Monatsarchiv für Oktober 2009

Machtfantasie meets Diplomatie – die Community-Moderatoren

Donnerstag, den 29. Oktober 2009
Katharina

Vielleicht ist es einigen von euch schon aufgefallen: Seit Kurzem haben sich drei
e-fellows.net-Stipendiaten in Moderatoren verwandelt. Sie kümmern sich um das Wohlbefinden der e-fellows in der Community. Wer aber sind die Tapferen im Supermann-Kostüm? Und was macht sie zu guten Moderatoren?

jacquelineJacqueline kämpft mit ihrem Kühlschrank um die Weltherrschaft – zum Glück kann sie Karate.

Jacqueline ist frischgebackene Medizinstudentin. Wenn sie nicht gerade im Ersti-Chaos versinkt oder ihre Karate-Techniken an Freunden ausprobiert, wandert sie gerne. Eine gute Gelegenheit, der ICE-Trasse vor dem Studentenwohnheim zu entkommen. Auch den Kühlschrank kann sie dann kurz vergessen. Der macht nach ihren eigenen Angaben "alle zehn Minuten panzerartige Geräusche" und wird wohl bald die Weltherrschaft an sich reißen. Vielleicht kann Jacqueline den Lärm mit ihrem Saxophon übertönen? Denn Jazz ist ihre Leidenschaft, auch wenn ihre musikalische Karriere im örtlichen Musikverein mit Polka und Schlager anfing. Jetzt sucht sie in Ulm eine neue Combo zum abendlichen Jammen. Seit Kurzem bemüht sie sich auch in der Community um einen guten Ton.

Atmosphärischer Mod mit Hang zum Unbequemen
Jacqueline hatte den Eindruck, dass in der e-fellows.net community die Stimmung schlechter wurde. Das fand sie schade und bot sie sich als Moderatorin an. Sie will, dass sich alle wohlfühlen und dass die interessanten Fragen nicht unter Qualitäts- und Anonym-Diskussionen verschwinden. "Netzwerken macht Spaß", findet Jacqueline "besonders in einer so tollen Community". Sich selber beschreibt sie als unbequem. Sie scheut keine Diskussion und will, dass andere sich verantwortlich fühlen für ihre Postings. Dabei ist es ihr aber wichtig, die Dinge nicht so eng zu sehen – Zensur kann sie nicht ausstehen.

Nicht meckern, aktiv werden
Jacqueline wünscht sich, dass alle unzufriedenen Community-Mitglieder aktiv werden und sich nicht an kleinen Streitereien aufhalten. Aber sie glaubt, dass das bald von alleine geschieht, weil sich die Community den wirklich spannenden Fragen zuwendet. Bis dahin erklärt sie gerne, warum manchmal Postings gelöscht werden müssen.

Hoffen wir, dass Jacqueline so aktiv bleibt, auch wenn sie in Zukunft alle Knochen im menschlichen Körper auswendig lernen muss. Doch es sieht gut aus: "Ich find's echt klasse, wie ein Zusammenschluss aus so vielen unterschiedlichen Leuten trotz allem so gut funktionieren kann! Ich hoffe, dass das so bleibt und ich freu mich auf weitere nervenaufreibende, kontroverse und lustige Postings und Diskussionen!"

tarekTarek ist ein Verfechter der Logik und packt für e-fellows.net sein diplomatisches Geschick aus

Er schwingt Degen und Florett, auch wenn er nicht hoch zu Ross, sondern auf dem Mountainbike durch die Wälder rast. Von seinem winzigen Heimatdorf im Fichtelgebirge verschlug es Tarek nach Erlangen, wo er sich auf das Studium der Logik spezialisierte. Gerade programmiert er intelligente Roboter für seine Diplomarbeit. Wenn er den Abschluss in der Tasche hat, siedelt Tarek um nach Amsterdam für seine Promotion. Obwohl er meint, er stoße manchmal einige Leute vor den Kopf, stellt er der e-fellows.net community gerne sein diplomatisches Geschickt zur Verfügung. Das hat er mitgebracht von seinem Praktikum beim EU-Parlament in Brüssel.

