Wer sind eigentlich die Unternehmensvertreter in der Community? Folge 15: Susanne Herzog, McKinsey
12. Oktober 2009 Früher hat Susanne Herzog Offiziere der Bundeswehr trainiert, heute kümmert sie sich um McKinsey als Arbeitgebermarke. In diesem Zusammenhang beantwortet sie in der McKinsey-Gruppe eure Fragen – mit großem Erfolg, wie ihr Daumenquotient zeigt. Am liebsten würde sie einmal im Heli durch den Grand Canyon fliegen – zur Not tun es aber auch italienische Märkte mit leckerem Gemüse und frischen Handtaschen.
>>Teil 15 der Serie: Wer sind eigentlich die Unternehmensvertreter in der Community?<<
Wie sind Sie eigentlich zu McKinsey gekommen?
Durch einen glücklichen Zufall – eine Praktikantin aus meinem vorherigen Arbeitsverhältnis hat nach Abschluss ihres Studiums bei McKinsey begonnen und mich irgendwann auf eine dort zu besetzende Stelle in der Recruiting-Abteilung aufmerksam gemacht. Der Zeitpunkt war perfekt, weil ich gerade in der Beendigung eines Zweitstudiums steckte und nach einer Veränderung suchte: Damals HR-Beraterin wollte ich mich künftig mit Personalthemen für das eigene Unternehmen befassen. Umso besser natürlich, dass die Branche – Unternehmensberatung – die blieb, aus der ich auch kam.
Was machen Sie bei McKinsey?
Ich bin inzwischen seit sechs Jahren bei McKinsey und dort in der Recruiting-Abteilung verantwortlich für unser Employer Branding (das heißt das Arbeitgeber-Image) sowie die Kandidatenbindung (das sogenannte Candidate Relationship Management). Zum einen kümmere ich mich – teilweise zusammen mit einer Kreativagentur – um die interne und externe Kommunikation und Wahrnehmung von McKinsey als Arbeitgeber. Dies betrifft die Erstellung sämtlicher Marketing-Materialien und Kommunikationsmittel ebenso wie die Planung und Durchführung von Kampagnen. Übergeordnet gehört aber auch dazu, darauf zu achten, dass wir unser Versprechen "Building Global Leaders", das wir Kandidaten geben können und möchten, bestmöglich transportieren und nachvollziehbar machen. Ihr könnt sicher bestätigen: Nicht nur unsere Branche, auch wir als Firma sind sehr erklärungsbedürftig und auch vorurteilsbehaftet. Aber wir werden nicht müde, zu versuchen, Menschen zu überzeugen, sich ihr eigenes Bild über uns zu machen.
Um den Kontakt zu denjenigen zu halten, die wir etwa über eine Veranstaltung oder ein Praktikum kennenlernen durften, bieten wir verschiedene Möglichkeiten an. Dabei kommt es uns vor allem darauf an, den Studenten über den informellen Austausch hinaus immer auch einen echten Mehrwert zu bieten, sei es fachlicher oder persönlicher Natur. Wir nehmen für uns in Anspruch, die besten Kandidaten aller Fachrichtungen für uns gewinnen zu wollen – da ist es selbstverständlich, dass wir uns bemühen, diesem Anspruch auch umgekehrt gerecht zu werden. Unser Mentorenprogramm oder unser McKinsey College sind daher Angebote, die wir nicht nur mit großem Engagement leben, sondern in eurem Sinne ständig weiterzuentwickeln suchen.
Was haben Sie vor Ihrer Zeit bei McKinsey gemacht?
Vor meiner Zeit bei McKinsey war ich vier Jahre als Beraterin bei Kienbaum. In der Personalberatung war ich betraut mit Hochschulmarketing/PR sowie der Suche und Auswahl von High Potentials für Kundenunternehmen verschiedener Branchen. Danach habe ich mich im HR Consulting mit Eignungsdiagnostik (das heißt Assessment-Center und Tests), Trainings und Outplacement befasst. Eine besondere Erfahrung in diesem Zusammenhang war definitiv mein Hauptkunde, die Bundeswehr: Zusammen mit meinem Vorgesetzten habe ich Karrieretrainings für Zeit-Offiziere durchgeführt, dies auch international und in verschiedenen Nato Headquarters. Parallel dazu habe ich ein Fernstudium in Wirtschaftspädagogik, Psychologie und VWL absolviert, vorher ein Lehramtsstudium in Mathematik, Sport und Theologie.
Was tun Sie, wenn Sie nicht arbeiten?
Meine Freizeit verbringe ich gerne rund um die Themen Küche und Mode. Ich koche sehr (!) gerne, liebe Lebensmittelgeschäfte (fast) jeder Art ebenso wie solche für Handtaschen oder Schuhe. Selbst im Urlaub zieht es mich früh morgens auf die einheimischen Märkte – und da ich mich meist in Italien aufhalte, gibt es dort neben Lebensmitteln glücklicherweise auch Handtaschen und Schuhe. Vom Rest an benötigter Kleidung "schneidere" ich einiges selbst – und offenbar mit Erfolg: Es merkt keiner!
Hin und wieder lese ich auch etwas. Gerne ein Kochbuch.
Welche lebende oder historische Person würden Sie gerne treffen?
Intellektuell Vicco von Bülow, privat Jude Law.
Was möchten Sie in Ihrem Leben unbedingt noch machen?
Fallschirmspringen und im Helikopter durch den Grand Canyon oder eine andere Schlucht fliegen.
Was gefällt Ihnen an den e-fellows?
Dass ihre Zielstrebigkeit sich meist nicht nur eindimensional äußert. Insbesondere in der Community zeigen das Aktivitätslevel und die Themenvielfalt eine Gruppe von Menschen, die alles hinterfragen, denen nur selten eine Frage zu banal oder blöd ist, die ihre Meinung äußern (wenn auch zu häufig nur anonym
), die auch provozieren oder kritisieren – die daraus entstehenden Diskussionen sind etwas, was ich persönlich sehr schätze.
Welchen Insider-Tipp haben Sie für e-fellows, die bei McKinsey zum Vorstellungsgespräch eingeladen sind?
Insider-Tipp ist sicher ein zu großes Wort, aber haltet euch vor Augen, dass auch bei uns nur mit Wasser gekocht wird. Versucht, unvoreingenommen zu den Gesprächen zu kommen und gebt euch absolut authentisch – nur so, denke ich, ist es möglich, den für sich besten Arbeitgeber zu finden, der auch persönlich zu einem passt.
Inhaltlich hilft es natürlich, sich gut auf den Tag vorzubereiten: Setzt euch mit den Übungsaufgaben auseinander, die ihr mit der Einladung zu Gesprächen erhaltet, um euch einen Eindruck über die Art der Fragestellungen zu verschaffen. Insbesondere unsere internationale Website bietet weitere hilfreiche Informationen, so zum Beispiel ein Video zur Vorbereitung auf die Case-Interviews.
Und ansonsten: Fragt, fragt, fragt, zur Vorbereitung, aber auch in den Gesprächen selbst.


Am 30. April 2010 um 16:42 Uhr
Bewerbern für Wirtschaftsprüfungsgesellschaften rate ich, auch im Netz auf Rankings und Beurteilungen zu achten. z. B. http://www.luenendonk.de/wirtschaftspruefungs_gesellschaften.php oder http://www.rechtsanwalt.am/Wirtschaftspruefer.a.470.html. Berichte wie hier sind zwar gut & schön, aber unabhängige Quellen sind halt doch objektiver.