Monatsarchiv für März 2010

Erfahrungsbericht (Hengeler Mueller):
Kanzlei, Kartelle, Kunst und Harzer Käse

Freitag, den 26. März 2010
Erfahrungs- bericht

Beim Workshop "Kartellrecht 2010" mit Hengeler Mueller in Düsseldorf lernte e-fellows.net-Stipendiat Jan am 4. und 5. März 2010 die Wirtschaftskanzlei von ihrer persönlichen Seite kennen. Dabei erfuhr er auch, wie man seinen juristischen Spürsinn dazu einsetzen kann, den Käsemarkt abzugrenzen. Insgesamt nahmen 30 Teilnehmer am Workshop und den Abendveranstaltungen teil.

e-fellows.net-Stipendiat Jan (29) ist nach einem Master-Studium in Neuseeland derzeit Doktorand der Rechtswissenschaften an der Georg-August Universität in Göttingen. Bei Altbier, Kunst und Käse plauderte er mit den Anwälten der Wirtschaftskanzlei und stellte fest, dass Kartellrecht viel spannender ist, als er eigentlich dachte.

Titel und Thema der Veranstaltung
Workshop Kartellrecht und Fusionskontrolle bei Hengeler Mueller

Teilnehmerzahl und Unternehmensvertreter
Vortragende Vertreter von Hengeler Mueller waren Dr. Christoph Stadler, Partner; Manuel Zandt, Associate; Dr. Markus Röhrig, Partner; Dr. Michael Bogner, Associate; Dr. Alf-Henrik Bischke, Partner; Dr. Hannes Wakonig, Associate; Jochen Burrichter, Partner, und Thomas Meurer, Partner. Zu den Abendveranstaltungen gesellten sich noch weitere Anwälte.

Willkommen in der Firma?
Denkt der Nicht-Jurist an Großkanzleien, so liegt über dieser Vorstellung oft ein Hauch von John Grishams Roman "Die Firma". Hier heuert Mitch McDeere nach seinem Studium bei einer Kanzlei an, in der austauschbare und karrieristische Anwälte Tag und Nacht an dubiosen Transaktionen arbeiten und so gut wie nie nach Hause kommen.

Auch unter Jura-Studenten selbst gibt es wohl genügend Vorurteile. Vielen erscheinen Großkanzleien gesichtslos, und die Mehrheit kann sich eine Tätigkeit dort eher nicht vorstellen. Viele informieren sich auch nicht vor Ort über das wirkliche Arbeitsklima und die Tätigkeiten in einer Großkanzlei. Es bleibt beim Schubladendenken.

Auch ich hatte natürlich schon einiges über Großkanzleien gehört und habe "Die Firma" gelesen. Aber persönlich kennengelernt hatte ich noch keine. Schon vor einiger Zeit machte mich ein Artikel in der "Zeit" neugierig auf Hengeler Mueller. Zudem promoviere ich im Kartellrecht, meine Dissertation passte somit auch thematisch gut zum Workshop. Zusammen mit einem grundsätzlichen Interesse an Großkanzleien hatte ich also drei gute Gründe für eine Bewerbung.

Natürlich kann ein eintägiger Workshop nicht den Anspruch erheben, einem die Arbeit in einer Großkanzlei authentisch vor Augen zu führen und einen tieferen Einblick in die Arbeitsatmosphäre zu geben. Für einen ersten Eindruck erschien er jedoch sinnvoll und geeignet.

Von Kartellanten und Harzer Käse
Bereits beim Kennenlernabend am Donnerstag lernten wir einige der Anwälte in lockerer Atmosphäre kennen und konnten bei frischem – für einige Auswärtige auch gewöhnungsbedürftigem – Altbier erste Fragen stellen. Natürlich ging dabei alles so gesittet zu, wie es der nächste Workshoptag verlangte.

Am Freitagmorgen trafen wir uns dann im Büro von Hengeler Mueller. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde begann der erste Vortrag zum Thema Marktabgrenzung. Das Thema war zum Einstieg gut geeignet und forderte nicht nur den juristischen, sondern auch den Geruchssinn heraus: Als es darum ging, den Käsemarkt abzugrenzen, reichte uns Dr. Stadler sogleich diverse Käsesorten als Anschauungsobjekte, darunter Limburger und Harzer Roller. Danach konnte nun wirklich niemand mehr behaupten, Kartellrecht sei trocken und wenig anschaulich.

Es folgte eine ebenso interessante Fallstudie zur Fusionskontrolle. Hierbei ging es darum, wie Anwälte bei einer Fusion im Energiesektor als Mittler zwischen Mandanten und den Kartellbehörden auftreten und welche Fragen sie dabei stellen müssen.

Nach einem kurzen Mittagessen in der Kanzlei ging es zum nächsten Workshop. Hier standen "dawn raids", also Durchsuchungen durch die Kartellbehörden, und Bonusregelungen für Kronzeugen im Blickpunkt. Es entwickelte sich eine gute Interaktion, wobei viele interessante Aspekte aus der anwaltlichen Praxis zur Sprache kamen. Beispielsweise, wie man als Anwalt reagieren sollte, wenn ein Mandant anlässlich einer Durchsuchung plötzlich anruft und um Hilfe bittet. Da passte es gut und trug zur realitätsnahen Vortragsweise bei, dass mitten im Vortrag das Handy des Vortragenden klingelte.

Beim letzen Workshop verteilte Jochen Burrichter eine Beschreibung der Sanktionsmaßnahmen bei Kartellrechtsverstößen, die viele interessante und aktuelle Probleme enthielt. Man merkte insgesamt deutlich, dass hier ausgezeichnete Juristen Spaß an ihrem Handwerk hatten.

Natürlich durfte auch eine Kanzleipräsentation nicht fehlen, die aber erfreulicherweise keine plumpe Eigenwerbung war. Vielmehr zeigte sie, welch interessante Einstiegsmöglichkeiten es bei Hengeler Mueller gibt, zum Beispiel für Referendare und wissenschaftliche Mitarbeiter. Anschließend gab es die Möglichkeit, an einer Kanzleiführung teilzunehmen und Einzelgespräche mit den Anwälten zu führen.

Kunst und Kennenlernen
Nach diesem fachlich sehr ansprechenden Programm sollte am Abend auch das Kulturelle nicht zu kurz kommen. Nach einer kurzen Pause im Hotel ging es zur Kunstsammlung K21 des Landes Nordrhein-Westfalen ins Ständehaus, das nur einen Katzensprung vom Hotel entfernt lag. In der Ausstellung waren teils bekannte Bilder von Künstlern des 20. Jahrhunderts mit einer modernen Skulptur kombiniert. Unsere Führerin versuchte uns die jeweiligen Deutungsebenen zu erläutern und war schon ein wenig überrascht, wie kunstinteressiert so ein Haufen Juristen doch sein kann.

Künstlerisch blieb es auch beim abschließenden Abendessen im Restaurant "Malkasten", wo auch der gleichnamige Künstlerverein residiert. Das Essen war über jeden Zweifel erhaben, und wiederum hatte Hengeler Mueller die Sitzordnung so arrangiert, dass immer Anwälte in gut ausgewogener Anzahl zwischen den Teilnehmern saßen. So bestand noch einmal Raum für gezielte persönliche oder kanzleibezogene Nachfragen.

Mein Fazit
Ob man einen derartigen Workshop als gelungen empfindet und weiterempfiehlt, hängt zum großen Teil wohl davon ab, was man von ihm erwartet. Ich wollte die Anwälte von Hengeler Mueller persönlich kennenlernen und erfahren, wie die Praxis und die Anwendung des Kartellrechts in einer Großkanzlei funktionieren. Insgesamt fand ich den Workshop hierfür exzellent geeignet. Ich war überrascht, wie zugänglich und locker die Anwälte im persönlichen Gespräch waren.

