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Das Ende der Doppelförderung

Gegenteilig (Quelle: freeimages.com, Autor: cararr)

Quelle: freeimages.com, cararr

Doppelt gemoppelt hält besser? Nicht mehr - die Studienstiftung beendet die Doppelförderung mit dem Deutschlandstipendium. Ab dem Wintersemester 2012/2013 hat man die Qual der Wahl. Für die Stipendiaten heißt das: Wer schon hat, dem wird nicht mehr gegeben.

300 Euro im Monat von Bund und privaten Sponsoren über das Deutschlandstipendium, die ideelle Förderung und ein Plus im Lebenslauf von der Studienstiftung des deutschen Volkes. So sah die bisherige Verteilung für glückliche Studenten mit beiden Stipendien aus. Das wird es in Zukunft nicht mehr geben. Zum kommenden Wintersemester schließt die Studienstiftung die Doppelförderung mit dem Deutschlandstipendium aus.

Schluss mit dem Wirrwarr

Für Verwirrung gesorgt hat die Doppelförderung schon immer: Kann ich mich für mehrere Stipendien bewerben? Muss ich mich bei zwei Zusagen entscheiden? Von wem bekomme ich was? Und was bedeutet überhaupt ideelle Förderung (siehe hierzu "Häufige Fragen zum Deutschlandstipendium")? Damit ist jetzt Schluss. Für die Studienstiftung gilt in Zukunft nur noch eine einzige Regel: Hü oder Hott.

Wer schon hat, dem wird nicht mehr gegeben

Der Grund dafür ist relativ simpel: In einer Pressemitteilung erklärt der Generalsekretär der Studienstiftung Dr. Gerhard Teufel, dass sich "die Förderung nicht auf einige Wenige konzentrieren" dürfe. Denn das Deutschlandstipendium solle eigentlich eine zusätzliche Förderlinie und Alternative für Studenten sein, die nicht ohnehin schon von einem Begabtenförderungswerk unterstützt werden. Die Doppelförderung entspräche nicht "den ursprünglichen Zielen des Deutschlandstipendiums". Teufels Botschaft: "Wer im Auswahlverfahren der Studienstiftung erfolgreich ist, sollte sein Deutschlandstipendium zurückgeben."

"Deutschlandstipendium zurückgeben"?

Wer beide Auswahlverfahren erfolgreich meistert, hat also die Qual der Wahl. Dabei muss nicht unbedingt Teufels Rat gefolgt werden. Denn vom Deutschlandstipendium bekommst du jeden Monat 300 Euro – die eine Hälfte vom Staat, die andere Hälfte tragen private Sponsoren. Hauptauswahlkriterium ist hier deine Leistung und Bedürftigkeit, ehrenamtliches Engagement schadet auch nicht. Allerdings sind die Plätze an vielen Hochschulen begrenzt, die Hochschule Konstanz vergab 2012 beispielsweise nur 12 Stipendien – bei rund 10.000 Studierenden.

Plus bei der Studienstiftung: Die ideelle Förderung

Die Studienstiftung des deutschen Volkes bietet dir dagegen ein monatliches Büchergeld von 150 Euro - das voraussichtlich ab 2013 ebenfalls auf 300 Euro aufgestockt wird. Außerdem kannst du abhängig von der finanziellen Situation deiner Familie zusätzlich ein Lebenshaltungsstipendium mit bis zu 597 Euro im Monat erhalten. Der wichtigste Unterschied zum Deutschlandstipendium ist jedoch die ideelle Förderung: Bei der Studienstiftung bekommst du nicht nur Geld, sondern auch Beratung, Veranstaltungen, Seminare, wissenschaftliche Programme und die begehrten Sommerakademien und Sprachkurse.

Auswahlverfahren ähnlich

Beiden Förderungen gemeinsam ist die politische, religiöse und weltanschauliche Unabhängigkeit - wobei du beim Deutschlandstipendium natürlich zur Hälfte von der Wirtschaft gefördert wirst. Ein wichtiger Unterschied ist jedoch der erste Schritt der Bewerbung. Für das Deutschlandstipendium kannst du dich selbst bewerben, bei der Studienstiftung wirst du normalerweise von einem Lehrer oder Professor vorgeschlagen. Seit 2010 gibt es aber die Möglichkeit zur Selbstbewerbung bei der Studienstiftung - mit einem nicht zu unterschätzenden Begabungstest.

Die anschließenden Auswahlverfahren sind dagegen ähnlich: Motivationsschreiben, Lebenslauf, Referenzen und ein persönliches Auswahlseminar mit Gruppendiskussionen, Referat und Einzelgesprächen sind Pflicht bei der Studienstiftung. Beim Deutschlandstipendium variieren die Auswahlverfahren, da sie von jeder Hochschule selbst festgelegt werden. Prinzipiell sind allerdings Notennachweis, Motivationsschreiben, Lebenslauf und ein kurzes persönliches Gespräch die Regel.

Bei Adenauer & Co. bleibt alles beim Alten

Wofür man sich im Fall der Fälle entscheidet, bleibt jedem selbst überlassen. Bewerben kannst du dich jedenfalls trotzdem noch für beide Förderungen. Erst bei zwei Zusagen musst du dich entscheiden. An den Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Begabtenförderungswerken wie Konrad-Adenauer-Stiftung und Co. hat sich bisher nichts geändert. So ist die Kombination von Deutschlandstipendium und den meisten Begabtenförderungswerken ebenfalls ausgeschlossen, teilweise - wie beim Cusanuswek - jedoch möglich.

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Kommentar (1)

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  1. Anonym

    Die Studienstiftung des deutschen Volkes macht viel Werbung für ihre ideelle Förderung. Dennoch ist die Realität ganz anders als das was man sich vor der Aufnahme erhofft. Einen Platz in einem Sprachkurs zu bekommen hat die gleiche Wahrscheinlich als in der Lotterie zu gewinnen, vor allem wenn man aufgrund des Studiums nicht zu einem beliebigen Zeitpunkt Zeit hat. Falls man keinen Platz für einen Sprachkurs oder eine Akademie bekommt, weiß man auch nicht, woran das liegt. Die wissenschaftlichen Kollegs sind sehr gut, sie sind aber auch für Stipendiaten anderer Förderwerke zugänglich.

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