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Karriere-Aufschwung süß-sauer

China Schriftzeichen Lampion [Quelle: Unsplash.com]

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Alle reden von China. Und immer mehr Studenten und junge Berufstätige wollen das Boom-Land mit eigenen Augen sehen. Schließlich verspricht ein China-Aufenthalt nicht nur Abenteuer und Exotik – sondern auch einen Kick für die Karriere.

Go West? Go East! China liegt im Trend, und das kann man an Zahlen ablesen: 2010 kamen genau 4.873 deutsche Studierende in die Volksrepublik. Das sind viermal so viele wie noch 2003, also gerade mal sieben Jahre zuvor.

Jetzt kommen die Europäer

Eine Entwicklung ganz im Sinne des chinesischen Bildungs-Ministeriums, das die Zahl ausländischer Studierender in China verdoppeln will – von derzeit 265.090 internationalen Studenten auf eine halbe Million. Der Großteil der ausländischen Studenten kommt zwar bisher noch aus anderen asiatischen Ländern. Doch Europa holt auf und liegt schon auf dem zweiten Platz.

Auslandssemester in China? Warum nicht!

"Die Hemmschwelle, nach China zu gehen, ist gesunken", meint auch e-fellows.net-Stipendiat Markus, der ein Semester lang Business Administration an der renommierten University of Hong Kong studierte (siehe Interview auf Seite 2). Immer mehr deutsche Unis und FHs bieten Austauschprogramme mit chinesischen Unis, etwa die RWTH Aachen, die ESB Business School und die Technische Universität München, um nur einige wenige zu nennen. An der prestigeträchtigen Tongji Universität gibt es bereits seit 1998 das "Chinesisch-Deutsche Hochschulkolleg", eine Gemeinschaftseinrichtung der Uni und des DAAD, die den Wissenschaftsaustausch beider Länder vorantreiben soll.

Auch für Juristen kann der Aufenthalt lohnen

Natürlich ist ein Aufenthalt in China nicht für jeden Studenten gleichermaßen interessant. "Für Juristen ist ein LL.M. in den USA oder England die bessere Wahl" meint e-fellows.net-Stipendiatin Christina. Sie selbst hat sich jedoch für einen LL.M. in Peking entschieden: "Ein Studium an einer chinesischen Uni lohnt sich, da China ein wichtiger Handelspartner von Deutschland ist." Derzeit absolviert sie ihre Verwaltungsstation beim Generalkonsulat der BRD in Schanghai (siehe Interview auf Seite 2).

Praktikum – reiche Erfahrung, bescheidene Vergütung

Auch ein Praktikum in China ist eine tolle Möglichkeit, das Land kennenzulernen und Arbeitserfahrung mit Exotenbonus zu sammeln. Viele deutsche Firmen wie Bosch, Siemens oder VW bieten Praktika in ihren chinesischen Werken an. Reich wirst du dabei in der Regel nicht, meist liegt die Vergütung zwischen 300 und 400 Euro (3.000-4.000 Yuan). Auch eine (bescheidene) Unterkunft kriegst du in der Regel gestellt.

Chancen für internationale Talente

Eine China-Station im Trainee-Programm ist als "Schmankerl" meist besonders vielversprechenden und ehrgeizigen Trainees vorbehalten – für Berufserfahrene gilt Ähnliches. Für Bosch zum Beispiel sind derzeit 268 Mitarbeiter in China im Einsatz. Tendenz steigend, denn Bosch wächst in China weiterhin rasant und damit auch der Bedarf an Führungskräften und Spezialisten. Zwar werden auf Managementpositionen immer mehr lokale Mitarbeiter eingesetzt, trotzdem bietet das Unternehmen qualifiziertem Personal, das eine Zeitlang den Sprung nach China wagt, spannende Aufgaben.

Emerging Markets als Karrierebeschleuniger

Wer Karriere machen will, sollte China jedenfalls im Auge behalten – ebenso wie andere "Emerging Markets" wie Brasilien oder Vietnam: "Wir reden über einen großen Markt mit großem Wachstum", betont Albrecht Schneider, Länderreferent bei Bosch Rexroth, "da sind für mich Absolventen, die bereits in China waren, besonders interessant. Wer ein exotischeres Praktikum macht, stellt sich auch anderen Herausforderungen."

Sprachkenntnisse zum Eindruck schinden

Wer richtig Eindruck schinden will, sollte sich ernstzunehmende Chinesischkenntnisse aneignen, rät Albrecht Schneider. "Wer so weit Chinesisch kann, dass er sich fließend unterhalten kann, hat einen außergewöhnlichen Vorteil. In der Zeit eines Praktikums ist das allerdings nicht zu machen." Radikaler formuliert es e-fellows.net-Stipendiatin Denise: "China lernt man wirklich nur kennen, wenn man Chinesisch kann" (siehe Interview auf Seite 4).

Was macht China so reizvoll?

Doch was ist so reizvoll an einem längeren Aufenthalt in einem Land, das vielen Europäern erst einmal sehr fremd erscheint? Klar, da ist die Faszination einer uralten Kultur, eines unvergleichlichen Wirtschaftsbooms, eine Atmosphäre von Aufbruch.

Mehr Verantwortung, mehr Spaß

Doch dazu kommt ein "Gestaltungsspielraum, den man in etablierten Strukturen und Märkten nicht allzu häufig hat", wie es Albrecht Schneider nennt. "Oft kriegt man schneller mehr Verantwortung übertragen. Die interkulturelle Erfahrung macht Spaß und oft baut man etwas ganz Neues auf: neue Werke, neue Produkte, man findet neue Lieferanten oder es geht zumindest um spürbare Verbesserungen in der Qualität oder im Prozess."

Eine Erfahrung, die verändert

Zurück in Deutschland, geht es auf der Karriereleiter oftmals aufwärts: "Der Auslandsaufenthalt ist auf jeden Fall ein Plus und gehört zu den Bausteinen einer erfolgreichen Karriere. Man reift und entwickelt sich weiter, und die gestiegene Verantwortung nimmt man mit zurück", so Albrecht Schneider. Um den Übergang möglichst glatt zu gestalten, bietet Bosch Rückkehrseminare an und etwas, dass Bosch-Mentor Dirk Henze "ein Rundum-Sorglos-Paket" nennt (siehe Interview auf Seite 3). Was nicht heißt, dass die Rückkehr nach Deutschland immer leicht fällt. Nicht wenigen erscheint die Heimat plötzlich so unvertraut wie eben noch das fremde Land.

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