Zudem hatte ich eher nicht erwartet, dass die Praxis des Kartellrechts so spannende Facetten bietet und dass man sich in so viele verschiedene Bereiche des täglichen oder eher nichtalltäglichen Lebens einarbeitet. Es gab in der Summe eine gut ausgewogene Mischung aus persönlichem Kennenlernen und fachlichen Einblicken, soweit eben an einem Tag möglich. Auch fand ich es bereichernd, zu erfahren, welche Einstiegs- und Karrieremöglichkeiten Hengeler Mueller insgesamt zu bieten hat. In dieser Kanzlei wäre Mitch McDeere sicherlich glücklicher geworden.

Community & Blog Quelle:sxc.hu Autor:clixMehr Erfahrungsberichte?
Berichte aus den Vorjahren findest du auf der Website in der Rubrik Community & Blog.

Erfahrungsbericht (Roche Diagnostics):
Ein Herz für Antikörper

Freitag, den 26. März 2010
Erfahrungs- bericht

Zunächst immunisiert man eine Maus mit dem Antigen, gewinnt die B-Zellen, fusioniert diese mit Tumorzellen, kloniert die besten Hybridzellen und lässt sie Antikörper produzieren. Ist doch ganz simpel, oder? Während seines Praktikums bei Roche startete e-fellows.net-Stipendiat Thomas ohne Schonzeit direkt ins laufende Projekt: eine Krebsdiagnostik zu entwickeln. Von Anfang an begleitete er die selbst entwickelten Antikörper auf ihrem Weg. Dabei wuchsen sie ihm ans Herz.

e-fellow XYe-fellows.net-Stipendiat Thomas Weber (23) studiert Molekulare Medizin an der Friedrich-Alexander Universität in Erlangen. Umgeben von den Alpen erforschte er im Praktikum bei Roche in Penzberg Antikörper und unterstützte das Projektteam dabei, eine Krebsdiagnostik zu entwickeln.

Das Praktikum bei Roche vom 7. Januar.-23. April 2010
Ein Praktikum bei Roche in Penzberg ist nicht nur eine Bereicherung für den Lebenslauf. Es bot mir zudem die Möglichkeit, hinter die Kulissen eines der größten Biotech-Zentren in ganz Europa zu schauen und dabei wertvolle Erfahrungen, Eindrücke und Kontakte in der Pharmaindustrie zu sammeln. Viele Praktikanten kommen nach diesen Erlebnissen gerne für ihre Abschluss- oder Doktorarbeit zu Roche zurück. Ganz nach dem Motto: einmal Roche, immer Roche!

Penzberg – Arbeitsplatz mit Alpenblick
Nach meiner Online-Bewerbung über den Roche-Talent-Pool auf eine ausgeschriebene Stelle in der "Entwicklung monoklonaler Antikörper", wurde ich zwei Wochen später telefonisch zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen. Schon hier wurden mir die Ausmaße dieses Werkes am Rande der 17.000-Einwohner-Stadt Penzberg bewusst: 4.600 Mitarbeiter, die auf einer Gebäudefläche von 160.000 m² arbeiten (das entspricht einer Fläche von 1.170 Einfamilienhäusern!). Die Gegend, in der das Werk liegt, ist sowohl im Sommer als auch im Winter unschlagbar: umgeben von Badeseen, die Millionenstadt München nah genug, um das mangelnde Nachtleben in Penzberg zu kompensieren, und die Alpen zum Skifahren und Wandern direkt vor der Haustür. Wenn man Glück hat – so wie ich – darf man einen Arbeitsplatz mit spektakulärem Alpenblick beziehen.

Kontakt zu Roche aufnehmen?
In der Roche-Gruppe Fragen stellen oder Alumni mit Erfahrung bei Roche kontaktieren.

Die Highlights neben der Arbeit
Darüber hinaus wird einem die Arbeit durch ein überdurchschnittliches Praktikantengehalt versüßt: 1000 Euro für Studenten im Hauptstudium und 200 Euro Wohnzuschuss, wenn man mehr als 150 Kilometer entfernt wohnt. Dazu kommen ein vielfältiges Angebot an Betriebssport und ein wöchentlicher Praktikantenstammtisch. Ein besonderes Highlight des Arbeitstages ist die abwechslungsreiche und vorzügliche Werkskantine – das sogenannte Casino – in dem die Praktikanten 50 Prozent Nachlass auf alle Speisen bekommen und das Mittagessen zum entspannten, gruppenübergreifenden Zusammensitzen wird. Durch regelmäßige Hausvorträge von verschiedenen Abteilungen kann man viel vom Betrieb kennenlernen.

Ohne Schonzeit ins Projekt gestartet
Von Beginn an wurde ich in das laufende Projekt miteinbezogen. Es ging darum, Antikörper zu entwickeln, die sich nur an ein ganz spezielles Protein binden, das bei einer bestimmten Krebsart erhöht produziert wird. Somit soll sensitiv die Krebsdiagnostik ermöglicht werden. "Sensitiv" bedeutet hier, dass man versucht keine falschen Krebsdiagnosen zu erzielen. Und das möglichst schnell und natürlich besser als die Konkurrenz. So wurde mir sehr rasch der Unterschied zwischen Universitäts- und Unternehmensforschung klar: Unternehmen stehen unter dem Druck, Ergebnisse in einem festgesetzten Zeitrahmen zu liefern, da ansonsten das Projekt scheitert und die Antikörper weiter von einer externen Firma bezogen werden.

Zellkultur – keine Arbeit für Ungeduldige
Nach einer kurzen, aber intensiven Einarbeitung durch meine Laborleiterin und einen dienstälteren Praktikanten, durfte ich schnell selbstständig die vielen Arbeitsschritte in der Zellkultur durchführen. Das hieß sauberes und konzentriertes Arbeiten trotz Zeitdruck, um Kontaminationen und Verwechslungen zu vermeiden. Alle Arbeitsschritte mussten genau protokolliert und ausgewertet werden. Und das alles auf ein Ziel ausgelegt: den besten, spezifischsten und am affinsten bindenden Antikörper zu finden!

Den besten Antikörper finden
Klingt eigentlich ganz simpel: Man immunisiert eine Maus mit dem Antigen, gewinnt die B-Zellen, fusioniert diese mit Tumorzellen, kloniert die besten Hybridzellen und lässt sie Antikörper produzieren. Doch was sind "die Besten"? Aus 14 Fusionsansätzen haben wir rund 1.000.000.000 Milzzellen in etwa 50.000 Wells (Gefäßchen) pipettiert. Und dann heißt es nur noch: testen, testen, testen! Zunächst reduzieren wir die Zahl der Wells mittels dem "ELISA"-Test auf circa 700 stark positive Wells, ehe mit einem Kinetik-Assay namens "Biacore" (ebenfalls ein Test) die Zahl auf 28 Primärkulturen beschränkt wird, die kloniert werden. Jeden Klon, der monoklonale Antikörper produziert, habe ich schließlich nochmals durch ELISA, Biacore und weitere Testsysteme auf Herz und Nieren geprüft. Bis letztendlich nur noch "die besten" 4 Klone  aus 50.000 getesteten Wells – also weniger als 0,001% – übrig bleiben!

Fazit – einmal Roche, immer Roche?
Ich habe von meiner Laborleiterin die Möglichkeit bekommen, diese "besten" Antikörper auf ihrem weiteren Weg durch andere Abteilungen, wie der Proteinchemie und der Testentwicklung, zu begleiten. Somit habe ich bei der Antikörper-Entwicklung von der Gewinnung der Milzzellen bis hin zur Reinigung der Antikörper mitgewirkt. Dabei sind mir die Antikörper ein bisschen ans Herz gewachsen. Bleibt nur zu hoffen, dass sie jetzt auch in dem diagnostischen Test eingesetzt werden!
Aufgrund der interessanten Projekte und dem ausgezeichneten Arbeitsumfeld kann ich mir sehr gut vorstellen, nach meinem Praktikum wieder zu Roche zurückzukehren.