Ein zwinkernder Moderator zwischen Göttern und Nutzern
Da er wegen seines geplanten Umzugs das Amt des City-Group-Leiters Erlangen abgeben müsse, brauche er eine andere Position, um seine "Weltmachtfantasien" zu befriedigen, sagt Tarek mit einem Augenzwinkern. "Ein bisschen Humor schadet nie", findet er, "auch der Community nicht." Trotzdem störten ihn irgendwann einige unkonstruktiven Postings. Darum begann Tarek die Diskussion über die Qualität der Beiträge in der Community. Plötzlich las Tarek dann den Vorschlag Moderatoren einzusetzen – und entdeckte seinen Namen in einem Posting. Da konnte er nicht mehr nein sagen.

Seitdem ist Tarek Moderator und will eine Verbindung darstellen zwischen den e-fellows.net-Mitarbeitern (den "Göttern") und den Stipendiaten. Sein "unersättlicher Wissensdurst" ;) treibt ihn dazu, immer fleißig mitzudiskutieren, obwohl er fast den ganzen Tag in der Uni für seine Diplomprüfung lernt. Zum Glück hat ein Tag 24 Stunden – und wenn das nicht reicht, nimmt Tarek gerne noch die Nacht dazu.

Keine Angst vor Differenzen
"Die e-fellows.net community ist super", sagt Tarek, "besonders weil man auch unterschiedliche Standpunkte diskutieren kann. Vielleicht schreibt mal jemand etwas Unüberlegtes, aber die Emotionen kochen selten über." Er findet, dass seitdem die Moderatoren aktiv sind und Hinweise zum Ton posten, die Stimmung viel besser geworden ist.

"Na geht doch", freut sich Tarek und fügt hinzu:" 'Jedes Ich ist Persönlichkeit, folglich geistige Individualität' (Jean Paul). 'Persönlichkeiten, nicht Prinzipien, bewegen die Welt' (Oscar Wilde). Deshalb ist es genau die geistige Individualität, die uns in die Lage versetzt, etwas zu bewegen. Diese Individualität sollten wir stets an anderen achten. Gerade auch in Online-Communitys."

christina

Christina spielt Klavier auf dem Flur der Physiker und schwebt dabei auf Wolken

Christina sitzt zwischen Bücher-Bergen und DVD-Stapeln. Unter ihrem Zimmerfenster ziehen Wolken vorbei. "Wenn das Wetter gut ist, kann man bis nach Essen gucken", sagt Christina. Ihr gefällt es gut im 13. Stock des Studentenwohnheims in Bochum, wo sie im ersten Semester Wirtschaftspsychologie studiert. Schade nur, dass ihr Klavier nicht in die WG passt. Deshalb ist sie froh, dass sie das Piano im Physik-Institut gefunden hat. Bald werden dort also Ragtime und Mozart über die Flure klingen. Genauso begeistert wie von Musik ist Christina von der e-fellows.net community. Deswegen will sie 100 Prozent geben und ist Moderatorin geworden.

Demokratie-Fan sucht Kontroverse
Nachdem Christina selber schlechte Erfahrung mit einem unkonstruktiven Beitrag gemacht hatte, wollte sie etwas für die gute Stimmung in der Community tun: "Gerade schüchterne Leute lassen sich von einem blöden Kommentar vielleicht abschrecken. Das wäre doch schade." Die Community sei toll, um seine Meinung neu zu beleuchten. Es ärgert Christina, wenn dieses Potenzial nicht genutzt wird. Sie ist immer auf der Suche nach Kontroversen, will reflektieren und nicht bekehren. Intensive Diskussionen findet sie gut. Die sind ihr Ausgleich, wenn sie von einem anstrengenden Tag nach Hause kommt. "Auf keinen Fall will ich die große Zensorin sein", betont Christina. "Ich bin ein Demokratie-Fan." Sie überlegt lange, wo die Schmerzgrenze liegt, ab der ein Beitrag gelöscht werden sollte. Genau dieser Zwiespalt ist für sie der Reiz am Moderieren.

Wir sind ein Ponyhof
Schlecht findet Christina die Stimmung aber gar nicht. "Ich sehe uns eher als prophylaktische Maßnahme", erklärt sie, "Im Vergleich zu anderen Foren sind wir ein Ponyhof". Sie möchte, dass das so bleibt. Jeder soll die Chance haben, sich zu äußern. Viele unterschätzen das Potenzial der Community, meint Christina: "Man bekommt immer eine Antwort, egal auf welche Frage. Das ist der Wahnsinn!" Bevor sich jemand über ein unpassendes Posting aufrege, schlägt sie vor, solle er sich lieber eine coole Aktion ausdenken, wie man zum Beispiel etwas an der Situation der Dritten Welt verändern könne.

