Partner von:

"Lernt Leute aus der ganzen Welt kennen!"

Reise Auslandssemester Venedig Tourist [Quelle: Unsplash.com, Autor: Joshua Earle]

Quelle: Unsplash.com, Joshua Earle

Für ein Auslandssemester gibt es viele Gründe. Und es war noch nie so unkompliziert dorthin zu kommen.

Frau Moros, warum sollte man im Studium ins Ausland gehen?

Jane Moros: Ein längerer Auslandsaufenthalt ist noch nie so unkompliziert möglich gewesen! Dank des Erasmus+-Programms und etlicher Hochschulpartnerschaften hat man die Freiheit, sich zwischen einer Vielzahl von Ländern und Unis zu entscheiden. Man lernt junge Leute aus der ganzen Welt kennen. Man traut sich etwas zu und wächst über sich hinaus. Diese Erfahrung begleitet einen das ganze Leben lang! Und jeder kann sich das Abenteuer mit ein bisschen Vorbereitung leisten.

Wirklich? Flugtickets, Unterkunft, Studiengebühren: Da kommt einiges zusammen ...

Es gibt aber etliche Fördermöglichkeiten: Auslandsbafög kann auch beantragen, wer in Deutschland nichts bekommt. In manchen Fällen übernimmt das Bafög-Amt bis zu 4.600 Euro Studiengebühren – und gewährt einen Reisekostenzuschuss von bis zu 500 Euro. Wer am Erasmus+-Programm teilnimmt, zahlt keine Studiengebühren und bekommt noch mal bis zu 300 Euro im Monat dazu, um seine Lebenshaltungskosten vor Ort zu decken. Daneben gibt es etliche Stipendiengeber, zum Beispiel den Deutschen Akademischen Austauschdienst.

Was ist ein guter Zeitpunkt?

Im Bachelor gehen die meisten im fünften Semester. Man kann aber auch bis zum Master warten. Dort bietet sich das dritte Semester an. Nach unserer Erfahrung gehen die, die sich schon im Bachelor getraut haben, im Master noch ein zweites Mal.

Wie wird die Zeit im Ausland ein Erfolg?

Am intensivsten wird der Aufenthalt, wenn man sich ordentlich was zutraut: sich eine WG mit Einheimischen sucht, an Exkursionen, Stammtischen und Buddy-Programmen teilnimmt, um Land und Leute kennenzulernen, nicht nur Erasmus-Kurse an der Uni belegt, sondern auch in reguläre Seminare geht und neue Methoden kennenlernt. Je öfter man über seinen Schatten springt, desto gelassener geht man mit der nächsten Herausforderung um.

Was macht man, wenn es nicht gut läuft?

Das erleben viele, besonders am Anfang. Wer ist es schon gewöhnt, sich in der Fremde um alles alleine kümmern zu müssen: ein Dach überm Kopf, neue Freunde, die richtigen Kurse? Nicht alles wird auf Anhieb klappen. Und manchmal packt einen das Heimweh. Nach zwei Monaten hat sich die Mehrheit aber gut eingelebt. Wichtig ist: Immer um Hilfe bitten, wenn man sie braucht – den Studien- oder Erasmus-Koordinator im Ausland oder an der Heimatuni, die Kommilitonen, das heimische Auslandsamt.

Was bringt ein Auslandsaufenthalt konkret?

Zuallererst verbessert man natürlich seine Sprachkenntnisse. Statt nur Texte lesen zu können, wird man fit für die Anwendung, kann ungehemmt drauflosreden und Fachvorträgen souverän folgen. Daneben lernt man eine neue Perspektive auf das eigene Fach kennen. Und man wird spontaner, probiert sich aus. Und das eigene Netzwerk wächst: Man trifft Menschen aus verschiedenen Kulturen, hat plötzlich Anlaufpunkte auf der halben Welt.

Bringt das auch Vorteile für den Berufseinstieg?

Ja, viele Rückkehrer erzählen, dass ihre Auslandserfahrung in Bewerbungsgesprächen sehr gut ankommt. Wer mal als Fremder in einer anderen Kultur unterwegs war, trainiert sein Einfühlungsvermögen. Er lernt, neue Perspektiven einzunehmen und flexibel auf Situationen zu reagieren. Derart souveränen Nachwuchs kann jeder Arbeitgeber gut gebrauchen.

Und wenn ich gar nicht ins Ausland möchte?

Das ist zwar schade, aber auch in Ordnung. Man kann trotzdem mit Leuten aus aller Welt in Kontakt kommen: etwa, indem man bei der Willkommensinitiative seiner Hochschule mithilft und Austauschstudenten unterstützt. Oder man sucht sich einen Tandem-Partner und nutzt die Angebote des Uni-Sprachenzentrums.

© ZEIT ONLINE (Zur Original-Version des Artikels)

nach oben

Die e-fellows.net

community -

70.000 schlaue Köpfe.

Verwandte Artikel
Kommentare (0)

Zum Kommentieren bitte einloggen.

Das könnte dich auch interessieren