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Erfahrungsbericht (Telekom):
Unternehmenskultur und IT-Luft schnuppern

Donnerstag, den 25. März 2010
Erfahrungs- bericht

Vernetztes Leben und Arbeiten – das war das Motto des diesjährigen Messeauftrittes der Telekom auf der CeBIT. Was genau dahinter steckt, konnten 50 e-fellows.net-Stipendiaten am 2. März auf der CeBIT erleben . Dort stand Thomas Sattelberger, Vorstandsmitglied der Deutschen Telekom, Rede und Antwort zu Fragen rund um den Berufseinstieg und die Unternehmenskultur der Telekom. Und räumte gleich mit einigen Vorurteilen über den Konzern auf.

e-fellow Sinae-fellows.net-Stipendiatin Sina (22) macht gerade ihren Master in BWL an der Uni Magdeburg. Auf der CeBIT konnte sie den Personalvorstand der Deutschen Telekom mit Fragen löchern. Außerdem war die Messe der perfekte Ort, um ihrer Neugier auf Technik und IT freien Lauf zu lassen.

Titel und Thema der Veranstaltung
Mit der Telekom zur CeBIT: Roundtable-Gespräch mit Thomas Sattelberger, Personalvorstand der Deutschen Telekom, und anschließende Guided Tour auf dem Telekom-Stand auf der CeBIT.

Ort und Zeit der Veranstaltung
2. März, 11 bis 15 Uhr auf der CeBIT in Hannover

Teilnehmerzahl und Unternehmensvertreter
Thomas Sattelberger und ungefähr 50 e-fellows

Warum ich an der Veranstaltung teilgenommen habe
Mich interessieren besonders innovative Lösungen an der Schnittstelle zwischen BWL und IT. Deswegen wollte ich mehr über aktuelle Trends in der Informationstechnologie und Telekommunikation erfahren. Außerdem war ich gespannt darauf, die Produkte, Innovationen und die Unternehmenskultur der Deutschen Telekom AG besser kennenzulernen. Der Tag auf der CeBIT bot eine gute Möglichkeit dazu.

Den Personalvorstand mit Fragen löchern
Den ersten Programmpunkt bildete der Roundtable mit Thomas Sattelberger, Vorstandsmitglied der Deutschen Telekom. In einer lebhaften Diskussion stellte er sich den vielen Fragen, die den e-fellows zur Telekom unter den Nägeln brannten: Wie steht es um die Innovationsfähigkeit des Unternehmens? Wie werden weibliche Führungskräfte gefördert? Welche Voraussetzungen muss man für den Einstieg bei der Telekom mitbringen? Thomas Sattelberger war sehr ehrlich und zeigte mitunter auch Schwachstellen des Konzerns auf. Gleichzeitig räumte er aber unmissverständlich mit vielfach vorherrschenden Vorurteilen auf, wie zum Beispiel, dass es sich bei der Telekom um einen eingefahrenen Behördenapparat handle.

IT zum Anfassen
Nach der Diskussionsrunde konnten die e-fellows am Messestand der Telekom erfahren, an welchen Produkten und Services das Unternehmen feilt. Besonders eindrucksvoll fand ich die iPhone-Apps für Autos, die etwa das Abrufen und Beantworten von E-Mails beim Fahren ermöglichen, aber auch neuartige TelePresence-Meeting-Lösungen oder Green-IT-Projekte zur nachhaltigeren Gestaltung von Prozessen.

Mein Fazit
Der Besuch der CeBIT war für mich ein voller Erfolg. Ich konnte viele Eindrücke mit nach Hause nehmen. Außerdem habe ich jetzt ein besseres Bild von der Unternehmenskultur der Telekom. Nicht zuletzt trugen auch die gute Organisation des Events sowie die Authentizität von Herrn Sattelberger dazu bei, dass ich diesen Tag wohl nicht so schnell vergessen werde. Ich kann anderen e-fellows mit Technologieaffinität und Interesse an der Telekom die Teilnahme an diesem Event nur empfehlen.

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Hilfe, das Internet hat meine Karriere gefressen!

Mittwoch, den 24. März 2010
Lukas

"Ich poste alles anonym, denn ich möchte, dass man so wenig wie möglich über mich im Internet findet." "Ich achte darauf, nirgendwo eine öffentliche Spur von mir zu hinterlassen." Zitate, wie wir sie immer wieder lesen, auch in der Community. Als ob das Internet hauptsächlich Karrieren fressen würde. Dabei beflügelt es sie geradezu.

In den letzten Jahren haben sich "Personensuchmaschinen" wie yasni oder 123people etabliert, und "googelnde Personaler" sind angeblich der Normalfall geworden (zum Beispiel laut dieser Microsoft-Studie).

Wer traut sich raus aus dem Web-Schneckenhaus? [Bildquelle: sxc.hu, Autor: harubert]
Wer traut sich raus aus dem Web-Schneckenhaus? [Bildquelle: sxc.hu, Autor: harubert]

Die beiden Phänomene führen dazu, dass viele Leute Angst davor haben, auch nur irgendwelche Spuren im Internet zu hinterlassen. Schlagworte wie der "gläserne Bewerber" bringen diese Angst zum Ausdruck. Bücher mit reißerischen Titeln wie "Karrierefalle Internet" verkaufen sich in so einer Zeit gut. Nicht nur der Autor des Buchs, der renommierte "PR-Blogger" Klaus Eck, sondern ganze Unternehmen verdienen ihr Geld mittlerweile mit "Reputations-Management" im Internet.

Kein Plädoyer für den Exhibitionismus
Um das gleich klarzustellen: Sicher kann man nicht naiv einfach alles von sich im Internet veröffentlichen und dann drauf hoffen, dass es schon niemand findet. Nach dem zu urteilen, was man so findet, wenn man sich durch die größeren Social Networks klickt, scheint es weiterhin auf jeden Fall notwendig, die Leute darüber aufzuklären, was sie da der ganzen Welt preisgeben.

Fan von "Fuck"? Muss nicht sein.
Wenn ich in Facebook bin, muss ich nicht unbedingt Fan von "F U C K THIS, F U C K THAT, F U C K OFF, F U C K YOU" werden. Wenn ich einmal meinen Namen google, erblicke ich nämlich sofort, dass potenziell alle Google-Sucher in meinem öffentlichen Facebook-Profil sehen, von wem ich alles Fan bin. Ich muss auch nicht in meinem Status posten, dass ich meinen Job hasse, wenn mein Chef mein "Freund" ist. Ich muss mir auch kein Profilfoto mit tiefem Ausschnitt ins StudiVZ stellen.

Das Schneckenhaus ist keine sinnvolle Alternative
Doch wie so oft ist die beste Methode hier nicht, sich aus Panik im virtuellen Schneckenhaus zu verkriechen, sondern die goldene Mitte aus Datenkontrolle und Öffentlichkeit zu finden. Oft ist es sogar besser, gezielt Informationen von sich zu verbreiten, als das dem Zufall zu überlassen. Dafür braucht man ein wenig gesunden Menschenverstand, aber keinen "Reputationsmanager".

Mit Internet-Profil bessere Chancen als Bewerber
Wie die oben zitierte Studie von Microsoft zeigt, schauen 59 Prozent der Personaler im Internet nach Informationen zum Bewerber. Das heißt meiner Erfahrung nach: Sie googeln mal kurz oder schauen schnell auf das Profil in den größeren Netzwerken; sie betreiben aber keine Tiefen-Recherche. Die Studie sagt aber auch: Noch mehr Personaler, 71 Prozent nämlich, sind der Meinung, dass "ein positives Online-Profil die Chancen einer Bewerbung stark oder zu einem gewissen Grad erhöht."

Das Internet als authentische Ergänzung der Bewerbung
Ich sehe das genauso: Das Internet ist eine Riesenchance für den Bewerber. Lebensläufe und Anschreiben lassen sich nur bis zu einem gewissen Grad optimieren. Dann sieht praktisch jeder Lebenslauf gleich aus. Lauter geschönte, standardisierte Angaben. Das ist praktisch zum Vergleichen, aber: Man kann doch so viel und muss das jetzt auf diese zwei Seiten quetschen. Wie bereichernd ist es da für den Personaler und den Bewerber, wenn das Internet das Profil des Bewerbers bestätigt und ergänzt?