"Nutzt die Chance, dass ihr so ein tolles Forum habt. Wo sonst kann man Leute aus vielen verschiedenen Fachrichtungen so unkompliziert kennenlernen?"

Der Beruf der Eltern – und was uns beim Lebenslauf-Check sonst noch so auffiel

Dienstag, den 27. Oktober 2009
Lukas

Vor kurzem endete der erste CV-Check nur für e-fellows.net-Stipendiaten: Das e-fellows.net-Team prüfte etwa 50 Lebensläufe und beriet die Teilnehmer dann am Telefon. Für alle, deren CV wir nicht mehr unter die Lupe nehmen konnten, hier eine kleine Auswahl der Verbesserungsvorschläge.

  • In der Regel gehört bei einem Akademiker nichts aus der Zeit vor dem Abi in den CV. Das heißt zum Beispiel:
    • Grundschule
    • Schulen, auf denen man vor der Schule war, wo man das Abi gemacht hat
    • AGs oder Projekte, die man an der Schule besucht/durchgeführt hat
    • Ausnahmen: erst Ausbildung gemacht, dann zweiter Bildungsweg, wirklich außergewöhnliche Preise etc.
  • Euer Stipendium heißt "e-fellows.net-Stipendium", nicht "Efellows-Stipendium" oder ähnliches. Du bist auch nicht "e-fellows-StipendiaNt", sondern "Stipendiat".
  • Der Beruf der Eltern im Lebenslauf weckt einen negativen Eindruck. Willst du mit deiner Kompetenz überzeugen oder mit dem Status deines Elternhauses?
  • Auf ein professionelles Foto achten. Manche Fotos waren
    • entweder von der Qualität nicht gut:
      • übertriebene Sättigung
      • pixelig (bei Konvertierung in PDF aufpassen, manchmal geht dabei die Qualität baden)
      • Schatten auf einer Seite des Gesichts
    • oder einfach zu wenig dynamisch oder wirkten nicht so freundlich, wie man wirken könnte. Lächeln!
  • Die wenigsten Arbeitgeber lesen Lebensläufe von vorn bis hinten durch. Daher auf die Scanbarkeit achten und zum Beispiel Wichtiges hervorheben (fetten).
  • Einheitliche Struktur: Wir empfehlen für die Arbeitgeberstationen (zum Beispiel bei Praktika):
    • Arbeitgeber, Abteilung (Ort): Position/Tätigkeit (kann auch "Praktikum" sein)
      • Beschreibung der Aufgaben 1
      • Beschreibung der Aufgaben 2
  • Die Stichpunkte sollten die Aufgaben zu den Inhalten konkret beschreiben (nicht nur "Praktikum Marketing")
  • Zu ausschweifende Beschreibung des Studiums: Es müssen zum Beispiel keine Schwerpunktseminare drin stehen
  • Nicht auf Teufel komm raus alles in den CV quetschen: Auch wenn ihr sehr viele Preise gewonnen habt, solltet ihr die wichtigsten auswählen
  • Bei Sprachkenntnissen nur offizielle Zertifikate (TOEFL etc.) angeben, keine Sprachreisen oder Feriensprachkurse.
  • "Form follows function": Manche verkünsteln sich ein bisschen und schieben dann wichtige Kategorien an den Schluss, weil es da mit der Seitenaufteilung besser passt oder damit Kategorien nicht auseinandergerissen werden.
  • Einheitliches Zeitformat: zum Beispiel: 08/2005, nicht mal 12.03.2003 und mal 03/2003
  • Länge: maximal 2 Seiten
  • Nicht zu viele verschiedene Formatierungen (Schriftarten, -größen, Kapitälchen, Wechsel zwischen rechts- und linksbündig). Man kann durchaus einzelne dieser Gestaltungselemente einsetzen, aber nicht zu viele auf einmal.
  • Datum und Unterschrift am Ende: Die Meinungen gehen auseinander, auf der sicheren Seite ist man im Zweifel aber, wenn man sie mit reinnimmt. Bei Online-Bewerbungen sollte man die Unterschrift einscannen.

