Erfahrungsbericht (Clifford Chance):
"Getting to yes"

17. Februar 2010
Erfahrungs- bericht

Wie sehen Referendariat, Berufseinstieg und Karriere in einer internationalen Großkanzlei aus? Darum ging es für die 29 Teilnehmer am "Young Lawyers Event", das am 18. und 19. Januar bei Clifford Chance in Düsseldorf stattfand. Die Kanzlei, die in Rankings ganz oben rangiert, vermittelte in interessanten Workshops und einer ungezwungenen Abendveranstaltung vielseitige Eindrücke von Herausforderungen und Entwicklungsmöglichkeiten für Referendare und junge Anwälte.

e-fellow Wolfgange-fellows.net-Stipendiat Wolfgang (27) promoviert an der Bucerius Law School in Hamburg. Beim "Young Lawyers Event" mit Clifford Chance lernte er, wie man die Emotionen des Verhandlungspartners im Griff hat und auf ein "dawn raid" der Kartellbehörde reagiert.

Internationalität in der ReferendarAcademy
Dr. Christoph Witte und Thomas Burmeister, beide Partner im Düsseldorfer Büro, stellten die Sozietät vor. Dabei ging es weniger um Eigenwerbung. Vielmehr stand der Reiz der Arbeit in einer Großkanzlei im Mittelpunkt. Clifford Chance unterscheide sich von anderen Kanzleien jedoch durch die Internationalität in der täglichen Arbeit. Als angehender Referendar fand ich besonders die Informationen zur ReferendarAcademy interessant: ein Fortbildungsprogramm, das auch Intensivkurse zur Vorbereitung auf das zweite Staatsexamen umfasst. Kooperationspartner sind die Bucerius Law School und das Lübecker Repetitorium "Kaiserseminare".

Knowing what you are talking about
Stichwort Internationalität: Passend zum Motto ging es im ersten Workshop um "Legal English". Edmund Boyo, LL.M., Solicitor (England & Wales) und Partner aus dem Frankfurter Büro, führte interaktiv in die englische Rechtssprache und die Besonderheiten des "Common Law" ein. Vokabular und Rechtsinstitute wie den englischen "trust" erläuterte er anhand von Anekdoten aus der Anwaltspraxis und bezog in seinem Vortrag die Teilnehmer mit ein.

Clifford Chance: Young Lawyers Event"Getting to yes"
Vertragsverhandlungen können für Anwälte allerdings auch ohne Sprachbarriere schwierig werden. "Getting to yes" will gelernt sein, wenn die Positionen von Mandant und Gegenseite weit auseinander liegen. Die Emotionen eines schwierigen Gegenübers im Griff zu haben ist dabei ein Muss, betonten Partner Thomas Hey und Rechtsanwalt Dr. Christian Vogel, LL.M., aus Düsseldorf. Die beiden führten in die Verhandlungstechnik des "Harvard Approach" ein. Anschließend erprobten die Teilnehmer in Rollenspielen, mit welchem Verhandlungsstil sich die Interessen des Mandanten am besten durchsetzen lassen.

Persönliche Gespräche beim Dinner
Der spannende erste Tag klang beim Essen in einem Weinlokal aus, wo die Teilnehmer mit den Anwälten persönlich ins Gespräch kamen. An unserem Tisch ging Dr. Ulrich Reese, Partner aus Düsseldorf und einer der Leiter der Healthcare-Gruppe, auf alle unsere Fragen zur Tätigkeit in einer Großkanzlei ein. Besonders beeindruckend war die persönliche und authentische Art, mit der er von seinen Erfahrungen und seiner Arbeit berichtete. Individuelle Ratschläge gab er zum Karriereweg, aber auch zur Vereinbarkeit von Anwaltsberuf und Privatleben.

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Was ist beim "dawn raid" der Kartellbehörde zu tun?
Am nächsten Tag ging es um die "hard skills". In Arbeitsgruppen zu Arbeitsrecht, M&A, Energierecht, Litigation, Healthcare und Kartellrecht nahmen die Teilnehmer selbst die Rolle des Anwalts ein. Unsere Gruppe etwa hatte die Aufgabe, die "MegaMedical GmbH" in medizinrechtlichen und kartellrechtlichen Fragen zu beraten: Welche Anweisungen sollte der Geschäftsführer geben, wenn die Kartellbehörde früh morgens mit einem Durchsuchungsbefehl an der Sicherheitsschleuse um Einlass bittet? Darf er relevante Strategiepapiere vernichten? Die Fallstudien verdeutlichten die Vielseitigkeit des Kanzleialltags.

Mein Fazit
Empfohlen sei die Veranstaltung angehenden Referendaren oder Berufseinsteigern, die sich in kurzer Zeit ein Bild von der Arbeit in einer internationalen Großkanzlei machen möchten. Die interaktiven Workshops und die ungezwungene Abendveranstaltung boten die Gelegenheit, Mitarbeiter und Arbeitsfelder der Kanzlei kennenzulernen. Die engagierten Referenten banden die Teilnehmer aktiv mit ein und ließen dadurch keine Langeweile aufkommen.

Community & Blog Quelle:sxc.hu Autor:clixMehr Erfahrungsberichte?
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