Beispiel: der "öffentliche" und der "anonyme" Bewerber
Ein Beispiel: Unternehmen X sucht jemanden mit Fachkenntnis F. Bewerber B bewirbt sich. Unternehmen X googelt und sucht ihn in sozialen Netzwerken, zum Beispiel in der e-fellows.net community (wenn es ein e-fellows.net-Partnerunternehmen ist). Dabei findet die Firma folgende Informationen:

  • Bewerber hat in einem Blog etwas über Thema F geschrieben.
  • Bewerber ist Mitglied meiner Unternehmensgruppe in der Community und hat dort schon mal interessierte Fragen gestellt.
  • Bewerber hat auf Fragen anderer zu Thema F mit kompetenten Antworten überzeugt.
  • Bewerber hat ein Community-/Xing-Profil, das zeigt, dass er Mitglied in fachrelevanten Gruppen oder Organisationen ist und viele Leute kennt, die ebenfalls vom Fach sind.
  • Bewerber hat ein Twitter-Profil und folgt damit vielen fachrelevanten Twitterern oder tweetet sogar selbst hin und wieder was.
  • Artikel über das soziale Engagement oder Projekte des Bewerbers, die zeigen, dass er wirklich so engagiert und vielseitig ist, wie sein Lebenslauf behauptet.

Jetzt hat sich bei dem Arbeitgeber auch Gegenbewerber G beworben. Der ist genauso gut, aber im Internet ist über ihn praktisch nichts zu finden, weil er immer anonym postet oder Social Networks gar ganz fernbleibt. Sofern das Unternehmen nicht die Datenschutzbehörde ist, dürfte der Gegenbewerber deutlich geringere Chancen auf eine Einladung haben.

Zeigt euch – nur nicht zu privat!
Das sind alles Gründe für mich, warum es als Bewerber fast immer besser ist, wenn im Internet viel von einem zu finden ist. Das schließt natürlich Privates aus. Es geht die Öffentlichkeit zum Beispiel nichts an, wenn man sich schlecht fühlt, wenn es mit dem Partner nicht so gut läuft, oder wenn man sich am Samstagabend zu stark die Kante gegeben hat. Markiert einen zum Beispiel jemand auf so einem Facebook-Foto, solltet ihr die Markierung einfach wieder entfernen.

Im Wald fällt ein Baum nicht mehr auf
Es hat aber noch einen weiteren Vorteil, wenn es viel im Internet von euch gibt: Dann fällt der eine kleine Fauxpas nicht auf, der euch irgendwann vielleicht mal passiert ist oder den jemand über euch gepostet hat.

Ab ins Internet!
Gerade für die e-fellows, die deutlich mehr drauf haben als der Durchschnittsstudent, sollte die Botschaft klar sein: Ab ins Internet, denn damit könnt ihr euch erst recht von anderen Bewerbern abheben.

Das Online-Profil wird noch wichtiger werden
Klar, das muss jeder für sich selbst entscheiden – und sicher ist das zurzeit auch noch von der Branche abhängig, in der man sich bewirbt. Das wird sich mit der Zeit allerdings ändern. Schließlich verkehrt sogar unser Steuerberater seit diesem Jahr mit uns per E-Mail ;) !


Umfrage in der Community (nur für e-fellows) zum Thema: Hat man schlechte Karten bei der Bewerbung, wenn der Personaler bei Google & Co. nichts über einen findet?

Bitte lächeln – auch beim Vorstellungsgespräch am Telefon

Freitag, den 19. März 2010
Carolin

Mensa, das Übliche – fragwürdiges Essen, heiße Diskussionen über Professor Schmidt, der Seminararbeiten unmöglich benotet. Plötzlich läutet dein Handy: "Hier ist Unternehmen XY, Sie hatten sich bei uns für ein Praktikum beworben. Hätten Sie jetzt gerade Zeit für ein kurzes Telefon-Interview?" Aargh – was jetzt? Mitten in der Mensa ein Bewerbungsgespräch führen? Absagen und möglicherweise ein cooles Praktikum riskieren?

Arbeitgeber mögen Telefoninterviews – dabei sparen sie Zeit und bekommen trotzdem einen guten ersten Eindruck vom Bewerber. Noch interessanter ist es, wenn du bei der neuen Stelle viel telefonieren und vielleicht Vertrieb machen sollst – beim Telefoninterview können die Personaler deine Fähigkeiten gleich "on air" testen.
Tipps fürs Telefon-Interview
Vorstellungsgespräch am eigenen Schreibtisch
Aber auch für dich hat das Vorteile: Du kannst das Gespräch in gewohnter Umgebung führen (zum Beispiel bei dir daheim) – das entspannt. Der Nachteil ist, dass du dein Gegenüber nicht siehst und damit auch nicht seine Reaktionen auf deine Antworten. Umso wichtiger ist es, sich gut vorzubereiten. Mit ein paar Tipps klappt's noch besser:

  • Es ist ok, keine Zeit zu haben, wenn du überraschend angerufen wirst. Besser, du schlägst einen neuen Termin vor. Sonst riskierst du ein chaotisches, unvorbereitetes Gespräch.
  • Überlege dir vorher, welche Fragen dich erwarten könnten und bereite dich auf das Gespräch vor. Übertreib's dabei aber nicht: Vorformulierte Antworten vorlesen kommt sicher nicht gut an.
  • Suche dir zum Telefonieren einen ruhigen Ort, wo niemand plötzlich dazwischenfunkt.
  • Der Anschluss und das Telefon sollten einwandfrei funktionieren.
  • Lege dir deine eigenen Bewerbungsunterlagen zurecht – der Personaler wird im Gespräch darauf bezugnehmen.
  • Lächle beim Sprechen. Auch wenn es komisch klingt – das wirkt wirklich sympathischer, selbst wenn dich dein Gegenüber nicht sieht.
  • Sprich langsam, laut und deutlich.
  • Versuche, dir den Ansprechpartner am anderen Ende der Leitung vorzustellen - das macht es leichter, mit ihm zu reden und auf ihn einzugehen.
  • Frage ruhig nach, wenn du eine Frage nicht genau verstanden hast oder dir unsicher bist – am Telefon entstehen leicht Unklarheiten, weil alle visuellen Eindrücke wegfallen.
  • Mach dir während des Bewerbungsgesprächs Notizen, um Rückfragen stellen zu können und um die wichtigen Infos festzuhalten.
  • Ideal ist es, wenn du beim Gespräch vor einem Computer sitzt und die Firmenwebsite aufgerufen hast. So kannst du außerdem notfalls Unbekanntes im Internet recherchieren . Das ist allerdings nicht ganz einfach, immerhin musst du "nebenher" auch das Gespräch normal weiterführen.
  • Kläre am Ende des Gesprächs die nächsten Schritte: Wann melden sich die Personaler wieder bei dir? Wird es noch ein persönliches Bewerbungsgespräch geben?
  • Wenn die ganze Situation sehr ungewohnt ist, kannst du auch einen Freund bitten, mit dir zu üben und ein Probe-Telefon-Interview zu machen.

Mehr Tipps gibt es in der Community-Gruppe zur Bewerbung oder auf der Website in der Rubrik "Bewerben".

Und der Klick-Meister ist…

Dienstag, den 16. März 2010
Katharina

Vor einem Monat haben wir die Wissens-Tests in die e-fellows.net-Feature-Familie aufgenommen. Für die bessere Integration erstellten die e-fellows in den letzten Wochen fleißig ihre eigenen Tests und regten Unmengen von Gehirnzellen an. Gefördert wurde dieser Einsatz von uns mit dem Versprechen auf zenker-esque Preise für die meistgespielten Tests. Jetzt endlich steht er fest, der Gewinner – und dabei hatte er von seinem Glück nicht die geringste Ahnung.

Zwei Wochen brauchte er. Mit Raketenantrieb schoss er von 0 auf 646 Test-Teilnehmer. Ein Geniestreich! Mit Fragen wie: Wie heißt der Mann auf dem Acker? Und: Wer ist die schönste Psychologin Deutschlands? kreierte der Wortspiel-Meister den meistgespielten Wissens-Test aller Zeiten. (Achtung: humoristische Übertreibungen sind im Sinne des Schreibers.) Und somit heißt der Sieger des e-fellows.net-Wissens-Tests-Wettbewerbs – Trommelwirbel – Steffen.Die zenker-esque Tasse

e-fellow steffenSteffen, herzlichen Glückwunsch. Sie gewinnen das begehrte Trivial Pursuit Genus und die erste Tasse der e-fellows.net-Kollektion "zenker-esque". Was sagen Sie zu Ihrem Triumph?

