Die berüchtigten Tippfehler in der Bewerbung…
Donnerstag, den 28. Januar 2010"Mehr als einen Tippfehler darf sich kein Jobkandidat erlauben, sonst landet seine Bewerbung bei rund einem Drittel der Personaler sofort auf dem Absage-Stapel. Ab drei Fehlern sortieren bereits 70 Prozent die Bewerbungsunterlagen aus."
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| Ein Fehler, und die Bewerbung ist im Mülleimer – von wegen! [Bildquelle: sxc.hu, Autor: nkzs] |
So beginnt eine Pressemitteilung zur kürzlich durchgeführten "Bewerbungsstudie 2010" von alma mater und karrierebibel.de [Nachtrag: Oder vielleicht doch nur von karrierebibel.de? Die beiden diskutieren hier (siehe Kommentare) um die Urheberschaft.]
Fehlerfrei? Von wegen!
Es ist nicht das erste Mal, dass wir lesen, Tipp-, Formatierungs- oder gar Rechtschreibfehler seien ein absolutes No-Go für Personaler. Daher mal ganz im Ernst: Ich kann nur für die Bewerbungen sprechen, die wir bei e-fellows.net auf unsere Stellenausschreibungen erhalten. Aber in meinen drei Jahren hier ist uns wahrscheinlich kein einziges Mal eine Bewerbung ohne Formfehler (Tipp-, Rechtschreib- oder Formatierungsfehler) untergekommen – und das selbst bei Redakteursbewerbungen. Am Anfang fand ich das jedes Mal extrem schlampig, mittlerweile sehe ich es gelassener und schaue auch gar nicht mehr so genau hin. Man hat ja auch keine Wahl…
Der Personaler, ein wandelnder Duden?
Es ist einfach extrem schwer, ein Anschreiben und einen komplex formatierten Lebenslauf wirklich hundertprozentig fehlerfrei einzureichen. Würden die Personaler wirklich so radikal aussortieren, wie sie es behaupten, könnten sie fast niemanden mehr einladen. Denn selbst ein Personaler ist kein wandelnder Duden, der genau weiß, wo die Bindestriche hingehören, wo welches Komma zu stehen hat und wann Groß- oder Kleinschreibung gefordert ist. Oder der immer erkennt, dass jemand nicht mit Tabulatoren umgehen kann oder ob alle Zeilenabstände konsistent sind. Meine Erfahrung ist: Viele halten sich für (fast) perfekte Rechtschreiber, Keiner aber ist perfekt (ich schon gar nicht!), und jeder sieht einfach andere Fehler.
Job bekommen – trotz Todsünde
Wir bei e-fellows.net haben jedenfalls viele eingeladen, die (wenige) Rechtschreib- und Tippfehler in ihrer Bewerbung hatten. Manche sind heute sogar Kollegen. Und ja, auch ich habe meine erfolgreiche Bewerbung später noch mal durchgeschaut und einen ganz gravierenden Fehler gefunden (verrate ich jetzt nicht, aber laut der genannten Studie ist es eine "Todsünde"). Peinlich, peinlich – aber trotzdem wurde ich eingeladen.
Das ist keine Ermutigung zum Schlampern
Das heißt jetzt nicht, dass man bei der Bewerbung jetzt ruhig etwas nachlässiger sein kann. Im Gegenteil: Es zeigt, dass man sich mit einer wirklich anstandslosen Bewerbung tatsächlich vom Rest abhebt. Wichtiger als der eine Tippfehler sind aber die Formalia – was steht im Anschreiben, wie gliedere ich den Lebenslauf, was gehört in den CV und was nicht. Meiner Meinung nach sind Patzer hierbei viel gravierender, leider aber auch nicht viel seltener. Dabei kann man sich zum Beispiel bei e-fellows.net eine Menge praktischer Tipps holen. Zum Beispiel über die Ergebnisse unseres CV-Checks, in der "Bewerben"-Rubrik oder in der Community-Gruppe "Bewerbung".
Was halten andere e-fellows von eurer Bewerbung?
Ganz wichtig: Lasst die Bewerbung von jemandem Korrektur lesen, der Ahnung davon hat. Stellt euer Anschreiben doch mal als anonyme Frage in die Community und fragt nach der Meinung der anderen karriereerfahrenen e-fellows. Eine bessere Feedback-Gruppe kann man nicht kriegen. Und vielleicht schaut ja sogar einer der Unternehmensvertreter drauf und gibt einen guten Tipp.


![Ab in den Eimer [Bildquelle: sxc.hu, Autor: nkzs] Ein Fehler, und zack ist die Bewerbung im Mülleimer - von wegen! [Bildquelle: sxc.hu, Autor: nkzs]](http://www.e-fellows.net/community-blog/wp-content/uploads/2010/01/1218052_waste-basket____2.jpg)

e-fellows.net-Stipendiat e-fellows.net-Stipendiat Ivo (32) studierte Jura in Passau, München, Frankfurt und London. Als Referendar arbeitet er am Landgericht Frankfurt. Bei Freshfields Bruckhaus Deringer lernte er, wie ein Gesetz für für Bundesregierung entsteht – und was Jura mit Fußball zu tun hat.
Weiter ging es nach erneuter Kaffeepause ebenso engagiert mit Konrad Schott, Partner im Bank- und Finanzrecht, und Benjamin von Bodungen, Associate derselben Praxisgruppe. Gemeinsam erarbeiteten wir die wirtschaftlichen Interessen und rechtlichen Knackpunkte bei der Gestaltung eines Leasingvertrages zwischen einer Fluggesellschaft und einem Investor.

Vor allem das Improvisationstheater war eine ungewöhnliche und spannende Gelegenheit, die anderen Teilnehmer kennenzulernen. Nach dem Abendessen haben wir uns alle noch lange unterhalten.


Videosequenzen, wie man sich in verschiedenen Situationen angemessen verhält und seine Ziele erreicht. Zahlreiche Beispiele aus der Beraterpraxis veranschaulichten die Inhalte.
Bei diesem Spiel bekommt der Teilnehmer eine Situation geschildert und hat drei bis vier Auswahlmöglichkeiten, wie er sich verhalten würde. Etwa: Man erhält ein unmoralisches Angebot. Soll man Informationen, die dem Unternehmen zwar einen klaren Wettbewerbsvorteil bringen würden, aber auf illegalem Wege beschafft wurden, nutzen? Je nachdem, was der Spieler antwortet, bekommt er Punkte, die anzeigen, ob ihm das eigene Image oder Geld wichtiger ist. Das "Forensic Integrity Game" sensibilisiert somit den Spieler für Wirtschaftskriminalität und ethische Probleme am Arbeitsplatz.