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Bekomme ich im Master Bafög?

Verhalten auf Recruiting-Events (Autor: Sergey Nivens, Quelle: Fotolia.com)

© Sergey Nivens - Fotolia.com

Die wichtigsten Fragen zur staatlichen Finanzspritze

Wer bekommt Bafög?

Im Master wird erneut geprüft, ob man Bafög erhalten kann. Wer am Ende des Bachelorstudiums kein Bafög mehr bekommen hatte, weil die Regelstudienzeit überschritten war, kann im Master trotzdem einen Antrag stellen. Um gefördert zu werden, darf man bei Masterbeginn nicht älter als 35 Jahre alt sein und in der Regel bislang keinen anderen Abschluss als einen Bachelor absolviert haben. Wer nach dem Bachelor arbeitet, kann prüfen lassen, ob er Bafög bekäme, wenn er einen Master macht. Gefördert werden Master an staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschulen in der Regelstudienzeit des Studiengangs.

Wie viel Geld erhalte ich maximal?

Die Höhe des Bafögs hängt auch im Master davon ab, wie viel die Eltern verdienen, es sei denn, der Bachelorabsolvent hat mindestens drei Jahre gearbeitet, bevor er den Master begann. Bei der Bafög-Berechnung wird berücksichtigt, wie viel eigenes Vermögen man besitzt (dazu zählt zum Beispiel auch ein Auto) und ob man noch etwas dazuverdient. Wenn man noch bei seinen Eltern wohnt, bekommt man weniger Geld. Bisher lag der Förderungshöchstbetrag bei 670 Euro. Ab Wintersemester 2016/17 sollen die Bafög-Leistungen um sieben Prozent erhöht werden und der Wohnzuschlag für alle Studenten, die nicht mehr mietfrei bei ihren Eltern leben, angehoben werden. Studenten mit Bafög-Höchstsatz bekommen dann 735 Euro pro Monat. Die Einkommensfreibeträge sollen ebenfalls um sieben Prozent angehoben werden, sodass auch Studenten Bafög bekommen werden, die bisher noch keinen Anspruch darauf hatten: Statt 5.200 Euro dürfen Studenten 7.500 Euro Vermögen besitzen, ohne dass ihr Bafög-Satz gemindert wird.

Was ist zwischen Bachelor und Master?

Wenn nur ein Monat zwischen Bachelor und Master liegt, kann man weiter gefördert werden. Wenn die Pause größer ist, bieten manche Hochschulen bereits an, sich vorläufig in den Master einschreiben zu können, obwohl man das Bachelorzeugnis noch nicht hat. Mit dieser vorläufigen Einschreibung erhält man Bafög, die Regelung gilt aber erst ab dem 1. August 2015. Die Zeit, in der man Bafög bekommt, wird auf die Förderungshöchstdauer angerechnet, was bedeutet, dass man am Ende des Masters kein Geld mehr bekommt. Ab 2016 bekommen Bafög-Empfänger so lange Geld, bis sie das Bachelorzeugnis erhalten, nicht wie bisher nur bis zur letzten Prüfungsleistung. Diese alte Regelung gilt aber weiterhin für Masterstudenten.

Bekommt man einen Vorschuss?

Wenn der Bafög-Antrag eingereicht, aber noch nicht bearbeitet wurde, können die Bafög-Ämter einen Teil des zu erwartenden Betrags vorauszahlen. Dafür muss der potenzielle Bafög-Empfänger beim Bafög-Amt einen Zusatzantrag stellen. Bisher betrug der Vorschuss maximal 360 Euro pro Monat. Ab August 2015 können es 80 Prozent der monatlichen Fördersumme sein.

Was ist, wenn man ins Ausland geht?

Wer in einem EU-Land oder der Schweiz studieren möchte, kann für das gesamte Masterstudium Bafög beantragen, in anderen Ländern in der Regel nur für zwei Semester. Weil man für ein Auslandsstudium meist eine höhere Förderung erhält, kann man eventuell auch Anspruch auf Unterstützung haben, obwohl man in Deutschland kein Bafög bekommt. Für jedes Zielland gibt es ein Bafög-Amt in Deutschland, das zuständig ist. Siehe hier: bit.ly/campus_bafoegamt

Welche Schwierigkeiten gibt es?

Wer im Master den Studiengang wechselt, bekommt kein Bafög mehr. Einzige Ausnahme: zwingende Gründe, wie zum Beispiel eine Verletzung im Sportstudium oder eine Allergie im Chemie-Master. Achten sollte man auf das Geld, das man beim Jobben oder bei bezahlten Praktika verdient: Selbst wenn es sich um ein Pflichtpraktikum handelt, wird der Verdienst auf das Bafög angerechnet. Verdienen darf man in dem Zeitraum, in dem das Bafög bewilligt wurde, nicht mehr als 4.800 Euro im Jahr.

Wie viel Geld muss man zurückzahlen?

Die eine Hälfte des Bafög-Betrags ist geschenkt, die andere Hälfte ein zinsloses Darlehen, das man fünf Jahre nach der maximalen Förderdauer zurückzahlen muss. Die Mindestrate beträgt derzeit 105 Euro pro Monat. Davon freistellen lassen kann sich nur, wer monatlich weniger als 1.070 Euro verdient. Wer das Darlehen ganz oder teilweise am Stück zurückzahlen kann, erhält einen Nachlass. Auch das Auslands-Bafög muss man zur Hälfte zurückzahlen. Studiengebühren werden allerdings komplett übernommen.

© ZEIT Online (Zur Original-Version des Artikels)

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