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Smombie-Alarm: Wir testen Apps für dich

Handy mit Apps [Quelle: Pexels, Mohi Syed]

Quelle: Pexels, Mohi Syed

Schleppst du noch oder app-st du schon? Ein Smartphone ersetzt heute Karteikarten, Federmäppchen und Kladde, Budgetplan, Notizblock und Multifunktionsrechner, und übertrumpft die Studienhelfer aus Opas Zeiten noch dazu um Welten. Oder? Wir konnten das kaum glauben und haben getestet. Sieh selbst, ob du den Lederranzen überhaupt noch auszumotten brauchst.

Matheaufgaben lösen und Formeln berechnen

Stephanie hat die Taschenrechner-App "MySkript Calculator" getestet (Android-Version, iOS-Version):

Schreib deine Formel mit dem Finger auf den Bildschirm, und schon liefert dir "MyScript Calculator" das Ergebnis – so zumindest das Versprechen der Entwickler. Tatsächlich registriert die App meine Handschrift ohne Probleme und kommt auch mit Funktionen wie tan, cos, sin oder log gut klar. Meine Fragezeichen aber, die in Gleichungen als Platzhalter fungieren, interpretiert "MyScript Calculator" regelmäßig als Ziffer 2. Außerdem setzt die App der Komplexität der Rechnungen natürliche Grenzen: Irgendwann ist der Bildschirm nämlich einfach voll.

Gut für mein Gedächtnis: Ich kann Ergebnisse ablegen und später erneut einsehen. Durch einfaches Hochziehen in die obere Leiste speichere ich sie; zum Wiederverwenden ziehe ich sie wieder runter auf den Bildschirm.

Mein Fazit: Die App ist im Alltag nur hilfreich, wenn du schnell einfache Rechnungen ausrechnen musst. Eigentlich kannst du in solchen Fällen aber genauso gut den Taschenrechner auf deinem Smartphone nutzen – der ist sogar oft schneller aufrufbar. Auch, wenn Rumschreiben auf dem Display mehr Spaß macht als Taschenrechner-Tippen, bietet "MyScript Calculator" also keinen großen Mehrwert für Studenten – jedenfalls nicht im Vergleich zu vorinstallierten Smartphone-Taschenrechnern.

Meine Bewertung: 

Stephanie hat die Kamera-Rechner-App "Photomath" getestet (Android-Version, iOS-Version):

Die Revolution des Taschenrechners ist da! Oder nicht? Mit der "Photomath"-App scannst du Rechenaufgaben nur noch, statt sie einzutippen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Taschenrechnern oder der Display-Schreib-Funktion anderer Apps würde das tatsächlich Zeit und Mühe sparen – in der Theorie jedenfalls. Richtig gut aber funktioniert es bei mir nur auf Papier und bei kleineren Rechnungen. Dabei erkennt die App meine Handschrift problemlos; jedenfalls, solange die Rechnung kurz ist und somit die Zahl potentiell falsch entzifferbar Zeichen gering.

Nicht ganz so gut klappt das Scannen jedoch beispielsweise vom Computerbildschirm, oder wenn um die zu lösende Aufgabe herum noch andere Aufgaben stehen – was in der Praxis häufiger vorkommen dürfte. In letzterem Fall müsste man nämlich den Fokus der App manuell justieren, was ich frickelig bis unmöglich finde. "Photomath" kann außerdem nicht alle Formeln lesen: Besonders bei längeren Rechnungen vertut sich die App beim Scannen gerne mal an ein paar Stellen. Das wiederum hatte zur Folge, dass ich der App grundsätzlich misstraue und immer erst prüfe, ob denn auch die Aufgabe korrekt erfasst wurde. Zeitgewinn vernichtet.

Praktisch und nicht ohne Lern- bzw. Wiederholungseffekt: Wenn denn das Scannen geklappt hat, erklärt mir die App Schritt für Schritt den Rechenweg. Damit nichts verloren geht, wird der Verlauf vorheriger Rechnungen gespeichert. Insgesamt also nicht ganz verkehrt, wenn auch noch ausbaufähig: eine Revolution in den Kinderschuhen.

Meine Bewertung: 

Budget planen

Julia hat die Budget-App "Student Budget Planer" getestet (Android-Version):

Der Name der App ist Programm: Der "Student Budget Planner" erfasst Einnahmen und Ausgaben und ist speziell zugeschnitten auf die Zielgruppe Student.

