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Kaffee kriegt Konkurrenz

Tasse, Tee [Quelle: unsplash.com, Autor: Morgan Sessions]

Quelle: unsplash.com, Morgan Sessions

Einfach nur wach sein war gestern. Heute wirst du schonender wach, schneller wach, länger wach, wacher als wach – zumindest, wenn man den Versprechungen der Kaffeealternativen-Hersteller glaubt. Was Guarana-Kakao, Mate, Matcha und Co. tatsächlich können, haben wir für dich recherchiert und am eigenen Leib ausprobiert.

"Wie hältst du’s mit dem Koffein?" ist 2016 zur Glaubensfrage avanciert – gefühlte zwölfundsiebzig vermeintliche Alternativen erhöhen bei Kaffeetrinkern den Rechtfertigungszwang. Dabei wirken die allermeisten der Wachmacher – soviel sei vorweg verraten – auf unser Gehirn exakt identisch.

Same same, but different? So wirken Wachmacher

Wer arbeitet, muss auch ruhen: Dieser Meinung ist zumindest unser Hirn. Im Laufe des Tages entsteht nämlich als Abfallprodukt der Hirntätigkeit der körpereigene Müdemacher Adenosin – der Stoff, aus dem die Träume sind. Adenosin drosselt diejenigen Rezeptoren im Gehirn, die indirekt beispielsweise für Herzschlag und Blutdruck verantwortlich sind. Zieht das Adenosin an diesen Rezeptoren die Bremse, fährt dein Körper langsam runter: So entsteht ein Gefühl von Müdigkeit.

Je härter du arbeitest, desto mehr Adenosin wird freigesetzt und desto müder wirst du – es sei denn, du schlägst diesem Schutzmechanismus mit Kaffee, Tee, Mate, Guarana und Co. ein Schnippchen. Denn Koffein, das die Blut-Hirn-Schranke problemlos überwindet, sieht Adenosin sehr ähnlich, dockt an denselben Rezeptoren an und blockiert sie. Das Adenosin kommt nicht zum Zug, wir bleiben munter – und zwar völlig unabhängig davon, ob wir gerade Kaffee oder Grüntee, Guarana-Kakao oder Matcha-Latte getrunken haben. In all diesen alternativen Wachmachern steckt nämlich nicht mehr und nicht weniger als das gute alte Koffein, auch wenn wir die Wirkstoffe wider besseren Wissens immer noch nominell unterscheiden in Matein, Thein, Guaranin und so weiter. Was ist also dran an vollmundigen Werbeversprechen von längerem, heftigerem, sanfterem oder verträglicherem Wachwerden? Wir haben recherchiert und getestet.

Wachwerden ohne Koffein

Wer von der Auswahl an Wachmachern mit Koffein überfordert ist, der sollte sich die Liste an Wachmachern ohne Koffein gar nicht erst anschauen. Die Mittel der Wahl reichen von sauren Getränken bis zu kaltem Wasser, das Wirkspektrum von "kreislaufanregend" bis "revitalisierend". Die Theorie dahinter: Unser Gehirn braucht Sauerstoff. Mittel, die Sauerstoff ins Gehirn bringen, helfen folglich unserem Gehirn bei der Arbeit.

Der Haken aber: Zwar verdünnt Wasser wie jedes Getränk unser Blut, wodurch unser Hirn besser mit Sauerstoff versorgt wird; zwar können auch andere Lebensmittel, Bewegung und/oder frische Luft die Durchblutung und Sauerstoffversorgung des Hirns verbessern. Am vorhandenen Adenosin aber ändern sie nichts. Auch bestimmte Gerüche oder Geschmäcker, mögen sie auch noch so "spritzig" oder "frisch" sein, können nicht verhindern, dass dein Hirn in den Ruhemodus schaltet. Findet auch die Redaktion.

Julias Urteil:

Ein Smoothie mit grünen Äpfeln, Zitrone und Ingwer klingt nach einem gesunden Frühstück. Wenn das Ganze dann auch noch wachmacht, umso besser! Die Vorbereitung ist zwar etwas aufwändig, aber immer noch im Rahmen. Doch dann die Ernüchterung: Die Zutaten bekommen keine annährend trinkbare Konsistenz, egal, wie lang ich mixe. Der Geschmack ist säuerlich mit einer deutlich wahrnehmbaren Schärfe durch den Ingwer. Und der Wachmach-Faktor? Ehrlich gesagt: nicht vorhanden. Ich fühle mich eher erschöpft durch die Küchen-Action. Im Büro angekommen – zu spät übrigens – gibt es erstmal zwei Tassen Schwarztee.

Nicoles Urteil:

Wenn das Leben dir Zitronen reicht, mach einen Wachmacher draus? Schenkt man dem Internet Glauben, ist (kaltes) Wasser mit Zitrone am Morgen auf dem besten Weg, für Weltfrieden zu sorgen, Krebs zu heilen und Schokolade zum Diätfutter Nummer eins zu machen. Wahre Wunder werden dem schlichten Getränk auch als Wachmacher zugeschrieben: Das Aroma soll vitalisieren, das Wasser rehydriert, das Vitamin C unterstützt den Stoffwechsel und das Kalium stimuliert Gehirn- und Nervenfunktionen. So viel zur Theorie.



In der Praxis kann ich zumindest nichts Negatives berichten. Schmeckt gut und der Arbeitsaufwand ist gering. Und die Wirkung? Ich bilde mir immerhin ein, wacher zu sein, fühle mich aber auf jeden Fall gleich hundert Mal gesünder. Kann das Zitronenwasser den Kaffee am Morgen ersetzen? Wenn man, wie ich, Kaffee für ein Teufelsgetränk hält, bei dem die Menschheit nur so tut, als würde es gut schmecken – dann ja.

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