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Karnevalskostüme und Bräuche erklärt

Masken, Konfetti, Fasching, Karneval [Quelle: pixabay, Autor: annca]

Quelle: pixabay, annca

Nicht jedem ist die fünfte Jahreszeit die liebste – doch wer eine Karnevalshochburg sein Zuhause nennt, wird sich dem Treiben nicht entziehen können. Auch im Büro oder an der Uni nämlich gelten zu Karneval andere Regeln. Wie du bei den Jecken punktest und welche Patzer du dir besser sparst.

Fasching ist nicht gleich Karneval

Du bist gerade für ein Praktikum nach Mainz gezogen und wunderst dich, warum du in der Straßenbahn neben einem Clown sitzt? Oder du hast vor kurzem dein Studium an der Uni Köln aufgenommen und fragst dich jetzt, warum dein Dozent mit einer abgeschnittenen Krawatte die Vorlesung gehalten hat? Vermutlich bist du Zeuge der Mainzer Fastnacht oder Kölsche Fastelovend geworden. Je nach Region sagt man dazu auch noch Faslaomt, Faslam, Fuesend, Faasicht oder Fasching, um nur einige Bezeichnungen zu nennen. Wer die lokale Mundart nicht beherrscht, sollte wenigstens folgende Faustregel beherzigen: "Karneval" sagt man im nördlichen Rheinland und bis hoch zum Niederrhein, "Fasching" in Bayern, Österreich und Sachsen, "Fastnacht" ist im schwäbisch-alemannischen Raum weit verbreitet. Wer auf Nummer sicher gehen will, recherchiert, bevor er sich ins Treiben stürzt.

Am Aschermittwoch ist nicht alles vorbei!

Du denkst, am Aschermittwoch hättest du Karneval endlich überstanden? In der Regel kannst du tatsächlich aufatmen, denn die Hochzeit der Jecken und Möhne endet normalerweise am  Aschermittwoch, dem Beginn der sechswöchigen Fastenzeit vor Ostern. In einigen besonders närrischen Regionen wie Luxemburg allerdings feiert man auch drei Wochen nach dem Fastnachtswochenende munter weiter. Das sogenannte "Halleffaaschten" ist in manchen Gegenden sogar der eigentliche Höhepunkt des Karnevals.

Das Karnevalskostüm – ohne geht’s nicht

Auch als Neuling im Karneval gilt: Ganz ohne Kostüm geht es nicht – zur Not tut es auch eine rote Pappnase! Verzichtest du komplett auf eine Verkleidung, wirst du schnell als Karnevalsmuffel abgestempelt oder als Tourist enttarnt. Grundsätzlich sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt – Clowns- und Hexenkostüme gelten nicht als besonders ausgefallen. Wenn du am Straßenkarneval teilnehmen möchtest, solltest du bedenken, dass du im Februar kalte Füße riskierst. Wer sich also als Surfer oder hawaiianische Tänzerin verkleiden will, sollte in diesem Aufzug lieber eine Karnevalssitzung besuchen.

Helau oder Alaaf?

Wer kein eingefleischter Karnevalist ist, kommt während der fünften Jahreszeit schon beim Vokabular leicht durcheinander. In Mainz ist "Helau" der klassische Fastnachtsruf. Auch im Düsseldorfer Karneval heißt es "Helau" – mit einem kurzen E. Knapp 40 Kilometer weiter würdest du für diesen Ausruf böse Blicke ernten, denn während des Kölner Karnevals ist "(Kölle) Alaaf" das einzig wahre Motto. Wenn du nicht zum Tourist im eigenen Land werden willst, informierst du dich am besten vor dem Karnevalsumzug über die Vokabeln in deiner Region.

Blaumachen an Rosenmontag

Vor allem im Rheinland gilt der Rosenmontag als der Höhepunkt des Karnevals. Viele Arbeitnehmer in Köln oder Düsseldorf bekommen deshalb am Montag vor Aschermittwoch frei. Nichtsdestotrotz ist der Rosenmontag kein gesetzlicher Feiertag. Wer also vom Arbeitgeber nicht ausdrücklich freibekommt und Lust auf den Rosenmontagsumzug hat, sollte nicht krankfeiern, sondern Urlaub nehmen. Dann wundert sich auch niemand, wenn am nächsten Tag noch Konfetti in den Haaren klebt.

Essen und Trinken im Karneval

Wer am Rosenmontag eine Lehrveranstaltung besuchen oder schlicht zur Arbeit gehen muss, bessert mit ein paar Krapfen (je nach Region auch Berliner, Kreppel oder Pfannkuchen genannt) sicher die Stimmung unter Kommilitonen oder Kollegen auf. Kulinarisch hält der Karneval nämlich ebenfalls seine eigenen Sitten bereit: In Köln trinkt man traditionell Kölsch, in Düsseldorf Altbier. Bringst du das durcheinander, fällst du bei den Jecken schnell in Ungnade. Die Mainzer Jecken bestellen zur Fastnacht "Weck, Worscht und Woi" (Brötchen, Wurst und Wein).

Bloß ein Bützje!

Vor allem im Rheinland sind Bützje oder Bützchen ein beliebter Brauch. Als Ausdruck der Freude und völlig unverbindlich bützt (küsst) man sein Gegenüber mit gespitzten Lippen auf die Wange. Während des Karnevals wird viel geherzt und geküsst, doch für alle Jecken gilt: Ein Bützje ist kein Freifahrtschein. Schunkeln ist erlaubt, mehr aber auch nicht. Solltest du beim Rosenmontagsumzug oder auf der Faschingsparty zufällig Dozenten, Kollegen oder deinen Chef treffen, ist zusätzliche Zurückhaltung gefragt.

Krawatte abschneiden an Weiberfastnacht

Du fragst dich noch immer, warum einmal im Jahr alle Männer scheinbar nur noch abgeschnittene Krawatten im Schrank haben? Der Donnerstag vor Aschermittwoch wird als Weiberfastnacht oder einfach Altweiber bezeichnet und ist vermutlich der einzige Tag im Jahr, an dem du es zumindest als Frau riskieren kannst, deinem Kollegen, Chef oder Professor den Schlips abzuschneiden – so will es nämlich der Brauch. Schadensersatz verlangen kann Mann trotzdem, aber in echten Karnevalshochburgen solltest du nichts zu befürchten haben. Besonders gewiefte Herren tragen an Weiberfastnacht übrigens eine Holzkrawatte – eine gute Gelegenheit, zu beweisen, dass Frau sehr wohl mit der Laubsäge umgehen kann.

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