Alle Punkte diskutieren wir übrigens gerne mit euch in der Gruppe "Bewerbung". Dort könnt ihr euch auch jederzeit Tipps zu eurer Bewerbung von den vielen anderen e-fellows holen. Viele Tipps gibt es auch in unserer großen Bewerben-Rubrik auf der e-fellows.net-Website.

Wer sind die eigentlich bei e-fellows.net?
Folge 43: Katharina Grosse (Tinka)

Mittwoch, den 21. Oktober 2009
Lukas

"Kann ich das auch machen, dieses Chatten?", fragte Tinka mit 13 ihren Vater. Dann war sie erst mal drei Jahre nicht mehr ansprechbar. "Diesem Chatten" ist sie treu geblieben. Sie schrieb ihre Abschlussarbeit über das "Web 2.0" und treibt jetzt ihr Unwesen in der e-fellows.net community.

>> Teil 43 der Serie: Wer sind die eigentlich bei e-fellows.net? <<

Was machsimg_28431t du bei e-fellows.net?
Seit dem 7. Oktober bin ich Praktikantin im Team Content & Community. Ich treibe also mein Unwesen in der Community, lade euch in Gruppen ein und gebe hochwertige Antworten auf eure Fragen. ;-) Außerdem schreibe ich Newsletter und Teaser, suche die e-fellows des Monats und tobe mich im Blog aus.

Was hast du vorher gemacht?
Im Juli hat mir die IBS Groningen einen BBA in International Business and Management verliehen. Meine Spezialisierung war Marketing Management, mein Nebenfach Personal und Organisationspsychologie. Dafür habe ich drei Jahre in den Niederlanden studiert, war ein Semester an der Ryerson University in Toronto und für sechs Monate zum Praktikum bei Bosch in Madrid. In meiner Abschlussarbeit ging es um Personalmarketing im Web 2.0, und so bin ich dann bei e-fellows.net gelandet. Gerade bin ich auf der Suche nach einem spannenden Masterprogramm und habe schon England oder die Schweiz als künftige Studienorte ins Auge gefasst.

Was gefällt dir an deiner Arbeit bei e-fellows.net?
Die tollen Kollegen :) und dass ich nicht vor acht Uhr aufstehen muss. Ich bin erst seit ein paar Tagen dabei, fühle mich aber schon richtig zu Hause. Außerdem ist es toll, in einem Team aus so unterschiedlichen Menschen zu arbeiten, die alle einen anderen Hintergrund haben.

Welche privaten Interessen hast du?
Immer wenn ich zu Hause bin, verbringe ich meine Tage auf dem Pferderücken. Die Nächte schlage ich mir um die Ohren mit Ausflügen in Bücherwelten oder dem Schreiben von Kurzgeschichten. Dazwischen spiele ich Klavier oder Squash. Am Wochenende bin ich gerne im Weserstadion, um Werder anzufeuern – das ist jetzt natürlich erstmal vorbei. Dafür wohne ich näher an den Bergen – mein Snowboard wittert schon den Schnee. Die Nächte bis zum Saisonauftakt werde ich im Idealfall auf Konzerten und Poetry Slams verbringen. Nebenbei habe ich angefangen, Soziologie an der Fernuni zu studieren und plane meinen nächsten Urlaub.

Was war dein erstes Aha-Erlebnis mit dem Internet?
Mit 13 habe ich "Jagd im Internet" von Andreas Schlüter gelesen. Ich fand das so spannend, dass ich aufgeregt zu meinem Vater gelaufen bin und gefragt habe, ob ich das auch machen kann, dieses Chatten. Er meinte: "Klar", und hat mir erklärt, wie ich mich verbinde. Danach war ich für drei Jahre nicht mehr ansprechbar. ;)

Welche lebende oder historische Person würdest du gerne treffen?
Ich würde gerne George R. R. Martin treffen und ihn dazu bringen endlich "Song of Ice and Fire" weiterzuschreiben. Von meinen beiden Lieblingsautoren habe ich Pascal Mercier schon getroffen und war begeistert, also fehlt mir noch Jostein Gaarder.