Das Menü gliedert sich in Rubriken wie "Ausgaben fürs Studium", "Ausgaben für den Haushalt" und "Ausgaben für Sport/Freizeit". Innerhalb jeder Rubrik kann man seine Ausgaben dann noch weiter aufschlüsseln. Zu den "Ausgaben fürs Studium" zählen zum Beispiel Studiengebühren, Bücher oder Internetanschluss. Die Beträge kann man entweder über die Tastatur eingeben oder mit einem Schieberegler einstellen. Die App rechnet dann automatisch den aktuellen Saldo aus. Zusätzlich kann man sich seine Einnahmen und Ausgaben auch als Kreis- und Säulendiagramme anzeigen lassen.

So weit, so gut – doch leider ist der "Student Budget Planer" für mich trotzdem unbrauchbar. Über einzelne Details könnte ich ja noch hinwegsehen: zum Beispiel darüber, dass die Miete in die Rubrik "Ausgaben fürs Studium" fällt (ich hätte sie bei "Sonstiges" oder "Ausgaben für den Haushalt" verortet); dass es den Posten "Essen" gleich mehrfach gibt ("Food", "Grocery", "Eating out"), oder dass ständig großflächige Werbebanner eingeblendet werden.

Was mich allerdings wirklich stört: Der "Student Budget Planer" bildet immer nur den aktuellen Stand meines Budgets ab und arbeitet nicht mit Zeitintervallen. Dadurch kann ich zum Beispiel nicht die Einnahmen und Ausgaben eines Monats mit denen eines anderen vergleichen. Außerdem weiß ich durch die App zwar, dass ich schon X Euro für Lebensmittel ausgegeben habe – ich kann aber nicht sehen, wo ich überall eingekauft habe und welcher Einkauf wie teuer war. Deshalb greife ich lieber zu einem anderen Programm.

Meine Bewertung:

Stephanie hat die Finanz-App "Haushaltsbuch MoneyControl" getestet (Microsoft-Version, Android-Version, iOS-Version):

Haushaltsbuch gefällig? Mit der App "Money Control" hast du deine Einnahmen und Ausgaben immer präzise im Blick.

Unter dem Menüpunkt "Übersicht" siehst du auf einen Blick die Summe deiner Ausgaben und deiner Einnahmen für einen Monat, sowie das Total, das sich daraus ergibt. Außerdem kannst du hier neue Ausgaben und Einnahmen buchen. Erfasst wird neben der Höhe des Betrags unter anderem auch das Datum; jeden Posten kannst du Unterpunkten wie "Lebensmittel", "Kleidung" oder "Miete" zuordnen. In den Programmeinstellungen kannst du personalisierte Unterpunkte hinzufügen.

Wer den vollen Durchblick behalten mag, fügt seiner Buchung ein Foto des Belegs hinzu. Damit du wiederkehrende Kosten oder Einnahmen nicht jeden Monat neu eingeben musst, kannst du fixe Bezüge oder Ausgaben programmieren, die in einem von dir definierten Zeitintervall abgezogen werden. Du willst wissen, wie viel Geld du eigentlich so für Klamotten ausgibst – und wie viel für Lernmittel? Mit der Sortierfunktion kein Problem.

Für mich das Coolste an der App: Sie stellt meine Ausgaben auch in Form von Kreis- oder Säulendiagrammen dar. Sehr eindrucksvoll!

Money Control ermöglicht unter "Konten" auch die Simulation deiner Kontostände. Ob du die aber tatsächlich der App anvertrauen willst, musst du selbst entscheiden. Pflicht ist das jedenfalls nicht: Gibst du kein Konto an, summiert die App Ein- und Ausgaben unter <ohne Konto>.

Meine Bewertung:

Mindmapping und Notizen

Anne hat die Mindmapping-App "SimpleMind+" getestet (Android-Version, iOS-Version):

Auch bei dieser App ist der Name Programm! Die kostenlose Version von SimpleMind+ hilft dir, ohne großen Aufwand Mindmaps auf deinem Mobilgerät anzulegen – nicht weniger, aber leider auch nicht viel mehr.

Das Gute zuerst: Die Bedienung funktioniert intuitiv, komplexere Mindmaps lassen sich auch auf einem kleinen Smartphone-Bildschirm noch einigermaßen beherrschen. Um die Übersicht in deiner Mindmap zu behalten, kannst du Verästelungen leicht ein- und wieder ausklappen. Dir fällt auf, dass ein bestimmter Punkt eigentlich woanders hingehört? Kein Problem – schieb ihn einfach hin und her. Zu jedem einzelnen Punkt deiner Mindmap kannst du einen Kommentar hinterlegen, der jedoch aufgrund der entsprechenden Icon-Größe nur schwer aufrufbar ist.

