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Bachelor-Studenten sind am schnellsten

Wecker (Quelle: freeimages.com, Autor: cema)

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Knapp zwei Drittel der Studenten schaffen den Bachelor in der Regelstudienzeit – deutlich mehr als in anderen Studiengangsformen. Für manche ist das ein Problem.

Rund 40 Prozent der Studenten haben ihr Studium 2010 innerhalb der Regelstudienzeit abgeschlossen. Bei Bachelor-Studiengängen sind es 60 Prozent. Studenten traditioneller Universitätsdiplome schafften dagegen nur zu 20 Prozent ihren Abschluss in der vorgegebenen Zeit. Diese Zahlen hat das Statistische Bundesamt in einer bundesweiten Untersuchung ermittelt.

Vergleiche zu früheren Jahren gibt es nicht, die Zahlen wurden erstmals erhoben. Eine Sprecherin des Statistischen Bundesamtes sagte, eine interne Untersuchung für 2009 hätten aber ähnliche Ergebnisse gebracht.

Im Ländervergleich der Studie schneidet das Saarland besonders gut ab. Dort schafften 54 Prozent ihre Abschlüsse innerhalb der vorgesehenen Zeit. In Schleswig-Holstein sind es dagegen nur 23 Prozent.

Unter den Studiengängen liegt der Bachelor in Bibliothekswissenschaft / Dokumentation vorn: Dort schafften alle ihren Abschluss innerhalb der Regelzeit – allerdings waren es auch nur vier Studenten. Vergleicht man die Fächer, in denen mehr als 3.000 Abschlüsse gezählt wurden, erreicht Biologie mit 78 Prozent den höchsten Anteil in Regelstudienzeit. In den Fächern Informatik, Maschinenbau und Elektrotechnik konnten dagegen jeweils nur rund die Hälfte der Studenten ihr Studium in der vorgegebenen Zeit beenden.

Die Studiendauer ist ein kontrovers diskutiertes Thema in der Hochschulpolitik. Seit Jahren kritisieren Studenten die sechssemestrigen Bachelor-Studiengänge: Sie seien so sehr mit Stoff und Prüfungen vollgestopft, dass Platz für Freiräume, Praktika und Auslandsaufenthalte auf der Strecke bleibe.

Auch die Berufsbefähigung der Abschlüsse stellen viele infrage, allen voran die Arbeitgeber: Laut einer Studie des Stifterverbands für die deutsche Wissenschaft klagen Firmen zunehmend über schlechter ausgebildete und weniger souveräne Bachelorabsolventen im Vergleich zu Berufseinsteigern mit Diplom. Der Grund dafür: Wer seine Bachelorprüfung macht, ist in der Regel nicht älter als Anfang 20 – und damit viel jünger als die meisten Diplomabsolventen.

Für Studenten spielt die Regelstudienzeit beim Thema Geld eine wichtige Rolle: Ihnen wird nur so lange Bafög gezahlt, wie sie in dem vorgesehenen Zeitraum bleiben. Danach wird nur unter in Ausnahmebedingungen weiter Geld gezahlt.

Einige Hochschulen haben inzwischen der Kritik an der starken Komprimierung der Studiengänge nachgegeben: Die private Zeppelin Universität in Friedrichshafen etwa führte 2011 unter dem Motto "Vier gewinnt" für alle Bachelorstudiengänge eine Regelstudienzeit von acht Semestern, also vier Jahren, ein. Auch einige staatliche Universitäten, darunter Konstanz und Bamberg, haben in einzelnen Studiengängen die Regelstudienzeit auf acht Semester erhöht.

© ZEIT ONLINE ( Zur Original-Version des Artikels)

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