Was willst du in deinem Leben unbedingt noch machen?
Reisen nach: Alaska, Westkanada, Irland, Skandinavien, Neuseeland und Australien. Außerdem würde ich gerne durch das Eis am Nordpol fahren und Eisbären beobachten. Damit das noch klappt, werde ich vorher gegen die Erderwärmung kämpfen müssen. Wenn dann noch Zeit über bleibt, würde ich gerne Arabisch lernen und meinen eigenen Streichelzoo versorgen – mit Enten, Eseln, Ponys, ganz vielen Katzen und ein paar Hunden.


Wer sind eigentlich die Unternehmensvertreter in der Community? Folge 15: Susanne Herzog, McKinsey

Montag, den 12. Oktober 2009
Julia

Früher hat Susanne Herzog Offiziere der Bundeswehr trainiert, heute kümmert sie sich um McKinsey als Arbeitgebermarke. In diesem Zusammenhang beantwortet sie in der McKinsey-Gruppe eure Fragen – mit großem Erfolg, wie ihr Daumenquotient zeigt. Am liebsten würde sie einmal im Heli durch den Grand Canyon fliegen – zur Not tun es aber auch italienische Märkte mit leckerem Gemüse und frischen Handtaschen.

>>Teil 15 der Serie: Wer sind eigentlich die Unternehmensvertreter in der Community?<<

Blog: Unternehmensvertreter McKinseyWie sind Sie eigentlich zu McKinsey gekommen?
Durch einen glücklichen Zufall – eine Praktikantin aus meinem vorherigen Arbeitsverhältnis hat nach Abschluss ihres Studiums bei McKinsey begonnen und mich irgendwann auf eine dort zu besetzende Stelle in der Recruiting-Abteilung aufmerksam gemacht. Der Zeitpunkt war perfekt, weil ich gerade in der Beendigung eines Zweitstudiums steckte und nach einer Veränderung suchte: Damals HR-Beraterin wollte ich mich künftig mit Personalthemen für das eigene Unternehmen befassen. Umso besser natürlich, dass die Branche – Unternehmensberatung – die blieb, aus der ich auch kam.

Was machen Sie bei McKinsey?
Ich bin inzwischen seit sechs Jahren bei McKinsey und dort in der Recruiting-Abteilung verantwortlich für unser Employer Branding (das heißt das Arbeitgeber-Image) sowie die Kandidatenbindung (das sogenannte Candidate Relationship Management). Zum einen kümmere ich mich – teilweise zusammen mit einer Kreativagentur – um die interne und externe Kommunikation und Wahrnehmung von McKinsey als Arbeitgeber. Dies betrifft die Erstellung sämtlicher Marketing-Materialien und Kommunikationsmittel ebenso wie die Planung und Durchführung von Kampagnen. Übergeordnet gehört aber auch dazu, darauf zu achten, dass wir unser Versprechen "Building Global Leaders", das wir Kandidaten geben können und möchten, bestmöglich transportieren und nachvollziehbar machen. Ihr könnt sicher bestätigen: Nicht nur unsere Branche, auch wir als Firma sind sehr erklärungsbedürftig und auch vorurteilsbehaftet. Aber wir werden nicht müde, zu versuchen, Menschen zu überzeugen, sich ihr eigenes Bild über uns zu machen.

Um den Kontakt zu denjenigen zu halten, die wir etwa über eine Veranstaltung oder ein Praktikum kennenlernen durften, bieten wir verschiedene Möglichkeiten an. Dabei kommt es uns vor allem darauf an, den Studenten über den informellen Austausch hinaus immer auch einen echten Mehrwert zu bieten, sei es fachlicher oder persönlicher Natur. Wir nehmen für uns in Anspruch, die besten Kandidaten aller Fachrichtungen für uns gewinnen zu wollen – da ist es selbstverständlich, dass wir uns bemühen, diesem Anspruch auch umgekehrt gerecht zu werden. Unser Mentorenprogramm oder unser McKinsey College sind daher Angebote, die wir nicht nur mit großem Engagement leben, sondern in eurem Sinne ständig weiterzuentwickeln suchen.

