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Wo ein WG-Zimmer 570 Euro kostet

Wohnung wohnen WG [Quelle: Unsplash.com, Ján Jakub Naništa]

Quelle: Unsplash.com, Ján Jakub Naništa

Der deutsche Wohnungsbestand passt nicht zu den Bedürfnissen von Studenten. Wo das WG-Zimmer am teuersten ist und in welchen Städten sich die Lage weiter verschärft, zeigt ein neues Städteranking.

"Ärztefamilie su. für Sohn WG-geeignete 2-Zi.-Whg. in München. Mietsicherung garantiert." Ein Blick auf die sich aktuell häufenden Wohnungsannoncen zeigt: Ein neues Semester steht an und Studenten aus ganz Deutschland sind verzweifelt auf der Suche nach einer Bleibe in den Universitätsstädten.

In Konkurrenz mit Bewerbern, die schon im Berufsleben stehen, haben sie es auf dem freien Markt besonders schwer. Also gehen immer häufiger die Eltern für ihren Nachwuchs auf Wohnungssuche. In den Inseraten wimmelt es von Ärzten, Managern oder Beamten aus dem gehobenen Dienst. 1.000 Euro Belohnung für den Abschluss eines Mietvertrages gibt es noch obendrauf.

Hinter diesem vermeintlichen Wahnsinn steckt ein sich immer weiter verschärfendes Problem: Deutsche Städte verfügen über zu wenig Wohnraum, der auf die Bedürfnisse von Studenten ausgelegt ist.

Auch Neubauprojekte fangen diesen Missstand bislang nur unzureichend auf, wie das neue Hochschulstädtescoring des Moses-Mendelssohn-Instituts (MMI) zeigt. "Wir messen auch im fünften Jahr der Untersuchung einen Anstieg des bundesweiten Durchschnittswertes, der sich nicht durch die allgemeine Teuerungsrate erklären lässt", erklärt MMI-Direktor Stefan Brauckmann. "Allerdings beobachten wir auch eine höchst unterschiedliche Entwicklung der Hochschulstädte."

Besonders angespannt ist die Lage in München

Seit 2012 untersucht das MMI ein Mal pro Jahr den Immobilienmarkt in deutschen Hochschulstädten. Die Studie verfolgt das Ziel, besonders angespannte Wohnungsmärkte zu identifizieren und herauszufinden, wo Studenten sich auf besonders hohe Wohnkosten einstellen müssen.

Untersucht werden alle deutschen Hochschulstädte oder Kreise mit mehr als 5.000 Studenten. Dazu zählten in diesem Jahr 93, zwei mehr als im Vorjahr. Das Scoring umfasst 23 Kriterien, wie beispielsweise die Preise für WG-Zimmer, die Leerstandsquote und die Verfügbarkeit von Kleinwohnungen, aber auch die Zuwanderung und den Anteil internationaler Studenten. Daraus ermitteln die Forscher einen sogenannten Anspannungsindex. "Erfreulicherweise konnten wir feststellen, dass die Preise für ein Zimmer in Wohngemeinschaften nach einem enormen Anstieg in den Vorjahren zumindest in einigen Städten nicht weiter gestiegen sind", sagt Brauckmann. Dazu zählen etwa Frankfurt am Main oder Köln.

In München dagegen kann von einer Entspannung der Lage keine Rede sein: 570 Euro kostet ein WG-Zimmer in der bayerischen Hauptstadt im Schnitt. Hier sind die Preise nach wie vor am höchsten. In Hamburg (420 Euro) gestaltet sich die Zimmersuche fast ebenso schwierig, die Hansestadt löst damit Frankfurt auf Platz zwei der angespanntesten Städte ab.

Während sich die Lage in Köln und Frankfurt etwas beruhigt hat, ist sie in Stuttgart in diesem Jahr schwieriger geworden. Die baden-württembergische Hauptstadt rückt damit auf Platz drei des Rankings vor. "In Frankfurt und Köln sind zuletzt vermehrt Einzelappartments und kleine Wohneinheiten entstanden", erklärt Brauckmann die Ergebnisse. Deutlich schwieriger als früher ist die Wohnungssuche dagegen in Tübingen, Nürnberg oder Leipzig, aber auch in Rostock, Kassel, Fulda, Oldenburg, Essen oder Marburg.

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