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Die Liga der Besten

Quelle: freeimages.com, Autor: go_gooo

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In weltweiten Universitäts-Rankings belegen sie seit Jahren die Spitzenplätze. Forscher und Studenten reißen sich darum, einmal dort lehren oder studieren zu dürfen. Doch was ist dran am Mythos Ivy League? Was unterscheidet sie von anderen Universitäten? Wie gut sind sie wirklich?

Begonnen hat alles ganz sportlich: In den 40er Jahren schlossen sich acht amerikanische Hochschulen zu einer Football-Liga – der Ivy League – zusammen. Knapp zehn Jahre später dehnten sie ihr Kräftemessen auf den gesamten Uni-Sport aus. Bis heute geblieben ist neben dem Sport der Wettbewerbsgedanke: Harvard, Yale, Princeton, Dartmouth, die Columbia, die Penn, Brown und Cornell kämpfen um die besten Professoren, exzellente Studenten, Forschungsgelder und Nobelpreise. Wer es in die Ivy League geschafft hat, braucht sich um seine berufliche Zukunft keine Sorgen machen.

Nur ein Prozent schafft es in die Ivy League

Auf dem Campus von Harvard rekrutieren McKinsey, Google und Walt Disney. Zu den berühmten Absolventen der bekanntesten Ivy-League-Uni zählen unter anderem Al Gore, Rockefeller und Tommy Lee Jones. Doch wer es in die Liga der Besten schaffen möchte, muss hart darum kämpfen: 95 Prozent der Top-Zehn-Prozent aller amerikanischen High-School-Absolventen bewerben sich jedes Jahr an der amerikanischen Hochschule. Rund 37.000 waren es im Studienjahr 2015/16. Angenommen wurden weniger als fünf Prozent.

Mit Kurzabi in die Ivy League

Bevor die Studenten sich im Ruhm und Glanz ihrer Hochschule sonnen können, wartet auf sie ein hartes Stück Arbeit: neben dem Test of English as a Foreign Language (TOEFL), müssen sie verschiedene Scholastic Assessment Tests (SAT) absolvieren. Dabei handelt es sich um eine Art "kurzes Abitur". Neben einem allgemeinen Test, in dem Fähigkeiten in Mathe, Literatur und Grammatik abgefragt werden, wählt jeder Bewerber aus zwanzig Möglichkeiten drei weitere Fächer, in denen er sich prüfen lässt. Diese reichen von Physik über Kunst oder Musik bis hin zu Biologie. Hintergrund der Tests ist, dass das Schulsystem in den Vereinigten Staaten sehr uneinheitlich ist, und die Schulnoten der Bewerber daher schwer vergleichbar sind.

Motivationsschreiben: bis der Kopf raucht

Der wichtigste Teil der Bewerbung sind jedoch die Aufsätze und Motivationsschreiben. Je nach Universität werden in der Regel Texte zwischen 250 und 500 Wörtern erwartet. Die Themen reichen von Reiseerlebnissen über Bücher, die der Bewerber in den letzten zwölf Monaten gelesen hat, bis hin zu akademischen Ereignissen, die ihn geprägt haben. "Für den Kandidaten ist das die Chance, seine ganze Originalität, seine Weltanschauung und seine Intelligenz zu zeigen", erklärt Ines Jaehnert vom Amerika-Haus in München (Interview auf Seite 3). Für die Auswahlkommission sind die Aufsätze auch deshalb der interessanteste Teil einer Bewerbung, weil sie am wenigsten faktisch sind. "Alle anderen Dokumente bestehen aus Zeugnissen oder Urkunden, in denen meist nur Zahlen zeigen, wie gut ein Bewerber im Vergleich zu anderen ist."

Ungewöhnlich: Empfehlungsschreiben vom Mitschüler

Zusätzlich erwarten alle Universitäten verschiedene Empfehlungsschreiben. Diese müssen meist von Lehrern, dem Schuldirektor oder Leuten ausgestellt werden, die den Bewerber durch seine außerschulischen Aktivitäten kennen. Das können der Sportverein, das Orchester oder die Pfadfindergruppe sein. In Dartmouth wird sogar das Empfehlungsschreiben eines Mitschülers erwartet.

Beratung für die Ivy-League-Bewerbung

Selbst geistige Überflieger schaffen es in der in der Regel nicht völlig ohne fremde Hilfe an die Ivy League. Institute wie das Amerika-Haus oder das Meyer-Camberg Institut in München bieten individuelle Beratung und professionelle Unterstützung bei der Bewerbung an. Zusätzlich ist es immer empfehlenswert, Studenten zu kontaktieren, die bereits an einer Ivy League Universität studieren. Insider-Infos gibt es beispielsweise auf collegeconfidential.com oder vault.com.

Harvard: 3.000 Kurse, 200 Konzerte, 43.655 Dollar

Wer es einmal geschafft hat, auf den wartet in Harvard ein Angebot von jährlich mehr als 3.000 Kursen, eine ganze Palette von Radio- und TV-Sendungen, Zeitungen und Zeitschriften, die von den Studenten selbst produziert werden, ein gigantisches Sportangebot und innerhalb eines vierjährigen Bachelor-Studiums die Produktion und Aufführung von mehr als 200 Musicals, Theaterstücken und Konzerten. Neun Studenten kommen auf einen Professor. Davon können deutsche Universitäten nur träumen. Doch umsonst ist all das leider nicht: Im Studienjahr 2015-2016 wurden für Studien- und sonstige Gebühren, Unterkunft sowie Verpflegung 63.025 Dollar berechnet.

Und wenn dein Opa nicht Dagobert Duck heißt...

 Von den hohen Summen sollten Bewerber sich jedoch nicht abschrecken lassen. Alle Ivy-League-Unis werben damit, dass die finanzielle Situation der Studenten bei der Bewerbung keine Rolle spielt und dass genügend Stipendien zur Verfügung stehen, um leistungsstarke Studenten zu unterstützen. Wer mit dem Gedanken spielt, sich an einer Ivy-League-Uni zu bewerben, muss keinen Opa haben, der wie Dagobert Duck im Geld schwimmt. Stattdessen sollte er die Bewerbung für ein Stipendium gleich mit einplanen. Knapp 70 Prozent der Bachelor-Studenten erhalten ein Stipendium von mindestens 30.000 Dollar pro Jahr, um die exorbitanten Gebühren bezahlen zu können.

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