Was haben Sie vor Ihrer Zeit bei McKinsey gemacht?
Vor meiner Zeit bei McKinsey war ich vier Jahre als Beraterin bei Kienbaum. In der Personalberatung war ich betraut mit Hochschulmarketing/PR sowie der Suche und Auswahl von High Potentials für Kundenunternehmen verschiedener Branchen. Danach habe ich mich im HR Consulting mit Eignungsdiagnostik (das heißt Assessment-Center und Tests), Trainings und Outplacement befasst. Eine besondere Erfahrung in diesem Zusammenhang war definitiv mein Hauptkunde, die Bundeswehr: Zusammen mit meinem Vorgesetzten habe ich Karrieretrainings für Zeit-Offiziere durchgeführt, dies auch international und in verschiedenen Nato Headquarters. Parallel dazu habe ich ein Fernstudium in Wirtschaftspädagogik, Psychologie und VWL absolviert, vorher ein Lehramtsstudium in Mathematik, Sport und Theologie.

Was tun Sie, wenn Sie nicht arbeiten?
Meine Freizeit verbringe ich gerne rund um die Themen Küche und Mode. Ich koche sehr (!) gerne, liebe Lebensmittelgeschäfte (fast) jeder Art ebenso wie solche für Handtaschen oder Schuhe. Selbst im Urlaub zieht es mich früh morgens auf die einheimischen Märkte – und da ich mich meist in Italien aufhalte, gibt es dort neben Lebensmitteln glücklicherweise auch Handtaschen und Schuhe. Vom Rest an benötigter Kleidung "schneidere" ich einiges selbst – und offenbar mit Erfolg: Es merkt keiner! :-) Hin und wieder lese ich auch etwas. Gerne ein Kochbuch.

Welche lebende oder historische Person würden Sie gerne treffen?
Intellektuell Vicco von Bülow, privat Jude Law.

Was möchten Sie in Ihrem Leben unbedingt noch machen?
Fallschirmspringen und im Helikopter durch den Grand Canyon oder eine andere Schlucht fliegen.

Was gefällt Ihnen an den e-fellows?
Dass ihre Zielstrebigkeit sich meist nicht nur eindimensional äußert. Insbesondere in der Community zeigen das Aktivitätslevel und die Themenvielfalt eine Gruppe von Menschen, die alles hinterfragen, denen nur selten eine Frage zu banal oder blöd ist, die ihre Meinung äußern (wenn auch zu häufig nur anonym ;-) ), die auch provozieren oder kritisieren – die daraus entstehenden Diskussionen sind etwas, was ich persönlich sehr schätze.

Welchen Insider-Tipp haben Sie für e-fellows, die bei McKinsey zum Vorstellungsgespräch eingeladen sind?
Insider-Tipp ist sicher ein zu großes Wort, aber haltet euch vor Augen, dass auch bei uns nur mit Wasser gekocht wird. Versucht, unvoreingenommen zu den Gesprächen zu kommen und gebt euch absolut authentisch – nur so, denke ich, ist es möglich, den für sich besten Arbeitgeber zu finden, der auch persönlich zu einem passt.

Inhaltlich hilft es natürlich, sich gut auf den Tag vorzubereiten: Setzt euch mit den Übungsaufgaben auseinander, die ihr mit der Einladung zu Gesprächen erhaltet, um euch einen Eindruck über die Art der Fragestellungen zu verschaffen. Insbesondere unsere internationale Website bietet weitere hilfreiche Informationen, so zum Beispiel ein Video zur Vorbereitung auf die Case-Interviews.

Und ansonsten: Fragt, fragt, fragt, zur Vorbereitung, aber auch in den Gesprächen selbst.

Wenn das virtuelle Leben real wird: Jochen und Martin erzählen vom Abi-Treffen 2009

Freitag, den 9. Oktober 2009
Christine

Streber-Treffen? Den ganzen Tag nur über die Uni und das Studium reden? Fehlanzeige. Beim Abi-Treffen 2009 erlebten die e-fellows eine Überraschung. e-fellow Jochen erzählt, welche Befürchtungen er vor dem Abi-Treffen hegte -  und wie das Treffen wirklich war.

Samstagnachmittag, halb drei in Deutschland. Einige Abiturienten irren am Frankfurter Römer umher und suchen ihre Umgebung auf bekannte Gesichter ab. Immer wieder vergleichen sie Community-Profilbilder mit den Menschen am Römerplatz. Wie finde ich bloß diese e-fellows? Dann werde ich von der Seite angesprochen: "Dein Profilbild ist aber ziemlich geschönt." Na also, geht doch: Ich bin mitten in die Gruppe der bereits versammelten e-fellows reingerannt. e-fellow Jochen erzählt, welche Befürchtungen er vor dem Abi-Treffen hegte -  und wie das Treffen wirklich war.

