Drei, zwei, eins, meins – oder wie läuft das mit dem Zweitstipendium?

Julia

Wie? Was? Das e-fellows.net-Stipendium ist euch nicht genug??? Na bloß gut, dass e-fellows.net nicht eifersüchtig ist. 564 Stipendiaten diskutierten und lasen beim Expertenforum "Der erfolgreiche Weg zum Stipendium" mit – wenn das mal nicht nach einem neuen Rekord riecht!


StuSti, KAS, FES, SMC, SDW – man fragt sich ja manchmal schon, wer die Buchstabensuppe der deutschen Stipendienlandschaft, die uns diverse politische, staatliche, kirchen- und wirtschaftsnahe Stiftungen eingebrockt haben, eigentlich auslöffeln soll. Wie praktisch, dass es Experten gibt, die das für uns erledigen.

Vom Trauma zum Aha-Erlebnis
So wie Tarek, Mathematikstudent an der FAU Erlangen-Nürnberg und mit einem halben Dutzend Stipendien dekoriert. Tarek sorgte bei mir gleich mit seinem ersten Posting für grenzenloses Erstaunen: Das (erfolglose) Auswahlgespräch bei der Studienstiftung, so schrieb er in seiner Expertenvorstellung, war "eine Erfahrung, die ich bis heute nicht missen möchte" – im Ernst? Mich selbst verfolgt bis heute der ehrlich entsetze Blick der StuSti-Interviewerin, die auf ihre Frage, was das Hauptanliegen des Films "The Aviator" sei, von mir die – zugegeben: nicht sehr intelligente – Antwort "Unterhaltung?" erhielt. Womit das Gespräch gelaufen war.

Spione unter sich
Tja. "Vielleicht hätten Sie jemanden fragen sollen, der sich damit auskennt" würden jetzt schadenfroh die Werbeleute der gelben Seiten sagen. Jemanden wie Christoph zum Beispiel, der nicht nur selbst Stipendiat der Studienstiftung war, sondern nach dem Studium als Mitglied des Auswahlkomitees auf die dunkle Seite der Macht … äh, die andere Seite wechselte. Was wohl die StuSti dazu sagen würde, dass er jetzt im Expertenforum sein Insiderwissen unter die Leute bringt?

Und fröhlich brodelt die Gerüchteküche
Aber irgendjemand muss schließlich Klarheit schaffen, wenn die heftig brodelnde Gerüchteküche den Durchblick zu vernebeln droht. Kleiner Test: Welche dieser drei Aussagen ist richtig? a) Die Studienstiftung nimmt nur Abiturienten mit 1,0-Schnitt. b) Wer Helmut Kohl nicht gut findet, braucht sich bei der Konrad-Adenauer-Stiftung gar nicht erst zu bewerben. c) Die FES braucht ein halbes Jahr, um die Bewerbungsunterlagen zu prüfen. d) Ohne freiwilliges soziales Jahr in Ouagadougou geht gar nichts. Na? Keine schlechte Sache, so ein Expertenjoker, oder? Doch auch das Publikum mischte kräftig mit, schließlich haben 40% der e-fellows noch ein zweites Stipendium und sind somit irgendwie doch wieder Experten.

Brachland im Dschungel
Die mit Abstand interessanteste Frage aber lautete: Wo finde ich ein Stipendium für ein Vollzeitstudium im Ausland? Unvorstellbar, aber wahr: Im Dickicht der deutschen Stipendienlandschaft gibt es hier offenbar eine echte Brache zu verzeichnen. Weiter als ins "grenznahe Ausland" wollen die meisten Stiftungen ihre Schützlinge nicht ziehen lassen – sie sind eben doch eifersüchtig!

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