"Hui, das muss ich erstmal verdauen. Steffen setzt sich. Nee, Spaß beiseite, um ehrlich zu sein, wusste ich gar nicht, dass es einen Wettbewerb gibt. Trotzdem habe ich jeden Tag geschaut, wie viel Klicks und Daumen der Test hat, und hab mich dann gefreut wie ein kleines Kind, wenn es wieder ein paar mehr waren.

Eins muss ich aber noch loswerden, sonst habe ich ein schlechtes Gewissen:  Die Wortspiele an sich kommen gar nicht von mir (bis auf die letzte Frage), sondern von einer Liste, die im Internet kursiert.

Na ja, auf jeden Fall werde ich dann das Spiel zum nächsten City-Group-Treffen in Ulm mitbringen, vielleicht dieses Mal schon im Biergarten bei Sonnenschein und Vogelgezwitscher =)."

Auf Platz 2 bis 10 tummeln sich:

e-fellow janJan , der mit seinem Test Maler, Dynamit-Erfinder und Nadelbäume vereinte.

e-fellow christophChristoph (über)forderte die e-fellows mit komplexen, rationalen und reellen Zahlen.e-fellow david

Günther Jauch – äh David zeigte den Weg zur Million.

e-fellow amina Für Amina kam erst das Fressen, dann die Moral.

e-fellow thomas Mit dem berüchtigten Test über geschichtliches "Basiswissen" sicherte sich auch Thomas einen Gewinner-Platz.

e-fellow laraLara führte die e-fellows um die Ecke, nicht ohne ihnen Steine in den Weg zu legen.e-fellow marcel

Marcel forderte die Fußballer unter den e-fellows.

e-fellow martinMartin testete das Französisch der Community.

Und e-fellow andreaAndrea kann nun beim Weltliteratur-Lesen Tee aus einer zenker-esquen Tasse trinken.

Noch mal herzlichen Glückwunsch allen Gewinnern! Bitte schickt mir eure Adressen, damit wir euch für eure Mühen auch belohnen kommen.

Kurzer Recap für alle, die wieder den ganzen Spaß verpasst haben
Am 4. Februar gingen die Wissens-Tests an den Start. Zwar wurde der Launch erheblich von Graue Zelle behindert, doch die e-fellows konnten das neue Feature retten. Inzwischen gibt es 71 Tests, mit denen du dein Gehirn auf Trab halten kannst. Ein besonders Hipp-Hipp-Hurra an dieser Stelle auch für Julia vom e-fellows.net-Team, die uns mit ihrem Logik-Test seit Wochen um den Verstand bringt.

Und jetzt?
Was bringt die Zukunft? Menschenrechte, Songtexte, Hauptstädte? Nun, das liegt in deiner Hand.

Erfahrungsbericht (Accenture):
Nähkästchen-Trilogie zum Frühstück

Montag, den 15. März 2010
Erfahrungs- bericht

Das Event: e-fellows.net Power Breakfast – exklusiv für die Damen der Schöpfung. Der Tatort: "Campus Kronberg" bei Frankfurt, rund ums Frühstücksbuffet. Die Gäste: 21 neugierige Studentinnen verschiedener Fächer. Die Gastgeberinnen: Drei selbstbewusste Frauen von Accenture. Drei individuelle Karrierewege, drei unterschiedliche Beratungsschwerpunkte. Darunter sogar eine Geschäftsführerin.

e-fellow Ann Katrine-fellows.net-Stipendiatin Ann Katrin (21) schließt im Sommer ihr BWL-Studium an der Universität Mannheim ab. Beim "Power Breakfast" plauderte sie mit drei starken Frauen von Accenture und erfuhr dabei, dass Work-Life-Balance auch für erfolgreiche Beraterinnen kein Fremdwort ist.

Warum ich an der Veranstaltung teilgenommen habe
Ein Frühstück mit einem Beratungsunternehmen? Da zögerte ich nicht lange. Aus zwei Gründen klang das für mich interessant:

Als BWL-Studentin im sechsten Semester ist mein Bachelor-Abschluss zum Greifen nahe. Doch was danach kommt, ist ungewiss: Master draufsetzen? Direkteinstieg? Oder doch erst eine Auszeit? Gerade in meiner Orientierungsphase beschäftige ich mich damit, welche Unternehmen als Arbeitgeber in Frage kommen. Da ich mich für die Beratungsbranche interessiere, kam mir die Veranstaltung mit Accenture sehr gelegen. Ich erhoffte mir, wertvolle Informationen über das Unternehmen zu erhalten, die über die Inhalte auf der Website hinausgehen.

Aber nicht nur das Unternehmen lockte mich, sondern auch die Art des Events. Power Breakfast – das versprach eine Veranstaltung, bei der ich in lockerer und ungezwungener Atmosphäre meine Fragen würde klären können. Anders gesagt: Eben kein typisches Recruiting-Event, bei dem man sich beim Bearbeiten der Case Study in ein besonders gutes Licht stellen muss, um den kritischen Augen der Personaler aufzufallen.

Modernität im idyllischen Taunus
Setzt man sich in die S-Bahn vom Frankfurter Hauptbahnhof nach Kronberg, verschwindet die Skyline schnell am Horizont. Und so fragte ich mich nach 15 Minuten Fahrt, ob Kronberg doch eher ein kleines, uriges Dorf im idyllischen Taunus sei.

Weit gefehlt. Am "Campus Kronberg" setzt Accenture eindeutig auf Modernität. Ein futuristischer Eingangsbereich. Glas, Metall und viel Raum. Mitarbeiter führten uns eine imposante Wendeltreppe hinauf, vorbei am reich gedeckten Frühstücksbuffet. Bei dem Anblick wurden unsere Augen größer, und das blieben sie auch. Als sich kurz darauf im Seminarraum die drei Unternehmensvertreterinnen vorstellten, blickten wir wohl alle mit Spannung dem Vormittag entgegen.

Zeit für Kunden, Hobbys und Familie…
Gegen 10 Uhr starteten wir. Nachdem wir uns mit ausreichend Power vom Breakfast versorgt hatten, ging es in die kurze Vorstellungsrunde. Unsere Erwartungen an die Veranstaltung waren sehr ähnlich: Wie muss man sich den Berateralltag vorstellen? Welche Einstiegsmöglichkeiten gibt es bei Accenture? Was macht das Unternehmen im Vergleich zu anderen Beratungen aus?

Unterhaltung am Buffet beim e-fellows.net Power Breakfast mit AccentureFür die drei Referentinnen hieß es nun, den Erwartungen gerecht zu werden und Fragen zu beantworten. Den Anfang machte Eva Egenberger, die offen und enthusiastisch über ihren Job in der Managementberatung sprach und den Geschäftsbereich "Talent & Organizational Performance" vorstellte. Auf einer Folie hatte sie Informationen über sich, ihren Werdegang und ihre Aufgaben bei Accenture zusammengefasst. Sie erzählte, dass sie mittlerweile zwei Jahre bei einem Kunden arbeitet und es gleichzeitig schafft, ausreichend Zeit für Hobbys und Familie zu finden.

…sogar nach 18 Jahren
Nicht nur sie schien ihre persönliche Work-Life-Balance gefunden zu haben. Auch Geschäftsführerin Karen Hoyndorf berichtete davon, wie sie Beruf und Privates unter einen Hut gebracht hat. Nach 18 Jahren bei Accenture blickt sie auf eine erfolgreiche Karriere zurück – beginnend mit der Beratung in Financial Services bis hin zur kaufmännischen Geschäftsleitung in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Gleichzeitig betonte sie, dass sie – wenn auch mit Höhen, Tiefen und Anstrengungen – auch privat stets zufrieden war und ist; nicht zuletzt wegen ihrer zwei Kinder.

