnen würden. Immer wieder konnten wir von uns erlebte Situationen mit Männern im Geschäftsleben einstreuen, was das eine oder andere Mal für Gelächter sorgte.

Der "feine" Unterschied
Bei der Zuordnung der Attribute zeigte sich der "feine" Unterschied. Nicht wenige Charakteristika bringen offensichtlich eher wir Frauen mit. Gleichzeitig ordneten wir Eigenschaften wie beispielsweise Durchsetzungskraft und Selbstbewusstsein den Männern zu.

Sollte die Frau also im Business zum Mann werden? Nach einiger Diskussion kamen wir zu dem Entschluss, dass es zwar nützlich sein kann, ab und zu etwas von den Männern abzuschauen. Frau sollte dabei aber immer authentisch und ganz Frau bleiben.

In nur sieben Sekunden zum guten Eindruck
Besonders spannend fand ich, dass praktische Übungen den Workshop bereicherten. Eine Aufgabe bestand darin, eine typische Business-Frau zu skizzieren. Bei der Analyse und den Tipps vom Business-Knigge konnten wir zufrieden feststellen, dass wir mit der Zeichnung richtig gelegen hatten: Ohne roten Kussmund und zu tiefes Dekolleté, aber dafür mit gut ausgewähltem Outfit in gedeckten Farben kann Frau einen guten Eindruck machen. Dies ist besonders wichtig, da der erste äußerliche Eindruck in nur sieben Sekunden entsteht.

Doch nicht nur das Aussehen, auch das richtige Verhalten prägt professionelles Auftreten maßgeblich. In einem Rollenspiel durfte ich mich in die Rolle einer neuen Mitarbeiterin versetzen, die ein Treffen mit ihrer Vorgesetzten hat. Die anderen Teilnehmerinnen beobachteten mein Verhalten und gaben im Anschluss wertvolles Feedback. So war es gut, dass ich im Rollenspiel zwar das angebotene Wasser angenommen, die klebrigen Gummibärchen aber dankend abgelehnt hatte.

Mit Finger Food den Abend ausklingen lassen
Während des Nachmittags löcherten wir die Beraterinnen mit zahlreichen Fragen und wollten wissen, wie sie es geschafft haben, erfolgreich ihren Job zu meistern – sei es mit Kunden und Kollegen oder als Personalerin im Umgang mit gestandenen Führungskräften.

Auch beim anschließenden Abendessen, mit dem wir diesen tollen Tag ausklingen ließen, hatten wir noch die Gelegenheit, von den Erfahrungen der Beraterinnen zu profitieren. Meinen positiven Eindruck während der Fallstudie an der Hochschule sah ich bestätigt.

Wem ich die Veranstaltung weiterempfehle
Während des Workshops wurden meine anfänglichen Erwartungen mehr als erfüllt: Nicht nur inhaltlich, sondern auch durch die angenehme Atmosphäre und den regen Erfahrungsaustausch mit den Vertreterinnen von Accenture. Auch von den anderen Teilnehmerinnen hörte ich durchweg nur positives Feedback.

Somit ist der Workshop eine einmalige Gelegenheit für alle jungen Frauen, die sich ähnliche Fragen stellen wie ich und die in lockerer Atmosphäre und mit viel Humor diesem "feinen", aber doch vorhandenen Unterschied zwischen Männern und Frauen auf die Schliche kommen wollen. Ich freue mich jetzt schon, das Gelernte im Berufsleben umzusetzen.

Community & Blog Quelle:sxc.hu Autor:clixMehr Erfahrungsberichte?
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