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Sekundärliteratur finden und zitieren

Literaturrecherche, Sekundärliteratur, Bücherstapel, Power, Wissenschaftliches Arbeiten [© lassedesignen - Fotolia.com]

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In deinem Zimmer stapeln sich Fachbücher und Aufsatzkopien, mit deiner To-do-Liste könntest du den Weg bis zur Uni pflastern – nur geschrieben hast du noch keine Zeile. Dieses Problem kennen viele Studenten. Sie verzetteln sich leicht bei der Literaturrecherche und der Auswahl von Sekundärliteratur. Mit diesen Tipps zum wissenschaftlichen Arbeiten wird deine Seminararbeit ein Erfolg.

Die Literaturrecherche, oder: Wo finde ich Sekundärliteratur?

Die wichtigste Anlaufstelle für deine Literatursuche sind nicht populäre Suchmaschinen wie Google, sondern der digitale Bibliothekskatalog deiner Uni, genannt OPAC (Online Public Access Catalogue). Die meisten Kataloge von Universitätsbibliotheken oder auch von Staatsbibliotheken führen allerdings nur Bücher auf, keine Artikel aus Zeitschriften. Um nach Artikeln zu suchen, kannst du in speziellen Fachdatenbanken oder bei Zeitschriftenportalen suchen – zum Beispiel Ingenta Connect oder JSTOR. Erstere ist öffentlich zugänglich, bei Letzterer musst du dich (wie bei vielen anderen Datenbanken auch) mit dem Nutzer-Account deiner Bibliothek einloggen.

Sobald du ein relevantes Buch oder einen interessanten Zeitschriftenartikel gefunden hast, solltest du dir das Literaturverzeichnis anschauen. Dabei wirst du sicher auf einige weitere Publikationen und Autoren stoßen, die für deine wissenschaftliche Arbeit hilfreich sind. Dieses Vorgehen nennt man "Schneeballsystem". Du kannst auch in Fachlexika wichtige Stichwörter deiner Thesis nachschlagen. Die Lexikoneinträge enthalten oft nützliche Literaturangaben. Hilfreich sind auch Literaturtipps von Dozenten und Kommilitonen.

Was mache ich, wenn bei der Online-Recherche zu viele Treffer angezeigt werden?

Wenn du bei der Literaturrecherche sehr viele Treffer findest, kannst du die Suche nach Erscheinungsdatum filtern. Für die meisten Studiengänge gilt: Bücher oder Zeitschriften, die vor mehr als 20 Jahren erschienen sind, kannst du getrost ignorieren – es sei denn, sie beziehungsweise ihr Autor sind selbst wieder Gegenstand deiner Überlegungen.

Du kannst die Suche auch eingrenzen, indem du nach bestimmten Schlagwortkombinationen suchst.  Dazu setzt du zwischen die Schlagwörter ein UND. Dieser sogenannte logische Operator sendet dem Online-Katalog das Signal, dass beide Ausdrücke in den Treffern vorkommen müssen.

Wenn du bei deiner Literatursuche ein bestimmtes Thema ausschließen willst, kannst du das mit dem Operator UND NICHT tun. Ein Beispiel: Deine Thesis dreht sich um das Zeus-Heiligtum in Olympia, Griechenland. Wenn du nun nach "Olympia" suchst, erzielst du wahrscheinlich eine Menge Treffer über die Olympischen Spiele. Suchst du nun nach "Zeus UND Olympia UND NICHT Olympische Spiele", werden die unpassenden Sporttreffer aussortiert.

Was mache ich, wenn bei der Online-Recherche nur wenige Treffer angezeigt werden?

Suche bei deiner Literaturrecherche nach möglichst vielen Schlagwörtern, die zu deinem Thema passen. Optimal ist eine Mischung aus Synonymen und Ausdrücken, die sich auf unterschiedliche Teilaspekte deines Themas beziehen. Notiere dir, nach welchen Wörtern du schon gesucht hast, und welche noch fehlen. So verzettelst du dich nicht so leicht.

Um verschiedene Formen eines Schlagworts zu suchen, kannst du Platzhalter verwenden. Wenn du zum Beispiel nach Sekundärliteratur über die korrekte Gestaltung einer wissenschaftlichen Arbeit suchst, kannst du das folgendermaßen eingeben: "Gestalt* wissenschaft* Arbeit*". Der Stern sorgt dafür, dass bei deiner Recherche nach allen Varianten der entsprechenden Wortstämme gesucht wird. Du findest Treffer über "die Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten", aber auch darüber, "wie Sie eine wissenschaftliche Arbeit gestalten". Das erspart dir einige Suchläufe.

Möglicherweise hat die Bibliothek einer anderen Hochschule viel mehr Literatur zu deinem Thema als deine. Dann kannst du Literatur auch per Fernleihe bestellen. Doch woher sollst du wissen, welche Bücherschätze in anderen Bibliotheken schlummern?

Da hilft ein Verbundkatalog wie der Karlsruher virtuelle Katalog (KVK) weiter. Dort durchstöberst du in einem einzigen Suchlauf eine Vielzahl deutscher, österreichischer und schweizerischer Bibliothekskataloge. In der detaillierten Beschreibung der Treffer findest du Angaben darüber, wo das Buch vorhanden ist, ob es einen Kopierservice gibt oder ob du das Buch per Fernleihe bestellen kannst.

Wie viele Quellen brauche ich für meine wissenschaftliche Arbeit?

Das hängt natürlich ganz wesentlich von der Art der Arbeit und vom Thema ab, oder von den Anforderungen deines Betreuers. Eine praxisorientierte Seminararbeit kann beispielsweise schon mit fünf bis zehn Publikationen auskommen. Bei Bachelor-Arbeiten kann man ganz grob mit 20 bis 30 Aufsätzen und Büchern rechnen, eine Master-Arbeit sollte etwa 30 bis 50 Sekundärquellen einbeziehen. Bei einer Dissertation gibt es keine klare Obergrenze.

Allgemein gilt: Wer über einen praktischen Versuch oder ein Thema schreibt, zu dem es sehr wenige Studien gibt, kann auch mit deutlich weniger Quellen arbeiten. Außerdem kann ein gutes Buch oft mehr wert sein als vier mittelmäßige. Im Zweifel erkundigst du dich einfach bei deinem Dozenten, wie viele Quellen er in etwa erwartet.

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