Unterhaltung am Buffet beim e-fellows.net Power BreakfastDie Trilogie aus dem "Nähkästchen von Accenture" vervollständigte Mona Mayer, Managerin im Bereich Accenture Technology Solutions. Sie teilte mit uns ihre Erfahrungen in SAP-Projekten und Supply Chain Management. Zu Accenture kam sie übrigens mehr oder weniger durch Zufall: Ein Personaler entdeckte ihr Stellengesuch in einem Portal und sprach sie an.

Aufhören, wenn es am besten schmeckt
Wir wollten den Berufseinstieg hingegen lieber nicht dem Zufall überlassen, sodass sich einige in der anschließenden Gesprächsrunde über Karrieremöglichkeiten bei Accenture informierten. Aber auch für Fragen darüber hinaus nahmen sich die Beraterinnen ausgiebig Zeit.

"Wenn es am besten schmeckt, soll man aufhören", hieß es gegen 13.30 Uhr. Doch spricht nichts dagegen, wieder anzufangen. Wem Accenture besonders "gut bekommen" ist, der wurde herzlich eingeladen, an einem der anderen Karriere-Events teilzunehmen. In Aussicht gestellt wurden uns zum Beispiel ein Business-Knigge-Workshop, die "Campus Challenge" und ein Bewerbungs-Workshop im Juni.

Kontakt zu Accenture?
In der Accenture-Gruppe kannst du Fragen stellen oder Alumni mit Erfahrung bei Accenture kontaktieren.

Mein Fazit
Grundsätzlich kann ich das Power Breakfast sehr empfehlen. Die Referentinnen vermittelten authentisch ihre Freude am Beruf, wie ihr im Fotoalbum seht.

Vielleicht haben in Zukunft auch die männlichen Stipendiaten das Glück, in den "Genuss" eines Power Breakfast zu kommen. Denn grundsätzlich sind die Informationen, die wir erhalten haben, für Frauen und Männer interessant. Voraussetzung ist, dass man oder frau das Thema Beratung spannend findet.

Und auch wenn Accenture oft als Beratung mit IT-Fokus wahrgenommen wird, sind – entgegen vieler Erwartungen – entsprechende Vorkenntnisse nicht zwingend erforderlich. Auch für Einsteiger ohne IT-Kenntnisse bietet Accenture spannende Aufgaben, beispielsweise in der Managementberatung. Und sollte IT-Fachwissen doch gefragt sein, erhalten die Mitarbeiter intensive Schulungen.

Community & Blog Quelle:sxc.hu Autor:clixMehr Erfahrungsberichte? Berichte aus den Vorjahren findest du auf der Website in der Rubrik Community & Blog.

Dein neues Ich – im neuen CV

Freitag, den 12. März 2010
Sabine

Happy Birthday, e-fellows.net! Wir werden 10 Jahre alt. Davon sollen alle was haben: Ihr bekommt einen neuen Online-Lebenslauf geschenkt. Eure Wunscharbeitgeber werden euch damit ganz anders wahrnehmen, nämlich übersichtlicher und dennoch detaillierter. Ihre könnt euren Werdegang leichter verwalten – denn jetzt passt das Formular auch besser auf Bachelor- und Masterstudiengänge und vieles mehr.

Jahre – das kann man wohl so sagen – haben wir daran gearbeitet. Schweiß und Tränen sind geflossen – hitzige Diskussionen wurden geführt. Jetzt ist er fertig, und wir freuen uns, ihn euch endlich präsentieren zu können: der neue Online-Lebenslauf von e-fellows.net.

What’s new?

  • Den Abschnitt "Studium" haben wir an die neuen Abschlüsse angepasst, damit ihr eure Bachelor- und Master-Studiengänge leichter unterbringen könnt. Mehr Notensysteme sind auswählbar (z.B. Punktesystem der Juristen). Auch die Hochschul- und Fächerauswahl haben wir verbessert.
  • Juristen können ihr Referendariat inklusive Zweitem Staatsexamen nun in einem eigenen Abschnitt anlegen. Wahlstationen könnt ihr einzeln hinzufügen, um euren Werdegang transparenter und detaillierter darzustellen.

Referendariat

  • Die Niveaus bei Sprachen haben wir an die gängigen Bewerbungsstandards angepasst.
  • Alle Lebenslauf-Abschnitte könnt ihr einzeln bearbeiten und abspeichern. Das sorgt für Übersichtlichkeit.
  • Der PDF-Lebenslauf hat ein neues Layout und zeigt den Personalern dadurch übersichtlicher, aber dennoch detaillierter, was euch ausmacht und ihr bisher geleistet habt.

  • Aktiv in Community oder City Group? Helfer bei Startschuss Abi oder Autor von Artikeln auf Website, Wiki oder unseren Büchern? Das soll belohnt werden. Bei der jährlichen Datenaktualisierung könnt ihr uns euer Engagement bei e-fellows.net (unter Schritt 3: "Bewerbung abschließen") nun noch mal deutlich zeigen.

efn-Engagement

  • Wie ihr euch eure "Berufliche Zukunft" (unter Schritt 3: "Bewerbung abschließen") vorstellt, könnt ihr uns nun auch detaillierter mitteilen. Das ermöglicht uns, euch Angebote passgenauer zukommen zu lassen.

berufl_Zukunft

  • Übrigens: Im nächsten Jahr werden wir auch die Community-Profile umgestalten und an den neuen CV anpassen. Dann müsst ihr nicht mehr Community-Profil und CV doppelt pflegen. Denn alle Felder, die mit diesem Icon markiert sind, werden beim Bearbeiten mit dem Community-Profil synchronisiert – und umgekehrt.Syncho-Icon

What to do now?
Im neuen Lebenslauf gibt es andere Strukturen, neue Auswahl-Menüs und Zusatzfelder. Daher mussten wir all eure Daten aus dem alten Online-Lebenslauf in die neue Struktur bringen. Dabei kann es bei dem ein oder anderen e-fellow vorkommen, dass nicht alles hundertprozentig korrekt ist. Und generell hat nun jeder die Möglichkeit, seinen Lebenslauf zu verbessern, da wir euch nun mehr Lebenslaufdetails anbieten.

So bitten wir euch, euren Lebenslauf zu checken und gegebenenfalls zu korrigieren bzw. optimieren. Keine Panik: Ihr müsst keine neue Stipendiumsbewerbung abschicken, sondern einfach bei Gelegenheit über eure Daten schauen.

Help!? Feedback, Kritik – und gerne auch Lob
Weil vieles neu ist, gibt's sicher viele Fragen. Antworten findet ihr in den zugehörigen FAQ. Falls nicht, könnt ihr uns natürlich eure Fragen stellen. Ebenso freuen wir uns auf euer Feedback. Das werdet ihr los in der "Fragen und Anregungen zu e-fellows.net"-Gruppe oder per E-Mail: stipendium[at]e-fellows.net. Und telefonisch unter: 089 – 23232-315.

Wir sagen Danke!
Wir sind gespannt, wie euch der neue Lebenslauf gefällt und bedanken uns an dieser Stelle noch mal herzlich bei allen Beta-Testern und allen anderen schon mal fürs Checken eurer Daten. Viel Spaß mit dem neuen CV – und vor allem viel Erfolg damit bei künftigen Bewerbungen.

Erfahrungsbericht: Asien in Harvard

Freitag, den 12. März 2010
Erfahrungs- bericht

Größen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft diskutieren die Herausforderungen Asiens mit Studenten aus aller Welt. In Panels entwickeln sie Lösungen für Probleme im Umweltschutz, in der Bildung oder Wirtschaft. Nebenbei knüpfen die Delegierten Kontakte zu Gleichgesinnten und lernen die Bräuche der anderen kennen. Wo? Auf der Academic Conference des "Harvard Project for Asian and International Relations".

e-fellow Eikee-fellows.net-Stipendiat Eike (24) studiert International Management mit Schwerpunkt Japan an der University of London. In Harvard diskutierte er mit Gleichgesinnten über "Asian Leadership" und erfuhr, wie der Chief Advisor des madagassischen Präsidenten einer Rakete entkam.

