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Die erste eigene Veröffentlichung

Die Abschlussarbeit muss gedruckt werden [Quelle: Pixabay.com, Autor: luxstorm]

Quelle: Pixabay.com, Humusak

Die letzte Fußnote ist gesetzt, das Literaturverzeichnis stimmt - jetzt bist du mit deiner Arbeit fast fertig. Leider nur fast. Denn deine Doktorarbeit muss publiziert werden, willst du den Titel erhalten. Und auch die Publikation deiner Diplomarbeit kann sich lohnen.

Vor den wissenschaftlichen Ruhm haben Prüfungskommissionen die Pflicht zur Veröffentlichung gesetzt. Denn Doktoranden erbringen mit ihrer fertigen Arbeit zunächst nur einen Teil der Prüfungsleistung. Der zweite besteht darin, die geistige Schöpfung zu publizieren. Die "Einsehbarkeit" und "Zitierfähigkeit" müssen dabei gewährleistet sein.

Verlag oder Copyshop?

Früher boten sich Doktoranden zwei Möglichkeiten: Zum einen konnten sie ihre Arbeit in den nächsten Copyshop bringen und dort die meist Pflichtexemplare kopieren und binden lassen. Je nach Fach und Universität waren dies zwischen 40 und 125 Exemplaren. Dann mussten sie das zentnerschwere Ergebnis ihrer Forschungsarbeiten ins Dekanat karren. Damit war der Pflicht genüge getan. Es gab und gibt aber auch einen anspruchsvolleren Weg: Die Doktoren in spe können ihre Arbeiten bei einem Verlag veröffentlichen und sie dann als richtiges Buch in den Händen halten.

Seit 1997 auch auf elektronischem Weg

Die ständige Konferenz der Kultusminister machte im Oktober 1997 auch alternative Publikationswege möglich. In den "Grundsätzen für die Veröffentlichung von Dissertationen" nahm die Institution ausdrücklich die Möglichkeiten auf, Doktorarbeiten in einer "elektronischen Version" zu publizieren. Diese Richtlinie ist mittlerweile in fast alle Promotionsordnungen der Universitäten eingezogen.

Welchen Weg wählen?

Die Copyshop-Lösung bietet einige Vorteile wie kurze Herstellungszeiten und einen geringen Verwaltungsaufwand. Auch die Kosten können erheblich niedriger sein als bei der Verlagsveröffentlichung. In vieler Hinsicht und für zahlreiche Fächer ist aber die Verlagspublikation immer noch der Königsweg. Auch wenn es teuer werden kann: Druckkosten betragen schnell mehrere tausend Euro. Ein guter Verlag garantiert dafür eine professionelle Verbreitung der Dissertation und damit einen erheblichen Imagegewinn für den Autor. Viele Hochschullehrer empfehlen daher ausdrücklich diesen Publikationsweg.

Die Leistung der Verlage

Verlage können Dissertationen in das Verzeichnis Lieferbarer Bücher (VLB) aufnehmen. Damit fließen die Arbeiten leichter in den wissenschaftlichen Diskurs ein. Außerdem stellt der Verlag die einzelnen Titel inklusive Kurzzusammenfassung auf seiner Website vor und legt fachspezifische Veröffentlichungen auf Kongressen und Tagungen aus. Weiterhin gibt es dort Neuerscheinungsverzeichnisse für verschiedene Fachgebiete, die etwa vier Mal pro Jahr erscheinen. Der Verlag informiert alle relevanten Fachzeitschriften über Neuerscheinungen. Interessierte können Rezensionsexemplare bestellen. Zudem erhalten Autoren Rezensionsbelege.

Arbeitsschritte zur Publikation

Die meisten Verlage verlangen für die Publikation ein druckfähiges Manuskript als Vorlage. Dafür musst du deine Dissertation oft noch erheblich umgestalten. Das fängt bei mindestens einem sorgfältigen Korrekturdurchgang durch einen erfahrenen Korrektor an. Die wenigsten Doktorväter lesen jede Seite gründlich auf Punkt und Komma. Um dir Peinlichkeiten zu ersparen, solltest du in Eigenregie dieses Versäumnis nachholen. Lektoratsarbeiten in den Verlagen musst du meist extra einkaufen. Hinzu kommen die Arbeiten an Formatierung und Layout: Im Unterschied zum Dissertationsexemplar musst du eine größere Schrift wählen, da die Vorlage kleinkopiert wird. Hinzu kommen Randeinstellungen, Fußnotenformatierungen und ähnliche Dinge.

Erheblichen Aufwand bereiten zusätzlich Grafiken und Fotos. Vielleicht möchtest du dein Buch ja auch ein wenig lesbarer gestalten? Dann kommen weitere Arbeiten hinzu, indem du beispielsweise deine Promotion kürzt. Das senkt zudem die Druckkosten. Solche Änderungen solltest du allerdings unbedingt frühzeitig mit deinem Doktorvater absprechen.

Dein geistiges Eigentum?

Bei dieser Frage hängt viel vom Wohlwollen der Hochschullehrer ab: Du möchtest deine Diplomarbeit veröffentlichen? Das kannst du tun, schließlich hast du sie ja verfasst. Da gibt es nur einen Haken: Deine Diplom-, Magister- oder Examensarbeit ist nicht dein geistiges Eigentum. Einige Prüfungsordnungen lassen daran keinen Zweifel. "Der Themensteller hat das Copyright am Thema", heißt es zum Beispiel in den Regeln der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät einer großen deutschen Universität. Das bedeutet: Wenn du deine Arbeit veröffentlichen möchtest, musst du zunächst deinen betreuenden Professor um Erlaubnis bitten. Aber keine Angst: In der Regel wird er nichts dagegen haben. Wenn deine Arbeit wirklich publikationsreif ist, schmückt er mit dieser Veröffentlichung schließlich auch seinen eigenen Lehrstuhl.

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