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Habe ich mich falsch entschieden?

Entscheidung, Nachdenken, Studienabbruch [© Creativa Images – Fotolia.com]

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Fünf Fragen, die man sich stellen sollte, bevor man das Masterstudium abbricht.

1. Liegt es wirklich am Studiengang?

Bevor man das Studium abbricht, sollte man sich fragen, ob wirklich das Fach der Grund für die Unzufriedenheit ist oder ob es die äußeren Rahmenbedingungen sind. Viele Studenten sind nicht unbedingt fachlich, sondern mit ihren Lebensumständen überfordert, etwa weil sie neben dem Studium zu viel arbeiten müssen oder in der neuen Stadt keinen Anschluss finden. Für solche Fälle gibt es in den Studienberatungsstellen der Hochschulen vielfältige Angebote wie zum Beispiel Hilfestellung beim Zeitmanagement oder eine psychologische Beratung. Manchmal hilft es auch, ein Urlaubssemester einzulegen, um Distanz zu gewinnen und die Dinge zu ordnen, die das Studieren erschweren.

2. Bin ich fachlich überfordert?

Es kann passieren, dass einem Kurse nicht liegen und der Erfolg des Studiums gefährdet ist. Solange es sich dabei um Ausnahmen handelt, sollte man nicht verzagen und sich sein Ziel vor Augen halten: "Ich brauche Statistik für den Abschluss in Psychologie, also gehe ich das jetzt an." Dabei kann man sich Hilfe holen und sie auch direkt einfordern. Man kann etwa im Fachbereich vorschlagen, ein Tutorium zum entsprechenden Stoff einzurichten, oder eine Lerngruppe mit Kommilitonen gründen. Manche Studienberatungen bieten auch Coaching-Seminare an, in denen man Lern- und Motivationsstrategien vermittelt bekommt. Schwierig wird es, wenn man nicht nur mit ein oder zwei, sondern dem Großteil der Kurse überfordert ist und Klausuren auch nach engagiertem Lernen wiederholt nicht besteht. In einem solchen Fall ist es legitim, sich zu fragen, ob man die Misserfolge noch hinnehmen sollte oder lieber nach einem anderen Masterstudiengang Ausschau hält.

3. Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Ob man sich verwählt hat – das Studium also nicht dem entspricht, was man sich vorgestellt hatte –, merkt man meistens schon in den ersten Wochen nach Studienbeginn. Dann sollte man nicht zu lange zögern und sich über Alternativen informieren. Eine Möglichkeit ist es, an derselben Hochschule zu bleiben und nur das Studienfach zu wechseln. Mit etwas Glück und Hilfe durch die Studienberatung klappt das manchmal sogar noch im laufenden Semester. Wenn man sich an einer anderen Hochschule bewerben will und dabei ein paar Monate Leerlauf entstehen, kann man diese zum Beispiel nutzen, um Praktika oder Sprachkurse zu machen. Wer schon kurz vor dem Abschluss steht, sollte nichts überstürzen: Wenn zum Beispiel ein Lehramtsstudent erst spät feststellt, dass der Beruf nichts für ihn ist, kann es trotzdem sinnvoll sein, sich noch durchs Staatsexamen oder die Masterarbeit zu quälen. Auch mit einem Abschluss, der scheinbar nicht direkt zum (neuen) Berufswunsch passt, hat man auf dem Arbeitsmarkt bessere Chancen als mit keinem oder einem niedrigeren.

4. Wer berät mich zu Alternativen?

Welche Alternativen es gibt, kann man zum Beispiel im Career-Center der Hochschule oder beim Hochschulteam einer Arbeitsagentur erfragen. Wenn man nicht promovieren oder in den höheren Beamtendienst möchte, gilt prinzipiell, dass der Master oft keine Grundbedingung ist, um erfolgreich in die Berufswelt einzusteigen. Der Bachelor ist ein berufsqualifizierender Abschluss, mit dem man gute Chancen hat, direkt einen Job zu finden.

5. Was bedeutet ein Abbruch für meinen Lebenslauf?

Ein abgebrochenes Studium ist kein Weltuntergang, aber man sollte die Entscheidung beim Arbeitgeber plausibel erklären können. Im Bewerbungsschreiben empfiehlt es sich, die sogenannte dritte Seite zu nutzen, also ein zusätzliches Schreiben aufzusetzen, in dem man die Gründe für seinen Abbruch schlüssig darstellt. Dabei sollte man nicht vom Scheitern sprechen, sondern es positiv formulieren und herausstellen, welche Kompetenzen man im Studium erworben hat. Viele Hochschulen bieten extra Bewerbungstrainings an, um bei solchen Formulierungen zu unterstützen. Wichtig ist, den Abbruch auf keinen Fall zu verschweigen, sondern hinter seiner Entscheidung zu stehen und sie reflektiert betrachten zu können. Wenn man im Bewerbungsgespräch seine Entscheidung selbstbewusst vertritt, wissen das in der Regel auch die Personalverantwortlichen zu schätzen.

© ZEIT Online (Link zum Originalartikel)

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