Titel und Thema der Veranstaltung
HPAIR Academic Conference

Zeit, Ort und Dauer der Veranstaltung
18. bis 21. Februar, Harvard University, Cambridge, Massachusetts

Teilnehmer
Rund 130 Studenten und 50 Redner

Warum du an der Veranstaltung teilgenommen hast
Aus Interesse für Asien und die Harvard University. Zudem eignete sich die Veranstaltung prima zum Netzwerken.

Unverhofft als Delegierter im Flieger
Als mich mein e-fellows.net-Mentor Joo-Seuk Maing (Senior Manager Business Development, Robert Bosch GmbH) Mitte Dezember 2009 auf die das "Harvard Project for Asian and International Relations" (HPAIR) aufmerksam machte, wagte ich kaum zu hoffen, dass ich rund zwei Monate später als Delegierter im Flieger in die USA sitzen sollte. Schließlich blieben bis zum Ende der Bewerbungsfrist nur noch zwei Tage, und so machte ich mir anfangs keine großen Hoffnungen, angenommen zu werden. Die Idee hinter HPAIR, junge Asien-Interessierte aus aller Welt zusammenzubringen, hat mich allerdings gleich begeistert – so sehr, dass ich mir die folgenden zwei Nächte um die Ohren schlug, um die zwei erforderlichen Essays noch rechtzeitig einzureichen. Nachdem diese Hürde genommen war, hatte ich am Weihnachtsabend ein Telefoninterview und wurde daraufhin zur Academic Conference vom 18. bis 21. Februar nach Cambridge eingeladen.

In Harvard über Mao und Kim Jong-Il diskutieren
Panel auf der HPAIR-KonferenzDie HPAIR-Konferenzen werden von Studenten und Dozenten der Harvard University organisiert und finden meist zweimal jährlich in verschiedenen Ländern Asiens oder in Cambridge statt. Das HPAIR-Jahr besteht dabei erfahrungsgemäß aus einer Academic Conference und einer Business Conference, die im August 2010 in Singapur stattfinden wird. Im Mittelpunkt der Konferenz stehen mehrere Panel-Themen, auf die man sich vorab bewirbt und die man während der gesamten Konferenz beibehält. Dieses Mal ging es um Umweltschutz, Bildung, Wirtschaft oder Innere Sicherheit. Im Laufe der Konferenz bearbeiten die Delegierten verschiedene Case Studies zu ihrem Thema und präsentieren anschließend Lösungsvorschläge. Mein Panel beschäftigte sich mit "Asian Leadership: How Individuals Matter". Unter anderem behandelten wir die Kommunisten Mao Zedong im China der 1950er und 60er Jahre, Kim Jong-Il in Nordkorea sowie Sonia Gandhi im demokratischen Indien.

Boston-Stadtführung und Gala-Dinner
Teilnehmer der HPAIR-KonferenzNeben dem straffen Programm blieb allerdings auch Zeit für ein Rahmenprogramm. So gab es zu Beginn beispielsweise eine Stadtführung durch Boston und zum Abschluss ein Gala-Dinner im Ritz-Carlton Hotel. In der sogenannten "International Night" wurden traditionelle Bräuche aus den Heimatländern der Delegierten vorgestellt. Insgesamt vertraten die rund 130 Delegierten über 30 Nationalitäten. Viele kamen aus asiatischen Ländern wie China, Japan, Vietnam, Indien, Pakistan oder Bangladesch. Europa und Amerika stellten nur sehr kleine Fraktionen.

Der Rakete entkommen
Auf der Konferenz sprachen renommierte Referenten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft über verschiedenen Herausforderungen in Asien. Da es sich um den akademischen Teil des Projektes handelte, waren das größtenteils Harvard-Professoren, doch auch andere namenhafte Universitäten wie das MIT, die Tsinghua University oder die Columbia University waren vertreten. Für mich am interessantesten war die Geschichte von Dean Williams, einem Lecturer in Public Policy an der Harvard Kennedy School of Government. Er berichtete davon, dass er fünf Jahre lang als Chief Advisor des madagassischen Präsidenten gearbeitet hatte. Einst musste ihr Flugzeug auf dem Rückflug von einem Staatsbesuch kurz vor dem Aufsetzen auf der Landebahn wieder durchstarten. Der Grund: Ein Militärgeneral hatte einen Putschversuch gestartet und wollte die Maschine des Präsidenten durch Raketenbeschuss ausschalten.

Asien-Interessierte, zückt den Kalender
e-fellow Eike mit HPAIR-ZertifikatNicht nur wegen dieser spannenden Geschichte bin ich von der Veranstaltung immernoch begeistert. So habe ich viel Neues über Asien gelernt: Die Palette reichte thematisch von Umweltschutz über Bildung bis hin zu Wirtschaft, geografisch von China über Japan bis nach Vietnam, Indien und Pakistan. Außerdem habe ich Kontakt mit Gleichgesinnten aus aller Welt geknüpft und Professoren und Studenten der Harvard University kennengelernt. Daher kann ich jedem Asien-Interessierten unabhängig vom Spezialgebiet empfehlen, sich mal auf http://hpair.org umzuschauen und sich den Termin im August in Singapur schon mal in den Kalender zu schreiben.

Community & Blog Quelle:sxc.hu Autor:clixMehr Erfahrungsberichte?
Berichte aus den Vorjahren findest du auf der Website in der Rubrik Community & Blog.

Was löschen wir – und warum?

Mittwoch, den 3. März 2010
Lukas

Warum wurde dieser Beitrag gelöscht? Wie kann es sein, dass jenes Posting nicht gelöscht wird? In letzter Zeit häufen sich unserem Eindruck nach derartige Diskussionen. Daher hier einmal gebündelt und begründet die Regeln, nach denen wir beim Moderieren vorgehen. Das macht unsere Entscheidungen hoffentlich verständlicher und transparenter.

Die e-fellows.net community ist im Vergleich zu fast allen anderen Social Networks dieser Erde ein recht zahmes und zivilisiertes Pflaster. Bis heute (fast drei Jahre nach Start) mussten wir zum Beispiel noch niemanden ausschließen. Im Schnitt wird nur jede 200. Antwort gelöscht, in anderen Kategorien sind es noch weniger.

Die Diskussion ebbt nicht ab
Trotzdem gibt es sie alle paar Wochen: die Diskussionen darüber, was gelöscht werden sollte und was nicht, ob die Anonym-Funktion nicht zu oft für "Heckenschützen"-Postings missbraucht wird, und nicht zuletzt, ob man Leuten, die wiederholt über die Stränge schlagen, nicht auch mit Sanktionen begegnen sollte, die über das bloße Löschen eines Postings hinausgehen.

Wer anderen vorsätzlich schadet, kann ausgeschlossen werden
Letzteres werden wir nun angehen. Das heißt, es wird demnächst ein System geben, bei dem wir Leute anonym verwarnen und aus der Community ausschließen können [EDIT: Das System steht mittlerweile]. Verwarnen und Ausschließen ist prinzipiell ja schon immer möglich, ein System dafür brauchten wir bislang aber noch nicht, weil es dafür praktisch keinen Anlass gab. Sobald das System steht, werden wir es hier vorstellen.

Das Niveau ist noch immer sehr hoch
Es hat lange gedauert, bis wir uns zu diesem Schritt entschlossen haben. Und er soll auch nicht den Eindruck erwecken, dass wir mehrheitlich "Diss"-kussionen in der Community haben – nichts wäre falscher. Das Niveau ist noch immer unschlagbar hoch, das merkt man spätestens in irgendeinem anderen Netzwerk, wo einem massenhaft nichtssagende Einzeilen-Postings mit hundert Tippfehlern entgegenspringen. Dieses Niveau, das viele als den Hauptvorteil der Community sehen, wollen wir erhalten – das Verwarnsystem soll dabei helfen.

