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Wer zahlt die Rechnung beim ersten Date?

Date Kaffee Liebe [Quelle: Unsplash.com, Anete Lūsiņa]

Quelle: Unsplash.com, Anete Lūsiņa

Früher war es einfach: Trafen sich Mann und Frau zum romantischen Essen, zahlte der Mann. Heute ist alles viel komplizierter.

Das Leben ist voller Enttäuschungen. Da kann das Date noch so gut laufen, das Gegenüber ist intelligent, lustig, mit Manieren. Doch ganz am Ende, wenn der Kellner die Rechnung bringt, kann der gute erste Eindruck auch schnell wieder verfliegen. Ob der Abend weitergeht und wie er in Erinnerung bleiben wird, all das kann sich in diesem Moment entscheiden: Wer zahlt die Rechnung? Die richtige Antwort auf diese Frage ist kompliziert.

Früher, als man ein Date noch Rendezvous nannte, war alles ganz einfach. Da trafen sich ein Mann und eine Frau zum Abendessen in einem hübschen Restaurant. Es wurde geredet und gespeist und vielleicht auch geflirtet. Und am Ende, als die Rechnung serviert wurde, zahlte – na klar – der Mann. Schließlich verdiente er in der Regel deutlich besser als die Frau, wenn sie denn überhaupt arbeitete. Das Prozedere gehörte zum Verhaltenskodex genauso dazu wie ihr in den Mantel zu helfen und die Tür aufzuhalten. Im Englischen gibt es für den Moment, wo die Rechnung kommt, sogar einen eigenen Ausdruck: "the reach". Das ging in etwa so vonstatten: Der Kellner kommt mit der Rechnung, die Frau greift (vermeintlich) nach ihrem Portemonnaie, womit sie "the reach", also den Griff, vollzieht. Das macht sie allerdings in dem Wissen, dass der Mann, ganz Gentleman, ihr daraufhin bedeuten wird, das Geld doch stecken zu lassen – und darauf besteht, die Rechnung selbstverständlich allein zu zahlen.

Auch Latte macchiato und Gin Tonic gehen auf die Dauer ins Geld

Heute sieht das alles etwas anders aus. Schuld daran sind die Emanzipation und Dating-Plattformen. Mittlerweile haben auch die meisten Frauen eine gute Arbeit. Auch wenn sie durchschnittlich noch weniger verdienen als Männer, ist nicht mehr automatisch klar, welcher der beiden Anwesenden nun mehr Geld auf dem Konto hat. Und selbst wenn die Frau vielleicht etwas weniger verdient als der Mann, ist längst nicht gesagt, dass sie überhaupt will, dass der Mann für sie zahlt – aus Stolz, um ihm zu zeigen, dass sie nicht von ihm abhängig ist und für sich selbst sorgen kann. Es gibt Frauen, die das Zahlen einer Rechnung nicht als nette Geste, sondern als Bevormundung interpretieren. Und vielleicht möchte ja auch die Frau den Mann einladen. Andersherum gibt es auch Frauen, die sehr wohl noch Wert auf die alten Gepflogenheiten legen und vom Mann erwarten, dass er sie einlädt – selbst wenn er derjenige ist, der weniger Geld in der Tasche hat als sie. Und wenn sich gleichgeschlechtliche Paarungswillige verabreden, ist das ganze Konzept sowieso hinfällig.

Erschwerend kommt hinzu, dass (romantische) Verabredungen in jüngster Zeit rasant zugenommen haben dürften. Dank Dating-Websites und Apps wie Tinder ist es einfacher denn je, sich mal eben auf die Schnelle mit einem potentiellen Partner zu verabreden. Das muss nicht immer gleich zu einem großen Essen oder Kino sein, aber auch Latte macchiato und Gin Tonic gehen auf die Dauer ins Geld.

Vor der Rechnung klären, wer zahlt

Kein Wunder, dass sich einige mittlerweile regelrechte Exit-Strategien überlegen, um die unangenehme Situation mit der Rechnung zu umgehen. Wer einmal die Erfahrung macht, dass das Gegenüber leider, leider sein Geld vergessen hat (angeblich), will nicht wieder der Dumme sein und am Ende die Zeche zahlen müssen. Es soll Leute geben, die genau dann zur Toilette verschwinden, wenn der Kellner mit der Rechnung anrückt.

Natürlich ist es fragwürdig, ob ein solches Verhalten überhaupt eine zukunftsfähige Beziehung nach sich ziehen kann. Doch auch ohne diese Ausweichmanöver kann die Sache mit der Rechnung sehr peinlich enden – und die junge Liebe gewissermaßen gleich mit beenden. Doch es gibt Möglichkeiten, das zu verhindern. Denn eigentlich ist es gar nicht so kompliziert, sagen Etikette-Spezialisten. "Wer einlädt, der zahlt auch – egal ob Mann oder Frau, älter oder jünger", sagt Knigge-Expertin Birte Steinkamp. Sie rät dazu, dass man schon vor einem gemeinsamen Essen klärt, wer wen einlädt und wer somit auch Gastgeber ist, oder ob jeder seine eigene Rechnung begleicht – auch wenn das bei einem Date sehr unüblich ist. "Überhaupt nicht unüblich ist es allerdings, dass auch mal die Dame zahlt", sagt Steinkamp. Eben dann, wenn sie diejenige ist, die einlädt.

In dieser Rolle gibt es aus Sicht der Etikette aber noch mehr Verpflichtungen als nur die Rechnung zu zahlen. Als Gastgeber öffne man dem anderen die Tür, nehme den Mantel ab, rücke den Stuhl zurecht, schenke Getränke nach, empfehle Speisen und übernehme die Kommunikation mit dem Kellner und eben auch die Bezahlung, sagt Steinkamp. Das mag zwar etwas seltsam erscheinen, wenn eine Frau auf einmal in die traditionelle Rolle des Mannes schlüpft. Aber auch sie darf selbstverständlich all diese Aufgaben erfüllen, sagt die Knigge-Expertin. Wenn der Mann sich allerdings unwohl fühlen würde, sollte man es lieber lassen. Fingerspitzengefühl ist an dieser Stelle gefragt.

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