Nicht so gut gefiel mir, dass ich die Optik einer Mindmap zwar zu jedem Bearbeitungszeitpunkt ändern kann, die einzelnen Layout-Optionen sich jedoch recht ähnlich sind. Irritierend fand ich auch die bisweilen wie schlecht übersetzt wirkenden Beschriftungen und Menüpunkte wie "Zentral Thema" oder "Stil Einstellungen". Weiterer Minuspunkt: Um deine Maps zu durchsuchen oder sie via Mail oder Dropbox zu teilen, musst du SimpleMind+ für 4,99 Euro auf die Vollversion upgraden. Gerade für Studenten ein No-Go, denn Mindmapping in der Gruppe beispielsweise zur Referatsvorbereitungs wird damit schwierig.

Meine Bewertung: 

Anne hat die Notiz-App "Paper" getestet (iOS-Version):

Wer Notizen mag, wird Paper lieben! Die App erlaubt es dir, Ideen auf virtuellen Karten festzuhalten – und zwar sowohl getippt als auch handschriftlich oder per Schnappschuss.

Die handgeschriebenen Notizen funktionieren selbst ohne Eingabestift tadellos und sehen noch dazu prima aus – du wirst dich in deine Handschrift neu verlieben! Auch die Fotofunktion, die erst nur wie ein nettes Gimmick wirkt, will man im Alltag schnell nicht mehr missen. Du stößt in der Stadt auf ein Tour-Plakat deiner Lieblingsband und willst zuhause Karten bestellen? Plakat abknipsen, als Karte ablegen, fertig. Auch der Transfer deiner papierbasierten Skizzen, Post-its und Mindmaps aufs Telefon gelingt dank Fotofunktion mühelos.

Ordnen kannst du deine Karten mithilfe der drei Raster Skizzen, Notizen und Ideen; weitere, personalisierte Raster kannst du je nach Bedarf hinzufügen. Einzige Wermutstropfen: Paper verfügt über keine Benachrichtigungs- oder Alarmfunktion, und bei den handgeschriebenen Notizen wird es schnell recht eng. Lange Einkaufslisten oder den Aufbau deiner Hausarbeit notierst du lieber weiterhin in eine Kladde.

Meine Bewertung:  

Vier e-fellows.net-Sterne

Lernhilfen

Carola hat die Karteikarten-App "BRAINYOO" getestet (Android-Version, iOS-Version):

Mit Karteikarten habe ich immer gerne gelernt. Aber ich musste mich immer erst zum Schreiben aufraffen – und zum Lernen außer Haus waren es dann oft zu viele. Das Schreiben nimmt mir BRAINYOO zwar auch nicht ab, aber immerhin das lästige Rumschleppen.

Registrierte Nutzer können ihre Karteikarten in der BRAINYOO-Cloud speichern und sie sowohl in der Desktop-Version als auch mobil nutzen, bearbeiten und erstellen. Diese Desktop-Option spart beim Anlegen mächtig Zeit, weil du die Karten nicht mühevoll auf dem Smartphone zusammentippen musst. Theoretisch könntest du am PC sogar einfach die PowerPoint-Folien des Dozenten direkt in die virtuellen Karten reinkopieren. Schön wäre es, wenn die App über eine Diktierfunktion verfügen würde: Dann wäre auch das Kartenschreiben am Smartphone weniger zeitraubend.

Die virtuellen Karteikarten werden hierarchisch geordnet in Kategorie, Lektion und einzelne Karten. Da die App eine Statistik darüber führt, wie viele Karten ich richtig beantworten konnte, behalte ich meinen Lernfortschritt im Auge.

Mein Highlight: Im Jeopardy-Modus – zumindest nenne ich ihn so – wird zuerst die Antwort angezeigt und danach die Frage. Klasse, um beim Runterbeten von Definitionen aus dem Trott rauszukommen.

Wie ich die Karten gestalte, kann ich selbst wählen: als Multiple-Choice-Frage oder Textfrage. Ein nettes Gimmick sind die Infoboxen und Eselsbrücken, die ich in die einzelnen Karten einbauen kann.

Meine Bewertung:

Das war der 1. Teil unseres App-Tests, den 2. Teil rund um Produktivität und Optimierung findet ihr hier.

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Kommentare (2)

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  1. Anonym

    Hallo Jaqueline, danke für den Hinweis! Wir haben die Links angepasst. Viele Grüße Nicole

  2. Anonym

    Liebe Redaktion, bei der Paper App sind die Links für die SimpleMind reingerutscht. Könnt ihr die austauschen? Ich würde mir die gerne mal näher ansehen.

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