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Natürlich wurde niemand so unfreundlich begrüßt. Stattdessen stellten wir uns vor, sprachen über die Anreise und unsere Studienpläne. Im Laufe der Zeit trudelten 43 e-fellows ein. Jeder Neuankömmling wurde von Christine im Namen von e-fellows.net begrüßt.

Fremde Stadt, fremde Menschen…

Als alle e-fellows angekommen waren, machten wir uns auf zur Stadtführung. Vorgestellt wurden die sehenswerten Plätze und Gebäude, aber nicht von irgendeinem schnarchigen Stadtführer, sondern von engagierten Abiturienten. Römerberg, Paulskirche, Dom, Maintower, Oper, Börse – bei jeder Station erzählten uns unsere Stadtführer neben Fakten auch kleine Anekdoten. Auf unsere Nachfragen haben wir tolle Antworten bekommen.

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…neue Bekannte, tiefgründige Gespräche

Nach der Stadtführung bewunderten wir den neuen Campus der Goethe-Uni. Auf der Dachterasse erzählte uns Christine einiges über das e-fellows.net-Stipendium und über e-fellows.net. Nachdem wir alle unsere Fragen zum Stipendium gestellt hatten, gingen wir zum Abendessen in die "Hemingway-Lounge" am Main.  Den Weg dorthin nutzten wir für Gespräche über Kants "Kritik der reinen Vernunft" oder über den letzten Urlaub. Viele Gespräche drehten sich um das Abi-Motto oder unsere Studiengänge, den Umzug in eine fremde Stadt oder um e-fellows.net.

Lass es nicht mehr Morgen werden!

abitreffen_2 In der Hemingway-Lounge angekommen, ließen wir uns erschöpft in die Stühle fallen und bestellten allerlei exotische Speisen und Getränke. Bis in die tiefe Nacht haben wir gefachsimpelt, gescherzt und gelacht, als gäbe es kein Morgen mehr. Leider gab es aber ein Morgen. Allmählich machte sich ein inzwischen vertrautes Gesicht nach dem anderen auf den Heimweg. Nur noch der harte Kern der Truppe verblieb in der Lounge. Schließlich senkte sich der Vorhang der Nacht über die weiteren Geschehnisse – auch im Bankenviertel. Der Anblick der beleuchteten Skyline war wirklich gigantisch!

Die e-fellows sind echt total normal!

So weit der objektive Teil des Erfahrungsberichts. Hier kommt noch meine persönliche Meinung: Es war der Hammer. Man fährt nicht jeden Tag zu einem Treffen mit 42 Unbekannten. Der ein oder andere wird sicherlich am Vorabend des Treffens mit quälenden Fragen im Kopf in den Schlaf gesunken sein: "Sind das alles solche Nerds wie ich, oder sind die womöglich cool und locker? Sicher gibt's da nur Streber, über was soll man mit denen schon sprechen außer Schule und Studium?" Solche Überlegungen waren aber wirklich überflüssig. Die e-fellows-Truppe war zwar bunt zusammengewürfelt, aber es einte sie die Absicht, neue Bekanntschaften zu machen und eine aufregende gemeinsame Zeit zu verbringen.

Einmal ist keinmal. Wann treffen wir uns wieder?

Deshalb hoffe ich, dass wir dieses Treffen wiederholen und freue mich schon total darauf, alle wiederzusehen. Und den nachfolgenden e-fellows-Abiturjahrgängen kann ich nur empfehlen: Stellt euch erst gar nicht die Frage, ob ihr zum Treffen kommt. Geht einfach hin. Und hofft auf ein ebenso sympathisches und kompetentes Organisationsteam, wie wir es hatten. An dieser Stelle noch mal ein großes Dankeschön an euch.

