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Arbeit Schreibtisch Kaffee Lernen [Quelle: Unsplash.com, Lukas Blazek]

Quelle: Unsplash.com, Lukas Blazek

Studenten berichten

"Wir waren bei Drogensüchtigen"

Ich studiere: Soziale Arbeit an der Frankfurt University of Applied Sciences. Ich bin im dritten Semester.

Die spannendste Veranstaltung: Für das Grundlagenmodul sind wir in den "Druckraum" im Frankfurter Bahnhofsviertel gegangen, in dem Heroinabhängige mit frischem Besteck Drogen konsumieren können. Auch Crackabhängige halten sich dort auf. Wir haben Sozialarbeiter interviewt, die die Süchtigen betreuen.

Das fand ich schwierig: Im ersten Semester wollte ich eine Hausarbeit gerade in den Briefkasten des Prüfungsamts werfen, als ich erfuhr, dass ich das falsche Deckblatt ausgedruckt hatte. Seitdem besuche ich regelmäßig unsere Lernplattform Moodle, auf der solche Infos stehen.

Die Kommilitonen: Wir treffen uns oft in einem Café auf dem Campus, das der Asta betreibt. Dort grillen wir oder spielen Billard.

Mein Tipp: Vor dem Studium ein Praktikum oder einen Freiwilligendienst machen. Ich war zwei Monate in Indien und habe Heimkinder betreut. Wenn man in Seminaren über soziale Ausgrenzung spricht, sollte man sich in Menschen einfühlen können – und in der Lage sein, sich vorzustellen, was es heißt, von wenig zu leben.

Gianna Arufé, 20, Soziale Arbeit

"Nach der Uni gehe ich demonstrieren"

Ich studiere: im sechsten Semester Politikwissenschaft an der Universität Hamburg. 

Die spannendste Veranstaltung: Das Seminar "Methoden der empirischen Sozialforschung". Bei unserem Projekt ging es um den Bürgerentscheid über die Austragung der Olympischen Spiele in Hamburg. 100 Passanten haben im Vorfeld unseren Fragebogen ausgefüllt. Interessant war: Je besser die Leute informiert waren, desto größer war ihre Ablehnung.

Das fand ich schwierig: Die Professoren setzen anfangs viel voraus, plötzlich muss man 80 Seiten pro Woche lesen und hört zum allerersten Mal vom Konstruktivismus. Ganz schön hart. Mir hat geholfen, mit anderen über die Texte zu diskutieren und zu merken, dass niemand auf Anhieb alles verstanden hat.

Die Kommilitonen: sind überraschend unterschiedlich, von konservativ bis links. Mit manchen gehe ich auf Demos. Die erste, auf der ich war, richtete sich gegen die "Exzellenzinitiative".

Mein Tipp: Das wirkliche Studium findet außerhalb der Seminarräume statt. Versucht, die Angebote an der Uni zu nutzen, besucht zum Beispiel einen Lesezirkel, in dem Das Kapital von Karl Marx diskutiert wird.

Marcel Ditt, 24, Politikwissenschaft

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