Prinzipien für eine faire Diskussionskultur
Bis dahin hier einmal so klar wie möglich: die wichtigsten Regeln, auf deren Grundlage wir Inhalte löschen oder Mitglieder verwarnen. Sie basieren auf unseren Nutzungsbedingungen und einer gesitteten Diskussionskultur – also in erster Linie auf den Prinzipien "Fairness" und "Achtung gegenüber anderen".

Was du nicht willst, das man dir tu…
Versetzt euch also einfach in die Lage des Gegenübers und fragt euch: Würdet ihr wollen, dass euch jemand in dieser Weise begegnet? Klar, manchmal fliegen die Fetzen, das ist ganz normal in einer Diskussion. Und ich selbst kann mich an einige Situationen erinnern, wo ich wohl zu emotional reagiert habe. Es ist also keineswegs unser Ziel, hitzige Diskussionen zu ersticken und bei jeder Kleinigkeit zu löschen. Es geht uns vor allem um folgende Fälle:

1. Postings, die

a) andere Mitglieder beleidigen

Beispiel:

Frage: "An die männlichen e-fellows: Nass oder trocken?"

Gelöschte Antwort: "Ich vermute, der Fragesteller kommt gerade verspätet in die Pubertät und möchte, wie es sich für einen e-fellow gehört, sich mit Problemen beschäftigen, von denen er noch keinen blassen Schimmer hat […]."

b) andere Mitglieder übermäßig provozieren
Es geht hier vor allem darum, dass anonyme Poster ihren Schleier der Unerkennbarkeit dazu missbrauchen, andere e-fellows unangemessen zu provozieren. Geht oft einher mit einer persönlichen Beleidigung oder Bloßstellung.

Hier schauen wir vor allem auf Diskussionen zwischen Anonym und Nicht-Anonym. Wer zum Beispiel eine etwas heiklere politische These mit Klarnamen äußert, der macht sich angreifbar – auch persönlich. Kommt dann einer mit einer ebenso heiklen Gegenaussage, aber anonym, dann ist der Klarnamen-Poster strukturell im Nachteil: Er muss aufpassen, was er sagt, der Anonyme nicht. Das ist – man verzeihe diese etwas martialische Analogie – als dürfe der Anonyme mit kugelsicherer Weste ins Gefecht, der andere (mit Klarnamen) ohne.

Das heißt nicht, dass wir heikle politische Thesen von Anonymen löschen. Wir löschen nur, wenn klar erkennbar ist: Diesen Angriff hätte er sich nie und nimmer getraut, wenn er mit seinem Namen drunter stehen würde.

Beispiel:

Frage: "Wie organisiert ihr euch?"

Gelöschte Antwort: "Auf deinem Profilfoto hast du scheinbar einen großen Gegenstand im Mund. Nimm den erst mal raus, dann wird vieles leichter."

Beispiel 2:

Frage: "Hartz IV- Westerwelle hat doch absolut recht"

Gelöschte Antwort: "Ich möchte gar nicht wissen, wie viel der Staat pro Sekunde für die Ausbildung von Studenten ausgibt, die hier so ne Scheiße vom Stapel lassen."

c) einer Frage die Berechtigung absprechen ("Was soll diese Frage?")
Wahrscheinlich der häufigste Löschgrund. Wir haben es ausgiebig diskutiert. Unsere Meinung: Es gibt keine dummen Fragen, nur dumme Antworten.

Stellt euch vor, ihr kommt zum ersten Mal zu einem Treffen von Leuten, die ihr noch nicht kennt, und stellt dort eine erste zaghafte Frage. Die Hälfte der Leute antwortet mit "Meine Güte, was ist das denn für eine Frage?" In der Community machen das leider einige, und dann meist auch noch anonym.

Unsere Meinung: Arrogant und bloßstellend für den Frager. Ausnahme: Die Frage verstößt selbst gegen diese Regeln hier.

Beispiel:

Frage: "Was soll ich mir von meinem ersten Gehalt kaufen? Eure Kreativität ist gefragt!"

Gelöschte Antwort: "Was für eine schwachsinnige Frage… Und erschreckend, wie viele Leute auf so einen Konsum-Schwachsinn antworten…"

d) Postings, die den Diskussionsfluss mit irrelevanten Inhalten absichtlich stören. Geht oft einher mit Beleidigung oder Bloßstellung des oder der anderen Diskutanden.

Beispiel:

Frage: "Nervt euch das inflationäre Anonym-antworten auch?"

gelöschte Antwort: "Bla."

2. Wer Informationen postet, die offensichtlich dazu dienen, anderen Menschen oder e-fellows.net Schaden zuzufügen.

Zum Beispiel eine Anleitung, wie man die Community (angeblich) hacken könne, wie man andere Community-Mitglieder am besten stalkt oder wie man (angeblich) ihre Anonymität aufdecken kann. Siehe zum Beispiel diese Diskussion.

Mit "e-fellows.net Schaden zufügen" ist keine Kritik an e-fellows.net gemeint. Im Gegenteil: Darauf können und wollen wir gar nicht verzichten (am besten gebündelt in dieser Gruppe).

3. Sämtliche rechtswidrigen, diskriminierenden, rassistischen, sexistischen, verleumderischen, sittenwidrigen, pornografischen oder gegen den Jugendschutz verstoßenden Inhalte.

4. Wenn jemand andere User unzumutbar (vor allem durch Spam) belästigt.

Man muss das Hochschul-Event an seiner Heimat-Uni zum Beispiel nicht auch noch gleich als Termin mitsamt E-Mail-Benachrichtigungen in andere großen Gruppen ohne lokalen Bezug einstellen.

Ein anderer Fall ist "Tag-Spamming", also wenn jemand eine Frage stellt und dabei absichtlich und wissentlich Tags verwendet, die viele E-Mail-Benachrichtigungen auslösen, obwohl sie nachweislich überhaupt nicht zum Inhalt der Frage passen. Hier ist das Kind natürlich schon in den Brunnen gefallen, bevor wir einschreiten können. In diesem Fall würde der User künftig zum Beispiel verwarnt werden.

5. Recruiting

e-fellows.net hat Exklusivverträge mit seinen Partnerunternehmen. Daher müssen wir Stellenangebote oder Recruiting-Events von Nicht-Partnerunternehmen löschen, sofern sie nicht vorher mit uns abgesprochen wurden. Wir können Mitglieder verwarnen oder bei gravierenden Fällen ausschließen, wenn wir feststellen sollten, dass sie die Community dazu nutzen, Mitarbeiter oder Praktikanten für ihr Unternehmen anzuwerben.

6. Sonstige Ausnahmefälle

Mit diesen Regeln kann man natürlich nicht alles abdecken. Trotzdem müssen wir uns als Betreiber vorbehalten, im Notfall Inhalte zu löschen, die aus anderen Gründen als den hier genannten einen nicht tolerierbaren Schaden für e-fellows.net, andere Mitglieder oder Dritte verursachen. Diese letzte Regel wenden wir natürlich nur im absoluten Ausnahmefall an. Und wir werden sie auf keinen Fall verwenden, um Kritik zu unterdrücken.

Was, wenn wir daneben greifen?
Falls wir einmal daneben greifen sollten: Es lässt sich nicht vermeiden, und man kann bei diesem oder jenem Fall sicher geteilter Meinung sein. Kein Regelwerk der Welt ist perfekt. Viele Fälle sind nicht so klar wie die oben genannten Beispiele. Im Zweifel lassen wir daher Beiträge eher stehen. Es gibt natürlich immer die Möglichkeit, uns zu kontaktieren, wenn ihr euch missverstanden fühlt. Und wir antworten natürlich persönlich, denn solche Fälle sind wie erwähnt immer noch sehr selten im Vergleich zu anderen Netzwerken.

Auch ihr könnt Verstöße melden
Habt ihr den Eindruck, dass jemand gegen diese Regeln hier verstößt, dann könnt ihr uns das auch jederzeit mitteilen über die Funktion "Verstoß melden" (Link ganz oben in der Kopfzeile).

Wir freuen uns über Feedback
Wir hoffen, dass euch diese Regeln transparent machen, wann und warum wir als Moderatoren einschreiten und freuen uns jederzeit über euer Feedback.