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Auch e-fellow Martin ist ganz begeistert vom Abi-Treffen. Der erste Satz, den wir nach dem Treffen von ihm hören, ist: "Es war suuuuuper!!!!". Martin hatte auch vor dem Treffen Bedenken, ob er nicht auf lauter "Streber" treffen würde:  "Online-Stipendium mit Community. Mal sehen. Ein Treffen? Erinnert mich an Bandentreffen aus Online-Games. Leute aus ganz Deutschland. Alle unbekannt. Mhm." Dann hat er sich aber doch angemeldet. Beim Treffen war er positiv überrascht: "Ehrlich gesagt habe ich mit einem Haufen klischeemäßiger 1,0-Abiturienten gerechnet. Aber es waren nur normale Menschen hier. Am Römer warteten gut 40 aufgeschlossene und redselige Erstis und eine supernette e-fellows.net-Praktikantin auf mich und die anderen." abi04

Ich will mit allen gleichzeitig reden!

Ich wusste gar nicht, wen ich zuerst kennenlernen wollte. Also drehte ich eine Runde, um jedem mal die Hand zu schütteln. Alle Namen konnte ich mir leider nicht merken. Sofort begannen die ersten Gespräche – natürlich hauptsächlich über das Studium. Während ich die neuen e-fellows immer besser kannte, spazierten wir durch die Stadt. Ab und zu mischten sich die "Grüppchen" neu und man lernte andere Leute kennen. Wir sprachen über alles. Wohnort, Schule, Abi, Studium,  die anstehende Bundestagswahl und vieles mehr. Später genossen wir die Sonne auf der Dachterasse der Goethe-Uni. Vor der Skyline-Kulisse erzählte uns Christine über e-fellows.net, und wir konnten unsere Fragen rund um das e-fellows.net-Stipendium loswerden.

Wir haben uns nicht verlaufen, wir wollten nur mehr von der Stadt sehen!

Danach marschierten wir in Richtung Hemingway-Lounge. "Die Sonne steht rechts, es ist 18.30 Uhr. Wir gehen nach Süden, das ist richtig!"  – "Google Earth sagt, wir müssen hier abbiegen." – "Mein Navi sagt 'Bitte wenden'". Lustig war's. Nachdem wir die Hemingway-Lounge 20 Minuten später als geplant erreichten, freuten sich unsere Füße über die Pause. Manche sind mit dem Bus zur Lounge gefahren. Die Faulpelze ;) – aber das ist ab drei Zentimeter Absatz genehmigt. abi05

Gemütlicher Abend, nette Leute, interessante Gespräche

Die Speisen waren sehr lecker und die Lounge sehr gemütlich. Wir aßen, tranken und redeten unentwegt. Irgendwann gingen wir auf die Dachterasse hinaus und blickten in den Nachthimmel und über den Main. Die Gespräche waren mittlerweile bei Filmen, Witzen und ähnlichen Themen angekommen.

Der Abend klingt langsam aus

abi06 Gegen Mitternacht brachen die ersten e-fellows Richtung Hostel oder Disco auf. Die meisten wollten aber lieber die interessanten Gespräche fortsetzen. Gegen zwei Uhr machte sich eine kleine Gruppe noch auf zu einem Nachtspaziergang durch die Stadt. Gegen halb vier kehrte auch ich zu meiner Jugendherberge zurück und ließ die "Obdachlosen"  zurück. Was die noch erlebten, bevor sie um 05:30 Uhr ihren Heimweg nach München antraten, müssen sie selbst erzählen.

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Das Treffen war viel zu schnell vorbei

Bereits auf dem Heimweg bedauerte ich, dass es am nächsten Morgen kein gemeinsames Frühstück gab. Diese Möglichkeit, sich auszutauschen, interessante Leute kennenzulernen und mit Gleichgesinnten über verschiedene Themen zu reden, war es eindeutig wert. Das einzig Negative am Treffen war – wie könnte es anders sein – die mangelnde Zeit, um mit allen ausgiebig zu plaudern.

Danke!

Einen riesigen Dank an Christine und Tamina, die wohl die meiste Arbeit hatten. Aber natürlich auch an Sabine und diejenigen, die uns die Stadt so toll vorgestellt haben. Vielen Dank an alle, die da waren! Es war ein toller Tag.

Das habt ihr verpasst:

An die, die früher gehen mussten: Das nächste Mal länger durchhalten. Es lohnt sich. An die, die gefehlt haben: Wer beim nächsten Mal nicht dabei ist, weiß nun, was er verpasst :-P