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Online publizieren [Quelle: Pixabay.com, Autor: SCY]

Quelle: Pixabay.com, SCY

Oft ist es gar nicht so leicht, das richtige Medium für eine Veröffentlichung zu finden - und außerdem sind Publikationen meist ziemlich teuer. Die Lösung heißt online Publizieren: So werden Veröffentlichungen billiger, und mehr Leute haben weltweit Zugriff auf die Dokumente. Die 'Open Access'-Variante gewinnt immer mehr Bedeutung - auch wenn es Skeptiker gibt.

Was bedeutet Open Access?

Wie der Name schon sagt: Open Access bedeutet offener Zugang. Gemeint ist damit eine Publikation, die kostenfrei und öffentlich im Internet zugänglich ist.

Man unterscheidet zwei Formen der Veröffentlichung:

  • in einem Open Access-Journal oder
  • auf institutionellen oder disziplinären Dokumentenservern

Ziel von Open Access ist es, wissenschaftliche Beiträge und Dokumente allen Nutzern einfach und kostenlos zur Verfügung zu stellen. Viele Organisationen unterstützen diese Form der Veröffentlichung und haben ihre Ziele in der "Berliner Erklärung" zusammengefasst, die aktuell 248 Unterzeichner zählt. Dazu gehören aus Deutschland zum Beispiel der Wissenschaftsrat, die Deutsche Forschungsgesellschaft, die Humboldt-Universität Berlin, die Freie Universität Berlin und die Universität Kassel. Ziel der Berliner Erklärung (ganz im Sinne der Budapester Initiative oder der ECHO-Charta) ist, das Internet als Mittel zur weltweiten Verbreitung wissenschaftlicher Kenntnisse zu fördern.

Skeptiker und Fürsprecher

Open Access hat aber nicht nur Anhänger: Viele Wissenschaftler sehen frei zugängliche Online-Veröffentlichungen immer noch skeptisch.

Vorbehalte gegenüber Open Access

  • Qualitätsvorbehalte: geringere Anerkennung durch mangelndes Renommee der Open Access-Journale
  • rechtliche Vorbehalte: Schwierigkeiten bei Fragen des Urheberrechts
  • Finanzierbarkeit mit Author-Pays-Modell: Nicht mehr die Leser zahlen, sondern der Autor. Viele zweifeln, dass sich die Verlage so finanzieren können

Trotzdem: Immer mehr Wissenschaftler nutzen Open Access. Verschiedene Initiativen - wie zum Beispiel die Informationsplattform www.open-access.net - fördern diese neue Publikationsform und versuchen, Vorurteile zu zerstreuen. Denn es gibt gute Gründe, die für frei zugängliche Veröffentlichungen im Netz sprechen.

Gründe für Open Access

  • steigende Zitierhäufigkeit: Open Access-Beiträge werden bis zu zehnmal häufiger zitiert
  • gute Auffindbarkeit
  • langfristige Verfügbarkeit
  • schneller, kostenloser Zugang zu Infos
  • Kostenvorteile für den Autor: die Kosten für eine Veröffentlichung von Open Access-Dokumenten betragen nur etwa zehn Prozent der Kosten für herkömmliche Veröffentlichungen

Qualität geht vor

Natürlich gilt: Nicht jede Online-Publikation ist gleichwertig - also nicht jedes Open Access-Journal gleich gut oder gleich anerkannt. Beispiele für bereits etablierte Zeitschriften sind laut einer Veröffentlichung des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages das "New Journal of Physics" oder das "Economics E-Journal". Wenn du also einige Punkte berücksichtigst, kann bei der Veröffentlichung wissenschaftlicher Arbeiten im Netz nichts schief gehen. Am wichtigsten ist, dass der wissenschaftliche Anspruch gewahrt bleibt. Dafür gibt es das sogenannte "Peer-Review-Verfahren": Unabhängige Gutachter beurteilen die wissenschafltiche Qualität eines Beitrags. Denn auch im Netz kann nicht einfach alles veröffentlicht werden - bewährte Qualitätsstandards gelten natürlich auch hier.

Suchen und finden

Für den Autor selbst ist es außerdem wichtig, dass sein Beitrag nicht nur im Netz steht, sondern auch von anderen gefunden wird. Bei der Auswahl des Webservers oder des offenen E-Journals solltest du also darauf achten, dass die Dokumente für Suchmaschinen optimiert werden. Wichtig ist auch, ob der Anbieter deinen Beitrag in einem internationalen Archiv registriert oder sonstige professionelle Dienste wie die Langzeitarchivierung anbietet.

Nutze die Möglichkeiten

Ein weiteres Plus von Veröffentlichungen im Netz ist die Möglichkeit, Informationen multimedial zu vermitteln. Das solltest du auch nutzen. Du kannst zum Beispiel Videos einbinden und Daten ganz anders aufbereiten, visualisieren oder animieren. Natürlich darf daraus keine überfrachtete, quietschbunte Angelegenheit werden. Grundsätzlich geht es darum, wissenschaftliche Erkenntisse zu veröffentlichen - da muss der Rahmen passen.

Sichere deine Rechte

Achte in jedem Fall darauf, dass du dir die Rechte an deinen Dokumenten sicherst. Mit der Verbreitung von Open Access haben sich auch neue Lizenzformen entwickelt:

  • Creative Commons Public License: Creative Commons bietet verschiedene Standard-Lizenzverträge an. Man muss nur den entsprechenden Button herunterladen und als Hinweis im Dokument platzieren.
  • Digital Peer Publishing License: Diese Lizenz wurde speziell für die Online-Veröffentlichung wissenschaftlicher Beiträge erarbeitet.

Außerdem ist es ratsam, bei einer Veröffentlichung in traditionellen Druckmedien das Recht zur späteren oder gleichzeitigen Online-Veröffentlichung zu wahren.

Und wer bezahlt das?

Open Access bedeutet natürlich nicht, dass überhaupt keine Kosten entstehen. Die Leser haben offenen Zugang - aber die Autoren zahlen oft für ihre Publikation. Teilweise übernimmt auch die Institution, an der du wissenschafltlich arbeitest, die Finanzierung. Wünschenswert wäre, dass Förderinstitutionen ihre Projektmittel in Zukunft unter der Bedingung vergeben, dass die Wissenschaftler ihre Ergebnisse in Open Access-Journalen publizieren - und die Veröffentlichung dann auch finanzieren.

Linktipps zum Online- Publizieren

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