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Wie viele Millionen bringt dein Studium?

Geld Hut Gehalt [Quelle: Pexels]

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"Wer studiert, verdient später auch mehr." Diese Annahme ist weit verbreitet, doch stimmt sie überhaupt? Eine neue Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt, wie viel Gehalt Akademiker, ausgebildete Fachkräfte und Ungelernte im Laufe ihres Lebens erwarten können. Die Unterschiede zwischen den 36 untersuchten Berufsgruppen sind enorm.

Grundsätzlich gilt für alle Branchen, dass der Lohn mit den Anforderungen steigt. Wer also einen anspruchsvollen Job hat, erhält dafür auch mehr Geld als jemand, der eine Helfertätigkeit ausführt. Ein Arbeitnehmer mit dem Berufsprofil "Experte" verdient über sein ganzes Leben hinweg durchschnittlich 2,39 Millionen Euro brutto – das ist der Lohn für komplexe Tätigkeiten, für die im Normalfall ein Hochschulabschluss vorausgesetzt wird. Ein Helfer ohne Abschluss, der vorwiegend Routinetätigkeiten erledigt, verdient dagegen nur knapp die Hälfte: 1,13 Millionen Euro brutto.

Doch nicht alle Experten haben einen Hochschulabschluss. Deshalb berechnen die Studienautoren zusätzlich die Gehaltsunterschiede zwischen Arbeitnehmern mit verschiedenen Abschlüssen: Wie stark unterscheiden sich die Einkommen von Arbeitnehmern mit Studium, mit einer Ausbildung und ohne Abschluss voneinander?

Diese Differenz nennt man Bildungsrendite. Sie beziffert, wie sehr sich die Investition in Bildung, also Studium oder Weiterbildung, lohnt. Die Zahlen zeigen: Statistisch gesehen macht sich ein Studium auf jeden Fall bezahlt. Mit Hochschulabschluss verdienst du über eine Million Euro mehr als jemand ohne Ausbildung. Investieren müssen Studenten übrigens laut Daten der 20. Sozialerhebung rund 800 Euro im Monat – zuzüglich der ein- bis zweimal jährlich anfallenden Studiengebühren.

Weil beispielsweise ein Taxifahrer mit einem Master in Philosophie genau so viel verdient wie sein nicht-studierter Kollege, sind die Gehaltsunterschiede zwischen den einzelnen Bildungsabschlüssen aber etwas geringer als zwischen den Anforderungsniveaus.

Welches Studium lohnt sich besonders?

Wie hoch die Bildungsrendite tatsächlich ist, hängt wesentlich von der Branche ab: Im Handel und in der Logistikbranche werden Akademiker deutlich besser bezahlt als Ungelernte. Ein BWL-Studium ist hier also jedem zu empfehlen, der sein Konto ordentlich füllen möchte. Auch bei vielen Dienstleistungsberufen bringt ein Hochschulabschluss die Kasse zum Klingeln. Besonders groß fällt der Unterschied in der Medizinbranche aus: Während sich Ärzte über 2,72 Millionen Euro Lebenseinkommen freuen dürfen, müssen sich ungelernte Hilfskräfte mit knapp 1,16 Millionen Euro begnügen. Ein Medizinstudium macht sich also bezahlt.

Hier verdienst du auch ohne Studium gutes Geld

Wer ohne Studium reich werden möchte, ist in der Versicherungs- und Finanzbranche gut aufgehoben. Dort verdienen Arbeitnehmer ohne Ausbildung sogar mehr als diejenigen, die eine Lehre absolviert haben. Denn die erste Gruppe arbeitet oft im Vertrieb und kassiert daher hohe Provisionszahlungen, die zweite Gruppe ist dagegen meistens in der Verwaltung tätig.

Auch die junge IT-Branche ist attraktiv für alle, die auf dem Papier nicht mit formaler Bildung glänzen können: Ganz ohne Berufsabschluss oder akademische Weihen kannst du hier in deinem Berufsleben 2,21 Millionen Euro verdienen – also deutlich mehr als mancher studierte Experte in anderen Branchen. Dein Gehalt lässt sich mit einem Hochschulabschluss zwar noch auf etwa 2,55 Millionen Euro steigern. Dennoch bleibt die Bildungsrendite hier im Vergleich zu anderen Branchen relativ klein.

Dank der hohen Schicht- und Gefahrenzuschläge sind auch naturwissenschaftliche Berufe für Nicht-Akademiker finanziell interessant, etwa in der Chemieindustrie.

Geringes Gehalt trotz Studium

Ein Touristik- oder Hotelmanagement-Studium lohnt sich dagegen nur in den seltensten Fällen: Akademiker im Tourismus-, Hotel- und Gastrogewerbe verdienen durchschnittlich nur 1,47 Millionen Euro. Zum Vergleich: Ein ungelernter Helfer in Maschinen- und Fahrzeugtechnikberufen erwirtschaftet mit rund 1,38 Millionen Euro kaum weniger.

Doch warum verdienen studierte Tourismusfachleute so wenig? Stichwort: Überqualifikation. Wenn ein promovierter Geschichtswissenschaftler als Stadtführer arbeitet, verdient er ähnlich viel wie sein nicht-studierter Kollege – und deutlich weniger als Akademiker in anderen Wirtschaftszweigen.

Auch Erzieher und Angestellte der Lebensmittelindustrie werden nicht reich, unabhängig von ihrem Berufsabschluss. Ein Studium der Erziehungswissenschaften liegt auf der Bildungsrendite-Skala ziemlich weit unten.

Fazit: Medizinstudium für alle?

Und die Moral von der Geschicht'? Stürmt die Hörsäle und schreibt euch für Medizin ein. Oder doch nicht? Abgesehen von persönlichen Interessen und Zulassungsvoraussetzungen, liegt nicht jedem ein Studium; das zeigen unter anderem die hohe Studienabbrecher-Quote von 25 Prozent bei Bachelor-Studenten. Wer es im Leben finanziell weit bringen möchte, hat mit einem Hochschulabschluss aber auf jeden Fall eine gute Ausgangslage.

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